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Full text of "Scriptores rerum Prussicarum : die Geschichtsquellen der Preussischen Vorzeit bis zum Untergange der Ordensherrschaft"

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HARVARD COLLEGE 
LIBRARY 




FROM THB FUND OF 

CHARLES MINOT 

CLASS OF 1828 



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* SCRIPTORES 



REKUM PRUSSICARUM. „ 



DIE GESCHICHTSQUEU EN 

DER 

PREUSSISCHEN VORZEIT 

tll» ZUM 

UNTERGÄNGE DER ORDENSHERRSCHAFT. 



HF.BAU90EOEBEN VON 



Dr. THEODOR HIRSCH, Dr. MAX TÖPPEN 
Dr. ERNST STREHLKE. 



ERSTER BAND. 



LEIPZIG 



VERLAG VON S. HIRZEL. 



1861. ; y 



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C/, US-. 



r.j 



VERZEICHNIS« DER SUMM RENTEN. 



Seine Majestät der Kömig 

Ihre Majestät die Königin 

Seime Königliche Hoheit der Prinz -Regent 

Seine Kömgliche Hoheit der Prinz Friedrich Wilhelm 

Seime Kömgliche Hoheit der Prinz Carl 

Seine Kömgliche Hoheit der Prinz Friedrich Carl 

Seine Königliche hohrit Frzhekzog Maximilian d'Estk , 
meister des hohen dbutscuen rlttbrondens 



Seine Hoheit der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen I 



Berent. Die Kreisstande t 

Berlin. Die Königliche Direclion der Staatsarchive 8 

Herr von Auerswald, Exeellenz, Königlicher Staalsminister t 
Herr Graf Dönhoff, Excellenz, Oberhofmeister Ihrer Majestät der Königin t 

Die Königliche Kriegsacademic 1 

Das Königliche Joarhimsthalisohe Gymnasium I 

Das Friedrieh Werdersche Gymnasium I 

Das Königliche Friedrich-Wilhelm's Gymnasium t 
Das Königliebe Ministerium der geistlichen Unterrichts- und Medicinal- 

Angelegenheitcn i 0 

Das Königliche Ministerium des Innern f 

Herr Professor Dr. Leopold Hanke i 

Beynuhnen. Herr Rittergutsbesitzer von Farenheid t 

Bonn. Die Königliche UniversitHts-Bibliothek I 

Braunaberg. Das Königliche Gymnasium 4 

Breslau. Herr Professor Dr. Röpell < 

Herr Professor Dr. jur. Stobbe t 

Die Königliche Universitäs-Bibliothek « 

Herr Dr. Wittenbach, Königlicher Prov. -Archivar t 

Bromberg. Das Königliche Gymnasium < 

Carthau«. Die Kreisstände I 

Conitz. Das Königliche Gymnasium l 

Deutich-Crone. Das Königliche Gymnasium I 



Expl. 

5 

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Hoch- und Deutsch- 

1 



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VI VRRZEICHNISS DER SUBSCRIBENTEX. 

Colm. Der Magistrat 

Danrig. Herr August Bertling, Candida! der Theologie 
Die Bibliothek der Königlichen t. Division 
Das Gymnasium 

Das Conradinum zu Jenkau bei Danzig 

Das Aellesten-Collcgium der Kaufmannst-hall 

Die Kreisstande des Danziger Landkreises 

Der Magistrat I 

Herr Justizrath Martens 

Die Realschule erster Classe zu St. Johannis 

Die Realschule erster Classe zu St. Pclri 

Die Königliche Regierung 

Die v. Schwartz waldische Bibliothek 

Die Stadtbibliothek 

Die Zappische Bibliothek 

Dirschau. Der Magistrat 

Dorpat. Die gelehrte Estnische Gesellschaft 
Herr Professor Dr. Th. Graff 
Die Kaiserliche Universitätsbibliothek 

Elbing. Der Magistrat 

Erfurt. Das Königliche Gymnasium 

. Herr von Jetlau, Ober-Regierungsrath 

Provinz Estland. Herr Alexander Graf Keyserling zu Raiküll , Ritterschaftshaupt- 
mann der Estländischen Ritter- und Landschaft 

Herr Otto Freiherr von Taube zu Jerwakant 

Herr Moritz Freiherr von Engelhardt zu Koddasem 

Herr Conslanlin Ungern-Sternberg Freiherr von Piirkel zu Hark 

Herr Robert Freiherr von Toll zu Kuckers 

Herr Alexander von der Paulen Freiherr von Astrau zu YYait 

Herr Bernhard Freiherr von Cxkiill zu Eickel und Kebias 

Herr Ludwig Freiherr von Cxkiill Güllenband zu Melzikus 

Herr Conrad Freiherr von Mvycndorff aus dem Hause üxküll zu Sallcutack 

Herr Peter Hermann Graf Igclström zu Jewe 

Herr Reinhold von Arnold zu Türpsal 

Das Archiv der Estländischen Ritterschaft 

Die Ritter- und Domschule in Rcval 

Das Kaiserliche Gymnasium in Ucval 

Die Estländisch-Literarische Gesellschaft 

Herr Franz Kluge, Buchhändler in Rcval 

Herr Syndicus Alexander Schütz in Rcval 
Finkenstein. Herr Burggraf, Graf Dohna auf Finkenslein 

Frankfurt a. 0. Dr. Simson, Königlicher Appcllations-Gcricbls-Vice-Präsidenl 

Frauenburg. Die Bischöflich Ennlündische Curie 
Das Ermländische Domkapitel 

Friedrichstein bei Königsberg. Herr Graf Dönhoff-Friedrichstein, Excellenz, Wirk- 
licher Geh.-Rath 
Gotha. Herr Hofrath Gustav Freytag auf Siebeleben bei Gotha 

Das Gymnasium 

Die Herzogliche Bibliothek 
Granden at. Der Magistrat 

Die Realschule 

Gumbinnen. Der landwirthscbaftliche Centraiverein für Litlhauen und Masuren 
Das Königliche Friedrichs-Gymnasium 
Die Königliche Regierung 



VERZEICHNIS DER SUBSCRIBBNTEN. VII 

Eij.l. 

Halle. Herr Professor Dr. E. Dümmler 4 

Hambarg. Herren Buchhändler Perthes-Besser und Mauke 4 

Heydekrug. Die Kreisslände I 

Herr Kreisrichter Lent/. I 

Hobenstoin. Das Königliche Gymnasium 4 

Inaterburg. Der Magistrat I 

Die Realschule 4 

Kenchitten. Herr Rittergutsbesitzer G. von Reibnil/ I 

Königsberg. Die Akademische Handbibliothek I 

Die Bibliothek der Deutschen Gesellschaft I 

Herr Professor Dr. Erdmann I 

Herr Professor Dr. Gicsebrccht 1 

Herr von Gottberg, Hauptmann im Gencralstahc des I . Ai meet orps \ 

Das Altstädtische Gymnasium 1 

Das Königliche Friedrichs-Gymnasium 4 

Das KneiphÖflsche Gymnasium 1 

Das Vorsteheramt der Kaufmannschaft 4 

Der Magistrat 4 

Herr Consul R. Oppenheim t 

Die Provinzialstlindische Bibliothek i 

Die Realschule erster Classe auf dem Löbenichl I 

Die Königliche Regierung I 

Das Provinzial-Schulkollegium I 

Herr Provinzial-Schulrath Dr. Schräder I 

Herr Rechtsanwalt Stollerfoth 4 

Das Königliche Oslpreussischc Tribunal I 
Herr von Werder, Excellenz, General der Infanterie, komruandirender 

General des t . Armeecorps 4 

Leipzig. Die Stadtbibliothek i 

Die Universitätsbibliothek I 

Liegnitz. Die Königliche Ritter-Akademie I 

Loncorrek. Herr Lange, Königlicher Domänenpächler 1 

Lyck. Das Königliche Gymnasium 1 

Marienwerder. Das Königliche Appellationsgericht I 

Das Königliche Gymnasium < 

Die Königliche Regierung I 

Herr Dr. jur. Hanlbrook, Rechtsanwalt I 

Medunischken. Herr Rittergutsbesitzer Bujak I 

Hemel. Der Magistrat l 

Das Gymnasium f 

Kreis Mohrungen. Herr Freiherr von Albedyhl auf Kamillen t 

Herr Burggraf Graf zu Dohna auf Rcichcrtswaldc 4 

Frau Majoratsbesitzerin von Domhardl auf Bcslendorf I 

Herr Majoratsbesitzer Graf v. d. Gröben auf Ponarien 4 

Herr Rittergutsbesitzer Reichel auf Waldenten 4 

München. Die Königliche Hof- und Staatsbibliothek I 

Neustadt in Westpreussen. Das Königliche Progymnasium I 

Osterode. Die Synodalbibliothek I 

Pelplin. Herr Domherr Lariscli 4 

8t. Petersburg. Herr Geh. -Rath Freiherr A. v. Meyendorir, aus dem Hause Uxküll 

auf Schloss Roop 4 
Herr Oberhofmeister Freiherr P. v. Meyendorlf, aus dein Hause Uxküll 4 



VIII VERZEICHNIS DER SUBSCRIBENTEN. 

Expl. 

8t. Petersburg. Herr General-Kriegs-Goinmissar , General-Major in der Suite Sr. 

Maj. des Kaisers, Major Graf Walerian Cancrin I 

Herr Wirklicher Staatsrath Georg von Brevem I 

Herr Wirklicher Staatsrath Dr. Friedrich Georg von Bunge I 

Herr Akademiker A. Kunik 1 

Die Bibliothek der II. Abtheilung der Kaiserlichen Kanzelei I 

Die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften I 

Posen. Das Königliche Friedrich-Wilhelms-Gymnasium I 

Potsdam. Herr Graf Gerhard Dönhoff, Lieutenant im Garde-Husaren-Regimcnt 1 

Kastenburg. Das Königliche Gymnasium I 

Reichenau im Kreise Osterode. Herr Rittergutsbesitzer von Livonius i 

Riga. Die Gesellschaft für Geschichts- und Alterthumskunde der Ostseeprovinzen I 

Herr Staatsralh Dr. C. E. von Napicrsky 1 

Rössel. Das Königliche Progymnasium t 

Schippenbeü. Die Kirchenbibliothek l 

Schlodien. Herr Burggraf, Graf zu Dohna auf Schlodien \ 

Schwerin. Grossherzogliche Regierungs-Bibliothek I 

Schweti. Die Direction der Irrenanstalt I 

Die Kreisstände I 

Spengawsken. Herr Freiherr von Paleske auf Spengaw.sken l 

Stallupöhnen. Die Kreisstände t 

Stangenberg; bei Riesenburg. Herr Landrath a.D., Graf Riltberg auf Stangenberg t 

Stargard in Wesl-Preussen. Der Magistrat 1 

Stargard bei Regen walde. Herr Graf Borcke auf Stargard I 

Stettin. Das Königliche Gymnasium 1 

Steinort bei Stargard. Herr Graf Lehndorf-Steinort ( 

Stralsund. Die Rathsbibliothek I 

Thorn. Das Gymnasium ♦ 

Tilsit. Das Königliche Gymnasium I 

Der Magistrat I 

Wapplitz. Kreis Osterode. Herr Rittergutsbesitzer Panneck auf Wapplitz I 

Wittmannsdorf. Kreis Osterode. Herr Rittergutsbesitzer Schuhmacher auf Wilt- 

mannsdorf 1 

Woinowitz bei Ratibor. Herr Oberpräsident D. Pinder auf Woinowitz I 

Zürich. Die Stadtbibliothek , I 



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I 



VORWORT. 



Öeitdem wir in unserm grossen Nationalwerke der Monumenta . 
Germaniae historica eine bis jetzt bei keinem andern Volke erreichte 
Muslerarbeit für die Sammlung und wissenschaftliche Behandlung histo- 
rischer Quellenschriftsleller besten , sind durch dieselbe in verschie- 
denen Theilen Deutschlands Bestrebungen wach gerufen worden , auch 
die Quellen der Provinzialgeschichten in entsprechender Weise der all- 
gemeinen Benutzung zuganglich zu machen. Nicht leicht dürfte irgendwo 
das Bedürfniss einer solchen Sammlung dringender und mehr gerecht- 
fertigt erscheinen als in den östlichsten Marken unsere gemeinsamen 
Vaterlandes, der Wiege der preussischen Monarchie, der Provinz 
Preussen. Wenn nämlich einerseits deren ältere Geschichte bis zum 
xvi. Jahrhundert, die in sich abgeschlossene Zeit des deutschen Ritter- 
ordens und seines grossartigen Wirkens für die Ausbreitung und Ver- 
teidigung deutscher Kultur, nicht nur durch ihren engen Zusammenhang 
mit den grossen Ereignissen der Nationalgeschichte ein die Grenzen 
des Provinziellen weit Überschreitendes Interesse in Anspruch nimmt, 
sondern auch für alle ihre Perioden eines Reichthumes gleichzeitiger 
historischer Quellenschriften sich erfreut, wie er wenigstens keiner der 
benachbarten deutschen Landschaften zu Theil geworden ist, so hat es 
andererseits bis in die neueste Zeit gewährt, ehe diese universello Be- 
deutung der preussischen Provinzialgeschichte zur Anerkennung gelangt 
ist, wahrend die in ihren Quellenschrillen niedergelegte ächte historische 
Ueberlieferung bis auf den heutigen Tag nur erst theilweise von den 
sie verdunkelnden Irrlhümern und Erdichtungen befreit an das Licht 
gezogen ist. Wurden schon in der spatern Zeit der Ordensherrschaft die 
alteren ausgefuhrteren und lebensfrischeren Chroniken durch spatere 
zusammenfassende Hebe rsic Ilten bei Seite gedrangt, so schwanden Trieb 
und Lust zu lauterer Erkenntniss der Vorzeit in noch höherm Grade nach 
dem Aufhören derselben. Jetzt fanden nur noch solche Sammelschriften, 
welche die Geschichte des Ordens als ein Ganzes darstellten, weitere 
Verbreitung, und wie sehr auch die achte Ueberlieferung in ihnen 
durch Irrlhum und Ungeschick, durch Vornrlheil und Erdichtung ent- 
stellt, in wie armseliger Weise sie durch das vor Allem belieble Streben 



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X 



Voll WORT. 



nach Kürze zugestulzt war: diese späteren Conipilationen gelangten 
um so mehr zu fast unangefochtener Autorität, da sie grösstenteils 
durch den Druck verbreitet wurden, wahrend jene achten Quellen, 
wegen ihrer Seltenheit oder wegen der Schwierigkeit ihres Verständ- 
nisses auch von Forschern und Geschichlsfreunden wenig beachlet, sich 
allmalig der allgemeinen Kennlniss entzogen und sich ebendeshalb ent- 
weder an entlegene Orte oder ins Ausland verloren oder für immer 
untergegangen sind. So konnte es geschehen , dass die Arbeiten eines 
Simon Grünau, Waissel, Hennenberger, Caspar Schütz, neben denen man 
etwa noch die nicht viel besseren der fremden Chronisten Johann Dlugosz, 
Matthias von Mechow und Martin Cromer, oder gar des Albert Krantz und 
Johann Micraelius gebrauchte. Jahrhunderte lang die Hauptquellen der 
preussischen Geschichte blieben. Wohl hat es im xvn. und xviii. Jahr- 
hunderte nicht an anerkennensvverthen Versuchen gefehlt, diese trübe 
und dürftige Ueberlieferung durch Erschliessung reinerer Quellen zu 
klaren und zu erganzen; Harlknoch gab das Chronicon Prussiae von Dus- 
burg heraus ; in den Acta Borussica wurden gute historische Materialien 
veröffentlicht und von Baczko gewann der preussischen Geschichte einen 
ansehnlichen Zuwachs zugleich an chronikalischem und urkundlichem 
Stoffe; aber alle diese Versuche vermochten weder den beschränkten 
Standpunkt lokaler Interessen zu verlassen noch sich zu einer unbe- 
fangenen Würdigung der achten historischen Quellen zu erheben. Erst in 
unserem Jahrhunderle, unter dem Einflüsse des durch die Freiheitskriege 
neu erwachten Volksgeistes und der hohen Begeisterung, welche die 
Wiederherstellung des Ordens -Haupthauses in Marienburg durch den 
Oberprasidenten von Schön in den Gemüthern für den Ruhm der preus- 
sischen Vorzeit entzündet halte, unternahm es Johannes Voigt mit 
umfassender Gelehrsamkeit und rastlosem Fleisse die allen Ueberlic- 
ferungen zu durchforschen und zu einem grossartigen Gemälde jener 
glanzenden Zeil zusammenzufassen. Die dankbare Mit- und Nachwelt wird 
es stets als sein unvergängliches Verdienst anerkennen, dass er unsere 
Landesgeschichte im grossen Ganzen von jenen falschen Aucloriläten 
frei machte, ihr in der Fülle urkundlichen Stoffes, die er herausgab oder 
in seiner Geschichte Preussens zur Gellung kommen liess , eine neue 
feste Grundlage schuf, auf welche jede spätere Arbeit immer wieder wird 
zurückkehren müssen . und endlich ihre auf diesem Wege erkannte uni- 
versalhislorische Bedeutung zur Anschauung brachte. Auch für die ur- 
sprünglichen Quellenschriftsteller hat Voigt Bedeutendes geleistet, in- 
dem er nichl nur aus dem Studium mancher bis dahin nicht benutzten 
Chronisten die Kenntniss der Vorzeit mil neuem Stoffe bereicherte, 
sondern auch einzelne derselben einer fruchtbaren Prüfung unterzog. 
Nur konnte eine durchgreifende vergleichende Betrachtung des chroni- 
kalischen Materials, eine strenge Sonderung des Spateren und Früheren, 
des Abgeleitelen und Ursprünglichen . kurz alle diejenigen Operationen. 



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VORWORT. XI 

durch welche die historische Kritik unserer Tage hauptsächlich den 
unmittelbaren Ausdruck des Zeilbewusstseins für das Geschehene 
wieder zu gewinnen sucht, damals bei dem durch Mangel fast jeder 
Vorarbeit in hohem Grade unklaren Zustande der Quellen und bei dem 
Fehlen so vieler Mittelglieder, aus denen die Beziehungen derselben 
unter einander zu erkennen waren, kaum versucht, geschweige denn 
zu einem ausreichenden Resultate durchgeführt werden. In den seil dem 
Erscheinen des Voigtschen Werkes verflossenen zwanzig Jahren sind 
jedoch durch die vielfachen von Pertz und seinen neben ihm um die 
vaterländische Geschichte hochverdienten Mitarbeitern zur Durch- 
forschung der Bibliotheken und Archive unternommenen Reisen, die 
Reisen anderer Gelehrten, welche speciell die Geschichte des deutschen 
Ordens und Preussens im Auge hatten , die wichtigen Publicationen in 
den Nachbarlandschaften, namentlich in den russischen Ostseeprovinzen 
und in Polen, und in nicht geringem Grade endlich durch die inzwischen 
unternommene Restauration des Danziger Stadtarchives so viele neue 
Httlfsmittel und Materialien zur Ausfüllung jener Lücke in unserer ein- 
heimischen Geschichtsforschung zu Tage gefördert worden, dass nach 
dieser Seite hin die grosse Arbeit zu erganzen ebenso dringend geboten 
als ausfuhrbar erschien. 

Von dem Wunsche getrieben, dem offenkundigen Bedürfnisse ab- 
zuhelfen, und Uberzeugt, dass der schwierigen Aufgabe zu genügen 
mehreren durch Ubereinstimmende Grundsatze mit einander Verbundenen 
leichter und schneller gelingen werde, haben wir seit drei Jahren mit 
vereinten Kräften daran gearbeitet, die Quellen unsrer Provinzialgeschichte 
zunächst bis zum Untergange der Ordensherrschaft zu sammeln, zu prüfen 
und zu erläutern. Indem wir nun den ersten Theil unsers Werkes der 
Oeffentlichkeit übergeben, fühlen wir uns vor Allem gedrungen den hohen 
Staatsbehörden und den zahlreichen Freunden unserer vaterlandischen 
Geschichte, deren Unterstützung uns die Herstellung dieser Arbeit mög- 
lich machte, unsern tiefgefühlten Dank auszusprechen. Er gilt zunächst 
und vor Allem dem Königl. Ministerium des Kultus und den 
preussischen Provinzialständen, deren huldreiche Vorsorge 
uns mit den äussern Mitteln zur Vorbereitung derselben ausstattete, dem 
Herrn Oberpräsidenten der Provinz Preussen Dr. Eich mann und dem 
Herrn Provinzial-Schulrathe Dr. Schräder, deren geneigte Empfehlung 
uns das Vertrauen Allerhöchster und Höchster Gönner zuwandle, sowie 
dem Herrn Baron R. von Toll in Reval, der auch in den stammver- 
wandten Ostseeprovinzen Russlands zahlreiche Freunde der Wissenschaft 
für unser Unternehmen mit Theilnahme zu erfüllen wusste. Gleich zahl- 
reiche Beweise ermutigenden Vertrauens begegneten uns bei der Auf- 
suchung der Quellen und literarischen Hülfsmittel. Auch hier widmen 
wir unsern Dank vor Allem dem Königl. Ministerium des Kultus, 
das nicht nur unsern Zwecken die einheimischen historischen Schätze 



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XII 



VORWORT. 



zur Verfügung stellte, sondern auch auf diplomatischem Wege die Be- 
nutzung der ausserhalb Preussens zerstreuten Quellen vermittelte, sowie 
dem Herrn Director der Staatsarchive Geh. Ober- A rchivrath 
Dr. von Lancizolle ebensosehr wegen der warmen Theilnahme, die 
er persönlich durch Rath und That unserm Unternehmen zu erkennen 
gab, als wegen der Liberali tat, mit derer uns die in den Landesarchiven 
enthaltenen Materialien zuganglich machte. Ebenso können wir es nicht 
unterlassen, schon än dieser Stelle im Allgemeinen den Vorstanden der 
grossen Bibliotheken in Berlin und Königsberg und an den ent- 
fernteren, denen zu Dresden, Gotha, Heidelberg, Jena, Mün- 
chen, St. Petersburg, Stockholm, Stuttgart, Wien und 
Wolfenbuttel, dem Vorstand des Königl. Niederländischen Reichs- 
archives im Haag und den Vorstanden der Provinzialarchive in 
Königsberg, Stettin und Breslau, den Magistraten von Dan zig. 
Elbing, Königsberg, Thorn und Wehlau sowie dem Joachims- 
tha Ii sehen Gymnasium in Berlin für die freundliche Bereitwillig- 
keit, mit der sie unsere auf die Miltheilung literarischer Quellen gerich- 
teten Wunsche erfüllten , einen Ausdruck unsrer dankbaren Gesinnung 
darzubringen. 

Wir gedenken in fünf Banden, jedem ungefähr vom Umfange des 
vorliegenden, die Originalquellen der Geschichte der gesaramten 
Provinz Preussen bis 1525 herauszugeben; und zwar sollen in den- 
selben nicht nur die einheimischen ausdrücklich unserer Geschichte 
gewidmeten historischen Arbeiten, sondern auch sammtliche in nicht- 
preussischen gleichzeitigen Chroniken enthaltenen, Preussen be- 
treuenden Abschnitte, letztere in den dem einheimischen Hauptwerke 
hinzugefügten Beilagen, Aufnahme finden. Wir halten es für unsere Auf- 
gabe, deu Text uberall durch Berücksichtigung des möglichst voll- 
standig milzutheilenden kritischen Apparates in seiner ursprünglichen 
Form wiederherzustellen und dabei zugleich das Originelle und aus vor- 
handenen Quellen Abgeleitete auch schon ausserlicb nach der Weise des 
im Eingange gedachten Vorbildes durch verschiedenartige Schrift zur 
Anschauung zu bringen , endlich in Anmerkungen und Beilagen den In- 
halt unserer Quellen vornehmlich aus urkundlichem Materiale zu erläu- 
tern. Einer der folgenden Bande wird auch eine Zusammenstellung der- 
jenigen Zeugnisse enthalten, welche Uber die Landschaften der jetzigen 
Provinz Preussen wahrend des Alterthums und der früheren Jahrhun- 
derte des Mittelalters Kunde geben. Dem zweiten Bande wird ein die 
beiden ersten Bande umfassendes ausführliches Namenregister beigege- 
ben werden. 

December 1860. 

DIE HERAUSGEBER. 



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INHALTSVERZEICHNIS. 



I. Petri de Dusburg Chronicon terrae Prussiae cd. M. TÖppen. 

Einleitung 3— 20 

Chronik 24— 2t 9 

Beilage 1.1. De primordiis Ordinis Theutonici narrotio . »SO— 225 

2. Bulle des Papstes Cölestin III. für den Deutschen Orden. . . 225—227 

3. Einige chronologische Daten Uber die Gründung des D. 0. . 227 

Beilage II. De passione s. Adalbert! narraliones III. 

4. Aus der vita s. Ad. von Johannes Canaparius 227—230 

2. Aus der vita s. Ad. des Erzb. Brun 230—235 

3. Passio s. Adalperti martiris 235 — 237 

Beilage III. Aus niederdeutschen Chroniken 237—243 

Beilage IV. Aus thüringischen Chroniken 2(3—246 

Beilage V. Aus böhmischen und schlesischen Chroniken 246—249 

Beilage VI. Aus östreichischen Annalen 249-252 

Beilage VII. Aus einigen andern oberdeutschen Chroniken 252—253 

Beilage VIII. Excurs über die Verschreibungen des Ordens fürStarampreussen 

im 13. Jahrhundert 254—269 

II. Annales Pelplinenses ed. M. Toppen 270 — 271 

III. Canonici Sambiensis epitome gestorum Prussie ed. M. Töppen 272—290 

IV. Di Kronike von Pruzinlant des Nicolaus v. Jeroschin, heraus}?, v. E.Strehlke. 

Einleitung 291—302 

Chronik 303—624 

Beilage I. Aus der livlandischen Reimchronik 625 — 645 

Beilage II. Aus verschiedenen deutschen Dichtwerken 645 — 648 

V. Die altere Chronik und die Schrift tafeln von Oliva, herausgeg. v. Th. Hirsch. 

Einleitung 649-668 

De prima fundatione monasterii Olivae 669 — 726 

Die Schrifltafeln von Oliva 727—781 

Beilage I. Wulfstans Reisebericht 782—785 

Beilage II. Aus skandinavischen Chroniken 785—788 

Beilage III. Berichte der altern polnischen Chroniken Uber Ostpommern 
und Preussen. 

A. Die grössern Geschichtswerke 789—762 

B. Die Annalen 762—774 

Anhang. Die altern deutschen Berichte Uber den Tod der Lucartbis 771 — 778 

C. Aufzeichnungen pommerischer Klöster Uber die Geschichte des 

43. Jahrhunderts 773 



XIV 



INHALTSVERZEICHNIS. 



Beilage IV. Die Besitznahme der Kastellanei Stolpe durch die Danen und 

deren Vertreibung durch Herzog Swantopolk v Ostpommern 773—778 

Beilage V. Zeugen-Aussagen über die Besitznahme Pommerellens durch 
den Deutschen Orden. 

A. Aus einem Zeugenverhöre vom Jahre 4 8«0 778—787 

B. Aus einem Zeugenverhöre vom Jahre 4 839 787 — 795 

Beilage VI. A. Genealogie der urkundlich bekannten Herzoge v. Pommern 796 

B. Die Fürsten von Ostpommern bis 1i95 und ihre urkundlich 
beglaubigten Regierungsbandlungen 797—805 

VI. Terra Pomeranie quomodo subjecta est ordini fratrum Theutonicorum . 806-808 

\n. Monument onun fundalionis monasterii Pelplineosis fragmentum . . . . 808-815 
Nachtrage 84 6-81» 



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SCR1PT0RES 

KERUM PRUSSICARUM. 



r. P. I. 



1 



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I. CHRONICON TERRAE PRUSSIAE 

VON 

PETER VON DUSBURG. 

HERAUSGEGEBEN VON MAX TOEPPEN. 



EINLEITUNG. 

Peter von Dusburg widmete sein Chronicon terrae Prussiae dem Hoch- 
meister Werner von Orseln im Jahre 4326. Sein Name scheint darauf hinzu- 
deuten, dass er zu Duisburg im Herzogthum Cleve geboren war ; er nennt sich 
selbst einen Priesterbruder des deutschen Ordens (ob er derselbe ist mit dem 
Petrus canonicus Pomesaniensis, welcher um 4330 und 1331 vorkommt Cod. 
dipl. Pruss. II. n. 431, 138, oder mit dem Petrus officialis ecclesiae Sambiensis, 
welcher 1338 als Zeuge auftritt Hatric. Fischus. Fol. 48 a und b, muss dahin 
gestellt bleiben) ; der Ort seines Aufenthalts war, als er seine Chronik schrieb, 
wahrscheinlich die Ordensburg Königsberg. Dies ist alles, was wir von seinen 
Lebensumständen wissen. Seine Chronik umfasst die Geschichte des deut- 
schen Ordens, besonders in Preussen, bis zum Jahre 1326. Der Plan dersel- 
ben, Uber den er sich in der Vorrede selbst auslasst, ist folgender. In dem er- 
sten Theile erzählt er, wann, von wem und wie der Orden des deutschen Hau- 
ses gegründet sei, im zweiten, wann und wie die Brüder desselben nach Preus- 
sen kamen, im dritten von den Kämpfen und anderem, was in dem genannten 
Lande sich ereignete ; endlich in Randbemerkungen erwähnt er die Pöbste und 
Kaiser von der Gründung des Ordens an und einige hervorragende gleichzeitige 
Ereignisse. 

In der Thomer Handschrift und in der von Hartknoch besorgten Ausgabe 
ist mit Dilsburg' s Chronik noch eine Fortsetzung verbunden, welche bis zum 
Jahre 1 435 reicht. Auch von dieser Fortsetzung ist ein Theil höchst wahrschein- 
lich noch Dusburg' s Werk. Sie knüpft an das Hauptwerk mit den Worten eodem 
anno unmittelbar an und behandelt in den ersten 20 Kapiteln die Geschichte 
der Jahre 1326 — 1330 ebenso ausführlich und ganz in demselben Ton, in wel- 
chem das letztere geschrieben ist. So viel wenigstens steht fest, dass diese 
20 Kapitel von einem Zeitgenossen der geschilderten Ereignisse geschrieben 
sind, denn Nicolaus von Jeroschin, welcher nur wenige Jahre spater Dusburg' s 



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1 



l. CHRONICUS TERRAE PRl'SSIAK 



Chronik übersetzte, hat wie der neuerlich bekannt gewordene Stuttgarter Codex 
zeigt , auch diese 20 Kapitel mitübersetzt. Vom 24 . Kapitel an enthalt die 
Forlsetzung nur ganz vereinzelte kurze Notizen, zunächst für die Jahre 1332, 
4343, 1361 etc., die sogleich die fremde Hand vcrrathen. Der Verfasser der er- 
slen 20 Kapitel würde die berühmte Schlacht bei Plowce 1334 nicht übergan- 
gen, und überhaupt die fernere Geschichte nicht so Uber das Knie gebrochen 
haben. Ueberdies begegnet Kap. 21 zuerst der bei Dusburg nie vorkommende 
Ausdruck Cruciferi (statt fratres ordinis sancte Marie) . Endlich giebt Jeroschin 
für das Jahr 1331 bereits eine eigene, von Kap. 21 abweichende Fortsetzung, 
und dieses Kap. 21 selbst ist ein fast wörtlicher aber kürzender Auszug aus der 
Ueberlieferung, wie sie in dem viel späteren Thorner Annalisten vorliegt. Also 
— von Kap. 21 an ist die Fortsetzung jedenfalls erst viel später abgefasst, und 
nicht mehr als die ersten 20 Kapitel können als Dusburg's Werk angesehen 
werden. 

Den vierten Theil seiner Chronik, die Randbemerkungen, oder, wie er sagt, 
Incidenzeh, hat Dusburg fast ganz aus älteren Chroniken entlehnt. Er bil- 
det eben deswegen ein merkwürdiges Verbindungsglied zwischen der älteren 
ausserpreussischcn und unserer provincicllen Geschichtschreibung. Die beiden 
Hauptquelicn dieses Thctles sind die Schriften der beiden Dominicaner Pto- 
lemaeus von Lucca und Martin von Troppau. 

Ptolemaeus, eigentlich Bartholomaeus, de Fiadonibus ein Schüler des 
Thomas von Aquino, eine Zeit laug Prior eines Dominicanerkloslers in Lucca, 
später Bischof von Torcello und Bibliothekar bei Pabst Johann XXII., starb um 
das Jahr 1327 *. Von seinen beiden Hauptwerken berücksichtigen wir die An- 
nales, welche die Profangeschichte für die Zeit von 1060 — 1303 enthalten, nur 
in so fern, als sie in ihren letzten Theilen mit seiner Hisloria ecclesiaslica viel- 
fach wörtlich übereinstimmen. Die Hisloria ecclesiaslica erreicht in verschiede- 
nen Handschriften verschiedene Endpunkte. In dem Ambrosianischen Codex ist 
sie bis zum Jahre 4336 fortgeführt, aber sieber thcilweisc von fremder Hand; 
im Patavinischen Codex, dessen Text sich beim Jahre 1295 von dem des Am- 
brosianischen scheidet, bricht sie mit dem Jahre 1313 ab. Mag nun dieser letzte 
Abschnitt des Patavinischen Codex von Ptolemaeus verfasst sein (was man eben 
wegen der Uebereinstimmung desselben mit den Annales annehmen muss), 
oder nicht; jedenfalls las und benutzte Dusburg die Hisloria ecclesiaslica in der 
Form, in welcher sie in dem Patavinischen Codex vorliegt. Dies zeigt schon in 
den früheren Abschnitten eine sehr abweichende Variante des letzteren, die 
Dusburg aufgenommen hat (Primogenitus regis Alamanniae, Ptolem. p. 1174, 
Dusb. IV. c. 59), in den späteren Abschnitten, nach 1295, der Inhalt seiner 
Excerpte überhaupt. 

Martin von Troppau, ebenfalls Dominicaner, dann päbstlicher Kaplan 
und Pönitenliar, wurde 4 278 zum Erzbischof von Gnesen ernannt, starb aber auf 
der Beise dorthin, ehe er das neue Amt angetreten halle. Das Compendium der 
Pabst- und Kaiser-Geschichte, welches von seinen Schriften hier allein in Be- 
tracht kommt, ist in zwei wesentlich von einander verschiedenen Bearbeitun- 
gen verbreitet. Die ältere reicht nur bis zum Jahre 4 268, die jüngere bis zum 

4) Vgl. Muralen Rerum llal. Script. T. XI. vor der Ausgabe der Werke des Ptolemaeus, 
und Boehmer Regesten p I X XVII. 



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« 



VON PK TER VON D US BURG. 5 

Jahre 1277 An die jüngere schliessen sich allerlei Fortsetzungen von verschie- 
denen Verfassern*. In der Ausgabe des Martinus Polonus (denn so nennt man 
diesen Schriftsteller gewöhnlich) , welche opera Suffridi Petri Leovardiensis, zu 
Antwerpen 1574 erschienen ist*, liegt der Text des Compendiums in der zwei- 
ten Bearbeitung mit einer Fortsetzung vor, welche die Kaisergeschichte bis zum 
Jahre 4315, die Pabstgeschichte bis zum Jahre 1320 ((334) fuhrt; diese Bear- 
beitung des weit verbreiteten Chronographen mit dieser Fortsetzung benützte 
Dusburg. 

Die beiden genannten Schriften • — die Historia ecclesiastica des Ptolemaeus 
und das Compendium des Martin — haben schon deshalb, weil sie beide von 
Dominicanern geschrieben sind, eine gewisse Verwandtschaft. Ihre Ver- 
wandtschaft ist aber um so augenfälliger, da sie nicht bloss theil weise dieselben 
Materialien benutzten (z. B. manches aus dem Speculum historiale des Vincen- 
tius vonBeauvais) , sondern auch unmittelbar aus einander entlehnt haben. Das 
Compendium des Martin ist eine Hauptquelle des Ptolemaeus, und die Historia 
ecclesiastica des Ptolemaeus scheint dem Fortsetzer des Martin zur Hand gewe- 
sen zu sein. Trotz vielfacher Uebereinstiramung in Inhalt und Ausdruck haben 
jedoch beide Werke so viel EigenthUmI ich es , dass man in den meisten Fäl- 
len ziemlich sicher oder doch mit Wahrscheinlichkeit bestimmen kann, welchem 
von beiden Dusburg seine Angaben verdankt. Hie und da verbindet er sie mit 
einander. Scheidet man aber aus dem vierten Theil des Dusburg alles aus, was 
er diesen beiden Chronisten nachgeschrieben hat (wir unterscheiden es durch 
kleineren Druck) , so bleiben in demselben nur wenige Originalnotizen ; ausser 
denjenigen, welche die allernächste Vergangenheit (etwa seit i300) betreffen, 
fast nur die Namen der Hochmeister und einige Prussica. 

Von den übrigen Theilen seiner Chronik sagt Dusburg in der Vorrede : sie 
enthalten pauca, que vidi, alia, que audivi ab his, qui viderunl et interfuerunt, 
cetera, quo relacione veridica inteliexi, d. h. eigne Erlebnisse, Mitlheilungen 
von Augenzeugen und glaubwürdige Ueberlieferungen. Allem Anscheine nach 
herrscht in diesen Theilen die mündliche Mittheilung und (Je herliefe - 
rung vor, aber es ist gewiss, dass Dusburg auch hier einige schriftliche 
Quellen beuutzt hat, und es ist wahrscheinlich, dass er in weiterem Umfange 
von schriftlichen Quellen abhängig gewesen ist, als man bis dahin geglaubt hat. 

Die Geschichte der Gründung des Ordens zu Accon (I. c. i) erzählt er 
theils nach dem in der Beilage 4 mitgetheilten Berichte De primordiis or- 
dinis Theutoni«i, theils nach der Einleitung der Ordensstatuten (vgl. zu 1. 
c. 1). Die daran geknüpfte Betrachtung Uber die altlestamentlichen Vorbilder 
der christlichen Ritterorden fl. c. 1 : Legimus eciam in vetcribus historiis bis 
zum Schluss) stimmt wörtlich mit der lateinischen Redaction der Ordenssta- 
tuten 4 . Auch Uber den ersten Meister Walpot (I. c. 2) hat er nähere Kunde 

- 

<) Vgl. Wattenbach Deutschlands Geschiebtsquellen S. 436 ff. 

2) Wattenbach S. 428 führt mehrere an. Nicht uninteressant nnd noch ungcdruckl ist 
diejenige, welche der r'oliant des geheimen Archivs zu Königsberg A. 88 (vordem Kpitomator 
des Jemschin und des Wipnnd) darbietet. 

3) Vielleicht auch in der Herold scheu Ausgabe, Basel «539 fol., von der ich kein voll- 
ständiges Exemplar erlangt habe. 

4) Ein Exemplar der lateinischen Ordensstatuten findet sich in der Königl. Bibl. zu Kö- 
nigsberg, Manuscr. No. 1564. Der erwähnte Abschnitt Legimus eciam stammt jedenfalls aus 
dem 13. Jahrhundert. Er steht unter andern in dem Pergainentcodex der Vaticaan, aus wel- 
chem der Bericht De primordiis entnommen, und welcher noch im «3. Jahrhundert ge- 

■ 



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6 



1. CHRONICON TERRAE PRUSS1AE 



offenbar nur durch jenen Bericht de Primordiis. Die Namen und Todestage der 
ersten Meister (I. c. 2 — 5), so wie einzelne andere Tagesdaten konnte er aus 
den für den täglichen Gebrauch bestimmten Kaiendarien entnehmen. 

Die Geschichte des deutschen Ordens in Preussen umfasst, so weit sie Dus- 
burg erzählt, einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren, und es ist an sich nicht 
wahrscheinlich, dass dieselbe vor Dusburg nicht in irgend welcher Art verzeich- 
net sein, und dass Dusburg sein reiches Material bis in die frühsten Zeiten zu- 
rück'ausschliesslich, oder fast ausschliesslich, mündlicher Ueberlieferung ver- 
dankt haben sollte. Um so grössere Aufmerksamkeit verdient die in der Vorrede 
zum Ghronicon Olivense entwickelte und zu einem hohen Grade der Wahrschein- 
lichkeit gebrachte Vermuthung, dass schon um die Zeiten des Herzogs Mistwin 
von Pommerellen [1266 — 1295) eine Geschichte der Kämpfe des deut- 
schen Ordens in Preussen von 1226 — 1256 von einem nicht näher be- 
kannten Verfasser, der dem Orden jedoch fremd war, geschrieben, und dass 
diese Geschichte sowohl von dem Verfasser des Chronicon Olivense, als auch 
von Dusburg benutzt sei, in der Art, dass sich der erstere näher an dieselbe 
hält, der letztere sie aus anderen Quellen ergänzte und an einigen Stellen nach 
seinem Standpunkte berichtigte. Jedenfalls zeigt das Chronicon Olivense, wie 
auch die Annales Polplinenses und der Canonicus Sambiensis sichere Spuren 
originaler Ueberlieferung neben Dusburg. 

Dass Dusburg die livländische Reimchronik kannte, wird man 
wahrscheinlich finden. Zur Benutzung derselben war wenig Veranlassung; doch 
scheint Dusburg auf die Gewähr derselben zu berichten, dass die Samländer im 
Stande gewesen wären 40,000 Mann zu Fuss ins Feld zu stellen (III. c. 3) , und 
dass Hermann Balk nach seinem Abgange aus Preussen Livland noch etwa 6 Jahre 
verwaltet habe (II. c. 10). — Die seltsamen Bemerkungen Uber die Kriege der 
Preussen gegen Julius Caesar, gegen die 9 Bruder aus Schweden und gegen 
Hugo Potyre wird Dusburg aus einer älteren Chronik genommen haben (II. c. 7). 
Die Flucht Swantopolk's vor den Ordensrittern nach der Niederlage bei Culm 
vergleicht er mit der Flucht der Saracenen vor dem Angesichte Karl's (III. c. 44) 
— vielleicht nach Pseudoturpin. Citate aus der biblischen Geschichte sind häufig, 
ebenso aus verschiedenen Kirchenschriftstellern, eins aus Comestor (IV. c. 115). 

Urkundliche Begründung seiner Angaben lag Dusburg fern, dennoch 
ist es nicht zweifelhaft, dass er an einigen Stellen Urkunden benutzt hat. Er 
kannte den Streit über das Recht des Ordens an das Culmerland, welcher eben 
zu seiner Zeit zwischen den Ordensrittern und den Polen mit grosser Erbitte- 
rung gefuhrt wurde, sehr wohl, und stellte demnach die Berufung des Ordens 
nach Preussen und seine Abkunft mit Polen Uber das Culmerland ganz in dem 
Sinne der ersteren dar. Den Inhalt der Schenkung Konrad 1 s von Masovien von 
1 230 giebt er in allen Hauptpunkten und sogar mit den Zeugen an (U. o. 5) . 
Ebenso gewiss kannte er die Bulle, in welcher Pabst Gregor IX. die Gläubigen 
zum Kampfe gegen die heidnischen Preussen aufforderte vom 18. Januar 1230 
(II. c. 6]. Man vermuthet ferner, dass er die Bedingungen des im Jahre 1243 
zwischen Swantopolk und dem Orden geschlossenen Friedens unmittelbar aus 
einer jetzt verlorenen Urkunde geschöpft habe (in. c. 39) . So dürfte er auch 

schrieben ist. (Dudik , de« deutschen Ritterordens Münzsammlung in Wien. S. 40. Die 
deutsche Uebersetzung findet sich ebenfalls schon in einer Handschr. der deutschen Ordens- 
statuten aus dem 43. Jahrhundert (Ausgabe von Schoenhuth. 18*7). 



VON FETER VON DUISBURG. 



7 



die Urkunden des päbstlicben Legaten Philipp vom 18. Mai 1282, durch welche 
ein Streit zwischen Mistwin und dem Orden geschlichtet wurde (III. c. 213), so 
wie die Erlasse der päbstlichen Nuncien von 1324 (III. c. 356) gekannt haben. 
Die Ereignisse des Jahres 1323 (III. c. 343 — 346) werden mit überraschender 
Uebereinstimmung auch in einem Briefe des Bischofs Eberhard von Erineland 
vom 16. October dieses Jahres vorgetragen. 

Umfang und Sicherheit der Kenntnisse Dusburgs über die Ver- 
gangenheit nehmen in dem Maasse zu, als er sich in seiner Darstellung den Er- 
eignissen seiner eignen Zeit nähert. Unter den früheren Abschnitten ist nament- 
lich der über die Kriege gegen Swantopolk (III. c. 31 — 67) sehr verworren und 
unzuverlässig. Noch in der Geschichte des grossen Aufstandes von 1260 — 1274 
(DI. c. 89 — 174) bittet er gelegentlich (c. 137) den Leser, es ihm nicht zu ver- 
argen, wenn die Ereignisse während dieses zweiten Aufstandes nicht Uberall 
genau nach ihrer Folge erzählt seien: denn schon seien sie zum Theil aus dem 
Gedächtniss der Menschen entschwunden, und niemand könne sich bei ihnen 
noch genau zurecht finden ; das Ereigniss sei meistenteils noch bekannt, der 
Zeitpunkt desselben aber vergessen. Aber bis in die Geschichte des 14. Jahr- 
hunderts hinein begeht er, namentlich in chronologischer Beziehung, doch noch 
manchen Fehler. Selbst die Reihe der Hochmeister des Ordens und der Land- 
meister von Preussen ist bis in diese Zeiten hin lücken- und fehlerhaft. 

Der Krieg, welchen der Orden in Preussen führte, ist nach Dusburg's Auf- 
fassung ein heiliger Krieg, zu Gottes Ehre und zum Ruhme der Kirche ge- 
führt. Indem er diesen Krieg nach dem Vorbilde der heiligen Schriften aller 
Zeit zu schildern unternimmt, ist er weit entfernt eine allgemeine Landesge- 
schichte zu entwerfen. Es ist wirklich nur Kriegsgeschichte, welche er schreibt, 
hie und da durch Beispiele besonderer Devotion und Selbstpeinigung der from- 
men Streiter und unmittelbarer Einwirkung Christi oder der heiligen Jungfrau 
unterbrochen. Von der Verwaltung des eroberten Landes, von seiner Coloni- 
sation, von den Städten und ihrem Uberseeischen Verkehr, von den Streitig- 
keiten der Ritter mit der Geistlichkeit, von ihren Verbindungen und Fehden 
mit den polnischen Fürsten, genug von ihrer innern und äusseren Politik spricht 
er nicht. Er giebt höchstens spärliche Andeutungen über diese Dinge, sofern 
sie auf den Heidenkampf unmittelbaren Einfluss haben. So erwähnt er der deut- 
schen Ansiedler in Preussen nur um die Noth zu schildern, die sie für den Na- 
men Christi erduldeten (III. c. 30), der Behandlung, welche den besiegten Preus- 
sen widerfuhr, nur, weil sie von ihrer Fügsamkeit oder Hartnäckigkeit gegen 
den christlichen Glauben abhing (III. c. 220) , des Krieges gegen die Stadt Riga 
nur, weil diese den heidnischen König Witcn zu Hülfe rief und mit ihm zugleich 
besiegt wurde (III. c. 269) ; von dem Angriff auf Polen zu sprechen, entschliessl 
sich Dusburg nur, nachdem er die Verpflichtung des Ordens zu demselben aus 
der Bibel nachgewiesen hat (Suppl. c. 12) ; während z. B. von der Erwerbung 
der Michelau, oder von der Eroberung Pommcrellens, oder von den Streitigkei- 
ten mit den Erzbischöfen von Riga nicht mit einem Worte die Rede ist. 

Wie in der Fassung seines Thema' s zeigt sich Dusburg auch in der Behand- 
lung desselben als ein eifriger Priester seiner Kirche. Aus der Chronik ist unter 
seinen Händen eine Art von Erbauungsbuch geworden. Es ist ihm Be- 
dUrfniss die Erzählung durch Reflexionen über die göttliche Weisheit und Gnade 
zu unterbrechen (Hl. c. 85, 145, 172, 236, 242, 256 etc.). Die ersten Abschnitte 



s 



I. CHR0N1C0N TERRAE PRISSIAE 



des dritten Theiles erscheinen fast als eine salbungsreiche Paraphrase jener Ur- 
quelle, welche im Chronioon von Oliva rein und schlicht erhalten ist. Bisweilen 
erhebt er sich mitten in der Erzählung tum Gebet (III. c. 66, 84) , oft zur from- 
men Yermabnung. Ueber die Waffen des Fleisches und des Geistes stellt er 
eine Betrachtung an, die den Umfang einer Abhandlung erreicht (II. c. 7 — 9). 

Der Standpunkt, welchen er in der Beurtbeilung der Begebenhei- 
ten einnimmt, ist der streng hierarchische. Er ist voll von dem Lobe und Preise 
der Ordensritter, da sie für die Ausbreitung der Kirche kämpfen und damit den 
Willen Gottes vollbringen. Ihre Feinde sind die Feinde Gottes. Für Freiheits- 
liebe, Tapferkeit und Edelsinn heidnischer Preussen hat er kein Wort der An- 
erkennung. Er erkennt das Becht der Preussen zum Kampfe für die Freiheit nicht 
an ; es versteht sich in seinem Sinne von selbst, dass diese Werkzeuge, ja Kin- 
der des Teufels, filii Belial (III. c. 95), entweder ausgerottet oder zum Christen- 
thum gezwungen werden mUsstcn. Im vollsten Maasse aber entladet sich der 
Hass und Groll des Schriftstellers gegen ihren christlichen Verbündelen, den 
Herzog Swanlopolk von Pommerellen ; auch ihn nennt er einen Sohn der Bosheit , 
einen Sohn des Verderbens (III. c. 32 vgl. c. 66), einen Sohn des Teufels (TU. 
c. 35), der sich von der Kirche losgesagt habe (III. c. 34), der nur die Tugen- 
den des Teufels, List, Schlauheit, Lug und Trug in sich trage (III. c. 32, 37, 
40, 5(5) . Er ging wie ein brüllender Löwe mit erhobenem Nacken umher, spa- 
nend, wie er die Brüder und den mit vieler Vergiessung christlichen Blutes ge- 
pflanzten neuen Glauben in Preussen vernichten könnte ; die Brüder des Ordens 
dagegen — trugen seine Verfolgungen mit Sanflmuth und Geduld, um nicht in- 
dem sie sich vertheidigten, ihre Heinde gegen den Gesalbten des Herrn zu wen- 
den ! (III. c. 56 und 32} . 

Aber nicht bloss seine hierarchischen Anschauungen verleiteten ihn zu 
einseiligem und ungerechtem Urtheil; auch noch in anderem Sinne 
zeigt er sich als Anhänger des Ordens parteiisch. Der Streit des Ordens mit 
Polen über das Culmerland erfüllte zu seiner Zeit alle Gemüther; aus seiner 
Chronik ist mit grösster Vorsicht alles entfernt, was irgend auf ein Becht der 
Polen an das Culmerland hindeuten könnte, und um desto nachdrücklicher re- 
den zu können, selbst eine bedenkliche Wendung (circa annum 1226 n. c. 5} 
nicht gescheut. Aus ganz ähnlichem Grunde leugnet Dusburg indirect den Zu- 
sammenhang des deutschen Ordens mit dem alten deutschen Hospital in Jeru- 
salem, über welches der Meister der Johanniter die Aufsicht geführt hatte, in- 
dem er wiederholcntlich versicherte, Pabst Cölestin habe den deutschen Orden 
gegründet (inslituit), nicht etwa erneuert (vgl. zul. c. 1). Von vorsichtiger Zu- 
rückhaltung wenigstens zeugen die Andeutungen über die Verhandlungen, wel- 
che die Culmer in der höchsten Noth des Ordens mit Swantopolk anknüpften 
(III. c. 43) und die Art, wie ohne Nennung des Namens von einem Fürsten ge- 
sprochen wird, dessen Tod den Ordensrittern eine höchst erfreuliche Botschaft 
war (Dusb. III. c. 242) . 

Als Dusburg seine Chronik vollendet hatte, legte er sie dem Hochmei- 
ster Werner von Orseln vor, und bat ihn, da niemand sich selbst genug 
sei , dieselbe prüfen zu lassen , damit das , was der Verbesserung bedürftig 
schiene, berichtigt, und die Schrift dann veröffentlicht würde. Diese Zuschrift 
selbst zeigt, in welchem Sinne Dusburg sein Werk verfasst hatte, und man 



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VON PETER VON DUSBURG. 9 

• 

kann nach dem Obigen wohl annehmen, dass eine Aenderung «einer Darstellung 
nicht nölhig gewesen sein wird. 

Dusburg' s Ausführlichkeit im Vortrage seiner Kriegsgeschichten, die Pein- 
lichkeit, mit welcher er selbst sehr unbedeutende für die allgemeine Geschichte 
völlig gleichgültige, Raub- und Beutezüge einzelner Ordensritter erzählt, mag 
im Kreise der Zeitgenossen schon um des persönlichen Interesses willen immer- 
hin willkommen geheissen sein, besonders nachdem Nicolaus von Jeroschin 
seine Chronik in deutsche Reime gebracht hatte; für spätere Generationen 
und namentlich für eine Zeit, welche den Bestrebungen der damaligen so 
fremd geworden ist, wie die heutige, ist sie doch theilweise sehr ermüdend ; 
peinigend ist die einseitige Auflassung des Erzählers ; geradezu abstossend aber 
ist der dumpfe Aber glaube, welcher Dusburg' s Glauben an die unmittelbare 
wunderbare Einwirkung der göttlichen Macht umlagert, und die Lieblosig- 
keit, zu welcher sein starrer hierarchischer Dogmatismus ihn hie und da 
fortreisst. 

Trotz dieser Schwächen ist Dusburg' s Chronik doch das bedeutendste 
Denkmal der älteren preussischen Geschichte und das Fundament 
der späteren preussischen Geschichtsforschung. Das Material, welches er zu- 
sammengebracht hat, und in allem Wesentlichen auch die Form, welche er ihm 
gegeben hat, kehren fast in allen ausführlicheren Werken über die preussische 
Geschichte zurück, und selbst die gründlichste Urkundenforschung der neueren 
Zeit hat der Chronik doch nur wenig von ihrem Gewichte und ihrer Bedeutung 
entziehen können 1 . 

Dusburg's Chronik wurde nicht bloss durch Handschriften des Originals, 
die nie sehr zahlreich gewesen zu sein scheinen, sondern vorzüglich auch durch 
die deutsche Uebersetzung des Ordenscaplans Nicolaus von Jero- 
schin verbreitet. Da diese Uebersetzung nicht ohne eigenthümlichen histori- 
schen Werth ist, als historische Quelle aber nicht wohl ohne steten Vergleich 
Dusburg's benutzt werden kann, so schien es räthlich, sie als historische 
Quelle hier schon zu beleuchten. Jeroschin begann seine Arbeit schon in der 
Zeit des Hochmeisters Luther von Braunschweig (1331 — 1335), und zwar auf 
dessen Veranlassung. Da sie durch einen von ihm selbst nur dunkel angedeu- 
teten Unfall zu Grunde ging, nahm er sie nach dem Wunsche des Hochmei- 
sters Dietrich von Altenburg (1335—1341) wieder auf, unter dem er sie auch 
volJendete. Er stand also den in der Chronik geschilderten Ereignissen fast 
ebenso nahe, als Dusburg, und es konnte ihm nicht schwer werden, wonn er 
es für nöthig fand, aus unmittelbarer Anschauung der Dinge, aus mündlicher 
Ueberlieferung und sogar aus schriftlichen Quellen, Dusburg hie und da zu er- 
gänzen, oder zu berichtigen. Allein das Geschäft eines Kritikers lag ihm fern; 
er fühlt und zeigt sich vorzugsweise als Dichter, und sein Verdienst um die hi- 
storische Ueberlieferung beschränkt sich auf die poetische Ausführung 
einzelner Partieen und einzelne gelegentliche Zuthaten. Jeroschin 
hat mehr Sinn und Auffassung für die Mannigfaltigkeit der Dinge, mehr Elasti- 
ciläl und Leichtigkeit des Geistes, und ist in seinen Schilderungen anschaulicher, 
deutlicher und lebendiger, als Dusburg. Es ist schwer die Grenze anzugeben, 

1) Ueber Dasburg'» Leben und Schriften vergleiche Voigt, Geschichte Preussens, Bd. 3, 
Beilage i, und Toppen, Geschichte der preusi. Historiographie, S. 1-45. 



10 I. CHRONICON TERRAE PRISSiAE 

wo die poetische Licenz und die objective Kenntniss einander berühren; man 
darf bei der Benutzung Jeroschin's nie vergessen, die erstere mit in Anschlag zu 
bringen, allein da er im Wesentlichen fortbestehende Verhältnisse für Mitlebende 
schilderte, so sind die kleinen Züge, durch die er Dusburg' s Entwürfe fast un- 
willkürlich hie und da bereichert, doch auch für den Geschichtschreiber einiger 
Beachtung werth. Ganz besondere Aufmerksamkeit aber verdienen diejenigen 
Stellen, wo Jeroschin wirklich neue Thatsachcn vortragt, oder Personen in die 
Handlung einführt , welche Dusburg nicht nennt , und diejenigen , in welchen 
er von ihm geradezu abweicht. Was die Abweichungen betrifft, so überzeugt 
man sich leicht, dass sie sich tbeils auf Schreibe- oder Lese-Fehler, oder auf 
oberflächliche aus dem Zusammenhange selbst entnommene und doch nicht im- 
mer begründete Verbesserungsversuche reduciren lassen ; die positiven histori- 
schen Zusätze finden sich vorzugsweise in den letzten Abschnitten und scheinen 
fast durchweg nur der mündlichen Ueberlieferung entnommen zu sein. An 
schriftlichen Denkmälern erwähnt Jeroschin das Gedicht des Hochmei- 
sters Luther von Braunschweig über die heilige Barbara (TU. c. 36), aus 
der er einiges, und eine Schrift vom Gerstenberger Uber die wunderbare 
Lebensrettung des Ordensbruders Otter auf einem Kriegszuge gegen Lithauen 
im Jahre 1324 (III. c. 351) , aus welcher er nichts entlehnt zu haben scheint. 
Eine Erörterung über das Wesen der Cometen mit einem Citat aus Isidor, welche 
er IV. c. 48 einschiebt, (vgl. Chron. Sampetr. bei Mcncken Script, rerum Saxon. 
T. III. p. 270. Chron. S. Aegidii bei Leibnitz Script, rerum Brunsvic. T. III. p. 
592 etc.) ist aus der Pabst- und Kaiserchronik eines Thüringer Do- 
minicaners (—1264. Handschr. der Königl. Bibl. zu Königsb. Fol. 1226) 
entnommen. 

Wenn man von blossen poetischen Erweiterungen in der Beimchronik ab- 
sieht, so lassen sich die Abweichungen, Auslassungen und Zuthaten derselben 
leicht übersehen. Im Allgemeinen übersetzt Jeroschin Uberaus anschliessend 
und treu ; man wird nicht selten überrascht durch die Kürze und Gewandtheit 
seines Ausdrucks. Hie und da stellt er die Abschnitte um z. B. III. c. 126 und 
127, c. 213 und 2U, c. 263 und 264. Vgl. c. 133 und IV. c. 55. Suppl. c. 1 
und 2. Die Tagesdalen, welche Dusburg oft nach dem römischen Kalender giebt, 
bezeichnet er lieber nach den Heiligen oder auf sonst sich darbietende beque- 
mere Weise I. c. 2, 3, 4, 5. III. c. 287, 352. IV. c. 56, 104, 117. Wirkliche 
Abweichungen in Zahlen, Namen und Thatsachen habe ich nur folgende 
bemerkt: 1050 statt 1500 leicht erklärliches Versehen ffl. c. 53. Jahrzahl 
1277 statt 1274 (verfehlte Conjeclur) c. 134. Poniesani statt Pogesani (des- 
gleichen) c. 142. Culmsee statt Culm c. 163. Stellvertreter (?) statt Landmei- 
ster c. 176. Baginte statt Bamige c. 183. Betin statt Abendam c. 215. Jahrzahl 
1309 statt 1308 c. 296. Elisabethentag (19. November) statt XI Kaiend. De- 
cemb. (21. November) c. 357. Otto von Lutherberg statt Lutherusc. 360. Jahr- 
zahl 1307 statt 1306 IV. c. 12 [der Text ist bei Dusburg ganz unsicher IV. c. 14] 
Villi Idus statt VIII Idus IV. c. 47. Veitstag (15. Juni) statt 14. Juni c. 111. 
Jahrzahl 1326 statt 1316 c. 118. Zahl 84 statt 94 Suppl. e. 6. 250 Brüder statt 
200 Brüder c. 9. Viant statt Manda c. 14. 9 Tage und 9 Nächte statt 10 Tage 
c. 17. 

Ausgelassen hat Jeroschin die Vorrede zum ersten Theil, ferner folgende 
Namen, Zahlen und Thatsachen: in qua Pomesani etc. III. c. 3. Engelbert c. 98. 



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VON PETER VON DILSBURG. 1 1 

Theodoricus (de Regenstein} c. 433. Heliodor c. 165. Kertene und Montemino- 
rum c. 174. Firmanius c. 243. Bemerkung Uber die Marschordnung c. 256. 
Wonsdorf c. 262. Unfall Heinrichs von Wolfsdorf c. 290. Eine chronologische 
Bemerkung c. 298. Albertus de Ora c. 300. Ein Tagesdatum c. 303. Zwei 
Zahlen c. 304. Hiob c. 315. Die Namen von zwei päbstlichen Legaten c. 356. 
Abel IV. c. 35. Benevenlura's Tod c. 57. Petrus de Taren tasia c. 58. Die Er- 
scheinung des Ungeheuers bei Civita Yecchia c. 68. Mehrere Incidenzen c. 71, 
72. Fall von Tripolis c. 74. Ueberschwerarnung in Paris c. 97. Sancti Justi 
c. 99. Erwerbung von Dünamünde c. 100. Gorgianis c. 108. Pascalis II. und 
Henricus Y. c. 109. Kampf in Italien 1325. c. 124. Mehrere Namen c. 9. Eine 
Erscheinung in Gerdauen c. 1 1 . 

Unter Jeroschins Zusätzen mögen zuerst die bedeutenderen erwähnt wer- 
den, die sich meistens da finden, wo der Gegenstand dem Dichter ein besonde- 
res Interesse einflösste und seine Darstellung einen höheren Schwung nimmt. 
Kreuzfahrt Otto's von Braunschweig III. c. 23 — 26. Die heilige Barbara c. 36. 
Der dritte Aufstand in Preussen c. 262. Die Schlacht bei Woplauken c. 310. 
Zug gegen Kriwitzen c. 322. Tod des Marschalls Heinrich von Plock c. 338. 
Einfall der Lithauer in Brandenburg c. 361 . Excurs Uber die Cometen IV. c. 48. 
Geschichte Burchards von Schwanden c. 70. Ueber Bonifacius und Cölestin 
c. 83. Kaiser Ludwigs Römerzug Suppl. c. 2. Grund der Zerstörung Christ- 
memels c. 3. Fürbitte König Johanns für die Heiden c. 9. Näheres Uber die 
Eroberung von Wissegrod und Bondorfs Tod c. 1 1 . Eine Sonnenfinsterniss c. 1 6. 
Kleinere Zusätze sind folgende: Jahr 1298 als Grundungsjahr des deutschen Or- 
dens Praef. Christian vom Pabst als Bischof gesandt U. c. 1 . Nessau von Nass 
und Ouwe n. c. II. Dritte und vierte Grenze Preussens HI. c. 2. Fluss Bda 
c. 45. Schweiz % Meile von Culm c. 46. (Heinrich Stange zieht nach Samland) 
Uber See c. 68. Burchard c. 75. Königsberg von Elbing und Culmerland ge- 
speist c. 102. Schaaken auch schon unterworfen c. 107. Tapiau am Pregel 
c. 112. Brandenburg am Frisching c. 127. Divan nach seinem Vater Klekine 
genannt c. 143. Wirtcl ein Preusse, ein ozzek c. 169. Charakter Berthold's 
von Nordhausen c. 192. Vlozizlaw (Loket) c. 248. Ludwig Ochs beim Fischen 
erschlagen , Schalauerhaus morgens angegriffen c. 253. Jesu Christ e , täglich 
zur Prime gesungen c. 263. Conrads von Feuchtwangen Tod und Grab c. 264. 
Kymcl, gelegen bei der Mymel c. 265. Helwich tritt sein Amt 4300 an c. 274. 
Witen verheert 9 Tage lang c. 306. 350 Menschen erschlagen c. 348. Bern- 
hard Herzog von Schweidnitz, Geroldisecke aus Schwaben c. 340. Eisdecke der 
Ostsee c. 343. Pilger auch aus Böhmen c. 348. Mucke oder Prewiltc c. 352. 
Wilhelm Bischof von Mulina IV. c. 37. Nachts brennende Lichter c. 73. König 
Karl, Andreas Tochterkind c. 90. Zwei Tagesdaten Suppl. c. 42, 44. Bestrafung 
Endorf s c. 20. 

Wie Jeroschin den lateinischen Dusburg in das Deutsche, so Ubertrug 
ein anderer Ordensgeistlicher wieder den deutschen Jeroschin 
in das Lateinische zurück. Das im Geheimen Archiv zu Königsberg be- 
findliche Manuscript dieser Zurttckübersetzung führt den Titel : Cronica vetus. 
Extracta e cronica Cruciferorum ordinis teutonicorura. Per Nicolaum Jeroschin 
eonfecta est hujusmodi Cronica tempore Theoderici Magistri, que inchoata fuit 
tempore Magistri Luderi. Am Ende findet sich die Bemerkung: Hic est finis 
Cronice de lalino in teutonicum transsumpte et communiter est accurtata et cor- 



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1. CHRONICON TERRAE PRISS1AK 



rupta denno in latinum reducta per quendam peccatorcm negligenlem, deo 
laus ! Einige Seiten weiter folgt die Gronica nova von demselben Verfasser d. h. 
die UeberseUung der deutschen Reimchronik des Wigand von Marburg. In dersel- 
ben sagt er selbst, dass er die Arbeit* ausgeführt habe auf Veranlassung des pol- 
nischen Geschichtschreibers Blugosz. Er lebte also in der zweiten Hälfte des! 5. 
Jahrhunderts. Er hat weder das sprachliche noch das historische Interesse der 
Reimchronik Jcroschins und wird daher in dieser Sammlung unbedenklich Uber- 
gangen. Die zahlreichen Gitate aus seiner, wie er selbst sagt, flüchtigen Ueber- 
setzung, welche Voigt in seiner Geschichte Preussens giebt, reichen hin, um 
zu beweisen, dass er sich wirklich sklavisch an Jeroschin halt, und nur aus 
Missverständniss oder Flüchtigkeit von ihm abweicht. Jeroschin braucht einmal 
den Ausdruck »auf den Grund fischen« für »ertrinken« ; der Uebersetzer schreibt 
getreulich: piscali sunt III, 50. Zu den seltsamsten Missverständnissen dessel- 
ben gehören folgende: »eyn Husz dem lantvolkc genant« (zugewiesen) über- 
setzt er domus Lantvolke III c. U3. [Gastrum Ozzek? c. 169] Aus »zusammen« 
macht er major Samitarum pars, aus » zuzarren « (zerzerren) usque Czartinc. 262, 
aus »luyzen« [lauschen) prope Luzin c. 337. etc. 1 . So können auch einzelne 
Abweichungen in Zahlen: 1050 statt 1500 III. c. 55, 200 statt 22 c. 269, 200 
statt 150 c. 324, und in der Schreibart von Namen : Goltinyn statt Gubalin III. 
c. 23, Pomezanum statt Pomande c. 26, Heydilsberg statt Heilsberg c. 27, 
Wentlitz statt Weclitz c. 169, PIovols statt Plovois c. 192 und das oft vorkom- 
mende Mingedin statt Junigede etc., oder endlich Abweichungen wie in ort um 
solis statt ab ortu HI. c. 36, nur als Versehen betrachtet werden. Nur wenn 
uns Dusburg und Jeroschin verloren waren, würden wir diesen schlechten Epi- 
tomator als historische Quelle benutzen, wie wir auf seine Uebcrsetzung des 
Wigand ausschliesslich gewiesen sind, da Wigands deutsche Reimchronik nur 
in kleinen Bruchstücken erhalten ist. Er ist jedoch (sammt dem Chronicon Oli- 
vense) von Dlugosz benutzt und leitete so die preussische Tradition in die pol- 
nische hinüber. 

Ein Auszug aus Jeroschin in deutscher Sprache, der vielfach auch in der 
Prosaauflösung noch an die Wendungen des Reimchronisten anklingt, bildet 
den ersten Theil der sehr verbreiteten Zamehr sehen Chronik, auf welche wir in 
einem späteren Bande zurückkommen. Sie gehört dem 15. Jahrhundert an. 
Im 16. Jahrhundert benutzten Simon Grünau, Lucas David und Caspar Schütz 
wieder Dusburgs Originalchronik, im 17. gab Hartknoch dieselbe heraus. Seit- 
dem ist das ihr gebührende Vorrecht vor den abgeleiteten Chroniken anerkannt. 



Die Quellen für die kritische Bearbeitung des Textes des Dusburg sind fol- 
gende. Erstlich Handschriften. 

1. Die Handschrift der Königl. Bibliothek zu Königsberg Fol. 1568: 
»Petri a Dusburg Chronica Prussiac. Anno mdxl. Die xvi Januarii transcribi 
coepta fuit ex libro reverendissimi in Christo patris Domini Pauli Speiati Epis- 
copi Pomesaniensis , Domini mei colendissimi«. Auf dem Deckclblatte findet 
sich das Wappen des Herzogs Albrecht, des Stifters der heutigen Königl. Bib- 
liothek zu Königsberg (f 1568), in dessen Zeit also die Chronik schon in jene 

1) Vgl. noch die .stelle: Zcu einem wissen presenle (zum Geschenk) bei Wigand in den 
Neuen Prenss. Prov. Bl. 1858. Bd. ü. 8. 858, woraus der liebersetxer Juxta Prestinteni macht. 



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VON PBTKR VON OLSBURG. 



13 



Bibliothek gekommen ist, Sie beginnt mit einer Tabula super cronica terre 
Pruschie d. h. einem Index der Kapitelüberschriften, welcher 46 ungezählte 
Blatter einnimmt. Dann folgt Fol. ^ — 270 die Chronica terrae Pruschiae, zuletzt 
Fol. 270—274 ohne ausserlich markirten Abschnitt einige Pomesanien betref- 
fende Aufzeichnungen aus dem 4 6. Jahrhundert. Der Abschreiber scheint nur 
massige Kenntniss der lateinischen Sprache gehabt und die Abkürzungen des 
14. Jahrhunderts, die er tbeilweise zu beseitigen suchte, nicht überall sicher 
verstanden zu haben. Kr schreibt bisweilen Worte, welche gar keinen oder 
entschieden falschen Sinn geben, und Formen, die gegen die elementarsten Re- 
geln der Grammatik Verstössen. So findet man bei ihm per irapendebant statt 
!>arvi pendebant, sum ferro statt sine ferro, per haec terra statt per haec tria, 
castra generacio statt casla generacfo, extradite caritatis statt ex radice carita- 
tis, templo statt triplo, fruslra statt frusla, sileres statt similes, utilem statt 
vilem, hiis statt habens, miserabilem statt innumerabilem , sacris cenis statt 
sarracenis. Dabei kommen grammalische Verbindungen und Formen vor, wie pro 
Christi nomini, per auxilio, post modicum tempore, circa ville Wunne, circa 
castro Danske, ad ipsos ducem, ut nuliis (statt nullus) sufficeret, mulieres et 
parvulus (statt parvulos) deduxerunt, saneti crucis, predicte patriarche, in ci- 
vitale sanetam Jerusalem, in seculas seculorum. So steht bcllo statt bella, gla- 
dio statt gladiis, quod statt quem, quem statt quam, quam statt que, que statt 
qui etc. Besonders oft werden verwechselt die Endungen us und is, Conjunc- 
tive des Präsens und Imperfecta, insurgat und insurgeret, Indicative des Perfects 
und Plusquamperfects, venerunl und venerant, fast regelmassig steht ponitus 
statt positus. An die alle Orthographie hat der Abschreiber sich nicht strenge 
gebunden, wie z. B. ae statt e bei ihm schon vorherrscht. Hie und da sind, be- 
sonders wo dasselbe längere Wort in aufeinander folgenden Zeilen wiederkehrt 
ganze Zeilen ausgefallen, bisweilen auch einzelne Worte. Aenderungen in der 
Wortstellung scheinen nur selten untergelaufen zu sein. 

2. Handschrift der Magistratsbibliothek zu Thorn A. 4 H . Fol. Wohl schon 
dem 47. Jahrhundert angehörig, tragt sie den etwas modernisirten Titel : Chro- 
nica Prussiae Pelri de Dusburgk, conscripta ab eo in gratiam Werneri de Orsele 
Magist ri Ordinis Theutonici militum Marianoruro, Anno 4326. Darunter steht 
die Bemerkung : Haec x^ovixa transcripsi e vetusto codice, quem reperiebam in 
Bibliotheca Hlustrissimi Ducis Prussiae. Noch weiter hinab von anderer Hand : 
Musis Joachimi Ventzkii Camminensis Pomerani inservio. Es ist keinem Zweifel 
unterworfen, dass das Original dieser Handschrift der ad 1 . beschriebene Kö- 
nigsberger Codex ist; dies zeigt sicherer als die eben angeführte Notiz auf dem 
Titelblatt die innere Uebereinstimmung ; was als das sicherste Criterium ange- 
sehen werden muss, sammtliche Lücken des beschriebenen Königsberger Co- 
dex finden sich auch in der Thorner Handschrift und ausserdem so augenfällige 
Fehler wie III. c. 216 Thomniensis statt Curoniensis. Aber die Abschrift ist 
von einem verständigen und im Ganzen sorgfältigen Literaten gefertigt, der die 
Fehler und Verstösse seines Originals an vielen Stellen erkannt und beseitigt, 
und an manchen Stellen in die sinnlosen Schriftzeichen desselben wieder Sinn 
gebracht hat. Das Veraeichniss der Kapitelüberschriften hat er nicht mit abge- 
schrieben ; hie und da hat er Worte und Zeilen ausgelassen, auch wohl einzel- 
nes falsch gelesen, und einzelne seiner Conjecturen treffen nicht das Rechte; 
aber im Ganzen ist die Handschrift recht rein und lesbar, viel reiner und les- 



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I. CHRONICON TERRAE PRISSIAE 



barer namentlich als der Text der Hartkooch' sehen Ausgabe, welche ebenfalls 
nach dem Königsberger 'Codex und — einer Variantensammlung aus dem in 
Rede stehenden Thorner Codex besorgt ist. Denn der Codex Elbingensis, aus 
welchem der Elbinger Rathsherr Zamehl dem Herausgeber eine Anzahl Varian- 
ten mittheilte (Praef. Lit. b. 3 und oft in den Noten) , ist, wie ein durchgehen- 
der Vergleich gezeigt hat, nichts anderes als der jetzige Thorner Codex. Die 
Thorner Handschrift hat aber nicht bloss den untergeordneten Werth einer gu- 
ten Copie, sondern in ihrem letzten Theile ist sie für uns Urschrift. Da, wo die 
Königsberger Handschrift endet, schliesst die Thorner mit den Worten ab : Fi- 
rns primae chronicae Petri de Dusburgk. T<p &e<p ftövtp fj dofa elg %b aitoriov. 
Dann aber bietet sie ohne weitere Ueberschrift pag. 268— 293 noch einen An- 
hang, welchen Hartknoch ebenfalls durch Zamehl erhielt, und unter dem Titel 
Supplementum chroniei Prussiae autoris incerti mit der Dus- 
burgschen Chronik zugleich herausgab. Woher der Abschreiber der Thorner" 
Handschrift diesen Anhang genommen hat, wissen wir nicht ; es scheint aber 
fast, dass er nach dem Königsberger Codex noch einen andern, welcher zugleich 
den vollständigen Dusburg und den Anhang enthielt, vor Augen gehabt hat ; 
denn auch in der Prima chronica p. 82 hat er eine Lücke des Königsberger Co- 
dex, die er vorher durch die Randbemerkung andeutete : hic quaedam desunt, 
quae neecsse est ex aliis chronicis peti, und die durch blosse Conjectur unmög- 
lich so getreu ergänzt werden konnte, ganz richtig ausgefüllt. Die Annahme 
Hartknochs, dass auch das Supplement aus einem Codex der Königsberger Bib- 
liothek genommen, dieser vollständigere Kflnipsberger Codex aber sacrilega 
manu geraubt und der unvollständigere an seine Stelle gekommen sei (Praef. 
1. c), ist hienach nicht wahrscheinlich. — Durchweg wird der Inhalt der ein- 
zelnen Kapitel trotz der Ueberschriften in eigenen Marginalien angegeben. Hie 
und da findet sich noch sonst eine kurze Randbemerkung von derselben Hand, 
welche den ganzen Codex geschrieben hat. Bei II. c. 7 : »Incipit autor omissis 
narracionibus historicis aliquantulum non tarn ineptire quam insanire. Er macht 
ein Quidder Quadder daher, das mann nicht weiss, obs gehawen oder gestochen 
ist« etc. Zu m. c. 236 spricht er seinen Unglauben betreffs der Keuschheits- 
probe Berthold Bruhavens auf sehr derbe Weise aus. Bei ID. c. 436 steht die 
Bemerkung : Möns Glapponis est colliculus iste in Regio Monte, qui hodie dici- 
tur der Rollbergk. 

3. Die Handschrift der Königl. Bibliothek zu Berlin MS. boruss. Fol. 68. 
Auf der äusseren Seite des Lederdeckels findet sich ein Wappen mit der Um- 
schrift : Daniel Casimirus Crusius Theol. et J. U. D. Custos Vratisla. Der Band 
enthalt ausser der Cronica terre Prussiae fol. 4 — 491 noch ein Summarium bel- 
lorum Pruthenicorum per annos 44 (nämlich 4 454 ff.) fol. 192 — 264. Die Dus- 
burg'sche Chronik ist in dieser Handschrift nicht ganz vollständig. Es fehlt na- 
mentlich das Verzeichniss der Kapitelüberschriften, der ganze vierte Theil (die 
Incidenzen) und die letzten Capitel des dritten Theils (III. c. 357 med. — 362). 
Die beiden ersten Stücke scheinen von dem Abschreiber ganz verschmäht, der 
Schluss des dritten Theils aber verloren gegangen zu sein. Denn das letzte er- 
haltene Blatt der Cronica t. Pruss. (Lit. N. 4. oder p. 190, 494) führt, wie die 
übrigen Blätter völlig beschrieben, bis zur Mitte eines Capitels und eines Satzes 
Und ist ganz isolirt zwischen vollständigen Lagen von je 4 Bogen eingeheftet, so 
dass also einige Blätter hinter demselben sehr wohl ausgefallen sein können. 



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VON PETER VON DLSHIHG. 



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Der Codex ist etwa uro die Mitte des 46. Jahrhunderts geschrieben. Der Schrei- 
ber scheint gewandter und im Verständniss des Lateinischen geübter, aber auch 
flüchtiger gewesen zu sein, als der Schreiber des Königsberger Codex. Grössere 
Lücken sind bei ihm äusserst selten, dagegen fehlen ihm einzelne Wörter öfter 
und Umstellung der Wörter ist bei ihm sehr gewöhnlich. Hie und da hat er die 
Abbreviaturen seines Originals flüchtig gelesen, und dann qui statt que u. dg), 
geschrieben, aber nicht häußg. In der Orthographie hat er sich manche Frei- 
heiten und Neuerungen erlaubt ; das ae statt e ist nur selten gebraucht ; Formen 
wie solempnis, attemptare sind oft in solennis, attentare abgeschliffen. Für f 
giebt er nur das Zeichen ff: deffensio, edifficiis, ffamilie, etc. Aber auch andere 
Consonanten werden eigenthümlich verdoppelt : solutus, querellas, milles, col- 
1 erent, sollitudo, intollerabiles ; erreus, conterrere, parrochialis ; admisserunt, 
dissuasserunt ; peccore, neccessaria, ecciam ; appostatore, apperuit, supperbia ; 
citto, quottidie, redditus. Umgekehrt findet sich bisweilen der einfache Conso- 
nant statt des doppelten, ohne dass man diese Schreibart für die des Autors 
halten möchte: poluerunt, anulum, vexilum. Zwei Handschriften von so ver- 
schiedenem Charakter, wie die Berliner und die Königsberger, ergänzen und 
berichtigen sich auf sehr erwünschte Weise, und im Allgemeinen ist der Werth 
der Berliner Handschrift viel höher anzuschlagen, als Voigt in seiner Geschichte 
Preussens Bd. 3. S. 626 thut. 

4. Handschrift der Hofbibliothek zu Wien No. 9093 olim Hist. prof. 466. 
Sie enthält auf 1 7 Blättern den ersten und zweiten Theil und die fünf ersten Ca- 
pitel des dritten Theiis der Chronik. Sie ist wohl erst im 47. Jahrhundert (wenn 
nicht noch später) von einem unwissenden und flüchtigen Schreiber, auf dessen 
Herkunft die Schreibfehler precipus statt precibus, quando statt quanto, peden- 
tium statt petentium, formitedis statt formidetis etc. schliessen lassen, copiert. 
Sie stimmt in vielen Dingen, auch in Fehlern mit der Berliner Handschrift uber- 
ein und hat neben derselben keinen selbstständigen Werth, während sie ohne 
dieselbe allerdings zur Ergänzung einiger Lücken der Königsberger Handschrift 
gebraucht werden könnte. 

5. Auch in Livland in der Schlosskirche zu Ronneburg gab es einst eine 
Handschrift des Dusburg. Sie ist von Strykowski, wie dieser selbst anführt 
(Lib. VI. cap» 46.) in seiner Kronika Polska, Litewska etc. Krolewen 4582 be- 
nutzt, jetzt aber nach einem verlässlichen Berichte von Riga her nicht mehr vor- 
handen, und es ist nicht mehr möglich, aus Strykowski' s Werk auf irgend 
welche Eigentümlichkeiten derselben zurückzuschliessen. 

Nächst den Handschriften kommen Original-Auszüge in Betracht. 

4 . In dem Sammelbande der Bibliothek des städtischen Archivs zu D a n- 
zig LI. 4. Quarto. Fol. 4 44—474, ohne eigenen Titel. Dieser Auszug beginnt 
zwar erst mit der Berufung des deutschen Ordens nach Preussen (lässt also die 
beiden ersten Theile fast ganz ausser Acht), giebt aber das rein Historische 
meistens mit den Worten des Autors. Er hat daher für den dritten Theil (denn 
auch der vierte ist gar zu kurz abgethan) fast die Bedeutung einer Handschrift, 
und giebt nicht selten wenn der Königsberger und Berliner Codex von einander 
abweichen, zwischen beiden den Ausschlag. Er ist der Schrift nach in der 
zweiten Hälfte des 46. Jahrhunderts verfasst, und hält sich in der Orthographie 
durch die Ueberiieferung am wenigsten gebunden, wiewohl er die meisten Ab- 
kürzungen beibehalten hat. 



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1 CHRONICUS TERRAE PRUSSIAE 



2. Petri Dusburgk Wernero de Orsele Ordinis Teutonici in Prussia Magis- 
iro Generali a sacris et Anno 4326 Historie! RES PRUTHENICAE in compendiuni 
redactae studio Gotofredi Fr. F. Zamelii Consulis Elbingensis. Anno 4 668 — im 
städtischen Archiv zu Eibing N. 65. Quarto. Auf dem Titelblatt steht der 
Vermerk: »NB. Codex vetustus P. Duisburgi in Bibliotheca Rlustrissimi Ducis 
Prussiae in Arce Regiomontana de anno 11 90 in 1326. Cum supplemento incerti 
Autoris in annum 1435«. Zamehl hatte, wie schon erwähnt, den jetzigen Thor- 
ner Codex vor sich. Aus demselben stammen auch die Worte zwischen den 
Auszügen aus der Hauptchronik und dem Supplement : »Firns primae chronicae 
Petri de Dusburg « und die Bemerkung Uber den Glappenberg. Einen eigenen 
Zusatz macht der Verfasser bei dem Namen Samile (III. c. 145) : »Nobilis Pome- 
saniensis juxta Transporn seu Preuschmark in Pronen babitans«. Der Auszug 
ist dürftig und flüchtig und deshalb für die Bearbeitung Dusburg' s ohne Be- 
deutung. 

3. Das Fragment der Dusburg' sehen Chronik aus dem Nachlass des Ge- 
schichtschreibers Salomon Neugebauer, welches Harlknoch in Thor n bei dem 
Rathsherrn Dauiel Wachschlager vorfand, und für seine Ausgabe ebenfalls be- 
nutzte [Praef. Lit. b. 4.), umfasst nur UI. c. 437 — 170, und ist für die kritische 
Bearbeitung des Textes völlig werthlos, da die wenigen Mittheilungen, welche 
Hartknoch daraus macht, nicht bloss deutlich auf den noch vorhandenen Kö- 
nigsberger Codex weisen, sondern tbeilweise auch mehr den üeberarbeiter als 
den Abschreiber verrathen. 

Auch die deutsche Uebersetzung der Chronik, von Nicolaus von Je- 
rosohin, ist bei ihren oben geschilderten Eigenthumlichkeiten zur Controlle des 
Textes des Originals willkommen, und für die vorliegende Ausgabe vielfach be- 
nutzt. Aber der lateinische Epitomator und die deutsche Ueberarbeitung des 
Jeroschin aus dem 4 5. Jahrhundert — für die Kritik des Textes des Jeroschin 
entbehrlich, da es an guten und alten Handschriften des letzteren nicht fehlt — 
sind für die kritische Bearbeitung des Dusburg völlig unbrauchbar. Es ist eine 
durchaus haltlose Annahme, wenn Voigt in seiner Geschichte Preussens aus 
den kleinen Zusätzen Jeroschins auf ebensoviel Lücken in unseren Handschriften 
des Dusburg schüesst, und aus dem lateinischen Epitomator diese Lücken aus- 
füllen zu können glaubt (vgl. z. B. Bd. 2. S. 409. Anm. 1. 544. 4 nm - 2 - 549. 
Anm. 2. Bd. 3. S. 292. Anm. 4. Bd. 4. S. 92. Anm. 2. 278. Anm. 4.), oder 
wenn er gar solche Thalsachen bei Dusburg, welche Jeroschin nicht aufgenom- 
men hat, spatere Interpolationen nennt (vgl. Bd. 4. S. 485. Anm. 4.). 

Die einzige bis dahin erschienene Ausgabe der Chronik Dusburgs — Pe- 
tri de Dusburg . . Chronicon Prussiae cum Anonymi cujusdam continuatione 
aliisque antiquitatibus Prussicis. Christoph Hartknoch e manuscripüs codieibus 
recensuit notisque illustravil. Francofurti et Lipsiae. Anno 4679 — ist bereits 
sehr selten geworden. Aber auch ihre innere Beschaffenheit hat eine neue Aus- 
gabe schon lange wünschenswerth gemacht. Hartknoch legte den noch erhal- 
tenen Königsberger Codex zum Grunde, ohne den Index der Kapitelüberschrif- 
ten und die pomesanischen Aufzeichnungen am Schluss zu berücksichtigen, 
fügte das aus Eibing ihm zugesandte Supplcmentum autoris incerti hinzu, und 
benutzte für die Kritik des Textes ausser den wenigen Varianten aus den er- 
wähnten Elbinger und Thorner Papieren den Jeroschin, die aus demselben ex- 
cerpirte Chronik des 45. Jahrhunderts und das Werk von Strykowski. Diese 



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VON PETER VON OLSBURG. 17 

Hülfsmiltel sind allerdings nicht ausreichend, aber man kann auch nicht sagen, 
dass die Ausgabe mit besonderer Sorgfalt veranstaltet sei. Hartknoch hat unter 
andern einmal (p. SO) einen Abschnitt von dem Umfange einer halben Seite und 
wiederholentlich einzelne Zeilen übersprungen. Die Eigennamen sind bei ihm 
nicht selten entstellt, bisweilen so, dass man sie nicht wiedererkennt. Seine 
Angaben Uber verschiedene Lesearten sind grossentheils ganz unzuverlässig. 
Häufiger als nötbig nimmt er zu Conjecturen seine Zuflucht, zum Theil mit dem 
Zwecke, die Latinität zu verbessern. Besonders störend ist die oft gedankenlose 
Interpunction. Ein Theil der Schuld scheint freilich auf den Drucker zu fallen, 
auch giebt es Spuren, dass Hartknoch seine Hillfsmittel nicht zugleich und nicht 
während der ganzen Dauer der Arbeil zur Hand hatte — was ihm hinderlich 
genug gewesen sein mag E ! 

Es bleibt noch übrig über die Grundsätze der neuen Ausgabe eini- 
ges hinzuzufügen. Aufgenommen in dieselbe sind nur die vier Theile des Haupt- 
werkes und derjenige Theil der Fortsetzung, welcher nach dem Obigen wahr- 
scheinlich von Dusburg selbst herstammt. Der Rest dieser Fortsetzung und die 
pomesanischen Aufzeichnungen des Königsberger Codex werden später an ge- 
eigneter Stelle abgedruckt werden. Der vierte Theil der Chronik de incidenti- 
bus läuft in dem Königsberger und Thorner Codex, und so auch bei Hartknoch, 
neben dem Text der drei anderen Theile hin, so dass das Gleichzeitige wenig- 
stens ungefähr zusammentrifft ; in dem Danziger Excerpt finden sich die betref- 
fenden Notizen bald auf dem oberen, bald auf dem unteren Rande, so dass eine 
ähnliche Einrichtung wohl auch für die Urschrift anzunehmen ist. Jeroschin 
hat, durch die Darstellung in Versen gezwungen, die etwas abweichende Ein- 
richtung getroffen, hinter jedem Hauptabschnitt die zugehörigen Incidenzen 
nachfolgen zu lassen. Jene ursprüngliche Einrichtung würde nur dann für uns 
Bedeutung haben, wenn man aus der Stelle der Randbemerkung wirklich auf 
den Synchronismus der Begebenheiten schliesscn könnte, was aber nicht der 
Fall ist, oder wenn man wirklich aus den Randbemerkungen die gleichzeitige 
Geschichte anderer Länder kennen lernen wollte, wozu sie uns doch nicht mehr 
genügen. Das Interesse dieser Randbemerkungen ist für uns, von den Prussicis 
abgesehen, fast nur noch ein literarisches. Um die Bearbeitung derselben in 
diesem Sinne zu erleichtern, sind sie in ununterbrochenem Zusammenhange 
hinter den dritten Theil gestellt. Der umfangreiche Index der Capitelüber- 
schriften, welchen der Königsberger Codex enthält, ist weggelassen, doch sind 
nach demselben in unserer Ausgabe auch die Kapitel des vierten Thcils mit den 
zugehörigen Ueberscbriften versehen, während die Handschriften nur wenige 
derselben und zwar meist in abgekürzter Form enthalten. Die Kapitel der drei 
ersten Theile haben ihre Ueberschriften (mit dem Index im Ganzen überein- 
stimmend) auch schon in den Handschriften und bei Hartknoch. 

Von der Bezeichnung der Kapitel durch Randzahlen findet sich in 
den meisten Handschriften keine Spur, nur im Königsberger Codex ein Anfang 
derselben. Die Zählung beginnt mit dem zweiten Theile und endet etwa mit 
dem ersten Drittel des dritten Theiles, so dass 1 — 1 0 die Capitel des zweiten 
(D. c. 1—13), 11 — 97 die Kapitel des dritten Theils, so weit sie gezählt sind 
(Hl. c. 1 — 124), bezeichnen, wobei einmal ein Capitel des vierten Theils (IV. 
e. 33) unter Nr. 43 mitgezählt ist. Es scheint kaum, dass diese Zählung etwas 
- ursprüngliches war und Hartknoch hatte also wohl ein Recht von derselben 

Script, r. P. I. 2 



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I. CHRONICON TERRAE PRISSIAE 



abzugehen. Er zählte die Abschnitte der drei erstes Thetle besonders, und liess 
- die Abschnitte des vierten Theils unbczoichnet. Aber auch er verfuhr nicht 
ohne Willkür, indem er hie und da mehrere Abschnitte, welche der Chronist 
durch eigene Ueberschriflen sonderte, unter einer Nummer zusammenfasste. Es 
schien daher geratben, eine neue Kapitelzählung vorzunehmen. Bei der gegen- 
wärtigen Darstellung des vierten Theils konnten auch in diesem die einzelnen 
Abschnitte durch Zahlen bezeichnet werden. — Die Nachweisung der biblischen 
Citate am Rande rührt von Hart k noch her; doch sind auch hier einige Citate 
berichtigt, andere hinzugefügt. Beim vierten Theile konnten auch eine Reihe 
von Citaten aus Profanschriftstcllern, welche Dusburg benutzte, hinzugefugt 
werden. 

Die Eigenthümlichkeiten der Orthographie des 14. Jahrhunderts gänz- 
lich zu tilgen, schien nicht ratbsam. Die Formlosigkeit jener Zeit -spiegelt sich 
unter andern auch in diesen Eigentümlichkeiten ab. Aber wenn man auch den 
Mangel an Consequenz in der Orthographie jener Zeit in weitem Umfange zuge- 
ben muss, so beruht doch manche Eigentümlichkeit derselben auf sehr be- 
stimmten Regeln, z. B. lantvolk fest statt landvolk, andere sind wenigstens aus 
den Umstünden, namentlich aus mangelnder Kenntnis» des Griechischen erklär- 
lich. Im Interesse der Kritik und zur Orientirung für Nichteingeweihte stellen 
wir hier die wichtigsten Eigenthümlichkeiten der Orthographie Dusbergs zu- 
sammen. 

4. Von den Vocalen vertritt E den Diphthongen ae z. B. terra, inherens, 
depredare, Gesar, iUesus; desgleichen oe z. B. pena, celum, prelium, und wird 
verdoppelt in hee (hae). Das 1 steht fast regelmässig statt y, z. B. neophtti, 
martires, Siria, Egiptus, Lisias (nur Hartknoch schreibt lacrima, clipeus, Silva 
mit y) ; statt ji in den Gompositis von jacere, z. B. proicio ; es wird verdoppelt 
in hü, hiis, auch wohl in iis (Nominativ) . Das O steht statt oe in diooesis, und 
wechselt mit e ab in der Endung von Theodoricus, Lodowicus und ähnlichen. 
Das U wird eigenihümlich gebraucht in Parisius statt Parisios und Parisiis. Das 
Y herrscht in dyabolus, layens, ydolatria, tyrocinium, Lyvonia, Cuyavia, Ytalia 
und findet sich auch in "Symeon , hylaris etc. und einigen Genitiven Boieslay, 
Pacoslay etc. 

8. Die Aspiration H fehlt oft im Anlaut: Eraclius, emisperium, Jeroso- 
lima, ort us (Garten), ebenso zwischen zweien Vocalen, z. B. Joannes, Hoenstein, 
Hoeloch, in der Endung hard deutscher Eigennamen : Bemardus , Eberardus, 
Gerardus, auch in Renus, Bertoldus ; hinzugesetzt erscheint sie im Anlaut : hos- 
tium (Thür), heremiticus, habundare, abhominari, cohercere. 

3. Von den Muten steht G statt ch in der Regel nach s und vor r: mar- 
scalcus, pascalis; lacrima, pulcritudo, sepulcrum, Cristus. Der Name Cristus 
und die Abgeleiteten Cristianus, cristifideles erscheinen, wo sie ausgeschrieben 
werden, bald mit bald ohne h, abgekürzt in den Zeichen xp. crus und chrus, 
aber regelmässig, nur Cristburgk und Gristmemel. C und T sind graphisch mei- 
stens sehr schwer zu unterscheiden, am deutlichsten noch im Berliner Codex. 
Statt ti vor Vocalen schreiben wir demnach regelmässig ci, z. B. milicia, muni- 
ciones, inicium, nur den Fall ausgenommen, dass noch ein c vorausgeht, z. B. 
actio, affoctio. Der Consonant k kommt in manchen Namen vor, z. B. Karolus, 
ist auch nicht zu tilgen in kalendae. Die deutschen Eigennamen auf -bürg, und 
-borg werden im Köuigsb. Codex mit gk, im Barl. C. mit gh, im Danziger Ex- * 



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VON PETER VON DÜSBURG. 



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cerpt schon ohne k oder h geschrieben ; wir behalten gk bei, z. B. Dusburgk, 
Dencburgk, Kunigsbergk. — Das B erscheint in einigen Worten fest regelmässig 
in p verhörtet, z. B. optulit, optenta. Statt F erscheint bisweilen ph, z. B. 
prophanus, multipharie, Bischophwerder, Wohenstorph, umgekehrt f statt ph, 
s. B. Farao, Agafia. Das W statt v findet sich namentlich in Eigennamen, z. B. 
Lethowia, Lethowini, Sudowia, Sudowite, Waldow, Tapiow. Das T statt d fin- 
den wir regelmässig im Auslaut solcher Werte wie lantgravius, Anlant etc., 
aspirirt erscheint es fast regelmässig in pcnlhecoste, bisweilen auch sonst : ca- 
thena , genthes, prothegebat (Hartknoch schreibt regelmässig lethaliter statt 
letaliter und Teutontcus statt Theutonicus) . — Z begegnet in telum, Elizabeth, 
canonizare, baptizare. 

*• 4. Verdoppelung einfacher und Vereinfachung doppelter Consonanten 
findet sich, wie erwähnt, besonders im Berliner Codex, bisweilen auch in den 
andern, z. B. quottidie, oportunus, aparuerunt, comendator, consumavit, aber 
von allen diesen Abweichungen schien nur milia statt millia hinlänglich ge- 
sichert. Das S hinter x in der Zusammensetzung fallt gewöhnlich aus : extruxit, 
exequuntur, extitit, exurgite, exultavit, expirasset, ähnlich astantium. Zwi- 
schen rnn, ms, mt scheint in der Bogel p eingeschoben zu werden : insompnis, 
interemptus, columpna. 

Wie die Orthographie konnte auch die Latinita t nicht ohne Weiteres 
nach den heutigen Schulregeln der lateinischen Grammatik behandelt werden. 
Dilsburg theilt eine Reihe von uns nicht geläufigen Ausdrucken, Formen und 
. Constitutionen mit seinem Zeitalter überhaupt und die Handschriften sichern 
dieselben hinlünglich. An Wortformen und Wortl>edeutungen heben wir hier 
beispielsweise folgende hervor: Solaoium Gelage, dextrarius Strcttmas, medius 
halb, amodo sogleich, presumpeio Untcmohmung , presumptuosus unterneh- 
mend, compatriote Landsleute, communis populus gemeines Volk , quasi bei- 
nahe, nisi (statt non nisi) nur III. c. 130, 445, 494. Statt menibos steht rne- 
niis III. c. 424, 238. Bolinquit und eontingit finden sich in den Handschriften 
auffallend häufig als Perfecte, vielleicht durch Schuld der Abschreibar. Inter- 
pret ari III. o. 488 und abhominori I. c. 4 werden in passivem Sinne, accin- 
gentes statt acemeti I. c. 4 gebraucht. Itaque wird bisweilen nachgestellt. 
Sehr merkwürdig ist folgende Verbindung: in sui provideneia in. c. 74, in sui 
disposkione HI. o. 73, fundacionis sui III. c. 439, 290. Pro wird eigenthUmiich 
verbunden in supplicare pro subsidio III. c. 248 und mittere pro Henrico HL 
c. 55, 249. Ländernamen werden auf die Frage: wohin? sowohl mit als ohne 
Präposition construirt, z. B. in Alemanniam und Alemanniam. Statt des Abla- 
tivus instrumenti steht abwechselnd auch cum mit dem Ablativ, z. B. cum lan- 
cea, cum dentibus. ObjcctsUtze werden statt durch den Accusativus cum Infi- 
nitivo oft durch die Conjunction quod ausgedrückt, hie und da (nach dem Mu- 
ster der Vulgata) auch durch quia und quoniara. Statt ut steht quod in Folge- 
sätzen nach tantus, ita etc. (I. c. 5, HI. c. 105, 495). In der Oratio obliqua 
findet sich nach dem Muster des Deutschen zuweilen der Conjunctiv statt des 
Accusativi cum Infinitivo, z. B. vellel III. c. 4 49, 304 , occiderent et delercnt III. 
c. 470, deberet HI. c. 284. Besonders auffallepd ist der nicht seltene Gebrauch 
des Nominativus absolulus: videntes et sperantes I. c. 4, perveniens II. c. 5, 
angustiali III. c. 45. videns c. 68, vulnerantes c. 93, resistentes c. 403, attrec- 
tantes c. 405, percussi c. 410, insequentes c. 200, indignatus c. 336. 

2* 



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20 I CHRONICON TERRAE PRISSIAE VON PETER VON DUSBURO. 

Nach den obigen Erörterungen über die Beschaffenheit der Codices, so wie 
Uber die Orthographie und LatiniUU Dilsburgs schien es nicht nöthig, das ge- 
sammte für die kritischen Noten gesammelte Material abdrucken zu lassen. 
Der Raumersparnis» wegen beseitigen wir alles, was nur die Orthographie be- 
trifft, sofern nicht etwa Eigennamen besondere Rücksichten fordern. Der Wie- 
ner Codex kann ohne allen Nachtheil völlig ignorirt werden, auch die Lesearten 
des Thorner Codex fördern im Ganzen (wenn man von dem Supplement absieht] 
nicht, so tUchtig der Abschreiber seine Sache gemacht hat. Aus dem Königs- 
berger Codex müsste viel Sinnloses notirt werden, wenn man alle Abweichun- 
gen von dem berichtigten Text kennen lernen wollte ; wo kein Zweifel Uber die 
richtige Leseart waltet, können auch diese sinnlosen Varianten entbehrt wer- 
den. Wir bieten demnach in den kritischen Noten nur die wichtigsten Varian- 
ten aus den Codices K (zu Königsberg) und B (zu Berlin) , dem Auszüge D (zu 
Danzig), der Uebersetzung von J (Jeroschin), und der Ausgabe von 11 (Hart- 
knoch), ausserdem einige aus benutzten Schriften: Vulg (Vulgata), Ptol. (Ptole- 
maeus), Marl (Martinus), und aus Urkunden. 

In der zweiten Reihe von Bemerkungen, welche hauptsächlich dazu 
bestimmt ist, Dusburgs Angaben zu erläutern, zu begründen • and zu berichti- 
gen, sind besonders berücksichtigt 1) Urkunden; 2) die Spuren originaler Tra- 
dition bei preussischen Chronisten namentlich bei dem von Oliva, dem von Pel- 
plin, dem von Thorn und dem Canonicus Sambiensis ; 3) die originale Tradition 
bei ausserpreussischen Geschichtschreibern. Auf die abweichenden, schlecht 
begründeten Angaben späterer Chronikanten, namentlich des Simon Grünau, 
Lucas David, Caspar Schutz, Caspar Henneberger, welche in der Geschichte der 
preussischen Historiographie S. 122 ff. ausführlich beleuchtet sind, ist nur in 
so weit Rücksicht genommen, als ihre Angaben noch in Voigts Preussische Ge- 
schichte übergegangen sind. Voigts Geschichte Preussens ist eine so hervorra- 
gende Erscheinung in der historischen Literatur unserer Provinz und seine Au- 
torität wird so allgemein anerkannt, dass eine Reihe von Ueberlieferungen aus 
späteren Chronisten, welche wir für irrig halten müssen, gegenwärtig mehr 
durch seinen Namen als durch die Namen jener Chronisten gesichert scheint. 
Da die Nachweisung dieser, wie wir glauben, nicht stichhaltigen Tradition nicht 
überall ganz leicht ist, und da die Hauptquelle derselben Simon Granau in diese 
Sammlung nicht aufgenommen, vielleicht nie veröffentlicht werden wird, so 
glaubten wir dem historischen Studium einen willkommenen Dienst zu erwei- 
sen, wenn wir diese Nach Weisung auf uns nahmen. Die Hochmeisterchronik 
und die polnische Tradition, besonders bei Dlugosz, erwarten noch eine beson- 
dere Bearbeitung. 



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» 



CRONICA TKRRE PRUSSIE. 

Epislola.' 

Honorabili viro et in Crislo devoto h fratri Wernero de Orsele magistro hos- 
pitalis sancle Marie domus Theutonicorum Jerosolimitani frater Petrus de Dus- 
burgk' ejusdem sacre professionis sacerdos obedienciam debitam cum sa)ute. d 
Quam diligcnli circumspectione et circumspecta diligencia antiqui et sancti pa- 
tres mira domini nostri Jesu Cristi opera, que per se aut persuos ministros ope— 
rari dignatus est, ad laudem et gloriam ejus et tarn presencium quam futuro- 
rum informacionem digesserunt,* patet cuilibet intucnti. Attendebant enim ad Tob. 12, 7. 
illud Tobie verbum, quod opera domini' revelare honoriOcum est. Quorum imi- 
tatus sum vestigia, ne cum servo nequam et inutili, qui talentum sibi a dominoLae. 19,20. 
traditum abscondit, proiciar in tenebras exteriores, et bella, que per nos g et 
antecessores nostros 11 ordinis nostri* fratres victoriosc gesta sunt, conscripsi et 
in hunc librum redegi, quem discrete providencie vcstre mitto, supplicans, quia 
nemo sibi satis est, quatenus ipsum examinari facialis, el k si qua 1 correctione 
digna in eo reperta fuerint, emendentur, et sie correctus publicetur, ut hujus 
solempnis facti memoriale posteris relinquatur. Scriptum et completum ab in- 
camacione domini anno Jicccxxvi. m 

Prologtu. 

Signa et mirabilia fecit apud me dominus excelsus. Placuit ergo mihi pre- Dan. 3, flor. 
dicare signa ejus, quia magna sunt, et mirabilia ejus, quia forcia. Danielis 111. 
Verba ista fuerunt Nabuchodonosor, regis Dabilonic, qui postquam Daniel et so- 
cii sui pro eo, quod tradidissent corpora sua, ne servirent et adorarent omnem 
deum, excepto deo, in quem crediderunt, ligali missi fuissent in fomacem, suc- 
censam sepluplum plus, quam consuovit, videns, quod flamma ignis, que super 
fornacem ■ effundebatur xux eubitis, incendit ministros suos, et Danielem so- 
ciosque ejus omnino non contristavil, nec quidquam molestie intulit, ait : signa 
et mirabilia etc. Competunt tarnen hec verba auetori hujus libri, qui in persona 
sacre congregacionis fratrum hospitalis sanete Marie domus Theutonicorum Je- 
rosolimitani, postquam vidit et audivit tot magna signa et taut mirabilia facta 
insolita et a seculo inaudita, que per dictos fratres^in terra Prussie" deus ex- 
celsus misericorditer operari dignatus est, qui pro defensione fidei corpora sua 

* 

Epiatolv ») Dm Wort fehlt K. b) devote K. dno to ohne Sinn B. c) Durtrarfk K. Dtuburfh B. 
Detuburg W. d) TrriUtra cum wUute legen die Codd. 8. Grnn«u Vorr. § b. •) dlg. fehlt K. f) do- 
mini B. di JC. dei Vulg. g) no« B. ro» K. h) nottro« fehlt K. i) no»tri Codd. omn. k) ut T. H. 
1) qa» B. qm K. a) XVI W. Prolofftu. n) Die Wort« sueeenaam bt» super fonukcem frhlcn K . T. 
H. o) Pruwi» die gewöhnliche Form B. PrutchU Aut regelmUmg K . 



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22 



PKTRI DE OLSBURG 



tradere in mortem non formidant,* potuit dicere : signa et mirabilia Cecit apud 
M»tu». 5, 16. me deus excelsus etc. Sed quia scriptum est : videant opera vestra bona et glo- 
rificent patrem vestrum, qui in celis est, ideo ad laudem et gloriam nominis 
Jesu Cristi b et tarn presencium, quam futurorum informacionem placuit ei pre- 
dicare signa dei, quia magna sunt, et mirabilia ejus, quia forcia. Signa magna : 
Act. e, 8. dictum est in actibus apostoloruin, quod Stephanus pienus gracia et forliludine 
faciebat signa magna. Nec dubitandura est, quin fralres domus Theutonice pleni 
fuerint* gracia et fortitudine, cum ipsi pauci numero tarn potentem et ferocem 
et innumerabilem Prulhenorum gentem sibi subdiderunt, quam eciam multi 
principe«, licet sepius attemptarent, non poterant sibi aliqualiter subjugare. 
Nec pretereundum est boc eciam 4 magnum Signum, quod Bellum prosperatum 
est in manu fratrum predictorum sie, quod infra undeeim annos a die inlroitus 
sui in terram Prussie gentes, que terram Colmensem et Lubovie occupaverant, 
et naciones illas, que terras Pomcsanie,'Pogesanie, Warmie, Nattangie etBarthe 
inhabitabant, sibi potenter et cristiane fidei subdiderunt, ediGcantes in eis plu— 
res municiones, civitates et castra, quorum numerus et nomina inferius appa- 
rebunt. Ecce quam magnum Signum' apparuit in celo ecelesie militantis. Signa 
ergo bone Jesu servos tibi devotos, per quos tarn magna signa operari dignatus 
es, ut turbentur gentes, et timeant, qui babitant terminos a signis luis. Placuit 
eciam ei predicare mirabilia ejus r quia forcia. Hemoriam fecit roirabilium suo— 
rum misericors et miscrator dominus per dictos fralres, ut vere possit dici de 
r*. tot, s f. ipsis, quod scriptum est de populo Israelitico post exilum de Egipto: confitean- 
tur domino misericordie ejus et mirabilia ejus filiis bominüm, quia saciavit ani- 
mam inanem et animam esurientem saciavit bonis. Ad intelligendum, quoniam 
anima, i. e. vita fratrum, quondam inanis et esuriens, nunc sit bonis tempora- 
libus saciata, necesse est ponere aliqua'de defectu preterito et habundancia 
presenti, ut sie 1 * opposita juxta se posita magis elucescant. Fratres in primilivo, 
ut inimicos fidei facilius expugnarent, toto cordis desiderio laborabant pro for- 
tibus equis, armis validis et castris firmis, et nemo illis dabal ; alium exterio- 
rem' apparatum corporis et victum non curabanl, nisi quatinus* summa neces- 
Matth. 16,24. sitas requirebat. Imitantcs salvatoris noslri vitam et doctrinam, qui ait: qui 
Lue. 9, m. vult venire post me, abneget semetipsum et crucem suam tollat et sequatur 
me, in hoc abnegabanl semetipsos , quia , cum cssent genere nobiles , divieiis 
potentes, animo liberi, generosi tarnen sanguinis sui titulum parvipendebant, 
vilia et vilissima humiliter amplectentcs , que statum suum secundum seculi 
dignilatem non decebanl; cligentesque veram paupertalem, renunciaverunt 
proprio voluntati; sieque diversis et infinitis se incommodis, periculis, curis, 
sollicitudinibus pro Crisli nomine inplicabant. Crucem eciam suam tollebant, et 
sequebanlur Crislum, cum omni die et hora 1 parati fuerunt contumeliam et 
mortis supplicium pro defensione fidei sustinere. Vestera venustam, que habet 
calumniam elacionis, portare fuit dedecus intcr eos. Quidam ex eis cilicio, alii 
lorica pro camisia utebantur, ut quilibel cum™ propheta posset" dicere: ego cum 
p». S4, 13. mihi molcsti essent i. e. infideles, induebar cilicio. Üe saccis quoque lineis, 
quibus farina ipsis Irans mare ducebatur, fiebant vestes linee hiis, qui induere 
voluerunt. Victus autetn eibi et potus artus fuit nimis. Dabalur enim in pön- 
al formidant B. formidant K. formidaront T. H. b) Jesu Christi B. chrl K. di»inl H. e) foerunt B. faerint 
codd. cet. d) hoc eciaai B. hoc et K. e) «fDum <j. K. 0 <Ju* tMi B. g) aliqn* fehlt K. b) »fi- 
liert T. H. i) cxceUenüorctn T. H. k) quantom K. 1) bor« et die B. m) eam fehlt K. n) potait B. 



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CR0N1CA TEURE PRUSSIE. PROLOGÜS. 



23 



clere et mensura, ul vere possent dicero cum* prophela: cibabis nos pane la-Pt. 79, o. 
crimarura ei potum dabis nobis in lacrirais et b mensura. Complctum fuit in eis, 
quod dominus per Ysayam dicit: dabil tibi e dominus panem artum -et aquamjM.30.20. 
brevem. Cogebanlur sepius famüie sue, que in abslinencia' fralrura consueta 
non potuit servicia debita complere, carnes dare ad vescendura, a quibus ipsi 
licito* tempore leto animo et vultu hylari abstinebanl. Potus et pulmenlutn 
fratrum et familie adeo fuit tenuis substancie, quod color et sapor admixti bladi 
vel leguminis vix poterat humanis sensibus comprehendi. ileo et alia multa 
majore, que longum esset scribere, pacienter perpessi sunt in casis et lugurüs 
suis, jpd quot pericula et angustias in exercitibus, cum in bello r proücisceren- 
tur contra infideles, paciebantur, novit illo, qoi nihil ignorat. In eis completa 
fuerunt, que aposlolus de sanctis martiribus scribens ad Hebreos ait : alii distenli Hobr.n.ssrr. 
sunt, alii ludibria et verbera experti, insuper et yincula et «arceres ; lapidali 
sunt, secti sunt, temptali sunt, in occisione gladii mortui sunt, circuierunl* in 
melotis, in peilibus caprinis, egentes, angustiati, a flucti, quibus dignus non 
erat mundus, in soliludinihus errantes et in montibus et speluncis et in caver- 
nis terre. In bis patet defectus,* quem fratres quondam passi fuerunt, in quibus 
aniroa eorum inanis fuit et esuriens. Si volueris scire qualiter in habundnncia 
saciata sit in edificiis, equis armis, vestibus, cibo, potu et multiplicacione fra- 
trum et suorum et aliis vite humane necessariis,' aperi ocutos tuos et vide ; ora- 
nia ad oculum tibi patent. Confiteantur eciam domino misericordie ejus et roi-r*. ioe, i&r. 
rabilia ejus filiis hominum, quia contrivit portas ereas et vectes ferreos confre— 
git. Ecce mirabüia forcia, quomodu per fratres predictos omnes gentes, que in- 
babitabant terram Prussie, quarum innumera multitudo inferius apparebit, cx- 
terminate sunt, et urbium et municionum suarum porte erce contrite sunt, et 
vectes ferrei sunt confracti; sieque dominus* suseepit eos de via iniquilatis eo- 
rum et propter injustieias suas humiliati sunt. Confitoanlur eciam domino mi- p». io«, 31 f. 
sericordie ejus et mirabilia ejus filiis hominum, ul sacrificenl sacrificium laudis. 
Attende, qualiter fratres ut Judas Machabeus loca saneta terre Prussie, que gen- 
tes prius per ydola triam polluerunt, mundaverunt, et sacrifleatur in eis quotidio 
deo sacrificium laudis et honoris. Accipe ergo, bonc Jesu, sacrificium istud pro 
universo populo tuo et custodi partem tuam et sanclifica. Et ut David 1 eciam 
instituunt sacerdotes, et augent quotidie cultum dei. Sic patet quam magna 
signa et forcia mirabilia fecit deus excelsus per diotos fratres in terra Prussie ; 
quomodo et predicabuntur, inferius apparebit. Sed quia in novissimis diebus 
instabunt tempore periculosa, et erunt hominesse ipsos amanles, querentes, que 
sua sunt, non que Jesu Crisli, habundahit iniquitas et multorum Caritas refri- 
gescet. Idcirco, benignissimc Jesu, da eis spiritum consilii sanioris, ul non con- 
tristent spiritum, in quo signati sunt ; innova signa et immula" mirabilia et eruc 
ipsos in mirabilibus luis, et da gloriam noiuini tuo, ut confundantur omnes, qui 
ostendunt servis tuis mala, confundantur" in omnipotencia sua et robur eorum 
conleralur, et scienl, quia tu es deus solus et gloriosus super orbem terrerum". 

De modo agendi Hbri hujm. 
Modus agendi in hoc libro erit isle. Primo describam, quo tempore et a 

•) «um fcklt K. b) in Valg. o) vobi» Vulg. d) abMncia B. e) licito fehlt K. «o ip*o T. H. 0 cum 
in b«Uo nn K. g) dreuerant B. K. errmvwrunt VT. rlrcuicrunt Yulg. t. h) d« hü* B. de IU K. Uoter- 
tuiW. Du. h.0. k)d«uK. 1) dd T K. B. datMtur T. U. m) invita h. n) die Wort« omnea 
bi. confundantur tobten K. T. U. o) «U. fügt U. nimm. £h«iN b*im folgenden Abachnitt und III. c 2«, W> . 



24 



PETRI DE DUSBURG 



quibus et quomodo incepit ordo domus Theutonice, secundo quando et quomodo 
fratres predicti* intraverunt in lerram b Prussie, tercio de bellis et atiis, que 
gesta sunt in dicta terra, quorum pauca, que vidi, alia que audivi ab bis, qui 
viderunt c et interfuerunt, cetera, que relacione veridica intcllexi. Quarto po— 
nam in margine pontifices sumraos et imperatorea, qui a tempore institucionis 
hujus ordinis regnaverunt, et notabilia quedam facta, que ipaorum temporibus 
acciderunt. Sed quia insufficientcm ine ad hoc negocium consurnmandum re— 
cognosco, maxime pro eo, quod hujusmodi factum pene jam a memoria hominum 
nunc vivencium sit elapsum, et sine deo nihil facere possum, ideo te deprecor, 
bone Jesu, in quo omnes thesauri sapiencic et sciencie sunt reconditi, et^evelas 
mysteria non solum futura, verum et presencia et preterita. Ulumina Spiritus 
tui gracia intellectum meum et da mihi os et sapienciam ad complendutn brevi— 
ter opus istud, ut;qui signa tua magna et mirabilia forcia in eo contenta audie- 
rint, in te sperent, te adorent, te glorificent et collaudent, quod tu, ex quo om- 
nia, per quem omnia, in quo omnia, prestare digneris, qui vivis et regnas in se- 
cula seculorum. Amen. J 



INCIPIT' PRIMA PARS LIBRl' 
DE OR1GINE ORDIMS DOMUS TnEUTONICE. 

Prefado ad tnstitucionem ordinis domm Theutonice. 

ProTcru. o, i. Sapiencia sibi edifieavit domum, excidit columpnas septem. Proverb. ix. 

Licet hec verba fuerint« Salomonis, qui filium dei appellal h sapienciam patris, 

i cor. i,34.juxta illud apostoli : ipsis autem vocalis Judeis atque Grecis predicamus Cristum 
r». loa, 24. dei virtutem et dei sapienciam; et in psalmo: omnia in sapiencia fecisti i. e. in 
filio, qui assumpta humana natura edifieavit in morte sua sibi ad gloriam et ho- 
norem' domum miiitantis ecclesie, et excidit columpnas septem i. e. septem sa— 
cramenta, quibus sustenlatur; possunt tarnen esse verba sanete matris ecclesie, 
que dominum papam Celestinum m vocal sapienciam, quia in terris dei filii vi- 
Ecci. o, M.cem gerit secundum illud ecclesiaslici : sapiencia doclrine secundum nomen ejus. 
Ad ipsum enim confluit ecclesia universalis audire et videre sue doctrine, ul regina 
Saba sapienciam Salomonis. Hic dominus papa Celestinus in edifieavit i. e. in- 
stituit et confirinavit sibi et sanetc ecclesie ad utilitatem domum, videlicet k sacre 
religionis hospitalis sanetc Marie Theutonicorum Jerosolimitani et excidit colump- 
nas septem i. e. septem fratres commendalores seu preeeptores provinciales ' 

De modo ajreadL ») predicti fehlt K. b) in fehlt B. e) ridrrnAt B. d) et«, tagt H. hiatu. Part 
prim«. e) Iii» Uebcnchrift dieiea Thrill gehört nach dem Index K hieher, im Text der Codd. eicht eie tot 
C&p. 1. f) UM fehlt in Text K. g) fberunt B. h) Toeat B. I) h. et g. B. k) ndellbu» K. 



4) Dusburg's Zählung von 7 Landcomlhuren steht offenbar in Verbindung mit 
Stimmung in den Gesetzen des Ordens Cap. VUI : »Wir setzen, dass der Landcomtbur von 
Livland, von deutschen Landen, von Preussen, von Oesterreich, von Apulien, von Romanien, 
von Armenien jährlich grosses Capitel halten.« Nach den Gewohnheiten Cap. VIII soll der 
Meister die Landcomtbure eben dieser Länder und die von Sicilien und Hispanien mit dem 
Willen des Capitels setzen und entsetzen. Voigt, Geschichte des deutschen Ritterordens in 
Deutschland Bd. I. 8. 429, fügt Achaja als zehntes Hauptland hinzu und meint, dass nach 
dem Verlust der Besitzungen in Achaja, Sicilien und Spanien die Landcomtbure der übrigen 
Länder die 7 Säulen des Ordens genannt seien. Allein Achaja ist eben nichts anderes als 
Romanien (vgl. Ptolem. de Fiadon. hist. eool. Um Muratori XI. p. 4135 und nicht bloss in 



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CRONICA TERHK PRÜSSIE. PARS I. 25 

sei licet Lyvonie, Prussie, Theutonie, 1 Austrie,* Apulie,** Romanie* et Armenie, 8 
quibus fratres dicti ordinis tanquam materialis domus innixa columpnis edificata 
sustentatur,' ut sie magister generalis et capitulum sint fundamentum hujus 
domus, provinciales comraendatores seu preeeptores columpne, alii fratres su- 
peredificati. Et sie dominus papa assimilatur viro sapienti, qui edifieavit domum 
suam supra petram et polest dicere : ego confirmavi columpnas ejus. Sed quia 
scriptum est: Spiritus est, qui vivificat, caro autem non p rodest quidquam, ideo Job. g, st. 
ponende sunt septem columpne alie spirituales in hac domo, quarum tres scili— 
cet obediencia, paupertas, castitas diseiplinara ordinent regulärem, et quatuor 
alie videlicet contricio, confessio, satisfactio et Caritas, que operit roultitudinem 
peccatorum, omnem sanete observancie negligenciam in torpentibus zelo recti- 
tudinis diseiplinent. Hee c sunt columpne spirituales excise manu sapiencie in 
domo hac sacre religionis, quam edifieavit dominus papa, ita quod si pluvia ava- 
ricie descendat et fluraina luxurie et venti superbie flent et irruant in illam, non 
possit cadere ; fundala est enim supra firmam petram, petra autem est Cristus. 

De institucione ordinis domus Theutonicorum.** i 
In nomine domini amen. Anno incarnacionis ejusdem hcxc tempore illo, \w 

i) ApulHe K. B. b) «liScU muteotatar K. edlüeatl «uteoUntur H. e) he« K. hne B. Oap. 1. i) Die 



der Zeit, ans welcher jenes Ordensgesetz stammt, im 18. Jahrhundert (nach Schönhuth's 
Ausgabe der Ordensstatuten), sondern auch in Dusburg's Zeit war der Orden noch in unan- 
gefochtenem Besitze seiner Erwerbungen in Achaja, Sicilion und Hispanicn. Die Zahl der 7 
Säule« ist also anders zu erklären. Um 4440 wird ausdrücklich Apulion und Sioilien als 
eine Bailei bezeichnet (Dudik, Münzsammlung S. 59. Anm. 4) und so scheint es. dass die 
Landcomthure von Sicilien und Spanien dem von Apulien schon früh untergeordnet waron, 
wie etwa die Comthure der deutschen Balleien dem Deutschmeister. 

1) Neuerdings 1857 and 4859 erschien die Geschichte des deutschen Ritterordens in 
seinen zwölf Balleien in Deutschland von J. Voigt, 2 Bde. 

t) In den Ordensgesetzen (Jap. VUI und hier bei Dusburg steht Auslria neben Theuto- 
nia, wonach es also dem Deutschmeister nicht untergeordnet war. In der ältesten Zeit d. h. 
che jenes Ordensgesetz erlassen ist, konnte Oesterreich wohl dem Deutschmeister unterge- 
ordnet gewesen sein, wie Bachem, Chronologie der Hochmeister S. 7 und Wal, Recherches 
Bd. 4. S. 333 annehmen. Die einzige mir bekannte Spur, welche auf diese Unterordnung 
hinweist, findet sich in der Urkunde von 1261 bei Duellius, hist. ord. Theut. III, 48 n. 2. In 
späteren Zeiten war Oesterreich als Kammerbailei des Hochmeisters von dem Verwaltungs- 
bezirke des Deutschmeisters sicher getrennt. Voigt a. a. 0. S. 223 ff. 

3) Apulien weist auf die italischen Besitzungen des Ordens Uberhaupt und nach dem 
Obigen vielleicht auf Sicilien und Spanien. Ueber die zahlreichen Schenkungen der Kaiser 
Heinrich VI. und Friedrich II. an den Orden in Unteritalien und Sicilien, vgl. Voigt, Gesch. 
Preuss. Bd. 2 und Toppen, über des deutschen Ordens Anfange etc. In den Neuen Preuss. 
Prov. Bl. 184». Bd. 1. 2. Auch in Oberitalien breitete sich der Orden aus; um 1271 kommt 
nach Wal, recherches, Bd. 2. S. 344 f. bereits ein Landcomthur der Lombardei, der Trevi- 
sanischen Mark und von Friaul vor. Ueber die Besitzungen des Ordens in Spanien s. Wal, 
hist. de l'O. T. Bd. 8. S. 544 und Recherches Bd. 1. S. 335 Note. Noch 1417 war die Com- 
thurei de Castellants in Leon im Besitze des Ordens, Recherches I. c. 

4) Romanien ist eine ganz gewöhnliche Bezeichnung für das griechische Kaiserreich. 
Ein Landcomthur des deutschen Ordens in Romanien wird zuerst 4286 erwähnt. Um 4*39 
war der Orden im Besitze eines Hospitals zu Andravida bei Patres. Wal, hist. Bd. 4. S. 473 f. 
Recherches Bd. 4. S. 397. Um 1337 ernannte der HM. Dietrich von Altenburg Johann v. 
Schemen zum Landcomthur in Romanien, und 1402 wird erwähnt Cunredus de Egloffstein 
ordinis . . dorn. Theut. per Alamaniam, Italiam, Siciliam, Apuliam et Romaniam magister ge- 
neralis Recherches I. c. S. 398 f. 

5) In Armenien erwarb der Orden die Ortschaften Combedefor und Heion schon vor 
1209 nach der Bulle Innocenz III. bei Wal, Recherches, Bd. 1. S. 869. König Leo von Arme- 
nien verlieh ihm im April 1212 das berühmte (famosum) Castell Amuda und vier andere Ort- 
schaften, dessen Schwiegersohn Euthon im Januar 1286 (anno Armeoorum 685) die ansehn- 
liche Stadt Haroma mit ihrem ganzen Gebiete, in welchem drei Abteien und eine Menge klei- 
nerer Ortschaften lagen Cod. dipl. ord. Theut. zu Berlin, Nr. 82 und 83. Weiteres über des 
Ordens Besitzungen in Armenien ist nicht bekannt. 

6) Es gab schon lange vor 1190 ein deutsches Hospital in Jerusalem, unter der Aufsicht 



26 



PETRI DE DUSBÜRG 



quando crvitas Achonensis esset a Cristianis obsessa et divina favente gracia 
de manibus infidelium recuperala, fuerunt ia exercitu cristia Dorum quidam de- 
voti homines de Bremensi et Lubicensi civitaübus, qui tanquam viri misericor- 
die ocutis compassionum intendentes in diversos et inlolerabiles defectus et 
incommoda infirmorum degencium in diclo exercitu, fundaverunt hospitale in 
tenlorio suo facto de* velo cujusdam na vis, dicte cooka tbeulonice, ubi diclos 
infirmos coiligentes, ipsis devote et humiliter serviebanl et de honis sihi a deo 
collatis carilative procurantes misericorditer perlractabant, altendentea, quod 
in persona cujuslibet infirmi vel pauperis suseiperent ipsum Cristum, qui dioet 
M»ith. 2s, hiis, qui a dextris erunt in judicio : esurivi et dedistis niibi manducare, sitivi et 
' dedistis mihi bibere, bospes cram et collegistis me, nudus eram et cooperuistis 
me, infirmus eram et visitaslis me etc ; et cum dicent : ubi te vidimus talia pa— 
cientem, reapondebit : amen dico vobis, quarodiu fecistis uni ex hiis fratribu* 
meis minimis, mihi fecistis. Ecce quomodo Cristus infirmos et debiles et de- 
spectos quosque fratres vocat ; et bene, caro enim et frater noster esU Sed quia 

•) d. fehlt K. 

des Meisters der Johanniter, dessen Geschichte am ausführlichsten dargestellt ist in dem er- 
wähnten Aufsätze in den N. P. P. B. 4 849, Bd. 4, S. SSI IT. Dieses ältere Hospital zu Jerusa- 
lem ging nach Eroberung der Stadl durch Saludin (1287) völlig ein, wie namenUich die Ur- 
kunde Friedrich s II. von i 1 229 zeigt, in welcher er es. nach der Wiedcrhefreiung der Stadt 
dorn deutschen Orden schenkt : domum, quam o I i m Theutonici ante amissionem terra sande- 
ln eivilate Jerosoliinitana lenebant, cum omnibus juribus, Berl. Cod. dipl. Nr. 84. Es 
jziebt keine historische Spur, das* die Personen, die Güter oder die Rechtsverhältnisse de« 
alten Hospitals zu Jerusalem auf das neue Hospital zu Accon Ubertragen wären. Diese« war 
eine neue Stiftung und von der alteren in einem Punkte wesentlich unterschieden, nämlich 
dadurch, duss sio von vorn herein nach Unabhängigkeit von dem Meister der Johanniter 
strehte, worauf schon die Bulle Clemens III. von 4 494 zielt, und diese Unabhängigkeit aueb 
trotz später erneuter Ansprüche der Johanniter, die wir namentlich aus der Bulle Gregor 1 » IX. 
von 4240 bei Hennes cod. dipl. 0. T. p. V kennen, behaupten. Aber eben die Ansprüche der 
Johanniter zeigen, dass man in der historischen Aulnissung die beiden nach Namen, Zweck 
und Einrichtung gleichen Hospitäler zu Jerusalem und zu Accon früh an einander ruckte und 
das letztere als eine Fortsetzung des älteren darstellte. Dies geschieht unseres Wissens zu- 
erst in einer Urkunde des Königs Andreas von Ungarn von 4 21 1 : Cruciferis de bospitali s. 
Marie, quod quandoque fuit In Jerusalem, sed ainodo peocatis exigeutihus situm est in Ac- 
caron. Bor). Cod. Nr. 96; sodann in einigen Urkunden Kaiser Friedrich'» II. ; domus hospi- 
talis s. M. Theut. in Jerusalem a . . Friderico avo noslro . . propagata, a . . Henrico patro 
nostro rebus et lihertatibos premunita, Urkk. von 4224 bei Hennes n. S5, SS, oder domus 
hospitalis s. M. Theut. in Jerusalem a predecessoribus nostris . . pmpngata, a . . Henrico pa- 
tre nostro . . premunita. Urk. v. 4224 bei Hennes n. 57, wo propegare so viel bedeutet, als 
eine aufgegebene Sache wiederherstellen ; avus noster Fridericus et pator Henricus . . et pa- 
truus noster Fridericus illustris Swcvorum dux ipsam domum dilexerunt et bonoraverunt, 
Urk. von 4 24 4 bei Voigt, Gesch. Prcuss. Bd. 2, S. 79, Amn. 2, wo man wohl an Verdienste 
Friedrich'« I. um das ältere, des Herzogs um das neuere Hospital zu denken bat. (Wenn 
Friedrich II. in einer andern Urk. von 1222 bei Hennes n. «2 den Orden avi et patris uostri 
ec nostm slructura specialis nennt, so ist hier wohl nur an die Gründung des neuen Hospi- 
tals zu denken, an welcher Friedrich 1. wirklich insofern Antbeil hat, als er derKaiserpolilik 
dlo Richtung auf Palästina gab und den Kreuzzug unternahm, auf welchem dasselbe ins Le- 
en gerufen ward.) So haben denn auch die Geschichtschreiber Jacob v. Vitry p. 4085, AI- 
bflricus p. 224 und die späteren Sanuto III, 7, c. 3, Yperius p. 626 u. a. diesen Zusammen- 
hang hervorgehoben, ohne die Stelle gehörig zu markiren, wo der äussere Zusammenhang 
unterbrochen ist. Der deutsche Orden selbst hat, da er sich von vorn herein am liebsten 
nach dem Hospital zu Jerusalem nannte, ursprünglich durch eben diesen Namen den Zusam- 
menhang heider Hospitäler hervorgekehrt; als aber die Johanniter mit ihren unbequemen 
Ansprüchen auf Oberaufsicht hervortraten, nannten sie sich eine Zeit lang lieber nach dem 
Hospital in Accon ; ja in dem Bericht de primordiis etc. (Beilage 4) wird der Name des spa- 
teren Hospitals in einer Weise erklärt, dass dadurch der Zusammenhang desselben mit dem 
älteren abgeleugnet oder wenigstens verdeckt wird. Dusburg steht ganz auf dem Stand- 
punkte dieses Berichtes. Unter ganz veränderten Umständen im 15. Jahrhundert kehrte 
der deutsche Orden , wie die Hochmeisterchronik zeigt , wieder auf den früheren Stand- 
punkt zurück und liess es sich angelegen sein, den Zusammenbang des neueren Hospitals 
mit dem allen möglichst hervorzuheben. 



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t 



CRONICA TERRB PRÜSS1B. PARS I. 27 

- dicit apoatolus : ego plantavi, Apollo rigavit, dominus autem incrementum de- t. c«a-.s,sr. 
dit; ex quibus verbis liquide licet appareat, quod neque is qui plantat, neque 
ia qui rigat, aliquid sit, sed qui incrementum dat, dcus ; tarnen humana diligen- 
cia impensionia eure solliciludinem debel impendere circa planlas, que adhuc 
novelle fruetus uberes afferunt et uberiores suo tempore ropromittunt. Unde 
cum dominus patriarcha Jeroaolimilanus, Henricus rex Jerosolimitanus illustris, 
Naznrenus et Tyrcnsis <?t Cosaricnsis archiepiscopi et Bethlemitanus et Achonen- 
sis episcopi , magister hospitalis saneti Johannis et magister domus templi et 
multi fratres nmbarum domorum pluresque barones terre sanete scilicet Radul- 
phus dominus Tiberiadis et dominus Hugo frater suus, et Raynaldus' domi- 
nus Sidonis, et dominus Eymarus k de Cesarea, et dominus Johannes deliibelino 
et multi alii de regno Jerusalem, et de Alemania' Conrad us Maguntinensis ar- 
chiepiscopus, Conradus Herbipolensis episcopus et cancellarius imperii Romani, 
Wolgcrius d Pataviensis episcopus, Gardolphus Halberstatensis episcopus, et Ci- 
censts* episcopus, Fridericus dux Swevie, Henricus palatinus comea Reni r et 
dux de Brunswich, Fridericus dux Austrie, Henricus dux Brabancie, qui ca- 
pHaneus tunc erat exercitus, Hermannus palatinus comes Saxonie et lantgra- 
vius Thuringie, Albertus marchio Brandcnburgensis et Henricus de Calendin« 
marscalcus imperii, Conradus marchio de Landsbergk h , Theodericus 1 marchio 
Misnensis, comites vero et magnates et quam plures nobilcs k dicti exercitus, 
oculo propiciacionis videntes, haue novcllam hospitalis planlacionem aliquales 
fruetus honoris et honestalis tempestiva quadam fecunditate producere, et spe— 
rantes indubitanter, quod domino incrementum dante, expansis ramis suis, 
uberrimam fruetuum copiam face rot in futurum, omnium prineipum supradicto- 
rum consilium in hoc resedit, ut dominus Fridericus dux Swevie nuncios so- 
lempnes fratri suo serenissimo domino Henrico vi. regi Romanorum, futuro im- 
peratori, milterel, qui apud dominum papam institucionom et confirmacionem 
hospitalis prebabiti impelraret. Papa itaque 1 audita hac legacione piis peten- 
cium preeibus inclinatus in diclo hospitali ordinem fratrum hospitalis Jerosoli- 
mitani circa pauperes et infirroos, fratrum vero milicle templi circa clericos et 
milites et alios fratres instituit et in noraine domini conGrmavit, concedens fra- 
tribus dicti hospitalis, ut nigra cruce et albo pallio uterentur, omnesque Uber- 
tates, immunitates et indulgencias, venerandis domibus predictorum hospitalis 
et templi ab apostolica sede concessas, indulsit, ut eis uterentur libere sicut 
illi*. Dignum enim erat, ut qui" in operacione virtutum pio vcllent proposito 

•) Beinoldu. K. b) Cywroi Codd. Adeomr, Ttrkünt AI mar Orkk. e) Wechselnd Alavania, AUmania, 
Almaoia, eelten Alamania: Codd. d) Volker J. •) CiaenaU X. ron Ciei J. ; 0 regni Codd. an dem 
Sin* J. g) Kaiend« J. Caladln K. h) Landnbergh B. i) Tb. K. Ditorieb J. Oer Mama fehlt B. 
k) Ob nobile« gegen die Codd. vor quam pluret 10 letien i»t? 1) Igitur B. m) qui fehlt X. 

i) Dass Dusburg in diesem Kap. den -Prolog der Ordensstatuten benutzte, zeigt 1) im 
Anfange die auffallende Uebereinstimmung in den Wendungen (a Cristianis — recuperata — 
fuerunt bis hotnines — diversos bis exercilu), S) der auffallende Irrthum, das« Friedrich von 
Schwaben seine Gesandtschaft mit König Heinrich von Jerusalem, Heinrich von Brabant etc. 
beschrossen haben soll ! 8) die Hinzufügung der alttcstamentlichon Vorbilder des deutschen 
Ordens. Von der langen Reihe der Fürsten aber, welche sich fUr die Gründung des Ordens 
interessirten, sind in dem Prolog der Ordensstatuten nur wenige genannt ; sämratlich und 
bis auf die beiden letzten sogar in derselben Reihe giebt sie der Bericht De primordiis etc., 
aus dem sie also ohne Zweifel entnommen sind. Von Dusburg rühren in diesem Abschnitt 
drei Zusätze her. Er nennt i) Friedrich'« Bruder Heinrich richtig den sechsten. Er schreibt 
») dem Pabsl Colcstin IM. in diesem Abschnitt zweimal, wie schon in der Vorrede einmal, 
nicht bloss die confirmacio, sondern auch die inslitucio des Ordens zu, was nach der vorigen 



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28 PETRI DE DUSBURG 

fieri pares, in assecucione apostolici beneficii essen t cotiquales. Sicque instilutus 
el confinuatus et multis privilegiis dotatus est venerandus ille oiilitaris ordo fra- 
truin hospitalis sancte Marie domusTbeulonicorum Jerosoliroitani. Hec est vioea 
domini Sabaolh electa, quam tu, Jesu Criste, instituisti, fuistique dux itineris in 
conspectu ejus. Plantasti radices ejus et implevil terra m, transtulisti eam postea 
et ejecisti gen t es de terra Prussie et Lyvonie et plantasti eam ibi, et sie exten— 
dit palmites suos usque ad mare et usque ad flumen propagines ejus. Hec ro— 
verenda milicia non solum in terra est ab hominibUs confirmata, verum eciam 
typo celi et terrc mullipharie prefigurata. Legimus enim in veteribus histortis, 

oen. u.magnuin palriarcham Abraham cum suis vernaculis cco. xrm. annos pro libera- 
cione fratris deum timentis decertasse el captivitate innocencium* con versa, 
postquam a cede regum reverteretur, eidem patriarebe encenia k munerum c panis 
et vini cum benediclione dei excelsi, quo protegenle hostes in manibus suis erant, 
a Melchisedecb rege et sacerdote fuisse oblata. Ex quo tempore tyrocinia fide— 
lium contra nacionum turbas ceperunt exerceri, revelante extunc spiritu saneto, 
quanto favore iis d , qni summum in ecclesia obtinet locum, talcs amplecti de— 
beaf tyrones, ad protectionis ecclesiastice benedictionem f eosdem speciali be- 
nevolencia suseipiens et suis indulgenciis et privilegiis encenia* patrimoniorum 
crueifixi militibus illis h oblata confirmans. üec milicia celi et terre typo preß— 
gurata sola et preeipua esse videtur', que vicem Cristi in obprobrio sue crucis 
doleat et terrara sanetam Cristianis debitam recuperare ab oppressione genti— 

Apoc.a.lium se devovit. Vidit namque Joannes ecclesiam militantem sub typo nove Je- 
rusalem de celis a triumphante descendere, in qua cum ceteris celestium virtu- 
tum agminibus potestales deo militant, quamlibet potestatem contrariam debel- 
lando. Que profecto visio nos ammonel, quosdam in ecclesia militante debere 
contineri milites, «quorum votum sit, inimicam ecelesie tyrannidero infidelium 
propulsare, staluente in omnibus altissimo terminos fideliara populoruui juxta 
numerum et officium angelorum dei. Huic ct k terre consonat testimonium. Nam 
subMoyse et Josue et aliis judieibus Israel milites dei nova bella, que elegit do- 
minus, eligentes, stirpem Enachim et ceteros iniquos terre sancte inhabitalores 
gyganteo maJicie coheredes leonum more invadentes funditus exterminaverunt, 
illis duntaxat exceptis, quos ad erudicionem 1 populi dei servavit dispensacio 
sub onere servitutis. Secundum vero incrementa temporiß religionis hujus simul 
creverunt prefiguraciones. David enim' secundum cor dei in regnum fidel iura 

a) innoernturo K. b) enlcnia (am Rand« «11m Mccnia) B. xenia. Lat. O. Statut. e) muaerii B. d) Gra- 
phlach tUtt it B. K. e) d. a. O. 8t»t. f) b. e. p. O. SUU f) entraia B. xenia O. 8tat. b) lUia a 
fidelibua. O. Stat. i) videtur eaae B. k) criam O. SUt. 1) namque K. 

Note als verdeckte Polemik erscheint. 3) Er fügt ausdrücklich hinzu, dass Coelestin dem 
Orden auch schon den weissen Mantel mit dem schwarzen Kreuze (dies vielleicht nach dem 
Chron. Oliv.?) und sümmtliche Privilegien der Tempelherrn und Johanniter verliehen habe. 
Allein die sämmtlichen Privilegien der beiden andern Ritterorden erhielt der deutsche Orden 
erst durch zwei Bullen des Pahstes Honorius III. von 4220 und 4221, Mennes n. *9 und 50, 
und den weissen Mantel erhielten die deutschen Ritter nach dem Bericht De primordiis erst 
in der Versammlung vom März (4 4*5) 44 98. Ueberdies ist es kaum wahrsebeinlich, dass der 
Meister der Tempelherrn damals einen andern als den weissen Templermantel mit rothem 
Kreuz übergeben habe ; das schwarze Kreuz dürfte erst wahrend des Mantelslreites der 
deutschen Ritter mit den Tempelherrn eben zur Unterscheidung angenommen sein, worauf 
der sonst unerklärliche Ausdruck : alhum mantellum presertim a vestrohabitu sie distinetum 
sfgnaculo speciali in der Bulle Henricus III. vom 4 7. April 4 222, Mennes n. 60, sich ru be- 
ziehen scheint. 

4) Die Erklärung dieser von J. missverstandenen Stelle giebt Dusburg selbst in der Pa- 
rallelstelle II, c. 9. 



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CROSICA TERRE PRÖSSIK. PARS I. 



29 



exaltatus, ut propheta futurorutn preschis, expressiora milicie hujus presagia 
presignans, legiones Cerethi et Pheleti merabra qucdara sue voluit esse familie*, £ "^' 3 '' 
quorum hoc esset oflicii, quatinus secundum proprii nominis significacionem ca- 2 -**iM5,i8! 
pitis sui custodes jugiter haberentur, ut videlicet insidiatores capitis David ex- 
terminantes mirabilf salute subjectos defensarent. Cerethi k exterminantcs, Phe- 
leti vero salvantes*mirabiliter interpretantur. Propheta quippe cum esset David 
et familiäre spiritus sancti Organum*, tarn presencia quam futura in scripturis 
veritatis intuens, distinctione sue cohortis edocuit, quod in novissimis tempori- 
bus caput ecclesie Cristus custodes foret habiturus, qui non* preciosiores ani- 
mas suas se ipsis facientes accingercntur gladio suo sancto' super femur suum, 
ut fortissimi Israel viri Salomonis lectuluin ambientes timores noclurnos tene- 
brose perfldie a finibus expellerent Cristianis: Subit eciam animum illud lau- 
dabile et deo dignum bellum Machobeorum, qui in deserto fcni cibo f pasti, ne 
participcs fierent coinquinacionis, zelo legis et fldei repleti, Äntiochum Epipha- 
nem et radicem iniquitatis, qui populum dei ad ritus gcntiles et lupanar ephe- 
borum * pertrahere nitebatur, dei suffulti juvamine contriverunt, ut sancta ite- 
rato mundarent, arcem Sion reciperent, et rcddcrent pacem terre. Quorum bella 
sacer hic ordo milicie videlicet domus hospitalis sancte Marie Theutonicorum h in 
Jerusalem strenue imitans 1 , membris honorabilibus meruit dccorari, diversis ad 
diversa digna deo officia laudabiliter ordinatis. Sunt namque milites et bellalo- 
res electi k xelo legis patrie manu valida hos tos 1 conterentes. Sunt et caritatis 
beneficiis affluentes, hospitum, peregrinonim et pauperum receptores. Sunt in- 
super, qui pietatis visceribus in hnspitalibus fonguidis et decumbentibus non 
abhominaUs squaloribus fervido spiritu subministraverint. Inter que membra 
dignum ac perutilem clerici locum habent,ut tanqum scintille in mcdiodiscurren- 
tes pacis tempore ad laycos fratres exhortaciones de observancia regulari faciant, 
et divina celebrent, ac™ sacramenta ministrent, sed ad arma convolantibus san- 
guinem vivere et mori " memoriam scilicet crucifixi doraini ostendentes, ad vir- 
tutem acuant preliandi, et sie a fine robustorum militum usque ad finem infir- 
morum decumbencium , quorum custodiunt consciencias , et muniunt exitus, 
forliter accingentes in suavitale spiritus sua ministcria excquunlur. Hunc ergo 
spiritualem ordinem ad utilitatem sancte ecclesie se generalius diflundentem 
congratulacionis oculodiversi summi pontifiecs intuentes", confirmaturn plurimis 
privilegiis et immunitatibus et libertatibus illustrarunt. 

De fratre Henrico Walpote primo magistro hospitalis sancte Marie domus % 

Theutonice. 

Frater Henricus dictus Walpote 1 magister primus hospitalis sancte Marie 

o 

a) familie fehlt K. b) Cerethi eaim O. SUt. e) Organum non O. 8Ut. d) quanto B. e) mncto euo 

O. SUt. f) feno eibi X. g) epheba» K. h) d. T. h. «. M. K. i) ntiUUna B. h) elü K. t) ho~ 

■Im fldei O. BUt, m) et B. n) O. SUt. Bei B. and K. ist die Schrift undeutlich. o) intoentee, ad 

<) Es giebtlS Familien am Rhein, die den Namen Walpot führen, Fahne, Geschichte der 
cftlnischen, jülichflehen und bergischen Geschlechter, Bd. 2, S. 189. Heinrich Walpot erhalt 
den Namen von Bassenheim zaerst in der Hnchmoisterchronik (45. Jahrb.), wohl nur, wie 
Hartknoch bemerkt, weil in der späteren preussischen Geschichte ein Walpot von Bassen- 
heim bekannt geworden ist. Aus der HM. -Chronik ist der Name in die spateren Chroniken 
Ubergegangen, auch von Voigt Bd. 3, S. 86 noch beibehalten. 



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30 



PETRI DK DUSBIRG 



dorous Theutonicoruin Jcrosolimitani prefuit multis annis, et obiit nonis [kalen- 
dis] ' Novembris 1 et sepultus est Achon. Huic cives Bremenses et Lubicenses, 
qui primi hu jus ordinis fuerant fundatores, ut dictum est, dum corapleto pere- 
grinackmis sue volo ad propria veilent redire, de consilio domini Friderici ducis 
Swevie predicti et aliorum nobilium de Alemama, qui fuenmt in obsidione civi- 
tatis Achonensis, dictum hospitale cum omnibus elemosinis*et atlinenciis, que 
tunc sufficientes erantf presentabant, ubi dictis infirmis cum suis fratribus hu- 
militer serviebat et necessaria ministrabat. Sed post captionem civitatis Acho- 
nensis predicte, idem frater Hcnricus emil quendara ortum infra muros ante 
portam sancti Nicolai, in quo b ecclesiam et hospitale et mansiones diversas ex- 
trnxit, deo ibi« cum suis fratribus serviens et infirmis. In qua ecdesia idem 
dux Fridericus de S wo via, in itinere peregrinacionis mortuus, est sepultus, quia, 
dum viveret, elegit ibi ecclesiasticam sepulturam 

a De fratre Olione magistro II. 

Frater Otto magister secundus prefuit multis annis, et obiit nu nonas Junii, 
sepultusque est Achon *. 

« De fratre Hcrmanno III magktro. 

Frater Hermannus dictus Bart magister tercius prefuit multis annis, et mor- 
tuus est un kalendas Aprilis, sepultusque est Achon 4 . 

s De fratre Hermanno de Salcza magistro IUI. 

isio-1239. Frater Hermannus de Salcza 4 magister quartus prefuit plurimis annis, obiit 

Cap. 2. t) »on» kal^dui Codd. k*let>di. i.t tu ttrrichcn, wi* J.'. I>brr«-« U n« irigt. b) In qua Codd. i» 
quo B. c) Wie B. Cap. 6. d) Abwecbwlad 8*lcn, felcm, Salt», teltn und 8»1» gochriebco. 

4) Dasselbe Datum geben die Necrologe bei Bachem S. 4 t, Wal recherches 3, 847 und 
Dudik, Münzsammlung S. 40. 

2)' Der Inhalt dieses Kapitels ist, wie die tbeilweise wörtliche Uebereinstimmung zeigt, 
ebenfalls aus dem Berichte de prhnnrdiis hergcflossen. Auch hier kehrt daneben die fehler- 
hafte Voraussetzung zurück, dass Friedrich von Schwaben mit den Kreuzfahrern von 1497 
gemeinschaftlich für den Orden gesorgt habe. Ungenau ist die Aogabe, dass die Bremer und 
Lübecker das Hospital unmittelbar an Heinrich Walpot Ubergeben, und dass dieser Heinrich 
nach der Eroberung Accons den Garten etc. gekauft habe. 

8) Die Todeslage der HM. Otto 2. Juni, Hermanu Bart 20. März, und Hermann von Salza 
St. Juli giebt Dusb. c. 3, 4, 5 unrichtig an. Nach den Anm. 4 angeführten Necrologen starb 
Otto den 7. Februar, Bart den 2. Juni, Salza den (9. oder 20. Marz, Conrad von Thüringen 
den it. Juli. Dusburg bat also die an sich richtigen Tagesdata zu falschen Namen gesetzt. — 
Der HM. Otto hat erst in dem Verzeichnis« bei Johann von Posilgo den Beinamen von Kirpin, 
dann in der Zamchl'schen Chronik von Kvrpin; ob etwa nach einem Calendarium? Einen 
Dominus de Kerpin treffen wir in dem Suppl. c. 9. Andere Nachweisungeu Uber das Ge- 
schlecht bei Voigt t, 56. 

4) Dieser HM. wird in zwei alten Calendarien beLDudik S. 4 t und in einem spateren 
aus dem 45. Jahrh. bei Voigt 2, 58 Anm. 1. Henricus Bart (auch Henr. Bart geschrieben), in 
einem römischen Calcndarium bei Dudik S. 40 Herbert genannt; der Name Hermann Bart 
kehrt bei Posilge und den spateren wieder. Welcher Name der richtige sei, ist nicht mehr 
zu entscheiden, auch über die Herkunft desselben ist nichts sicheres zu ermitteln. (Einen 
Grafen von Bart führt das Chron. Ltineb. bei Eccard I, p. 4408 an). Die Dauer der Regierung 
der drei ersten HM. (Walpol 4 0, Kerpen 6, Barl 4 Jahre) giebt zuerst Postige, die des ersten 
auch die Zamchl'&che Chronik. Darnach müsste Walpot's Regierung, da Bart's Nachfolger 
Hermann von Salza 424 0, spätestens 4 24 4, eintrat, schon 4290 oder 4294 begonnen. haben, 
was nach den Urkk. (vgl. Anhang 4) unmöglich ist. Mit der ersten Zahl werden aber auch 
die beiden andern bedenklich. Die Geschichte der drei ersten HM. ist bei Voigt Bd. 2, Cap. 4 
noch durch mehrere Züge aus der für diese Zeit unzuverlässigen JIM. Chronik und aus 
S. Grünau Trakt. V, c. 2-7 verunstaltet; dahin gehören namentlich die CliaraJiteriutiken 
derselben, die Capitclbcschlüsse und Bart's Tod in der Schlacht. 



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CRONICA TBRRE PRÜSSIE. PARS I. 31 

ix kaiendas Augusli, et sepultus est in Barleto'*. Hio fuit facundus affabilis, 
sapiens, circurnspectus, providus, et in factis fc suis omnibus gloriosus. Dum 
post electionem suam videret tarn tenerum statum ordinis optavit in audieneia 
fratrum aliquorum, se uno velle oculo carere, ut ordo saus tempore suo, quo 
preesset, tantum sumeret merementum, quod posset haliere in armts paratos 
decem fratres milites et non plures*. Sed quid fecisti in hac causa, o bone Jesu, 
qui justis petencium desideriis Semper presto es, et pia vota non desinis propi- 
cius intueri? Numquid fraudatus est a destderio suo? Gerte non. Imo destde— 
rium nnime ejus tribuisti ei superhabundanter. Tantum enim profecit ordo lem- 
poribus, quibus ipse prefuit, quod non longe post mortem ejus computata fiie- 
runt de nobili sanguin« regni Alemanie duo milia fratrum in ordne supradicto*. 
Ulustris eciam ille Tburingie lantgravius dominus Conradus, de cujus fa milia 
ipse, cum esset in seculo, fuerat 4 , cum copiosa comitiva nobilium dicti suseepit 
ordinis habitum regulärem*. Tempore eciam hujus fratris Uermanni meliora 
priviiegia tarn papaüa quam imperielia ordini sunt oollata. Magnifica quoquo 
dona in Apulia , Romania , Armenia , AJemania , Ungaria , sei licet territorium, 
quod dicitur Wurcsa* 4 , Ly vonia et Prussia temporibusf suis ordini sunt donata. 
Tantum enim exaltatus fuit per eum ordo, quod a seculo non est audilum, quod 
unquam aliqua religio vel ordo per nnum hommem tantum profecerit in hoc 
mundo. Nec mirum. Tantam enim graciam contulit ei deus», quod ab omnibus 
aniaretur et vere posset de ipso h dici, quod ditectus esset deo et hominibus', 
llabebat dominum papam et imperatorem preter alios prineipes et magnates in 
manu sua, et ita eorum animos ad se inclinavit, ut quiequid ab eis pro bonore 
et commodo ordinis sui peteret, impetraret. Unde factum est, quod postquam 
Veneti pro rebellione, quam contra imperium exercuerant, essen t gra viter cor- 
recü, magnam partem sanete crucis Friderico imperatori secundo pro speciaü 
munere obtulerunt, quam idem imperator diclo mag ist ro dedit, qui eam versus 
Prussie partes misit ad Castrum Elbingense, ubi usque in presentem diem a 
cristifidelibus in magna Teverencia habetur, propter erebra miracula, que per 

•} Bufetho K. b) io bctüqu« B. c) pndicto B. d) Die Wort« da cqjoa . . tntnt fehle» X. 
V) Wurtx» B. Qdtao.B. g) donteiu B. b)l|»telC. I) mmI hinter bominibus B. 

4) Hermann von Salza wird urkundlich zuerst am 15. Febr. 424 4 erwähnt: Hermannus 
mapister Alamannortfm Herl. Cod. Nr. 59. Als seinen Todestag geben die Calundaricn bei 
Bachem und Wal a. a. O. den 19. März, die Cnlendarien bei Dudik S. *• und Yoigt 2, 652 
den 30. Marz ; auf diesen Tag weist auch Dushurg's nur zu Bart's Namen verschobene An- 
gabe. Ueber sein Todesjahr vgl. Historiogr. S. 264. 

2) Man erinnere sich hier der Schilderung der Armuth und der Entbehrungen der Or- 
densritter in den ältesten Zeiten, im Prolog. 

5) Näheres bei Dush. IV, c. SS. 

<) Das Land Bona oder Rurza wurde dem Orden von König Andreas II. von Ungarn laut 
Urk. von 424 4 verliehen. Es liegt in Siebenbürgen an der Grenze der Walachei und erstreckt 
«ich nordöstlich bis zum Szeklerlande, von dem es auf eine Strecke durch die Aluta getrennt 
ist, nordwestlich bis zum Fogamscher Oistricte. Der Orden erbaute daselbst unter glückli- 
chen Kämpfen gegen die heidnischen Cumancn die Kreuzburg und vier andere Burgen. 
Seine rechtliche Stellung zur Krone und zurtjcistlichkcit verwickelte ihn in Streitigkeiten, 
welche, da gleichzeitig eine starke Partei im Reiche, geführt von Bela dem Sohne des Kö- 
nigs, den letztern zur Wiedereinzichung übereilt verschenkter Kronguter nöthigte, den 
schwachen König Andreas veranlassten, die Schenkung (etwa 4 294 ) zu widerrufen. Zwar 
bestat|gte er sie gleich darauf 1x22 nochmals, aber als nun 422« auf des HM's BiUcn Pabst 
Honorius III. das Ordensgehiet für ein Eigenthum des heiligen Petrus erklärte, wurde der 
Orden aus demselben vertrieben, und alle Versuche des Pubstes und des HM. 's, seine Re- 
stitution zu bewirken, blieben vergeblich. Vgl. Schuller, die deutschen Ritter im Burzen- 
lande, mit allen einschlagenden ürkk., in dessen Archiv für die Kenntnis« Siebenbürgens, 
Bd. 4. S. 464—262. 



32 PETRI DE DUSBLRG 

ipsaro dominus operatur 1 . Accidit et quod dum inter dominum Honorium pa- 
pam in. el Fridericum u. imperatorem aliqualis dissensionis materia verteretur 
occulta, uterquc causam suam eidetu fratri Uermanno difiiniendam commisü, 
quod cum audiret ipse, renuit, asserens magnaiu indecenciam, si domlnorum 
tocius mundi causam in se susciperet, cum ipse esset persona humilis et in nul- 
lius dignitatis preeminencia constitutum Unde factum est, quod ipse dominus 
papa et imperator, ut idein frater Hermannus in majori reverencia baberelur*, 
ei et suis futuris successoribus in officio magisterii ordinis domus Theutonice 
constitutis dignitatem principis contulerunt, el in signum hujus principatus do- 
minus papa annulum ci optulil et imperator insignia regalia imperii deferenda 
in suo vexillo indulsit, et sie inter eos coroposicionem amicabilem sepius ordi- 
navit fc *. 



EXPLICIT PRIMA PARS LIBRI HUJUS. INCIPJT SKCUNDA PARS. 
DE ADVENTU FRATRÜM DOMÜS THEUTONICE IN TERRAM PRUSS1E. 

i De vastacione terre Coknenris per Pruthenas. 

Tempore, quo nobilis ille ac illustris cristianissimus prineeps Conradus 
dux prineipatum tenuit in Masovia, Cuyavia el Poloma *, fuit quidam episcopus 

a) habMtur B. b) ecd. tep. Ii. 

1) Eine eigentliche Empörung Jer Venetianer gegen das Reich ist in der Zeil Fried- 
rich's II. nicht vorgekommen ; schwierig zeigten sie »ich gegen ihn während des Kreuxzu- 
ges von 1128 (Veneti vacillabant bei Conr. Ursperg.). Im Marz 1131 besuchte Friedrich Ve- 
nedig und beschenkte die Marcuskirche reichlich. Godofr. Colon, bei Boehmer föntest, 364. 
Auch ertbeilte er damals den Venetiancrn ein wichtiges Handelsprivilegium und lobte in der 
l'rk. darüber die Zuneigung des Dogen und der Stadt. Boehmer Regest. $.4 31. Nr. 745. Viel- 
leicht erhielt er damals die magna pars s. crucis Als Gegengeschenk. Diese magna pars s. 
crucis ist ohne Zweifel nicht verschieden von der crux de ligno'domini gloriosa, deren Ver- 
ehrung in Prcussen Pabst Gregor IX. schon in einer Bulle vom IX. Octob. 1333 Cod. dipt. 
Pruss. I. n. 3t anbefahl. Dann wurde sie jiicht direet nach Elbing geschickt, sondern ist 
dahin erst im Fortgange der Eroberungen des Ordens gekommen. — Dusburg erwähnt an 
Reliquien das Haupt der heiligen Barbara in Culm III. c. 86, einen Theil des heiligen Kreu- 
zes in Elbing I. c. 5, Holz vom Kreuz des Herrn in Brandenburg IV. c. 4 22, und nicht naher 
bezeichnete Reliquien in Barlenslein III. c. 421 und in Christmcmel III. c. 34 3. 

2) Der HM. war viele Jahre lang als Vermittler zwischen Pahst und Kaiser thutig, doch 
weiss die Geschichte nichts davon, dass er jemals als Schiedsrichter zwischen beiden ent- 
schieden habe, worauf doch Dusburg hindeutet (causam difiiniendam commisit), ohne es 
ausdrücklich zu sauen, und was erst die HM. Chronik behauptet, der Voigt 2, 4 49 f. folgt. 
Aber auch schon bei Dusburg hat der Bericht ein sagenhaftes Gewand angenommen, da je- 
denfalls diu Verleihung der fürstlichen Würde an Hermann nicht die Folge der bescheidenen 
Weigerung gewesen ist. Im Chron. Ol. ist von diesem sagenhaften Verlauf der Sache noch 
keine Spur Die fürstliche Würde ist dem HM. durch die Schenkungsurkunde des Kaisers 
über das Culmerland von 4226, Hennes n. 70, (wie kurz vorher den Bischöfen von Riga und 
Dorpal durch die Urkk. König Heinrich's VII. von 1223 bei Boehmer Regest. S. 223. Nr. 98, 
99) verliehen ; seit jener Zeit also durfte er den schwarzen Adler (Wigand Marb. im Prolog) 
in seinem Wappen (in galca, vexillo et clypeo Chron. Ol.) getragen haben. Den Ring erhielt 
der HM. als das übliche Symbol der Investitur; die drei bis dahin bekannt gewordenen 
päbsllichcn Investiturdiplome überPreussen sind ausgestellt für Hermann von Salza 1234 Cod. 
Pruss. I. n. 35, für Gerhard von Malberg 1243 Dreger cod. Pomm. n. 160, und für Anno von 
Sangershausen 1257 Dreger n. 296. In dem zweiten kommen ausdrücklich die Worte vor: 
te dileetc . . magister . . annulo nostro de terra investienles eadem. Darnach dürfte der Ring 
dem Hochmeister Hermann im Jahre 1234 verliehen sein. Anders Voigt 2, 152 f. 

3) Conrad erhielt im Jahre 1205 Masovieo und Cujavicn mit dem Dobriner und Culmer 
Lande von seinem alteren Bruder Leszek, und nahm, weshalb Dusburg hinzufügt Polonia, 
nach Leszek's Tode im Jahre 1227 auch Krakau und die Uhrigen Lander desselben in An- 
spruch-, ohne sie dauernd behaupten zu können. Er starb im Jahre 1247, nachdem er schon 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS II. 



33 



de Prussia, Cristianus nomine, ordinis Cisterciensis, qui divini verbi semen se— 
pius sparsit inier Pruthenos 1 , exhortans eos, ut relicta ydolatria deum verum 
colerent Jesum Cristum. Sed quia hoc semen cecidit in terram non bonam fruc- 
tutn nulluni* fecit. Tantum enim erant obstinati in malicia sua, quod nulla mo- 
nita salutis eos ab infidelitatis sue errore poterant revocare. Unum tarnen fuit 
in eis factum laudabile et multipliciter commendandum, quod licet ipsi essent 
infideles, et diversos deos colerent, pacem cum Cristianis vicinis nihilominus 
habuerunt, nec k eos in cultura dei vivi impediebant, nec aliqualiter molesta- 
hant. Sed hoc inimicus humani generis, pacis emulus, non diu sustinens su- 
perseminavit ziiania. Excitavit enim persecucionem durissimam inter eos, ut 
infra paucos annos cristifidelibus partim trucidatis, quibusdam captis et in ser- 
vitntem perpetuam deductis, paucis fuge presidio salvatis, Pruthenj' terram 
Golmensem penitus destruentes in solitudinem redegerunt*. 

FlM M«UuU. Cap. 1. a)-multum K. b) mc fehlt K. c) Pn.th.mi Müt K. 

lange »vor dem einen seiner Söhne, Casimir, Cujavien (Casimiros diu Cojaviae schon iiäi , 
4 233), einem anderen, Boleslaw, zuerst Sendomir, dann nach Verlust dieser Landschaft ei- 
nen Theil von liasovien verliehen hatte. Roepell Gesch. Polens 4, 404, 4(8, 490. Man beachte 
wohl, dass Dusburg Conrad hier princeps crislianissimus, anderwärts vir totus deo devotus 
et fidei zelator (II. c. 40) nennt, während Dlugoss 1, 620 und andere polnische Schriftsteller 
ihn in sehr ungünstigem Lichte darstellen ; ferner, dass er ihn nicht Herrn desCulmeriandes 
nennt, wie das Chron. Oliv., die polnischen Schriftsteller und eine Reihe von Zeugen in dem 
Process von 4 339 Dzialynski Lites I, 72, 77, 4 07, 480, nach deren Aussagen Culmerland pro 
magna parte von Polen bewohnt, die Ossa Grenzfluss gegen Preussen war. Es hangt damit 
zusammen, dass Dusburg die ersten Angriffe der Preussen unbestimmt gegen die Cristianus 
vicinos gerichtet sein lässt, wo das Chron. Oliv, ausdrücklich Culmerland und Lübau nennt; 
jener Ausdruck ist geeigneter, die Grenz Verhältnisse zu verhüllen. 

4) Von Christian s Herkunft und früherer Geschichte ist nichts Uberliefert, als dass er 
dem Kloster Oliva angehörte Chron. Oliv. Denn die Berichte Grünau' s IX, 4 . 4J. 4 sind, wie- 
wohl sie sich theilwelse (Geburt in Freienwalde, Aufenthalt in Kolbaz etc.) bis in Voigt's 
Preuss. Gesch. 4, 430 fortgepflanzt haben, erdichtet. Aus den nicht ganz übereinstimmenden 
Berichten des Chron. Moni, seren. ad a. 4 209 und 4 24 5 und des Aibericus ad a. 4 207 (vgl. 
Beilage 8), so wie aus der Notiz in Innocenz III. Bulle vom 4. September 4240 (nicht 424 4), 
Epist. Innoc. XIII. n. 4 28, Raynald. Annal. eccl. 4 24 0. n. 27: Cristianus, Philippus et qui- 
dam alü monachi . . ad partes Prussiae de nostra licentia in humilitate spiritus accesserunt, 
ut ibidem semen verbi dominici seminandb etc. — scheint sich zu ergeben, dass Christian von 
Oliva, ebenso wie Philipp, schon mit Gottfried von Lugna (Lekno im heutigen Grossherzog- 
thum Posen), der den Preussen seit 4207 das Evangelium predigte, in Verbindung gestanden 
habe, was Voigt 4, 432 nur deshalb bezweifelt, weil er die von Aibericus ad a. 4 207 angege- 
benen Thatsachen auf den Zeitraum dieses Jahres zusammendrängt. Den Titel Bischof er- 
halt Christian von dem Herzog Wladislaw von Kaiisch schon in einer Urk. von 4242 Cod. 
Pruss. I. n. 7, allein der Pabsl nennt ihn in einer Bulle vom 40. August 4242 (nicht 4243) 
Innoc. Epist. XV. n. 447 noch schlechthin frater ordinis Cisterc. und erst in zweien Bullen 
vom 48. Febr. 4 24 5 bei L. David 2, 22 Bischof; und jene Titulatur kann wohl mit Rücksicht 
auf die bestimmte Angabe des Chron. Moni, sereni als devote Anticipation betrachtet wer- 
den. Ueber Christian's Aufenthalt in Caiuin 4246 und 4 218 geben mehrere Urkk. im Neuen 
Pommerschen Codex (schon angeführt von Barthold, Gesch. Pommerns 2, 345, 348) Zeugniss ; 
im August 4 249 war er mit mehreren Bischöfen in Trebnitz zusammen. Wohlbrück, Gesch. 
von Lebus 4, 97. Im Jahre 4220 finden wir ihn in llalberstadt nach dem Chron. Mont. Seren, 
und auf Verrichtungen in jenen Gegendeu weist schon die päbstliche Bulle vom Mai 4 24 9, 
Cod. Pruss. I. n. 4 4. Bald nach dem Einzüge des Ordens in Preussen wurde er durch die 
Hinterlist der Heiden gefangen, Cod. Pruss. I. n. 32, es mag dahingestellt bleiben, ob im 
Jahre 4234, wie Watterich, Ordensstaat, S. 94 f., oder im Jahre 4233, wie Voigt 2, 245 glaübl. 
Die Gefangenschaft Christians dauerte bis etwa zum Jahre 1240. Act. Bor. 4, 430. Er starb 
im Jahre 4245. Dlugoss I. p. 703. 

1) Dusburg' s Darstellung ist c. 4—6 leider so summarisch, dass sich der chronologische 
Zusammenhang der Ereignisse schwerlich noch sicher wird herstellen lassen. Das Recht, 
sein Bekehrungswerk durch Kreuzfahrer zu unterstützen, erhielt Christian durch die pabst- 
tichen Bullen vom Jahre 4 24 7 und 4248, Cod. Pruss. I, 4—40, und »viele Jahre« vor 4222 ist 
das Culmerland von den Preussen verheert worden: «Castrum Colinen per multos annos a 
Pruthenis destruetum et desolatum« — »quondam castra« — »quod quondam habuerunt« in 
der Urk. Herzog Conrad'« von 4222, Act. Bor. 4, 62. Nach einer leeren Phrase Luc. David's 
2, 28 setzt Voigt 4, 443 f. die Verheerung des Culmerlandes in das Jahr 4 24 5 ; auch die zwei- 

SeripU r. P. I. 3 



PETRI Dfi DüüBtRG 



«, De vaslacione lerre Polonic. 

Et quia idem dux principiis non obslilit nec contra violentos ipsorum* au- 
sus et conamina reniedium adbibuit oportuüum ad ulleriora, cldeteriora proce- 
dentes invascrunt lerram Polonie cum magna potencia pugnatorum toi viribus, 
et tanta datnna intulerunt ei, quod combustis edificiis homines etatis adulie 
percusserunl gladio, et midieres et parvulos in Servituten! perpeluam deduxe- 
runt k ; et si forte nliqua raatrona gravida c in parlu ipsos sequi non poterai, eam 
occiderunt; rapientes eciam a infanles de bracbiis ruatrum infigendo in sudesse— 
pium intcrfecerunt. Sicque lerram adeo vastaverunt, quod de omnibus muni- 
cionibus et castris ducatus sui non remansit ei nisi unum Castrum situm supra* 
fluvium Wisele, quod Ploczko r dicebatur. Insuper c<x coclesias parocbiales pre- 
ler monasteria regularium et secularium clericorum, capellas, cenobia mona- 
chorum et claustra sanetimonialium incendio destruxerunt 1 . Sacerdotes et alios 
clericos tarn religiosos quam seculares, quosdam extra septa ecclesie, alios in- 
tra, plures in altari, dum sacrosaneta corporis et sanguinis domini nostri Jesu 
Cristi traclarenl ministeria 1 , trucidantes, ipsa sacramenta in contemptum dei 
irreverenter in terram proicientes, pedibus conculcabant. Calices, ampulas et 
alia vasa ecclesie corporalia vestesque h sacras ad divinum cultum dedicata de- 
fcrenles ad illicilos usus perlrabebant, cum virginibus deo dicatis de claustris 
suis violenter extractis impudice sua ludibria exercentes. Et ut brevitcr conclu- 
dam, nullus sufliceret ad plenum scribere, quanta mala et facta detestabilia 
fidei et fidel ibus irrogarunt. 

s De muneribus datis Pruthenis ad placandam seviciam ipsorum. 

Antequam dicla terra Polonic sie penitus destrueretur, cum adbuc aliquid 
residuum 1 superesset, idem dux in tantum coactus ab eis et angustiatus fuit, 
quod quocienscunque dieli Prutheni nuncios suos milterent ad cum pro equis et 
vestibus boni coloris, non audebat aliqualiter denegare. Sed cum non haberet. 
unde satisfaceret eis, voeavit ad conviviuiu suum nobiles et alios et uxores 
eorum, et dum sederent leli in mensq comedentes et bibentes, jussit secrete 
vestes et equos ipsorum prenominatis in fidel iura nuneiis 2 presentari. Noc hoc 

Cap, 2. ») iptorum fehlt 0. b) »erv. pentox. K. c) fr**, ramtr. R. d) et B. c) »tiper K. 
f) Plocake K. g) miniiteri« K. B. »Uteri« W. T. II. h) •( t*«tc« B. Cftp. 8. I) rat. al. B. 

jährige Waffenruhe welche er darnach folgen lassl , beruht auf unzureichenden Voraus- 
setzungen, vgl. Voigt 3. 566. Nähere Nachrichten haben wir nur über Kreuzfahrten aus den 
Jahren 124 8 (Annal. Pra«. im Anhang,, 4 222 Gründung de« Culmer Bisthums nach der er- 
wähnten Lrk. von iiii) und 1223 (lrk. von 4 223 Act. Bor. 1, 275). 

4] Auch hier fehlt es leider an näheren chronologischen Angaben. Jedenfalls aber ist 
hier nicht von einem einmaligen, sondern von oft wiederholten Einfallen die Rede, die sich 
nach den l'rkk. bis gegen Ende des dritten Jahrzehnts hinzogen : sanetae ecclesiae graviter 
in Masovia ab immundis paganis Pruthenis oppressae et paene jam ad exterminium per- 
duetae, Urk. vom 2. Juli 1228, Cod. Pruss. I, n. 19. Voigt macht von der Notiz über die ver- 
brannten Kirchen unkritisch zweimal Gebrauch, bei dem Jahre 1218, wo er von 300, und 
bei dem Jahre 4223, wo er von 250 verbrannten Kirchen spricht, Bd. 4, S. 445 und 457. 
Dcido Zahlenangaben finden sich zwar in verschiedenen Chroniken, aber sie haben beide 
keinen anderen Grund als den Bericht Dusburg's. Dass bei einem Einfalle von 4 222 auch die 
Stadt Plock von den Preu.wen erobert sei, sagt zuerst Dlugoss I, p. 628, wahrscheinlich die 
preussischc Tradition missverstehend. Das MissvcrstHndniss ging aber in Cromer p. 527, aus 
diesem in L. David 2, 24 ;hUjr mit neuen Zugaben), aus diesem endlich in Voigt s Preuss. 
Gesch. 4, <57 über. 

9) Die HM. Chronik bei Matth. Analccta 5, 692 nennt sogar die Namen dieser Gesand- 
ten : l.ettewen, Preroch, Corandt. 



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CRONICA TEURE PRUSS IE. PARS II. 



35 



profuit quicquam, nec potuit eorum seviciara mitigare, quin destruerent dictatn 
terram, ut superius est premissum. 

De fratribus ordinis militum Cristi. * 

Cum itaque predictus dux videret, terram suam sie miserabililer deficere, 
nec eam posset aliqualiter defensare, de consilio fratris Cristiani * episcopi Prus- 
sie et quorundam nobilium pro tuicione terre sue instituit fratres milites Cristi* 
appellatos cum albo, pallio rubro gladio et Stella', qui b tunc in partibus Ly vonie 
fuerant*, et muitas terras infidelium potenter subjugaverant* lidei Cristiane, et 
episcopus predictus quendam viruro discretum, Brunonem dictum, et cum eo 
quatuordeciin alios ad dictum ordinem investivit. Hoc facto idem dux ipsis fra- 
tribus edifieavit* Castrum, dictum Dobrin, de quo ipsi postea fratres de Dobrin 
fuerant appellati, deditque ipsis allodium seu predium in terra Cuyawie, quod 
fuit Cedelicze nuneupatum*. Convcnerunt ipse dux et fratres sub his pactis, 
quod ipsi equaliter dividerent inter sc terram infidelium', quam possent sibi 
cooperante domino in posterum subjugare. Quod cum Prulheni pereepissent, 
provocati amplius, cum copiosa multitudine armatorum dictum Castrum Dobrin 
sepius iinpugnaverunl, tamque infesti fuerunt illis fratribus, quod vix aliquis 
ipsorum extra septa castri audebat comparere. Immo tandem ad hoc deventum 
fuit, quod quinque vel quatuor Prutheni ausi fuerunt circa ipsum Castrum sua 
latrocinia exercere 7 . 

C&p. 4. ■) Criiti B. und ladet K., fehlt im Text K. b) qui ttoht in allen Handschriften, und jjenau an- 
schliessend übenetxt J. ; qula hujntmodi milites in Lironla malt« fecerunt, Ttrdrrbt der Epitomator. Voigt 
conjieirt In dar Oeeeh. der Bid«h»engea*Uechaft, Beil. 12. 8. 260: qui» hei»M, in der Gesch. Pmw. 1,401 : 
ad modum*orum qui. c) de conwn.n dicti episcopi et quorundam nobiliutn Institnit fratres milites Christi 
appeUatoe cum albo paUio, rubro gladio et Stella, qui tunc in Livonla erant, et multaa Urraa ab InndetiUto 
liberaverant. D. 

1) Suorum militum. Chron. Oliv. 

2) Als SUftuniiSjahr des Dobriner Ordens wird ganz ohne ürund das Jahr 4222 angege- 
ben. Schütz fol. 16 und Henel von Hennenfeld p. 2(4, welchem Neuere in dieser Annahme 
folgen, schreiben nach Cromcr p. 528, welcher für die Stiftung des Ordens kein bestimmtes 
Jahr angiebt, die Begebenheit aber unmittelbar nach einem Kreipniss von 4222 erzählt. Das 
Chron. Oliv., welchem Ülugoss 1, p. 684 folgt, erwähnt die Stiftung des Dobrinerordens 
unmittelbar nach einer Thalsache von 1224 ; daher, und weil sowohl nach dem Cbron. Oliv, 
als nach Dasburg die Stiftung des Dobrinerordens der ersten Unterhandlung mit dem deut- 
schen Orden (4226) vorausgehen soll, setzt Voigt die ersterc in das Jahr 4225, Dd. 4, S. 460. 
Allein die chronologische Folge dieser früheren Thatsaehen ist im Chron. Oliv, und beiDusb. 
so wenig gesichert, dass sie auf die Beurtheiluog der Urkk. von gar keinem Einfluss sein 
kann. Nun erscheinen aber die Urkk. des Herzogs Conrad vom 4. Juli 1228 und des Bischofs 
GUnther von Ptock vom 2. Juli 1228, in welchen dem Dobriner Orden Rechte und Besitzun- 
gen zugesichert werden, Act. Bor. 1, 396. Cod. Pruss. I, n. 19 gar nicht anders als Stiftungs- 
urkunden, wie denn auch die pabstliche Bestätigung des Ordens am 28. Octob. 1228 folgte, 
Cod. Pruss. I, n. 20. Vgl. Historiogr. S. 275 f. Darnach Watterich, die Gründung des deut- 
schen Ordensstaates, S. 86. 

8) [Albertus episcopus) fratres quosdam militiae Christi instituit quibus dominus pnpa 
Innocentius III. regnlam Templariorum commisit, et Signum in veste ferendum dedit, scili- 
cet gladium et crucem, et sub obedientia sui episcopi esse mandavit. Hcnric. Lctt. p. 22. 
Vgl. Dlngoss I, p. 586. 

4) Man erkennt aus diesen Worten nicht genau, ob wirklich von der Gründung eines 
neuen, oder von Verpflanzung eines Theilcs des Inländischen Ordens die Rede ist. Das vor- 
hergehende instituit, so wie die Urkk. vom 4. Juli 1228 (contuli magistro militum Prussiae et 
fratribus ejus milttaturis contra Prutbenos more Livonicnsi . . .-) und vom 28. Octob. 1228 
(episcopus . . vestram militiam ad excmplar militiae Christi de Livonia provide ordinovit) 
sprechen für das ersterc, an sich Wahrscheinlichere. Das Chron. Oliv, scheint das letztere 
zu glauben : voeavit quosdam religiosos milites, qui dicehantur milites Christi. 

5) tradidit. Chron. Oliv. 

6) Die Schenkung von Sedice (Szadlowice bei Inowraclaw) ist in der Stiftungsurkundc 
vom 4. Juli 4228 ausdrücklich enthalten. 

7) Was Voigt 1, 464 f. von den Streifereien der milites Christi bis Pomesanien und von 

3* 



36 PBTRI DE DUSBURG 



s De donatione terre P sie, Colmemis et Lubovie facta fratribus ordinis 

Hoc eodem tempore ordo domus Theutonice per fratrem Hermannum de 
Salcza, magislrum ejusdem, in multiplicacione fratrum, in diviciis, potencia et 
honore multum profecerat, ita quod odor bone fame ipsius longe lateque diffu- 
sus t andern ad noticiam dicti ducis pcrveniret*. Hoc resed.it in corde ipsius di— 
vinitus inspiralum, quod dictos fratres vellet ad defensionem sue terre, fidei et 
fidel ium invitare, ex quo videret h , quod fratres militcs Cristi, per eum ad hoc 
instituti, noo proGcerent in hac causa. Convocatis ergo episcopis et nobilibus 
suis, aperuit eis sensu m suum, petens super c hoc salubre consilium sibi dari. 
Qui consenserunt unanimiter votis suis, addentes, quod relacione veridica in- 
tellexissent, dictos fratres esse milites strenuos in armis et ab annis adolescen- 
cie sue in prelüs exercitatos, insuper et apud dominum papam et imperatorem 
et principes Alemanie gratissimos et acceptos, sie quod sperarent indubitanter, 
quod in favorem ipsorum dominus papa faceret' passagium in subsidium dicte 
terre. Unde misit solempnes nuncios cum literis suis ad dictum fratrem Her- 
mannum magistrum, qui dum causam itineris coram eo et fratribus suis expo- 
suissent r , idem magister post multa consilia variosque tractatus cum fratribus 
suis habitos super ' hoc arduo negocio tandem per suggeslionem domini pape et 
imperatoris Friderici u. et prineipum Alemanie, qui consilio et auxilio ei assis- 
tere promiserunt in hac causa, dicti ducis preeibus acquievit. Misit itaque dic- 
tus magister fratrem Cotfradura de Landisbergk et quendani aJium fratrem sui 
ordinis ad ipsum ducem Polonie, ul explorarent terram Golmensem et viderent, 
si de« voluntate ipsius nunciorum legacio processisset. Qui cum venirent Polo- 
niam, duce in remotis agente, venit exercitus Pruthenorum et terram Polonie 
rapina et incendio devastavit. Quem exercitum dicti fratres de mandato domine 
Agafie h uxoris ducis, assumpta sibi multitudine Polonorum, viriliter sunt agressi 
in bcllo, sed Prutheni ex adverso se opponenles, fugientibus Polonis in primo 
congressu, dictos fratres letaliter vulneraverunt, et capitaneum exercitus Polo- 
norum captum dcduccntcs mullos de populo interfecerunt < . Scd domina pre- 
dicta post conflictum fratres semivivos in campo relictos reduci roandavit et per 
curam medicorum sanari. Qui fralres dum sanati essent, legacionem sibi com- 
missam prudenter peregerunt. Qua audita predictus dominus Conradus, dux 
Polonie, prehabila matura deliberacione, ut premissum est, de consilio, voluntate 

Cap. 5. ») pcnrcuieiu K. B. b) vldctur B. e) wpr» K. d) Uew X. e) cxporaintt B. f) m- 
pn K. g) dt Müt B. h) AgtOe B. 

der zweitägigen Schlacht bei Strasburg, aus der nur 5 Ritter entkommen sein sollen, er- 
zählt, entnahm er au» L. David 3, 7—9, dieser aus keiner andern Quelle als Grünau IV, *, 
g. 3 und VI, 4, %. 2. Der Ort der zweitägigen Schlacht heisst bei Grünau Kreuzburg, und ist 
von L. David, weil er das unglaublich fand, in Strassburg geändert. Ausser den dürftigen 
Notizen des Chron. Oliv, und Dusburg's und 8 Urkunden, aus der Zeit von 4828— 4236 ha- 
ben wir keinen Originalbericht über die Dobrinerritter. Ueber die Versetzung derselben 
nach Drohiezyn handelt die Urk. von 4 237 bei ü. K. et M. cod. dipl. Pomeran. 4, 556. Die Rit- 
terbrüder von Drohiezyn erwähnt auch die IpaUsche Chronik (russisch). Vgl. Karamsin, 
Gesch. des russ. Reichs 3, 226. 

4) Dos Chron. Oliv, weiss von diesem Kampfe nichts. Grünau VI, 8, g. 2, 3 nennt den 
von Dusburg nicht namentlich angeführten Ordensbruder Otto von Saleiden, giebt beiden 
Ordensgesandten ein Gefolge von 48 Reisigen und schildert die Schlacht gegen die Preussen 
in seiner Weise ausführlich. Diese Fictionen fanden durch L. David 2, 4 8 f., 3* f. auch bei 
Voigt 2, 468 Eingang. 



CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS II. 37 

unanimi et consensu expresso uxoris sue Agafie et filiorum suorura Boleslay*, 
Kasimiri' et Semoviti* dedit dictis fratribus domus Tbeutonice presenlibus et 
futuris terram Colmensem et Lubovie et terram, quam possent favente domino 
in posteram de manibus inßdelium expugnare, cum omni jure et utilitate, qui- 
bus ipse et progenitores sui possedcrunt in perpetuum possidendam, nihil sibi 
juris aut proprietatis in ipsa resorvans, sed renuncians omni actioni juris 4 vel 
facti, que sibi aut uxori sue vel filiis sive successoribus possei competere in 
oisdem. Et ut hec donacto flrma esset et perpetua nec ab aliquo in posteram 
posset' infirmari, dedit eis Hieras sigilii sui munimine roboraias*. Acta sunt 
hec circa annutn domini mccxxyi in presencia testium subscriptorum scilicet in« (i>m> 
Guntheri Masoviensis, Michaelis Cuyavie, Gristiani Prussie episcoporum, Ger- 
nuldi« prepositi, Wilhelmi decani, Pacoslay senioris ei h junioris comitum de 
Dirsovia, Joannis cancellarii, Gregorii vicecancellarii » et aliorum plurium reli- 
giosorum et secularium virorum discretorum'. 

•) Boleebd B. b) hjurairi K. Kumlr J. e\ Symovit J. d) jur. »ct. B. e) poeaet in poet. B. 
0 robormtw fehlt K. f) Srrnuldi K. B. D. Gernuld J. (D«r Nunc Gernuld kommt vor In B. et M. cod. 

dipL Pol. I, n. 9.) Arnold Vit. *om Juni 1330. Bermlloti I H. h) Nach et «Webt H. fort. JaroaUi ein. 
t) Gref . Tie. B. W. D. J. fehlt K. T. 

4) Die Schenkung dos Culmerlandes an den Orden wer nach den polnischen Schriftstel- 
lern nur eine bedingte. Schon Boguphalus versichert, es sei dem Orden nur auf SO Jahre 
Uberwiesen. Unter den Zeugenaussagen von 4 339 bei Dzialynski Lites kommt dieselbe An- 
gabe I, p. 71 vor. Andere Zeugen erklärten bei eben jenem Verhör, dass Hcraog Conrad 
dem Orden das Culmeriand bis zur Unterwerfung der Preussen Ubergeben habe ; und dass 
es nach derselben hatte zurückgegeben werden müssen I, p. 77, 4 07, 4 85, 489, 4 97, 226, 310, 
314), 322, mehrere mit ausdrücklicher Beziehung auf Urkunden. Am merkwürdigsten sind 
folgende Aussagen : Einer der Zeugen hat von einem sehr alten vülanus gehört, dass der 
tierzog voeavit duos crueiferos primo ad terram illatu pro expugnacione inlidelium ad lo- 
cum dictum Ribich retro Wislam, et ibi edifleaverunt cuejam et unam turrim, et tradidit eis 
terram Culmonsem pro expugnacione infidelium, qui erant in circujtu dicte terre, et quod 
Uli duo crueiferi haberent vocare alios crueiferos in adjutorium eorum, quibus infldelibus 
expugnatis debebant restituere dictam terram diclo duci p. 4 89. Ein anderer Zeuge versi- 
cherte zur Zeit des HM. 's Karl von Trier zu Marienburg ein Privilegium gelesen zu haben, 
und gab den Inhalt desselben so an : quod eo pacto et condicione dicta terra Culmensis fue- 
rat concessa dictis crueiferis, ut expugnatis Pruthenis et infidelihus, qui erant ultra flumen 
Ossa, et subjugatis, debebant restituere dictam terram Culmensom prineipibus Ulis, qui eam 
tradiderant et concesserant eisdem crueiferis neu eonim horedihus, et quidquid possent 
dicti crueiferi acquirere ultra flumen Ossa, totum dchebnt esse corum crueiferorum. p. 497. 
Auch Herzog Leszek vidit et legit Privilegium, quod fuit factum de dicta concessione dicte 
terre Culmensis . . . quod erat sigillatum sigilln magistri generalis,, qui tunc erat et vocaba- 
tur Papo . . . Dux Boleslaus patmus suus de Mazovja monstravit sibi illud Privilegium, ut 
recordaretur, quod ipsi habebant jus in dicta terra Culmensi usque ad flumen Ossa, et st 
non possent eam recuperare, quod recordarentur saltem post mortem suam, ut eam recu- 
perarent, si possent. p. 320. Erhalten sind 3 Urkunden Herzog Conrad'» über die Schenkung 
des Culmerlandes an den deutschen Orden, vom 23. April 4 228 Act. Bor. 4, 39t, von 4 230 
ohne Tagesdatum Act. Bor. 4, 402, und vom Juni 4230 Act. Bor. 4, 66, welche sümmtlich 
von Zurückgabe des Culmerlandes nichts enthalten. Wenn die von Dusburg angedeutete 
Schenkungsurkunde, wie Voigt 2, 4 71 und, wiewohl zweifelnd, Röpell 4, 437 annehmen, 
wirklich schon in das Jahr 1226 gehörte, so wäre dies die vierte der Art. Allein Inhalt und 
Zeugenangaben lassen nicht zweifeln, dass Dusburg hier die Urkunde vom Juni 4 280 excer- 
pirte und ungenau circa annum 4226 datirte. Vgl. Historiogr. S. 277 fT. Watterich, Ordens- 
staat S. 50. Wenn Dusburg hier mit dem Culmerlande die Löbau verbindet, so ist dies eine 
Ungenauigkcit, welche durch die entsprechende Stelle in Chron. Oliv., aber auch an/ andre 
Weise entstanden sein könnte. Von grösserer Wichtigkeit ist die Frage, was bewog Dus- 
burg dazu die Urk. von 4280 halb verdeckt auf 4226 zurückzudatiren ? Die Zahl 4 226 konnte 
nicht übergangen werden, die Schenkung Conrad's von diesem Jahre mochte nun in einer 
früheren Chronik (Chron. Oliv.] erwähnt sein oder nicht. Aber während die Polen diese 
erste Schenkung als eine durchaus bedingte darstellen, die spateren, zu welchen Conrad 
sich bewegen Hess, für unrechtmassig und ungültig erklären, setzt der getreue Anhänger 
des Ordens mit einer leicht irre leitenden Ungenauigkeit die spätere Schenkung an die Stelle 
aller, da sie ihm nichts weiter ist, als die nothwendige Interpretation der alteren und be- 
dingteren. — Die Schrift von Romanowski, de prima mutuaque condicione Conrad! Maso- 
viae ducis ordinisque crueiferorum, habe ich nicht einsehen können. 



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38 



PETRI DE DtSBURG 



• De confirmacione premmorum* et exfwrlacione domini pape ad fraires. 

mo Guiu aulem hec destructio terre Polonie per clamosam insinuacionem dicti 
ducis ad noticiam Romane curio b deveniret, sanctissimus paler et dominus Gre- 
gorius ix papa * compaoiens ei et precavens periculis in futurum, omnem ordi- 
nacionem cum fratribus domus Theutonice tanquam rite et racionabiliter factaui 
in nomine domini confirmavit 1 , injungens dictis fratribus in remissionem pec— 
caminuni, ut vindicarenl injuria m crucifixi domini et terram Cristianis debitam 
reouperarent, ab infidelibus occupatam*. Et exhortans eos ad bellum, ait: ac- 

1 mm. 3,.s«f. cingimini et es tote filii potentes, estote parati, ut pugnelis advereus naciones, 
que conveniunt disperdere J nos et sancta nostra, quoniam melius est nobiV 
mori in hello, quam videre mala gentis nostre et sanetorum. Gonfortansque 
ipsos ad magnanimitatem consolatus fuit eos verbis domini, quibus usus fuit ad 
Deut, jo, i. filios Israel, dicens: si exieris ad bellum contra hoste» tuos et videris equitatus 
et currus et majorem, quam tu habes, ndversarii nuiltiludinem, non timebis 
eos, quia f dominus deus tuus lecum est; et interpositis quibusdam sequitur: 

Deut. 20, 3 r. vos hodie contra inimicos vestros pugnam commiltetis , non perlimescal cor 
vestrum, nolile metuere, nolite cedere, nec formidetis eos, quia dominus deus 
vester in medio vestri est et pro vobis contra adversarios dimicabit, ut cruat 
vos de periculo'. Non enim pugna veslra est, sed dei. Hec magnanimitas ma- 
xirae futy in Juda Machaheo, qui qu;in<lo cum paucis stabat contra maxiraam 

i mm. i, Sir. multitudinem gencium confortando suos ait: Ne timueritis multitudinem eorum 
et impclum eorum ne fonuidelis. Mementote, qualitcr salvi faeli sunt patres 
nostri in raari rubro, cum persequeretur eos Farao 1 ' cum exercilu mullo. Et 
nunc clamemus in celum et miserebttur nostri dominus et memor erit teslamenti 
patrum nostrorum et conterel exercitum istum ante faciem noslram hodie, ut 

iuk. 2,«2f. sciant omnes gentes, quia est deus', qui rcdiinat et liberet. A verbis viri pec- 
catoris ne timueritis, quia gloria ejus.stercus et vermis est. Hodie extollitur, 

ibid. 2, 5« f. et cras non invenitur. Estote ergo, o filii, emulatores legis, et date animas ves- 
tras pro teslamento patrum, et mementote operum, que fecerunt in generacio- 

ibw. 2, 6i f. nibus suis, et aeeipietis gloriam magnam et nomen eternum. Confortamini et 
viriliter agite in lege, quia, cum feceritis, que preeepta vobis sunt k a domino 
deo vestro, in ipsa gloriosi eritis. Adducite ergo ad vos omnes fautores 1 legis, 
et vindicate vindictam populi vestri, et retribuite retribucionem gentibus. 



Oap. 6. •) predictorum B. b) curie Born. R. c) p»P» IX B. d) di.perfer» B. !•) um V«l f . 
f) quoniMn B. f) periaolU B. h) cum bis F»r»o feWt K- i) domimu B. k) Mint fehlt K. 

I) feetore.. Volf. 

* 

1) Dies ist der Inhalt der Düllo Gregor s IX. vom 4 2. (oder 10.; Scptemb. 4 930 Ad. Bor. 
4, 44 5. Dogiel IV, n. 4 5. Zur Erklärung derselben vgl. Toeppen, HUt. comp. Geographie 
von Preussen, S. 35, 36. 

S) Dies ist der Inhalt der Bulle Gregor s IX. vom 47. Januar 4330 Cod. Prus*. I, n. 13. 
Uauptslelle : vobis . . in rcinissione peccamiitum injungentes, quatinus ad cripiendam de Pru- 
tenorum manibus terram ipsam .. viriliter procedatis. Was bei Dusburg weiter folgt: et 
exhortans etc. buit Voigt 8, 4 77 ebenfalls für einen Auszug aus einer päbsttichen Bulle Al- 
lein eine solche hat sich nicht gefunden, wiewohl die Bullen, welche die preussischen An- 
gelegenheiten betreffen, seitdem in grosser Zahl bekannt geworden sind. Auch ist es nicht 
wahrscheinlich, da*.s in einer pabstlichen Bulle Betrachtungen angestellt wären, wie haec 
magnanimitas maxime fuit etc. und das interpositis quibusdam sequitur weist deutlich auf 
ein Kxcerpt aus der Bibel, nicht aus einer Bulle. Die Worte exhortans ait und confortans 
consolalus est sind also nur eine freie Form, in welche Dusburg neine Betrachtung der Si- 
tuation einkleidet. 



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CRONICA TBRRE PRUSSIE. PARS [1. 



39 



De novo hello frotrum dumm Thmtonice contra g entern Prulhenorum. 7 

Multa bell* antiquttus gesta sunt contra Pruthcnos, ut veteres narrant his- 
torie, per Julium Cesarem, item per ix germanos* de Swecia, qui dicebantur- 
Gftmpti, item per Hugonem dictum Potyre 1 , ultimo per fratrem Crislianum epis- 
eopum PruBsio et per fratres mililes Cristi, qui vocabnntur fratrcs de Dobrin. 
Sed hahita oporturritate Prutheni capitaneos et alios, qni eis prefuerant, occide- 
runt, aut a se longius fugaverunt 1 *, et sie jugum servitutis exeuciebant a rervi- 
eibus suis, et in errores pristinos sunt refapsi. Modo per fratres hospitalis sanete 
Marie domus Theutonicorum Jerosolimttnni ineipiunt nova hella contra ipsos. 
Her. sunt Hia nova beila, que elegit dominus, ut subvertat portas hostium, quiajudic. 5,«. 
si tfoum vel plures capitaneos vel prefectos occiderent uno die vel delerent, 
eodem vel sequenti die in loca occisorum alii meliores surgerent vel equales. 
Nee tantmn est novitas in bello, sed eciam in novo genere beilandi, quia non 
solum materiafibus , sed armis spiritualibus vincitur hostis, scilicet oracione. 
Unde legitur de Moyse, dum oraret, Israel vincebat Amalech, dum cessaret abE*od. 17,11. 
oracione, Israel vincebatur. Scribitnr eciam* de ipso Moyse in libro sapiencie, s»p. 11,3. 
quod vicit turbas non in virtute corporis nec in armalura potencie, sed verbo, 
scilicet oracionis. Et de eodem dicitur in libro judicum d : memores estote servi Judith 1, 13. 
dei', quia Amalech confidentem in clipeis suis non pugnando sed preeibus orando 
devicit*. Legitur et de Machabeis, quod exclamaverunt in oracione et fugavc-M«. 4, 10 f. 
runt castra. Et de Juda Machabeo dicitur, quod in duobus bellis non oravit ; Mac. e u. o. 
scilicet contra AntiochumEupatorem, et tunc non vicit, sed divertil ; in secundo 
contra Hachidem et Alchinium T et tunc ipse cecidit in prelio, et in fugam castra 
ßliorum Israel sunt conversa. Est et aliud* novum genus vincendi scilicet pa- 
ciencia, in qua raartires Cristi animas suos possederunt, de qua pofcta dicit: 

Nobile vincendi genus est paciencia k ; vincit 
tfui patitur; si vis vincere, disce pati ; 

etalibi: 

Maxima virtutuni paoiencia vincit inermes, 
Armatosquc viros vincere sepe solct. 

De hac paciencia dicit Gregerius: sine ferro et flamniis niartires esse possumus, 
si pacienciam in animo veracitcr conservamus. Ad idem Jeronimus: quis sanc- 
torum sine paciencia coronatur? A cunabulis 1 ecelesie non defuit iniquitas pre- 
mens, et justicia paciens. Sic habemus novum bellum et novum genus beilandi, 
quo armis spiritualibus hostes fidei et ecelesie superamus. 

Cap. 7. a) gcmiino» K. B. (Ocrmaao« T. II.) fcbrudrin J. b) fujmTerunt fehlt K. c) et B. d)Judt- 
cum Codd. fUtt Judith. e) doinini Vulg. f) dejecit Vulg. g) illud B. 1») p. virtus rincit K. B. 



1) Es wäre interessant zu wissen, nach welcherQuelle Dusburg auf diese Kriege deutet. 
Es ist aber noch niebt gelungen, dieselbe aufzufinden. Von Casar s Kriegen weit jenseits 
der Grenzen des römischen Reiches erzählen spiitere Chronikanten des Mittelalters man- 
cherlei, nur nicht gerade von Kriegen in Preussen. Nach Kadlubeck I, c. ts heirathete der 
polnische König l.cszek seine Schwester Julia und gab ihr Saniland zur Morgengabe I Die 
9 Brüder aus Schweden und der Name Gnmpli erinnern an die Einwanderung der Gothen 
und Gepiden aus Schweden in die Weichselgegenden. Jornand. de rebus Geth. c. 4. Was 
aber Hartknoch S. 45 über sie und über Hugo Potyre aus Erasmus Stella Antiq. Bor. L. II 
anfuhrt, hilft nicht einen Schritt weiter, da Stella hierüber nichts mehr wussle, als wir. 
Schweiz von Schweden abzuleiteu ist nichtiges Spiel mit Glcichklangcn. 



40 PETRI DE DUSBURG 

g (7) De armis carnalibus et spiritualibus. 

cant. 4, 4. Scriptum est in canticis, quod in turri David omnis* armatura forcium de- 
f»nt. 3 « 7 p en debat, et in libro sapiencie, quod ix fortes ex fortissitnis Israel, omnes le- 
nentes gladios et ad belJa doctissimi, Salomonis lectulum umbiebant, uniuscu- 
jusque ensis super femur suum propter timores nocturnos. In quo notatur, quod 
custodes capitis Jesu Crisli debent habere arma, quibus lurrim fidei extermi- 
nalis insidiatoribus defendanl, et sancte matris ecclesie lectum pacis custodiant 
et quietis. Sed quia Judith non in armorum potencia, seil in \irtute laudatur, 
p..' V w <l uod occidit Holofernem ; quis in arcu suo speravit et gladius ejus salvavit 
EphM.6,11. eum? aut qui in gladio suo possederunt terram? Ideo secundum doctrinam 
apostoli debemus eciam induere armaturam dei i. e. virtutes, quo, ut dich Ma- 
crobius, sole beatum faciunl hominem, et vi tuentur posscssoreni suum. Hiis 
armis virtutum debemus eciam ab hostibus nos tueri, ul dicit Boecius: talia 
tibi contulimus arma, que nisi prior abjecisses, invicla te firmitate tuerentur. 
Singula ergo arma, carnalia et spiritualia, sibi moraliter correspondencia, de 
quibus meminit sacra scriptura, cum quibus pugnaridum est in hoc hello novo 
domini, hic ponenlur. 

De scuto. 

3 P ""i*5 V ^ e scul ° di c > lur i quod Salomon fecit cc hastas et ccc scuta ; et ecclesiasti- 
Ecei. 29, is. cus dicit, quod super scutum polentis* adversus inimicum pugnabit. Pro scuto 
Epb«. «, is. accipe fidem, de qua Paulus dicit: in omnibus sumentes scutum fidei, que est 
fundamentum omniura virtutum ; sine qua, ut dicit Augustinus, omnis virtus 
Hebr. ii, «. sicut ramus sine virtute radicis* arescit; et ut dicit Paulus': impossibile est 
deo placere sine fide, sed ea habita veniunt nobis omnia bona pariter cum illa. 
Marc n, Mf. Unde dicit dominus : habete fidem dei ; amen dico vobis*, quicunque dixerit huic 
monti : tollere et mittere in mare, et non hesitaverit in corde suo, sed credi- 
derit, quia r , quodcunque' dixerit, fiat, fiet ei. Ecce quanta vis fidei. Hoc est 
scutum inexpugnabile, quo Josaphath rex Juda populum trcpidantem consola- 
2 r "* 1 ' lus esl > dicens: confidite b in domino deo nostro, et securi eritis, et cuncta eve- 
nient vobis prospera ' ; unde factum est, quod filii Amon et Moab versi in se- 
raetipsos* concidere mutuis vulneribus, ut non 1 superesset quisquam, qui ne- 
cem posset evadere. Magne fidei verbum fuit, cum David pugnaturus contra 
t Rr S . u, 45. Golyam, diceret: tu venis ad me in" gladio et hasta et clipeo, ego venio ad te 
in nomine domini, et tradidit cum dominus in manus suas. 0 quanta fides fuit 
l Rrf. ii, «. in Jonatha et Juda Machabeo, cum dicerenl: non est difficile domino, salvare 
in multitudine vel in paucis. Ibi per Jonatham et armigerum ejus xx viri in 
media parte jugeri sunt percussi, et nacio Philistinorum conturbata est. Hic per 
i Job. »,5. Judam Seron et exercitus ejus est contritus". Hec est victoria, que vincit mun- 
dum : quis est autem, qui vincit mundum, nisi qui credit, quoniam Jesus est 
filius dei ; qui dicit : qui credit in me, etsi morluus fucrit, vivel. Volvc ergo et 
revolve omnem evangelice historie textum, quasi in omni salvacione corporum et 
animarum reperies dominum conclusisse : fides tua te salvum fecit. 

Cap. 8. ») onrnia K. B. b) potroda B. e) radle« K. d) apoatolo* T. H. •) quis Valf. f) qnia 
Vulf. fehlt K. B. %) qnodeunque Vulf. queeunque B. qnlcuoqae K. b) eredlte Vulf . 1) prcwprr» 
Vulf. pro. per« B. propra« K. k) KmetipMM Vnlf. •emetipeU K. B. 1) nee K. m) enrn Vulf. 



CRONICA TERRE PROSSIE. PARS II. 41 



De gladio. 

De gladio dicitur Jeremias extendisse dexteram et dedisse Jude* gladium 
dicens: accipe gladium sanctum munus a deo, quo k deicies adversarios populi2Mac.»M*. 
mei Israel. Iste est gladius, quo Judas castra filiorum Israel protegebat. Hic 
gladius, o fortissimi milites Gristi, sicut gladius Saulis nunquam revertatur in-2R**. i,m. 
anis, ita quod impleatur de inimicis crucis Gristi : foris vastabit eos gladius et m> ?&. 
intus pavor, juvenem simul ac' virgincm, lactentem cum homine sene, ut 4 quo— 
cienscunque* aliquid adversitatis öccurrit eis, semper dicant : non est aliud nisi Judic. 7, 11. • 
gladius Gedeonis i. e. milicie Crisliane. Pro gladio accipe bona opera, quia fides 
sine operibus mortua est. Quedam arma defendunt corpus ab impetu host i um, Jacob. 2,*«. 
gladius se extendit ad opus, quo deicitur adversarius, et sicut ex utraque parte 
est acutus, ita bona opera ex una parte actorem suum defendunt a pena infer- 
nali, ex alia ad eterna gaudia introdueunt. 

De lancea. 

De lancea dicitur, quod Jojada sacerdos lanceas dedit centurionibus, qui2P»»i. 
custodias domus domini observabant. Hee sunt lancee, quas Joab, prineeps 
milicie, fixit in corde Absolonis, qui palrem suum David persequebatur. Pro 
lancea, que recta est, accipe rectam intencionem, et f secundum doctrinam 
apostoli: quodeunque facitis in verbo et* opere*, in nomine domini facite, etcoioee. 3, 17. 
sive manducatis, sive bibitis, sive quid aliud ' facitis, omnia in gloriam dei fa- 1 c«. 10, 31. 
cite. Ex hac lancea meritum et demeritum cujuslibet operis procedit, quia nun- 
quam formal mala intencio bonum opus et e converso. 

De clipeo. 

De clipeo hortatur Ysaias: surgite prineipes, arripite clipeum. Et ad Josue 1». 21, 5. 
dixit dominus: leva clipeum, qui in manu tua est, contra urbem Hay, quam*».*,!»- 
tradam tibi 1 , et sequitur ibidem: Josue vero non retraxit 1 manum, quam in*». 9, 20. 
sublime porrexerat, tenens clipeum, donec interficerentur omnes babitatores 
Hay. Sic faciant preelecti bellatores, non ut Saul, de quo legitur, quod abjectus 2 r*$. 1,21. 
est clipeus forcium, clipeusSaul, quasi non esset unetus oleo. Pro clipeo accipe 
sermonem domini, quo ad omnia bona opera informemur", de quo dicitur: 
sermo domini clipeus ignitus 0 est omnibus sperantibus in se. Qui ideo ignitus Prorwb.30,5. 
dicitur, quia ab omnibus telis igneis dyaboli defendit. De hoc Judas Machabeus 
dicitur singulos suorum annasse, non clipei nec° haste municiooe, sed sermo- 2 Mae.u, 11. 
nibus optimis. Sed ideo optimi dicuntur, quia verbum dei, quecunque voluit, 
facit, et prosperabitur in illis, ad que missum est. Si non proficit in uno, prod- 
est in altera ; nunquam vaeuum revertetur. 

De Urica. 

De lorica dicitur, quod Judas Machabeus induit se lorica" tanquam gigas, 1 mm. 3, s. 
et protegebat castra sua. Pro lorica accipe justiciam*», de qua apostolus dicil : 
induite loricam justicie. Hec justicia reddit unieuique, quod suum est, deo hu-Ei*«- «, 1*. 

a) Jode fehlt K. b) in quo Yolf . e) ac VuJj. fehlt K. B. d) et B. •) qooeiew ele B. f) ut 
Codd. f) aat in Vulf . h) in rerbo et öftre tteht hinter fadU B. I) aliud qnid Volg. k) qooniam 
ti. tr. tmm. Vulf. I) coatraxlt Vulf. m) informemini B. n) elipfa» ignru» B. ig-nitut el. Vuly. 
e) et Vul». p) loricam Vulf. q) Oer 8chluw dieeee Abechnlttce fehlt bU auf wenige Worte. T. H. 



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42 PETRI DE DUSBURG 

M»uh. 3, 15. militatcm subjcctionis, de qua dicit dominus : sie decet nos implere omnem ju- 
sticiam ; proximo compassionem, unde Gregorius : vera justicia compassionem 
habet, falsa indignacionem ; sibi carnis subjugacionem, quia jus tum est, quod 
Ee*i. a, i. caro lanquam ancilla suh jugo sit anime, unde* dicit ecclesiasticus : fili, acce- 
dens od Servituten« dei, sta in justicia, et ioterpositis quibusdam sequitur: pro 
e«i. i, 33. justicia agonizare pro anima tua, et usqae ad mortem certa pro justicia, et deus 
expugnabit pro to inimicos tuos. Et tunc implebitur illud psalrniste: justicia 
et b pax osculate sunt, aliler non erit pax, sed caro gern per coneupiseet adversus 
spiritum, spiritus vero adversus carnem. 

De arcu et pkaretra. 

o.nre. 27, 3. De arcu et pbarelra dixil Isaac filio suo Esau : sume anna tua, pharetram 
et arcum. 

De sagitta. 

jerwn. 51,11. De sagitta dicit Ysaias' : suscitavil dooiinus regem Medorum contra Babiio- 
nem, sagittis implcte pharetras; ut iinplcatur verbum domini in hostibus crucis 

Drut. xi, 13. Crisli : congregabo super cos mala et sagittas meas complebo in eis. Per hec 
tria intellige illa tria, que sunt de suj)stancia cujuslibet rcligionis, scilicet ob- 
edienciam, castitatem et paupertatem. Per arcum obediencia designatur, quia 
sicut ineurvatur, fleetitur et reflectitur sine fractura, ita religiosus inter pros- 
pera et adversa equo animo sine murmurc debel ineurvari per obedienciam et 
reflecli. De qua ineurvacione obedieneie Ysaac benediecns filium suura Jacob, 

Gm. 27, 29. «Iii : esto dominus fratrum tuorum, et ineurventur ante tc filii malris tue ; ut 

Tiirm. 3, 12. possit dicere obediens cum Ysaya J : tetendit arcum suum dominus et posuit me 
quasi Signum ad sagittam. 0 quam dure tenditur ibi arcus* iste obedieneie, ubi 
religiosus in bello, videns sibi mortis periculum imminere, non audet retrocc— 
dere. Ibi melior est r obediencia, quam victinm, quia, ut dicit Gregorius, per 
victiniam aliena, per obedienciam caro propria maclatur. Per sagittam caslilas 
notatur, quia sicut sagitta dicilur a sagio sagis, quod est ingeniöse agere vel 
divinare, ita oportet hominem, ut possit* caste vivere, ingeniöse agere secundum 
anime sue vim naturalem contra sensus carnis, qui semper proni sunt in ma- 
lum, et oportet et ipsum divinare h i. e. deo' plenum esse, quia nemo potesl 
esse castus, nisi deus dcderil. Item sagitta fertur duabus pennis ad modum 
avis, ut hostem celeriter interficiat, sie castitas, ut anliquum castitatis inimi- 
cum deiciat, utitur duabus pennis, que sunt renovacio vite veteris et renova- 
i«u io,3i.cionis utilitas. De hiis duabus pennis loquitur Ysaias: qui sperant in domino, 
mutabunt fortitudinem scilicet corporalem in spirilualem, assumenl pennas ut 
aquile, que cum sc vult renovarc, veteres pennas deponit et novas aeeipit. Ad 

Kphn. i,2if. quod nos hortatur apostolus dicens : deponile vos secundum pristinam conver- 
sacionem veterem hominem , qui corrumpitur secundum desideria erroris , et 
r«. 102, s. induite novum hominem, qui secundum deum creatus est. Et sie renovabitur ut 
aquile juventus tua, et volabis 1 in virlute castitatis, et nondeficies, quia sagitta 
Jonathc nunquam abiit retrorsum. Potest ergo dicere caro casli hominis cum 
Job.«, 4. Job: sagitte domini in me sunt, quarum indignacio ebibit spiritum mcuin scili- 
cet luxuric. Quanta sit indignacio castitatis contra luxuriam, et quomodo, nemo . 

a) ut K. b) et fehlt K. c) So die Codd. lUtt JeremiM. d) 80 die Codd. iUU Jermnia*. •) «reu« 
ibiB. 1) e»t fehlt Ii. g) |iow C t U. h) deriTmre K. i) domino B. k) Tolnbilia K. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS II. 



43 



novit, nisi qui expertus est. De renovacionis utililale dicit Bernard us : quid cas- 
titate decorius, que mundum de immumlo conceplum semine, de hoste domesti- 
cum, angeluni denique de homine fach ? Judith eciam 1 viriliter k cgit et Holofer- 
nem occidit, populuinque dontini a periculis liberavit, eo quod castitatcm ama- 
vit°. O quam pulcra et utilis est casta generacio. Per pharclram, que a ferendo 
jacula dicitur, denotatur paupertas, quia sicut in pharetra sagilta sie castitas in 
paupertate absconditur, et conservatur, quia vidua in deliciis vivens inortua est. i Tin. s, n. 
linde potest castitas dicere illud Ysaie : posuit nie dominus quasi sagiltam elec- ••»• < 3 . i- 
tatn', et in pharetra sua abscondit ine. N'ec suflicit iila paupertas in religiosis, 
de qua Dernardus ait : volunt esse pauperes eo pacto, quod nihil eis desit, et sie 
diligunt paupertatem, ut nullam inopiam paeiantur ; sed illa voluntaria et cum 
defectu paupertas, de qua dicit dominus : beati pauperes spiritu, que secundum »utth. 5,3. 
Bernardum" est cum intencione et desiderio spirituali propter soltim beneplaci- 
tum dei et salutem animarum. Hee sunt pharetre servorum Adadezer, qui in- 
terpretatur preeipuus Separator, quia paupertas a divieiis separat. Quas pharetras 
David, vultu desiderabilis, Cristus, in quem et angeli desiderant prospieere, tu- 
lit i. e. perlulit in hoc mundo, et attulit eas in Jerusalem, ubi nudus pependit 
in cruce, ut paupertatis ejus vestigia imitemur. Hec paupertas medicinalis est. 
quia, ut dicit Gregorius, quos morum r infirmitas vulnerat, paupertatis medicina 
sanat : paupertas enim superbiam occidit, et duas sanguisugas infernales avari- 
ciam et luxuria m suffocat. 

De funda. 

De funda dicitur in Zacharia : dominus exercituum proteget eos, et devora- z, f i,. e, r». 
bunt et subicient* eos h lapidibus funde. Legitur et in libro regum: quod' anima 
inimicorum David rotabilur, quasi in impetu et in k circulo funde. Hec esl'i r^. m.ot. 
funda, cum qua David jecit et percussit Philisteum in fronte, et infixus est lapis 
in fronte ejus, et cecidit in faciem suam in terrara, prevaluitque David adversus 
Philisteum in funda et lapide, percussumque Philisteum interfecit. 

De baculo. 

De baculo dicit dominus per Ysaiam : Ve Assur, virga furoris' mei et bacu-i„. 10, 5. 
Jus; et interpositis"* quibusdam sequitur: virga pereuciel te, et baculum levabit !•«• 10, 
super le in via Egipli. De spirituali significacione baculi et funde legitur, quod 
David pugnaturus contra Golyam, tulit baculum, quem Semper habebal secum, 
et elegit quinque lapides limpidissimos, quos posuit in peram pastoralem, et 
fundam manu tulit, et occidit Philisteum arnialum. Per" Philisteum armatum 
intellige dyabolum, paratum ad templandum. Sis ergo tu David manu forlis, 
penitens, et semper tecum habeas baculum sanete crucis, eligasque quinque la- 
pides i. e. quinque vulnera Cristi, et pone in peram pastoralem i. e. in anima rn 
tuam, et circumduc manu fundam i. e. rememoracionem omnium horum, et oc- 
cides eum, nec tibi in temptacione aliqua prevalebit. Immo si solum" iste ba- 
culus sanete crucis ad consilium f Helisei prophetc ponalur super faciem pueri 
i. e. pueriliter viventis < ' mortui, reviviscet. 

a) et B. b) »iriliter fehlt K. e) »raaTerit K. d) rlrctam fehlt K. e) wilieet bealut B. f) 1110- 
rto B. r> rabiefet Oodd. nibjident Vulg. h) e«i fehlt Vulg. i) quia B. k) in fehlt Vulg. I) eit 
fohlt B. m) lirtrrpo.ltl.qu« B. n) oeeidit bit per fehlt R. o) Min. K. p) ad coDiiUum fehlt K. 
q) reoientU B. 



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44 



PETRI DE DUSBURG 



De galea. 

u,3«. De galea dicitur, quod Saul induit David vestiroentis suis et posuit galeain 
n. «6,3f. eream super caput ejus. Dixit et dominus per Jercmiam : procedite ad bellum, 
jungite equos et ascendite equites, et State in galeis. Per galeam significatur 
salus, quam bomo consequitur a deo de hiis armis virtulum. De qua dicil apos— 
£phn. «, 17. tolus : galeam salutis assumite; et Ysaias : indulus justicia ut* lorica et galea 
im. s», " sa | utis in ca pit e e j us . o quam securus stabis in bello, si hiis armis fueris cir- 
cumeinetus, et crit tibi dominus deus salutis tue, salus lua usque ad exlremuin 
terre. Hec sunt arma, quibus Jacob pa tri arrha partem illam tulit de manu Amor- 
Nam. 2i,J4. rei in gladio et arcu, quam dedit filio suo Joseph, quibus et filii Israel terram 
sanetam exterminatis possessoribus possederunt, et David hostes regni sui de- 
vicit, et Machabei civitalem sanetam Jerusalem destruetam reparaverunt, et 
templum domini sordibus gentium pollutum interfectis hoslibus mundaverunt. 
0 fortissimi milites et bellatores incliti, induite hec arma et vindicate injuriam 
crucihxi domini et terram sanetam Cristianis debitam recuperale, ab infidelibus 
occupatam. Confortamini et non dissolvantur manus vestre.in bello. Erit enim 
oen. 15, i. merecs operi vestro, merces illa, de qua dominus ad Abraam dixit : ego ero mer- 
ces tua magna nimis. Si labor vos terret, videte mercedem, scientes, quod, si- 
cut vicia nunquam sunt sine pena, ita b virtutes sine preraio, et premium virlu- 
tis erit ipse, qui virtutera dedit. 

• <7) De u*u armorum carnalium et spiritttalium. 

Sex sunt cause, propter quas utimur armis carnalibus et spiritualibus. 
Prima est propter exerciciuro, ut exercitemur in bellis secundum voluntalem 
dei, qui multas gentes dimisit inter filios Israel, ut Israelem et omnes, qui non 
noverunt bella Chananeorum erudiret in eis, et postea discerent filii eorum cer- 
tare cum hostibus et habere consuetudinem prcliandi. Quid valeret aliquis in 
prelio, nisi exercitatus esset in armis. Unde tempore pacis fiunt torneamenta et 
ludi alii militares propter exercicium, ne instante bello, cum hostes sunt in fo- 

i Rrg.i7,3».ribus, aliquis non habens consuetudinem armorum dicat cum David: non pos- 
sum sie armatus incedere, et ita inermis non possit hostibus obviare. Sed quia 
milicia est hominis vita super terram, ita quam cito venit bomo in mundum, in- 

2 c>r. io, 4. trat campum pugnaturus contra aPreas potestates, et arma milicie nostre non 
sunt carnalia, sed potencia a r deo. Ideo secundum doctrinam apostoli debemus 
induere armaturam dei i. e. virtutes, que a solo deo sunt, qui dat 4 virtutem et 
fortitudinem plebi suc, et exercitari in illis, ut sciamus et possimus resistere in 
die malo tentacionis, et ut et in nobis virtutes augeantur per exercicium, ut di- 
cil Crisostomus : sicut omne artificium corporali cxcrcitacione servatur, augetur 
et additur, ita omnis virtus per exercicium augetur, per desidiam minoratur. — 
Secunda causa, propter quam utimur armis carnalibus, est propter hostium in- 
sidias. Unde filii Israel timentes insidias hostium, assumentes arma bellica se— 
dcrunl per loca angusta itineris et custodiebant tota die et nocte. Legitur et de 
Juda Machabeo, quod preeepit filiis Israel, arma tos esse in locis oportunis, ne 
forte ab hostibus repentc raali aliquid oriretur. Ad idem utimur armis spiritua- 

E P h«.«,iof.libu^, ut dicit apostolus: confortamini in domino et in potencia virtutis ejus, et 
induite vos armaturam dei, ut possilis stare contra insidias dyaboli, qui insidia- 



t>) et Codd. »t Vulg . b) iU fehlt K. Cap. 9. e) a fehlt ?ohj. d) <Ut fehlt K. 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS II. 



45 



tur nobis quasi leo in spelunca sua. Hic esl ille leo adversarius noster dyabo- 
hus, qui circuit querens, quem devoret, cui resistere debemus in virtute fidei. 
— Tercia causa, propter quam utimur armis carnalibus, est propter hostium 
apertam impugnacionem. Unde dicitur in libro Machabeorum, quod cum Lisias 
confidens in multiludine bellatorum, nunquam recogitans* potestatem dei, sed 
mente effrenatus, vellet civitatem sanctam Jerusalem et templum dei destruere, 
et jam presidium expugnasset, Machabeus sumptis armis, et qui cum eo erant, 
hoc cognito, cum fletu et lacrimis rogabant dominum, ut eis bonum angelum 
mitteret ad salutem. Convaluerunt animo et viribus, et irruentes impetu in eos 
proslraverunt xi milia peditum ex eis et equites mille et sexcentos universosque 
in fugam verterunt ; plures ex eis vulnerali nudi evaserunt, sed et ipse Lisias 
turpiter fugiens evasit. Hec est causa, propter quam fratres domus Theutonice 
ab introitu b terre Prussie usque ad presentem diem utunlur gladiis continue, ut 
in promptu habeant, quo se defendant, si contra eos ab hostibus insurgeret 
aperta impugnacio vel occulta. Eodem modo utimur armis virtutum contra 
apertas impugnaciones dyaboli. Unde dicit apostolus: in carne ambulantes non 2 cor. 10, sr. 
secundum carnem mililemus', nam arma milicie nostre non sunt carnalia, glossa 
i. e. debilia, sed potencia i. e. forcia, a deo i. e. per deum a , ad destructionem 
municionum i. e. calliditatum' demonum, deslruentes coflsilia scilicet mala de- 
monum, et omnem altitudinem i. e. profunditatem intellectus, extollentem se 
adversus dei scienciam i. e. fidem. Semper ergo sis paratus in armis virtutum 
contra impugnacionem dyaboli, quia r secundum Paulinum episcopum ad Au- 
guslinum hostis ille noster mille nocendi habet artes, qui tarn variis expugnan- 
dus esl armis, quam impugnal insidiis. Si te apertc impugnaverit vel occulle 
vicio superbie, obicias in defensione tua virtutcm humilitatis, et fugiet a te. 
Sicque facies in omni peccato. Si armis virtutis opposite* in defensione tua Ute- 
ris, victor eris. — Quarta causa, propter quam utimur armis carnalibus, esl 
propter pacem, ut possimus bona nostra in pace possidere. Unde dicit domi- 
nus: cum fort is arma t us custodit atrium suum, in pace sunt omnia b , que possi-Lue. n, 21. 
det. Sic solum cum utimur armis virtutum, pacem habemus, quia non est pax 
impiis. Unde ecclesiasiicus: homines divites in virtute, pulcritudinfe Studium Eed. 44, e. 
habentes, pacificanles in domibus suis, omnes isti in gencracionc' gentis sue 
gloriam sunt adepti. Unde dicit Baruch : si in via dei ambulasses, habitasses in Band» 3, n. 
pace sempiterna k . Quarc quoque 1 dicit Solomon: cum placuerit domino via ho- prorwt. i«,7. 
minis, inimicos ejus convertet ad pacem. — Quinta causa est, ut bona perdila 
recuperemus. Sic filii Israel armis armati in terram promissionis ascenderunt, 
quam deus dederat patribus eorum, et occupatam de manihus hostium recupe- 
raverunt. IIa per virtutum arma regnum celorum, quod per peccata amisimus, 
vim palitur, et violenti rapiunt illud et possident in eternum. Glossa ibidem : Matth. 11,12. 
grandis violencia est, in terra nasci et celum rapere et habere per virtulem, 
quod per naturam habere non possumus. — Sexta causa est propter ostentacio- 
nem, ut hostes visis armis" terreantur, ut dixit Judith Holoferne jam interfecto: 
cum exierit sol, arripiet unusquisque arma sua, exite cum impetu, non ut des-**«* u,2f. 
cendatis deorsum, sed quasi impelura facientes, ut exploratores Holofernis hoc 
audiant et ipsum excitantes", inveniant in suo sanguine volutatum, et sie irruet 

a) rttfiUM B. b) IsUrttu K. e) mUlUmaa Vulg. d) dominum H. «) eaUlditatem K. f) quia 
fehlt K. f) Tlrtutum oppoiickmc 8. b) ra Vufej . 1) gencracionibua Vnlf . k) anper terra« B. K. 
•empiuma Vulf . 1) quia K. B. quoqu» T. H. m) annla fehlt B. n) vgl. Vulf. •xtreitailtc* K. 



46 



PKTRl DK DUSRURt? 



super eos timor et fugient. Hoc modo utimur annis virtutum, ut ostendamus 
nos esse de ministerio illins, qui est rex regum et dominus dominancium. Ad 

2 cor. 6, 4. quod nos monet apostolus, dicens : in omnibus exhibeamus nos stcut dei minis- 
tros in multa paciencia etc. per arma justicie, virtulis dei. Arma virtutis dei 
sunt* justicia, que docet nos, unicuique reddere, quod suum est, mundum sci- 
licet et omne, quod in mundo est, relinquere et adherere deo, qui in suo vexillo, 
quod nobis deferendum reliquit, posuit sigmim, de quo dixit nato domino ange- 

Luc 2, 12. |us fc ad pastores : hoc Signum ; invonietis infanlem pannis involutum et positum 
in presepio. In quo notantur tres virtutes sei licet humilitas in infancia contra 
superbiam, paupertas in pannis contra avariciam, et ausleritas presepii contra 
carnis lnsciviam. Erigas hoc vexillum et ostenla dyabolo, et irruet super eum 
timor et fugiet. 

io <») De primo castro fralrum domut ThetUonice, quod dicebatur VogeUanck.' 

»226. Determinntis annis, que ad bellum sunt necessaria, revertendum est ad 
materiam prejacentem. Post quam predicti fratres domus Theutonicc videlicet 
frater Conradus et socius ipsius in terra Prussie jam pridem eis a* dicto duce 
Potonie collata non haberent, ubi sua capita reclinarent, cogitaverunt a longe 
accedere, ut inter se et dictos Pruthenos fluvium Wisele* haberent medium ad 
cautelam. Rogaverunt dictum ducem, ut eis unum Castrum edificaret, qui tan- 
qumn vir lotus deo devotus et fidei zelator attendens illud potnicum : 

Dimidium. facti, qui bene eepit, habet, 
congregavil populum suum, et ex opposito nunc civitatis Thorunensis edifieavit 
eis in quodam monte Castrum dictum Vogelsanck, 1 quod dicilur laline cantus 
avium, ubi fratres cum paucis armigeris opponentes se infinite mulütudini gen- 
cium caQtabant canlicum tristicic et meroris 1 . Reliquerant enim dulce solum na— 
talis patrie sue et inlraverant r terram alienam, in qua futurum erat, ut afTJige— 
renlur multis annis, nec spes erat tunc, quod in quarta vel sexta generacione* 
reverterentur illuc. Exierunt eciam terram fruetiferam, paeificam et» quietam, 
et intraverunt terram horroris et vasle soliludinis et hello durissimo plenam. 
Poslposita ergo, ut totum concludam, omnium rerum hujus mundi affluencia, 

•) die Worte per bii tunt, nach B. vgl. J. per armajottlcie rirtutit dei «uot K. b) «Dg-, d. d. B. Cap. 10. 
e) Wogeleanc, WogehanclL, Vufftleanck, VogelMnck, etc. wtctueU. d) » fehlt K. •) Wtaele, Wieeele, 
Wjreele, WM«, wecneeln. f) introerunt B. g) et fehlt K. 

1) Die Lage von Vogelsang, wie sie Dusburg beschreibt, wird durch Urkunden bestä- 
tigt. Der Comthur Tbcodorich von Nessau verlieh 1*95 einen halben mansus „in loco, qui 
dicitur Vogelsange an Nicolaus und Albert, und bestimmte dabei, dass ihnen Holzung, Weide 
etc. mit den Bewohnern von Stabe (jetzt Staewkej gemeinschaftlich sein solle. Dieses Gut 
hiess spütcr Werde oder Werdengarten wahrscheinlich nach dem Besitzer, und aus der Ver- 
8chreibung Uber Gross Stab von 4 404 sieht man, dass es sowohl an Gross Stab als an Rodecke 
(jetzt Rudack) grtinzte (die angeführten Urkk. stehn in einem Anhange zu den Handfesten d. 
Bisth. Samland, im Geh. Archiv zu Königsberg). »Mehr als wahrscheinlich ist diese Burg* 
auf der gegenwärtig abgetragenen Anhöhe oberhalb der bei Thorn stehenden Weichselbrücke 
zu suchen, auf der bis in die neusten Zeiten ein grosses aber verfallenes hölzernes Gebäude 
stand, e Praetorius-Wernicke, Beschreibung von Thorn 1831. S. 5. 

8) Man wird diese Namendeutung nicht als die wahre, sondern nur als Einkleidung von 
Dusburg's Betrachtung über die Situation auffassen. Der idyllische Name Vogelsang be- 
gegnet schon im 13. Jahrhundert in Preussen wiederholcntlicb : bei Culmsee Dusb. III. c. 154, 
bei Elbing im ältesten Elbinger Zinsbuche. In Pommern um 1267. Dreger, n. 410. 

3) Und doch sollte das Culraerland schon nach SO Jahren zurückgegeben werden, als 
ob der Orden so schnell hätte Preussen unterwerfen können I — scheint der polemische Hin- 
tergedanken dieser Stelle. 



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CRONICA TERRK PRCSSJE. PARS II. 



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lihertatis, commodi et honoris, se, sitis et famis inediam et humilitatis omni» 
roode vilitalem ampleclentes humiliter, infinilis incommodis, defectibus et peri- 
culis implicabant. Poterant dicere cum Pelro: ecce nos reliquimus omnia, et M*uh.i»,?7. 
secuti sumus te, Criste; quid ergo orit nobis? Qua Corona glorie tue in celia, o 
bone Jesu, qui es Corona sanetorum omnium, coronari merentur a te, qui pro te 
talin paciuntur? Certe in eis compiebitur, quod deus per Ysaiam dicit: consoia- 
bilur dominus Syon et consolabitur omnee ruinas ejus et ponet desertum ejusi». m, 3. 
quasi delicias, et solitudinem ejus quasi ortum domini. Gaudium et leticia in- 
venietur in ea, graciarum actio et vox laudis. 

De advenlu plurium fratrum domus Tkeulonice ei de edificacume castri u m 

Nessovie. 

EdiBcato hoc castro, frater Conradus predictus misit nuncios ad reveren- 
dum virum et religiosum fratrem Hermannum de Saleza magistrum generalcm 
domus Theutonice, nuncians ei omnia, quo gesta fuerunt circa negocium sibi 
comniissum, petens humiliter et supplieans, ut plures fratres et armigeros mit- 
terei ei. Qui acquicscens preeibus ipsius misit ei fratrem Hermannum dictum 1230. 
Balke 1 in magistrum, diecns ad eum, sicut dominus ad Josue: confortare et estojo«. i, er. 
robuslüs, tu enim introduecs filios Israel i. e. iralres tuos in terram, quam pol- 
licitus est eis dominus", et deus erit tecum. Item fratrem Tbeodericum deBern- 
beim in marscalcum, fratrem Conradum de Tutele quondam camerarium beate 
Elizabeth, fratrem Henricum de Berge Thuringum, et fratrem Henricum de Cicze b 
de villa Wittekendorph* cum armigeris et equis pluribus in coadjutorcs dedit ei. 
Qui cum venissent ad Castrum Vogelsanck, edifieaverunt* Castrum Nessoviam in 

C*p. IL ») dorn, eis B. b) KuU« K. * 

4) Nach dem Chron. Oliv, kam Balko schon Iii« nach Preussen, und kämpfte von Nes- 
sau aus 5 Jahre gegen die Preussen, ehe or üher die Weichsel ging. Dasburg hat diese An- 
gabe in solcher Bestimmtheit nicht; vielmehr muss man nach seiner Darstellung und andern 
Berichten annehmen, Hermann sei erst 4236 nach Preussen gekommen. Denn 4) Dusburg 
sagt, Hermann sei 12 Jahre Landmeister in Preussen gewesen, und erwähnt seines unmit- 
telbaren Nachfolgers, des zweiten Landmeisters, AntriU erst unmittelbar vor dem Aufstände 
von 4142, und nach der Unterwerfung der Ermelander und Natanger um 1289 oder 4240. 
2) Derselbe sagt wiederholentlich (III. c. 3 und 224), dass der von Hermann Balke begon- 
nene Krieg gegen die Preussen 53 Jahre und bis zum Jahre 4283 gedauert habe. 3) Erst im 
Jahre 4220 erlangte der Orden die für ihn (nach den in Burza gemachten Erfahrungen) un- 
entbehrliche unbedingte Schenkungsurkunde über das Culmerland und die Eroberungen. 
4) Auch die Burg Nessau, deren Erbauung Hermanns erstes Werk war, nebst ihrem Gebiete 
ist dem Orden erst im Jahre 4230 von Herzog Conrad ausdrücklich verschrieben. Act. Bor. 4, 
404. Hiezu kommt, dass 5; noch im Jahre 1228 in einer Urkunde, welche am 8. März 4 228 
zu Clara Tuniba (oder Mogilno im heutigen Grossherzogthum Posen, vgl. WaUerich S. 54) 
ausgestellt ist, die fratres de domo Theutnnica Philippus de Halle (früher Comthur in Halle, 
Guden IV, p. 874}, Heinricus Boemus, Conradus monachus als legnti Prussiae erwähnt wer- 
den, was doch unmöglich Gesandte der Ordensritter in Preussen, sondern nur Gesandte des 
Hochmeisters, welche in der preussiseben Angelegenheit nach Polen gekommen waren, be- 
zeichnen kann. Allem Anschein nach ist also nach der Gesandtschaft Conrads von Lands- 
berg, der, wie sich zeigen wird, mit seinem Begleiter bis zur Ankunft Belkes in Vogelsang 
blieb (4226—4210), diese zweite 1228 für kurze Dauer, und Hermann Balk erst 4230 an der 
Weichsel erschienen. 

2} Voigt, welcher über die Namen der hier genannten Ordensbrüder Bd. 2. S. 4 79 ff. 
spricht, führt aus L. David 2, 40 noch andere Namen und Angaben auf, welche dieser aus 
S. Grünau VI, 4. g. 4 entnimmt, obwohl Grünau s Fiction sich nirgends augenscheinlicher 
verrath als an diesem Orte. 

8) de consilio ducis Chron. Oliv. — Schon bei den ersten Verhandlungen mit den deut- 
schen Rittern hatte Herzog Conrad denselben, wie die kaiserliche Bestätigung von 1226 zeigt, 
ausser demCulmerlao.de auch noch Land inter marchiam suam et contlnia Pruthenoruin ver- 
sprochen. Auf diese Stelle gründet sich die Annahme der neuern und vielleicht schon Dus- 
burgs (II. c. 5) und des Chron. Oliv., der Herzog habe den Rittern Culmerland und Lübau 



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48 



PETRl DE DCSBL'RG 



descensu Wisele 1 . In quo Castro dum fratres habitarent, Prutheni inlraverunt 
Poloniam hostiliter , et dum viderent fratres in armis sequentes eos ammirati 
sunt 4 ultra modum, unde essen t, et ad quod fc venissent. Quibus responsum fuit 
a quodam Polono, qui captus ab eis ducebatur, quod essent viri reiigiosi et stre- 
nui milites in armis, de Alemania per dominum papam missi ad bellandum con- 
tra eos, quousque duram eorum cervicem et indomitam sacrosancte Romane ec- 
ciesie subjugarent. Quo audito subridentes recesserunt. 

u d«) De fratre Hermanno primo magistro lerre Prussie ordutis domus Theuionice, 

Frater Herroannus dictus Balke hospitalis sancte Marie domus The u ton i eo- 
rum Jerosolimitani magister primus in terra Prussie prefuit annis xn. Hic eciam 
fuit primus magister terre Lyvonie, ubi cum prefuisset ferme ti annis 1 , et utram- 

• 

») tont fehlt K. b) qoun B. 

versprochen. Vgl. Watterich S. 54 Anm. Aber wenn er dies gethari hatte, warom nannte 
man dann den Namen der Lübau in der Urkunde von 4226 nicht ebenso gut, wie den des 
Cuimerlandes ? warum schloss man die Lübau in den Urkunden von 4 230 durch Anführung 
der Drewenz als d§s einen Grenzflusses ausdrücklich aus? und wie bitten die polnischen 
Herzoge die Löbau, wenige Jahre nach der Ankunft des Ordens als polnisches Land in An- 
spruch nehmen können, wenn sie wirklich zu der Schenkung gehörte ? Cod. Pruss. I. n. 54 . 
In Wahrheit war das bei den ersten Verhandlungen in Aussicht gestellte zweite Land ein 
noch zu bestimmendes, und Herzog Conrad erfüllte sein Versprechen, Indem er das Gebiet von 
Vogelsang und Nessau den Rittern als einen sicheren Ausgangspunkt für ihre Unternehmun- 
gen im Jahre 4 SSO überwies. Act. Bor. I, 404. Diese Annahme erklärt es auch, warum der 
Landstrich bei den ersten Antragen noch nicht genannt war: es sollte eben in Uebereinstim- 
mung mit den Vollmächtigen des Ordens ein Landstrich ausgewählt werden, der sich als 
Ausgangspunkt für den Angriff auf die Preussen besonders eignete. Auch der Ausdruck in- 
ter marchiam suam et confinia Pruthenorum erhält erst bei dieser Annahme seine volle Be- 
deutung. Nicht an der Grenze Preusscns sollte der zu schenkende Landstrich liegen, wie 
Culmerland und Löbau, welche von den Preussen schon überschwemmt, von den Polen 
schon preisgegeben waren, sondern in der-Nachbarschaft der erobernd vordringenden Preus- 
sen (oder des schon verlorenen Cuimerlandes). 

4) Dem heutigen Thorn gegenüber liegt auf dem linken Ufer der Weichsel das noch 
ziemlich gut erhaltene Schloss Dibow und etwa eine halbe Meile unterhalb desselben eben- 
falls auf dem linken Ufer der Weichsel finden sich die nur wenig Uber den Erdboden hervor- 
ragenden Trümmer eines anderen Schlosses mitten in dem Dorfe Gross-Nischewken. Die 
Grundmauern des letzteren stehen, wie Wernicke, Beschreib, von Thorn 4 812. S. 6 anführt, 
nach den von dem Major Fromm angestellten Untersuchungen in ihrem Material dem Alter 
von Thorn nicht nach, und kommen an Umfang der ehemaligen Burg von Thorn völlig gleich. 
Da nun feststeht, dass die Ordensburg Nessau im Jahre 4 435 in den Grund gebrochen und 
das Gebiet derselben eben damals an Polen abgetreten wurde, das Schloss Dibow aber nicht 
vor dem Jahre 4452 (zuerst in der Thorner Chronik, welche sich in der Gymnasialbibliothek 
zu Thorn R. 4 5 befindet, vgl. Zernecke, Thorn'sche Chronik, S. 32) erwähnt wird, so unter- 
liegt es nicht dem mindesten Zweifel, dass jene Ruinen die Stelle der Ordensburg Nessau be- 
zeichnen, wie auch Voigt 2, 4 90 Anm. angenommen hat. Trotzdem hat zuerst der allwis- 
sende S. Grünau VI. 4. % 3 mit seinen Nachfolgern L. David 2, 45, Henncnberger a. s., dann 
aber auch Thorncr Gescbichtschreiber wie Wernicke a. a. O. (diese letzteren irregeleitet 
durch urkundliche Notizen wio folgende : Castrum Nyessowiense, quod Dybow vocatur in 
einer Urk. von 454 2, und in antiqua Neszowa seu Dibovia, quam nunc de loco inferiori in 
montetn translatam Podgorze appellant in einer Urk. von 4555) die Behauptung aufgestellt, 
die Ordensburg Nessau habe an der Stelle des heutigen Dibow gestanden. Die angeführten 
Urkunden beweisen aber für diese Behauptung nichts, da die Feldflur des ehemaligen Dorfes 
Obernes&au nach der Handfeste vom Jahre 4 384 sieb bis an den Krezem bei der Thorner 
Fähre und bis nach Klein Stab (StaewkenJ erstreckte, die auf dem Boden desselben erbaute 
Burg Dibow also ganz unbedenklich auch als ein Castrum Nessovicnse bezeichnet, und die 
neben demselben schnell aufblühende Stadt, die gefürchtet« Nebenbuhlerin Thorns (vgl. die 
Urk. Casimir s von 1454 bei Zernecke S. 56) hundert Jahre spater antiqua Nessowa seu Di- 
bovia genannt werden konnte. Ganz verkehrt aber ist es, wenn Praetorius bei Wernicke a. 
a. 0. in den Ruinen zu Gross Nischewken die Ordensburg Morin erkennen will. 

3) Diese chronologischen Angaben sind nicht zu halten. Dass Hermann Belke 6 Jahre 
Landmeister in Livland gewesen sei, scheiut Dusburg aus Alnpecke in den Script, rerum 
Livon. 4, 562 entnommen zu haben, der ihm eine 5% jahrige Verwaltung zulegt. Die Angabe 
ist aber unbedingt falsch : denn erst 4 237 wurde der deutsche Orden mit dem Schwertorden 
vereinigt, und schon 4239 war Dietrich von Grüningea Landmeister In Livland. Vgl. hall- 



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CRONICA TERRE PRISSIE. PARS II. 



49 



que terram ad bonum statum deduxisset, et bene prosperatum fuisset bellum in 
manu sua, ut inferius aparebit, gravatus senio et labore, reversus fuit in Ale- 
maniam ibique mortuus et sepultus. Quam gloriosus iste fuerit in omnibus fac- 
tis suis', testantur magnifica facta ejus b . 

De cruce et indulgencia crucesignatorum terre Prussie et Lyvonie. w 

Frater Hermannus de Salcza, magister generalis, vir providus et in omni- 
bus circumspectus, medio tempore, quo supradicta agerentur, accessit ad do- 
minum papam et inter alias peticiones petivit et obtinuit crucem predicari in 
regnis et provinciis a sede apostolica lunc deputatis in subsidium terre Prussie, 
deditque idem papa et postea Innocencius papa im peregrinis Prussiam et Ly- 
voniam visitantibus privilegia et indulgencias, sicul euntibus Jerosolimam con- 
ceduntur 1 . 



EXPL1CIT SECUNDA PARS LIBRI INCIPIT TERCIA PARS. 
DE BELL1S FRATRUM DOMUS THEÜTOMCE CONTRA PRUTHENOS. 

Ei primo de hello contra habitatores terre CoUnenm. % 

Frater Hermannus Balke magister Prussie aspirans ad negocium fidei pro- 
sequendum, assumpto sibi duce predicto et virlute exercitus sui transivit Wise- 

C«p. IS. t) ioi* fehlt K. b)4<u fehlt K. 

meyer, Chronologie der Landmeister von Livland in den Mittheilungen aus der livl. etc. 
Geschichte 8, 404. Die zwölfjährige Verwaltung Hermanns in Preussen rechnet Voigt 4, 484 
von 4997 — 4 MS, was aber schwerlich in Dusburg's Sinn, und an sich nicht wahrscheinlich 
ist (vgl. su II, c. 4 4). Ebenso wenig ist aber auch das zu halten, was Dusburg anzudeuten 
scheint, dass Hermann zwischen 4*80 und 4844 oder 414» Uber Preusscn gewaltet habe. 
Nach dem Jahre 4987 wird er in Prcussen nicht mehr erwähnt, und wahrscheinlich starb er 
am 8. Marz 4 «SS. Vgl. Historiogr. S. 980. 

4) Nachdem die Kreuzpredigt für Livland schon unter Pabst Cölestin III. um 4 496 be- 
gonnen hatte Chron. Liv. vet. p. 4i., dann für Sachsen, Westphalen, Holstein, Mecklenburg 
durch die Bulle Innoccnz III. von 4499 Innoc. Epist. II, n. 494 (vgl. die Bulle von 4204 bei 
Raynald n. 4«) angeordnet war, folgten in den Jahren 494 7 und 4948 die Bullen, durch 
welche die Kreuzpredigt für Preussen zu Gunsten des Bischofs Christian in Polen und Pom- 
mern und in den Diöcesen von Mainz, Cöln und Salzburg organisirt wurde. Codd. Pruss. I, 
n. 4, 9. Durch diese Anordnungen waren die Bezirke der Kreuzpredigten für Livland und 
für Preussen möglichst scharf gesondert. Dies änderte sich als der deutsche Orden den 
Kampf gegen die Preussen übernahm. Nun wurde nach den Bullen Gregors IX. vom 48. 
und 47. September 4980, Raynald n. 98 und Cod. Pruss. I, n. 94 das Kreuz für Preussen ge- 
predigt in den Diöcesen von Magdeburg und Bremen, ferner in Polen, Pommern, Mähren, 
Sora hien, Holstein und Gothland. Dieser Bezirk wurde (für Preussen und Livland) noch er- 
weitert durch die Bulle vom 4. October 4948, Cod. Pruss. I, n. 58, und begrenzt auf die Diö- 
cesen Magdeburg und Bremen, Regensburg, Passau, Halberstadt, Hildesheim, Verden, Po- 
len, Böhmen, Pommern, Danemark, Norwegen, Schweden, Gothland, und durch die Bulle 
Urbans IV. vom 94. April 4969, Hennes cod. dipl. ord. Theut. n. 496 auf die Diöcesen Mag- 
deburg, Bremen, Mainz, Cöln, Salzburg, ferner Polen, Böhmen, Pommern, Friesland, Dune- 
mark, Norwegen, Schweden, Gothland. Laut den früheren Bullen wurden die kirchlichen 
Gnadengaben den nach Livland und Preussen pilgernden nur in sofern zugesichert, als sie 
nach Palästina zu ziehen unvermögend wären, erst in den Bullen Gregors IX. und Inno- 
cenz IV. fällt diese Clausel fort. Uebrigens wurde den Kreuzfahrern die Unterordnung unter 
die obere Leitung des Ordens in allen kriegerischen Unternehmungen immer ausdrücklicher 
zur Pflicht gemacht. Man vergleiche in dieser Beziehung die Bullen vom 7. October 1*33, 
Cod. Pruss. I, n. 88 (ut eiistatis solliciti . . secundum consilia preceptoris et fratrum . . vota 
vestra dlrigere}, vom 9. September 4984, Cod. Pruss. I, n. 88, vom 4. October 4948, Cod. 
Pruss. I, n. 59 (fratribus . . super hiis intendeodo sollicite, que Studium militare requirit et 
pertinct ad conflictum), vom 4 4. Mai 4958 bei Voigt 9, 4 40. 

Script r. r. t. 4 



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50 PBTRI DE DUSBURG 

lam ad terram Colmensem et in littore in descensu fluminis edificavit 1 anno do- 
lMi mini mccxxxi Castrum Thorun 1 . Hec cdificacio' facta fuil in quadam arbore quer- 
cina, in qua propugnacula et roenia fuerant ordinala ad defensionem ; undique 
indaginibus se vallabant ; non patebat nisi unus adilus ad Castrum *. Continue 
hü Septem fratres* habebant naves circa se propter impelum Prulhcnorum, ut 
posscnt navigio redire Nossoviam, si necessitatis articulus hoc suaderei. In suc- 
cessu vero temporis inslitucrunt circa dictum Castrum civitatem, que postea, 
roanente castro, translata fuit propter conlinuam aquarum inundanciam, ad eum 
locum, ubi nunc sita sunt et Castrum et civitas Thorunensis b5 . 

i Descriptio tetre Prussie. 

Terra Prussie pro terminis suis, infra quos constituta est, habet Wiseiam, 
inare salsum, Memclam, terram Russie, e ducatum Masoyie et ducatum Dobri- 
nensem. Wisela est aqua fluens de Cracovia in terram Pomeranie, circa Castrum 

Pari tarti*. Cap. 1. a) B4if. b. 1». b) Tnoroueiuii B. Cap. 2. e) Kiuchic IL 

1} cum pracdicto duco Cunrado Chron. Ol. Das Jahr bestätigen Cbron. Oliv. Sarab. Thor. 

3) Thorn und Culra sind wohl einbeimische, altslavischc Namen. Ein Thon» und ein 
Culm, beide am Nyr, einem Nebenflüsse der Warthe, werden in einer Urk. des Ii. Jahrhun- 
derts bei Radczynski cod. dipl. maj. Pol. n. 1 erwähnt. Thorn erinnert ausserdem an das 

1 in der Urk. von 4 222, Dreger n. 58 erwähnte Turno, wie schon L. David 2, 46 bemerkt. Die 
Ableitung des letzteren Namens von dem deutschen Worto Thor, welche ttartknoeb zu Dus- 
burg, oder von dem Namen der oft genannten Burg Turon im heiligen Lande, welche Boeh- 
mer, Regesten 4 498 ff. Reichssachen Nr. 467 vorschlägt, halten dagegen nicht Stich. Das 
alte Turno und die erste Burg der Ritter Thorn sind an der Stelle des heutigen Dorfes Alt- 
thorn, Nessau gerade gegenüber an der Weichsel zu suchen. 

8) Einer der Zeugen bei dem Verhör von 4 339Dzialyn*ki Litea 4, 244. sagt aus, er habe 
von seinen Vorfahren gehört: quod cum crueiferi venissent et inlrassentde novo terram Cul- 
mensem, invenerunt unam pulcram et magnam arborem prope Thorun per unum miliare, 
ubi fecerunt de supra uuam turrim et in pede in cireuitu unam curiam, ubi tenebaot sua 
pecora, sed nicbilominus Prutheni et infldeles, qui erant in cireuitu, totum aeeipiobant, et 
ipsi tunc iverunt ad duces Cuyavie, et rogaverunt eos, ut darent eis unum pratum, ubi pös- 
sent teuere animalia sun, et in illo prato fecerunt curiam postmodum et Castrum circa pra- 
tum, et sie paulalim, intraverunt terram Culmensem. Dor Bericht über die Befestigung auf 
der Eiche ist auch in das Chron. Oliv, und schon etwas entstellt in Dusburg übergegangen, 
vgl. L. Blumenau Chron. ord.Theut., nach welchem die Eiche S Mellen von Thorn und 3 Mei- 
len von Altbau» stand. Noch weiter ausgemalt, aber auf Vogelsang, welches an der Stelle des 
jetzigen Thorn gelegen haben soll, Ubertragen ist er von Grünau VI, 4. gi. L. David 2, 46, der 
Grunau's Schilderung stillschweigend wieder auf Alt-Thorn übertrügt, erinnert nicht mitUu- 
recht an die Bedeutung der Eiche als VVartbaum. Wartbäume werden nicht selten erwähnt, 
z. B. in einer Urk. von m4. L. David, 8. Anh. N. 46, und von 4*87, Fol.X dcsGch. Archivs, 
p. 72. Ein ringsum durch Verhaue gesicherter und an sich befestigter Wartbaum ist doch 
nicht undenkbar. Voigt 2, 224 ff. glaubt hier ein Miss Verständnis« annehmen zu müssen, die 
Burg sei nicht in quadam arbore quercina, sondern in dem Dorfe Quercus angelegt, ein Dorf. 
Quercus werde in eiuer Urk. von 4 228 bei Dreger n. 72 erwähnt, es sei das dicht bei Alt- 
Thorn gelegene Gurske. Es ist jedoch nicht nachgewiesen, dass jenes Dorf Quercus über- 
haupt im Culmerlande zu suchen ist, und Gurske heisst in der gleichzeitigen Culmer Hand- 
feste nicht Quercus, sondern Gorzk. 

4) Hermann Balke brachte nur 4 Ordensbrüder mit II, c. 44 ; er fand also (nach Dus- 
burg's Darstellung) wahrscheinlich Conrad von Landsberg und dessen Begleiter noch in den 
Weichselgcgenden anwesend. Diese 7 Brüder werden III, c. 3 nochmals genannt. Auch 
diese Zahl muss Voigt 2, 482 leugnen, um seine Chronologie aufrechtzuerhalten. 

5) Dass Burg und Stadt verlegt seien sagt nur das Chron. Ol. Es sieht fast wie Polemik 
dagegen aus, wenn Dusburg sagt, die Stadt sei verlegt manente castro. Die Verlegung der 
Stadt gehört in das Jahr 4236, Ann. Tho. Alle diese Zeugen (und wie es scheint auch die 
Tcrritorialbestimmungen der Culmer Handfeste) sprechen gegen Voigt 2, 282, Anm. 3, der 
die Verlegung der Stadt überhaupt bezweifelt. Die erste Burg Thorn, die auf dem Baume, 
wurde nach der Zeugenaussage von 4 339 bald zerstört, diejenige, deren Ueberreste noch 
jetzt unmittelbar neben der Stadt Thorn erhalten sind, durfte, nach den Berichten der Chro- 
nisten zu schlicssen, an dieser Stello ursprünglich erbaut sein. — Grünau VII, 2, § 3 lusst 
Burg und Stadt Thorn mit der Johanniskirche bei den» jetzigen AU-Thorn 4234 erbauen und 
4235 an die jetzige Stello (wo früher Vogelsang stand!) verlegen. 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 



51 



Dancske' intrans mare, dividens Poloniam et Pomcraniam a Prussia. Mcmela 
eciam est fluens aqua, descendens de regno Russie circa Castrum et civitatem 
Memelburgk intrans mare, ipsam Russiam, Lethowiam et Curoniam dividens 
eciam a Prussia 1 . 

De divemlate et potencia Pruthenorum. s 

Terra Prussie in xi partes* dividitur. Prima fuit Golmensis et Lubovia, que 
ante introitum fratrum domus Theutonice quasi fuerat desolata. Secunda Poroe- 
sania, in qua Pomesani. Tercia Pogesania, in qua Pogesani b *. Quarta Warmia, 
in qua Warmienses*. Quinta Naltangia, in qua Nattangi e . Sexta Sambia, in qua 
Sambite. Septima Nadrowia, in qua Nadrowite. Octava Scalowia, in qua Sca- 
lowite. Nona Sudowia, in qua Sudowite. Decima Galindia, in qua Gaiindite. 

•) Dutke B. Cap. S. b) Pom«ani ! K. e) b«l K. Khwwr ton Nutup zu untntcheiden. 

1) Ccber die Geographie des allen Preussen vgl. Toeppen, Historisch-comparative Geo- 
graphie von Preussen, 1858, Ahth. 1, wo p. V auch die. geographischen Abschnitte der Gru- 
nau'schen Chronik (besonders Trakt. I. Cap. 2) gewürdigt sind. 

2) Ob diese 11 Landschaften wirklich dem alten Preussen angehorten, wie es vor der 
Ankunft der Ritter bestand, rauss bezweifelt werden. Culmerland, mit welchem Dusburg 
hier wie II, c. 5 wieder die Lobau verbindet, gehörte nach den zu III, c. ( angeführten Zeu- 
genaussagen von jeher zu Polen. Besonders merkwürdig in dieser Beziehung ist folgender 
Bericht eines Zeugen, der selbst lange in Culm gelebt hatte : quod quidam legatus de latere 
missus erat in Prussiam a domino nostro papa, et cum veniret de Romana curia et esset in 
terra Culraehsi, cepit exerecre legacionem suam et ofleium sue legacionis, credens esse in 
terra Prussia, et ineepit iro et incedere sicut legatus factus in provincia, ubi deputatus est, 
sed cum fuisset sibi dictum, quod dicta terra Culmcnsis esset de regno Polonie et infra ip- 
sum regnum, deposuit insignia sua et exivit terram Culmcnscm, et transtulit se ultra flumen 
Ossa ad terram Prussie, ad quam erat missus sicut legatus de latere, et ibi resumpsit insig- 
nia sua, et cepit exercere legacionem suam sicut legatus deputatus et missus in Prussiam. 
Dziatynski, Lites 1, 197. Auch die Landschaften Sudauen, Nadrauen und Schalaucn schei- 
nen nicht von den eigentlichen Preussen, sondern die erstem von den Jadzwingern, die 
letzteren von den Littbauern bewohnt gewesen zu sein. Geogr. Abth. 1. 

3) Die Urkunden, aus welchen der Name Pogesanien in der Geogr. S. 14 nachgewiesen 
ist, liegen nun gedruckt vor in dem Cod. dipl. Warm. T. 1 bis auf die eine über den Ort Po- 
gyzonia bei Liebstadt. Elbinger Comthureibuch p. 1*0, 160. Die Verschreibung von Wag- 
ten am Zusammenfluss der Drewenz und Passarge lautet auf 40 Hufen in Pogzania Cod. 
Warm. I, n. 4t. Der campus Swarboniten Situs in Pogezania ist das heulige Waltersmühl, 
Kirchspiels Heiligenthal, Cod. Warm. I, n. 153, vgl. 165. Auch das in der Verschreibung 
von Thüngen vorkommende forum Pogusaniae weist auf die Gegenden dicht an der Passarge 
und Drewenz, schwerlich, wie Bender, Ermel. Zeitschr. S. 85. Anm. will, auf das zwi- 
schen Wonnditt und Heilsberg gelegene Freimarkt, Cod. Warm. n. 77. Hienach ist das Ter- 
ritorium Pogesanie im engeren Sinne zu beiden Seiten der Passarge zu suchen. Da nun 
aber Pogesanie nach Dusburg's ganzer Darstellung eine der Hauptlandschaften Preussens 
ausmachte, so werden sich die benachbarten, etwa Lenzen, Pazluk, Zambroch, vielleicht 
auch einige östlich gelegene angeschlossen haben. Um 1312 kommt ein Camerarius in Po- 
gexania vor, Cod. Warm. I, n. 164. 

4) Neuerdings hat Bender in der Zeitschrift für die Geschichte des Ermelandes S. 84 ff. 
and 8. 88 die Meinung zu begründen versucht, dass »der ganze Küstenstrich vom Prc- 
gel bis zur Weichsel« zum Ermolande gehört habe. Es ist wahr, in alten Zeiten ist der Name 
derWarmier bekannter, als der irgend eines andern Stammes in Preussen, und scheint auch 
in weiterem Sinn genommen werden zu müssen, aber für die Verhaltnisse des 13. Jahrhun- 
derts, die er dabei vor Augen hat, ist diese Auffassung nicht zu halten. Wenn er sagt: »Po- 
gesanien ist nur eine örtliche Bezeichnung eines Theils von Ermcland, welche ausserhalb 
desselben sich nicht nachweisen lässt,« so ist daran nur so viel wahr, dass das Territorium 
Pogesanien (im engern Sinne) innerhalb der nachmaligen Diöcese Ermcland lag. Auch von 
der Landschaft Natangen ist nur das als Thatsache anzuerkennen, dass es innerhalb der 
spateren Diöcese Ermeland tag. (Die späteres Chronographen, auf welche Bender sich be- 
zieht, sind sämmtlich Nachtretcr Grunau's und über die altprcussischen Landschaften dürf- 
tiger unterrichtet, als wir selbst). Es ist aber nicht bewiesen, dass die Grenzen der Diöcese 
mit denen der alten Landschaften zusammenfielen. Jedenfalls erscheint Pogesanien bei 
Dusburg in der Geschichte der Unterwerfung Preussens III, c. 16, 17 und in der Geschichte 
de« Aufstandes von 1260 ff. als eine der Hauptlandschaften Preussens. Vorübergehend fin- 
den wir, als den meisten Helden schon der Muth entsunken war, sogar Heilsberg In der 
Hand der Pogesanier (III, c. 171). In welchem Sinne sich in den vön Wölky und Saage Mo- 

4- 



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52 PETRI DE DUSBÜRG 

Undecima Bartha et Plicka* Bartha,* que nunc major et minor Wartha dicitur, in 
qua Barthi vel Barthenses habitabant. Vix aliqua istarum nacionum mit, que 
non haberet ad bellum duo milia virorum equitum k et multa milia pugnalorum. 
Sambia opulenta et populosa potuit habere im milia equitum et iL milia pug- 
nalorum*. Sudowite generosi, sicut nobilitate morum alios precedebant, ita 
divieiis et potencia excedebant. Habebant enim sex milia equitum et quasi in— 
numerabilem multiludinem aliorum pugnatorum. Quelibet istarum gencium ha— 
bebat raulla castra et finua, de quibus tcdiosum c esset per singula enarrare. 
Vide ergo signa dei magna et mirabilia forcia. Septem fratres domus Theuto— 
nice cum paucis armigeris edificando propugnaculum a in terra Colmensi supra 
quercum unam, ut dictum est, primo ausi sunt aggredi tarn copiosam et innu- 
merabilem multitudinem gencium, et in processu temporis infra liii annos ex- 
tcrminaverunl eas sie, quod unus non remansit, qui jugo fidei non" subiceret 
Collum suum, auxiliante domino Jesu Cristo, qui est benedictus in secula secu- 
lorum, amen. 

« De desolacione terre Galindie. 

Galindite creverunt et quasi germinantes multiplicati sunt, et roborali ni- 
mis, et inpleverunt terram suam, sie quod eos non potuit ammodo sustinere. 
Un<le sicut Pharao ad opprimendum populum Israt'liticum dixit obstelricibus : 
si masculus nalus fuerit, inlerficite ipsum, si fomina reservate f , ita ergo istis 
videbatur consultum, quod quiequid nasecrelur sexus feminini, occideretur, et 
masculi ad bellum servarenlur. El dum hoc edicto* non proflecrent, quia mu- 
lieres videntes cleganciam nascencium conservabant occulte eas, ideirco de com- 
muni consilio et consensu, ut omnis materia nutriendi pueros lolleretur, omnium 
uxorum suarum ubera preciderunt. Super quo conlcmplu et detestabiii facto 
mulieres indignale accesserunt ad quandam dominam, que secundum ritum ip- 
sorum sacra et prophetissa reputabatur, ad cujus imperium hujus terre facta 
singula regebanlur, petentes sibi super hoc negocio salubritcr provideri. Que 
compaciens sexui suo, convocatis ad se pocioribus tocius terre, ait ad eos : dii 
vestri volunt, ut omnes sine armis et ferro vel aliquo defensionis amminicUlo 
contra Gristianos bellum moveatis. Quo audito statim obediunt, et omnes, qui 
ad bellum habiles fuerant, ad viciniorem Crislianorum terram leto animo 1 * sunt 
profecti. Ubi preter alia mala, que fecerant, predam hominum et jumentorum 

a) Flica K. b) eq. yi. Ü. «•) odio.um K. d> propufoaculo K. •) non fehlt K. Oft*. 4. 0 ob- 
»ervat« K. g) diclo K. h) Ut. an. fehlt B. 

nura. bist. Warm. S. 79 angeführten Urkunden von 1 331 und 4336, erraclttndische Vögte 
advocati Pogcsaniac nennen, ist noch nicht ganz klar, doch theilt mir Herr Domvicar Wölky 
mit, dass dieselben Vögte der crmelandischen Kirche heisseu, neben welchen noch Bischofs- 
und Capitelvögte vorkommen. Sic verwalteten demnach ihr Amt vielleicht nur in dem süd- 
lichsten zwischen Bischof und Capitel noch nicht getheilteu Stück der Diöcese, welches ur- 
sprünglich sehr wohl zu Pogesanien gehört haben könnte. 

1) Der Name von Plicka Bartha hat sich nach der Mittheilung von Saage in derZeitschr. 
f. d. Gesch. d. Ermelandes S. 49 noch erhalten in dem Namen des Dorfes Bleichenbart zwi- 
schen lioilsberg und Bischofstein, welches in der Vcrschrefbung von 4430 Piekebart heisst, 
und schon in einer Verschrei bung von 1310 Cod. Warm. I, n. 155 kommt ein campus üaw- 
niten (Dorf Konitten nordwestlich von Bleichenbart) in districtu Piekebarte vor. Plicka Bar- 
tha erstreckte sich nach der Urkunde von 1254 Dreger n. 257 bis zum Walde Lindcnmedie 
d. h. nach Saage's glücklicher Deutung bis zu dem Walde nordwärts von Bischofstein und 
vom Zain-See, an welchem die Dörfer Wuslack, Plausen, Plössen, Tolnig liegen, und in des- 
sen Mitte ein Dorf Lindelawken (jetzt Linglack) erwu hnt wird. 

2) 40,000 Mann stellten sie z. B. in dem Kampfe gegen Meine), nach Alnpecke in den 
Script, rer. Livon. 1, 58», der vielleicht Dusburgs Quelle ist. 



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CR0N1CA TERRE PRDSSIE. PARS III. 53 

innumerabtlem abduxerunt. In reditu quidam de captivis occulte fugientes, re- 
versi ad fidel es, nunciaverunt eis, quod in toto infidelium exercitu non essent 
aliqua arma nec aliud aliquid*, quo se possent defendere, consulentes bona fide, 
ut ad impugnandum eos viriliter sequerentur. De quibus vcrbis animati Cris- 
Hani, cum magna turba secuti, irruerunt in eos, et omnes sine defensione ali- 
qua occiderunt, quo percepto Sudowite et alie naciones vicine intraverunt ter- 
ram Galindie predictam, et mulieres et parvulos et alios, qui relicti fuerant, in 
servilutem perpetuam deduxerunt, sicque terra illa usque in presentem diem 
remanet desolata. 

De ydololalria et ritu et moribus Pruthenorum. t 

Prutheni noticiam dei non habuerunl. Quia stmplices fuerunt, eum ratione 
comprehendere non poluerunt, et quia literas non habuerunl b , ymmo in scriptu- 
ris ipsum speculari non poterant. Mirabantur ultra modum in primitivo, quod 
quis absenti intencionem suam potuit per literas explicare. Et quia sie deum c 
non cognoverunt, ideo contigil*, quod errando omnem creaturam* pro deo co- 
luerunt, scilicet solem, lunam et f Stellas, tonitrua, volatilia, quadrupedia eciam, 
usque ad bufonem. Habuemnt eciam lucos, campos et aquas sacras, sie quod 
secarc aut agros colere vel piscari ausi non fucrant in eisdem 1 . Fuit autera in 
medio nacionis hujus perverse, scilicet in Nadrowia, locus quidam diclus Ro- 
mow, trahens nomen suum a Roma*, in quo habitabat quidam, dictus Criwe«, 
quem colebant pro papa, quia sicut dominus papa regit universalem ecclesiam 
fidelium, i(a ad istius nutum seu mandatum non solum gentes predicte, sed et 
Lethowini et alie naciones Ly vonie terre regebantur. Tante fuit autoritatis, quod 
non solum ipse vel aliquis de sanguine suo, verum eciam h nuncius cum baculo 
suo vel alio signo noto transiens terminos infidelium predictorum a regibus* et 

t) kUquid »lind B. C»p. 6. b) et bie h»buerant fehlt K. c) dominant B. d) eoatinrit K. B. •) o. 
c. «rr. B. f) et fehlt B. %) Crywe ß. h) et K. 

<) Mon vergleiche mit Dusburgs Darstellung folgende Stelle des Chron. ord. Theut. von 
Blumenau (auch übergegangen in das Chron. Polon. in den Beiträgen zur slavischen Philolo- 
gie und Geschichte. Wien 4 858, Bd. i, p. (49) : Horum (dcrPrcusseu) rilus sicuti a Christiana 
religione alienus, ita ab omni humanitale remotus fuit. Ipsi namque prisco genlilitatis error e 
inbuti omnem ornatura celi atque terre adorantes nonnullas Silvas adoo sacras esse arbitra- 
bantur, ut nec ligna incidere, nec vetustate quidem dejectas arborcs inibi abducere permitte- 
bant. Parcntibus ctiam liberi dum condigna exequii jura mortui s persolvebant, pulcheriorem 
genitoris servum, equum, canes et aliam domus suppelloctilem rogo una cum defuneto con- 
sumpscrunt. "Credebant ctenim .... biis decedentes alio in seculo, quam hic solcbant, mul- 
tum uti gloriosius. Tarn herculc perfide seete in consulcndo insuper augurem, an decedentis 
animam in transitu e vita suo prima nocte hospicio collcgisset, inquirendi Studium fuit, ut 
. . . etc., vgl. die Stelle aus Oliv. Scholast. in Beilage 2 n. <. Ausserdem haben wir aus der 
Ordenszeit Über die Religion der alten Preussen nur noch einige wenige Notizen in Urkun- 
den und unsichere Andeutungen in Orts- und Personennamen und in der Sprache überhaupt. 
Ausführliche aber unzuverlässige Nachrichten giebt Grünau (um t520) in den ersten Trakta- 
ten seiner Chronik. Alle übrigen Nachrichten stammen aus den Zeilen nach der Reformation. 
Näheres hierüber giebt Toppen, Geschichte des Heidenthums in Preussen in den Neuen 
Preuss. Prov. Bl. 1846, Bd. 1 und 2. 

*) Gewiss falsch, wenn auch die richtige Ableitung noch nicht gefunden ist. Voigt setzt 
Romowe ohne stichhaltige Begründung nach Samland. Geogr. S. 14 f. 

3) Reges der Preussen erwähnt Dusburg ausser an dieser Stolle nirgend, wohl aber re- 
gulos der Samayten, deren einmal 70 zugleich in einer Burg erschlagen wurden, III, c. 288. 
Man darf daraus bei der Verwandtschaft der beiden Volker abnehmen, dass diese reges und 
reguli Uberhaupt keine besonders hervorragende Stellung in dem öffentlichen Leben der 
Preussen eingenommen haben. Es stimmt hiemit überein, dass noch nach Eroberung des 
Landes durch den Orden reges Prulhcnicales in wenig bedeutsamer Stellung angeführt wer- 
den. Vgl. Voigt 8, 443. In Kriegszeiten wählten die Landschaften ihre Duccs oder Capitanei, 
welche aber eben auch nur während des Krieges ihre Stellung behielten. Vergleicht man 
die preussischen Zustände mit den altgermanischen, so dürften die duces den Herzögen, die 



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PETRi DE DISBURG 



nobilibus et communi populo in magna reverencia haberetur. Fovebat eciam 
prout in lege veteri jugem ignem. Prutheni resurrectionem carnis credebant, 
non tarnen, utdebebant. Credebant enim, si nobilis vel ignobilis, dives vel pau- 
per, potens vel impotens esset in hac vita, ita post resurrectionem in vita fu- 
tura. ünde contingebat, quod cum nobilibus morluis arma, equi, servi et an- 
cille, vestes, canes venatici, et aves rapaces, et alia, que spectant ad miliciam, 
urerentur. Cum ignobilibus comburebatur id, quod ad officium suum spectabat. 
Credebant, quod res exuste cum eis resurgerent, et servirent sicut prius. Circa 
istos mortuos talis fuit iliusio dyaboli, quod* cum parentes dcfuncti ad dictum 
Criwe papam b venirent, querentes, utrum tali die vel nocte vidisset aliquem 
domura suam transire, ille Criwe et disposicionem mortui in vcstibus, armis,. 
equis et familia sine hesitacione atiqua ostendebat, et ad majorem certitudinem 
ait, quod in superliminari domus suc talem fixuram cum Iancea vel instrumento 
alio dereliquit. Post victoriam diis suis victimam offerunt 1 , et omnium eorum, 
que racione victorie consequuti sunt, terciam partem diclo Criwe prcsentarunt, 
qui commissi t lalia. Nunc autem Lethowini et alii illarum parcium infideles dic- 
tam victimam in aliquo loco sacro secundum eorum ritum comburrunt, sed an- 
tequam equi comburrerentur, cursu fatigantur in tantum, quod vix possunt stare 
supra pedes suos. Prutheni raro aliquod factum notabile inchoabant, nisi prius 
missa sorte* secundum- ritum ipsorum a diis suis, utrum bene vel male debeat 
eis succedere, sciscitentur. Vestes superfluas aut preciosas non curabant, nec 
adhuc curant; sicut hodie ipsas c exuit, ita cras induit, non atlendens, si sint 
transversa Molli stratu et cibo delicato non utuntur. Pro potu habent simpli- 
cem aquam et mellicratum seu mcdonem, et lac equarum, quod lac quondam 
non biberunt, nisi prius sanctificaretur 11 . Alium potum antiquis temporibus non 
noverunt. Hospitibus suis omncni humanitatem, quam possunt', ostcndunt, nec 
sunt in domo sua esculenta vel polulcnta, que non coiumunicent r eis« illa vice. 
Non videtur ipsis, quod hospites bene procuraverunt, si non usque ad ebrieta- 
tem sumpserint" potum suum. Habent in consuetudine, quod in potacionibus 
suis ad equales et immoderatos haustus se obligant, unde contingit, quod sin- 
guli domestici hospiti suo certam mensuram potus offerunt sub hiis pactis, quod, 
postquam ipsi ebiberunt, et ipse hospes tanlundem evacue} ebibendo, et talis 
oblacio potus tociens reiteratur, quousque hospes cum domeslicis, uxor cum 
marito, filius cum filia omnes inebriantur. Secundum antiquam consuetudinem 
hoc habent Prutheni adhuc in usu, quod uxorcs suas emunt pro certa summa 
pecunie. Unde servat eam sicut ancillam, nec cum eo comedit in mensa et sin- 
gulis diebus domesticorum et hospitum lavat pedes. Nullus inter eos permilti- 

•) qoim K. b) ptpwn fehlt K. e) Uta B. d) nnetificurentur K. e) quam p. h. B. f) eoaunii- 
lüoet B. f ) Uli« B. h) .uropwront K. 

reges den Fürsten, welche die Angelegenheiten der Rogenannten Hundertschaften auch im 
Frieden verwalteten, an die Seite zu setzen sein. Die preussischen Landschaften dürften im 
Frieden ebensowenig stehende Beamte oder Herrscher gehabt haben, als die deutschen Gaue. 
Wenn die Preussen zu Versammlungen (placita oder parlamcnta c. 5, concilia c. 484, 204 vgl. 
103) zusammentraten, führten hier wie dort die Priester und die Besten das Wort. In dieser 
Beziehung ist AJnpecke's Schilderung Script, rerum Livon. 1, 587 ff. interessant. Dieser Auf- 
fassung ist es ganz entsprechend, wenn Albcricus zum Jahre 1207 (S. B.eil. 3; neben dem 
dux Phalet seinen Bruder rex Sodrech erwähnt. Dagegen fehlt alle Analogie und aller Be- 
weis für die Annahme Voigts 1, 514, dass jede Hauptlandschaft ihren eignen •Griwe« und 
König oder »Rcik« gehabt habe. 

1} Vgl. III, c. 307. Menschenopfer III, c. 91, 338. 

S} Vgl. III, c. 840, J41, 347. Auch Chron. Liv. vct. p. 7, 51 etc. 



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CROXICA TERRE PRCSSIE. PARS III. 



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tur mendicare, libere vadit egenus inter eos de domo ad domum, et sine vere- 
cundia eomcdit , quando piaoet. Si homicidium committitur inter eos*, nulla 
potest composicio intervenire, nisi prius ille homicida vel propinquus ejus ab 
occisi parentibus occidatur. Quando ex inopinato rerum evenfu aliquam imrao- 
deratam incurrerunt turbacionem, se ipsos occidere consueverunt'. Distinctio- 
oem dierum non habuerunt aut discrecionem. Unde contingit, quando inter se 
vel ipsi cum alienis aliquod placitum vel parlamentum volunt servare, datur 
certus numerus dierum, quo facto quilibet oorum prima die facit unum Signum 
in aliquo ligno vel nodum in corrigia aut zona. Secunda die addit herum secun- 
dum Signum, et sie de singulis, quousque perveniat ad illum diem, quo tracta- 
tus hujusmodi est habendus. Aliqui omni die balncis utebantur 2 ob reverenciam 
deorum suorum, aliqui balnea penitus detestabantur. Mulieres et viri solebant 
nere, aliqui linea, alii lanea, prout credebant diis suis complacere. Aliqui equos 
nigros, quidam albos vel alterius coloris propter deos suos non audebant aliqua- 
liter equitare. 

De miraculo quodam. « 

Fuit quidam Prulhenus in terra Sambie, in territorio Scoken, dictus Dorge, 
qui equos albos detestabatur, a quo erroro dum frater Theodoricus advocalus 
Sambie* ipsum vellet cohereere, emit ei equum album, qui dum eo invito ste- 
tisset in stabulo suo per unam noctem, mane faclo invenit dictum equum jugu- 
lalum et omnia pecora sua raortua. Quod fuit in fc tribus vieibus attemptalum, 
et tociens eundem exitum habebat. Quarta vice idem advocalus quartum album 
equum emit ei, asserens', quod hoc vellet iterare tot vieibus, quousque eum* 
ab errorc hujusmodi revocaret. Sic tandem cum equus quartus a dyabolo non 
suffocaretur, sicut alii tres priores, idem Dorge credidit, et errorem suum hu- 
militer est confessus, factusque est" magnus fidei zelator, et fidelium et fervens 
in devocione dei et sanclorum, multorumque corda errancium neophitorum in 
fide confortavit. 

De destruetiotte duorum castrorum et morte Pippini. i 

Referunl quidam, quod dum fratres habitabant in dicta arbore, Prutheni 
habebant supra Thorun in liltore Wisele Castrum dictum Rogow, et infra in 
descensu aliud circa locum illum, ubi nunc situm est Castrum antiquum. Fuit 
eciam f in medio horum quidam nobilis de Pomesania Pippinus, qui circa stag- 
nutn, quod a nomine suo dicitur stagnum Pippini 4 , habitabat in quodam pro- 
pugnaculo cum multis infidelibus latrocinia exerceus : nullus Gristianus poterat 
exire Castrum, quin* caperetur, vel oecideretur ab co. Uli supra, isti infra, hic 
in medio eos impugnabat. Tandem fratres cum castrensibus de Rogow in bello 
convenerunt, et, sicut deo placuit, plures ex eis occiderunt, et capitaneum cap- 

- 

•) inter o. c. B. Cap. 6. b) In fehlt B. c) anerent fohlt B. d) eum frhlt K. c) wt fehlt B. 
Cap. 7. f) «t K. %) non K. nUl B. quin D. 

I) Vgl. III, c. 244, 282, 310. Auch Chron. Liv. vct. p. 51. Kadlubek IV, c 49, p. 512 etc. 

a) vgl. iii, c. 499. 

3) In den Jahren 4278— 4292. 

4) Rogowe {nordostlich von Thorn) liegt wohl in gewissem Sinne oberhalb Thorn, wie 
Althaus bei Culm unterhalb derselben Stadt, aber, wie dieses, nicht unmittelbar an der 
Weichsel. Das stagnum Pipini findet sich in einer Urkunde von 4449, Geogr. S. 239, als Pip- 
pingesee zwischen Altthorn und Grzywna. wieder. 



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56 PETRI DB DC5BURG 

tum deduxerunt, qui capitaneus ut mortem evaderet, obtulit eis Castrum suum, 
et in processu temporis, dum castrenses de alio castro inebriati in quadam po- 
tacione jax;erent, duxit illuc fratres cum exercitu, qui potenter intrantes, occisis 
omnibus et captis**, Castrum in cinerem redegerunt. Non longe postea Pippi- 
num sororium suum tradidit in manus fratrutn, qui eum ligatum ad caudam 
equi traxerunt usque Thorun, et ad arborem suspenderunt 1 . Hic Pippinus fuit 
pater illius nobilis viri de Pomesania, qui dicebatur Matto k * et quantum pater 
fidei et fidclibus nocuit persequendo, tantum filius profuit zelando fidera Cristi 
et cristifideles , quia stetit intrepidus usque ad mortem suam pro defensione 
fidei Cristiane. 

s De peregrinis et de edificacione castri et civitatis Colmensit. 

Cum ergo sonus predicacionis crucis Cristi exiret in omnem terram regni 
Alemanie, et preconizaretur novum bellum, quod elegit dominus in terra Pras- 
sle, et novi belli indulgencia et libertas, commoti sunt Uli, quorum deus tetige- 
rat corda, electi scilicet et incliti bellatores Alemanie, et affigcntes crucem hu- 
meris suis, preparant se ad arma, ut vindicent injuriam domini crucifixi, remo- 
ventes a se quicquid eorum sanctum propositum poterat retardare. Attendentes 
ad illud Jeronimi salulifere verbum exhortacionis, ubi dicit : Si pater tuus in 
limine stelerit, et frater tuus in collo tuo' se su spende rit, et mater tua ubera, 
que te lactaverunt, ostenderit, per calcatum perge patrem, per calcatam perge 

. matrem, et ad vexillum crucis evola. Cum hiis peregrinis, dum venirent Tho- 
run, frater Hermannus roagister edificavit Castrum et civitatem Colmensem anno 

ms domini mccxxxii in eum locuni, ubi nunc situm est Castrum antiquum*. 

9 De bello fratrutn contra Pomesanos et de edificacione castri Insule 

sancte Marie. 

Postquam hec castra per dei graciam essent edificata, et vetus fermentum 
malicie et nequicie infidelium esset a terre Colmcnsis finibus expurgatum, ut 
prosperum iter faceret nobis deus salutarium nostrorum ad terras gencium vi- 
cinarum, ut atiqui estimant pro certo, magister et fratres, preparatis eis, que ad 
edificacionem castrorum sunt' necessaria*, secrete venerunt navigio ad insulam* 

») «t nptb fehlt K. b) Mmm Codd. v(l. e. 84. Oap. S. e) tuo ooüo. B. Ctp. 9. d) sunt fehtt K. 
•) ad i. nkr. B. 

4) Nach dem Chron. Oliv, haben ihn die Ordensritter auf noch grausamere AK zn Tode 
gemartert. 

8) Matte erhielt in der Taufe den Namen Hermann. Chron. Oliv. Er leistete dem Orden 
in der. Schlacht bei Durben III, c. 84 gute Dienste. Eine Verschreibung des pomesanischen 
Bischofs Albert für ihn über die Güter Trist, Trumpe und Gobis von t260 findet sich im Geb. 
Archiv zu Königsberg, Schiebt. LXV. n. 98. 

3) Zu dem Namen der Stadt stellt man Culm in Böhmen, Chelm in Polen etc. (vgl. zu III 
c. 4). Das Jahr 4232 bestätigen auch die Annal. Pelpl. Samb. Thorun. Die mimische Hand- 
feste, deren Datum MCCXXXIII quinto Kaiend. Januar, von Voigt 2, f 87 auf den 28. Decera- 
ber 488z berechnet wird, gehört doch wohl zum »8. December i 283. Es ist bekannt, dass 
man im Mittelalter vielfach im Leben und in Urkunden den Anfang des neuen Jahres auf den 
25. December setzte, wonach das obige Datum allerdings den 28. December des Jahres 4 281 ' 
bedeuten würde ; allein ebenso gewiss ist es, dass daneben in Preussen und anderwärts die 
noch geläufige Rechnungsweise vorkommt. Man vergleiche ausser den in der Gesch. d. 
preuss. Historiogr. S. 179 angeführten Urkunden besonders die Annal. Ottocartani ad a. 4254 
(Beilage 5). Hienach wäre es an sich wenigstens thunlich, die Handfeste von Culm auf den 
28. December 4233 zu setzen ; empfohlen wird diese Berechnung durch die Betrachtung zu 
III, c. 9. Man übersehe nicht, dass der Hochmeister Hermann von Salza die Handfest« selbst 
ausgestellt hat, also in Preussen zugegen war, was ohne haltbare Gründe geleugnet ist. 

4) Vgl. III, c. 4«, 68, 845 etc. 



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CROXICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 



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de Quidino* quasi cx opposito nunc Insule sancte Marie 3 , et ibi anno domini 
nccxxxin erexerunt in quodam tumulo" Castrum, vocanles illud Insulam sancte im 
Marie. Sed dum vir ille nobilis et miles strenuus in armis de Saxonia burgra- 
bius de Megdeburgk k *, dictus cum parva manu, multa stipatns milicia et armi- 
geris veniret' ad Castrum Golmen, infra annum, quo ibidem mansit, ivit cum 
magistro et fratribus, et" Castrum Insule sancte Marie predictum transtutit de 
insula Quidini ad locum, ubi nunc est situm, in territorio Pomcsanic dicto Ry- 
sen*, mutantes locum et non nomen. 

De edificacione civitatis Insule sancte Marie. i« 

Burgrabio de Megdeburgk adhuc existente in Golmine, quia needum com- 
pleverat desiderium voti sui, supervenerunt multi prineipes 4 , videlicet de Po~ 
lonia: dux Conradus*, dux Cuyavie 8 , dux Cracovie* et de Wratislavia dux Hen- 

m) ctmalo B. b) M«d*>, Megde-, Merlen-tmifk ote. wedutln. e) renirwt K. i) »AB. •) By- 
•cn «md BiMD, f ptter BeyMO und Beten wechseln. 

4) Die Insel wurde wahrscheinlich durch die alte Xogat gebildet, welche jetzt ein Zu- 
fluss, früher wobl auch ein Abfluss der Weichsel war. Ob das Castrum parvum Quedin in 
der Urk. von 4136 Cod. Pruss. I, n. 46, wie Voigt 3, 334 will, die von den Rittern erbaute, 
oder ob es eine preussische Burg gewesen sei, muss dahin gestellt bleiben. 

1) Du Jahr geben auch die Annal. Pelpl. Samb. und Thorun. Voigt 3, 184 f. setzt dage- 
gen die Gründung von Marienwerder ohne alle Rechtfertigung in das Jahr 4 131. 

8) Der Burggraf Burchard von Magdeburg, Graf von Querfurt, der erst« namhafte Kreuz- 
fahrer, welcher den Orden in Preussen unterstützte, war aus demselben Geschlocbte, aus 
welchem der für die Geschichte Preussens bedeutende Missionar, Bruno von Querfurt (f 1 009) f 
und der um den deutschen Orden hochverdiente Bevollmächtigte des Kaisers Heinrichs VI. 
auf dem Kreuzzuge von 4 497, Bischof Conrad von Hildosheim, stammte. Budcr, Sammlung 
verschiedener Schriften 4 785. S. 434 ff. Abel, König Philipp S. 856, 357. Ueber die Zeil sei- 
ner Kreuzfahrt nach Preussen geben die deutschen Urkunden keinen weiteren Aufschlug*, 
als dass er im April 4131 und am 4 0. Juli 4334 nicht in Preussen gewesen sein kann. Boeh- 
mer, Regesten S. 4 51, Nr. 713 und S. 149, Nr. 844. Nach Dusburg und noch deutlicher nach 
dem Chron. Oliv, kam er nach Preussen nach, der Erbauung von Marienwerder, also nicht 
vor dem Jahre 4333. Nun erscheint er auch als Zeuge in der Culmer Handfeste (vgl. zu III. 
8). Wäre dieselbe schon im Deccmber 4133 ausgestellt, so müsste 4) die Jahreszahl 4133 
in allen genannten Chroniken oder doch mindestens die Angabe falsch sein, dass der Burg- 
graf nach der Erbauung von Marienwerder nach Preussen gekommen sei, und wenn man 
auch das letztere annähme, so bliebe 3) ausserdem noch die höchst unwahrscheinliche An- 
nahme nothig, der Burggraf sei schon wührend der Erbauung der Burg in Preussen gewe- 
sen, bitte aber nicht an diesem gefahrvollsten ersten, sondern nur an dem minder gefahr- 
vollen zweiten Zuge Theil genommen. Unter diesen Umstünden ist die oben als zulässig er- 
wiesene Berechnung des Datums der Culmer Handfeste durchaus rathsam (18. Deccmber 
4338). Voigt hat die Geschichte des Burggrafen sehr willkübrlich behandelt. 

4) Den Kreuzzug der polnischen Fürsten setzt Grünau VII, 4, §. 4 in das Jahr 4335 und 
erzählt ihn mit Erfindung von Truppenzahlen, Tagesdaten, Thatsachen (Angriff auf Slemmo, 
Ergebung des Kyrwaiten Daragaito etc.), wovon durch L. David 1, 70 noch vieles in Voigts 
Darstellung 1, 143, 149 ff. Ubergegangen ist, obwohl er 1, 353 Anm. einige Angaben dessel- 
ben verschmäht. Hermann Balk war nach der Urk. im Index hist. dipl. Livon. I, n. 44 am 
49. Juni 4133 selbst in Breslau, und mag dem Herzog Heinrich damals den Anlass zu der 
Fahrt gegeben haben. Röpell, Gescb. Polens I, 454 führt an, dass Wladislaw Odonilz am 
4 8. Juli in colloquio, quod fuit super aquam neszobe [Netze? Nessau?] war nach Büsching 
Urkunden von Leubus S. 14 3, Heinrich von Schlesien aber mit Conrad von Masovien und 
Erzbischof Fulco von Gnesen am 3. October 4333 in Chelm (Culm) und am 4 1. November in 
Breslau sich befand nach Stenzel Script, rer. Siles. 3,' 13. Anm., und meint, dass hienach die 
Schlacht an der Sirgune, falls die polnischen Herzoge sie mitschlugen, in den October 4 333 
fallen möchte. Dieser letzteren Annahme steht jedoch Dusburgs und des Chron. Oliv. Zeit- 
angabe (tempore hyemali — gelu intensissimum) entgegen, weshalb wir einer anderweitig sich 
darbietenden Auffassung lieber Raum geben. 

5) Von Masovien. 

6) Casimir Conrads Sohn. 

7) Granau nennt ihn Lesco, und setzt wahrscheinlich, weil dieser Lesco 4337 starb, den 
ganzen Kriegszug 4115. Auch Jeroschin begeht einen historischen Fehler, indem er den 
Herzog von Krakau vor dem von Cujavien auffuhrt : denn es ist kein anderer als Heinrich 
von Breslau. Vgl. Röpell I, 454, 



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PETRI DE OLSBURG 



ricus, quem Tartari postea occiderunt', item Odowis dux Gnisnensis*, et multi 
alii nobiles viri et potentes, qui habitabant a flumme Odore usque ad fluvium 
Wisele, et a fluvio Bobare usque ad fluvium' Niete, item Swanlepolcus k dux 
Pomeranie cum fratre suo Samborio. Hü cum multitudine copiosa milicie' et 
armatorum, que nunquam tanta visa fuit in Prussia, intraverunt, et ci vitalem 
Insule sanete Marie construentes, Castrum prius factum 0rmaverunt. 

11 De victoria Cristianorum, ubi quinque milia Prulhenorum sunt occisa. 

Quo facto frater Hermannus magisler et alii fratres tempore hyemali, cum 
omnia essent gelu intensissimo indurata, assumptis peregrinis predictis, quo- 
rum desiderium accensum fuit ad reprimendam audaciam Prulhenorum, acces- 
serunl ad territorium Reysen 4 et occisis ibi et captis' plurimis hominibus pro- 
cesserunt ad fluvium Sirgune*, ubi hoc, quod diu optaverant r , sunt experli. 
Invcnerunt enim Prulhenorum magnum exercitum congregatum in armis et pa- 
ratum jam ad prelium. Quos dum viriliter aggrederentur, conversi sunt in fu- 
gam*. Sed dux Pomeranie et Samborius frater ejus, raagis experti in bello Pru- 
thenorum, vias circa indagines cum suis armigeris occupaverunl, ne quis posset 
evadere, et extune percusserunt peccatores in ira sua. Ibi gladius milicie Cri- 
stiane vibratus carnes infidclium devoravit, hic lancea non casso perlata est vul- 
nere, quia Prutheni nec huc nec illuc poterant declinare a facie persequenlis, et 
facta fuit magna strages in populo Prulhenorum, quia ceciderunt iilo die ultra 
quinque milia* interfeeli*. Hoc facto peregrini omnes cum gaudio ad propria 
*8unt reversi 7 , laudantes clemenciam salvatoris. 

ii De edificacione castri de Redino et visione mkabili cujusdam fratris ibidem. 
izm Anno domini mccxxxiiii* frater Hermannus magister, Pruthenis jam elimi- 

Cap. 10. ») Samen B. b) Swwtepolcni die fewOlinliehe Form, eonet SwtnUpoItii», Swmtopolciu etc. 
e) rail. cop. B. C»p. 11. d) Bryorn B. ejctcLB. f) optaverunt B. Cmp. 12. f) MCCXXX1II H. 

1) Um 1838 regierte in Breslau noch Heinrich der Bärtige, der Gemahl der heiligen Hed- 
wig; ihm folgte erst nach »einem Tode im Jahre 1838 Heinrichen., welchen die Tartaren in 
der Schlacht bei Liegnitz am 9. April 1841 todteten. Scheinbar im Widerspruch mit Dus- 
burg berichtet Boguphalu» : Conrad habe Heinrich den Bartigen herbeigerufen und mit der 
Hülfe desselben, so wie der Ordensritter einen grossen Sieg erfochten. Es scheint aber, als 
wenn sowohl Boguphalu«, als auch Dusburg gerechtfertigt werden kann ; wir erinnern uns, 
das» Heinrich I. am 8. October in Cholm (Culm), am H. November schon wieder in Breslau 
war: wie? wenn »ein Sohn bis zum Winter in Preossen geblieben, und Theilnehmer der 
Schlacht an der Sirgune gewesen wäre? Nach den polnischen Schriftstellern führt auch 
Grünau und nach ihmL. David in dieser Verbindung den alteren Heinrich als Kreuzfahrer auf. 

8) Wladislaw Odonicz von Gnesen. 

8) Die Sorge, welche in den Drausensee fliessl. 

4) Nämlich die Preussen. Vgl. Chron. Oliv. Der Wechsel des Subjects hat zu Miss Ver- 
ständnissen verleitet und das Motiv der Schlachtschilderung bei L. David 8, 71, die Voigt 8, 
851 wiederholt, und bei Schütz fol. 19b gegeben.- 

5) Das ultra fehlt im Chron. Oliv. 

8) Mit gleicher Willkür, wie Grünau, verfährt der aus Grünau und Dusburg schopfende 
' Chronist bei Schütz fol. 19 b. Auch aus ihm entlehnt Voigt 8, 858 doch etwas, nämlich dass 
der Sieg den Christen 4000 Mann gekostet habe. Dass nach der Hauptschlacht noch eine 
Burg von dem Kreuzheere belagert und erobert wurde, was Voigt 8, 858 für unbestreitbar 
hält, ist nirgends glaubwürdig überliefert, sondern ein Mährchen von Grünau. Und wenn ja 
der Burgwall bei Altchristburg und dio Landwehr bei Altstadt, welche Voigt aus späteren 
Handfesten anführt, mit der Geschichte der Schlacht in Verbindung gebracht werden sollen, 
so muss man sich zunächst darüber klar sein, dass jenes Mährchen von Slemmo einen sol- 
chen Versuch nicht im Mindesten unterstützt, oder rechtfertigt. Wenig Gewähr hat Voigts 
Gedanken, das Feld Surkaporn bei der Stadt Christburg, weil Kaporn Todtonfold heisse, für 
das Schlachtfeld zu erklären. 

7) Das Chron. Oliv, lässt sie erst nach der Erbauung von Beden zurückkehren. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 59 

natis a terra Colmensi, congregato exercitu fratrum et armigerorum edificavit 
Castrum de Redino ante solitudinem, que fuit inter terram Pomesanie et Col- 
inensem , in illo loco, ubi continuus insultus fuerat Pruthenorum, et introi— 
tus ad terram Colmensem 1 . In hoc Castro fuit quidam frater, qui illusus fraude 
dyaboli estimabat veraciter, quod in ordine domus Theutonice non posset ani- 
mam auam salvare, proponens in animo suo, quod vellet ingredi ordinem 
strictiorem. Quo facto, vidit in somnis beatos Bernardum, Dominicum, Fran- 
ciscum, Augustinum, cum suis fratribus precedere, quos cum lacriniis rogans 
petivil, ut eum in confratrem assumerent, at Uli singuli doncgabant. Postrcino* 
venit beata virgo Maria cum fratribus domus Theutonice pluribus, quam ipse 
cepit humiliter implorare, rogans, ut eum saltem in consorcio fratrum suorum 
permitteret remanere. Cui virgo beata : non expedit, quia tibi videtur, quod 
ordo tuus sit adeo laxus, quod nihil sit in eo, in quo secundum desiderium 
tuum possis* pati. Et elevans singulorum 1 fratrum palia, ostendit vulnera et 
piagas, quibus fuerant ab infidelibus interfecti pro defensione fidei, et ait : num 
videtur tibi, quod isti fratres tui sinl aliquid passi pro nomine Jesu' Christi? 
Et hoc dicto disparuil visio. Et ille frater evigilans reversus ad se, processit ad 
capituluro, ubi fratres fuerant congregati, et quod prius temere de proposito 
suo illis denudavit, hoc modo tanquam sapiens et expertus humiliter revocans 
tanquam erroneum, visionem, quam viderat, omnibus publicavit. Qui frater in 
dei servicio perseverans non loifge postea ab infidelibus est occisus*. 

De adventu marchionis Mimemis. '* 

Hoc tempore nobilis et illustris ille deo devotus prineeps Henricus marchio 
Misnensis cum quingentis viris nobilibus et in armis expeditis multoque divi- 
ciarum apparatu venit ad terram Prussic. Ilujus viri animus et totus conatus 
ad destruetionem infidelium et ad Cristianorum terminos dilatandos fuerat in- 
t clinatus'. 

De dcslructione plurium castrorum et mbjugacione Pomesanortm. u 
In terra Pomesanie fuit quoddam territorium dictum Reysen, in quo viri 

• HpotwB. b) pOMM K. e) titif ulot K. d) jeiu fehlt B. 

4) Die Erbauung von Reden setzt auch der Can. Samb. in das Jahr 1334. Noch Hermann 
Balke stellte die erste, bald verlorene, und 1385 erneuerte Handfeste der Stadt Reden aus, 
Cod. Pruss. I, n. 470 

4) Aus dieser Geschichte, bestimmt zur Verherrlichung des Ordens, klingt doch ver- 
nehmlich auch die anklagende Stimme heraus. Eine sehr charakteristische Aeusserung über 
den schon sehr verweltlichten Sinn der Ordensritter ist III, c. 31 der Jungfrau Maria in den 
Mund gelegt. Man vergleiche die Anklagen des Ordens von 1340 Act. Bor. 1, 480, von 1358 
Cod. Pruss. I, n. 120, und aus dem Anfange des vierzehnten Jahrhunderts. 

3) Heinrich (Markgraf von Meissen 1333— 1888) war 1318 geboren, Chron. Veterocellens. 
minus bei Menckcn 3, 439, kam also noch sehr jung nach Preussen. Mit Recht hebt Dusburg 
seinen Reichthum hervor, was der weniger kundige Jeroschin Ubersehen hat. Der Reiththum 
stammte von den nicht lange zuvor angelegten Bergwerken bei Freiberg her; man sagte von 
Heinrich, er sei so reich gewesen, quod turres repleverit argento, imo si voluisset, ducatum 
Bobemiac compararc potuisset. L'ebrlgens wird ebensosehr seine Mildthtttigkeit gegen geist- 
liche Stiftungen als die Pracht seiner Ritterfeste gerühmt, Chron. Veterocellens. bei Mencken 
t. 403. Seine Kreuzfahrt nach Preussen wird in ausserpreussischen allen Chroniken nicht 
erwähnt. Grünau VIII, 13, g. 1, 3 setzt sie in das Jahr 1358 — vielleicht mit einem Blick auf 
das Chron. Oliv., in welchem die, wie es scheint, verdorbene Zahl 4 358 in naher Verbindung 
mit dem Marchio «lictus Atlant vorkommt, aus welchem Granau den Markgrafen von Meissen 
gemacht haben könnte ; er crztthlt von diesem, wie das Chron. Oliv, von Allant, dass er bei 
der Befestigung von Culm mitgewirkt habe, ferner dass er 4000 Meissner nach Preussen 
versetzt habe etc. 



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60 



PFTRI DR DüSBÜRO 



famosi et bellatores strenui morabantur, quos dictus princeps, mittens manum 
ad aralrum, et non respiciens retro, vhiliter est aggressus rapina et incendio et 
multa sanguinis infidelium effusione scpius devastando. Castrum ipsorum, si- 
tum circa flu vi um Mockeram, et omnia propugnacula, que habebant in illo loco, 
qui dicitur Stumo, circa Postelin, circa Rysenhurgk et Rysenkirchen, circa stag- 
Dum Drusine etWildenbergk, occisis et captis infidelibus, potenter expugnavit, 
et in cinerem redigendo terre alten cogquavit 1 . Sed quam potenter quamque 
viriliter prefalus marchio tanquam leo, qui ad nullius pavet occursum, dictas 
gentes impugnavit, nemo posset verbis aut calamo singulariter explicare. Tam- 
que infestus fuil eis in bello, quod se fidei et fratribus subdiderunt. Et secun- 
dum pacta et liberlates, que ipsis tunc dabanlur, alii neophiti postea regebantur*. 

15 De quibwdam navibus belUcis et recessu marchionis. 

Sapions Semper sapienter agit, et multis periculis preeavel in futurum. 
Undc idem dominus marchio tanquam vir providus et prudens mandavit sibi 
parari duas naves bellicas, quarum minor dicebatur Pilgcrim, major Vridelant 
vocabatur, quod sonat in latino: peregrine paeifica terram". Et vere nomen ha- 
bebant k a re. Fecerunt enim multa bona pacis fidelibus terre Prussie. Per dictas 
naves duo castra Elbingus et Balga edificata fuerunt, et recens mare purgatum 
fuit ab insultu infidelium, quod in eo nullus audebat de cetero comparere. Hee 
naves posl multos annos in stagnum Drusine simt submerse. Completo itaque 
peregrinacionis sue voto, idem princeps, relinqucns in Prussia multam miliciam 
pro edificacione castri de Elbingo, ad propria est reversus. 

»• De hello Pogcsanorum et edificacione castri de Elbingo. 

Subjugatis per dei graciam Pomesanis magister et fratres contra Pogesanos 
bellandi acies direxerunt. Undc magister cum fratribus et peregrinis, quos do- 
minus marchio Misnensis reliquerat, precedentibus navibus Ulis cum hiis, que « 
ad edificacionem fuerant necessaria, venil ad terram Pogesanie, ad insulam il- 
lam, ut quidam dicunt, que est in medio fluminis Elbingi, in illo loco, ubi El- 
bingus intrat recens mare', et erexit ibi Castrum, quod a nomine fluminis El- 

Oap. 15. «) hm» Codd. terra H. b) h.brb.t K. 

4) Nach Dusburg's Worten mlisste man glauben, das« alle genannten Burgen im Terri- 
torium Reysen lagen, was doch nicht glaublich ist. Das Chron.Oliv. drückt sich vorsichtiger 
und richtiger aus. Leber das Geographische vgl. Voigt 3, 884) f. Geogr. S. 4 8. 

8) Für die personliche Freiheit der zum Christenthum bekehrten Heiden hatte sich der 
Kaiser Friedrich II. und die Pabsto bemüht. Friedrich II. verhiess ihnen seinen und des 
Reiches Schutz und gestattete ihnen stete Freiheit und alle Rechte, welche sie vor ihrer Be- 
kehrung hatten! Urk. vom Marz 4234 in Petri de Vinea epist. VI, SO mit dem Datum bei 
Huillard-Brcholles hisl. dipl. Frid. II. Bd. 2. Abth. 1. S. 438. So nahm sie auch PabstHono- 
rius III. in des heiligen Petrus und seinen Schutz und setzte fest, dass sie in ihrer früheren 
Freiheit verbleiben sollten I Bolle vom S. Januar 4325 Cod. Pruss. I, n. 46, vgl. Raynald 4 335, 
n. 4ff. Ebendahin zielende Auftrüge ertheilte Gregor IX. dem Legaten Wilhelm in den Jah- 
ren 43S6, 4337, 4338. Raynald 4336 n. 64. 4388 n. 62. Cod. Pruss. I. n. 48, 49, so wie auch 
Pabst innocenz IV. dem Legaten Opizo 4 24S. Raynald 4 345 n. 94. Voigt 9, 597. 

5) Ueber den ehemaligen Lauf des Elbing vgl. Geogr. S. 3, 4. Es ist hier ohne Zweifel 
gemeint der Werder, »der da beisset der alte Elbing« Cod. Pruss. II. n. 47, jetzt Herren- 
pfeil. Grünau VII, 3. g. 3, welcher krittelnd Elbing »auf eine Ecke des Sees Drausen an dem 
Flusse Melbing» anlegen Iftsst, zeigt hier doch einige Kenntnis«, indem er hinzufügt, Elbing 
sei von Lübeckern gegründet, der erste Comthur sei Alexander (aber freilich »von Ellin- 
gen*) gewesen, das Dominicanerkloster 4338 angelegt. Er entnahm das offenbar aus den 
Handfesten des Dominicancrklosters von 4 338 und der Stadt von 4346. 



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■ 



CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 61 

bingum appellavit, anno dominice incarnacionis iccxxxvu'. Aliqui referunt, 1137 
quod idena Castrum postea* ab infideiibus fueril expugnatum, et lunc ad eutn 
locum, ubi nunc situm est, translatum, et circa ipsum civitas collocata. 

De quodam miraculo. n 

Mulla bella gloriose gesta sunt contra Pogesanos per fratses de Elbingo, 
que nullus posset ad plenum scribere vel dictare. Unum tarnen ponam factum 
notabile. Quadam die fratres de Elbingo cum paucis armigeris seculi fuerunt 
magnum exercitum Pruthenorum, qui predarn receperat' in districtu k ipsorum, 
et dum jam convenire debebant ad prelium, Prutbeni effügerunt omnes, preter 
unum, quem captum abduxerunt. Qui, cum videret tarn paucos debellatores* in 
exercitu fratrum, quesivit, ubi plures essent? Responsum mit ei, quod non 
fuissent plures. At ille . certe nos vidimus totum campum plenum* viris arma- 
tis, in vestitu omnino similes fratribus et in armis, et propter hoc exercitus 
noster in fugam fuit conversus. Hoc idem Pogesani, qui in hoc exercitu fuerunt, 
post conversionem suam ad fidem Cristi publice sunt confessi 1 . Pogesani ergo, 
quantumcunque graves fuerunt fratribus in bello, videntes hoc miraculum, non 
valentes eciam impugnacionem fratrum continuam sustincre, datis obsidibus, 
duram cervicem suam, et colla indomita fidei et fratribus submiserunt*. 

De bello fratrum contra Warmienses, Barthos et Nattangos et morte is 
planum fratrum et Cristianorum. 

Nullus posset perfccte perorare, quot incommodis, quot pcriculis et quot 
angustiis se magister et fratres continuc exponebant, ut per eos fides Cristi de- 
bitum posset sumere incrementum et Cristianorum termini dilatari. Unde ac- 
cidit, quod postquam, deo auctore, sine quo nihil boni agitur, Pomesani et Po- 
gesani se fidei et fratribus subdidisscnt, idem magister et fratres contra War- 
mienses, Nattangos et Barthenses arma paraverunt*. De mandato ergo magistri 
quidam fratres et armigeri cum navibus predictis transiverunt mare recens, ad 
videndum, ubi posscnt contra dictos Pruthenos Castrum instaurare. Qui cum 

Cap. 17. •) tccrpenl B. b) dUtrictuffl Codd. e) debellatoret K. d) pl. U e. B. 

4) Dasselbe Jahr der Gründung von Elbing geben die Annal. Pelpl. Samb. Thorun. 
3) Wunderbare Hülfe in der Schlacht. Vgl. III. c. 4 44 . 

3) Was Voigt 3,398 Uber die Stellung des Ordens zur Zeit Hermann Balke's zu den Un- 
terworfenen sagt, beruht meistens auf L. David 3, 88 f., welcher wieder aus Grünau VII, 4 . 
$. 3 schöpfte. Grünau aber knüpft seine übrigens ganz ungebundenen Phantasien nur an 
einige von Dusburg angeführte Thatsachen (Erziehung preussischer Knaben in Deutschland 
III. c. 91, Einladung preussischer Edelleute zu Gastmalcn III. c. 88) und malt sich hier die 
Folie zu dem ebenso unwahren Gegenbilde der Bedrückung unter Friedrich von Foxberg 
VII, I. $. I . — Ferner spricht Voigt 3, 396 f. von einer pestartigen Seuche und deren Ein- 
wirkung auf die Preussen nach Luc. David 3, 94, dieser mit Beziehung auf eine vorgebliche 
Chronik des Bischofs Christian aus Grünau VI, 4. fj. 8 und 7. g. 4, dem er die vermeinte 
ThaUache und das nichtige Citat zugleich entnahm. — Hieran schliesst Grünau VI, 7. §. 3, 8 
einen Abschnitt Uber den Stellvertreter Balke's während seiner Abwesenheit in Livland, 
Germel von Oldenburg, und seine Gewalttätigkeit gegen die Preussen, z. B. die Verbren- 
nung eines ganzen Dorfes. Auch dieser Abschnitt ist durch Luc. David 3, 96 f. in Voigt' s 
Gesch. Preussens 3, 851 übergegangen, der nur den Namen Gormol von Oldenburg in Her- 
mann von Altenberg verwandolt. — Auch über Hermann Balke's Nachfolger Friedrich von 
Fuchsberg giebt es nur das Zeugniss von Grünau VII, 8. g. 4, welchem L. David 3, 484 und 
8, 4 4 und auf L. David s Namen auch Voigt 3, 863 f. Glauben schenkte. So zählebig ist die 
Lügenchronik I 

4) Auf den Kampf mit den Warmiern, Natangern und Samen im Jahre 4 238 weist auch 
die Urkunde Swautopolks vom 44. Juni 4388. Monum. hist. Warm. I. n. 3. 



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« 



62 PETRI DE DÜSBDEG 

venirent ad litus terre Warmiensis, exierunt, et circa illum Iocum, ubi nunc 
situm est Castrum Balga*, viderunt Castrum quoddam Pruthonorum, quod ta- 
rnen propter paucitatem suorum impugnare non audebant. Sed ut vacua manu 
non redirenl, invaserunt villas circumjacentes , vastantes incendio et rapina. 
Quod videntes Prutheni irruerunt in eos, et omnes fratres et armigeros occide- 
runt preter eos,, qui ad custodiam navium fueranl b deputati. Qui videntes inte- 
ritum suorum velociter recesserunt, magistro, que gesta fuerant, nunciantes. 

»• De castro Balga. 

m» Audita hac lugubri legacione magister ultra id, quod credi polest, fuerat 
perturbatus, sed proposito sibi exemplo David, qui principem milicie sue Joab 
2 Re t . 11,25. nimis dolentcm de inortc suorum quasi incrcpans* ait: non te moveat res isla, 
varius est evenlus belli, nunc istum, nunc illum occidit gladius. Conforta bella- 
tores tuos, et exhortare eos, ut destruant regni invasores. Tandem consolatus 
misit exercitura magnum navigio ad vindicandam injuriam occisorum, qui ve- 
nientes ad litus Balge exierunt, et positis sagittariis ad loca competencia, sca- 
lisque applicalis ad raenia, dictum Castrum Pruthonorum viriliter sunt aggressi, 
et cooperante ipsis a Codruno capitaneo obsessorum, violenter expugnaverunt, 
partim hominibus captis, aliis' trucidalis. Quo facto, fratres deo gracias re- 
im fcrentcs dictum Castrum anno domini hccxxxix' cum suis armigeris inhabila- 
bant, et ibi contra dictos Pruthenos prelfa domini dei exercituum gloriosius 
preliabantur. 

De obsidione castri de Balga. 

Quod cum ad aures Prulhenorum deveniret, Pyopso quidam Pruthenus ca- 
pitaneusWarmiensium, congregala omni polcncia exercitus sui, dictum Castrum 
Balgam r obsedit, et quia caput fuit alioruin, ipse velut* dux belli pre aliis in 
prelio se voluit ostentare, et appropinquans castro h , cujusdam fratris telo per- 
cussus, in terram decidens, expiravit, de quo facto alii perterriti infecto nego- 
cio recesserunt*. 

*» De edificacionc molendini et destructione ejusdem. * 

Hoc tempore plures nobiles et potentes viri de Warmia, videntes deum pro 
fratribus pugnare, compuncti sunt, et cum omni domo et familia sua se ad fra- 

Cap. IS. a) nunc Ualg tiu ctt B. b) fornuit K. C«p. 18. e) quaai In ct. fehlt B. d) Ipal» B. 
ria D. ipwmiiB K. *) «Iii* K. D. partim B. Ol». 90. 0 Balg». B. g ) rero fl. k) cmUo fehlt K. 
C&p. 81. I) tjui lad« K. ipnu* Test K. 

4) Dasselbe Jahr geben die Annal.Pclpl. Samb. Thor. Die Eroberung von Balga durch Bru- 
der Poppo und die weiteren Vertheidigungsanstalten des Kyiwaitenllangelo um 4 SSO erwähnt 
Grünau VII, S. §. 3, dann aber benutzt er Dilsburg'» Nachrichten von den Vorgängen bei 
Balga (c. 19—36), besonders die entstellten Namen Cudrono, Pioposo, Pomanda, so wiePor- 
tygaylo, Cfwynekewer (Schneckenberg), Strandeborg nebst einigen selbsterfundenen, wie 
Otto von Schiedorf Comthur zu Balga. Bogeto (man denke an die BogaUni im Chron. Oliv.), 
Pioposo' s Tochtermann etc. zur Schilderung des Kreuzzuges des Herzogs Otto von Braun- 
schweig im Jahre 4S58M VIII, 4i. Jj. 8. L. David müht sich ab, Grunau's und Dasburg' s 
Nachrichten zu vereinigen IX, 40* ff. Auch die Ausführung bei Schutz fol. SO venüth keine 
ächte Quelle. Dennoch ist aus beiden Chronisten vieles von Voigt 4, 882, 884 aufgenommen, 
üeber den Namen Balga (d. h. Tief, Wasserstrasse) vgl. Hennig zu L. David J, 408. Neue 
Preuss. Prov. Bl. 4853. Bd, 4. S. 83. 

5) Mit weitschweifigem Pragmatismus, hinter dem aber keine Spur von alter Ueberlie- 
ferung sich zeigt, umschreibt L. David 1, 400 diesen Abschnitt, nach ihm Voigt 3, 886. 



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CRONICA TERRE PRDSSIE. PARS III. 



63 



tres de Balga transtulerunt, de quorum adventu fratres confortati, edificaverunt 
molendinum extra pontem paludis juxta stratain nunc publicam super quodam 
fluraine, et firmantes illud ad modum castri, reliquerunt ibi* duos fratres et 
multos armigeros pro custodia ipsius. Quod Castrum postea Prutbeni k cum va- 
lido exercitu obsidenles expugnaverunt, et occisis fratribus et armigeris in cine- 
rem redegerunt. 

De religiosa vita fratrum de Balga. *« 

Qualis vite puritas quantaque virtus abstinencie et quanUis rigor regularis 
fuerit discipline inter fratres de Balga et de aliis castris predictis, nemo no- 
vit, nisi ille, eui omne cor* patet, et quem nulluni latet secretum. Oratoria nun- 
quam vel raro fuerunt sine oratore, nec erat angulus in dictis castris, in quo 
post completorium et matuünas d non Iateret frater aliquis, qui virgis aftligerel 
corpus suum. Ad Castrum Engelsbergk venerum quidam religiosi viri, qui dum 
viderent* statum et conversacionem fratrum ibidem , quesiverunt , quod esset 
nomen castri. Quibus cum* dicerelur, quod' Engelsbergk i. e. * rnons angelo- 
rum vocaretur, responderunt : vere nomen habet a re, quia habitantes in eo an- 
geiicam ducunt vitam. 

De edißcacione castri Partegal et propugnaculi Scrandonüs. *s 

in tenra Warmiensi fuerunt quidam viri prepotentes, dicti Gobotini hl valde 
infesli fratribus, qui congregata multitudine pugnatorum unum Castrum dictum 
Partegal 1 in campo sie nominato, et aliud propugnaculum in monte Scrando— 
nis * edificaverunt, munientes ea diversis armigeris. Ilii cotidie fratres du Balga 
impugnaverunt, sie quod extra Castrum non audebat aliquis de cetero comparere. 

De edißcacione castri Snickenbergk. 1 « 

Campum illum, in quo Castrum de Balga situm est, arabiunt paiudes, sie 
quod tempore estivali nullus polest transire, nisi per pontem, ante quem pon- 
tem in quodam tumulo fratres edificaverunt Castrum dictum Snickenbergk *, lo- 
cantes in eo plures fratres et quendam virum nobilem Hertwigum, palrem Herl- 
wigi de Pokarwis et multos alios viros bellicosos, qui ingressum infidel ibus 
prohih#bant. 

De adventu ducis de k Brunswick. as 

Hoc tempore sicut aqua frigida sicienti, et bonus nuncius de terra longin- 
qua, ita nobilis ille deo devotus Otto 1 illustris prineeps et dux de Brunswich, 

k) illie B. b) po»tc* Pruth. B. D. Prath, p. K. Cap. 28. c) e. o. B. d) precei tagen T. U. bima. 
e) dam K. f) quod fehlt K. |) rideUeet B. Cap. 88. h) Gobotim K. B. D. J. Boptini Chron. Ol. 
Cap. 84. i) Scbolckroberf bat hier und •piter K. Cap. 8«. k) de fehlt K. 1) Otto B. D. fehlt K. 



1) Da die von Voigt 9, 888 verworfene Leseart durch die Handschriften völlig gesichert 
ist, so wird man seine an sich ansprechende Beziehung des Namens auf Glottau aufgehen 
müssen. 

8) Das adlige Gut Partheinen bei Moppenbruch am frischen Haff. L. David 3, Hl. 
Voigt 9, 890. 

8) Der Name ist erhalten in dem des kölnischen Gutes. Schrangenberg. Voigt 8, 890. 

4) Der Name war noch zu Henneberger' s Zeit iu Gebrauch. Erklärung der Landtafel 
S. 425. Ob nicht der Bericht Uber die Befestigung Schuckenberg eine sagenhaft entstellte 
Wiederholung des Berichtos über die befestigte Mühle c. 81 ist? Wenn er wegfiele, (wie er im 
Chron. Oliv, nicht vorkommt), so wäre dar Zusammenhang von c. 83 und 85 viel natürlicher. 



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64 PETRI DE DUSBURG 

qui eciara de Luneburgk 1 dicebatur, venit cum niultitudioe copiosa peregrino- 
rum ad terram Prussie* in subsidium frotribus in gravi necessitatis articulo 
constitulis". 

De slragc infideUum et destructione caslri Partegal' et propugnaculi. 

De castris Prutbenorum predictis cotidie toi arraati processerunt ad bel- 
lum, quod preclusa fuit fratribus via adcundi hostes, et sublata omnis materia 
impugnandi eos. Super quo fralrcs perturbali convenerunt sepius, querentea 
in tractatibus suis remcdium oportunum. Tandem ipse Cristus*, qui devotos 
suos in tribulacionibus constitutos non destnit misericorditer consolari, provo- 
cavit gracia sui spiritus quendam dictum Pomandam vi rum nobilem, qui inter 
Prulhenos quondam fuerat magne b reputacionis , noviter autem con versus ad 
fidem Cristi et ad fratres, ut sibi ncgocium fidei et fidelium assumcret in hunc 
modum. Idem Pomanda de Castro Balga rediit ad suos compatriotas Prulhenos, 
siraulans se hosten) fidei et fidelium, quo viso Prutheni gavisi sunt gaudio 
magno, quia sperabant omnem virtutem fralrum per hujus viri industriam ener- 
vare. De consilio itaque hujus Pomande, omnes pociores Warmie, Nattangie et 
Barthe et alii ad bellum apti convenerunt, castraque metati sunt in obsidione 
Balge, sed fratres, qui hujusmodi factum et ordinacionem diu ante presciverant, 
jam cum dicti principis de Brunswich et aliorum peregrinorum comiliva con- 
gregali 5 , in armis exierunt ad eos in prelium, et occiderunt ipsos usque ad in- 
ternecionem, ita quod unus ex eis non remansit, qui eventum talem posteris 
nunciaret. Hoc facto processerunt idem dux et fratres cum excrcitu suo ad Ca- 
strum Partegal et ad propugnaculum, et expugnaverunt ea, captis et occisis 
omnibus, utrumque in cinerem redigentes. Mulla alia idem princeps bella ges- 
sit per spacium unius anni, quo stetit in dicto Castro de Balga et tociens vcxa- 
bat Prulhenos, quod non poterant respirare. Gompletoque anno et voto pere- 
grinacionis sue cum gaudio ad propria est reversus'. 

Cap. 86. ») Partegtl, Ptrtigal K. D. Port*g»l B. b) m. f. K. c) etc. fOft H. bintu. Oho« Grand 
nimmt Volft 2, 409 Ann». I hier ein« Locke u>. 

4) Otto das Kind, Enkel Heinrichs des Löwen, Sohn Wilhelms (f 4248), Herzog von 
Braunscbweig seit 4286, gestorben 4158. 

1) Jeroscbin sagt, wohi nicht mit Unrecht, Otto wäre über See gekommen ; Oflb's Sohn 
Albrecht kam auf diesem Wege gewiss III, c. 4 96. Es versteht sich, dass der Orden die Ver- 
bindung Preussens mit Deutschland xur See möglichst bald zu eroffnen suchte ; und dass 
diese Verbindung damals schon recht lebendig war beweist unter andern die Gründung El- 
bings durch Lübecker und die bald darauf folgenden Unterhandlungen des Ordens mit Lü- 
beck wegen Anlegung einer Colonie auf Samland. Dass Otto im Winter 4239 nach Preusseo 
gekommen sei, nimmt Voigt nach Nauclcrus p. 822 an ; gewiss ist nur, dass Otto nach ein- 
jährigem Aufeutbalt in Preussen im Februar 1244 wieder in Deutschland war. Wenck, Hess. 
Landesgesch. 2, 727, angeführt von Voigt 2, 408. Anm.2. 

3) Originalnotizen Uber Otto's Gefolge und Jagdlust bieten Jeroschin und das Cbron. 
Oliv. Otto's Jagdlust scheint Dusburg absichtlich nicht erwähnt zu haben, da sie ihm mit dein 
Ernst der Kreuzfahrt nicht recht vereinbar scheinen mochte. Der weniger strenge Jeroschin 
verschmähte die Notiz nicht. Nach Jeroschin erzählt mit gewohnter Breite L. David 2, 4 44 — 
4 4 9. Schütz fol. 20 weiss, dass Otto 700 Reisige führte, seine Ankunft bei nächtlicher Weile durch 
ein kleines Boot gemeldet, das grosse Heer der Feinde (was bei L. David so deutlich noch 
nicht hervortritt) überfallen wurde. Bemerkenswerth ist, dass Schütz der Verratherei Po- 
mande's gar nicht gedenkt (wie er kurz vorher den Verrather Codrune wenigstens in Stücke 
hauen lässt). Voigt!, 397 — 400 leitet alle diese trüben Quellen zusammen und glaubt ausser- 
dem auch noch annehmen zu müssen, dass die Wasserverbindung nach Bolga hin für den 
Orden unterbrochen gewesen sei. 

4) Der Herzog. Chron. Oliv. 

5) Hieraus scheint zu folgen, dass der Orden schon vor der Ankunft des Herzogs aber in 
der sichern Erwartung desselben die Kriegsmacht der Preussen nach Balga locken liess. 



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CRONICA TERRE PRUSS1E. PARS III. 65 



De subjeciione Warmiensium Natiangorwn et Barihorum, et edißcacione st 

plurium castrorum. 

Prutbeni ergo de Warmia, Nattangia et Bart ha dei ordinacione per fratres 
et dictum ducera debilitati, cum non possent amplius resistere, fecerunt de ne— 
cessitate virtutem, et datis obsidibus se fidei et fratrum imperio subdiderunt 1 . mi 
Ct ergo fratres futura pericula preeaverent, et recidivandi materiam tollerem 
a Pruthenis, edifieaverunt' in terra Nattangie circa fluvium dictum Caustere* 
Crucebergk*, in terra Barthenst tria castra Barthcnstein, Wisenburgk k et Reset. 
Quidam dicunt, quod in terra Warmie Brunsbergk et Helisbergk* et in terra 
Galindie ci vitalem quandam 4 successivis temporibus construxerunt, pro defen- 
sione ipsorum plures fratres in eis et armigeros collocantes. Plura alia castra 
edifieaverant nobiles et feodatarii, qui de partibus Alemanie cum omni domo 
et familia et cognacione venerunt in subsidium dicte terre, quorum deus nbmina 
solus* novit. Extunc cepit tuiba fidelium in terra Prussie dilatari, cultus di- 
vinus augeri ad laudem et gloriam Jesu Crisli. 

Qnomodo terra Lyvome devenil ad fratres domus Theutonice. » 

Hoc tempore frater Yolquinus magister secundus de ordine militum Cristi 
in terra Lyvonie* jam sex annis per solemnes nuncios laboravit circa fralrem 
Hermannum de Salcza magistrum generalem domus Theutonice, ut ordo suus 
ordini ipsius incorporaretur. Pro quo negocio frater Hermannus magister pre- 
dictus cum fratre Joanne de Medcborgk nuncio dicti fratris Volquini accessit ad 
dominum papara. Medio tempore supervenit frater Gerlacus Rufus de Lyvonia 
nuncians, quod magister Yolquinus cum fratribus* et de r peregrinis et populo 
dei plures cecidissent in prelio interfecti*. Quo audito dominus papa dictum me 
negocium terminavit, et fratrem Gerlacum et fratrem Johannem predictos ad or- 
dinem hospitaiis sanete Marie domus Theutontcorum investivit, dans eis*album 
pallium cum nigra cruce, injungens eis et aliis fratribus ejusdem« ordinis mili- 
tum Cristi in Lyvonia existentibus in remissionem omnium peccatorum, ut or- 
dinis domus Theutonice suseiperent habitum regularem , . Hoc facto frater Her-itt7 

Cap. 27. ■) adiilcmTerant Conjeetw. Es fehlt in allen Codd. b) Witenburfk K. D. WieiMibttrgk B. 

e) m K. B. HdUberg D. d) toltu fehlt B. C*p. St. c) f. Lyronle B. D. Lyvonia K. f) et de 
Codd. fehlt H. f ) dicti B. 

Die ausmalenden Chronisten geben sich vergeblich viel Mühe nachzuweisen, wie der Plan 
von Otto ausgegangen, und dessen Heer den Preussen doch verborgen geblieben sei. 

4) Die Unterwerfung der ersten 6 Landschaften dauerte 4 4 Jahre nach dem Prolog., war 
also 4240 oder 4244 vollendet. 

2) Jetzt Kauxte. Dieser Bach geht in den Pas mar, einen Nebenfluss des Krisch ing. 

aj Kreuzburg ist nach den Annal. Pelpl. Samb. und Thorun. erst im Jahre 435» gegrün- 
det. Aber Dusburg' s Meinung war es wohl auch nicht, dass alle von ihm genannten Burgen 
in einem oder wenigen Jahren schnell hintereinander gebaut seien. Ueber die folgenden 
Burgen s. Geogr. S. 22, 4 98, 204 f. 

4) Könnte wohl nur auf Wartenburg gedeutet werden, da Ncideuburg schon zu Sassen 
zu rechnen ist. Geogr. S. 4 97. 

5) cum L fratribus Chron. Oliv, mit 48 Brüdern Alnpecke in den Script, reruiu Livon. 
4, 555. 

fl) Am 22. September 4 43«. Albert Stadens., Eyko v. Repgow ed. Massmann ad a. 4286 
u. a. Die Schlacht ist ausführlicher beschrieben von Alnpecke a. a. 0. 

7) Zu Viterbo im May 4x37. Einen ausführlichen Bericht über die Vereinigung der bei- 
den Orden bietet die Hochmeisterchronik. Vgl. Historiogr. S. 84. Die älteste Urkunde ulier 
dieselbe, die an den Schwertorden gerichtete pubstliche Bulle vom 42. May 4237 ist erst 
Script, r. 1. 1. g 



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66 PETRI DE DUSBÜRü 

mannus magister generalis misit fratrem Hermannum dictum Balte magistrum 
terre Prussie cum xl fratribu* el pluribus armigeris ad terram Lyvonie, ubi t ut 
dictum est superius, cum diclus frater IJerroannus Balke prefuisset fere sex 
annis, rediens in Alemaniam in pace quievit 1 . 

«» De fratre Poppone secundo magistro terre Prussie. 

124t Frater Poppo de Oslerna magister terre Prussie secundus prefuit vu annis, 
et resignans officium suuin ad partes Theutonie est reversus, el non longe .post 
in magistrum generalem electus*. 

80 De vario defectu fralrum et Crislt fidelhtm in Prussia. 

In primitivo fratres et alii cristifideles in terra Prussie multiplicem et in- 
crcdibilem defectum passi sunt in cibo, potu et vestitu et aliis vite humane 
neccssariis. Si ipsi forte aliquos agros colere volebant, hoc fieri non potuit, nisi 
noctis tempore, et quod* ipsi seminaverunt cum magno periculo et labore, alii 
introeuntes labores ipsorum metebant. Et ecce mira gracia dei h fuit in eis. Ipsi 
enim ducebant pro deliciis, cum talia pro Cristi nomine paterentur, aut eciam c 
si biberent calice« salutifere passjonis. 

*i De apostasia prima Pruthenorum. De hello Swantepolci contra fratres 
*W2 domus ThetUonice anno domini mccxlu 

et primo de invidia üyaboli contra prosperitatem fidei. 

Longum et supra ingenii mei parvilatem esset singulariter enarrare, quam 
potenter et magnificc, quam eleganter et strenue magister et fratres predicti, 
tanquam alteri Macbabei, in ampliando fines Cristianorum et dilatando, in 4 im- 
pugnando hostes, in expugnando municiotoes ingesscrint* manus suas, qaorum 
prelia et triumphos usque ad f finern seculi narrabit omnis ecclesia sanetorum. 
Postquam ergo deo propicio omnia predicta caslra essent ad laudem et gloriam 
Cristi edificata, et vicine gentes in cireuitu durissime cervicis colla fidei et fra- 
tribus submisissenl, non tarnen sine ipsarum gencium strage maxima multaque 
Cristiani sanguinis effusione, et fides Cristi in eis maxime profecisset, serpens 
antiquus, draco venenosus, humani generis inimicus, tantam prosperitatem fidei 
et fidelium diu sustinere non Valens, ecclesiam scilicet sanclam in Prussie -par- 
tibus dilatari, cullum divinum aropliari, infideles confundi, exaltari Cristianos, 
innovari signa, inmutari mirabilia, quasi leterfi vulnerc malicie sue internus sau- 
'cialus, cepit mille modis cogitare et variis machinacionibus. procura re, qualiter 
venenum suum posset latenter infundere, vineam domini demoliri, et in agro 

Cap. SO. a) quid K. b) del fehlt B. c) «t K. Cap. SI. d) et K. c) infMMront K. I) in B. 

kürzlich bekannt gemacht in den Mittheilungen zur Livl. etc. Geschieht« 1837. Bd. 8. S. 4 89. 
Einige Tage .später sind die an den Legalen Wilhelm Dogiel V. n. 49 und Voigt S, 588 und 
die an die Bischöfe von Riga, Dorpat und Oesel Raynald n. 6*. Gruber p. 274 erlassen. Dus- 
burg scheint Uber den Zeitpunkt der Vereinigung nicht recht im Klaren gewesen zu sein ; 
er scheint sie 1244 oder 12(3 zu setzen, da er Uber die Kreuzfahrt Otto s schon früher be- 
richtet hat. 

1) Vgl. zu FI. c. 42. 

2) Poppo wird als Landmeister urkundlich am 21. Februar 1241, aber gleich darauf am 
31. Decemher 1242 [das Datum der betreffenden Urkunde bei Voigt 8, 627 kann auch auf 
den 31. Decemher 1241 geiloutet werden] Heinrich von Wida erwähnt, den jener wieder von 
«244 bis 1247 oder 1248 ablöste. Historiogr. S. 280 f. Nur in diesem Sinne legt ihm Dusburg 
eine siebenjährige Verwaltung bei. 



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CRONICA TERMS PRUSSIE. PARS III. 



67 



domini zizaniam superseminare. Tandem excitavit contra fidem et 6delium tur- 
bam persecucionem durissimam, in hunc modum. 

De persecuäone Swantepolä contra fidem et fideles in Prussia. ** 

Fuit in terra Pomeranie dux quidam nomine Swantepolcus l , filius iniqui- 
tatis et filius perdicionis, ut scriptura impleatur, habens cor plenum omni dolo 
et fallacia, qui cepit cum Pruthenoruro gente jam* no viter conversa ad fidem 
Cristi habere verba pacifica in dolo, confederans se cum ipsis sub hoc pacto, 
quod ipsi fratres domus Theutonice et alios cristifideles a terminis Prussie eice- 
rent violenter, bonusque visus est sermo in oculis eorum, et abierunt multi et 
quasi omnes consenserunt ei. Hoc facto, idem dux firmavit castra sua circa 
lilus Wysele sita, et posuit in eis gen lern peccatricem, viros iniquos et scele- 
ratos, qui facti sunt fratribus in laqueum magnum. Exierunt enim de dictis 
castris, et quoscunque fratrum suhditos viderant navigio preterire, irruerunt su- 
per eos repente, et percusserunt eos plaga magna, deduoentesque spolia multa, 
alios ceperunt, quosdara miserabiliter occiderunt, sicque Gristianorum sangui- 
nem per circuitum efruderunt, et tociens hoc factum fuit, quod nullus de cetero 
negocia fratrum agere, aut victualia fratribus de Elbingo et Balga et de locis 
aliis in summa necessitate constitutis ducere presumebat. Hec omnia fratres 
cum omni mansuetudine et paciencia voluerunt pocius sustinere, quam defen- 
dendo se, mittere in cristum domini manus suas*. 

De legato sedis apostolice. ** 

Hoc tempore fuit Innocencius papa im qui pontificatus sui anno prirao, 
anno scilicet domini mccxliii intelligens ex clamosa insinuacione fratris Her-nu 
roanni de Salcza* generalis magistri ordinis domus Theutonice, novellam plan- 
tacionem fidei in terra Prussie notabiliter deficere per tyrannidem Swantepolci 
ducis predicti, misit ad dictas terras legatum Wilhelmum, quondam Mutinensem 

0*p. SS. ») j«m f«hlt B. 

4) Zum Verständnis* des Krieges Swanlopolk's und der Prcussen gegen den Orden und 
Herzog Casimir von Cujavien, der sich mit dem Orden sehr bald verband, ist Folgendes zu 
beachten. Schon in Hermann Balke's Zeit (also vor 4238) stand Swantopolk mit seinen Brü- 
dern Sambor und Ratibor in Zwist, und der Landineister nahm sich Sambor's an. Cod. Pruss. 
I. n. 78. Streitigkeiten Swantopolk's mit dem Orden selbst wurden noch beseitigt durch den 
Vertrag vom 44. Juni 4138. Monum. hist. Warm. 1. n. 2. Mit den Bischöfen von Cujavien 
und Masovien stritt Swantopolk Uber Decem und Jurisdiction, machte Einfälle in ihr Gebiet, 
raubte Vieh und Menschen etc. Doch auch mit ihnen einigte er sich durch Schiedsrichter 
am 80. November 4 238. Rzyszczewski et Muczkowski cod. dipl. Polon. II. n. 23. Auf den 
Bruch des Friedens war in boiden Vertrügen die Strafe des Bannes gelegt, und mitBezIohuni; 
hierauf heisst es in einer pabstlichen Bulle vom 4. Februar 4 2*5 (Anhang zu I.. David 3. n. 4. 
Raynaid 4 245. n. 85, 86] • dux, qui pro multae impietatis execssihus, slcut dicitur, excom- 
municatione ligatusjam per oclo annos clavcs conlempsit ecclesiae. Der Friede war nicht 
von Bestand. Durch eine noch nicht beachtete Notiz des Archidiac. Gnesncus. bei Sommere- 
berg 2, 04 erfahren wir, dass im Jahre 4289 Herzog Casimir Bidgost wiedergewonnen, Swan- 
topolk aber Cujavien verheert und Inowraclaw mit der Kirche verbrannt habe. Auch nahm 
er nach Boguphalus p. 64 den Söhnen des Herzogs WladislawOdonicz von Grosspolen (•J-li39) 
Przemislaus und Boleslaus die Burg Nakel, welche bis 1248 in seiner Hand geblieben ist. 
Am 2t. Februar 4 244 schlössen Bischof Michael von Cujavien und Sambor unter Vermittelung 
des pabstlichen Legaten Wilhelm und des Landmeisters Poppo von Osterna einen Vergleich 
R. et M. cod. Pol. II. n. 29, worauf am 4. Octobcr 4242 ein Bündniss des Landmeisters Hein- 
rich von Wida mit Herzog Conrad und seinen Söhnen Casimir von Cujavien und Boleslaus 
von Masovien folgte B. et M. Cod. dipl. Pol. II. n. 444. 

2) Diese lammfromme Politik traut selbst Voigt 2, 482. Anm. 4 dem Orden nicht zu. 

8) Im Jahre 4 243 war Hermann von Salza nicht mehr Hochmeister, sondern Gerhard 
von Malberg. Das Chron. Oliv, hat die Worte ex cl. insin. fr. Herrn, nicht. 

5- 



68 



PKTRI DE DUSBURG 



episropum, qui postea fuit Pnpa Alexander im 1 ul dictas terms in eptscopatus 
quatuor limilarot, el si qua inveniret correclione digna, corrigerel, et in statum 
debilum reforuiaret. Qui legatus scripsil et mandavit auctpritate apostolica 
dicto duci, ul a persecucione fidei et fidclium cessaret. At ille immemor sahilis 
sue, pertinaci animo induratus, ul lignum torluosum, quod flecti non potest, 
paternis monilis, que vere ex radice carilatis processeranl, faclus inobediens, 
magis ac inagis convalescebat in malo, el confundebal Cristi fideles nunc per 
terrain, nunc per aquam, et simpliciter, ubicunque poterat, alios spoliavit re- 
bus suis, quosdam captivavit, ceteros Irucidavit. Videns ergo legatus, quod in 
ipso duce signa correctionis non apparerent, nec aliquo modo ad gremium sancle 
matris ecciesie vellet redire, inonicione sutficienti premissa, ul ercseente con- 
tuinacia merito crescerel et pena, ad refrenandam dicti tyranni et suorum com- 
plicum inaliciam jussil in regnis el provineiis ad hoc* depulatis crucem aueto- 
ritale apostolica predicari, preeipiens crucesignatis et fratribus dornus Theu- 
tonice, in virtute sanete obediencie ac in remissionem peccaminum injungens, 
ul fidem Cristi et fideliutn ecclesiam in Prussie parlibus collocatam * a tarn cru- 
deli el injusla dicti ducis persecucione pro viribus suis amodo defensarent*. 

• 

Ctp. SS. »)beeK. b)coUMtaB>K. 

4) Wilhelm, früher Vicecanzler hei Pabst Honorius III., seit 4222 Bischof von Modena, 
seil 4244 Cardinal und Bischof von Sabina, starb 4 251 zu Lyon. Rayuald 4 251 n. 4 8. Ughelli 
Italia sacra 4, 198. Es ist also ein Irrthuin, wenn Dusburg hier und IV. c. 37 sagt, er sei der 
nachmalige Pabst Alexander IV. gewesen. Vgl. Watterich S. 1*8. Anm. Er war wiederho- 
lentlieh in Preussen, um 4216 oder 4227 (auf der Rückreise wurde er von den Anhängern 
des vom Pabste gebannten Kaisers zu Aachen eine Zeit lang festgehalten. Godefrid. Colon, ad 
a. 4228), dann 4 235 und 4 236, endlich 4 239—4242. Ilistoriogr. S. 284 f. Watterieh S. 24 4 f. 
(dessen Bedenken gegen den ersten Besuch Wilhelms in Preussen S. 33 doch nicht hinläng- 
lich begründet sind). Die Theilung Preusscns in 4 Bisthümer führte er nicht in Preussen, 
sondern in Italien durch die bekannte Urkunde, dat. Anagni 4. Juli 4248 aus. In diesem 
Jahre ist er schwerlich in Preussen gewesen, vgl. zu III. c. 38. Dusburg sowohl wie das 
Chron. Oliv, begehen das Versehen, die zeitlich nicht hxirte Thatsaehe, dass Wilhelm in 
Preussen gewesen sei, an die berühmtere, dass er 4 248 Preussen in Bisthümer eingetheilt 
habe, als gleichzeitig anzuschliesscn. 

2) Dass Wilhelm das Kreuz gegen Swantopolk gepredigt habe, ist fraglic h. Das Chron. 
Oliv, weiss davon nichts, und Dusburg selbst sagt darauf e. 84, das» das vicium perseeucio- 
nis noch quasi occultum fuit. Krsl in einer Bulle vom 4. Februar 4245 gab der Pabst den 
Erzbischof von Gnesen und dessen Suffraganen den Auftrag, den Herzog zu ermahnen, dass 
er die Bekriegung des Ordens einstelle, widrigenfalls ihn zu exeommuniciron, und bei fer- 
nerer Bekriegung die Hülfe des weltlichen Arms gegen ihn aufzurufen (Anh. zu L. D«vid 8. 
Nr. 4), und an demselben Tage dem Kaplan Heinrich die Vollmacht, die Pommern und andre, 
welche wegen ihres Einbruchs in Preussen und ins Culmerland einst von dem Legaten Wil- 
helm mit dem Banne bestrickt seien, freizusprechen, sobald sie hinlängliche Genugtuung 
zugesagt hätten, aber falls dies nicht geschähe, auch Sündencrlass zu versprechen denen, 
welche zur Sicherung und Verteidigung Preussens beitragen würden. Andere Spuren, dass 
Wilhelm oder ein pähstlicher Legat beauftragt wäre, das Kreuz gegen Swantopolk zu predi- 
gen, giebt es nicht, Wilhelms persönliches Auftreten gegen den letztern scheint sich also dar- 
auf zu beschränken, dass er die Pommern wegen ihres Einfalles in das Culmerland mit dem 
Banne bestrickte. Aber wann erfolgte diese Bestrickung (ligatio) oder Bedrohung mit dem 
Banne? Wann während Wilhelms Anwesenheit waren die Pommern in Preussen eingebro- 
chen? Hierauf antwortet der Annal. Thoruniensis : Anno 4242 Swantopolcus dux Pomerano- 
rum ante Thorn fuit. Wilhelm'» letzte in Preussen ausgestellte Urkunde ist vom 4 9. April 
4242 ; um jene Zeit also konnte die Bedrohung mit dem Banne erfolgt sein. Vielleicht wollte 
Dusburg hier c. 88 zuerst eine vorläufige summarische Uebersicht derThätigkeit des Legaten 
geben und nicht so verstanden sein, dass derselbe gleich anfangs das Kreuz gepredigt habe. 
Dann würde die hier erwähnte Kreuzpredigt mit der c. 45 erwähnten und vielleicht mit dem 
zusammenfallen, was nach den eben angeführten Bullen vom Februar 4245 geschah. Dusburg 
würde danii doch den Fehler begehen, dass er die Handlungen verschiedener weniger be- 
kannter pabstlichcr Nuncien auf den berühmten Namen Wilhelm'« von Modena zusam- 
menbüufte. 




CROXICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 



69 



De vaslacione partium inferiorum terre Prussie. 34 

Hiis itaque sie peractis Swantepolcus dei timore postposito, addens mala 
pejora prioribus, vicium perseeucionis, quod ante quasi occultum fuit, in pu- 
blicam formara redegit. Ordinavit enim, quod neopbiti, qui de facili inerrores 
pristinos relabuntur, uno die de Omnibus finibus • terre Prussie spreta et ab- 
jecta religione fidei fratribus movendo bellum rebeJlarent. Congregati ergo Pru- 
theni* omnes quasi vir unus, idem Swantepolcus factus fuit dux et capitaneus 
eorum*, et armata manu et brachio extenso intraverunt dicte terre partes infe- 
riores, et omnes veteres Crislianos, qui deAlemania venerant in subsidium terre 
Prussie, miserabiiiter occiderunt, mulieres et parvulos in captivitalem perpe- 
tuam deducentes. Interfecerunt eciam b fratrem Conradum de Tremonia* virum 
devolum et in rebus bellicis circumspectum cum omni familia sua, et omnia 
castra preter Balgam et Elbingum expugnantes occisis fratribus et cristifideli- 
bus funditus everterunt. 

De vaslacione partium superiorum terre Prussie. »s 

Non longe postea* idem Swantepolcus, filius dyaboli congregavit Herum 
dictos c neophitos apostatas, et ingredientes armata manu hostilitcr partes su- 
periores, scilicet terram Pomesanie et Colmensem rapina et incendio devasta- 
bant, expugnantes et penitus destruentes omnia castra et municiones preter 
tria, scilicet d Thorun, Golmen, et Redinum. De populo eciam dei ad laudem et 
gloriam ejus ibi habitante trucidaverunt im milia, sie quod tota terra Prussie 
videbatur Cristianorum sanguine rubricata*. 

De expugnatione castri Sardewicz* et inventione capitis beale Barbare M 

virginis et martiris. 

Nullus sane mentis cogilare vel audire posset, quod fidei negocium in pre- 
dictis partibus sub innumeris expensis et angustiis ad dei gloriam tarn magni- 
fice promolum, sic f per unius tyranni maliciam ad talem interitum deveniret«, 
quin ad gravem cordis perturbacionem et compassionem debitam moveretur. 

Cap. M. ») anlbat fehlt B. b) et K. C*p. S5. e) dieto. fehlt X. d) leiUcet fehlt B. 4J*p. 86. 
e) auch S»rdewl«e, Bartowiue. fliiK.B. sie T. g) detenirent K. 

4) 6er Abfall der Preussen erfolgte im Jahre 4242 nach Dusb. c. 34. Annal. Pelpl. und 
Boguph. p. 64. Fern zu hallen sind die Dichtungen Grunau.s über die Verhandlungen Swan- 
topolks und der Preussen, über ihre Gesandtschaft nach Rom, über die Einwirkung des Le- 
gaten und die Rüstung des Kyrwaiten : VII, 3, g. 4. 5. g. 4. VIII. 4, g. 4, 2. Grünau hatte 
hier nur Dusburg und die Urkunde des Frieden« von 4249 vor »ich und ersann das Uebrige 
dazu. Seine Einfülle sind noch weiter entwickelt von L. David Bd. 3, S. 12 — 4 5, 47, 49, 20 und 
Voigt Bd. 2, S. 448—422, 428, 429,433. An Dusburg's allgemeine Bemerkung über Marco 
III, c. 7 anknüpfend, schildert Grünau Vfll, 4, g. 4 dessen Verdiensie während des Abfalls; 
nach ihm L. David 3, 47 — 48, Voigt 2, 434. 

2) Swantopolks Antheil an der Empörung der Preussen wird von Dusburg gehässiger 
dargestellt als von dem Chron. Oliv. 

3) Ein Conrad von Dortmund wird in den Jahren 4499, 4214, 1222, 4225 in Livland, in 
Bouvines, in Areizo und in Cöln erwähnt, Gruher Chron. Liv. p. 4 7. Hennes cod. dipl. n.62. 
Es ist aber wohl ein älterer. 

4) Statt dieser Zeitbestimmung hat das Chron. Oliv, simililcr. 

5; In den oberen Landschaften, namentlich im Culmerlande, scheint Swantopolk den 
Aufstand der Preussen wirklich mit seinem Heere unterstutzt zu haben : sibi coadunatos 
(Pruthcnos) in cosdem (fratres} insurgerc fecil, sagt Roguphalus p. 64 und der Annal. Thorun. 
berichtet, Swantopolk sei vor Thorn gewesen. Nach dem Annal. Thorun. folgte aber noch in 
demselben Jahre die Schlacht bei Rensen, vgl. zu III, c. 40. 



70 

Unde fratros hiis visis consternati mente elegerunt pocius mori in hello, quam 
videre tot mala gentis sue et sanctorum. Ex quibus unus scilicet frater Theo- 
dericus de Bernheim antiquus marscalcus totus magnanimus, (erat enim Ulixes 
in pectore nec manu minor Hectore) et fratres im el armigeri xxuti noctis tem- 
Tnn^P ore * n v 'ß''' a beate Barbore virginis et martiris accesserunt ad Castrum Sar- 
dewicz 1 Swantepolci, et applicantes scalas ad roenia intrantesque* secrete, in- 
venerunt quinquaginta viros ad ejus custodiam deputatos, viros utique robore 
fortes et in armis exercitatos, quos k fratres cum suis xxim armigeris viriliter 
sunt aggressi. Uli ex opposito hostiliter se opponentes fortite£ defenderunt. 
Nunc istis, nunc illis repressionem sustinentibus, bellum durissimum inter eos 
est exortum', et duravit ab ortu* diei usque ad horam terciam*. Tandem ipse 
deus, qui sperantes in so non derelinquit, fratribus opem et victoriam de celo 
misit, ut occisis omnibus preler paucos, qui fugientcs evaserunt, mulieres cl 
ibi capto s cum parvulis ligaverunt. Quo facto invencrunt in quodam celario 
cistam seu archam, cl pixidem argenleam in ea, et in pixide caput beate Barbare 
virginis et martiris, quo viso, proni ceciderunt in lerram collaudanles deum de 
tarn gloriosi muneris invencione. Elevantes ergo has sanctas rcliquias, cum 
magno gaudio celarium exierunt. Quod cum videret quedam matrona antiqua, 
que cum aliis stetit Iigata, ait ad fratres: bene potcstis gaudere et juste debetis, 
quia meritis beate Barbare habelis, quicquid honoris estis hodie consecuti. Ad 
quam fratres: quis tibi hoc indicavil? aut qunmodo potes hoc scire? Que re- 
spondit. ego speciali' devocionc semper dilexi sanctam Barbarain, unde hac 
nocte apparuit mihi tribus viribus, succinctis vestibus, ac si parata esset ad 
ambulandum in via, et ego dixi ad eam : quo vadis sancta virgo? Que respon- 
dit: ego volo ire ad civitatem Colmensem et audire ibi missam, et dum tcrcio 
appareret mihi, et diceret ad me f : valeas, dilecta mca, egocecidi de stratu meo, 
et secuta fui ipsam usque ad ostium domus, ubi cum* ipsa disparuisset, vidi 
vos armatos in Castro. Ex istis scio indubitanter, quod meritis et precibus ejus 
tradituro est vobis hoc Castrum, ut reliquias ipsius vobiscum ducatis in terram 
Prussie, ubi in majori quam hic reverencia habeanlur. Post hec frater Theode- 
ricus, quibusdam fratribus et armigeris ad dicti castri custodiam ordinatis, cum 
paucis reversus, has sanctas reliquias versus Colmen duxit, ubi clerus et po- 
pulus cum solenni processione occurrens eas ad ecclesiam portaverunt, et ad 
Castrum antiquum posuerunt, ubi usque in presentem diem propter crebra roi- 
racula, que per eam dominus operatur, in veneracione assidua requiescunt '. 



qui* K. b) qaod K. e) ortn« K. d) in ortum Kpiiom. Du.b. »d ortum CoqJ. Votft 2, 
.2. e) •piritaali T. H. f) mihi B. g) Di. Worte ipwm b 



*) Nordwestlich von Schweiz an der Weichsel. Naber schildert die LocalitÄt Voigt 
B, 486, Anm. 2. 

i) d. h. vod Sonnenaufgang an über zwei Stunden lang. Die gleiche Zeitbestimmung 
begegnet in Canon. Samb. c. 6 a. ISS*. 

8) Die Eroberung von Sartowitz gehört nach Boguph. in das Jahr 4243. Er führt aus- 
serdem an, dass die Ritter mit den Herzögen Polens auch Wissegrod eroberten, vgl. tu c. 58. 
Jeroschin's Ucbersctzung dieses Capilels bietet manches Eigenthümliche. Das Chron. Oliv, 
stimmt in einigen Zahlenangaben nicht üherein. Grünau, welcher auch Uber den Kampf bei 
Sartowitz kecke Erfindungen für Wahrheit ausgiebt, fugt doch die beachtensworthe Notiz 
hinzu, dass das Haupt der heiligen Barbara 4*5* nach Marienburg und einige Jahre später 
nach Danzig kam, wo es sich noch zu seiner Zeit befand, VIII, 1, §. S, vgl. Voigt t, **0, 
Anm. i. Für die Episode »wie St. Barbar« Haupt nach Prcussen kam«, VIII, 8, g. t und t, 
hatte Grünau wahrscheinlich den spöter mitzutheilenden Bericht zur Quelle. 



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CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 71 

De obsidione castri Sardewicz et occisione nongentorum Pomeranorum. »7 

Cum autem bec ad aures dicti ducis devenirent", ultra modura perturbatio 
fuit, ei totum eonatum suum in virus vindicle convertens, convocavit omnes 
neopbitos apostatas terre Prussie et dictum Castrum Sardewicz obsedit, et cum 
instrumentis bellicis, sagitlis et aliis modis, quibus poluit, quinque septimanis 1 
fortissime impugnavit, quibus fratres et alii obsessi viriliter resüterunt. Sed 
quia idem dux. omni dolo plenus fuit, Semper dolose egit. Ut taudem tniquitas 
ejus dei odium inveniret, assurapsit majorem partem exercitus sui, relicta in 
obsidione parte altera, secrete noctis tempore transiit glaciem Wisele et terramuu 
Colmensem multipticiter depredavit. Cui frater Theodericus marscalcus cum 
paucis occurrit, confidens de dei misericordia, cui facile est concludere in pau- 
cis, aut in multis, et inito .certamine percussit eos plaga non modica. Occklit 
enim nongentos viros, aliis in fugam conversis, et preter alia spolia, que multa 
fuerunt, cccc equos hosiium conservavit. Dux autem confusus cum paucis re— 
düt ad aliam partem exercitus sui, quam reliquerat in obsidione, tarn oceulte, 
quod obsessi in castro non poterant considerare, quod b actum fueral in conflictu. 
Unde roiserunt quendam fratrem ad marscalcum, qui experiri posset de eventu 
hujusmodi* verilatem, qui marscalcus ipsum inslructum remisit d , precipiens, 
ut quando ipse cum diclo exercitu Swantepolci inciperet bellum, ipsi de castro 
descenderent et juvarent, addens, et* Castrum possideat postea, qui hic r victo- 
riam oblinebil. Marscaleus ilaque dum excrcilum ducis vellct invadere Herum 
in prelio, Swantepolcus ex prima strage babens certa indicia et signa evidencia 
deurn* sibi terribiliter ofTensum, et divine protectionis clipeum a se recessisse 
non dubitans, meticulosus factus fuit, et adeo emarcuit cor ejus, quod ipse cum 
multis paucos non audebat aliqualiter expectare, sed in fugam conversus cum 
suis turpiter.recedebat. Marscalcus hoc videns paulatim cum suis* processit et 
hostium tenloria conbussit. Tiraens dicti ducis fraudulentam maliciam, tarn que 
dolose vulpis asluciam, que sepe fallit ingenium venatoris, non audebat sequi 
fugientes, sed per totam diem conservavit exercitum suum adunatum, firmaus 
rupluras castri per impugnaciones factas. Tandem in vespere, relictis ibi plu- 
ribua armigeris, recessit*. 

De tradicione castri Nakel, et depredacione terre Pomeranie. sa 
Legatus sedis apostolice', qui conlinuis curis et sollicitudinibus urgebatur 

C*p. 87. •) derenerunt B. b) quid B. e) h. e. B. d) r. I. B. e) et B. K. T. ut H. f) hte 
qui B. t) dominum B. h) tnrpitor bU raU fehlt H. 

t) Wenn Swantopolk auch nur wenige Wochen nach dem Verlust von Sarkwitz die Be- 
lagerung begann, so erfolgte, diese 5 Wochen hinzugerechnet, der Einfall in das Culmerland 
frühsten» Ende Januar oder im Pehruar t248. 

t) Ueber die c. 87 erzählten Begebenheiten hat Chron. Oliv, nur eine kurze Andeutung. * 
WillkUhrliche Erweiterungen derselben (zum Jahre <243!) bei Grünau VIII, S, g. 8. Vgl. L. 
David 8, 60-6* und Voigt 3, 440-442. 

8) Dusburg kann hier keinen andern Legaten meinen als Wilhelm von Modena. Wil- 
helm bat ohne Zweifel seiner Zeit darauf hingearbeitet, ein gutes Verhältnis» zwischen dem 
Orden und den polnischen Fürsten zu begründen, aber Dusburg scheint nur den einmal 
c. 33 begangenen Irrthum fortzuspinnen, wenn er Wilhelm im Jahre 4 243 in Preussen sein 
lasst. Voigt nimmt Dusburg zu Gefallen an, dass Wilhelm Preussen erst im Frühling 1248 
verlassen habe und dass er in der zweiten Halft« des Jahres zurückgekommen sei, Bd. 2, 
S. 430 f. Allein das erstere ist bei dem Mangel jeder urkundlichen Spur kaum glaublich, das 
letzter« unwahrscheinlich, da, wghrend sein Aufenthalt in Italien zwischen dem 25. Juni 
und 2. September urkundlich feststeht (Dreger n. <58, Pertz, Biouum. IV, 848), die Bullen 



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72 PETRl DE DUSBURG 

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circa fidei negocium, ut proficeret, et inimicus fidei dux Pomeranie' deficeret, 
vi den s, quod bellum inciperet aliqualiter prosperari fn manu fratum, vocatis ad 
se de Polonia duce k Casimiro* ei duoe de Calis* et fratribus, consuluit eis, ut 
cum exercitu procederent contra Swantepolcum. Qui mandatis ejus parentes, 
secesserunt cum magno exercitu versus Castrum ipsius Nakel, figentes ibi ten- 
toria sua, et castris ibi secundum militarem disciplinam collocatis, et ereclis ibi 
machinis et instrumentis aliis bellicis, et preparatis omnibus, que ad impugna-* 
oionem urbium necessaria sunt, castrenses perterriti, sub hiis condicionibus, ut 
salvis rebus et personis possent exire, Castrum fratribus tradiderunt*. Qui lo- 
cantes in eo fratres et armigeros pro custodia, cum alia parte exercitu» intrave- 
runt terram Pomeranie attingentes a fine usque ad finem fortiter, sed non sua- 
viter omnia disponentes, imo quicquid igne consumi potuit, combusserunt, oc- 
cisis plurimis et mulieribus captis et parvulis cum preda maxima redierunt*. 

st De reformacione pacis inter Swantepolcum et fratres. 

Hiis itaque sie dispositis et a deo misericorditer ordinatis, Swanlepplco 
duci, qui pridie tarn dure cervicis fuit et obstinatus in perfidia, quod nec prece 
nec precio nec minis flecti potuit, quod vellct redire ad sanete matris eccle- 
sie gremium, modo hec vexacio dedit c intellecturo, et videns, quod fratribus a 
modo non posset resistere, venit ad legatum 5 et fratres, et humiliatus coram eis 
recognovit se perperam egisse contra fidem et fideles, supplicans, ut sui misc- 
rerentur, et cum eo agerent graciosc, exhibens se et sua fratribus in emendam. 
Legatus hiis auditis diversos habuit tractatus cum fratribus super hac re, di- 
cens, quod diflicile esset ei d credere, qui sepe' pacis federa rupit. Ex adverso 
consideravit, quod petenti veniaru sinus misericordie non est precludendus, ex 
his eligens, quod melius novit, scilicet pacem, quia nonnisi in tempore pacis 
colitur autor pacis. Unde de consilio fratrum reeepit ipsum ad graciam ecclesie 
sub hiis pactis r . Swantepolcus, ut firma esset inter eum et fratres composicio, 
Castrum suum Sardewicz dedit fratribus in pignus et filium suum primogenilum 
Mestowinum, Wimarutn* Burgravium et Woyac ducem exercitus sui* in obsi- 
des, juravitque ad saneta dei evangelia per eum corporaliter tacta, quod debe- 
ret fratres juvare contra inßdeles, quociens necessitas hoc exposceret, et quod 
non deboret a modo contra fidem et fideles tarn detestabilia facta, qualia prius 
feceral, attemptare, et dedit literas suas fratribus sigillo suo sjgillatas in testi- 

C*p. M. ») da* Pom. 1. 1. B. b) du« de P. B. Cap. SS. c) dedit fehlt K. d) ei eitel K. e) qui» 
w K. t) die Worte und« . . ptetb fehlen K. T. H. g) Wioaram K. 

vom 45. and 24. Juli 4244 (Act. Bor. 2, 645, 64 9), besonders die Worte in der letztem : quem 
tantis desideriis affectalis, eine längere Abwesenheit desselben von Preussen nothwendig 
voraussetzen, auch Wilhelm in jenen höchst kritischen Zeiten am pabst liehen Hofe schwer- 
lich zu entbehren war. Historiogr. S. 283, Watterich S. 4 46 f. 215 f. 

4) Vertrag des Ordens mit Herzog Casimir von Cujavien vom 29. August 4 243. Anh. zu 
L. David 3, N. 8. — Wohl erst wahrend des zweiteu Krieges geschlossen. 

2) Vertrag de* Ordens mit Przemislaus und Boleslaus, den Herzogen von Grosspolen 
vom 22. März 4 248, Cod. Pruss. 1, n. 55. • 

8) Die Eroberung von Nakel durch den Orden und die Herzoge im Jahre 4243 erwähnt 
auch Boguph. p. 64, der Archidiac. Gnosncns. p. 92, bei dorn nur Nakel statt Nalicum zu le- 
sen ist, und das Chron. Oliv. 

4) Auch Oliva wurde damals verheert (4 243). Chron. Oliv. 

9) Die Einwirkung des Legaten ist nach dem Obigen sehr zweifelhaft, wiewohl auch 
Chron. Oliv, sagt : mediaote domino legato. 

6) Gneomirus palaliuus Gedanensis wird um 4245 und 4235 erwähnt, K. H. et M. cod. 
Pom. o. 4 03, 225. Einen Woiach thesaurarius fuhrt Voigt 2, 455 aus einer Urkunde an. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 



73 



monium premissorum 1 . Hoc facto, fratres ei omnes captivos, qui poterant re- 
periri, inter quos fuerunt lu matrone nobiles et honeste prcter alias mulieres, 
viros et parvulos reddiderunt, dictamque paceni fratres tarn* tirniiter observa- 
bant, quod preter alia, que ad pacis observanciam sunt necessaria, nulluni bel- 
lum contra inßdeles uiterius movere sine dicti ducis consilio voluerunt b . 

De novo hello Swantepolci et conflictu in Reusen. 4« 

Sed quia sensus humani Semper proni sunt in malum, et a via, quam homo 
ab adolescencia sua consuevit, cum senuerit, de facili non recodit, ideo perver- 
sus ille c dux Pomeranie, plenus iniquitate, innatam sibi maliciam, quam a ju- 
venile sua solitus fuit exercere, non diu potuit occultare, sed post contractam 
pacem revoluto anno*, immemor salutis sue et sacramenti, quo firmaveral dic- 
tam> pacem, immemorque sanguinis sui, scilicet filii, et aliorum obsidum, quos 
dedit in pignus, rupto federe pacis, cum neophitis aposlatis terre Prussie et Su- 
dowitis collegit exercitum grandera nimis, qui preter alia mala in captivis et 
occisis et infinita preda totam terram Colmensem, exceptis tribus castris, Tho- 
run, Colmine et Redino in solitudinem redegerunt. Quo facto cum exercitu suo 
venerum ante Castrum et civitatem Colmen, et ibi steterunt usque ad vesperain 
in superbia et abusione. Postea secesserunt usque ad paludem, que dicilur 
Rensen*, et ibi per noclem quieverunt. Quo pereepto fratres de Colmine cum 
cccc viris secuti sunt cos, et dum media pars exercitus infidelium paludem pre- 
dictam transivisset, fraler Thcodericus antiquus marscalcus 4 voluit posteriorem 
partero invadere, asserens, quod antequam alii redirenl, isti essent occisi. Cui 
consilio contradixit frater Berlwinus d novus marscalcus, et licet seniores fratres 
invite facerent, quia videbatur eis, quod, invadendo eos ante, cogerent ipsos ad 
defensionem ; tarnen secuti fuerunt consilium ejus, et aggressi sunt eos virilitcr 
in anteriori parte, et statim conversi sunt in fugam*. Quos Cristiani scquenles, 
plures occiderunt, et disperso exercitu Cristianorum marscalcus cum xxiiii ar- 
migeris venit circa montem quendam, in quo invenit im milia infidelium contra 
se parata ad bellum. Sed dum Prulbeni viderenl tarn paueos circa vexilum fra- 
trum, resumpti8 viribus et audacia, irruerunt repente in eos, et marscalcum et 
fratres omnes cum cccc viris occiderunt preter x, qui fugientes salvati sunt. 
Tandem venerunt fratres de Thorun, cum <:c viris ad locum et horam eis depu- 
tatam a marscalco, et dum viderent fratres occisos, fugerunt. Quos Prulheni 
sequentes plures occiderunt, alii ovaserunt*. Collect« igilur preda, que magna 

•) m» K. b) t. e. B. Oap. 40. e) Ute B. d) Dellwtou« ! ! U 

4) Es scheint fast, als wenn Dushurg hier nach einer Urkunde schreibt. Boguph. p. 61 
gedenkt des Friedens und der Auslieferung Mestwins beim Jahre 42<3. Naher lässt sich der 
Zeitpunkt nicht bestimmen, denn obwohl in der Friedensurkunde vom November 18*8, Act. 
Bor. 2, 749 (bei Drcgcr p. 273 fehlt die Stelle; gesagt wird, Mcslwin sei 6 Jahre in den Hän- 
den des Ordens gewesen, so führt diese Notiz nicht sicher w eiter : denn in jener Verbindung 
würden schon 5 Jahre und wedige Tage oder Wochen, als 6 Jahre bezeichnet sein. 

2) Auch das Chron. Oliv, sagt post annum, aber nach Boguphalus wahrscheinlicher An- 
gabe brach er den Frieden sogleich, indem er cum Pruthcnis . . sedicionem in terra Prus- 
siae movit. 

3) Rens circa Grudentz Annal'. Thor., jetzt Rondscn. Vgl. Voigt 2, 500 f. 

4} Tidoricus quondam marscalcus iu einer Urkunde vom 22. Marz 12*3, Cod. Pruss. 1, n. 55. 

5) Derselbe störende Subjectswechsel wie III, c. 44. 

6) Mit Dushurg stimmt das Chron. Oliv, im Ganzen übercin. Dagegen fand die Scblacbt 
hei Rensen nach dem Annal. Thorun. am Tage .Viti et Modesti (15. Juni) des Jahres 4242 
statt; die Zahl derTodten setzt er auf 4 200. Wenn er recht hatte, so konnte Dietrich von 



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74 



PETRI DB D US BURG 



fuit nimis, multas raulieres et parvulos cum magno gaudio deduxenrot. Inter 
quos fuit Martinus de Golin' cum sorore sua impregnata, que dura propter gra- 
vedinem partus non possct sequi exercitum accelerantem, is, qui eam captivam 
duxit, cum gladio ventrem ejus aperuit, et infans vivus cecidit in arenam, et 
ipsa expiravit. Quod factum detestabile idem Martinus in tantum abhorruit, et 
tantam concepit indc invidiam contra infideles, quod postquam liberatus fuisset 
ab eis, percussit ipsos sepius plaga magna, prout inferius apparebit. Post re- 
cessum ipsorum, dum fratres viderent mala, que fecerant in populo, dixerunt 
i m»cc. 2, 7 f. invicem : ve nbbis, ut quid nati sumus videre contricionem populi nostri et con- 
tricionem terre nostre et sedere illic, cum detur in manus inimicorum? Truei- 
dati sunt senes ejus, juvenes ejus ceciderunt in gladio inimicorum. Que prius 
erat libera, facta est ancilla. Ecce saneta nostra et pulcritudo nostra et claritas 
nostra desolata est, et coinquinaverunt gentes. Quid k ergo nobis adhuc c vivore? 
Sciderunt igitur vestimenta sua, et cooperuerunt se eilieiis, et cum eis gravi ti- 
more perterritus omnis populus, qui superstes fuerat, planxit. 

4t De quodam miraculo. 

Quedam mulier dum post conflictum cum aliis civibus de Colmine iret ad 
locum certaminis ad sepeliendum corpora interfectorum, et man tum suuro se- 
mivivum vellejt ad civitatem ducere, ille restitit, et dum quereret, quare tbi lu- 
bencius moreretur, respondit, quod' beata virgo Maria eodem die cum turibulo, 
precedentibus duabus virginibus cum candelis ardentibus, omnes occisos turifi- 
casset, et dum veniret ad euro, et sensisset eutu adhuc vivum, ait: tercia die 
morieris, et gaude, quia aniraa tua, sicut cetere anime occisorum, ad eterna 
gaudia evolabit 1 , duetusque sie cum aliis in civitatem Golmensem', tercia die 
mortuus est, ut predixit, et credidit omnis populus verbis ejus. 

«s De alier cacione duarum viduarum pro wo viro. 

Post hunc conflictum dum episcopus Colmensis videret, civitatem Golmen- 
sem desolatam viris, omnes enim occisi fuerunt in conflictu predieto, injunxit 
viduis in remissionem omnium peccatorum 2 , ut famulos suos ducerent in mari- 
tos, ne negocium fidei ibidem omnino periclitaretur. Unde accidit quod due mu- 
lieres, dum ad ecclesiam irenl, viderunt inter alios f in foro ludentes ad talos 
quendam famulum fortem et pulcrum aspectu, licet non bene vestitum, quarum 
una secrete dixit ancille sue, ut illum duceret ad domum suam «. Alia vero hoc 
considerans preeepit ancille sue b occulte, ut eum deduceret ad hospicium suum, 
nec eum diroitteret, quousque reverteretur. Quo facto ipsa eum vestjvit honeste, 
et contraxit cum eo matrimonium in facie ecclesie. Prima mulier, hoc intelli- 
gens, diu fuit ingrata alteri mulieri. Uic famulus natus fuit de Haitis, et adeo 
honeslus et sapiens fuit, quod in Prussia parem in virtutibus non habebat. 

•) de fehlt B. vgl. e. 16«, 157, 200, 230. b) qood K. e) adbae K. Oap. 41. d) qnto B. e) ad 
d*. Colm. e. «1. B. Oap. 48. f) iotw »Um fehlt B. f ) ad dorn. «. d. B. h) ro« fehlt B. 

Bernheim nicht, wie ea aus Dilsburgs Worten hervorgeht, hei Rensen gefallen sein. Grünau 
erzählt die Schlacht bei Rensen zweimal, zuerst, anschliessender als gewöhnlich, nach dem 
Thorner Annalisten VIII, i, g. 3 (vgl. L. David 3, 48 f. 69 f., dagegen Voigt 9, 448 Anm. 1 und 
503 Anm. 2), dann mit einigen der unentbehrlichen freien Zuthaten nach Dusburg, VIII, 4, 
g. 3 (vgl. L. David 3, 69; einiges wirkte auch auf Voigts Darstellung S, SOS ein). 
4) Vgl. III, C. 86, 9«, 470. 

t) Den Befehl des Bischofs erwähnt d«s Chroo. Oliv, nicht. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 75 

De tribulacione fralrum post conßictum. u 

Propter banc stragem fralrum Swanlepolcus gavisus est gaudio magno valde, 
et apponens iniquitatem super iniquitatem suam, addensque dolorem super' do- 
lorem vulnerum fralrum, nitebatur modis, quibus potuit, qualiter populum eis 
subjectum in summa necessilale constitutum ab ipsis b averterel, et ad vol Untä- 
tern suam perfidam preeibus et muneribus inclinaret. Et licet aliqui ab eo cor- 
rupti essent, et ad ipsius beneplacitum occulte inclinati, tarnen dei providencia 
el fralrum discrecione provisum fuit, quod nullus audebal talia publice oslen- 
tare. Et sie ejus maebinacionibus in nihilum redactis, in nualo suo proposito non 
profecit«. 

Swanlepolcus dux Pomeranie predictus, cum in hac callida temptacione 
non proficeret, invenit aliam graviorem, estimans indubitanter , tunc tempus 
aptum et diu desideratum advenisse, in quo posset sine alieujus resistencia il- 
lam modicam scintillam cristifidelium, que residua mansit post ultimum con- 
Qictum, extinguere penitus et delere. Et congregavit duo milia virorum pre- 
electonim in armis, et transiens Wyselam navigio intravit terram Colmensem, 
duobusque dtebus et duabus noctibus sustulit, quiequid relictum fuit, aliud 
convertit in cinerem et favillam. Medio tempore quo hec agerentur, fralres de 
Cölmine cum nobilibus et civibus suis de civitate Colmenst congregati, videntes 
mala, que fecerat Swanlepolcus cum exercitu suo ingemuerunt, et tundentes 
pectora sua cum lacrimis, rogaverunt deum, dicentes: parce domine, parce po- 
pulo tuo, et ne des hereditatem tuam in perdicionem. Fratres attendebant c , 
quod si iterum invaderent exercitum illum et perderent victoriam, sine spe re- 
cuperacionis amitterent terram Prussie, et fides Gristi ibi per consequens dele- 
retur. Nobile« vero et cives de Golmine dicebant, quod pocius vellent honeste 
mori in bello, quam sie vivendo miserabiliter deficere de die in diem. El irruit 
Spiritus domini in fratres et omnes, qui aderant, et licet essent nimis pauci re- 
spectu inimicorum, confisi tarnen in domino aggressi sunt hostes hostiliter et 

Cap. 43. a) npn B. b) «1» B. C*p. 44. Vitt* Capttal fehlt im Cod. B. Ka iteat in den Codd. K. 
T. aoeh bti D. und J. Et hat in den Codd. K. T. eine femeinachafUiche üebtncbrifl mit e. 45 : De pace ila- 
rum ete., bei J. die paasandere: DU bt, wi Swantopoik C olmer Unt herte. e) attendente« K. T. attende- 

t) Das Chron. Oliv, spricht von diesen Intriguen gar nicht, Dusburg kurz und dnnkel, 
deutlicher Dlugoss I, 700, wahrscheinlich nach derselben Quelle, die in der Hochmoister- 
ebronik noch ausführlicher benutzt ist. Vgl. Historiogr. S. 79. Der Schultheiss von Culm, 
Reinicke Hess sich nach denselhen in Unterhandlungen mit Swantopoik ein, welche den Or- 
den veranlassten Mestwin nach Sartowitz in Gewahrsam zu schicken. Da aber Mestwin nach 
Bogupbalus p. 6t noch im Jahre 12*3 nach Deutschland geschickt ist, so müssen jene Unter- 
handlungen ebenfalls schon 42*3 gepflogen sein. Hicmit stimmt überein, dass Reinicke wohl 
im Jahr 12*8 Schultheiss gewesen sein knnn, wie er es 18*8 war, Cod. Pruss. I, n. 66, aber 
nicht 12**, weil in diesem Jahre Berthold die Stelle bekleidete, nach der Urk. in den Privil. 
des Culmerlandes fol. 83. Dlugoss erzahlt von diesen Unterhandlungen beim Jahre 12** nur 
weil er damit zugleich Thatsachen des Jahres 12** verbindet. Die Sage von der Vertheidi- 
gung Culms durch die Frauen bei L. David 3, 88 und Schütz fol. 22., welchen Voigt 2. 50* f. 
folgt, ist schlecht begründet. 

2) Die Anfangsworte des folgenden Capitets fratres sie undique angustiis angustiati 
schliessen sich so natürlich an c. *3, wio unnatürlich an das von einem Siege berichtende 
c. 4*. Auch hier drangt sich, trotzdem dass das Chron. Oliv, auf diesen Sieg in der Kürze 
ebenfalls hindeutet, die Vermuthung Buf, es mochte diese Erzählung durch Verwechselung 
mit dem ahnlichen Siege c. 37, wo die Situation des Culmerlandes dieselbe, oder c. 65, wo 
die Noth auf der Weichsel dieselbe ist, entstanden sein. Sehr auffallend ist, dass der ganze 
Abschnitt in einer Handschrift fehlt. 



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76 PETRl DE DUSBÜRG 

audacter ante civitatem Colmensem, et factum est prelium magnum inter eos 
pluribus cadentibus ex utraque parte. Tandem paler misericordiarum et deus 
tocius consolacionis, qui suos in omni tribulacione consolatur, confortavit fratres 
in tantum, quod Swantepolciis de hoc perterritus cum omni populo suo fugit et 
inclinavit se versus locum, ubi naves reliquerat, sperans per easdem evadere. 
Sed non sie impii, non sie, sed tanquam pulvis, quem projecit ventus a facie 
terre ! Sic venit ventus validus et omnes naves illas longe a litore removit, et 
factum fuil eis cum istis navibus, sicut accidit pagano* regi Sarracenorum per- 
dita victoria a facie Karoli fugienti*. Et cum non invenirent naves, intraverunt 
Wyselam, et submersi sunt preler Swanlepolcum et paueos, qui cum eo reces- 
serant, omnes, qui prius gladium evaserant. Sicque consolatus est dominus pc— 
pulum suum in necessitate maxima constitutum. 

«n (44) De pace Herum re forma ta et destrucla et de edificacione castri Santirii. 

Fratres sie undique angustiis angustiali, inter multa consilia binc inde que- 
sita tandem fratris dicti Rawe k de Redino, viri prudentis et in arduis negoeiis 
circumspecti, consilium hoc fuit, ul Mestowioum filium Swantepolci ohsidem 
mitterent duci Austrie, et demandarent ad partes Alemanie, Bohemie, Cracovie 
et Polonie statum terre Prussie et fratrum, alten den tes c , quod negocium fidei 
et Gdelium breviter ibi perirel, nisi per divine virtutis auxilium et ipsorum ce- 
leriter sucurrerelur. Quod cum factum hasset*, venit frater Poppo magister* 
1244 cum im fratribus, et de Marchia, Misoa et Thuringia sex fratres. Dux etiam 
Austrie niisit sub expensis suis xxx sagilarios equites in subsidium dicte terre 4 . 
De quorum adventu fratres mal tum gavisi sunt, Swantepolcus autem e contra 
perturbatus et ineliculosus factus in tantum, quod pre timore graciam querens, 
ilerum a fratribus oblinuit et vetus pax innovativ. Tarnen 4 innata ejus malicia 
a perseeuciono fratrum et suorum .fraudulenta' et clandestina non cessavit, et 
quando super hoc argueretur a fratribus, non curavit. Tandem ut occulta ejus 

») paligano K. ptf&no T. H. Ctp. 45. b) Baue K. e) addentei D. d) Unten B. rgl. J. Uotam K. 
e) friudalenüm K. 

4) Die Anspielung Dasburgs ist nicht recht deutlich. In Ähnlicher Situation waren die 
Araber nach dem Siege Karl Martells, nach der Fortsetzung des Fredegar ad a. 788 und der 
paganus rex AphricanuM Aigolandus nach einem sagenhaften Siege Karls des Grossen Pseu- 
doturpin Cap. 10 bei Reubor Script. Germ. p. 71. 

2; Die Abscndung Mestwin'A nach Deutschland ist nach Dusburg, Boguphalus p. 64 und 
der Hochmcislerchronik nicht zweifelhaft. Die Worte L. Davids 2, 8s f., dass die Abscndung 
eingestellt worden bis auf des Landmeisters Zukunft, über welche Voigt 2, 542, Anm. 2 nicht 
hinwegkommt, beruhen nur auf einer Folgerung des Schriftstellers, zu welcher er durch 
Vergleich der Berichte Dusburgs und der Hochmeisterchronik, die im Zeitpunkte der Abscn- 
dung von einander abweichen, gelangt ist. — In dem Vertrage des Ordens mit Herzog Casi- 
mir vom 29. August 4 243 wurde festgesetzt, dass den BrUdern Swantopolk's Sambor und Ra- 
tibor, sobald sie gegen jenen offen und unzweideutig aufträten, dem einen Sartowitz von dein 
Orden, dem andern Wissegrod von dem Herzoge eingeräumt werden sollte. Anh. zu L. Da- 
vid 3, Nr. 3. Sambor erhielt Sartowitz nach Dusburg c. 46, der nur den Termin etwas zu 
spat zu setzen scheint. Auch erbaute ihm der Orden die Burg Gordien, Cod. Pruss. i, n. 78. 
— Im folgenden Jahre 1244 veranlasste Swantopolk Brandstiftung in Sartowitz und Culm. 
Boguph. 1. c. 

8) Poppo kam nach dem 12. Mai 1244, in welchem noch Heinrich von Wida (Fol. X des 
Geh. Archivs p. 82) als Landmeister erscheint. 

4) Herzog Friedrich, ein freigebiger Wohlthiiter des Ordens (vgl. die Urkk. vom 28. Oc- 
tober U33, 25. Dccember 1239, und 34 . Juli 1241 bei Mciller, österreichische Regcsten 
S. 152, 139/168; war durch pttbstliche Bullen in den Jahren 1234 und 1244 ausdrücklich zur 
Kreuzfahrt nach Preussen aufgefordert, Voigt 3, 583 und 596, vgl. Raynahi 1244, n. 52. Er 
that wahrend der Krankheit zweier ihm theuror Jünglinge 1344 selbst das Gelübde nach 
Preussen zu ziehen. Annal. Sancruciens. Contin. II, im Anhang 6. 



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CRONICA TERRE PRLSSIE. PARS III. 77 

malicia* detegeretur, congregato exercitu valido, intravit hostiliter Cuyaviam 
terrara ducis Casimiri, cam incendiis et rapinis multiplicitcr dcvaslando, cap- 
iisque ibi muitis Cristianis et occisis cum aliarum renim rediit 1 preda magna \ 
Super quo dura Herum reprehenderetur , ait: quod ncc propler papam, nec 
propter imperatorero , nec aliquem vivcntem vellet dosinere persequi hostes 
suos, et addidil: reddatis mihi filium meum, si vuitis habere pacem mecum. 
Cum ergo fratres non redderent ei filium suum, incepil eos publice persequi si- 
cut prius. Edificavit enim circa confluenciam fluminum sei licet Wysele et No- 
gadi Castrum dictum Santiriuni*, in quo locavit viros iniquos, qui fratrum sub- 
diios nec paeifice ascendere auf descendere navigio permiserunt : quin spolia- 
rent eos rebus suis, vel caperent aut roactarent. 

De edificacione casiri Swecze* et impugnaäone iprius. *m 

Fratres itaque videntes sibi nova belle imminere Castrum Sardowicz fidel i 
suo Samborio, filio Swantepolci resignantes* cum omnibus attineneiis commise- 
runt. Ecce mira res et ultra modum stupenda, filü opposuerunt se patri prop- 
ler severitatem*, quam in fidei et fidelium ignominiam exercebal. Hoc facto 
fratres miserunt nuncios legato sedis apostolice et magistro generali, nunciantesms 
eis novum bellum et statum terre Pnissie. Quo audito legatus personaliter 
crucem contra dictum tyrannum predieavit, et mandavit in diversis regnis et 
provineiis auetoritate apostolica predicari*. Sed quia perversa malicia et mali- 
ciosa perversitas reproborum letatur, cum male fecerit, et exultat in rebus pes- 
simis, ideo iste gavisus valde de Castro Santirio, quod in grave construxit pre— 
Judicium fidei et cristifidelium, ineepit edificare aliud Castrum ex opposito quasi 
civitatis nunc Colraensis r , quod dicilur Swecza, ut omnino in fluvio Wisele tarn 
supra quam infra transitus navigio necessarius valde fratribus non pateret. 
Quod cum ad aures magistri deveniret, mandavit fratribus de Golmine, ut cum 
suis navigio descenderent, ipse autem cum fratribus de Thorun et duce Casi- 
miro ad dictum locum intenderet cum exercitu equilare. Volebat enim dicti 
castri edificacionem impedire. Swantepolcus, videns naves fratrum ad litus ap- 

») mal. «J.B. b) i>r. ra. r. B. c) *«i B. Cap. 46. d) Swmm, «ach Swecxn. •) •evitetem B. 
I) qui» eiT. n. C. R. qiuui n. eW. C. B. 

4) Der Einfall in Cujavien, wahrend des Waffenstillstandes mit dem Orden untornom- 
roen, Chron.Oliv., gehört in das Jahr 4 344, Boguph. I. c. Unbegreiflich ist, wie Voigt 9, 508 f. 
und 532 in dorn Berichte des Boguph. einen ersten, in dem des Dusburg und der Hochmei- 
sterchronik einen zweiten Kriegszug gegen Cujavien finden kann. 

2) Santirium, Zantir, auf der gleichnamigen Insel, welche nach der Urk. von 115* hei L. 
David, Anhang zu Bd. 3, Nr. 3 die grosse Insel zwischen Weichsel und Nogat, den späteren 
Maricnburgcr Werder umfasstc. Es ist dieselbe, welche in der Urkunde von 1263, Cod. 
Warm. I, n. 47 mit polnischem Namen Solowo (Zuiavia) genannt wird. Sie gehörte seit der 
Gründung des pomesanischen Bistbums 1243, Dreger n. 158 zu diesem, und die Ansprüche, 
welche der Lesslauische auf dieselbe 1268 erhob, sind, wie die Diöcesanverhiiltnisse bis in 
das 18. Jahrhundert hinein beweisen, ohne Erfolg geblieben. Der ganz abweichenden Auf- 
fassung von Bender in der Ermel. Zeitschr. 1, 399 können wir hienach nicht beipflichten. 

3) Vgl. zu c. 45. Uebrigcns war Sa m bor nicht Swantopolk's Sohn, sondern sein Bruder, 
wie Dusburg III, c. 1 4 ganz richtig angeführt hat. 

4) Wilhelm's Ankunft in Preussen als Legat wurde durch die Bulle vom it. Juli 4244 
zwar in Aussicht gestellt, aber am 23. Januar 1245 finden wir ihn noch in Lyon, Raynnld 
n. 77 und am 4. Februar 1245 schickte Pabst Innoccnz IV. statt seiner, da er zu Lyon unent- 
behrlich sei, seinen Kaplan Heinrich, Urkk. bei Voigt 3, 396. Hienach ist es höchst wahr- 
scheinlich, dass Wilhelm auch in diesen Jahren gar nicht in Preussen gewesen ist. Heinrichs 
Vollmacht scheint aber in der Tbat auch die Befugniss zur Kreuzpredigt gegen Swantopolk 
im Culmerlatide und in Preussen einzuscbliessen, vgl. zu c. 88. Legt man hierauf Gewicht, 
so muss das Folgende schon in das Jahr 1245 gesetzt werden. 



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■ 



78 PETRI DK DUSBIRG 

plicari, sublatis tenloriis pontetn, per quem aditus ad Castrum patuit, dejecit et 
fugit. Tandem retrospiciens vidensque, quod fratres equites cum suo exercitu 
non possent convenire ad eos, qui de Colmine navigio descenderant, propter 
profunditatem fluminis', quod fuil medium inter eos, resurapta audacia cum 
suis rediit, et dum videret magistrum se ad impugnacionem castri inclinare, re— 
fecto celeriter ponte, misit ccc viros ad Castrum, ut defenderent. Aggressi ergo 
fratres cum duce Casimiro Castrum fortissime impugnaverunt , et tarn durum 
fuit inter eos bellum, quod utriusque partis plures homines fuerunt letaliter 
vulnerati, et de Castro multi mortui ceciderunt, sed quia Castrum adeo Enna- 
tum fuit, quod de facili non potuit expugnari, fratdbus infecto negocio receden- 
tibus, Swanlepolcus reversus ipsum Castrum melius confirmavit*. 

«7 (4«) De edificacione castri PoUerbergk.* 

Frater Poppo inagister considerans dicti ducis astuciam in hoc, quod se 
castris undique firmaret, precavens periculis in futurum, in monte, sito inter 
civitatem nunc Golmensem et antiquum Castrum, edificavit Castrum, quod a no- 
mine montis Potterbergk nuncupavil, locans ibi xn fratres, cum multis armige- 
ris. Hec edificacio facta fuit, ne Swanlepolcus dictum montem ediflciis occupa- 
ret, et factus fuisset error novissimus pejor priore. 

«• (47> De impugnacione castri et civitatis Elbingens**. 

Swanlepolcus dux Pomeranie, intelligens absenciam fratrum et civium de 
Elbingo, congregalo magno exercitu ad impugnandum Castrum et civitatem ibi- 
dem proccssit. Quo viso mulieres deposito ornalu muliebri, mentem virum in- 
duerunt, et femur cingentes gladio menia ascenderunt, tarn viriliter se ad de- 
fensionem disponentes, quod nusquam ibi sexus fragilitas b apparebat. Unde 
dux estimans exercitum fratrum et civium reversum, cum verecundia recessit. 
Nec credas hoc solum hic factum, sed pluries in aliis locis ubi in absencia virc— 
rum niuniciones fuissent periclilate, si non reslitisset audacia mulierum'. 

49 (48) De quodam milite Swantepolci. 

Fuit quidam miles de familia Swantepolci, qui fratres domus Theutonice 
adeo formidabat, quod viscera ejus contremuerint, dum audirel eorum nomina 
recitari. Unde accidit hoc tempore, quod idem dux causa solacii secessit ad 
quandam villam, el ad majorem gaudii excitacioncm 6 vocavit quosdam alios mi- 
lites ad se et ait : miltamus unum famulum ad campos, qui post primum fercu- 
lum festinus reverlatur, et referat fratres cum exercitu advenire, el videnmus, 
quomodo isle miles timidus sc disponat. Quod cum eis multum placeret, mis- 
sus fuit nuncius ad hujusmodt negocium peragendum. Fratres autem, quibus 

Cap. 47. ») PottcrlxTfk K. D. Crk. von 1S72 im FoL VI de« Geb. Archtol p*f . «. PoietWf B. Hoc» botyri 
Cbron. OIW. Poldenberj ! H. Cap. 48. b) >cziu et fr. B. 0«p. 40. c) ezereltetionem K. 

4) Bda bei Jeroschin, jetzt Schwarzwasser. 

4) Vgl. Chron. Oliv. Boguphalus erwähnt diesen Kampf und die folgenden, an welchen 
Casimir fheil nahm, nicht. Dlugoss schreibt nach den preussischen Quellen. 

3) Grünau VIII, 4. g. 3, der diese Geschichte ins Kornische zieht, bemerkt dabei zu- 
gleich, Swantopolk sei in Pomosanion auf deu Berg Crewose gekommen und habe die Burg 
Kerssenborg gegründet (etwa H45), vgl. L. David , 3, 87, Voigt 2, 547 f. Es ist wahrschein- 
lich, das* Grünau hierdurch den Annal. Thor, geleitet wurde, welcher die Gründung Chrisi- 
burgs in das Jahr 4 244 setzt. 



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CR0N1CA TKRRB PRUSSIE. PARS III. 



79 



hoc prodilura fuit, cum venissent non longe a dicta villa, nuncius jam exierat, 
el videns f rat res cum armigeris venientes, slupefactus et pre niraio liruore pal- 
lidus effectus, cum planctu magno et extracto gladio reversus ad Swantepolcum, 
ait: cito surgite et recedite, quia revera fralres cum exercitu veniunt. Uli, qui 
hoc preordinaverant, riseruot, sed miles ille timidus audiens nomen fratrum, 
statim saliit ultra mensam, et recessit. Sed nuncius ingeminans verba priora, 
seriöse et cum juramento confirmans, dixil, fralres cum exercitu jam esse in 
vicino. Unde dux aliis ridentibus recessit cum uno famulo, quem quidam fra- 
ter, qui ad hoc fuerat deputatus, sequens, in quodam flumine, dum ducem non 
posset oomprehendere, famulum interfecit, alii fratres ceperunt et occiderunt, 
quidquid ibi de familia sua mansit. 

De hello navali. ft0 <»9) 

Frater Poppo magister sollicitus de salute fideliura, misit fratrem Conra- 
dum dictum Bremer* cum multis armigeris, ut tres naves oneratas victualibus 
duceret in Elbingum, qui cum veniret prope Santirium, invenit Swantepolcum 
et multos de populo suo cum xx navibus exspectantes. Quos cum frater Conra- 
dus videret, non tanquam meticulosus expavescens, sed velut magnanimus in 
domino confisus, navibus suis virtute remigancium velociter currentibus, cum 
magno impetu ipsos viriliter est aggressus, sie quod pluribus de navibus ducis 
submersis, alie fuerunt confracte. Unde hostes videntes eos vicinos litori ac- 
cesserunt cum lapidibus, proicientes. Fratri Conrado unum dentem eruerunt, 
et plures alios leserunt, alii salvi in Elbingum pervenerunt. 

Item de eodem. « m 

Fratres de Elbingo qui adventum istarum navium diu cum magno tedio et 
defectu expectaverant*, instrueti de statu terre Colmensis, naves cum suis nun- 
ciis remiserunt. Que dum venirent circa Castrum Sweczam, Swantepolcus cum 
multis armigeris et x navibus Herum invasiV eos. Capitaneus vero dicti ducis 
fratrem Fridericum de Wida', qui aliis prefuit, est aggressus, et maxillam ejus 
lancea perforavit, sed frater Fridericus ex adverso se opponens ipsum interfecit. 
In navi civium de Elbingo, que cum impetu veniens stclit immobilis super arena, 
occisi fuerunt duo fratres, sed frater Fridericus superveniens alios liberavil et 
in sua na navem locavit, sie quod duobus fratribus et m viris et de parte adversa 
xx interfectis alii evaserunt. 

De quodam nobili viro, qui receplus fuit ad ordinem domus Theutonice. m w 

Non longe poslea deßeientibus victualibus in castris, fratres cum familia 
sua jam pene inedia consumpti clamaverunt pro auxilio ad dominum, qui pia 
Semper gestat viscera super aölictos. Unde cujusdam nobilis viri de Cracovia* 

i 

Oap. 50. ») Br.nn« K. B. Brtmer J. D. H. Cap. 51. b) .xp^Ureruut B. e) In*, lt. B. 
4) Vgl. IQ C. 57. 

4) Dlugoss I, 706 nennt ihn miles Vidzga Gzyorstin ex Cracoviensi terra de domo et no- 
bilitate, quae Janina dicitur — man weiss nicht nach welcher Quelle. Flach und willkühr- 
lich setzt Schütz fol. SS an seine Stelle »etliche von Krakau gutes deutsches Adels,« offenbar 
von der Voraussetzung ausgehend, dass in den deutschen Orden nur Deutsche aufgenom- 
men werden könnten. Aber diese Voraussetzung ist ungegründet , unsere Stelle kann zwar 
nicht als Beweis dagegen angeführt werden, dürfte aber doch wohl auf einen Polen zu deu- 
ten sein. Vgl. zu c. St 8. 



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80 PETRI DE DUSBURG 

ad religionis ingressum animum ioclinavit, qui tres raagnas naves vino et me- 
done seil melicrato, et alfis, que ad victum sunl necessaria, replens, et ccc bo- 
ves et vaccas et alia multa jumenta prcmisit ad Castrum Thorun, sequutusque 
cum magna reverencia est receplus, et ordinis domus Theutonice suscepit habi- 
tum regulärem, et fratres de magnis angustiis liberavit. 

«a De victoria, in qua fratres mille et quingmtos Pomeranos occiderunt. 

Frater Poppo magister premissis exploratoribus, qui diligencius respicerent, 
quid agcret Swantepolcus, cum suo et ducis Casemiri exercitu convenit juxta 
Castrum Wischerot 1 , ibique castra raetati sunt. Exploratores reversi dixerunt, 
quod Swantepolcus cum magna potencia excrcitus sui staret circa Castrum 
Sweczam, et ßrmarct illud. Gonsultum ergo videbatur omnibus, ut invaderent 
eum ibi premissique sunt de Colmine x viri equites, qui exercitum inimicorum 
inquielarcnt, qui de xx viris ex parte adversa occurrentibus unum militem oc- 
ciderunt, alii xix viso vexillo fratrum fugerunt, et ipsis cum fuga venientibus ad 
exercitum Swantepolci, omnes terga verterunl, quorum pauci ad Castrum* ve— 
nienies salvali sunt, alii omnes aut submersi sunt, vel in ore gfadii ceciderunt. 
Sicque de populo Pomeranorum mille et quingenti* viri in illo die a fratribua 
sunt occisi. De qua victoria fratres deo grates refercntes cum maxima preda 
hoslium cxultantcs in domino sunt reversi. 

m (w) De quodam miraculo. 

Hoc tempore quidam de Misna crucesignatus, dum completo peregrinacionis 
sue voto stetisset per annum in terra Prussie, in reditu versus patriam suam 
mortuus est in via. Cujus filius sollicitus de diuturna patris absencia, querens 
patrem in Prussia non invenit, sed, dum rediret, venit ad quandam villam, ubi 
episcopus cimiterium consecravit. In qua consecracione dum episcopus aquam 
benedictam aspergeret super tumulos defunctorum, cujusdam mortui corpus de 
sepulcro exiliens appodiavit se ad parielem ecclesie, quod primo solus episco- 
pus vidit, sed tandem oracionc impetravit, quod totus populus, qui consecra- 
cioni interfuit, vidit manifeste. Conjuravit ilaque episcopus illum mortuum, ut 
diceret, quis esset, et quare de sepulcro exiliissct. Qui respondit, quod fuisset 
in terra Prussie pcregrinus' per annum, et in reditu mortuus et ibi sepullus, et 
proptcr unum agrum, quem vicino suo, dum vixerat, injuste abstulit, damnatus 
fuisset, sed propter votum peregrinacionis, ipse Cristus, cujus injuriam vindi- 
cavit, penam eternam in temporalem commulavit, ut scilicel in purgatorio pu- 
nirelur, quousque aliquis de propinquis suis redderet dictum agrum. Quo facto 
episcopus quesivit, si d aliquis noticiam haberet ejus? Cui respondit (ilius, quod 
ille mortuus esset pater ejus, et promittercl bona fide dictum agrum se reddi— 
turum. Quo diclo episcopus jussit dictum mortuum redire ad sepulcrum quod 
et ipse fecit. Ecce quantam graciam conferl ipse Cristus et vivis et mortuis pe- 
regrinis, qui vicem ejus dolenl in opprobrio sue crucis, et ecclesiam sanctam 
ab oppressione infidelium exponendo res et corpora defendere non formidanl. 

Cap. 18. ») ibi «1* B. b) CMtr« B. Oap. M. e) aliano. K. i\ mn B. 

1) Wissegpo<l war <i44 von dem Orden und den polnischen Herzogen erobert. Bo- 
guph. p. 6t. 

9) 1050 Jeroächin. Abweichend die Hochmeisterchronik. 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 81 

Item de victoria fratrum, in qua iterum md de Pomerania sunt occisi. &» (M) 

Postquam Icgatus 1 sedis apostoliee crucem in propria persona predicavit, 
el jussit per alios in regnis et provineiis ad hoc deputatis predicari, commoti 
sunt prineipes et nobilcs de Alcmania super conlricionc terre Prussie, misilque 
dux Austrie* in subsidium Drusigerum* dapiferum suum cum mutta milicia et 
viris exercitatis in bello, venit eciam b Henricus de Lichtenstein miles*, et cum 12« 
eo plures peregrini. Cum hiis et duce Casimiro magister et fratrcs cum suis in- 
traverunt terram Pomeranie et potenter et hosliliter pertranseundo ix diebus et 
noctibus vastaverunt, sie quod non erat in ea angulus aliquis, quem" non rapina 
et incendio visitassent. Medio tempore, quo hec agerentur, Swanlepolcus cum 
suis subditis et neophilis terre Prussie congregavit exercitum grandem nimis, et 
fratres cum suo exercitu recedentes sequens, singulis noctibus mansit in eo loco, 
in quo fratres fixerant tentoria sua, ligans dextrarios suos, ubi fratrum equi 
erant prius locati, et sie notans numerum tentoriorum et viarum diversitatem • 
consideravit, quod exercitus suus in duplo fratrum exercitu major esset, et ga- 
visus est gaudio magno valde, et confortans suos consolatus est in hec verba : 
crastina die faciemus, quod Pomerani et Prutheni a jugo Theutonicorum in per- 
petuum absolventur. Mane facto dum fratres recederent, quidam de exercitu 
Swantepolci invaserunt spolium, quod multum fuit nimis, occupavit enim duas 
leucas 4 , et de viris, qui ordinati fuerunt ad custodiam ejus, xxx occiderunt. Sed 
Drusigerus missus a magislro eis in auxilium, videns jam plures interfectos, fu- 
git tanquam meticu!osus d . Quod considerans dominus Henricus de Lichtenstein 
repente irruit in hostes, et predam, quam abstulerant, reslituit in locum suum. 
Quo perceplo Swanlepolcus. cum tribus turmis venit in auxilium suis, quos vi- 
dentes Poloni perterriti omnes fugerunt, preter quendam militem Marlinum de 
. Cruczewicz* vexilliferum et ducem Casimirum, ad cujus consilhim statim mis- 
sum fuit pro domino Henrico de Lichtenstein. Medio tempore fratres ordinave- 
runt se ad pugnam. Sed Swanlepolcus considerans, quod fratres nollent fugere, 
mandavil mille viris pocioribus de exercitu suo, ut de equis descenderent, in- 
formans eos, ut cum magno strepitu et clamore fratres invaderent, et stanles 
retro occultati' clipeis cum laneeis suis equos Crislianorum transfigerent, dicens : 
gravibus oncrali sunt annis et pedestres bellare non possunt. Post ordinacio- 
nem utriusque exercitus ad prelium, dominus Henricus reversus fuit, et intuens 
hostes ait ad fratres: periculum est in mora, accedamus ad eos ; et irruerunl, 
cum impelu in hostes, factusque est conflictus horribilis inier cos, et de exercitu 

C&p. 86. i)IMK einige Mil Drugi»«r. b) et K. c) quod B. d) die Worte ob . . . tneticulotut feh- 
len K. e) oeculü B. 

1) Seit dem Oclobcr 1245 war der Abt Opizo von Messano piibstlichcr Legat für Preus- 
sen und die Nachbarländer, Raynald 1245, 11. 90, 91. L. David 3, Anh. 5. Nach dem Zusam- 
menhange bei Dusburg ruüsste man noch immer an Wilhelm von Modena denken. 

2) Es kann hier nur Friedrich der Streitbare gemeint sein, vgl. zu c. 45. Friedrich fiel 
in der Schlacht an der Levtha am 15. Juni 4146. 

3) Da,Heinrich das österreichische Heer in der Schlacht an der Leylha führte, so wird 
sein Kreuzzug spätestens in den Anfang dieses Jahres zu setzen sein, vgl. Voigt 2, 554, Anm. 
3 und 578, Anm. 4 . 

4) Dieses Wegcmaass kommt auch c. 315, 320, 350 vor. Es sind wohl 1500 Schritte, wie 
schon bei Ammian. Marcellinus, vgl. Du Cange und die gelegentliche Notiz über die lombar- 
dische und die deutsche Meile bei Henric. de Hervord. Beilage 3, n. 5. 

3) Martinus castellanus Kruswicensis 1238 bei Dogiel IV, c. «0, auch 1243 bei L- David, 
Bd. 3, Anhang Nr. 3. 

Script, r. P. 1. 6 



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82 PETR! DE DUSBÜRG 

Swantcpolci in loco certaminis raille quingenti viri mortui cecfdeiunt, de Cri- 
slianis nullus fuit Ictalitcr vulneratus, preler x dexirarios eorum, qui transfixi 
lanceis hostiuin occubuerunt. Sicque fratres el peregrini cum mille sexcentis' 
dexlrariis adversariorum, et preda alia multa nimis et gloriosa victoria redie- 
runt, coopcrante domino nostro Jesu Crislo, qui est benedictus in secula secu- 
lorum Amen. Drusigerus dapifer, qui prius tanquam fonnidolosus a bello cum 
suis recesserat, nunciavit in civitate Thorun, fratres et percgrinos et totum ex- 
ercilum Crislianorum b in prelio cecidisse, et factus fuit tantus planctus in terra 
Coltnensi et Polonie a crislifidelibus, quanlus a seculo est audilus. Sed cra- 
stina die circa horam vesperarum, dum fratres cum suo exercilu victoriose re- 
dirent, facta est leticia magna in populoCrisliano et tanta, quod eciam hesterne 
diei mesliciam excedebat 1 . 

m (65) ße reformacionc pacis inter Swantepolcum et frotres. 

Cum sie terra Pomeranie justo dei judicio esset depopulala, Swanlepolcus 
dux, qui ante tanquam leo rugiens, erecta cervice circuil, querens quomodo fra- 
tres et novellam fidem cum magna et r multa Cristiani sanguinis cflusione planta- 
tam in terra Prussie destrueret, nunc quasi agnus martsuelus, demisso vullu, in- 
clinatn rapile, humilitcr supplieavit fratribus, ut eum ad solite benignitatis sue 
graciam reeipere dignarentur. Fratres attcndcnlcs, quod ipse in angustia posi- 
tus semper sub simplici et agnina pelle cor vulpinum omni dolo et aslucia ple— 
num gererel, quod rei exitus approbavit, quin* jam tercia vice sub sacramento 
suo ßrmata federa pacis rupit, timebant ab eo Herum defraudari. Sed quia bo— 
num pacis semper amplectendum est, propler eum, qui est auetor pacis et 
amator, qui est Cristus Jesus, ideirco post varios fraclatus veterem inter se et 
dictum ducem babitam pacem secundum formam pristinam cum crucesignato- 
rum consilio reformabanl*. 

•» (*•} De fratre Henrico magislro m. mccxlvii. 

Krater Henricus de \Vida r magisler terre Prussie tercius prefuit Tin annis*. 

>) m, et •. B. b) Cr. ex. B. Cap. 66. c) mmfna et fehlt B. d) quod B. Cfcp. 87. e) leiten Wyda. 

4) Zu den scheusslichstcn Beispielen der ebenso sinnlosen als unverschämten Verun- 
staltung der Geschichte in Grünau s Chronik gehört der Abschnitt VIII, 5, g. 4, 2. Es sollen 
zu derselben Zeit 1247 in Preusscn gewesen sein Otlocar von Böhmen etc. (vgl. Dusb. c. 7t), 
Friedrich von Meissen (vgl. Dusb. c. 13), Drüsiger von Schreitenthal (Dusb. c. 55), mit 300 
Schützen geschickt von dem Herzog zu Oestreich (vgl. die 30 Schützen bei Dusb. c. 45), und 
mehrere andere Fürsten, die nie existirt haben. Der linke Flügel dieses Heeres, niimlich die 
Polen und Oestrcicher, verheeren Pommcrcllen ; hier wird die von Dusburg c. 54 erzählte 
Schlacht mit frechen Aendcrungcn nacherzählt, Lichtenstein nicht mit einem Worte er- 
wähnt, seine Tbatcn erdichteten Personen beigelegt etc. Solchem Unsinn gegenüber befin- 
det sich L. David 8, 40t -104 in unbehaglicher L'ngcwissheit, und selbst in Voigt'» Ge- 
schichte 2, 559 sind Einzelnheiten der Grunau'schen Schilderung doch noch eingeschlichen. 

2} Dlugnss 1, 705 sagt, Opizo habe diesen Frieden 4x46 vermittelt und den von Wilhelm 
Uber Swantnpolk verhängten Bann aufgehoben, vielleicht nach einer Urkunde. Ihm folgt der 
von Voigt allein angeführte Bzovius Annal. eccl. «24«, n. 4 8. Von der Friedensvermittelung 
durch Sambor und den Bischor von Kamin, die auch Voigt 2, 560 annimmt, würde nicht die 
Rede gewesen sein, wenn er die rechte Quelle gegenwärtig gehabt hatte. L. David 3, 101 
erzählt davon nur nach Grünau VHI, 5, g. 2, 3. Die abweichenden Berichte der Hocbmei- 
sterchronik erwarten noch ihre Erläuterung. 

3) Heinrich erscheint als Landmeister urkundlich zuerst in der Urkunde vom 1. Oclober 
1242 R. et M. cod. Pol. II, n. 441 und vom 34. December 4242 (1241 ?) bei Voigt 3, 627, zu- 
letzt in der Friedensurkundc vom Februar 1249, Monum. bist. Warm. I, p. 40, also wirklich 
etwa 8 Jahre lang, aber nicht ununterbrochen, auch nicht zwischen 1247 und 4 255, und 



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CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. . 83 

Hic nobilem virum dominum de Wido 1 consanguineum suum cum quinqua- 
ginta viris expertissimis in bello (adeo viriles fuerunt, quod fama publica de 
ipsis testabatur, quod hasla eorum nunquaru fuerit a versa, nec sagitta ipsorum 
abiit retrorsum), et multos nobiles de Alemania peregrinos ad terram Prussie 
secum duxit. Hic frater Henricus de licencia uxoris sue* habitum fratrum do- 
mus Theutonice suseepit, et ipsa claustrum sanetimonialium in Cronswicz** in- 
travit, quod claustrum ipse instituit et fundavit, et donis magnificis dotavit. In 
quo eciam ipse post multa bella, que gloriose in dicto officio gessil, ut inferius 
apparebit, vocatus a magistro generali ad capilulum, in itinere infirmalus, mor- 
tuus est et sepultus. 

De expugnacione cujusdam castri et de Castro Cristburgk. 58 <«) 

Hic frater Henricus magister postquam instruetus fuisset a fratribus, quot 
mala Swantepolcus et sui complices neophiti apostale ierre Prussie fidei et fide- 
libus intulissent, ineepit toto cordis desiderio ad ipsorum destruetionem et ex- 
altacionem fidei laborare. Congregatis ergo b fratribus et peregrinis, profectus 
est ad bellum, et in vigilia nativitatis dominice noctis medio quiescentibus ho- 
minibus venit ad Castrum Pomesanorum r , quod situm tunc fuit in loco, qui nunc 
dicitur Cristburgk anliquum, et applicatis scalis ad menia occulte intraverunt, 
captisque et occisis omnibus expugnaverunl 4 , ponentes ibi fratres et armigeros 
multos pro custodia dieli castri. Hujus eciam nomen quia in ipsa* nocte nati- 
vitatis Cristi fuit a fidelibus expugnatum, vocatum est Cristburgk, quod inter- 
pretatur Castrum Cristi, quod vocatum est ab angelo tes tarnen Ii, priusquam in 
mente magislri aut a Horum fratrum coneiperetur*. 

De translacione civitatis Cohnensis. 
Hoc tempore nobilis ille et illuslris prineeps deAniant"' cum multa milicia 



m) Trootwict Codd. Oonrwicium. Monach. Firnen«. C*p. 58. b) Ifitnr B. c) Poncnnorum ! H. 
d) ip« fehlt B. Cap. 59. e) Anlaut B. D. i. AntUnt K. T. AntUt II. m*rchio dictui Atlut Chron. OHt. 

* 

theilweise nur als Vicelandmeister. Er war nämlich Landmeister von 4348 (1341 ?) bis 4344, 
Vicelandmeister von 1347—1349, Historiogr. S. 381, 383. 

1) Ohne Zweifel den schon c. 51 erwähnten Fridcricus, welcher also njeht erst 1347, 
gondern wohl schon 1343 (1341 1) Heinrich nach Preusscn begleitete, 

s; Vgl. c. 384. 

3) An der Elster nahe bei Gera. Es war ein Jungfraucnklostcr des Prediger-Ordens. Die 
feierliche Scheidung der »edlen Frau Jutta Burggrdfln zu Altcnburg« und des »edlen Herrn 
und Vogts zu Gera« Heinrich von Weida erfolgte 1334, vgl. Monach. Pirnens. bei Mencken 
Script, rerum Saxon. 3, 1588. " 

4) Der Annal. Thor, sagt, Christburg sei im Jahre 134 4 gegründet. Er scheint Alt-Christ- 
burg zu meinen, von welchem Dusburg hier spricht. Dass es von Swantopolk befestigt sei, 
sagt nur Grünau VIII, 4, 3, dein hierin L. David 3, 87 uud Voigt 2, 547 f. folgten. 

5) Die Beziehung des Namens Christburg oder Kirsburg (denn so sprach man im Mit- 
telalter oft) auf die Eroberung der Burg zu Weihnachten, ist zweifelhaft, weil der Name 
Kirsberg schon in der Urkunde von 1339 Cod. Pruss. I, n. 50 vorkommt. Daher ist unter 
andern die Ableitung von dem altprcussischen Namen Kcrsc vorgeschlagen, Voigt 3, 583, 
Anm. 4. 

8) Jeroschin und sein deutscher Epitomator fassen Anlaut bei Dusburg in der Bedeu- 
tung von Aneland und scheinen also das vorhergehende de nicht gelesen zu haben. Das 
Chron. Oliv, hat Marchio dictus Atlant. Schon Pauli Preuss. Staatsgeschichtc 4, 84 und Voigt 
3, 587 haben an Anhalt (in t'rkk. oft Anehalt) gedacht. Unter den Gliedern des Hauses An- 
halt aber dürfte Albertus dux Saxoniae de Anhalt (I3H— 1360), der Gemahl der Schwester 
Friedrich s des Streitbaren von Oestreich (eine andere Schwester desselben war au Heinrich 
den Erlauchten von Meissen vermählt) hier vor andern in Erinnerung zu bringen sein. Er 
war 1318 in Livland. Von ihm handelt ausführlich Gruber in dem Chron. Livou. p. 137 ff. 

6* 



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84 , PETRI DE DUSBURG 

venit ad tcrrani Pmssie, et preter multa bona, que ibidem gcssit ad corrobora- 
cionem Gdei et fidelium, civitatem Colmenscra de castro antiquo transtulil ad 
clivum monlis, in quo nunc sila est, per quam translacionem terra Colmensis 
salvata fuit 1 . 

•o (M) De diversis traclatibus ei parlamentis Swantepolci. 

Swantepolcus audiens advenlum magislri, rogavit euni, ut dominum Hen- 
ricum de Lichtenstein sibi mitteret*, qui cum ad eum venisset, post mulias 
querelas, quas de fratribus coram eo proposuit, ait: paratus sum ad omnem 
justiciam mc obligare, et faccre quidquid preceperint fratres, si Glius meus mihi 
rcslituitur, quem dedi eis in obsidem. Dominus Henricus attendens, quod in 
voritatc dirigcndus est' quilibet et docendus, dixit ad eum: filium vestrum 
nullo modo rchabere potestis, quia pacem, pro cujus securitate ipsum fratribus 
in obsidem tradidistis, non semel sed pluries irritastis, adherendo apostalis et 
infidelibus, cum quorum exercitu terram Crislianorum et fratrum rapina et in- 
cendio dcvastaslis, et ncgocium fidei inßnitis angustiis Crislianorum magniflce 
promotum per vestram maliciam b destruxistis, crislifidelibus quibusdam mise- 
rabililer trucidalis, aliis in scrvitutem perpetuam deductis, unde non justiciam, 
sed graciam requirnlis. Sed quia veritas odium parit, et a perversis continue 
delrahilur sennonibus veritatis, ideo iste perfidus Swantepolcus, tanquam aspis 
surda obturans aures suas a veritate, auditum averlit 0 , et talia verba ab ipso 



Cap. 60. ») ert dir. B. b) mWcüun T. H. e) merUt B. 

uod 4 39. Grünau scheint den marchio dictus Atlant für eine Person mit Heinrich von Meis- 
sen zu halten, vgl. HI, c. 43 — was nicht der schlechteste seiner Gedanken ist. 

4) Die Stadt Culm ist nach dem Annal. Thor, zweimal verlegt, 4239 an die Weichsel, 

4253 auf einen Berg. Diese Angabe wird noch gesichert durch eine Urkunde von 4244, in 
welcher bereits eine planicies ante antiquam civitatem erwähnt wird, vgl. Geogr. S. 467. 
Grünau scheint sie gekannt, aber mit Rücksicht auf den in der Erneuerung der culmischen 
Handfeste von 4 254 erwähnten Brand von Culm in seiner Weise gelindert zu haben. Er sagt 
VII, 2, $}. 3, die Stadt sei 4 254 durch Bischof Heidenreich an die Weichsel unter einen Berg, 

4254 durch Eberhard von Sayn auf den Berg verlegt, wo nach VIII, 4 2, §. 4 Markgraf Hein- 
rich sie befestigen half 4 258. Wenn man Dusburg's de castro antiquo transtulil urgirt, kann 
der prineeps de Anlant nur bei der ersten Verlegung 4239 mitgewirkt haben ; hüll man die 
nicht ganz entsprechende Wendung im Chron. Oliv, für authentischer, so wird er im Jahre 
4 253 in Prcussen ffewesen sein. 

2) Auch hier wieder scheint Dusburg in seinen chronologischen Angaben nicht zuver- 
lässig. Dass Heinrich von Lichtenstein mit Swantopolk unterhandelt habe, wird man ihm 
glauben; allein dies kann wohl nicht 4 247 (vgl. c. 57) geschehen sein, da Lichtenstein noch 
im Sommer 4 246 nach Oestreich zurück kehrte. Voigt 2, 578, Anm. 4 nimmt an, dass Lich- 
tenstein zweimal in Prcussen gewesen sei, indem er die advenlus magistri auf Heinrich von 
Weida bezieht, und glaubt sogar 2, 584, Anm. 4, dass die Verhandlung Licbtenstein's dem 
schiedsrichterlichen Spruche vom 25. Oc tober 4 2*7 Cod. Pruss. 1, n. 74 nachfolgte. Dies 
letztere ist vor allem unwahrscheinlich, weil dann Licbtenstein's Forderungen ebenso unge- 
recht als übermülhig und empörend gewesen waren. Dass aber Lichtenstein zweimal in 
Preussen gewesen sei, ist nur ein Nothbehelf ; nach Dusburg's Sinne hat er nur eine Kreuz- 
fahrt unternommen (er hatte sonst die zweite als solche jedenfalls erwähnt), und wenn sich 
nun durch Benutzung anderweitiger Quellen findet, dass er die Tbaten, welche er Lichten- 
slein beilegt, mit weit aus einander liegenden Ereignissen in Verbindung bringt, so i»t es 
einfacher diese Verbindung zu lösen, als eine neue Kreuzfahrt anzunehmen — zumal da das 
Chron. Oliv, diese Verbindung gar nicht kennt. So dürft« der Magister, dessen Ankunft Dus- 
burg bier erwähnt, nicht der Landmeister, sondern der Hochmeister Heinrich von Hohen- 
lohe sein, der sich im April 4 246 in Preussen befand (Urkk. vom 4 0. uud 24. April 4 246, Mo- 
num. hist. Warm. I, n. 4 3 und 4 4), und dessen Anwesenheit wohl besondere Friedensver- 
suche veranlassen konnte. Hierauf deutet eine von Voigt 2, 460, Anm. 2 gar zu kurz besei- 
tigte, neben Dusburg's unsicherer Lebcrlicferung doch zu beachtende Nachricht der Hoch- 
meislercbrouik, nach welcher der Hochmeister bei den Friedensverhandlungen zugegen und 
die üestreicher besonders betheiligl wareu. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 



audire contemnens, dictum dominum Henricum salvum rcmisit in civitatem 
Colmensem, ubi magistro et fratribus , que audiverat, recitavit. Non longe 
postea 1 idem dux magistrum induxil, quod cum eo conveoerat in quadam insula 
Wiscle, ubi post multos variosque tractatus habitos inter se sine fine amicabili 
sunt divisi. 

De resignacione pacis et vastacione terre Cuyavie. 61 <••> 

Elapso modico temporis spacio* Swantepolcus iterum ingratus beneficio et 
inullipharie gracic, quam eidem in summa necessitate constituto, fratres sepius 
cxhibuerant, occultc homines fralrum spoliavit, quosdam occidil, alios captiva- 
vit b et modis variis perturbavil. Tandem resignans publice paccm, incepit Cri- 
stianos hostiliter persequi, sicut prius, et congregato exercitu valido, Guyaviam 
terram ducis Casiroiri intravit improvise, et vastavit eam incendio et rapina, et 
occisis multis Cristianis, mulicres et parvulos cum aliarum rerum magno spolio 
secum duxit*. 

De expugnacione castri Cristburgk. •»(««). 

Nec dum idem Swantepolcus sacialus sanguine Cristiano, apposuit adbuc 
peccare, ut in iram deum c excelsum denuo provocaret. Invidebat cnim felicitati 
fratrum in eo, quod Castrum Pomesanorum nuper expugnavcranl, et cogitavil, 
quomodo vindicaret. Congregavit igitur omnem potenciam excrcilus sui et nco- 
pbilorum Prussie, et ul premissum est, quia omni dolo plenus fuit, Semper do- 
losc cgit. Unde divisit exercitum suum in duas partes, ut una Castrum ante 
invaderet, altera retro. Processit itaque ipse cum una parte dieli exercitus ad 
anteriorem partem et infirmiorem, et adeo infestus fuit in impugnando, quod 
fratres vix poteranl defendere illam partem. Unde factum est, quod alia pars 
exercitus in posteriori parte sine aliquo defensionis obslaculo Castrum subitilra- 
vit. Sicque isti ante, illi retro ipsos impugnaverunt, i|a ut breviter concludcndo 
ooines fratres cum corum familia in orc gladii trucidarent*. 

De reedificacione castri Cristburgk. ea m 

Ex hoc lamcntabili e von tu fratres et magister graviter perturbati conside- 
rnvenint, quod indomita colla istarum gencium non possent fidei subjupari, nisi 
in medio nacionis ejus d |>crverso haberent Castrum, de quo ipsas quollidie im- 
pugnarent. Convocata iterum multiludinc peregrinorum, que continuc de parti- 
bus Alemanie per predicacionem sanete crucis confluebat, preparalis omnibus, 

Cap. 61. t) tomp. tp. K. twnpor. B. b) di« Wort« qaoodim Mi e»pü>«Ylt fehlen K. C»p. 63. r) do- 
minum B. Cap. 68. d) illiu» R. 

1) Hier dürfte nun an Heinrich von Weida und den schiedsrichterlichen Spruch vom 
33. October iH7, Cod. Pruss. I, n. 71, zu denken »ein. Die Erwähnung von Gefangenen in 
diesem Spniche, aus welchen Lucas de bellis Swantopolci p. 44 und Voipl2,s.77 den Schluss 
zogen, dtiss demselben ein neuer Krieg vorangegangen sei, deutet wohl vielmehr darauf, 
das* es im Jahre zuvor nicht zu einem eigentlichen Frieden, sondern nur zu einem Waffen- 
stillstände gekommen ist. 

4) Diesen Friedensbruch Swantopolk's und dessen Antheil an der Eroberung Christ- 
burfi's (c. 62) kennt das Chron. Oliv, nicht. 

3) Dlugoss I, 708 Ittsst hier noch eine Schlacht zwischen Swantopolk und dem Orden 
bei Golup folgen, dann erst den Einfall in Cujavien (Dnsb. c. 61). Ihm folpen Cromer p. 547 
und Schütz fol. 2t, 25, dessen Darstellung noch manches Willkürliche enthält. Voigt i, 586 
nimmt aus demselben mehrere leichte und grobe Irrthumer auf. 



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86 



PETRl DE DUSBÜRG 



que ad edificacionem castrorum fuerunt necessaria, processerunt ad terra m 
Pomesanie. Immutantes* locum, et non nomen, edificaverunt Castrum Crist- 
burgk in eo loco, in quo permanet usque in presentem diem, ad laudem et glo- 
riam Jesu Cristi, munientes ipsum omnibus, que ad custodiam castrorum fue- 
runt necessaria, relinquentes eciam ibi magnam potenciam armatorum 1 . Postea 
in succcssu temporis locaverunt ibi circa Castrum civitatem, ad quam inhabi- 
tandam confluebat multiludo fidelium, qui pro defensione fidei Crisliane quotti- 
die intrepide res et Corpora b exponebanl. 

« («> De devota vita fratrtm de Cristburgk. 

In hoc castro Cristburgk fuerunt deo devoti et mire abstinencie regularis- 
que observancie sectatores, et cum hoc strenui milites in bello, ita ut vere pos- 
set de ipsis dici, quod in domo monachalem, et in campo vi tarn ducerent mili- 
tarem. Inter hos fratres fuit quidam dictus de Glisbergk'*, qui tanle fuit sanc- 
titatis, quod in die parasceves, dum divinum officium in ecclesia ageretur, et 
more soiito geniculando se inclinaret ad crucem osculandam, imago crucifixi 
lignea clevans se extendit brachia sua*, volcns eum circumdando brachiis am- 
plecti. Quo se idem frater indignum eslimans, ait : non decet te domine, quod 
tarn vilem* peccatorem amplectaris. Fuit eciam* quidam alius frater, qui circa 
cutem suam nudam catena grossa f et ferrea continue usque ad mortem suam 
pro nocturnali cinguio utebatur *. 

•» w De motte Potneranorum plurium et Pruthetwrum. 

Edificato castro Cristburgk turbati sunt insipientcs cordc, neophiti et 
Swantepolcus, et cogitaverunl unanimiter, quomodo ipsum deicerent et dcle- 
rent, impugnacionem modis variis attemptantes. Tandem fccerunt inter se niu- 
tuam conspiracionem, ut simul obsiderent Castrum Cristburgk, ncc« rccederenl 
ab obsidione, quousque 4erre alteri cocquarcnt. Congrcgati igitur h Prutheni 
cum magno cxcrcitu, premiserunl multos armigeros, qui currus et quadrigas 
ducentes victualia et arma custodircnt. Quos prcmissos invaserunt fratres in 
prelio et omnes occiderunt, currus et quadrigas ad Castrum suum deducentes. 
Quo percepto, Prutheni indignati ad propria rcdierunt. Sed Swantepolcus cum 
exercitu suo venit ad Castrum Santirium 5 , ibique castra metatusest, etpremisit 
multos milites et armigeros, qui, ulrum Castrum Cristburgk obsessum esset, 
diligencius explorarent. Quos milites invaserunt eciam ' fratres de Cristburgk, 
et occisis plurihus ex eis, alii fugientes cum clamore valido vcncrunt ad cxer- 
citum domini sui Swantepolci. De quo idem exercitus Pomeranorum tanlum 
lernt us fuit, quod omnes terga verterunt. Quo viso, fratres sequebantur eos, 

et quosdam occiderunt, aliquos 1 ceperunt, reliqui se in Wisela submerserunt 1 , 

i 

») mutante! B. b) ref tt e. intr. B. Cap. 64. e) OUtburfk B. d) tarn ntitan K. e) «t K. 
0 «t frotM K. Cap. 69. f ) *" fehlt K. h) tteqve B. i) et K. X) »Uo* B. 1) die Worte 

1) Christburg wurde 11*7 gegründet, Anna!. Pelpl. und Sarab., vgl. Chron. Oliv. 

2) Sein Tod 1360 wird erwähnt III, c. 85. 
8) Vgl. III, c. 68. 

4) Achniiche Selhstpeinigung wird im Prolog erwähnt, fernere. 131, 146, SS9. 

5) Zantir muss bald darauf in die Hände der Ritter gefallen sein, Urk. vomSeptemb. 4 948 
bei L. David, Bd. 3, Anh. Nr. 6. Auch Granau VIII, 5, g. 3 hat darauf geachtet. 



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CRONICA TERRE PRUSS1E. PARS HI. 87 

sed dux cum paucis navigio vix evasit 1 . Sicque Swantepolcus devictus 8 , quia 
tota virtus exercitus sui fuit enervala, ammodo conquievit. 

. De conßictu in Nattangia, ubi um fratres cum mullis Crislianis fuerunt <w (es* 

occisi. 

Postquatn maledictronis iste filius Swantepolcus opposuit se fralribus, et 
neophitos terre Prussie ad apostasiam ßdei incitasset, non patebat via secura 
nec per terrain nec per aquas ad partes inferiores, nec e converso, nisi in gravi 
multitudine pugnatorum. Unde magisler multos* fratres et armigeros 3 nüsit, 
qui fratres de Elbingo et Balga sibi assumpscrunt, et arniata manu intranles 
terram Nattangie per incendium et rapinam vastaverunt, factaque magna strage 
• Dominum dum recedere vellent, invenerunt omnes vias per hostes occupatas, 
et potenter exilum b prohibentes, sie quod coacti fratres retrocesserunt ad vil- 
lam, que dicitur Crucke*. Quod videntes Prutheni obsederunt eos, ita quod nec 
isti audebant intrare ad eos, nec illi ad istos exire ad pugnam. Tandem cres- 
cente turba Prut bonorum coacti sunt fratres subire bec pacta. Dederunt enim 
fratrem Henricum" dictum Botel marscalcum et tres alios 4 fratres in obsides, 
sicut Prutheni petebant, ut alii capti, salvi tarnen in corpore permanerent. llec 
pacta solum illi deo dilecto fratri Joanni vicecommendatori de Ralga displicue- 
runt, qui consuluil bona fide, ut fralres confisi in domino intrepide exirent ad 
pugnam. Prevalenle ergo consilio aliorum et datis obsidibus, ut dictum est, 
Prutheni rupto federe paeli' irruerunt in alios, et liiii fralres et omnes alios oo- 
ciderunt, anno domini hccxlix". Post hanc cedem quidam vir de Nattangia ^J^^J*** 1 "^* 0 ****' 

Cap. 66. »)Jiuto«K. b)exdtumK. c) H«nr. fr. B. d) «1. er. B. e) facti X. f) L1X H. 

1) Den Sieg der Ordensbrüder bei Christburg kennt das Chron. Oliv, nicht. 

t) Unter Vermittlung des pähstlichen Legaten Jacob von Lüttich vgl. c. 67) kam als- 
bald der Friede zwischen Swantopolk und dem Orden zu Stande. Swantopolk« Verpflich- 
tungsurkunde Cod. Pruss. I, n. 75 ist datirt : actum in insula Fabri feria IV post nativitatem 
Marie 1248 d. h. nicht vom 12. September, wie Voigt 2, S96 und nach ihm Barthold Gesch. 
Pommerns 2, 476 schreibt, sondern, da Nativit. Marie 1248 auf einen Dienstag fallt, vom 
9. September, so dass Swantopolk am 12. September (Urk. mit dem Datum in Culmine sah- 
bato proxirao post nativitatem Marie 1248 bei L. David 8, Anh. Nr. 6) sehr wohl in Culm sein 
konnte. Das Protokoll der Schlussvcrhandlung über den Frieden ist von dorn Legaten Jacob 
feria III post fcslum Clementis '26. November), von dem Vicclandmeistcr Heinrich von Weida 
und Swantopolk feria III ante adventum domini (27. Novemher) 1248 ausgefertigt, Act. Bor. 
2, 714 und Dregcr n. 184. Erst in diesen Tagen wurde Mestwin ausgeliefert. — Auch mit einem 
Theile der Preussen wurde bald darauf, am 7. Februar 1249, zu Christburg ein Vergleich 
geschlossen, Monum. hist. Warm. I, n. 19. Nur die Bewohner von Potnesanien, Ermeland " 
und Natangen Ubernehmen in demselben eine Anzahl von Kirchen zu erbauen, und die aus 
den beiden letzteren Landschaften so wenige, dass man glauben möchte, selbst diese haben 
sich dem Vertrage nur theilweise angeschlossen. Ebendaher konnte Amnestie nur den Po- 
mesaniern zugestanden werden. Die Urkunde ist jedoch so gefasst, dass die übrigen Land- 
schaften dem Frieden auf dieselben Bedingungen leicht beitreten konnten. 

3) Die Brüder von Christburg, Chron. Oliv. 

4) Dorf Krücken bei Kreuzburg, wie schon Hcnnebergcr anführt. 

5) Dasselbe Jahr gehen die Annal. Thor. In den Annal. PelpL, welche 1241 geben, 
scheint der deutsche Laut neun mit ein verwechselt, im Chron. Oliv. XI.VIII statt XLVIIII, 
bei dem Canon. Sanih. LI statt IL verschrieben. L. David 3, 115 setzt die Schlacht, aus einer 
Bemerkung der Hochmcistcrchronik (wo die Schlacht gar nicht erwähnt wird) unvorsichtig 
folgernd, in das Jahr 1247. Voigt 2, 614, Anm. 1 glaubt mit Rücksicht auf die miss\f rstan- 
dcMie Friedensurkundo von 1249 die Schlacht auf 1248 zurückschieben zu müssen. Das Ta- 
gesdatura der Schlacht in vigilia s. Andreac (30. November) überliefern die Annal. Thor, und 
Pelpl. Es ist auch von Grünau VIII, 11, g. 2 — für die nächste Schlacht, welche er darauf 
erzählt, verwandt! Die Schlacht bei »Pokarwis jetzund Krokeyn« setzt Grünau VIII, 11, §. 1 
in spülerc Zeit! Nach seiner Erzählung gewahrte der Prcusse Thyrwaydo den Rittern gegen 
Stellung von Geisscln freien Abzug, aber Montnygo (Monte) übcrliel und erschlug sie ! Die 
erstere Vorstellung halt auch noch Voigt 2, 613 fest. 



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PETRl DE DUSBLTIG 



caput fratris Joannis vicccommcndatoris predicti fixit in lanccam et elevans in 
altum, ait: si tuo sano consilio acquievissent fratres tui, occisi utique non fuis- 
sent. Intcr istos quidam frater sie" martirium fuit passus k , Prutheni ligaverunl 
eum vivum per manus ad arborein, et excisum umbilicum venlris sui, cui ad- 
hcrebat viscus, affixerunt arbori, quo facto plagis multis compulerunt eum ut 
cireuiret arborem quousque omnia visecra ipsius* arbori adheserunt, et sie in 
confessione vere fidei reddens deo spiritum expiravit. Volve et revolve omnia 
scripta marlirologii d , non occurret tibi lale genus martirii. Nec Tarquinius su- 
perbus primus inventor omnium formentorum genus hujusmodi invenit. Unde 
patet, quod fuit insolitum et a seculo inaudilum. Ecce quomodo conclusit do- 
minus in gladio populum suum , effuderunt enim gentes sanguinem ipsorum 
tanquam ' aquam in cireuitu terre, et non erat, qui sepiliret, sed carnes eorum 
terre bestiis reliquerunt. Usque quo, domine, irasceris? In finem miserere no— 
stri, domine, miserere noslri, ut ulcio sanguinis servorum tuorum, qui effusus 
est, introeat in conspectu tuo. Effunde iram tuam in gentes, que te non nove- 
runt, et in regna, que nomen tuum non invoeaverunt et propter gloriam nomi- 
nis tui propicius esto nobis, ne forte dicant gentes, ubi est deus eorum? 

(W > De peregrinis et pace reddita terre Prussie. 

ilec plaga magna dei facta in fratribus et populo, ad au res prineipum Ale- 
manie pervenit et commovil cos ad compassionem. Unde factum est, quod ipse 
Cristus, qui percutit et sanat, letigit graria sui Spiritus quorundam prineipum 
micorda, videlicct marchionis de Brandenburgk 1 , qui anno domini mccli, et epis- 
i2S2copi de Mersburgk*, et comitis' Henrici de Schwarzburgk ,, , qui anno ejusdem 
sequenti intraverunt terram Prussie cum multitudine armatomm, quorum sin- 
guli terminos dictorum aposlalarum potenter pertransiverunt, incendio et ra— 
pina destruendo, occidendo et rapirndo, quousque omnino deficerent, nec ultra 
possent aliqualiter respirare. Ex lunc Pomcsani, Pogcsani h , Warmienses, Nat— 
tangi et Barthi, ordinante domino Jesu Cristo, in cujus manu sunt omnes pote— 
states et omnium jura regnorum, reversi sunt ad fidem, et fratrum imperio datis 
obsidibus se Herum subdiderunt. Eodem tempore et eadem causa Swantepol- 
cus dux Pomeranie, fatigalus* laboribus et expensis, nec Valens ultra resistere 
fratribus , composicionem , quam fecit Jacobus archidiaconus Leodiensis , qui 

>) rie fohlt K. b) p. f. B. t) rite. ip*. omn. B. d) tnartilofii K. B. J. martyroJofii T. H. e) ri- 
cut B. C»p. 07. f) t cowiü« et comlU K. f ) Sicvzburgk K. SiUnburfk B. SchwuUburf D. J. T. 
b) Pogeuni fehlt H. i) f»tig»ttu tot Sw«nt. K. 

4) Nach der Urkunde vom 10. Januar 1249 bei Baczko Preuss. Gesch. 1, 259 vermiUelte 
Otto Markgraf zu Brandenburg zugleich mit dreien preußischen Bischofen zwischen dem 
Erzbischof Albert uud dem Orden. Man darf wohl annehmen, dass dies inPreussen geschah, 
wenn auch der Ort der Verhandlung in der Urkunde nicht angegeben ist. (Am 4 8. April 12(9 
waren die Markgrafen Otto und Johann zu Arneburg, Riedel cod. dipl. Brandenb. II, Bd. 15, 
S. 11). Nach dem Chron. Oliv, war 1450, nach Dusburg 1251 wieder ein Markgraf von Bran- 
denburg in Prcussen. Kein Haus betheiligte sich lebhafter an den Kreuzfahrten nach Prcus- 
sen als das Brandenburgische. Wir linden in Preussen den Markgrafen Otto 1254, Dusb. c. 
71, Johann 1255, c. 77, und wieder Otto 1266, c. 125, 127 und noch etwas spatere. 131. 

2) Der Bischof von Merseburg und der Graf von Schwarzburg waren nach dem Cbron. 
Oliv. 1251 inPreussen. Bischof von Merseburg war von 1244 — 1265 Heinrich I., Chron. 
episc. Merseburg. (-*.1319J bei Pcrtz Script. X, p. 191, wo aber die Kreuzfahrt nicht er- 
wähnt wird. 

.1) Wahrscheinlich' derselbe, welcher mit dem Grafen Günther von Schwarzburg zu- 
gleich von Rudolph Schenk von Varila 1248 gefangen wurde, Chron. Sampctr. bei Menckcn 
3, 262. 



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CR0N1CA TERRE PRÜSSIE. PARS HI. 



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postea fuit Urbanus papa im, inier eum et fratres, servavit ratam nsque in 
finem vite suo. Sicque a die, qua inoepit bellum Swantepolci, fuit anno unde-iiw 
cirno tcrminatum, et terra Prussie in pace quievit'. 

De hello fratrum contra SatnbiUu. " 68 < 67 > 

De vasiacione territorii Girmow. 

Multa bclla 2 gcsla sunt contra gentem Sambilarum, que singulariler enu- 
merare nimis longum esset, tarnen aliqua sunl poncnda. Fralor Hcnricus diclus 
Stango, commendator de Cristburgk, cum exercitu magno de magistri mandnto 
proccssit ad bellum contra Sambiam, et inlravil circa locum, ubi nunc situm 
est Castrum Lochstete*, tempore hyemali, vastando por incendium et rapinam 
ex utraquc parte usque ad villam Girmow*, occisis et capli« multis hominibus, 
ubi occurrcrunl eis Sambite armala manu. Quibus sc opposuit idcm commen- 
dator, quasi Ico intrepidus, et ut retardaret cos, quousquc exercilus suus posset 
rccedero ad tutum locum, lanceis suis plures vulneravit. Tandem circumvcne- 

Cap. 68. ») So nach dem Index K. ; tonet de bello tembiUnm. 



1) Du Dusburg den Anfang des Krieges 1242 c. 31 und die Dauer desgelben, 11 Jahre, 
c. 67 ausdrücklich nngiebt, so ist das Endo, nämlich 1253 unzweifelhaft. Dilsburg' s Aus- 
druck ist gegen das Ende des Capitcls etwas geschraubt (Ähnlich aber, wie es scheint, der 
gemeinschaftlichen Urschrift weniger entsprechend die Wendung des Chron. Oliv.), Dus- 
burg sagt, dass seit der Zeit, in welcher sich die Preussen unterwarfen, auch der zwischen 
Swnntopolk und dem Orden (um 26. November 1248] geschlossene Friede, welchen Jacob 
[von Lüttichj zu Stande gebracht hatte, nicht mehr gestört wurde [er war aber in den Jah- 
ren 1252 und 1253 wirklich noch einmal gestört, wie sowohl die Urkunden bei L. David 3, 
Anh. Nr. 10, 13, 13 zeigen, als auch eine Notiz des Chron. Oliv, ad a. 12521, und dass also 
damals nach elfjähriger Dauer der von Swanlopolk [dem Verbündelen der Preussen] veran- 
lasste Krieg als völlig beendet zu betrachten war. Die entgegenstehcnden-Auffassungcn von 
L. David 3, 130 f. und Voigt 2, 611 f., welche das Ende des Krieges mit Preussen In das Jahr 
12(9 setzen, und die dem Frieden zunächst vorangehenden Ereignisse dem entsprechend 
nach Gutdünken zusammenrücken, sind beleuchtet in der Gesch. der preuss. Hisloriogr. 
S. 284 f. — Wahrend der deutsche Orden mit der Wiederunterwerfung der Preussen vollauf 
beschäftigt war, hätte der Grossfürst Daniel von Halicz im Bunde mit den Masovischen Für- 
sten die Jadwingcr (Sudauer) und andere benachbarte preussische Stumme mit Erfolg be- 
kämpft. Russische Chroniken erwähnen einen Heerzug desselben noch vor Herzog Conrad's 
Tode (•}• 1247 — eine polnische Urkunde erwähnt »inen glücklichen Kampf gegen die Jad- 
winger im Jahre 1241 R. et M. cod. Pol. Ii, n. 28 — ), bald nach seines Sohnes Boleslaw*s 
Tode (f 1248) und besonders erfolgreiche in den Jahren 1252 (über den Lyckfluss bis an die 
Grenzen von Darthen), 1253 {bis Raygrod) und 1251 (bis in die Gegenden der Prcgelquellen). 
Sjögren, leber die Wohnsitze der Jatwttgcn. St. Petersburg 1858. 8. 10, 11, 15, 23, 25. 
Sie hatten den Erfolg, dass die Jadwinger (Jatwägcn) an Daniel Tribut zahlten, lind die pol- 
nischen Fürsten, auch Casimir von Cujavien und Bolcslav \on Krakau Versuche machtcu, in 
den unterworfenen Gebieten sich ebenfalls auszubreiten (Raynald 1253, n. 25) ; man gedachte 
für jene Gegenden ein eigenes Bisthum in Luckow oder Lyckow (Lyck) zu gründen (Raynald 
1254, n. 26). Der Orden beeilte sich deshalb den Besitz von Gross-Barthen und Galinden, 
welche wahrscheinlich auch schon 1253 unterwürfen waren, sich durch den Pabst aus- 
drücklich zusichern zu lassen (Bulle vom 10. .Mai 1254, Cod. Pruss. I, n. 96). Dem Grossfür- 
sten Daniel und dem Herzog Ziemowit von Masovien überliess er in dem Bundesvcrtrage zu 
Rnezans 1254 ein Drittel des Jadwingerlandes (R. et M. cod Pol. III, n. 30, jedem wio es 
scheint ein Sechstel, vgl. cod. Pruss. I, n. 129). Casimir entsapte seinen Ansprüchen auf Ga- 
linden und das Jadwiugerland nach schiedsrichterlicher Entscheidung 1255, Cod. Pruss. I, 
n. 102, vgl. Geogr. S. 79. - Einen Einfall der Preussen in Polen im Jahre 1246 erwähnt das 
Chron. Polon. in den Beitragen zur slavischen Philologie und Geschichte 2, 150. 

2) Nachdem der Orden schon am 31. Januar 1242 den Lübeckern einen Thcil des zu er- 
obernden Samlandes versprochen, und am 10. Miirz 1246 eine neue Verabredung mit ihnen 
getroffen hatte (Voigt 3, 627 und Cod. Pruss. F, n. 66), kam eine l'iiternehinung einiger Or- 
densbrüder aus Livland und einiger Lübecker j:cgcn Samlaud zu Stande, deren Erfolg gün- 

-stig war. Eine Anzahl von Gefangenen wurde nach Lübeck gebracht und dort getauft nach 
dem Attest vom 14. October 1246, Cod. Pruss. I, n. 69. 

8) Nahe bei dem spater erbauten Fischausen. 

4) Kirchdorf im westlichen Samland. 



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90 PBTRI DB DÜSBURG 

runt cum Prulheni dolose, et plagis pluribus impositis de equo dejecerunt. 
Quod videns freier Hermannus germanus dicti commendatoris, commota fuerunt 
viscera ejus stiper fralre suo. Non Valens tarn injuriosam mortem ipsius susti- 
nere, accessit ad bellum, et post longam defensionem, in qua plures letaliter 
vulneravit, ambo mortui ceciderunt ; alii fratres cum exercitu suo evaserunt. 

«« («8> De quodam miraculo. 

De islo fratre Uenrico Stangone commendatore de Cristburgk refertur in— 
dubilantcr, quod dum ipse in capella flexis genibus ante altare rogaret deum, 
ut ostenderet ei aliquo signo, si ejus graciam meruisset, crucifixus ligneus, co- 
ram quo oravit, extendit brachium suum, et cruce signando ipsum benedixit, 
quo signo viso contentus recessit. Hoc vidit et publicavit frater Heindricus* 
ejusdem castri sacerdos, qui tunc orando in quodam Capelle angulo la titabat. 

»• ( fl9 > De prenosticacione evenlus belli Sambilarum. 

Sambite post edificacionem castri de Balga curiosius exquirentes fratrum 
condicionem et statum volentes plenius expcriri, miserunt unum de scnioribus 
suis versus Balgam, quem fratres cognita causa itineris sui gralanter suscepe- 
runt, pmnia facta sua in refectorio, dormitorio et ecclesia ei ostendentes. Qui 
cum haberet plenam de statu fratrum noticiam, reversus ad Sambitas ait: sci- 
tole, quod fratres sunt homines sicut ot nos ; habent laxos et molles ventres, 
sicut nos videlis habere ; in armis, cibis, et aliis satis conveniunt nobiscum, scd 
in hoc differunt a nobis ; habent enim unum opus in consueludine, quod sine 
dubio destruet nos. Ipsi singulis noelibus surgunt de stratu suo, et conveniunt 
in oratorio, et in die pluries, et exhibent reverenciam deo suo, quod nos non 
faeimus. Unde in hello nos sine hesitacione aliqua superabunt. Et quia iste vi- 
dit fratres comedenles caules, quibus Pruthcni non utebantur, credidit, esse 
germina, unde addidit : et ipsi eciam comedunt gramina 1 *, sicut equus et rou- 
lus; quis posset talibus resistere, qui in solitudine sine labore inveniunt ci- 
bum suum ? 

7t cd De subjugacione Sambiiarum. 

Reversis ad fidei unitatem gentibus supradictis, restabant adbuc Sambite, 
mi ad quoruiu subjugacionem Cristus anno incarnacionis sue hccliiii 1 misit Otha- 
rarum r regem Bohemie, virum utique deo 'devotum, et exercitatum in armis, 
Ottonem marchionera de Brandcnburgk , qui in itinerc hujus peregrinacionis 
marscalcus ejus fuit, ducem Austrie, marchionem Moravie 1 , Henricum" episco- 

Cap. 6». a) Heindricn« K. B«nrieui B. Uelmrico* T. Heinrich J. Cap. 70. b) gmiia& K. Cap. 71. 
c) Othachtrura K. Ottocarum D. 

4) Ottokartrat seinen Zug am 4 4. Deccmher 1 334 an, feierte Weihnachten in Breslau, 
woOUo von Brandenburg zu ihm slicss, und erreichte auf dem Rückwege am 6. Februar 1253 
Troppau, vgl. die Annal. Ottocar. im Anhang 5. Letzte Urkunde Ottokar's vor dem Zuge vorn 
44. November, zu Krems gegeben, bei Boehmer Rcgestcn S. 43t. Letzte Urkunde Otto'« vor 
dem Zuge, vom 4 3. Oclobcr 4254, gegeben zu Seiescre (Ziesar) im Brandenburgischen, bei 
Riedel cod. Brand. II, Bd. 8, S. 462. 

2) Dusburg und der Chronist von Oliva wissen nicht, dass Ottocar von Böhmen selbst 
Herzog von Oeslreich und Mahren ist Auch der Hochmeister Poppo von Osterna war wah- 
rend dieses Kmizzugcs in Prcussen anwesend, Cod. Pruss. I, n. 4 02, 4 47, aber nicht, wie 
Voigt 3, 78 sagt, Dietrich von Chiningen; denn am 48. Januar 1255 erscheint Burchard von 
Hornhausen, als Vicelandmeister, Voigt 3, 89, Anm. 2. Dietrich von Grüningen begegnet 
uns als Landmeister erst im Mai 4255, Monum. bist. Warm. I, n. 36. 

3) Die Namen Heinrich und Hcidenrcich werden oft verwechselt, vgl. c. 69. 



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CRONICA TERRE PROSSIE. PARS III. 



91 



pum Golmensen*, Anselmum 1 episcopum Warmiensem, et episcopum Olmacen- 
sein, cum ingenti multitudine peregrinorum, et de Saxonia, Tburingia, Misna, 
Austria et Reno, et aliis Alemanie partibus barones, milites et nobiics, quorum 
an im us accensus fuit ad vindicandam injuriam domini crucifixi. Tanta fuit mul- 
titudo hujus exercitus, quod excedebat numerum lx miliuin pugnatorum ; cur- 
ruum et quadrigarum, ducencium arma et victualia, numerum non audivi. Ve~ 
nit itaque exercitus iste tempore byemali in Elbingum, et negocium fidei, quod 
deus in sui providencia disposuit ad salutem, inimicus humani generis diabolus 
voluit impedire; ordinavit enim quod inter unuin virum de Saxonia et alterum 
de Austria in quodam molendino tanta fuit orta altcrcacio, quis eorura primus 
deberet molere, quod non solum militares ot communis populus', verum eciam 
rex et alii principes arma ad pugnanduni d induissenl, sed vir dei Olmaccnsis 
episcopus, pacis amator, hujusmodi dissensionis materiam amputavit, et pacem 
prislinam reformavit. Facta ergo concordia, rex Bohemie prccessit exercilum 
suum usque ad Castrum Balge , ubi ex ordinacione fratrum invenit quendam 
scnem virum, dictum Gedune, patrem Wissegaudi de Medenow, de gentc illo- 
rum, qui dicunturCandeym' 1 , qui omnem virtutem bellatonim de Sambia pleno 
novit. A quo dum rex quereret, visa prima parte exercitus modica, utrum cum 
tot armatis aliquid posset agere, respondit, quod non. Deinde supervenit ex- 
ercitus duplo major, quo viso respondit ut prius; tercio venit exercitus in triplo 
major, nec adhuc suffecit ei; landein supervenit tota residua pars exercitus, qui 
operuit glaciem, sicut locuste operiunt terrarn', et dum rex quereret, utrum ali- 
quid posset agerc in terra Sambie cum tanto exercitu, respondit : sufficit, vade 
qiiocunquc tibi placet, et .quod 8 volueris, impetrabis. Hoc facto rex dedit ei 
vexilla sua, ut figeret ea super predia et habitaciones suas etparentum suorum, 
et viso signo regis nullus eum molcstarct. Ipse vero nimis tardabat, nesciens 
quam impetuosi essent Theutonici in bello, unde dum rediret ad propria, inve- 
nit suam et suorum habitaciones exustas, familias suas et suorum et fratrem 
suum, dictum Ringelum, et omnes de suo sanguine 1 * interfectos. Intravit itaque 
rex Sambiam cum exercitu suo circa territorium, dictum Medenow, et exustis 
omnibus, que igne consumi poterant, captisque et occisis multis hominibus, 
ibidem pernoctavit. Scquenli die venit ad lerrilorium Rudowie, et Castrum ibi- 
dem* potenter expugnavit, tanlaque facta fuit* ibi strages in populo Sambita- 
rum, ul nobiics obferrent regi obsides, supplicantes, ut eos ad graciam k susci- 
pere dignaretur, et tolum populum non deleret. Posthec venit ad territoria 
Quedenow, Waldow, Caym, et Tapiow, et nc lantam stragem faceret in eis si- 
cut in aliis, optulerunt singuli filios suos in obsides, oblfgantes se sub pena ca- 
pitum suorum mandatis fidei et fratrum humiliter obedire. Hiis omnibus rite 
peractis, rex obsides 1 predictos fratribus assignavit, procedens usque ad mon- 
tem, in quo nunc situm est Castrum Kunigsbergk", consulens fratribus, ut ibi 

*) CeloniraMm ! T. U. b) Den Anfang.buch.tnb«» \ hat K. D. aber nicht B. Anahrlmt» 1. e) Di« 
Worte quod bi» popultt* fehlen K. d) pugnam K. e) Oandeym B. R. D. f) Ict. op. B. g) quid R. 
b) »no sang. B. D. tang . »uo K. i) (acta fuit K. D. fuit facta B. k) mm ad g. K. D. ad g. tot B. 

1) otw. Uloa pr. B. m) Ei wechseln Kunig»-, Kunigea-, Kunnigi-bergk aneh -pergk. 

I) Ueber dies Geschlecht vorgleicho Mülverstedt in den N. Preuss. Pr. BI. 1855, Bd. I, 
S. J80. 

i) Also doch wohl die Burg Rudau. Es kann dagegen nichts verschlagen, wenn gelegent- 
lich in einer Vcrschrcibung in der Nähe von Rudau auch eine Burg Nogym|itcn erwühnt 
wird. Zu Voigts, 88. 



92 



I'KTRI DE DUSBlMi 



• Castrum pro defensione fidei instaurarent, relinquens ipsis magnifica et regia 
dona in subsidium edificü ejus. Consummato ergo peregrinacionis sue labore, 
reversus est rex ad regnum suum sine magno prejudicio gentis sue *. 

Ts ei) De edificacione castri Kunigsbergk vel TuwmgtteS 

Post recessum domini regis de Bohemia, magister et fralres preparabant ea 
successive, que ad edificacionem fuerunt neeessaria, et assumptis sibi fidetibus 
1245 suis Pruthenis cum magno exercilu venerunt anno domini jicclv, et in eo loco, 
qui nunc dicitur Castrum antiquum, edificaverunl Castrum Kunigsbergk *, vo- 
cantes illud ob reverenciam regis de Bobemia Castrum regis (apud Pruthenos di- 
citur Tuwangste a nomine silve, que fuit in diclo loco), relinquentes k ibi fratrem 
Burgarduni c de Hörnhusen* pro commendatore cum multis fratribus et armige- 
ris. Postea translatum fuit hoc Castrum ad eum locum, ubi nunc est situm in 
eodem monte, et duobus muris et ix turribus lapideis est vallalum*. 

*s (72) De vastacione terre Sambie et edificacione castri Wilow.* 

12&5 Eodem anno , quo Kunigsbergk fuit edificalum , Nadrowite, Scalowile et 
Sudowite gentcs vicine indignate ex hoc, quod Sambite se fidei et fratribus sub- 
didisscnt (timebant enim, quod ipsi per eos deberent eciam fidei subjugari, si- 
cut rei cventus postea comprobavit) , unde congregata magna exercitus sui po- 

Cap. TS. >) Towanfrt« K. B. Toir»p«te D. b) ediftoarit . . . rclinqueo« B. o) AorckMtiiun D. 
C«p. 73. d) Buweilen WiUw. 

1) Die, wichtigste Ergänzung zur Geschichte dieses Kreuzzuges geben die Annales Ot- 
tocariani; aus denselben schöpfte Pulkava hist. Bohem., dessen Zusätze in werthlosen zum 
Thejl verfehlten Coinbinationcn bestehen. Ihm ganz nahe steht Anonymi chron. Bohem. 
(vgl. Beilage 5). Duhravius (-{■ 1553) in seiner historiu Qohcmica behandelt die Geschichte 
dieses Kreuzzuges in spielend phantastischer Weise. Die Ostreichischen Chronisten und 
Hermann von Altaich (s. Beilage 6) erwähnen Oltokar's Kreuzfahrt nur kurz aber in über- 
schwenglichen Ausdrucken. Einige hiehvr gehörige Urkunden führt Voigt 3, 63 und 87 aus 
dem Anzeigehlatt zu den Wiener Jahrbüchern 1823, Nr. XXII an. — Grünau VIII, c. 5 und 6 
setzt die Kreuzfahrt Otlokar's um 1248! Mit Ottokar zugleich waren Drusiger (s. o.), Friedrich 
von Meissen, Tielemann von Thüringen (!) und mehrere polnische Fürsten in Preussen I 01- 
tokar wird in Elbing 8 Tage von Maydlo aufgehalten, Gerold von Dometen hat den Streit in 
der Muhle, Bruno gründet Braunsberg ; die Herren »gewannen das ganze Land; sie ver- 
störten Rikayot, und verbrannten die Abgötter mit der Eiche ; den Kirwayt Mangelo hieben 
sie in Stücken ; nach welchem halten sie das ganze Land, Balga ausgenommen.« Endlich er- 
bauten sie Brandenburg, Königsberg, Kreuzburg, Lüneburg. (Von Dusburg's Nachrichten 
über den Kreuzzug verbraucht Grünau die über die BefragungGcdune's für einen Kreuzzug 
Herzog Olto's von Braunschweig um 1258, VIII, 13, g. 1). Es scheint, dass Grünau hier aus- 
ser Dusburg auch die von ihm vielfach ausgebeutete Schrift Plastwig's de episcopis War- 
miensibus (über die Erbauung von Breunsberg durch Bruno, vgl. zu c. 1*0) und die Anna- 
len von Thorn, wo die Gründung von Kreuzburg um 1253 vorkommt, benutzt habe. Aber 
die Darstellung im Ganzen ist nicht ein Hanr breit besser, als andere Darstellungen dieses 
Chronisten, und wird auch dadurch nicht besser, dass vieles daraus in L. David 4, 5 und 
Schütz fol. 27 übergegangen ist. Voigt 3, 5t f., 81 f. hat theils aus Dubravius, theils aus L. 
David und Schütz (den er durch die ganz verfehlte kritische Note S. 81 zu heben sucht) 
manche nichtige Fabeleien, namentlich auch über den Kreuzzug Heinrichs (statt Friedrichs] 
von Meissen 1253, über die Zerstörung von Romowe in Samland etc. mit aufgenommen. 
Dass Graf Rudolph von Habsburg an der Kreuzfahrt Theil genommen habe, wie Gerbert in 
seinen fasti vor den Epist. Rudolphi p. 29, Müller, Schweizergcschichte 1, 500 und noch 
Voigt 3, 77 glauben, ist eine nach dem Ausdrucke Böhmer';» Regest. Addit. 2, S. 432 »gänz- 
lich aus der Luft gegriffene« Angabe. Den Anlass zu derselben scheint ein Wort Grunau's in 
dem Eicurse VI, 6, g. 2 gegeben zu haben: «Rudolphus war etwan sein (Ottokar' s) Mar- 
schall gewesen.« 

2) Die Erbauung Königsbergs im Jahre 1255 erwähnen auch die Anna). Pelpl. Sumb. 
und Thor. 

3) Er kommt schon in einer Urkundo vom 10. Marz 1254 bei L. David 3, Anhang S. 29 
als Sambie commendator vor. 

4) Vgl. Geogr. S. 130 und 213. 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 93 

tencia, terram Sambie rapina et incendio transiverunl', captis hominibus plu- 
ribus el occisis, et dum rccederent, placuil eis, ut Castrum Wilow edificarent, 
ne improvisus et facilis aditus in terram Nadrowie pateret amodo fralribus et 
Sambitis. Unde edificalo Castro predicto, relictisque ibi Tirskone* et filio suo 
Maudelo* cum multis armigeris, ad propria sunt reversi. Sed ecce mira dei pro- 
videncia, que in sui disposicione non fallitur; ordinavit, quod ea, queNadrowite 
tunc sibi fecerant in prosidium, postea fuerunt eis facta in magnum laqueum et 
ruinam. Teligerat enim deus corda dictorum Tirskonis capitanei dicti caslri et 
virorum, qui cum eo fuerunt, ut relicta ydololatria, se ad Cristi fidem converte- 
rent et fratres, et facti sunt strenui pugiles ßdei Cristiane. 

De hello contra terram de Wohenstorph* et expugnacione caslri Capostete. t* in) 

Et quia idem Tirsko plenam habuit noticiam vie ad terras vicinas, ideirco 
coramendator de Kunigsbergk cum exercitu Sambitarum, diclo Tirskone duetore, 
intravit terram Wohenslorph improvise, el applicalis scalis ad menia, ordina- 
lisque modo debito, que ad impugnacionem sunt necessaria, Castrum Capostete 
violenter expugnavit, et in eitlerem redegit, captis d et occisis in diclo caslro el 
territorio ipsius pluribus hominibus loloque territorio rapina et incendio de- 
vastato*. 

De expugnaäone aliorum castrorum, et subjectione terre Wohenstorph. i» <ru 

Sequenti anno idem coramendator de Kunigsbergk validum exercilum ite— me 
rum congregavit, et ad dictam terram Wohenstorph est profeelus, caslraque 
metati sunt in obsidione castri Ochtolite, et modo supradicto ipsum expugnan- 
tes, captis ibi pluribus hominibus et in ipsius territorio et occisis, funditus com- 
busserunt. Castrenses aulem de tribus aliis caslris, sei licet Unsalrapis, Gun- 
dow et Angetete, videntes, quod dominus pugnaret pro fralribus, el non possent 
eis amplius in bello resistere, dederunt obsides el colla sua fidei Cristiane el 
fralribus humiliter f subjeecrunt 2 . 

De vaslacione ctijusdam partis Nattangie. 7s 

Cum litis viris de Wohenslorph et aliis, quos habere poterat idem commen- 
dalor, congregavit exercitum, et intravit quoddam confinium terre Nattangie, 
quod cum aliis pacem ultimo factam noluit aeeeptare, et per rnpinam et incen- 

») Tinko Codd. Kirtko Chron. Oliv. b) Muidelo II. Maudelc J. Mtydolo K. Cftp. 74. e) Wohemiorph 
B. D. Wobenidorf K. d) eapti* B. »fl. D. capUaqu« K. e) rc«<Mit fügte T. H. hlntu. Cap. 7fi. 
f) btunllltor fehlt B. 

4) Von einem Aufstande der Samen um diese Zeit und einer Belagerung Memel's erzahlt 
ausführlich die livllindische Reimchronik Script, rerum Livon. 4, 587 ff. Auf denselben 
scheint schon die pabstliche Bulle von 4 255 (ohne Tagesdalum; hei Reynald n. 64 hinzudeu- 
ten. Als beendet wird er erwähnt in der Urkunde vom Juni 4850, Cod. Pruss. I, n. 4 03, vgl. 
n. 4 4*, 4 4 7. — Sjögren, Uber die Jatwagen S. 54 ff. rückt den Einfall der LiUhauer und 
Preussen in Masovien und in das Ordensgebiet, welchen Boguphalus p. 73 beim Jahre 4260 
erwähnt, in das Jahr 4235 und bringt ihn so mit der Erbauung von Welan in Verbindung. 
Allein seine Hauptstutze Kojalovitz ist viel zu schwach, diese Hypothese zu begründen. 

2) Vgl. das Chron. Oliv., dessen Uebereinstimmung mit Dusburg hier endet. Dusburgs 
geographische Kenntnis« erscheint hier unzuverlässig. Unsotrapis ist wahrscheinlich die 
Grundform von Wohnsdorf, Wohnsdorf scheint ober schon in heidnischen Zeiten den Namen 
Ochtolite oder Auctolite (jetzt Augklitten) gehabt zu haben. Angelcte dürfte wieder aus Au- 
gelete verdorben, also derselbe Namen sein. Ein Dorf Gundau westlich von der Alle giebt 
es noch. Capostete Ist nicht nachzuweisen, Geogr. S. 23. Wunstorpe kommt auch in 
Deutschland vor. Gruber. Chron. Liv. vet. p. 206 f. 



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94 PETRI DE DUSBURG 

dium vastavil. Capilaneum dicti confinii dictum Goducke cum duobus filiis et 
multis aiiis occidit, uxorem ejus et lotam familiam cum mulieribus et parvulis 
cum preda alia deduxit. 

77 (76) De adventu marchionis Brandenburgensis. 

i2w Hoc anno scilicet domini mcclt 1 dominus Joannes raarchio Brandenburgen- 
sis vir in armis exercicio et experiencia sußicienter inslructus, cum mulla mi- 
licia et armatorum apparalu venit ad lerram Prussie tempore hyemali, sed quia 
hyems fuil tepida, ad hostes 6dei vicinos transire non potuit. Sunt enim inter- 
medie paludes et alia viarum discrimimi, que non nisi in intensissimo gelu in- 
durantur, et eis sie non induratis, non palet transitus ad eos. Unde necessitale 
cogente rediit ad patriam, et pro voluntate meritum facti reeepit, licet opus vo- 
lilum" non complevit. 

78 (77) De fratre Gerardo magisiro Prussie, 

Fratcr Gerardus de Hirczbergk b magister terre Prussie im prefuit u annis 2 . 
Hic post multa, que fecit bona in terra Prussie, reversus in Alemaniam faclusque 
magister terre Theutonie, ibique mortuus est et sepultus. 

79 ('s) De laudabili vila cujusdam fratris de Kunigsbergk. 

Hoc tempore in convenlu fratrum de castro Kuhigsbergk fuil frater Her- 
mannus diclusSarracenus*, natus deSwevia, qui cum adhuc esset secularis tan- 
tum dilexil beatam virginem Mari am, ut nulli petenti in nomine ipsius aliquid 
denegarel. Unde accidit, quod dum quidam miles captus ab eo in bello artare— 
tur, ut aut certam summam pecunie c , quam solvere non poterat, daret, aut ca- 
pitalem sentenciam* subiret, instnictus per quendam, rogavit euni diclus miles, 
ut ob reverenciam beate virginis Marie' parceret ei, qua r prece audita, stalim 
sine omni exaelione absolvit eum. 

s«(7S) Item de eodetn. 

Hic frater Hermannus cum jam receplus esset ad ordinem domus Theutc— 
nice, et iret ad locum, ubi vesliendus fuit, invenit in quodam campo multam 

Cap. 77. a) Tolitn K. rotntun B. volunUti* T. volitam U. Cap. 78. b) tUrtiberf K. Cap. 79. c) i. 
p. e. B. 4) •entenciam B. lummim K. T. e) b. M. r. B. f) qui B. 

4) Hier greift Dusburg wieder zurück ; c. 75 hat er durch sequonti anno schon 4 256 be- 
zeichnet. 

2) Den Landmeister Dietrich von Grüningen hat Dusburg ganz übergangen. Gerhard 
erscheint in Urkunden als Landmeister oder Vicelandmeister etwa 2 Jahre lang, 4257—4 25», 
Hlstoriogr. S. 286. Diese Jahreszahlen passen Tür Dusburg's Darstellung, Sötern er schon 
vorher c. 75, 76 Begebenheiten des Jahres 4 256 erzählt hat, und auch Hartmanns Aratsver- 
wnltung c. 82 sich richtig unschliesst. Zwischen dein zuletzt erwähnten (c. 57) und diesem 
Landmeister lässt Dusburg eine Lücke von 2 Jahren. — Seit der Unterwerfung von Wohns- 
dorf scheint der Orden seine Waffen besonders gegen die Jadwinger gewendet zu haben. 
Hierauf deutet der erneute Streit desselben mit den Herzogen Casimir von Cujavien und 
Boleslaus von Krakau über den Besitz des Jadwingerlandes vom Jahre 4256 bis zum Frieden 
vom 4. August 4257, Voigt 3, III f. Rtlpell, 4, 530 f., ferner die in einer späteren Urkunde 
(von 4263, Cod. Pruss. I, n. 4 45, p. 4 59} niedergelegte Klage des Ordens, dass durch Herzog 
Casimir der Gewinn von Lyckow (Lyck) hintertrieben, und zwei Züge gegen die Jadwinger 
durch sein Dazwischentreten gehindert waren, endlich die namentliche Erwähnung der Jad- 
winger neben den Litthauern in zahlreichen Kreuzbullcn des Jahres 4 257, vom 5. Januar und 
vom 6. 7. 8. August bei Raynald, n. 22, Hennig de rebus Jazyg. 66, 67, Napiersky Index I, 
n. 4 39 und 4 43. Vgl. Sjögren S. 64 ff. Auch diese Dinge übergeht Dusburg. 

3) Seinen Tod in der Schlacht bei Durbeu 4 260 erzählt Dusburg III, c. 87. 



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CRONICA TERRB PRDSSIB. PARS III. 95 

miliciam in hastiludio congregatam, quorum unus jam paratus in aquo et artnis 
preconizari jussit, si aliquis esset, qui eum invadere auderet pro equo et armis 
et reverencia virginis sue. Quo audito frater Ilermannus de virgine sua Maria, 
cui se serviturum promisit, confisus, accessit ad ipsum, et in primo congressu 
dejecit ad terram, et equum et arma pauperibus erogavit. 

Item de eodem. si (78) 

Cum isto fratre tlerraanno jam professo in ordine et proficiente mirabiliter 
de virtute in virtutem, beata virgo Maria sepius secrete et familiariter loqueba- 
tur, et accidit quodam tempore, dum beata virgo ei turbalo vullu appareret, et 
ipse tristicie causam diligencius investigaret, ipsa respondil : hoc movet me ad 
lurbacionem, quod dilecti filii mei, fralres tui, de domo Theutonica non referc- 
bant quondam in collacionibus suis, nisi de filio meo et me el de gestis fcancto- 
rucn ; modo non referunt, nisi de factis rcgum et principum et seculi vanilate, 
ita quod filius meus et ego et sanctorum vita raro vel nunquam recitalur. 

De fratre Hartmanno magislro Prussie. ^ ■« ( : 9 ) 

Frater Hartmannus de Grunbach magister terre Prussie v prefuit m annis 1 . 
Hic nomen habuit a re, quia durissime fuit cervicis. Interpretotur Hartman du- 
rus vir. Iste dictus fuit Walmal ab illo panno laneo, dicto Walmal *, quem in- 
stituit fratribus deferendum. Ipse eciam duos fralres ordinis sui, qui conspira- 
cionem fecerant* cum Pruthenis in apostasia post conflictum in Curonia, de quo 
infra dicetur, jussit in Elbingo comburi in conspectu multiludinis populi cir- 
cumstantis. De quo facto dominus papa tanlurn cominolus fuit, quod ipsum 
niagistrum mandavit deponi de officio suo, et eum et omnes, quorum consilio 
hoc actum fuit*, puniri penitcncia annuali b *. 

De edificacione castri in monte sancli Georgii in Carsovia. ts <w» 

Hoc tempore fuit in partibus Lyvonie magister frater Burgardus de Hörn- 
husen, qui assumptus de terra Prussie, dalus fuit fratribus Lyvonie in magis- 
trum 5 . Hic quia noticiam plenam habuit utriusque terre', et tanquam homo af- 

Cap. tS. «) fttit actum B. b) uÜBMli K. H. C»p. SS. e) plenam Water terru B. 

1) Grumbach erscheint als Landmeister etwa 2% Jahre, vom Mai 1259 bis zum Novem- 
ber 4 264. Historiogr. S. 286. 

2) Quo pretio sal aul watmal in Gotlandia oomparetur, inquirunt. Chron. Liv. vet. p. 8 
mit Gruber's Note. 

3] Aebnliche Andeutung bei Boguphalus p. 78. 

4) ■Jarbuze« sagt Jeroschin. — In den Zeiten Grumbachs erschreckten die Tarlaren Ku- 
ropa von Neuem, im Jahre 1258 verheerten sie Litthauen und das Jadwingciiund, 1259 und 
1260 Polen. Röpell 524, Sjögren 73 f. Schon lange war auch gegen sie das Kreuz gepredigt. 
Pabst Alexander IV. forderte den Orden zur Vereinigung mit den benachbarten Fürsten ge- 
gen dieselben auf (17. December 1258, Cod. Pruss. I, n. 421), schenkte ihm im Voraus die 
denselben abzunehmenden Lander (25. Januar 1260, Dogiel IV, n. 33, vgl. Voigt 3, 163. 
Anm. 3), und Ubertrug ihm den Oberbefehl Uber die sich gegen dieselben versammelnden 
Kreuzfahrer (21. Marz 1260, Cod. Pruss. I, n. 126, 127;. Von ihm erwartete der Pabst die 
Rettung der Christenheit vor den Tartaren (vgl. die Bulle vom 10. August 1260, Cod. Pruss. 
1, n. 130). 

5) Burchard war hier Nachfolger Anno's von Sangershausen schon im April 1257, Dregcr 
o. 289, 290, und verwaltete das Amt bis zu seinem Tode am 13. Juli 1260. — Eine Andeu- 
tung Uber die innern Verhältnisse Litthauens vermisst man bei Dusburg. Wiewohl schon im 
Anfange des 43. Jahrhunderts einzelne Häuptlinge der Littbauer, wie Swelgate und Dan- 
geruthe (Chron. Liv. vet.) hervortreten, so gründete doch erst Mindowe eine ausgebreitete 
Herrschaft unter denselben. Er beherrschte namentlich Obcrllttbaueu oder Auxtote, Kernow 
an der Wilia war seine Residenz ; Unterlitthauea*oder Samayten, das Gebiet von Grodno und 



96 PETRI DE DUSBURG 

fabilis in otnnium oculis fuerat graciosus, ordinavit, quod sub equalibus expen- 
m» sis el laboribus fratrum de Lyvonia et Prussia edificabalur anno domini Moclix 
Castrum in terra Carsovie in monte sancti Georgii 1 , quod tunc fuit summe' ne- 
cessarium ad incrementum fidei Crisliane. Quo edificato, relicli fuerunt ibi viri 
legales et experti in armis, fratres et armigeri de Prussia et Lyvonia pro custo- 
dia dicti castri. 

•« 1*0 De conflictu in terra Curonie ubi cl fratres el mulii de populo Crütiano 

interfeeii ceciderunt. 

1260 Anno domini mcclx fratres de Lyvonia et Prussia cum validis exercitibus ad 
deferenda viclualia frntribus de Castro sancti Georgii convenerunt, et düm ap- 
propinquarent huic Castro, venit nuncius, qui dixit, quod im milia Lethovino- 
rum vastassent quandam partum terro Curonie per incendium et rapinam et ef- 
fusionem multi sanguinis Cristiani, el mulieres et parvulos captos cum multa 
alia preda deducerent. Quo audito, dum fratres et totus exerritus se prepara- 
rent ad pugnam, ut animas Cristi sanguine redemptas de manibus hoslium übe— 
Farent, quidam de Pomesania nobilis dictus Mallo b , filius Pipini, dum ab eo fra- 
ter Henricus Marscalcus quereret, quomodo aggrediendi essenl hostes, ail : re- 
linquamus equos nostros longe a nobjs, ut non sit nobis spes redeundi ad eos, 
et accedamus pedestres ad ipsos, sieque populus destitutus auxilio equorum, 
mauebil in prelio, aliter in fugam sine dubio c'onvertetur. Cui consilio milicia 

a) ramm« fuit B. C»p. 84. b) Matte 0. D. Mute K. 

noch entlegenere Landschaften waren ihm nur vorü hergehend unterworfen. Zwietracht mit 
seinen eigenen Verwandten und unglückliche Kriege mit dem Orden in Livland, so wie mit 
Daniel von Halitsch brachten ihn in Verlegenheit, so das» er sich entschloss, durch Anschluss 
an dio lateinische Kirche seine Lage zu bessern, Kojalowitz p. 95, Karanisin 4, 55 f., Sjögren 
4 3 f. Der Uebertritt zum Christenthum erfolgte in der Zeit des Inländischen Landmeisters 
Andreas von Stcierland (1247 — 1253), Alnpecke in den Script. Liv. 4,582. I'absl Innocenz IV. 
verhiess am 46. Juli 1 251 seinen apostolischen Schutz, und beauftragte den Bischof Heiden- 
reich von Cuhn, den Fürsten zum Konige zu krönen (Raynald 4 354, n. 44 und 46. Das Da- 
tum beider Bullen Mediolani XVII. kalend. Augusti anno IX ändert Voigt 3, 88, Ann». 4 ohne 
hinlänglichen Grundj. Heidenreich befand sich im October 4 252 in Curland, Cod. Pruss. I, 
n. 92 und in Innocenz Bulle vom 24. August 4 253 bei Raczynski Cod. Lithuan. n. S heisst 
Miudowc bereits rex Lcthowie de novo conversus. Die Verbindung zwischen Mindowe und 
dem Orden war aber nicht von Bestand, ebensosehr, weil Mindowe der heidnischen Partei 
im Lande nicht Herr, als weil es ihm mit dem Christentum nicht Ernst war. 

4) Hartknoch p. 4 85 glaubte aus c. 84 entnehmen zu müssen, dass Carsovia eine Pro- 
vinz von Curland sei, die livlandischen Schriftsteller Arndt 2, 58, Not« b, Gadebusch 4, 874, 
denen Hennig zu L. David 4, 29 und Voigt 3, 4 58, Anm. 4 folgtet!, glaubten nach der Hoch- 
meisterchronik, die hier im Wesentlichen Excerpl aus Alnpecke ist, Carsovia und Georgen- 
burg in der Gegend von Dohlen in Semgallen setzen zu müssen. Allein ihre Ansichten be- 
ruhen auf blossen Vermuthungea; die Originalquellcn Dusburg und Alnpecke geben dazu 
nicht den mindesten Anhalt. Der Name Carsovia weist vielmehr auf den Preussen zunächst 
liegenden Theil von Samaitcn, und hier treffen wir noch heutiges Tages auf ein Georgen- 
burg, und zwar an dem Memelslrome selbst, der sich vor allen als Operatinhsbasis für den 
Orden eignete. Hier also erbaute der Orden höchst wahrscheinlich im Jahre 4259 die erste 
Burg (ganz unzulässig ist die Hinweisung auf das preussische Georgenburg am Pregcl). Vgl. 
Kullmeycr in den Script, rerum Livou. 1, 760 f., Toppen, fieogr. S. 39. Die Gründung* der 
Georgenburg war eine der kühnsten Unternehmungen des Ordens, auch wenn er auf die 
Wusserverbindung und eine Partei in Litthauen selbst zählte. Burchard scheint die Absicht 
gehabt zu haben, durch die Goorgcuhurg und die kurz zuvor gegründete Burg Doben in 
Semgallen die Verbindung der nördlichen und südlichen Ordensbesitzungen, welche an der 
Küste durch die Gründung von Memel 4 252 und die Eroberung Samlands 4255 erreicht war, 
auch im Binnenlande herzustellen, und so mit einem Schlage nicht bloss Xadrauen und 
Scbalaucn hier, und Semgullcn dort, sondern auch den grössten Theil Samaytens für die Or- 
densberrschaft abzuschneiden. Hierauf deutet auch die Schenkungsurkunde Uber Denowe 
(Jadwingerland), Scbalauen und Samayten, welche der Orden am 7. August 4259 von Min- 
dowe erhielt, Cod. Lith. n. 4 0. 



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CRONICA TERRK PRUSSIE. PARS III. 



07 



regis Dacie de Revalia, et plures alii contradixerunt, asserentes, quod propter 
gravedinem armorum non possent durare in bello sine equis. Quo faclo vene- 
rum Curonienses petenies humiliter, quod si deus daret Gristianis victoriani, 
exlunc eis muliorcs et parvuli liberi redderentur. Quorum precibus licet fratres 
satis fucrant inclinati, communis tarnen populus Pnissie et Lyvonie contradixit, 
asserens, quod de captivis eorum fieret secundum consuetudinem in bello hacte- 
nus observatam. Ex qua re Curonienses tantam coneeperunt indignacionem* 
contra fidem et fidelium turbam, quod dum fratres inciperenl Lothowinos im- 
pugnare, ipsi tanquam apostate a tergo Cristianos hostiliter invascrunt, et per- 
eucientibus Lethowinis ante k , Curoniensibus retro, totus quasi populus utrius- 
que * lerre, derelictis ibi fratribus et eorum fidelibus, recessit. Extunc quidam 
nobiles de Prussia fidelitcr fralribus adheserunt, quorum unus de Quedenow 
Sambita Sclodo paterNalubi 1 , convocans suos consanguineos et amicos, ait: ho- 
die reducite ad memoriam venuslalein veslium, que vobis per fratres sepius 
sunt oblate, et pro ameno ipsarum colore permittatis hodie vestem corporis 
■vestri sanguine vulnerum rubricari, et pro dulcedinc medonis seu mellicrali, 
quem de manu ipsorum sepius sumpsistis, bibile hodie amaritudinem dire mor- 
tis in confessione vere fidei eterne trinitatis. Hoc facto intraverunt* viriliter 
conflictum, et tanquam alteri Machabei pugnaverunt, factumque est ibi grande 
bellum, ex utraque parte pluribus cadentibus. Tandem post longam altercacio- 
nem habitam inter eos fratres permittcnle domino victoriam perdiderunt, quia 
tota virtus exercitus sui per fugain communis populi fueral' enervata, cecide- 
runtque in illo conflictu in die beatc Margarethe in terra Curoniensi in campo 
juxta fluvium Durbin fraler Burgardus magister Lyvonie et frater Henricus Botel 
marscalcus Prussie, et cum eis cl fratres, et de populo dei lanta multiludo, 
quod eorum numerum non audivi. Post hanc slragem hostes secuti sunt popu- 
lum fugienlcm, qui adeo meticulosus faclus fuit, quod tres vel quatuor hostes 
centum Cristianos occiderent, aut cum magna verecundia fugarent*. Ecce quo- 
modo confortati sunt inimici nostri in mullitudine spoliorum, equorum et armo- 
rnm, que de manibus tot milium occisorum rapuerunt, et nunc gloriantur in 
virtute sua. Contcre ergo deus r fortitudinem illorum *, et disperge illos, ut cog- 
noscant, quia non est alius, qui pugnet pro nobis, nisi tu deus noster. 



Frater Hermannus, dictus Sarraccnus, dum de castro Kunigsbergk cum aliis 
fratribus ad bellum Curonie prediclum deberet procedere, boata virgo Maria ap- 
•parens ei dixit : Hermanne, ego ad convivium filii mei te invito. Unde idem fra- 

») t. ind. conc. B. b) ante et B. t) uV>ui«)ue fthlt K. dj intr»T«ront B. (intrante» D.) intervene- 
runt K. e) fuit Ii. f) domine 11. g) ipwirum B. 

1) Vgl. zu HI, c. 101. 

2) Acchte Ergänzungen der Schlaehlgeschuhto bieten nur Alnpecko S. 6« 6 f. und der 
Liber annivers. bei Bachem, wo Karl von Schweden als Thcilnchmcr au der Schlacht er- 
wähnt und die Zahl der Gefallenen auf 136 angegeben wird. Jahr und Tag der Schlacht wer- 
den bestätigt durch die Annal. Pelpl. Samh. und Thor., vgl. Üettmar, Lübische Chronik bei 
Grautoff I, 138. Hennig zu L. David 1, 33 und Voigt 3, 186 rücken dieselbe aus nichtigen 
Gründen auf den 13. Juli 1261 hinaus. In den Annal. Sancrueiens. p. 6U wird die Schlacht 
am Margarcthentage als ein Sieg der Tartaren, in den Annal. Salisb. p. 795 und in der Reim- 
chronik Otlokars p. 92 als ein Sieg der Polen und der Ordensritter über die Tartaren darge- 
stellt ! (s. Beilage 6) . Noch mag in diesem Zusammenhange die wohl jedenfalls ungenaue No- 
tiz der Annal. Islandorum regii (geschrieben 1307, fortgesetzt bis 1341) bei Langebeck Script, 
rer. Danic. III. p. 102 zum Jahre 1259 erwähnt werden : Svikner guds riddarar i Samlandi, 
Equites dei in Samlandia prodili. 

Script, r. P. l. 7 




8« (M) 



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98 PETRI DE DÜSBUttr, 

ler Hermannus*, dum recederet, dixit quihusdam fratribus: Valete, amodo me 
non videbitis, quia virgo dei genitrix me ad eterna gaudia invilavit*. 

»e ($2) Ad idem. 

Fuit in partibus Alemanie deo devota mulier in quodam inclusorio, que fuit 
soror fratris Conrad i de Wucgwangcn kl qui postea fuit magister generalis domus 
Theutonice, cui dominus apparens, oslendit ei hanc slragem in quadam \isione. 
Vidit enim fratres et eorum armigeros cum infidelibus bellare et occidi, et ec— 
rum animas in celum ab angelis c deportari. 

a7 (82) Item de eodem. 

Eandem omnino similem visionem vidit quidara rusticus triturator, vir Sim- 
plex et rectus ac timens deum in terra Prussie. Dum staret ante fores domus 
sue, vidit manifeste in ai«re fratres cum Lcthowinis bellantes, et vocavit ad se 
familiam suam et ait: nonne videtis, quomodo domini" nostri fratres pugnant 
cum infidelibus? modo fugiunt tarn Prutheni quam Lyvonienses; modo fratres 
et pauci cum eis, stant in bello se viriliter defendentes, undique vallati hosti- 
bus ; heu modo occidunlur, nunc video bcatam virginem Mariam et sanclas vir- 
gines et angelos dei cum animabus ipsorum ascendere in celum. Inter has ani- 
mas, ut uterque vidit, due hierum eminenciores aiiis, que fuerunt animc fratris 
Hermanni, dicti Sarraceni, et cujusdam fratris dicti de Glisbergk, de cujus statu 
in edißcacione castri Cristburgk superius est premissum. Concordabant eciaro 
ambo in hoc, quod omnes anime, quarum Corpora in hoc conflictu Curonie ceci- 
derunt, salvate fuerunt preter unam. Que fuerat causa* damnacionis sue, nes- 
cio, deus seit. Ex hoc colligendum est, et indubilanter c redend um, quod ipse 
Cristus, per quem nihil in terra fit sine causa, hanc plagam preterilam et futu- 
ram apostasie in populo suo fieri permisit, ut hü interfecti mercedem promeri- 
tam reeiperent in celis, superstites autem in periculis constituli magis ac magis 
convalescerent in fide, et confunderent non credentes, quia virtus fidei in secu- 
ritate periclitatur, et in periculis est secura, et inlelligas in operibus bonis idero. 

M(»3) De combustione castri Lencenbergk* et plurium Prulhcnorum. 

Ko tempore, quo Prutheni suspecti fuerunt de apostasia, frater Volradus 
advocatus Nattangie et Warmic*, qui dicebalur Volradus Mirabilis 4 , (et vere ita 
erat) sedit in collacione cum nobilibus dicte terre in castroLencenbergk 5 , et post 
modicum tempus quidam extinxit lumen et invasit fratrem Volradum, et utique 
occidisset eum, si non fuisset armatus. Reverso posthoc lumine, ostendit veste» 
laceratas, et quesivit a nobilibus, quid talis homicida meruisset«. Rcsponde- 
runt omnes, quod dignus esset comburi. Alia vice idem frater Volradus plures 

Cap. 85. %) n. i. fr. Hemi. K- idemque Herrn. B. Cap. 86. b) Wuttwftlifra, *p*ter meitt Woefwaiijen 
oder Wujwjnrrn. e) kngrlo B. Cap. 17. d) dmnlni fehlt K. e) fuerunt cauM K. fuit e. B. 

Cap. 88. f) Leneeoberffk K. Leucenberg h B. () roluiMet B. 

4) Eine ganz ähnliche Geschichte erzählt Alnpecke S. 684. 
8) Vgl. III, c. 164. 

8) Ob dieser Titel richtig ist? Geogr. S. 46«, Note 656. 

4) Eigenname. Voigts, 4 89. 

5) Lcncenhurg ist wohl nicht verschieden von Lemptenburc in der Urk. von 4846 und 
von Lemclonberch in der Urk. von 4231, Cod. Wann. I, n. 42, 97 et. 86. (Ob nicht der Name 
Lemke — Johannes Lcnikini, Cod. Warm. I, n. 448 — darin steckt?) Lemptcnburg lag am 
frischen Haf, nahe dem spateren Brandenburg. Geogr. S. 4 7. 



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CRONICA TKRRK PRÜSSIE. PARS III. 



prioribus ad idem Castrum invitavit, et dum inebriati murmurare inciperent 
de morte ipsius, exiit, et clauso hostio dictos nobiles et totum Castrum redegit* 
in favillam'. 

De apostasia Pruthenorum secunda, que duravit xv annis. w (wj 

Eodem anno in vigilia beati Matbei apostoli et evangeliste, Prutheni viden~i26o 
tes fratres debilitatos in hoc bello, in fratribus, armigeris, equis, armis et aliis, 20 8ept 
que ad prelium sunt necessaria, addentes mala malis et dolorem super dolorem, 
apostataverunt a fide et fidelibus iterum, et in errores pristinos sunt relapsi*, 
et Sambite quendam dictum Glande, Nattangi Henricum Monte, Warmienses 
Glappum, PogesaniAuttume b , Barthi Diwanum ' w in capitaneos et duces sui exer- 
citus elegerunt*. 

De mulla Cristiani sanguinis effitsione. 90 m 

Hü capitanei et duces exercituum statuerunt diem certum ad hoc, ut oranes 
convenientes in armis, quoscunque fidei Cristiane professores occiderent et us- 
que ad internecionem delerent. Quod et perfecerunt, quia omnes Cristianos, 
quos extra municiones in terra Prussie invenerunt*, quosdam miserabiliter tru- 
cidantes, alios captivantes, in perpetuam servitutem 4 deduxerunt; ecclesias, 

a) reiüt B. Cap. 88. b) Aottunie B. D. Avctame K. e) Bi»w«üen Dywm. Gap. 90. 4) mit. jwrp. B. 

• 

4) Dass ßs auch sonst an harten Maassregeln nicht gefehlt haben wird, zeigen nament- 
lich die Bullen des Pabstes vom 24. Januar und 24. Februar 4260, in welchen er genehmigt, 
dass diejenigen Preussen, welche sich weigerten, am Kriegswesen Theil zu nehmen oder 
beim Burgbau Dienste zu leisten, durch Pfändung ihrer Kinder dazu gezwungen werden 
dürften. Grünau VIII, 6, g. a spricht über die Anlässe eines gewissen Abfalles, welchen er 
in das Jahr 4250 setzt, nach seiner Einsicht, und erwähnt namentlich auch, dass die Preus- 
sen wieder einen Kyrwaiten Alcps aufwarfen. Dies Geschwätz ist aufgenommen von L. Da- 
vid 4, 4 8 f. und Voigt 3, 4 52. Auch von Grunau's Erdichtungen Uber den Vorfall in Lenzen- 
burg VIII, 7, jj. 4 (vgl. Schütz fol. 28) ist manches in Voigts Gesch. Preussens 8, 490 über- 
gegangen. 

2) Die Zeitbestimmung 4260 wiederholt Dusburg c. 4 37, vgl. jam duobus annis pugna- 
verant c. 98. Der Aufstand dauerte 45 Jahre c. 89 und 472. Die pabstlichen Bullen bestäti- 
gen diese Zeitbestimmung.- Schon am 9. September 4260 erlögst Pabst Alexander IV., luc- 
tuosis preeibus des Ordens bewogen, eine Bulle, in welcher er (vgl. zu c. 82) den Oberbe- 
fehl über die gegen die Tartaren bekreuzten dem Könige von Böhmen und dem Markgrafen 
von Brandenburg Ubergiebt, Cod. Pruss. I, n. 4 34 . In der Bulle vom 7. Januar 4 264 spricht 
er sebon von dem um sich greifenden Abfalle, Cod. Pruss. I, n. 4 33. Nach einer Bulle vom 
8. April 4264 steht es in Preussen und Livland schon so schlecht, dass de perditione ipsarum 
[terrarum] continuus timor ingeritur, bei Voigt 3, 474. Voigt« Darstellung dieser Zeiten ist 
verzerrt und unverständlich, da er diese und andre Bullen noch vor der Schlacht hei Durben 
— bei ihm am 4 8. Juli 4 264 — unterbringen muss. Noch höber steigende Theilnahme des 
Pabstes bezeugen die Bullen vom 4 3. September 4 264 bei Voigt 3, 4 99, und vor allen vom 
2«. April 4262, Henncs n. 4 96. Auch Alnpecke S. 649 erwähnt den Abfall der Preussen, und 
namentlich der Samen, Natanger und Ermen, der um so gefährlicher war, da auch die Kuren 
die Gelegenheit zur Befreiung benutzten, wie die Samgallen sich schon früher erhoben hat- 
ten, und bemerkt, dass Carsovia (wie auch Dobeu) erst später von den Rittern aufgegeben 
sei. Der Einfall der Litthauer in Preussen und Polen, welchen Baczko p. 78 um dieselbe Zeit 
erwähnt, mag die Empörung begünstigt haben. 

3) Die Taufnamen derselben trägt Grünau VIII, 44, g. 2 nach. Ihm glaubt L. David, 4, 
40. Der Name Glande's Richard findet sich auch noch bei Voigts, 4 98. Glande wird nur 
hier erwähnt, desgleichen Auttumo. Glappo erscheint vor Brandenburg c. 4 80, wird erhängt 
uiu 4278 c. 436. Am häutigsten kommen Monte und Divan vor. Monte, in Magdeburg erzo- 
gen, c. 94, des Deutschen mächtig, c. 467, bei Pocarwen 4264, c. 94, vor Königsberg nach 
4262, c. 404, bei Löbau 4263, c. 4 23, Tod um 4278, c. 435. Diwan, genannt Klekine, c. 4 43, 
bei Wiesenburg c. 4 4 7, im Culmerlande und Christburgischen c. 4 48, nochmals vor Christ- 
burg c. 4 44, fällt vor Schoensee, c. 467. Es werden gelegentlich aber noch einige andere 
Anführer genannt: Scume und Stutze vor Balga c. 438, Pobrawe ebenda c. 489, Linco und 
Colte vor Christburg c. 4 43, die Barter Numo und Dersko in der Verbannung c. 225. 

4j Vgl. III, c. 467, 469. 

7* 



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100 PETRI DE DUSBURG 

capellas et oratoria dei comburentes, sacramenla occlesie irreverenter tractan- 
tes, vestes sacras et vasa ad illicitos usus pertrahcntes*, sacerdotes et minist ros 
alios ecclesie miserabiliter b trucidabant. Sambite quendam sacerdotem, fratrero 
doruus Theutonice, qui ad baptizandum eos missus fuerat, eomprehenderunt, et 
Collum ejus sub duobus asseribus compressenint e , quousque deficiens expira- 
ret, asserentes, quod tale genus martirii competerel viris sanctis, quorum san- 
guinem fundere non auderent. 

•l (86) De conflictu in Pocarwis, ubi multi Cristiani sunt occisi. 

im Anno domini mcclxi *, volante fama persecucionis hujusmodi per Alema- 
niam, commoti sunt principes et barones. Unde dominus de Reyder* et multi 
nobiles de aliis Theutonie partibus, compacienlcs fidci et fidel ibus, quod nc— 
vella plantacio ecclesie in partibus Prussie, per inultorum fidelium sanguinis 
eflusionem erecta, deberet tarn miserabiliter interire, venerum diele terre in 
subsidium. Cum quibus fralres et eorum armigeri intraverunt terra m Nattangie, 
et devastata ipsa incendio et rapina, caplis et occisis multis, redierunl ad eum 
locum, ubi nunc situm est Castrum Brandenbnrgk, ibique castra metati sunt. 
Placuitque fratribus et peregrinis, ul aliqua pars exereitus rediret ad dictam 
terram ilerum depopulandam, relicta parte alia in diclo 4 loco. Quo facto Nat- 
tangi considerantes, quod pauci' non auderent ipsorum terram depredari, con- 
». Juiur gregati invaserunt residuam partem exereitus in Pocarwis, peregrinis et fratri- 
bus ex adverso viriliter se opponentibus, et preeipue quidam miles de West- 
falia, dictus Stenckel de Binthcym f , qui audierat in quodam sermone episcopi, 
quod anime fidelium interfectorum in Prussia deberent ad celum sine omni pur- 
gatorio evolare, hic perurgens dextrarium suum calcaribus, applicataque lancea, 
more militari pertransiit* bostium cuneos, interficiens impios a dextris et b a si- 
nistris, et cadebant ab eo' huc et iüue. Sed k in redilu, dum venisset ad mer 
dium' ipsorum, occisus est, ortumque est intcr eos grave bellum, ex utraque 
parte pluribus vulneratis lctaliter et occisis. Tandem sicut deo placuil, ita fac- 
tum est, quod ipse dominus de Reyder cum magna parte exereitus et fratribus, 
qui cum eo fuerant, est occisus, quidam capti, in fugam cetcri sunt conversi. 
Dum hec agercnlur, fratres cum alia parte exereitus dum appropinquantes loco 
certaminis viderenl exercitum Cristianorum confusum, nec possent pre multitu- 
dine hostium liberare, per viam aliam ad propria sunt reversi s . Post hanc ce- 



•) pertnAendo B. b) mirablllter K. c) eompi*hen*enuit K. Oap. 91. d) illo B. e) Um pauci B. 
0 *o B. D. BinUieim K. g) »o B. D. pertr»n»it K. h) et fehlt K. 1) Ulo B. k) et B. 



4) Dass die Schlacht bei Pokarwen in dieses Jahr fiel, bezeugen die Aanal. Pelpl.Samb. 
and Thor. DasTagesdatura derselben die Vincentii d. h. der 22. Januar giebt Dasburg c. 98 : 
eodem die revoluto anno. Auch ßaezko p. 73 erwähnt diese Schlacht. Ungenau freilich ist 
es, wenn er meint, hier hätten Deutsche und Polen gegen Litthauer gekämpft. Das Tagesda- 
tum lercia septimana post diem epipbanie (vom 20 — 27. Januar) 4 264 stimmt mit dem von 
Dusburg angegebenen genau Uberein. Dlugoss 4, 764, welcher die Schlacht nach Dusburg 
und Baczko schildert, giebt ungefähr richtig das Datum in festo purificaUouis 8. Marie. 
Voigt 3, 203 setzt die Schlacht fälschlich in das Jahr 1262. 

2) Erst L. David 4, 43 nennt ihn Reeder. Seine Schilderung de« Zuges beruht auf einem 
völlig erfundenen Heereszuge, von dem Grünau VIII, 4 4, g. 2 spricht, und welchen er nur 
deshalb hieber zieht, weil Grünau bei demselben die Geschichte des Slenkel von Bentheim 
(er nennt ihn Seno von Bynthauseu) anbringt. Nur auf solche Gewähr versichert er, und 
nach ihm Voigt, 3, 204, die Kreuzfahrer seien durch Culmerland und Pomesanien hinab nach 
Natangen gekommen. Es ist aber wohl wahrscheinlicher, dass sie zur See direct nach Kö- 
nigsberg kamen. 

8) Wohl nach Königsberg. 



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CRONICA TERRE PRDSS1E. PARS III. 101 

» • 

dem Nattangi, volentes victiroam düs offerre, miscrunt sortem inter Theutonicos 
ibi ca p tos, ceciditque duabus vicibus super quendam burgensem de Megden- 
burgk, nobilem et divitem, dictum Hirtzhals, qui sie in angustia constitutus, 
Henricum Monte rogavit, ut ad memoriam reduceret beneficia, que ipsi in civi- 
tate Megdenburgk sepius exhibuit, et cum ab hac miseria liberaret. Quo audito 
Henricus eidem compaciens, ipsum duabus vicibus liberavit. Sed cum* tercio 
missa sors caderet Herum super eum, noluit redimi, sed sponle oflerens se in 
bona ebnfessione hostiam deo, ligatus super equum suum, estcrematus: Nota 
hic, quod idem Henricus et plures alii sub iuramento suo postea afürmabant, 
quod cum idem burgensis h in equo crematus emitteret spiritum, viderunt ex 
ore ipsius columbam albissiraam 1 evolanlem. 

♦ 

De preno8ticis hujus belli. 9a (j»n 

*Fuit in partibus Alemanie quedam vite sanete mulier in quodam reclusorio, 
que audiens demonum multiludinem cum magno slrepilu et fragore precedere 
cellam suam*, adjurans ipsos quesivit, quo tenderent. Quidixerunt: versus 
Prussiam; ibi cras crit grande bellum. Respondit ipsa : dum redieritis, renun- 
ciate mihi, quid ibi sit actum. Qui reversi dixerunt, quod Cristiani perdidissent 
victoriam, et quod omnes anime, quarura corpora ibi occisa fuerant, essent sal- 
vate, preter tres, que non devocionis causa, sed exercendi miliciam e * suam ve- 
neranl' ad hoc bellum. 

De morle plurium peregrinorum. n (88) 

Eodcm anno comes de Barbige** venit Prussiam' cum multa milicia, et in- 
travit terram Sambie, Post cujus depopulacionem Sambite congregati invase- 
runl eum in die beate Agnetis virginis", et vulnerantes ipsum graviler, aliqui u. Juuw 
in fugam conversi sunt, alii capti vel occisi. 

k 

De desolacione caslri Helisbergk. m im 

Non Ionge postea Prutbeni» cum tribus exercitibus' et tribus machinis et 
instrumentis alii» k bellicis Castrum Helisbergk episcopi Warmiensis obsederunt. 
In quo obsessi fame cogente ccl equos et eorum cutes comederunt. Tandem de- 
ficientibus omnino victualibus, relicto castro, secrete recesserunt usque ad civi- 
latem Elbingensem, ubi obsidum xh Prulhenorum, quos secum duxerant, om- 
nium eruerunt oculos, et ad parentes suos remiserunt. 

« 

•) dum K. b) baix»o»l» aie B. C*p. ÖS. e) malieUm H. »iL c. «0. d) renerunt K. Cftp. 93. 
•) «o B. D. Bftrbl« K. f) in Pr. B. Cap. 94. g) Pnithcni hinter exrrciübo» B. h) u> K. D. »1. inttr. B. 

1) Diese VorstellunR fcehrt wieder c. «8<, 360, vftl. Arnold Lubec. III, c. 8, n. 5. Chron. 
Li von. vct. p. 4 06. Annal. Rcinhardsbrunn. in den Thüringischen Geschichtsquellen i, 306. 
S) Klopf freister, vgl. III, c. 28t. 

8) Sehr bezeichnend : das kirchliche Interesse an den Heidenfahrten nahm immer mehr 
ab, das ritterliche in demselben Maasse zu. Man denke gleich hier an die Rittorschläge III, 
289, 327 etc. und den Ehrentisch im Heidenlande. Vgl. zu III, c. M und 288. 

4) Die Grafen Walthcr von Harby, Burchard sein Sohn und Albert sein Neffe verkauften 
dem Orden 4272 das Dorf Bergen im Mngdeburgischen, Riedel cod. Brand. II, Bd. 1, n. 446. 

5) Den 21. Januar 4 264, also einen Tag vor der Schlacht bei Pocarwen. Es ist demnach 
nicht richtig, wenn Voigt 8, 207 sagt, die aus der Schlacht bei Pocarwen geretteten hätten 
ihn unterstutzt. Barhy scheint mit Reydor etc. zugleich nach Königsberg angelangt zu sein, 
und wandte sich gegen Samland, während diese Natangen angriffen. 

6) Dass drei Heere gerade von drei Landschaften gestellt wären, ist eine blosse Annahme 
Voigts 3, 209, der nun ohne Weiteres die Pogesanier unter Auttumo an der Belagerung Theil 
nehmen lasst. 



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■ 



102 PETRI DE DUSBURG 

93 De obsidione castrorum Kunigsbergk, Cruceburgk et Barthenstein. 

Filii ergo Belial videntes, quod omnia succederent eis ad votum, cogitave— 
runt et locuti sunt nequiciam. Iniquitatem in excelso locuti sunt super popu— 
luro tuum, domine ; cogitaverunt consilium adversus sanctos tuos, dixerunt : ve- 
nite, disperdamus eos de gente, et non memoretur Israel ultra. Ut ergo popu- 
lum domini usque ad internecionem delerent, convenerunt, et castra Kunigs- 
bergk, Cruceburgk et Barthenstein 1 obsederunt. In circuitu cujuslibel tria pro- 
pugnacula firma et vallata plurimis armigeris, viris bellicosis, et in annis slre— 
nuis, construxerunt, ita quod* non patebat aliqua via intrandi aut exeundi ob~ 
sessis. Quot autem impugnaciones, quot pericula, quol inedias, quot defectus 
intolerabües obsessi fratres et alii in dictis castris sustinuerunt, nullus ad ple— 
num sufficeret enarrare. Compulsi enim fuerunt, postquam oves et boves, por- 
cos et vaccas et equos plures non haberent, comedere pelles eorum, summa jie- 
cessitate ipsos ad talia perurgente. Tanta fuit in boc cibo inconsueto pellium 
duricia, ut multi fratres et alii k comedentes eas dentibus sunt privati. 

"ml De fratre Hclmerico magistro tcrre Prussie uccixn. 

Frater Helmcricus terre Prussie magister ti prefuit in c annis 1 , et sepultus 
est in ecclesia* Colmensi'. Hoc tempore fuit marscalcus terre Prussie fratef 
Tbeodoricus vir in annis strenuus et in Gristo devotus. 

•rpi) De desolacione cattri Rcsela. 

Fratres de Castro Resela audientes, quod castra Kunigsbergk, Cruceburgk 
et Barthenstein essent f a Pruthenis obsessa, timuerunt valde et post multa con- 
silia variosque tractatuS habitos Castrum in cinerem rcdigentes, per occultas 
vias solitudinis recesserunt «. • 

••(»*) De victoria in qua de Juliaco et Marcha comites Sambitarum tria miUa 

occiderunt. 

Hiis variis tribulacionibus concussi fratres et cristifidclqs terre Prussie, 
jam pene deficientes, consternati mcnte, planxerunt planctu magno, quousque 
deficerent in eis lacrime, nec poterat alter a Herum consolari, quia timebant sibi 
deum h nimis offcnsum. Jam duobus annis pugnaverant, et eis Semper deficien- 
tibus bostes fidei profecerunt. Unde humili et conlrito corde elevatis oculis in 
celum cum lacrimis clamaverunt pro auxilio ad dominum et exaudivit eos. Misit 
enim de Juliaco et de Marcba Engelbertum comites* cum magna potencia pug- 

Cap. 9Ä. i) n B. D. itaqtM K. b) tt alii B. Tjl. i. fehlt K. Cap.Utf. e) III K. D. i. qoatoor (on- 
deuüieh) B. i) terra B. t) Colm«n*i Codd. Aul Colmaiura« Umt J. aehUeMm. Cap. 97. I) mmoI 
fehlt B. f) etc. fegt H. blntu. Cap. 9t. b) deum tibi B. 

4) Voigt schreibt 9, 144 nach Henneberger, daw in Bartenstein Mann von doppelt 
so vielen Preussen belagert waren. Aber die Angabe Hennebergers beruht auf blosser Cor- 
ruption der Zahl MCCC (DCCC) in der Darstellung Dusburgs III, c. «9. 

2) Für Hertmann von Grumbach erscheint im November und December 42<H der Com- 
thur Dietrich als Stellvertreter, dann als Landmeister Helmerich von Rechenberg, dann am 
42. Juli 4263 Johann von Wegeleben, im Februar 1264 Ludwig von Baldersheun, Historiogr. 
S. 286. Helmerich hat also in keinem Falle dies Amt 8 Jahre bekleidet. 

5) Dass auch sie zur See, direct nach Königsberg, kamen, kann man wohl ziemlich sicher 
daraus schliessen, weil sie erst von Königsberg aus (wos Voigt 3, 148 übersieht), sich süd- 
wärts hin gegen Sclunien wandten. Der Graf von Jülich hiess wohl Wilhelm 5, Voigt 9, 245, 
Anm. 2. Engelbert von der Mark regierte von 4249—4277, anfangs mit seinem Bruder Otto 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 103 

natorum, qui anno domini mcclxii 1 in vigilia beati Vincencii circa horam vespe- ^ 8 * Jtaa 
ramm venerunt ad Castrum Kunigsbergk. Et volebant eodem* die propugnacula 
Sambitarum*, quibus Castrum Kunigsbergk obsessum fuerat, expugnare; sed 
fratres, quia modicum supcrerat diei ad tarn g ran de bellum, disuaserunt. Mane 
facto dum exercitus Cristianorum ad impugnandum propugnacula vellet acce- 
dere, unus de Sambitis non remansit, relictis propugnaculis, et recesserant, et 
viam occupaveranl peregrinis. De quo comes Juliacensis coromotus, recessit 
cum exercitu suo, nesciens insidias sibi positas in via. Premisit ergo de consilio 
fratrum nuncios, qui viarum discrimina previderent, quorum unus scilicel Stan- 
teko, qui cum custodibus Sambitarum convenerat, vulneratus graviter cum ex- 
tracto gladio et cruentato prodidit insidias. Unde peregrini preparaverunt k se 
ad bellum, et comes de Marcha equites, alii pedites invaserunt hostilitcr, sie 
quod divino protecti adjutorio gloriose de hostibus triuniphabant, aliis gladio 
trucidatis, aliquibus terga vertentibus, quibusdam cedentibus ad villam, que 
quondam Calige modo Sclunien e * dicitur, de qua cum maxima diflicultate fue- 
rant expugnati. Oportuit enim omnes fratres et eorum armigeros de Kunigs- 
bergk advocari. Hü viriliter eos fuerunt aggressi, et post longum bellum, in 
quo ex utraque parte plures vulnerati et mortui ceciderunt, omnes interfecerunt. 
Sicque deo propicio die illa Sambitarum et aliorum Prulhenorum ultra tria milia 
sunt occisa, eodem die, revoluto anno, quo conflictus fuit in Pocanvis. 

De prenosticacione hujus victorie. 99 m 

Hanc stragem Sambitarum predixit quidam Pruthenus, et sie affirmative 
confirraabat ipsam* futuram, quod ausus fuit dicere sub pena capitis sui, nescio 
quo spiritu, ad fratres de Kunigsbergk : in die beati Vincencii Sambite occiden- 
tur. Sed cum exercilus peregrinorum eodem difr recederet, improperalum fuit 
ei mendacium, qui adhuc finnus stans in primo proposito ait: adhuc hodie Sam- 
bite occidentur, vel terra aperiet os suum, et sicut Dathan et Abiron deglutiet 
eos vivos, et sicut predixerat, factum est. 

De fidelibus Sambitis, qui fratribus de Kunigsbergk adheserunt. 100 (oj) 

Nec adhuc vexacio ista dahat intellectum Sambitis redeundi ad sanete raa- 
tris ecclesie gremium, sed erecta cervice contra domini flagella in iracundiam 

*)«oB. D. eoK. b) »o B. D. baperaverunt K. e) Bclumen B. K. 8clnnlen D. Sclunyen. J. Cap. 99. 
d) Ulan B. 

(f U. August t26i) zusammen, vgl. Lewold von Nortbof Chronik der Grafen von der Mark 
(—4391) bei Meibom, Script, rerum Germ. T. I, und bei Seiberti, Quellen der wcslphäli- 
schen Geschichte, Bd. i. 

4) Des Sieges bei Sclunien gedenken auch die Annal. Pelpl. Samb. und Thor, beim Jahre 
4S6i. Eine ganz unerwartete Bestätigung dafür geben noch die Annal. Sancruciens. (Bei- 
tage 6). Voigt 3, ilS rückt die Schlacht fälschlich bis 1363 hinab. 

2) Um Königsberg völlig einzuscbliesseu mussten dergleichen Belagerungswerke natür- 
lich sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite des Pregels angelegt werden. Diese 
Werke waren, wie Dusburg sogleich andeutet, nicht bloss von Samen, sondern auch von an- 
deren Preussen besetzt, doch ist es wahrscheinlich, dass die Samen hier weit die meiste 
Mannschaft stellten, da die Xatangcr, Ermen und Barter gleichzeitig die Ordensburgen in 
ihren Landschaften zu bekämpfen hatten, c. 94, 93, 97, und nichts Erhebliches steht der An- 
nahme im Wege, dass Dusburg alle diese Werke, auch die südlich vom Pregel gelegenen, 
als propugnacula Sambitarum bezeichnet. Gegen dio letzteren wandten sich die Grafen, da 
sie bei der Verfolgung des Feindes nach Kaigen kamen. 

3) Kaigen liegt südwestlich von Königsberg auf der Strasse nach Brandenburg. Der alto 
Name ist also doch wieder in Gebrauch gekommen. 



104 PETR1 DK D OSBURG 

concitati sunt, et contra fratres ad bellum durissimum provocati, preter paueos 
viros preclaros genere et nobiles, qui relicta domo paterna venerunt successive 
ad Castrum Kunigsbergk cum omni familia sua, et fratribus fideliter adheserunt'. 



4) Dusburgs Worte erinnern an folgende Stelle der Urkunde des Comthurs Berthold 
BrUhaven von 4 299 (bei Voigt, Gesch. der Eidechsengesellscbaft, S. 24 2) : Cum ex permis- 
sionc divina quondam per omnes terminos Prussie incolarum apostasia gravitcr iavaluisset, 
ita quod frntres domini ejusdem Prussie, pene omnium hominum consilio essent et auxilio 
destituti, dei nutu qaidam Prutheni et Sambile omnium parentum et amicorum suorura aini- 
cicias et solacia descrentes, et ad ipso* confugientes, eis per totam apostasiam usque ad sub- 
jugacionom omnium predictorum incolarum et usque hodiernum diem contra quoslibet ip- 
sorum ad versa rios in omni tribulacione et angustia non parte nies corporihus et rebus flde- 
liler adheserunt. Solche Anhänger des Ordens treffen wir während des Abfalles («260-4 274), 
in Samland : Stanteco c. 98, Wargulle c. 104 ; in Barten: Girdaw c. 4 4 8, Miligcdo und Troppo 
c. 119; in Pomesanien : Samilc c. 4 45, Jones c. 448 ; in Natangen : Posdraupote c. 4 74. Auch 
in Pogesanien werden sie ausdrücklich angeführt r. 4 68. Schon vordem Aufstande begeg- 
neten uns als Anhänger des Ordens unter den Preussen : Matto c. 7 und 84, Hertwig c. 24, 
Pomanda c. 26, Gedune c. 71, Sclodo c. 84 und 101, Tirsco und .Viaydelo c. 73; andre unter- 
stützten den Orden nach dem Aufstande in Nadraucn, c. 175. Nun ist es aufgefallen, dass 
der Orden sich den getreuen Samen, welche zu ihm hielten, besonders erkenntlich erwies; 
die Handfesten, welche für dieselben in den Jahren 1261 — 1263 ausgestellt, und in ziemli- 
cher Zahl erhalten sind, enthalten manche cigenthümliche Bestimmung und im Allgemeinen 
sehr günstige Zugeständnisse; der Comthur Berthold BrUhaven licss in der schon erwähn- 
ten Urkunde von «99 zum Besten, utilitati omnium, qui antiqui Witingi vocantur, de Sambia 
in supradicta necessitato ad fratres confugiencium, deren Namen sorgfaltig verzeichnen ; und 
noch später wird in den samländischen Verschreibungen für Pictcn und Preidor von 4312 
(Fol. Hubenzahl auf Samland p. 73), und für Luprecht von 4346 und 4328 (bei Mülverstedt 
in den N. Preuss. Pr. Bl. 1833, Bd. 1, S. 392 und Kreuzfeld vom Adel der alten Preussen, 
S. 48—50) auf die besonderen Rechte der alten Withinger Bezug genommen. Man nahm 
demnach an, der Name Withinger sei ursprünglich nur in Bezug auf Samen gebraucht wor- 
den, und nachdem über diese samländischen Withinger mancherlei Hypothesen aufgestellt 
und verworfen waren, behauptete Voigt 1, 236 f. und 507, sie seien die Nachkommen däni- 
scher Colonisten in Samland, und hatten zur Zeit der Ordensherrschaft unter dem eingebor- 
nen Adel die erste Stufo eingenommen, 3, 420 f. iliegegcn ist aber Folgendes zu erinnern: 
1) dass der Orden unter den Slammpreussen aller Landschaften, nicht bloss Samlands, An- 
hang fand, beweist ebensosehr die* Urkunde von 1299 (wo Prutheni et Sambite von Voigt, 
Gesch. d. Eidcchsengesellschaft S. 215 willkührlich »Preussen und zwar Samländer« über- 
setzt wird) als die oben aus Dusburg zusammengestellten Beispiele. 2) Der Name Withinge 
findet sich vor der Urkunde von 1299 überhaupt nicht, und scheint erst nach der Unterwer- 
fung des ganzen Landes und der Befestigung der Ordenshorrschafl in demselben recht in 
Uebung gekommen zu sein, als viele sich zu den Diensien des Ordens in seinen Burgen und 
Höfen drängten. Nun aber unterschied man zwischen jenen älteren Gelreuen, die während 
des allgemeinen Abfalls auf die Gefahr, alles zu verlieren, sich dem Orden anschlössen, und 
diesen neueren, welche nichts auf das Spiel setzten, indem sie sich dem Dienste des Ordens 
widmeten. Diese neueren Dienstlcute des Ordens, über welche Voigt a. a. O. S. 230 f. hin- 
längliche Nachricht gegeben hat, treten in allen Theilcn Preussens urkundlich unter dem 
Namen Withinge auf. Dagegen linden wir jene älteren Getreuen des Ordens nur in den vier 
genannten samländischen Urkunden nachträglich als Withinge oder bestimmter Alte Withinge 
bezeichnet. Dies muss als eine Besonderheit in der Vcrwallungsgeschichte der Comlhurci 
Königsberg anerkannt werden, allein es ist nicht gerechtfertigt, hieraus zu folgern, dass der 
Name in Bezug auf andre Anhänger des Ordens im 1 3. Jahrhundert als sie überhaupt nicht 
gebraucht wäre; eine Stelle bei Jeroschin c. 148, der die Getreuen in der pomesanischen 
BurgBelichow (von 4274) Withinge nennt, kann für das Gegentheil angeführt werden fder 
Withing Wilhelm, welcher 4 344 zwei Haken in Natangen erhielt, nach Voigt a. a. O. 246 und 
233, gehört dagegen schon den neuern Withingen an). 3) Ferner darf man nicht übersehen, 
dass die ältesten Handfestenbücher fast aller übrigen Comthureien verloren gegangen, nur 
die samländischen ziemlich vollständig erhalten sind. Hiedurch erklärt es sich wengistens 
zum Theil, dass die erhaltenen günstigen Verschreibungen aus den Nothjahren 1264— 4263' 
fast sämmtlich für Samen ausgestellt sind, und doch haben wir auch einige natangischc, z. B. 
für Kirstianus von 4 260, für troppo von 1262 (auch an die etwas abweichenden für Matto 
von 1260 und Szinten von 1261 mag hier erinnert werden). 4) Endlich die Kunde von der 
dänischen Colonie, welche etwa 300 Jahre vor der Ankunft des Ordens in Samland angelegt 
sein soll, ist so dunkel und unsicher, dass sich auf dieselbe nicht wohl neue Hypothesen 
bauen lassen, und die Stamm- oder Familien- Verwandtschaft der Withinge unter einander 
und mit den Danen wird nur aus dem Namen (Wikinger die Seekönige !) geschlossen, der 
doch nach der Urkunde von 4 299 und nach seinem späteren unhezwcifelt viel ausgedehnte- 
ren Gebrauch viel wahrscheinlicher als appellative Bezeichnung von Leuten, welche ihre 
Dienste dem Orden widmeten, anzusehen ist. Können wir demnach der Hypothese von der 
Abstammung der Withinge von den dänischen Colonisten nicht beipflichten, so müssen wir 



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CRONICA TERRE PRISSIE. PARS III. 



105 



De hello fratrum de Kunigsbergk* contra Sambitas in secunda aposlasia,* mm<w 

et primo contra territorium Quedenow. 

Nalubo filius Sclodonis 1 de Quedenow, vir ferocis animi et indomiti cordis, 
tanquam presumptuosus, estimans vereeundum, si tarn cito fratribus subderet 
Collum suum, noluit sequi parentes suos. Unde fratres commoti dum vellent 
cum exercitu procedere contra ipsum, germanus ejus scilicet Wargullo' mise- 
rans temcritatem adolescentie sue, de fratrum licencia precessit, et dixit ad 
eum: Nalubo maledicte, nunc surgas, et sis vagus et prnfugus de terra tua, 
quia non obedisti voci mee et parentum tuomm; alioquin fratres et armigcri 
eomm, qui jam veniunt, te occident. Qui fugiens sccessit ad territorium Scoken 
vicinum, et evasit ipse solus, sed tola familia domus sue et substancia fuit a fra- 
tribus dissipata. Tandem idcm Nalubo fatigatus crebris impugnacionibus se 
fidei subjecit, et factus d fuit vir fide et conversacione laudabilis*. 

Cap. 101. »)doK. fehlt B. b) In »ec. ap. nach dem Index B. fehlt In den Codd. e) Waifulo B. 



auch die Ansicht verworfen, dass dieselben unter dem preussischen Adel der Ordenszeit die 
erste Stufe eingenommen hätten. Einzelne Eigentümlichkeiten der älteren samländischen 
Handfesten, z. B. die Versen reibung einer Anzahl Familien statt eines Gutes etc. wird man 
in ihrem Gewichte nicht überschätzen, wenn man bedenkt, dass eine feste Praxis fürGUterver- 
leihungcn s,ich ei st allmulig bilden konnte. Das einzige Vorrecht, welches Voigt 3, 422 dem 
von ihm angenommenen Withingstande zuzuschreiben weiss, völlig freier Allodialbesitz, ist 
für keinen einzigen Wilhing sicher nachzuweisen, viel weniger Tür alle. In den Geschäftsbü- 
chern des Ordens werden die Handfesten der Wilhinge mitten unter denen der übrigen 
Freien ohne Auszeichnung und Unterscheidung aufgeführt, und wenn einzelne der samlän- 
dischen Withinghandfesten durch Cumulirung von allerlei Zugeständnissen allerdings be- 
sonders vortheilhaft erscheinen, so stehen andere wiederum den Ilandresten von Nichtwi- 
thingen in dieser Hinsicht auffallend nach. Es giebt sehr kleine Withingc auch unter den 
alten, die von dem Orden vielleicht erst aus dem Stande der Unfreiheit emporgehoben sind, 
und unter den Nichlwithingen Samlands und anderer Landschaften nicht wenige, welche in 
ihren Adelsrechlen mit jedem samländischen Withing sich messen konnten. Wenn demnach 
der Comthur Berthold Brubaven in der Urkunde von 1299 von den libertatibus prerogativis 
der Withingc spricht (nur hier, nicht, wie Voigt 3, 430 Anm.2 sagt, öfter, kommt diesor Aus- 
druck vor), so setzt er mit gutem Bedacht hinzu . prout in litcris super bonis cujusllbet 
continetur. Die Urkunde des Bischofs Siegfried von Samland von 4 296 (bei Voigt a. a. O. 
226J, in welcher einigen Wilhingen ein ausgedehnteres Erbrecht als gewöhnlich, aber noch 
keineswegs das ausgedehnteste, verliehen wird, heisst litera nobilium magruim jus haben- 
tium ehen nur mit Beziehung nuf dieses Erbrecht, und es ist nicht gerechtfertigt, wenn 
Voigt 8, 421 magnum jus als die Gesammthcit aller Withingsi echte auffasst. Der Sudauer 
Luprecht erhält in den Verschreihungen von 4 34 6 und 4 328 grosse und kleine Gerichte se- 
cundum jus et morem antiquorum et primorum Witingorum (judicandi omne videlicet jus, 
ut habetur; siculi Jynandc de Woscgaw et Nnbule, Jodute filii, et filii Ricga habere dinos- 
cuntur, wo man doch ja die Hinzufügung einiger wenigen namentlich bezeichneten Personen 
nicht übersehe, und ferner ein gewisses Wehrgeld secundum omne jus antiquorum Witin- 
gorum, quoium nomiaa supra recitata, wo die wiederholte Hinweisung auf jene Personen 
zeigt, dass aus dieser Urkunde nichts über'ein al I g e m e i ncs Recht der alten und ersten 
Wilhinge, sondern nur Uber das Recht einiger der alten und ersten Withingc, wie es auch 
die Söhne Jodute's und Riega's halten, zu entnehmen ist. Hienach sind dann auch die Worte 
omnia judicia magnorum (Voigt 3, 434, Anni. 4 schreibt auffallender Weise antiquorum) Wi- 
tingorum in der Handfeste für Pictcn und Preidor von 4 34 2 zu erklaren. Neben den grossen 
Withingcn gab es kleine schon unter den alten. Nach allem dem dürfte eine Absonderung 
der Withingc von den Freien in ihren rechtlichen Verhältnissen in Samlaud so wenig als an- 
derwärts zu billigen sein. Dagegen verdient die Thalsache Beachtung, dass der Orden in 
Samland den Stand der Freien mehr als in irgend einem andern Verwaltungsbezirke ausbrei- 
tete, und darauf scheint schon seil dem Abfalle von 4 260 an planmässig hingearbeitet zu 
sein. 

4) Vgl. III, c. 84. Leber seine Nachkommenschaft spricht Mülverstedt in den N. Preuss. 
Prov. Bl. 4855, Bd. 4, S. 269. 

2) Nelube's Name steht daher auch in dem Verzeichnisse der Wilhinge von 4299. War- 
gullo ist hier nicht aufgeführt, wahrscheinlich weil er schon todt war. 



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106 PETRI DE DASBURG 

im (M) De difficultate deferendi victualia ad Castrum Kunigsbergk. 

Prutheni in malicia sua obstinali cogitaverunt, quomodo Castrum Kunigs- 
bergk destruerent, locuro sei licet illum, quem dominus ad Iaudem et gloriam Ho- 
minis sui preelcgit 1 , unde ulciscens in omnes adinvenciones eorum, machina»- 
ciones, quascunque atlemptaverunt, in nihilum redegit. Considerantes itaque 
Prutheni, quod Castrum Kunigsbergk violenter non possent expugnare, tanquam 
viri experti et subtiles in bello ordinaverunt multas naves, quibus naves fra- 
trum ducentes victualia 2 ad dictum Castrum destruerent et delerent, ut defi- 
cientibus sie victualibus et ipsi fratres deficerent. De quo commendator et fra- 
tres turbati, miscrunt occultc quendam virum, qui diclas naves terebro perfo- 
ravit, et hoc tociens ileravit; quod fatigati laboribus et expensis ab impugna- 
cione navium fratrum, quarum multas destruxerant, captis honainibus et oc- 
cisis, desistere sunt coacti *. 

103 (98> De destruetione pontis, quem Prutheni fecerant in flumine Prigore. 

Cum autem Prutheni per hunc modum non proficerent, convenerunt He- 
rum, et cxcogilatis variis modis, quibus ineeptam maliciam perficerent, tandem* 
omnium sentencia convenit in hoc, quod fieret pons super aquam Prigore, et in 
quolibet (ine pontis unum propugnaculum firmum ad modum turris, et sie toi— 
leretur omnis materia veniendi navigio ad Castrum Kunigsbergk. Quod cum 
fratres in diclo Castro jam pene consumpti inedia considerarent, eligentes po- 
. cius mori in bello, quam fame sie miserabiliter interire k , venerunt armata manu 
navigio, et dum appropinquarent ponti, fixis anchoris, venit ventus validus, et 
duxit eos c violenter ad ponlera, quod factum fuit dei providencia, et ascenden- * 
tes pontem invenerunt multos viros armatos in ipso et in propugnaculis super 
capita ipsorum; isti in ponte, Uli in propugnaculis 4 eis viriliter resistentes; or- 
tumque fuit inter ipsos tarn durum bellum, quäle unquam visum fuit in hoc se- 
cuta inter paueos bellatores. Tandem misit eis deus opem et auxilium de celis, 
ut indubitanter creditur, quia humane virtuti quasi impossibile fuit eis (tante 
multitudini) resistere, ut fugatis hostibus pontem et propugnacula fratres fun- 
ditus destruerent et delerent. In hac pugna quidam fralcr Gevehardus, natus 

0»p. 108. a) Uudem fehlt K. b) perire B. e) Ukw B. .1) Pi« Wort« luptr bii propu^nwaUi 

4) Was meint derChronist hiermit? Es scheint, dass erKönigsberg als einen Haupthalt- 
punkt der Ordensherrschaft bezeichnen wollte. Dass der Orden wärend des Abfalles von 
4260 ff. vor allem darauf bedacht war, sich in Samland zu befestigen, geht daraus hervor, 
dass hiehcr die Kreuzfahrer der ersten Jahre kamen, dass der Aufstand daselbst in der That 
zuerst gedämpft wurde, dass hier eine Reihe neuer Burgen angelegt wurde (vgl. zu c. 412), 
und dass die nächslgelcgenen Landschaften an dem neuen Aufstande von 4277 keinen An- 
theil nahmen. Auch kann hier an das Bemühen des Ordens erinnert werden, gerade in Sam- 
land einen zahlreichen Stand der Freien zu schaffen. Die Wichtigkeit Samlands beruht« aber 
auf seiner Lage zwischen den nördlichen und südlichen Besitzungen des Ordens, und auf 
seinen Wasscrätrassen über die Haffe und über die See. 

2) Von Elbing und Culmerland, setzt Jeroschin hinzu. Wohl auch über See. Von Elbing 
aus wurde Christburg mit Lebensmitteln versehen. 

3) Grünau VIII, 43, g. 4 erzählt von einem Abfalle dcrPreussen im Jahre «260, deren 
Signal die Ermordung des samländischen Vogts Steffen von Deck durch den Fürsten Boltzo 
war. Er beginnt mit einem Kampfe gegen den Fürsten Swayno von Neittenberg «jetzund die 
Nehrinpe« und dessen Bruder Seleyno. Grünau benutzt dabei die Notiz von dem Anbohren 
der Schiffe (Dusb. c. 4 02) und von dem Kampfe des Bruders Johann Ozemund (statt Ulrich 
von Madeburg) mit dem Mäste (Dusb. c. 426). Ihm folgte L. David *, 5» f. und theUweise 
Voigt 3, 222 f., 225, dessen haltlose Kritik sich hier in ihrer Blosse zeigt. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 



107 



de Saxonia, quosdam Pruthenos fugientes sccutus, cuidam ex eis uno ictu caput 
amputavit cum gladio, de qua plaga idem vulneratus statim non cecidit ad ter- 
raro, sed sine capite via, qua ceperat, cum aliis per spacium modicum ambu- 
lavii et cecidit. De qua re fptres et alii qui viderant, ammirati fuerunt ultra 
modum, asserentes nunquam talia se vidisse. 

De impugnacione cos tri Küttig sbergk. 10« <w) 

Non longe post hec Henricus Monte Nattangorum capitaneus, congregato 
magno exercitu, venit ad carapum Kunigsbergk, ut impugnaret Castrum. Cui 
fratres cum suis armigeris occurrerunt, ex adverso se viriliter opponentes*. Sed 
Henricus Monte predictus videns a longe fralrem Henricum Uienbusch' lenden- 
tem balistam, accessil festinus ad eum k dicens : hodie te mittam in celum, et 
transfixit eum lancea sua gra viter vulnerando, licet de hoc vulnere postea sa- 
naretur. Hoc videns quidam famulus cum modica lancea dictum Henricum vul- 
neravit, et sie ei reddidit talionem. De quo vulnere debilitatus cum exercitu 
suo infecto negocto retrocessit. 

Item de eodem et quodam mirabili facto cujusdam baliste. tuvm. 

• Nullus sufficeret ad plenum perorare, quot modis et quam variis et subti- 
libus Sambite et alii Prutheni Castrum Kunigsbergk sepius irapugnabant, sie 
quod ex utraque parte plures occisi fuerunt et letaliter vulnerati. Unde accidit 
una vice, quod Sambite cum exercitu impugnantes dictum Castrum adeo infesli 
fuerunt ' in bac pugna, quod quidam frater inter alios, qui sc ad defensionem 
opposuerant, coactus fuit relinquere balistam tensam, et eflugiens vix evasit. 
Quam balistam quidam Sambita tollens suspendil ad collum suum. Alii cireum- 
stantes ammirati fuerunt ultra modum, quid esset, quia prius talia non vide- 
rant, et in diversis locis manibus altrectantes, tandem quidam per depressio- 
nem resoluta clave, corda baliste collum ejus prescidit, ita quod* post tempus 
modicum* expiraret. De quo facto Prutheni balistas valde de cetera timuerunt. 

De destruetione oppidi Kunigsbergk, siH in monte saneli Nicolai. 10B ( ,01 > 

Circa ecclesiam parochialcm saneti Nicolai * in monte juxta Castrum Ku- 
nigsbergk fratres locaverunt quoddam oppidum, et quia non bene fuit firma- 
tum, supervenerunt Sambite improvise, et captis et occisis pluribus hominibus 
ipsum penitus destruxerunt. Unde postea translatum fuit in vallem inter Pri- 
goram et Castrum, in eum locum, in quo usque in diem permanet hodiernum. 

De vastacione ville Dramenow et motte plurium Sambitarum. (m) 

Nemo posset conscribere, et si scriberet vix crederetur, quam solliciti fue- 
runt fratres' in impugnacione Sambitarum, ut eos herum subicerent fidei Cri- 
stiane. Unde debilitatis et effugatis hiis, qui in territoriis Waldow Quedenow 
et Wargen *, et vicinis locis aliis habitabant, fratres cum exercitu contra terri- 

Cap. 104. ») opp. Tlr. B. b) «d f. B. (Jap. 105. e) ftwnnt K. d) ut K. e) mod. t. B. 
Cap. 107. <) fr. fti. B. 

i) Vgl. III, c. 407. 

S) Ist die jetzt sogenannte polni«:he Kirche, auf dem Steindamm. Vgl. Faber Königs- 
berg S. 4 3S. 

S) Von diesen Dörrern Hegt Waldau östlich, Quednau nördlich, Wargen nordwestlich von 
Königsberg. Jeroscbin setzt noch Schaken hinzu. 



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108 



PETRI DE OLSBURG 



torium Pubeten processerunt, et depopulata quadam villa, dicta Dramenow 1 , 
captis pluribus et occisis, dum cum magno spolio recederent, hoste« insecuti 
eos invaserunt, et quasi in fugam converterunt. Sed frater Henricus Uienbusch 
vir totus animosus ipsis restitit, et adeo virilitet se opposuil, quod alii re- 
sumptis viribus et audacia reversi ad prclium predictorum Sambitarum occi- 
derunt multitudinem copiosam. 

— 

tos (los) De victoria fratrum contra Sambitas in terriiorio Bethen. 

In terra Sambie est quoddam territorium dictum Betben', in quo homines 
feroces habitabant, et adeo potentes, quod de una villa quingenti viri ad bellum 
habiles poterant proccdere, quos fratres de Kunigsbergk soli invadere non au- 
debant. Unde rogaverunt magistrum de Lyvonia, ut de partibus suis aliquos 
fratres et armigeros ipsis in subsidium destioaret*, assignantes diero et locuro', 
ubi debebant b ad prelium convcnire. Venientes itaque fratres de Kunigsbergk 
cum suo exercitu in termino prefixo ad locum deputatum, inceperunt dictum 
territorium rapina et incendio devastare, Lyvoniensibus adhuc non comparen- 
tibus. Unde Sambite commoli convenientes exercitum fratrum hostiliter inva- 
serunt, et dum jara vellent in fugam convcrti, compcllentc ipsos nimia hostium 
potcncia, excrcitus fratrum Lyvoniensium cum multis et magnis dcxtrariis &u- 
pervenit, sicque simul invadentes inimicos totum itlum exercitum Sambitarum 
in ore gladii deleverunt, captis mulicribus et parvulis. Habitaciones hujus ter- 
ritorii et circumjacencium in cinerem redegerunt. 

«m» <■«> t De reformacione pari* inter fratres et Sambitas. 

Hiis et variis aftlictionibus castigati Sambite a domino per manus fratrum 
et aliorum cristifldelium, non valentes amplius resistere, presentatis filiis suis 
in obsides, subdiderunt se itenim fidei crisiianc. 

110 <10S ) De recidivfleione Sambitarum de terriiorio Rinow. 

Sed inimicus humani generis dyabolus, qui paci fidelium Semper invidet et 
quicti, suggessit hiis hominibus Sambie, qui in terriiorio Rinow fueranl consti- 
tuti, quod in apostasie vicium iterum sunt relapsi. Unde ipsi congregati cum 
exercitu c Castrum Vischusen episcopi Sambiensis impugnaverunt, in quo nisi 
duo viri, scilicet unus frater et famulus ejus fuerunt illa vice. Et ecce mira res. 
Percussi acrisia, execeavit eos d malicia ipsorum, ut zonam seu corrigiam pen- 
dentem ante oculos ipsorum non videmnt , quam si cum minimo digito manus sue 
traxissent, dicti castri hostium aperuissent, et ipsum per consequens funditus 
destruxissent. Et sie post impugnacionem aliqualem infecto negocio reecsserunt. 

tu (los) De destruetione territorii Rinow et morte habitancium in eo. 

Quod cum ad aures fratrum de Kunigsbergk deveniret, indignati ex hoc, 

. Cap. 108. ») loeumqne B. b) yideb&nt K. Cap. 110. c) cum ex. L eoogr. B. d) Mm B. 

I) Dorf Trebnau, südlich von Pobctheo. , 

Das Territorium Bethen wird nur hier erwähnt. Wenn man nach dem Namen des 
Territorii Pobcthcn (bei Bethen) urtheilen darf, lag es diesem benachbart, und da die livlan- 
dischen Ritter gegen dasselbe Hülfe leisteten, wohl rwischen diesem und dem kurischen 
Haft*. Ebenso räthsclhaft ist das Territorium Bilden am kurischen Haft*. Geogr. S. 156. 

8) Es liegt nahe, dass dies nicht vor der Wiederunterwerfung der Kuron geschah. 
Diese erfolgte aber erst 1S67. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 109 

congregaverunt cum aliis Sarabitis exercitum, et intrantes dictum (erritorium 
Rinow omnes viroS interfecerunt, mulieres et parvulos cum omni ipsorum sub— 
stancia deducentes, sicque iterato quievil in pace terra Sambie sicut prius. 

De edificacione castrorum Tapfon, et Locstele in terra Sambie. «* im 

Infra apostasiam secundam' Castrum Tapiow 2 , quod Prutbeni nominantuu 
Surgurbi', et in successu temporis Castrum Wiclantsort b , quod dicilur nunc 
Locstele a , a nomine cujusdam Sambite, dicliLaucstiete% qui ibidem morabatur, 1270 
edificarunt, munientes ea, ut facilius compescerent maliciam Sanibilaruro*. 

De de8olacione castri Girdawie. ns oos» 

Hoc tempore 8 quidam dictus Girdaw, cujus progenies adhuc dicitur Ren- 
dalia a , zelator fidei et fidolium, habuit in terra Rarthensi Castrum dictum a no- 
mine suo Girdaw. Hie post multa bella et impugnaciones, quas a compatriotis' 
suis apostatis sustinuit, dum omnino deficeret ei victus, combusto Castro cum 
omni domo et familia sua ad fratres de Kunigsbergk repedavit. 

De morte vi fratrum et phtrium Cristianorum in Castro Waislotepila. f iu <io») 

In eadem terra ßarthensi, ut quidam referunt, fratres habebant Castrum 
dictum Waistotepilam*, situm in Jittore fluvii Gobrionis«. Qui fratres quodam 
die exercitum Prulhenorum, qui duas k villas ibi depredaverat', sunt sequuti. 
Sed Prutheni erumpentes de insidiis, quas statucrant, sex fratres et plures 
Cristianos occiderunt. 

De desolacione castri Waistotepile. us (iio>; 

Necdum saciati Prutheni incommodo fratrum coilegerunt magnum exerci- 
tum, et obsidentes Castrum Waistolcpilam tola die usque ad crepusculum for- 
titer impugnaverunt, fratribus ex opposito virililer se defendenlibus. Sed cum 
Prutheni infecto negocio recessissent, fratres considerantes infirmitatem castri, 
et quod non possent tarn graves impugnaciones ammodo sine magno periculo 
sustinere, combusto castro secrete recesserunt. 

Cap. IIS. a) Bufnrbi II. b) ao K. B. Wielantort D. Wlklantfort H. c) ao K. Latutieto B. J. 
Cap. IIS. d) Raudalla B. «) a comp. K. D. cum patriotia B. C*p. 114. OwB.D. WriatotepUa K. 
g) ao B. D. Gobonis X. h) Duci» I H. i) depraUwut B. 

4) Durch diese Worte deutet Dusburg selbst an, dass er, indem er c. 1 00 — 142 die Ge- 
schichte der Kämpfe in Samland zusammenstellt, dem Fortschritte der Ereignisse im Allge- 
meinen vorgreift. Vgl. die Bemerkung über die Unterwerfung von Bethen c. 408 und über 
die Gründung von Tapiau und Lochstet im Folgenden. 

4) Tapinu wurde 1365 erbaut nach den Annal. Pelpl. Samh. Thor. 

8) Bischof Heinrich von Samland trat im Juli 4164 seinen Theil der Landspitze Wit- 
landsort (den südwestlichen Theil von Samland) dem Orden ab : quum fratres quandam mi^ 
nicionem, ut securus pateal introitus et exitus navibus ad terras Prussie applicantibus in 
loco, qui Witlandisort vulgariter appellatur, Intendant construcre, Drogcr n. 367. Lochstet 
wurde 4270 gebaut nach den Annal. Pelpl. und Samb. Um dieselbe Zeit gründete der Bi- 
schof Fischausen, Urk. von 4268 Cod. Pruss. I, n. 458. Auch Labiau entstand damals, vgl. 
zu c. 4 84. 

4) Mehrere grosse Schlachten, in welchen 7000, 5000 Samen fallen, und durch welche 
die Unterwerfung Samlands motivirt wird, verrathen eine eijzenthümliche LUgenquelle bei 
Schütz fol. »4, aus der jedoch Voigt 8, 222 und 224 arglos schöpft. Ebenso hält er 3, 228 
den von Grünau VIII, 4 5, g. 5 erlogenen Kyrwaiten Aleps noch Uber Gebühr in Ehren, weil 
L. David 5, 4 und Schulz fol. 81 sich irre führen Hessen. 

5) Hoc tempore dürfte auf die Jahre 1262 und 4 263 (c. 98 und 4 4 7} zu beziehen sein. 
Dusburg nimmt den Hauptfaden der Ereignisse wieder auf. 

6) Die Lage von Waistotepil ist nicht mehr zu bestimmen, Geogr. S. 22. 



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110 



PETRI DK DUSBURG 



im (in) De casiro Wisenburgk et morte XX fratrum et pharium Cristumorum. 

Castrum Wisenburgk, quod a Pruthenis Walewona' 1 dicitur, situm fuit in 
terra Barthensi in littore fluminis Gobrionis, ad quod de Sudowia et aliarum 
nacionum partibus venit exercitus, et depredato territorio circumjaoente reces- 
sit. Quo facto quidam de familia fratrum consuluit eis, ut sequerentur sine 
omni timore. Cui fratres consencientes cum suo exercitu velociter sunt secuti, 
sed dum statim eos non invcnirent, volebant redire. Quod iüe traditor prohi- 
buit, promittens bona fide, quod circa flumen, quod dicitur Wangrapia**, eos 
sine dubio invenirent. Cui loco dum appropinquarent, sicut preordinatum fue- 
rat, inimici repente insilierunt in eos. Quod videntes fratres ascenderunt quen- 
dam roontem vicinum, et de illo e se longo tempore viriliter defenderunt, cade- 
bantque ex utraque parte plurimi interfecti. Tandem perroittente domino Pru- 
tbeni prevalentes xx fratres et totum exercitum ipsorum occiderunt. 

ii7(i») De desolacionc castri Wisenburgk, 

Hoc Castrum Wisenburgk a Pruthenis fere tribus annis fuit obsessum, et 
erexerant tres machinas, cum quibus quotidie Castrum impugnaverunt. Tandem 
fratres unam violenter rapientes duxerunt ad Castrum , et cum ea sc multo* 
tempore defenderunt. Non longe postea deficientibus omnino victualibus fratres 
12a cum suis armigeris relicto castro secrete anno domini mcclxiii recesserunt, diri- 
gentes viam suam versus ducatum Masovic*. Quo intellecto, dum D>wanus 
tunc Barthorum capitaneus cum mullis armigeris eos sequens, non posset com- 
prehendere, quia jam equi ipsorum iassi substiterunt, ipse assumens sibi xin 
viros in velocioribus equis precessit alios, et dum appropinquarent*, invenit 
fratres jam fame deßcientes et prc lassiludine non valentes ad bellum, et invasit 
eos viriliter, et in primo congressu occidit tres. Alii ad defensionem se oppo- 
nenles dictum tiywanum graviter vulnerarunt , et extunc cessavit a bello, et 
fratres cum suis in pace recesserunt. < 

im ( |ls ) De destructione castri Cruceburgk. 

ms Anno domini eodem r , scilicel «ccLXin*dum Castrum Cruceburgk a Nattangis 
fuisset tribus annis tribus machinis et tribus propugnaculis obsessum, fratres 
cum familia sua post multa bella gloriosa ibidem gesla, deficientibus omnino 
victualibus, secrete, noctis tempore, do castro recesserunt. Quod cum percipe- 
rent Prutheni, sequuti sunt eos, et omnes preter duos fratres in ore gladii oc- 
ciderunt. 

im (inj De irnpugnacione castri Borthen stein. 

In castro Barthenstein fuerunt fratres et alii armigeri cccc tempore obsi- 
dionis, feceranlque Prutheni tria propugnacula in circuitu castri, in quibus con- 

Cap. 116. •) Willewon» H. b) W«timpU K. B. Viqnfi« J. o) Ulo loeo B. 4*p. U7. i) m. 
M.B. •) apprapisqwuwt B. Cap. IIS. D cod. Aom. B. 

4) Wahrscheinlich Galwnnen nordwestlich von Rastenburg, Geogr. S. Sl. 
l) Die Angernpp. 

s) Masovien stand noch immer im Bunde mit dem Orden. Man erinnere sich an den 
Vertrag von 4854 (vgl. zu c. «7), erneuert 1160, Cod. Pruss. 1, n. 4M. 
4) Vgl. Canon. Samb. 



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CRONICA TEURE PRUSSIB. PARS III. 111 

tinue fuerunt mccc viri in armis expediti. Habebant eciam tres machinas, qui- 
bus ipsum impugna verum t*. Sed antequam desolaretur, preter mirifica facta 
plura per fratres ibidem gesta, erat quidam vir dictus Miligedo 1 in dicto Castro 
Barthenslein, qui adeo virilis fuit, quod per mortem ipsius Prutheni estimabant 
se occidisse partem mediam obsessorum. Unde collegerunl concilium, quomodo 
ipsum dolo traderent et occiderent, et excogitatis variis tradicionum fraudibus, 
tandem inceperunt per hunc modum. Ordinatis primo insidiis miserunt quen- 
dam virum in armis strenuum, qui sicut Golias agmina filiorum Israel obsesso- 
rum miliciam exprobraret. Clamans alta voce dixit : si est quisquam in castro, 
qui audcat nie aggredi in prelio singulari, egrediatur ad me foras. Quo audilo 
Miligedo petita licencia fratrum et obtenta, egressus est, et iilum fugientem se- 
quulus. Sed dum ruptis insidiis hostes cum magna turba videret venientes, 
ipse occiso illo fugit ad silvam, et per occultas vias ad Castrum Barlhenstein est 
reversus. Hiis et aliis modis b eum tociens temptaverunt, quod in fine ipsum de- 
cipientes occiderunt. Eodem modo quidam vir dictus Troppo* totus.magnani- 
mus et fidei zelator ab eis ocoisus fuit. De quorum morte facta est leticia magna 
in populo Pruthenorum et tribulacio nimia fratribus e converso. Sed ut fratres 
gaudium ipsorum in luctum converterent et dolorem, suspenderunt in pati- 
bulo facto ante portam castri xxx obsides Pruthenorum, quos captivos tenebant. 
Ex quo accidit, quod cum Prutheni viderent ßlios et consanguineos suos sus- 
penso*, planxerunt et ipsi similiter planctu magno. 

De destructione triam propugnaculorum, et occisione mille et plurium iso (ii6> 

Pruthenorum. 

Post hec surrexit quedam 0 altcrcacio inter familiam fratrum et Pruthenos 
existentes in obsidione pro quodam caldario, qui debebat deferri de uno pro- 
pugnaculo ad aliud, in quo Prutheni consecrata secundum ritum ipsorum deco- 
quere consueverunt. Ad hanc pugnam venerum fratres cum.cL viris, et factum 
fuit inter eos bellum magnum. Tandem fratres volente domino caldarium vio- 
lenter optinuerunt, et procedentes ulterius iila tria propugnacula penitus de- 
struxerunt, ita quod de mccc viris, qui ad defensionem ipsorum fuerant ordi- 
nati, vix aliquis mortem evasit, et de parte fratrum solus marscalcus* cecidit 
interfectus. 

De desolacione castri Barthenslein. * m nie) 

Rccdificatis denuo propugnaculis, dum in quarto anno scilicet doraini 
mcclxiui fratres deficicntibus victualibus non possent a modo resistere Pruthe- iM4 

Cap. 119. •) impupjabwil B. b) hU» modil et «lila modis K. Cap. 120. c) quitiani B. 

• 

\) Miligedo's Tbaten erzählt Voigt nach einer Variation von armseliger und doch un- 
verschämter Erfindung bei Grünau VIII, 7, g. 3 und Schütz fol. 35, 36. Ebendaher nimmt 
er auch noch eine Zahlenangabe 8, 146.. 

1) Wahrscheinlich derselbe, für welchen die Verschreibung von 4 461 ausgestellt ist. 

I) Es darf nicht auffallen, dass der Marschall {Theodorich c. 96) mit der Vertheidigung 
einer einzelnen Burg beauftragt erscheint ; so war auch der Marschall von Holdenstete zu- 
gleich Komthur von Brandenburg III, c. * 30, und nach 4 188 konnte das Marschallamt ganz 
eingehen. Aber Dusburg widerspricht sich, wenn er gleich darauf c. 1 13 erzählt, Marschall 
Dietrich sei in der Schlacht bei Löbau zugleich mit dem Landrueistor Helmerich gefallen. Da 
der Marschall Dietrich noch In einer Urkunde Johann's von Wegeleben, des Nachfolgers von 
Helmerich, am 41. Juli 4163 (Elbinger Komthureibuch p. 4 36) als Zeuge vorkommt, so 
scheint die letztere Angabe von Voigt 3, 1*1 Anm. mit Recht verworfen zu sein. 

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112 



PETRI DE DUSBURfi 



nis, deceperunt eos Iribus vicibus in hunc modum. Fratres cum tota familia 
sua* se in meniis castri sub silencio a mane usquc ad boram nonam occultave- 
runt, et dum Prulheni viderent, quod nullus in Castro compareret, putabant 
obsessos effugissc et viril iter accedentes impugnavcrunt Castrum. Sed fratres 
cxeuntes de insidiis ipsos represserunt, multos sagiltis et ictibus occidentes et 
letalitcr vulneranlcs. Tandem post infinila pericula et bella quidam frater de- 
volus rogavil deum. ut ostcndcrel ei, quid in hac necessitate tucius esset agen- 
dum b . Cui vox celitus missa respondil: Judea et Jerusalem, nolite timere; cras 
egrediemini et dominus erit vobiscum; constanles estote; videbitis auxilium 
domini super vos. Qua audita sequenti die fratres dividenles se et suam fami- 
liam in duas partes, (quarum una venit ad Castrum Kunigsbergk, altera in El- 
bingum), assumptisque reliquiis sanctorum, relictoque in castro quodam fratre 
sene decrepito et ceco, qui ipsos sequi noh poterat, recesserunt. Idem tarnen 
frater, qui mansit in castro ad singulas horas canonicas Signum dedit moro so- 
lito cum campana. Tandem cum diucius occultari non posset, accesserunt suc- 
cessivc bostes ad Castrum, et dum viderent eis neminem resistere, intraverunt, 
et occiso fratre Castrum ad usus suos conservantes, multa de ipso contra fratres 
prelia exercebant. 

{ii7) De impugnacione castri Wilow. 

Hoc tempore Pruthenorum Sudowitarum et Letbowinorum exercitus vali- 
dus intravit terra m Sambienscm, et ordinatis Lethowinis cum una machina ad 
unam partem et aliis cum altera ad aliam, Castrum Wilow obsederunt per oclo 
dies quotidie impugnanles. Tandem uno die dum omnes ad pugnam accedercnt, 
sagitlarii cum telis, machine cum lapidibus, alii cum lignis et straminibus ad 
combustionem castri, et rcliqui diversis modis obsessos inquictarenl, Henricus 
Tupadel, qui postea factus r fuit frater ordinis dorous Theutonice, vir strenuus 
in armis et arte bnlistariorum plenius edoctus, populum obsessum animavit ad 
defensionem et cum eis ignem sepius appositum ad comburendum Castrum ex- 
tinxit. In bac durissiina pugna plures infideies fuerunt occisi et letaliter vulne- 
rati ; sed Henricus prediclus quendam virum nobilem et J potentem capitaneum 
Letbowinorum, cum balista sagittans* telo tetigit et occidit, et ex alia parte 
quendam magislrum, qui ad reparacionem machine ascendil summitatem f ejus, 
sagittavit, et cum telo affixit manum ejus ad machinam *, quo viso infideies ter- 
riti ab obsessione recesserunt. 

ii8(i is) De morle fralris Helmerici tnagislri et XL fratium et plurium Cristianorum. 

lies Eodem anno 1 Henricus Monte capitaneus Nattangorum cum valido exercitu 
intravit terram Colinensem, et preter populum multum et aliarum rerum pre— 
dam inestimabilem , quam secum duxit, omnia edificia extra municiones sita 
combussit, et terram illam Cristianorum sanguine rubrieavit. Quod cum ad 
aures fratris Helmerici magislri deveniret, convoeavit omnem virtutera exercitus 

Cap. 181. ») in» fehlt B. b) agendam B. und.utUch K. Cap. 1S2. e) f»ctu* doppelt B. d) m B. 
e) »K t ,U»xm fehlt B. f) in »urom. D. gl ad m»eh. min. cj. K. wie oben B. D. 

4) Mit RüekHicht auf c. 116 wurde das Jahr <26t anzunehmen sein; allein nach der 
schon angeführten Urkunde Johann s von Wegelebcn wird man die Schlacht bei Lübau vor 
dem 12. Juli 1263 anzunehmen haben. Der Canon. Samb. setzt sie ausdrücklich in das 
Jahr 1263. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 113 

sui, et secutus est eos usque ad terram Lubovie, et ordinato exercitu suo ad 
preliuro, eos viriliter est aggressus. Pratheni autem vallati indaginibus fortiter 
in primo restiterunt, sed tandem fugerunt, et Cristiani sequentes cos dispersi 
fuerunt, et licet in hac fuga plures occidissent, tarnen Prutheni, cum viderent 
paueos viros circa vexillum, coadunati redierunt ad indagines, et ineipientes 
novum bellum, quod diu duravit, ultimo permitteote domino, cujus incompre- 
hensibilia sunt judicia, magistrum et fratrera Theodoricum marscalcum 1 et xl. 
fralres et totum exercilum Cristianorum inlerfccerunt, factaque fuit tanta plaga 
in populo dei, ul estimaretur major, quam illa, que precessit in conflictu Curo- 
niensi, quia licet hic tot non essent occisi sicut ibi, tarnen quasi omnes electi et 
preelecti viri, quorum sapientia et industria et terra Prussie et bellum regebatur, 
sunt extineti. In hoc loco certaminis postea quidam heremita habitans Vidil noctis 
tempore candelas ardentes 2 pluribus vieibus, que interfectos ibi jam coronam 
martirii apud regem martirum adeptos esse' manifeslius declarabant. 

De fratre Lodovico magistro terre Prmsie vn. ia * ("•) 

Frater Lodovicus b de Baldensheym* magister Prussie vn prefuit annis vi 1264 
anno domini mcclxv*. Hoc tempore frater Fridericus de Holdenstete fuit mar- 
scalcus. 

De adventu multorwn peregrinornm. i*mi») 

Volante fama destruetionis castrorum omnium, que predicta sunt, per Ale- 
manie partes, commoti sunt reges et prineipes, et ut ecclesia dei in Prussie par- 
tibus per muitam cristiani sanguinis eflusionem complantata omnino non defi— 
ceret, sed per ipsorum jueundum adventum sumeret debitum incremen tum, 
ideo anno domini mcclxv dux de Brunswich et lantgravius de Thuringia 4 , annoizu 
ejusdem mcclxvi Otto marchioBrandenburgensis" et filius ejus et frater carnalis; im 
anno ejusdem mcclxyui Ottackarus' 1 rex Bohemie a multis stipati militibus etn«s 

Cap. 128. ») adepto» mm fehlt in den Codi, Conjeetur T. C»p. 1S4. b) Aach LodeTicu» B. c) So 
K. B. B*ldea»h«im D. Cip. 126. d) Ottocu-u» D. 

4) Ein Irrthum, vgl. zu c. 4 20. 
2) Vgl. IV, c. 78. 

3} Unrichtig: Ludwig kommt schon in einer Urkunde vomFehruar 4 964 vor. Die sechs- 
jährige Dauer seiner Amtsverwaltung ist nicht anzufechten, Hisloriogr. S. 287. 

4) Albert von Braunschweig war der Sohn des c. 25 erwähnten Herzogs Ott». Landgraf 
Albert hatte schon bei Lebzeiten seines Vaters Heinrich'» des Erlauchten (vgl. c. 13) Thürin- 
gen erhalten, wie sein Bruder Dietrich die Markgrafschaften Meissen* Lausitz, Landsberg etc. 
Kurz vor der Kreuzfahrt nach Preussen war der Herzog in erbitterter Fehde gegen den Land- 
grafen und dessen Bruder gefangen, uud hatte ein Jahr lang-4268— 4264 in der Gefangen- 
schaft geschmachtet, Chron. Sampctr. bei Mencken 3, 270 f. Der Kreuzfahrt beider Fürsten 
gedenken, in der Jahrzahl Ubereinstimmend, die Annal. Pelpl. und das Chron. Sampetr. p. 278. 
Die Kreuzfahrt des Herzogs wird auch in der niedersächsischen Reimchronik bei Leibnitz 4, 
4 44 berührt (vgl. Beilage 3). Des Landgrafen Albert Kreuzfahrt ist in der Hist. de landgrav. 
Thuring. bei Pistor. 4, 930 auf das Jahr 4266, in Rohte's Thüringischer Chronik bei Mencken 
2, 4743 auf 4268 verschoben. Die beiden zuletzt genannten Chroniken aus dem 45. Jahrhun- 
dert fUgen noch hinzu, dass Albert in Preussen zum Ritter geschlagen sei, was demnach 
nicht hinlänglich begründet erscheint. Rohte malt noch weiter aus. 

5) Auch Pulkava (Beilage S) setzt Otto s Kreuzfahrt in das Jahr 4266, und nach den An- 
nal. Pelpl. Samb. Thor, ist das Schloss Brandenburg (Dusb. III, c. 4 27) ebenfalls im Jahre 
4266 gegründet. Des Chron. Sampetr. I. c. scheint also zu irren, wenn es -Otto zugleich mit 
den beiden vorhergenannten Fürsten ausziehen lasst. — Am 25. Juli 4 265 vertröstete der 
Pabst Clemens IV. die Christen in Palästina auf einen Kreuzzug, welchen Markgraf Otto von 
Brandenburg dorthin zu unternehmen beabsichtigte, Riedel cod. Brand. II, Bd. I, S. 88. 

6) Kurze Notizen über Ottokar's zweite Kreuzfahrt bieten ausser den Annal. Pelpl. und 
Thor, die Annal. Zwetlenses, Viadobonenses und Salisburgenges , eine ausführliche von 

Scrf|it. t. F. I. 8 



I 



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114 PETRI DE DUSBURG 

potencia armatorum vencrunt Prussiam in subsidium dictc lerre, ut videlicet 
rebellionem compescerent Pruthenorum. Scd quia nccdum venit hör«, in qua 
deus vellet misereri populo suo, sed amplius castigari, desideratum desiderium 
dicti principes propter mollicieni liyemis 1 non poteranl deducere ad cffectum, 
sed dereliclis crislifldeJibus 'terre Prussie in magnis periculis ad proprio sunt 
revorsi. 

i«s(i2i) De fralre Vlrico et morte L Pruthenorum. 

Hoc tempore fuit fratcrUlricus deMcgdeburgk in convenlu Kunigsbergk, qni 
adeo fortis erat in corpore, quod pluriura virorura vires excederet. Accepit enira 
duos armigcros qucmlibet* cum b uno digito per cingulum in dorso c , et eos in 
sublime ipsis renitcntibus elevavit. Hic ordinalus fuit cum d quibusdam fratri- 
l>us et armigeris ad custodia m navium Cristianorum, quo per mare venerant ad 
Icrram Prussie*, quas Prutbeni antea sepius destruxeranl. Unde accidit, quod 
cum ipse cum paucis circa naves predictas' romansisset, vencrunt Pruthent ar- 
mati cum V. navibus, et dum ad destruendas naves suas appropinquarent, fra- 
ter Ulricus accepit malum de navi sua, et illorum naves percuciendo, tot sub- 
nicrsit, quod l Prutbeni cum navibus suis f sunt submersi. Alii boc ( videntes 
perterriti recesserunt. 

warn De edificacione casiri Ikamlenburgk. 

1266 Anno domini mcclxvi marcbio Brandenburgensis, ut premissum est, cum 
multitudine pugnatorum vcnit ad terram Prussie, et cum aliud agere non pos- 
set, de consilio magistri et fratrum edificavit Castrum Rrandcnburgk * et a no- 
mine marchtonatus sui ad perpetuam memoriam sie voluit appellari. 

i*t (123) De morte Swantejwlci ducis Pomeranie et rebcllione Mestowini filii sui 

contra fratres. 

Hoc anno Swantepolcus dux Pomeranie decidit in lectum, et ut cognovit, 
quod 1 * moreretur, voeavit ad se Hlios suos, et pro testamento ultimo, quod morte 
confirmavit, dedit eis hanc doctrinam, dicens: postquani inter nie ex una parte 
et fratres domusTheutonice ex altera bellum crevit, ego Semper decrevi ; per fas 
et per nefas et modis variis impugnavi eos, et non profeci, quia deus cum eis 
est ' et pugnat pro eis. Unde consulo, quod nunquam vos eis opponatis, sed 

C»p. 1S6. a) qualibet K. b) cum fehlt B. e) in dorso fehlt K. d) cum fehlt B. e) pred. oav. B. 
fj auta fehlt B. j) hee K. Cap. 12g. h) quia B. i) dominua e.t c. e. B. 

Voigt übersehene Beschreibung die östrcichischc Reimchronik von Ottokar von Steiermark. 
Johannes von Vtctring wirft die erste und zweite Kreuzfahrt Ottokar's zusammen (vgl. Bei- 
lage 6). In der Zeitangahe stimmen Chroniken und Urkunden genau überein. Am 44. De- 
cember 4 267 befand sich Oltokar noch in Frag, am 16. Februar 4 268 war er bereits dahin 
zurückgekehrt, Böhmer Regestcn S. 4 42. Am 3. Januar 4 26« ündeu wir ihn in Culm, Cod. 
PrusS. i, n. 454. Ottokar gedachte in Galindien, Jadwingien und Lithauen für sich Erobc- 
. tuiigen zu machen und daselbst einen neuen Metropolitansitz zu errichten, nach den Urkun- 
den von 4 267 und 4268, Cod. Pruss. I, n. 453 -457. 
4) Vgl. III, c. 77, 286, 948. 

4) Es ist »ehr wahrscheinlich, dass Albert von Braunschweig zur See nach Preussen ge- 
kommen ist, da er durch seine Thätigkeit in Dänemark ohnehin mehrfach auf .die See ge- 
wiesen war. 

3) Vgl. zu c. 425. Man fasse zusammen den Burgenbau zu Tapiau 4 263, Brandenburg 
4266, Fischausen 1268, Lochstet 1270, Labiau etc. und man wird hieraus erkennen, wie der 
Orden bestrebt war, sich in den niedern Landschaften rings um Königsberg zu sichern, und 
wie er In diesem Bestreben aJlmählig vorwärts kam. 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 115 

cum omni reverencia honorale. Huic doct.rine non adhesit Mestowinus primoge- 
nitus ejus. Sed mortuo patre 1 , dum esset dux Pomeranie, temerario quodam],^ 
ausu sequens sinislra patris sui prima vestigia, induxit Pruthenos, quod cum 
exercilu lerram Colmensem et episcopalum Pomcsaniensem ex opposito castri 
sui Nuwenburgk destruercnt incendio et rapina, et xv naves fratrum oneratas 
rebus necessariis ad defensionem fidei et fidelium Prutheni ex una parte Wisele 
et castrenses de Nuwenburgk ex altera fortiter impugnaverunl, quousque nauto 
coacti , cum aliter evadere non possent , ejectis de navibus rebus omnibus 
evnserunt. 

De vindicta hujus rebellionis. M » < 1J4 > 

Quo percepto, magistcr et fratres colleclo magno exercitu intravit in die 
beatorum Petri et Pauli apostolorum terram Pomeranie circa Castrum Nuwen- 29. Juni 
burgk et post in autumno sequenti circa civitalem et Castrum Dersowiam et 
utriusque castri territoria circumjacencia captis multis hominibus et pecoribus 
incendio devastavit*. Quo facto Mestowinus dux Pomeranie, qui prius tanquam 
leo seviit in fratres et eorum subditos, modo ex vexacione bujusmodi mitigatus 
cum multis precibus humiüando se oplinuil a magistro, quod inter eum et ma- 
gistrum et fratres fuit pax pristina reformata*. 

De destructione castri Brandenburg!*. 13« <i») 

Frater Fridericus de Holdcnstete'commendator de Brandenburgk, cum fra- 
tribus et armigeris suis profectus fuit ad territorium Nattangie, quod dicitur 
Solidow 4 circa Castrum Cruceburgk, et per inccndium et rapinam occisis et 
captis plurimis devastavit. In reditu occurrit ei nuncius, qui dixit, quod Castrum 
Brandenburgk esset destructum per" nunc modum. Quedam mulier Pruthena 
serviliV condicionis, filia Bclial, recessit de dicto Castro, et Glapponi capitaneo 
Warmiensium fratnim absenciam recitavit ; qui cum multis armigeris- veniens 
ipsum expugnavit. Quo audito commendator turbatus ivit cum suis versus Ku- 
nigsbergk et reversus navigio Brandenburgk, fratres et aliquos de familia sua, 
qui se in turri lignea dicti castri defenderunt, ab impetu et impugnacione Pru- 
ihenorum salvos secum duxit. 

De reedificacione castri Brandenburgk et laudabili vita cujusdam fratris i»i am 

ibidem. 

Marchio de Brandenburgk intelligens, quod Castrum per eum edificatum 
esset a Pruthenis destructum, turbatus est, et colleclo Herum magno exercilu 
rediit Prussiam c , et de magistri et fralrum consilio ad eundem locum caslrum 
aliud ejusdem nomin is instaura vit °. In hoc castro fuit quidam frater Hermannus 

Oap. ISO. a) in B. b) «mili. B. K. T. wttIUs ConJ. C»p. 181. e) ad P. B. 

» 

4) Swantopolk starb am 44. Januar 4266. Von seinen Sühnen erhielt Wratislaw den klei- 
neren Theil Pommercllens mit Danzig, Mestwin das llebrigc. 

8) Etwas ausführlicher erzählt den Krieg Jcroschin. Voigt 3, 27» f. hüll sich; trotzdem 
dass er Vorsicht in der Benutzung L. David s 4, 94 für nöthig erkennt, in der Darstellung 
dieses Krieges doch nicht frei von dessen (Juelle, Grünau VII 1, 4 8, §. 1. 

») Wartislaw scbloss schon am 4. August 4x67, Mestwin erst am 3. Januar 4268 unter 
Vermittlung König Ottokar's Frieden, Cod. Pruss. I, n. 4 53, 454. 

4) Wahrscheinlich an der Stello des jetzigen Dorfes Sollau. 

5) Otto von Brandenburg starb 4267 ; er unternahm diesen Zug also In seinem letzten 

8* 



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116 PETRI DE DUSBURG 

de Lichtenburgk nobilis, qui preter alias castigaciones* et abstinencias, quibus " 
se afflixit, continue circa corpus suum nudum Ioricn pro camisia utebatur. Unde 
accidit, quod superindutis aliis armis, dum ad bellum proficiscens impetuose 
se haberet, sicut in tali negocio esl consuetum, in tantum caro ejus corrosa fuit, 
ac si fuisset scorpionibus cesa. Pro quo dum fraler Petrus sacerdos, confcssor 
ipsius, eum redargueret, asserens, quod tempore belli deberet loricam deponere, 
propter armorum gravedinem aliorum, respondit, quod nulla necessitas ad hoc 
eum posset artare, quod vivus eam deponeret. Sed in ipsa nocte sequenli ap- 
paruit ei beata virgo Maria, que tactu placide manus sue ipsum sanavit, sie 
quod dum eum frater Petrus predictus herum videret, nulla corrupeionis ali- 
cujus in cute ipsius macula comparebat. 

»w De fratre Theodorico magistre Prussie viu. 

«71 Frater Tucodoricus de Gatirslebe b magister terre Prussie viu prefuit vi c 
annis ! ,-anno domini mcclxxi. Hoc tempore fuit eciam marscalcus frater Conra- 
dus de Tirbergk senior. 

im (128) J5e vastacione terre Nattangie per dominum Theodoricum marckionem 

Misnensem. 

1271 Anno domini mcclxxii dum videns videret dominus aflliclionem populi sui 
in Prussia, et jam venisset plenitudo temp*oris, in quo sui voluit misereri, do- 
minus Theodoricus marchio Misnensis*, filius illustris prineipis domini Henrici, 
de quo in bello Pomesanorum superius est premissum, venit ad terram Prussie 
cum multitudine pugnatorum, et dum assumptis sibi magistro et fratribus ho- 
stes vellel aggredi, invenit propugnaculum in introitu d terre Nattangie firmatum 
multis arraigeris, qui ingressum diclo prineipi prohibebant. Sed fratres Theo- 
doricus et Guntherus germani de Regenstein assumptis sibi fratribus et armi- 
geris dictum propugnaculum occisis et captis omnibus destruxerunt. Hoc^ facto 
dictus prineeps sequens sacra patris sui vestigia, lanquam leo intrepidus, qui 
ad nullius pavet occursum, cum exercitu suo processit, inIrans terram Nattangie, 
usque ad forum, quod dicitur Gerkin* 1 , ubi mansit tribus diebus et noelibus, 
singulis diebus perluslrans Nattangiam incendio et rapina. Tantamque fecit in 
eis stragem, quod sequenti anno se fidei et fratribus itcrum subdiderunl. Hiis 

a) out. il. B. C*p. 1SS. b) Ottteralcben H. e) III Coiy. T. Cap. ISS. d) lnlroitu K. D. inwcfeJ. 

lerritorio B. tnctu H. e) Cicrfcin U. 

1} Dem widerspricht c. 13*. Es sollte heisson II annis, Historiogr. S. «87. 

8) Vgl. zu c. 185. Dass Dietrich seinen Kreuzrug 187i unternahm, sagen auch die Annal. 
Pelpl. und Thor. In ausserpreussischen Quellen wird desselben nicht gedacht. Durch farb- 
lose Erfindungen sehr entstellt ist er bei Schütz fol. 37, 38, wo wieder grosse Schlachten, in 
denen viele Tausendarfallen, bei Christburg, Braunsberg, Brandenburg, zur Mutivirung der 
endlichen Unterwerfung Preussens in Bereitschaft sind. Voigt 8, 314—316 schreibt ihm hier 
mit besonderer Befriedigung nach. Auch die Eroberung von Gellcnsburg {Gilgenburg) und 
Transparn (schon bei Grünau VIII, 9, g. 1 Bezeichnung für Prcuss. Mark) erzählt er 3, 317 
nach Schütz. 

3) Dorf Görken zwischen Dolstüdt und Dexcn. Die Bezeichnung als forum erinnert 
an das forum Pogusanie an der Passarge in der Urkunde von 1887 Cod. Warm. I, n. 77, 
forum Pruthenicum auf dem Wege von Fischausen nach Mcdenau in der Urkunde von 1388 
Matric. Fischus. p. 39. So ist das heutige Preuss. Mark bei Elbing wahrscheinlich der alte 
Handelsplatz Truso nach Neumann s Dcduction in den N. Preuss. Prov. Bl. 185*, Bd. 8, S. 
899 f. Und so scheinen auch Preuss. Mark bei Salfeld, Neumark bei Muhlhausen, Neumark 
im Culmerlandc etc. an uralte Verkehrsverhältnisse zu erinnern. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 



117 



itaque sie gestis, idem dominus marchio rediit ad partes suas, non tarnen sine 
suorum discrimine, quia de populo suo in prima impugnacione propugnaculi 4 cl 
et in vastacione terre Nattangie l viri a Pruthenis ceciderunt interfecti. üic deo 
devotus prineeps preter mulla b alia beneficia, que pro statu terre Prussie fratri- 
bus c impendebat, xxim viros nobiles et in armis strenuos d de familia sua vestiri 
fecit in ordinem' domus Theutonice, et providens eis babundanter in omnibus, 
que ad religionem et miliciam fuerant necessaria, reliquil in terra Prussie. 

De fratre Conrado magistro Prussie ix. im (i»> 

Frater Gonradus deTirbergk senior magister terre Prussie ix prefuit vi 1 an- 
nis, anno domini mcclxxjh''. Hic a magistro generali vocatus ad capitulum 
mortuus est in via. 

De tnorte Henrici Monte capitanei Nattangorum. isa (iso) 

Post hujus prineipis recessum Nattangi ineeperunt trepidare timore, ubi 
aliquando non erat timor. Nusquam fuit locus adeo occuHus, ubi non timerent 
sibi periculum imminere. Unde accidit, quod Henricus Monte capitaneus ipso- 
rum, cum quibusdam suis complieibus secessit in desertum, et dum solus se- 
deret in tentorio suo, soeiis suis in venacione existentibus, supervenerunt ex 
inopinato rerum eventu fratres Uenricus de Sconenbergk* commendator de 
Cristburgk et frater Helwicus de Goltbach* cum quibusdam armigeris, et viso 
Henrico gavisi sunt valde, et rapienles eum ad arborem suspenderunt et sus- 
pensum gladio transfixerunt. 

De morte Glapponis capitanei Warmiensium et mbjectione Warmiensium c/iae(t3i) 

Nattangorum. 

Glappo capitaneus Warmiensium habuit quendam virum sibi subjectum, 
dictum Steynow h , quem tenerrime dilexit. Sepius eum a mortis periculo Hbe- 
ravit. Sed ille immemor beneficii sibi ab eo prestiti retribuebat mala pro bonis, 
et odium pro diiectione. Cogitavil enim, qualiler ipsum in mortem traderet, et 
ut hoc posset deducere ad' eflectum, invitavit ipsum ad expugnandum Castrum 
quoddam, situm in terra Sambie circa litus maris recentis, fere ex opposito 
castri Brandenburgk*, assignans ci diem.quando cum suo deberet exercitu k ad- 
venire. Medio tempore venit iste Steynow' ad commendatorem de Kunigs- 
bergk, et factum hujusmodi prodidit, consulens ei, ut cum exercitu suo secum 
iret. Qui annuens consilio suo, assumptis sibi pluribus™ fratribus et armigeris, 

») prop. imp. B. b) molta fehlt B. e) fratrihui vor pro D. d) ttrenoo* fehlt K. e) ordinem B. D. 
ordiae K. Cap. 1*4. 0 VI K. B. D. J. VII H. f) LXXIII B. D. LXX1III K. H. C»p. 136. 
b) Bteiaow K. i) In B. k) exwe. deb. B. 1) Ute 8t. r. K. wie oben B. D. m) pl. .. B. 

i) Die chronologischen AnRaben sind richtig, Historiogr. S. 887. Jeroschin schreibt mit 
RUcksicht auf c. 132 unvorsichtig 4 977. 

i) Hermann (nicht Heinrich) von Schöneherg erscheint als Comthur von Christburg am 
St. Februar l«7t, am 22. Februar 1275 und sptlter; dazwischen Härtung vom 25. October 
,273 bis 8. Januar <27*. Voigt, Namenscodex S. 2*. Es ist also zweifelhaft, ob Monte 4 273 
oder 4 274 starb. 

8) Er kommt als Conventsbruder zu Christburg vor in der Urkunde bei Kreuzfcld vom 
Adel etc. S. *3. 

4) Die Hochmeisterchronik nennt die Burg Conowedit (die holländische bei Matth. Annal. 
S, 745 verstümmelt Cerauwe). Darnach Hcnneberger 5. 43, 58 und Voigt 3, 34 9. Aber die- 
ser Name ist aufzugeben, Historiogr. S. 78. 



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1 18 PETRI DE DÜSBURG 

venit, et Glapponem cum exercitu suo in obsidione dicti castri invenit, et ir- 
ruens repente in ipsos omnes occidit. Sed Glapponem secum duxit Kunigs- 
bergk, et in monte, qui a nomine suo usque in prescntem diem dicitur mons 
Glapponis 1 , suspendit. Occisis ergo capitaneis et aliis, per quos bellum rege— 
batur, Nattangi et Warmienses se fidei et fratribus iterum submiserunt. 

Wim) De hello singulari omnium castrorum ei civilalum terre Prussie in secunda 

apostasia, 
primo de Balga. 

Premisso in generali de bello secunde apostasie descendendum est ad sin- 
gulare prelium cujuslibet castri et territorii terre Prussie. Unde non moveat 
lectorem, si aliqua bella infra secundam aposlasiam jam posita vel ponenda non 
inveniat co ordine, quo sunt digesta, quia jam transiverunt a memoria hominum 
nunc viventium, quod nullus de ipsis posset se modo debito expedire. Factum 
quidem prb majori parte ponitur, sed tempus debitum non servatur. Unde per 
antieipacionem multa reperies hic posita et descripta. Postquam Warmienses, 
i2«o Nattangi et Barthi anno domini mcclx apostatassent a fide et fidelibus, cireui- 
erunt terras suas armata manu, et quotquot invenerunt Cristianos, occiderunt, 
mulieres et parvulos captos deduxerunt. Posthec processerunt versus Balgam, 
et equos fratrum et pecora spoliaverunt, quod non* una sed pluribus vieibus 
factum fuit. 

I38 (|33) De occisione m fratrum et XL virorum. 

Non longe postea duo nSbiles et potentes Scumo k et Sluczc' cum magno 
exercitu venerunt ante Balgam. Fratres cum suis occurrentes eis, duos Prulhe- 
nos nobiles occiderunt. llac die fuit tanla nebuln, quod nullus alium a longe 
videre potuit. Unde factum fuit, quod dum fratres Prulhenos recedentes vellenl 
invadere, quia media pars exercitus ipsorum transivit paludera, illi, qui in in- 
sidiis latilabanl, erupcrunl, et tres fratres cum xl viris interfecerunt. 

138 ( ,3 4) De motte quorundam Prulhenorum. 

A prineipio fundacionis sui, in castro de Balga fuerunt fratres et armigeri 
adeo magnanimi et audaces, quod vix aliquis exercitus hostium poteral ab eis 
recedere sine damno. Unde contigit d , quod cum Pobrawo cum Nattangis et 
Warmiensibus exercitu congregato premitteret noctis tempore multos pedites ad 
campum de Balga, et ipse mane sequens cum cquitibus, pecora fratrum rece- 
pisset, occisis tribus viris, qui custodiebant ea, frater Gerhardus de Reno* et 
plures alii fratres cum armigeris sequentes eos, dictum Pobrawe et sex viros 
occiderunt et predam de ipsorum manibus erucninl. 

14« das) De bello civium de Drunsbergk infra secundam aposlasiam et capeione castri 

et civitatis. 

Dominus et frater Ansclmus ordinis domus Theutonice, episcopus Warmien- 



Cap. 137. >) non fehlt K. Cap. 138. b) 8cumo B. D. i. Stiuno K. U. c) SlacM B. D. BlaU* K. 
Cap. 139. d) eonÜBfit B. 

1) Später, wie noch jetzt, Rollhcrg nachHcnnebergerS. <3, R8 und einor Randbemerkung 
• im Thorncr Codex. 

I) Gerhard wird in der Handfeste von Marienburg 4276 als Corivcntshruder zu Marien- 
burg erwähnt, Voigt 8, 196. 



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- 



CRONICA TBRRE PRÜSSIE. PARS III. 1 19 

sis 1 edificavit Castrum et civitatera Brunsbergk in illa insula in desensu fluvii 
Sergie* vix ad duos jaclus lapidis a loco, ubi nunc sunt sile k , quas Prutheni 
cum magno exercitu in primo anno secunde apostasie obsederunt, per unum 
diem fortiter impugnantes. Quibus cives et castrenses se opponentes viriliter 
restiterunt, locn illa castri et civitatis, ubi aditus poterat paterc hostibus, cur- 
ribus et quadrigis et lignis alüs precludentcs. In bac impugnacione ex utraque 
parte multi vulnerati, et quidam mortui ceciderunt. Tandem cum non profice- 
rent, recesserunt. Postea cogente necessitate xl viri de dictis Castro et civitate 
pro feno et lignis deferendis exicrunt, qui omnes ab inimicis fuerant interfecti. 
De quo cives et castrenses territi desperabant, quod non possent a modo resis- 
tere, si insurgeret nova impugnacio. Combustis igitur c Castro et civitate reces- 
serunt cum omni familia sua, nihil de omnibus rebus et utensilibus suis secum 
deferentes, nisi quantura poterant in humeris deportare. Quibus recedentibus 
occurrerunt in via lx viri Cristiani, quos fratres de Elbingo miserant eis in auxi- 
lium. Sed dum audirent, quod Castrum et civitas cssenl exustc, processerunt 
omnes pariler in Elbingum. Deinde anno domioi mcclxxix dominus Henricusi37» 
episcopus Warmiensis civitatem et Castrum Brunsbergk in eum locum, ubi nunc 
site sunt, collocavit*. Hic episcopus, dum primo post consecracioncm suam in- 
traret episcopatum suum, non invenit nisi siDgulis annis de quodam molcndino 
in reditibus tocius diocesis unam roarcam *. 

De hello fratrum de Crislburgk in secunda apostasia, et de quodam miraculo, m (m) 

et de oeemone multorum Pruthenorum. 

m 

Frater Theodoricus dictus Rode, commendalor de Crislburgk* infra secun- 
dam apostasiam exiit cum fratribus et peregrinis numero centum, et post de- 
predacionem terrc Pogesanie, secuta fuit eos innumera multitudo Pruthenorum, 

0»p. 140. m) 8eri(i« B. b) innt site B. nnt tlu B. «St» «rot K. e) ifftw B. D. «f« K. 

1) Anselm war am 28. August 1150 zum Bischof von Ermeland geweiht, und stellte als 
solcher noch im Fchruar 1264 eine Urkundo aus Cod. Pruss. I, n. 87, Dogiel IV, n. 35. 
Näheres über seinen Tod ist nicht bekannt. Sein Nachfolger Heinrich I. Flcmming wird ur- « 
kundlich zuerst 1278 erwähnt Cod. Warm. I, n. 54 und lebte bis 1300, vgl. Eichhorn in der 
Zeitschrift für Ermeland 1, 100 f. 

i) Die Nachrichten Uber die Gründung von Braunsberg weichen wunderbar von einan- 
der ab. Der Name Brusebergue, welcher in der Friedensurkundc von 4 249 vorkommt, steht 
mit dem Namen der Stadt doch ohne Zweifel in Zusammenhang. Jedenfalls ist dies wahr- 
scheinlicher, als der Einfall Pulkava's bei Dohner 3, 225, welcher die L'cberlieferung der 
Annales Ottocariani über Ottokars Kreuzfahrt durch eine Reihe verfehlter, nur auf der 
kenntniss bestehender Verhältnisse und auf gewagten Conjecturen beruhender Angaben zu 
vermehren trachtet, und so auch die Behauptung aufstellt, Braunsberg habe seinen Namen 
von dem Bischof Bruno dem Begleiter Ottokars erhalten. Diese Angabc ist auch Uberge- 
gangen in das Chron. ßohem. Bei Ludewig Manuscr. rcliq. II, 296 und Plastwig de vitis 
episc. Warm. p. 4. Das» Braunsberg von jenem alteren Glaubensboten Bruno (f 1009) den 
Namen habe, wie in der Einleitung zur Ausgabe seiner vita Adalberli bei Pertz Script. IV, 
p. 580 gesagt wird, ist noch weniger zu begründen. Wenn Dusburg die Erbauung des er- 
sten Schlosses und der ersten Stadt mit Recht dem Bischof Anselm zuschreibt, so kann sio 
nicht vor 1250, als dem Antrittsjabr Anselms, erfolgt sein. Bald nach 1260 wird sie von ih- 
ren Bewohnern verlassen sein, da die ermelündischen Urkunden auch jener ersten Jahre in 
Elbing oder Tborn ausgestellt sind, Cod. Warm. I, n. 41 ff. Die Wiederherstellung der Stadt 
erfolgte nach dem Annal. Thor. 1272, nach Dettmar'g lübischer Chronik bei Grautolf 1, 153 
(die sonst dem ersteren verwandt ist) 1276, nach dem Canon. Samb. 1277, nach Dusburg 
1279. Urkundlich erwähnt wird die Ortschaft Brunesherch oder Brunsbergk mit einer Kircho 
schon 1251, Cod. Warm. I, n. 26, 27, die Stadt Breunsberg 1260, dann 1278 ; ihre Handfesto 
erhielt sie 1280, Cod. Warm. I, n. 48, 54, 56. 

3) Hieraus folgt, dass er sein Amt in einer Zeit antrat, in der die Macht der empörten 
Prcussen noch ungebrochen war. 

4) Zwischen 1262-1265 nach Voigts Namenscodex S. 14. 



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120 



PETRI DE DISBURG 



quos dum sine conflictu evadere non posset, confisus de misericordia dei vertit 
faciem suam ad eos, et dum viriliter aggrederetur in bello, conversi sunt in fu- 
gam, et fralres et peregrini sequentes ipsos tot occiderunt, quod nunquam a 
paucis hominibus uno die tot fuerunt homines interfecti. Captivi autem, qui li- 
gati ducebanlur a fratribus, dixerunt, quod vidissenl in actu bellandi unam 
pulcherrimam virginem vexillum fratrum in aöre ducentem, de qua visione tarn 
meticulosi facti fuerunt, et emareuit cor eorum, quod nullus ad defensionem po- 
nore se audebat. 

1M ('s?) D e expugnacione cujusdam propugnaculi. 

Congregati Pogesani 1 rursum bella movere volunt, et procedentes usque 
Cristburgk, quoddam Castrum situm juxta* ipsum, in quo fideles Pomesani ha- 
bitabant, fortiler impugnantes, tandem intraverunt potenter, et captis et occisis 
hominibus preter eos, qui ad Castrum Cristburgk confugere poterant, dictum 
propugnaculum funditus destruxerunt. 

i«s (138) De morte duodeeim fratrum et quingentorum virorum et de destruetione civi- 
tatis Cristburgk, castri Potnesanorum et suburbii fratrum, et occisione 

plurium Cristianorum. 

Diwanus dictus Clekinc b * capitaneus Barthorum et Linko* Pogesanus cum 
magno exercitu intraverunt terram Colraensem, et dum ad clamorem hujus exer- 
citus fratres de Cristburgk et alii convenissent ad terram Colmensem, Pogesani, 
ut Diwanus preordinaverat, cum valido exercitu equitum et pedilum venerum 
ad Castrum dictum Tranpere", situm infra Cristburgk et Mergenburgk, in cu- 
jus obsidione reliquerunt pedites, et quendam dictum Coitc ipsis capitaneum 
prefecerunt. Sed equites transiverunt usque ad territorium dictum Algent*, in 
quo nunc situm est* Castrum Mergenburgk, et usque ad Insulam sanete Marie 
occidendo, capiendo et cremando, quiequid in via eis occurrit. Quo intellecto 
fratres de castris Pusilia et Yischovia cum suis armigeris venerunt fratribus et 
civibus de Cristburgk jam in armis paratis in auxilium. Et dum fratres proce— 
dentes appropinquarent Castro obsesso, Prutheni cessantes ab impugnacione 
conversi sunt in fugam. In hac fuga et impugnacione castri multi Prutheni oc- 
cisi fuerunt, et letaiiter vulnerati, et Colte capitaneus eorum eciam cecidit gla- 
dio interfectus, sieque pedites fugientes occurrerunt equilibus. De quo territi, 
congregaverunt se et equites et pedites, et in Iitore Sirgune castra metati sunt, 
fratribus ex opposilo sc locantibus cum suo exercitu. Prutheni videntes, quod 
sine beilo evadere non possent, considerata opportunitate, dum Cristiani quasi 
nihil timentes sine custodia debita essent, inio eciam seilas de equis posuissent, 
mediam partem exercitus sui occulte permiserunt transire fluvium, qui Cristia- 
nos retro, alii ante, bello durissimo invaserunt, et antequam Cristiani se possent 

Cap. 142. a) dre* B. Cap. 148. b) Cleeklne B. Dekine T. c) Uocko B. d) •<> K. B. D. Tnunpere 
T. H. «} eit fehlt B. 

1) Jcroschin, welcher Pomescnen schreibt, scheint eigenmächtig zu ändern. 

3) Klokis, der Bär, nach Neumann's altprcussischem Vucabular. Nach Jeroschin soll 
er den Namen von seinem Vater haben — Einen Streifzug der Heiden, auf welchem 
Chrisiburg erobert, und 13 Brüder und 4 50 andero Personen erschlagen wurden, erwähnt 
beim Jahre < 271 das Chron. Sampctr. (S. Beiluge *J. 

3) Jetzt Troopen, Geogr. S. 1 3. 

4) Siegel des Ordensvogts in Stuhm von 1388 mit der Umschrift sigillum advocati in 
Aliom, bei Vossberg Prcuss. Münzen und Siegel S. 32. 



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♦ 

CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 121 

preparare ad defensionem, occisi fuerunt xn fratres et quingenti viri circa villam 
Poganste. Reliquos fugientes ad civitatem sccuti sunt, et post modicam impug- 
nacionem potenter intraverunt, et civitatem et Castrum Pomesanorum 1 et fra- 
trum saburbium pcnitus deslruxerunt, captis et occisis omnibus preter illos, 
qui ad Castrum fratrum confugcre potuerunt. Hoc tempore non remanserunt in 
Castro Cristburgk, nisi tres fratres et tres famuli et quidam Poroesanus, diclus 
Sirenes 1 , qui propter quedam delicta, que commiserat, fuit vineulis maneipatus. 
Hic fractis compedibus cum gladio et laneeis tanquam leo intrepidus stetit in 
ponte castri fratrum, et probibuit introitum hostibus, quousque porta claudere- 
tur. Quo facto, quidam frater telo occidit quendam Pruthenum, cui xl pueri h 
Cristiani capti et ligati simul commissi fuerant custodiendi, et pucri currentes 
ad Castrum evaserunt perpetuam servitutem. 

De tnorte plurium Prulhenorum. im <i3i>> 

Diwanus predictus Herum seviens in sanguinem Cristianum, congregato 
exercitu valido c , territoria circa Cristburgk et Mergenburgk denuo depreda- 
vit, putans, quod nunc deberet ei ad Votum succedere sicut prius. Jam enim 
tot fratres et alios Cristianos interfecit et captivavit, quod non credidit aliquos 
superesse, qui resistere possent ei. Unde premisso exercitu suo cum spolio, 
ipse cum paucis sequebatur. Sed fratres de Cristburgk et Elbingo 2 cum modico 
exercitu confisi in eum, cujus virlute unus persequebalur mille, et duo fugave- 
rant decem millia, vencrunt ad fluvium Chobar*. Ibi Diwanum viriliter sunt 
aggressi, et quendam consanguineum ipsius, dictum Dabore a , et totum popu— 
lum occiderunt. Sed Diwanus cum paucis non sine magna verecundia fugiens 
sie' evasit. Reducentes ergo fratres predam, quam de manu ipsorum eruerant, 
cum graciarum actione ad propria sunt reversi. 

• » ■ 

De difficultate ducendi victualia ad Castrum Cristburgk. u«(uo) 

Vallatis fratribus de Cristburgk undique potencia hostium, raro absque 
magno periculo et labore necessaria ipsis duci poterant de Elbingo. Unde acci- 
dit tribus vieibus, quod dum per fluvium Sirgune talia duecrentur, et fratres et 
famuli rebus et vita sunt privati, de quo tanta fames orta fuit in Castro Crist- 
burgk, quod nisi Samile f * quidam nobilis de Pomesania, pater Tussini', existens 
cum adversariis, occulte tarnen diligens fidem et fratres, non subvenisset, Cas- 
trum fuisset bominibus vacuatum. Quod cum Prutheni pereiperent, indignati 
dictum Samile ceperunt, et aquam bulientem in os ejus fuderunt, et nudum ad 
ignem positum assantes, quousque semivivus h vix posset respirare, et sie eum 

a) Sirene« K. Syrene» B. D. Sdenc* U. b) prünum B. Cap. 144. e) Talido K. dlcta B. D. d) Da- 
bore K. Dobore B. Dabo* B. e) tie fehlt B. Gap. 145. f) Namile B. D. K. T. H. Samile J. g) pa- 
ter Juarini B. D. taMutu ohne pater K. h) eeminimie K. temianimis T. II. 

t) Jeroschin Ubersetzt eyo husz dem lantvolk benant, d. h. Tür dns Landvolk bestimmt. 
Sein Epitomutor macht daraus domus lantvolke und Voigt 3, 878 eine Feste Landvolk ! 

8) Diese Stelle ist offenbar das Motiv zu der Darstellung des Auszuges der Elbinger bei 
Schütz fol. 37. Die ächte Ueberlicferung ist ignorirt, die gefälschte aufgenommen von 
Voigt 3, 88«. 

3) Die Guber mündet bei Schippenbeil in die Alle. 

4) Jeroschin und seine Nachfolger haben Samile, und dieser Name kommt sowohl im 
Christburgischen, wie Voigt 3, 879 bemerkt, als auch in Samland vor, Privil. des Bisth. Som- 
land fol. XXIV. Die Einfuhrung dioses Namen» bei Dusburg gegon alle Handschriften ist je- 
doch nicht ohne Bedenken. 



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122 



PFTRI DE OLSBURG 



fratribus transmiserunt, qui infirmus multo tempore supervixit. Tandem ite— 
rum prevaiuil fames in diclo caslro in tantum, quod fratres necessitate famis 
coaeli, fidolibus suis Pomesanis, qui adheserunt eis, dixerunt et suaserunt, ut 
recederent ab eis ad alia loca salvo jure et libertate ipsorum, ut possent susten- 
tari, ne ibidem fame morerentur. ünde paucis remanentibus, aiii recesserunt. 
Ecce mira dei et exuberans gracia, que fratres istos et alios cristifideles non so- 
lum in isto castro, verum eciam in Iota terra Prussic misericorditer adimplevit, 
ut tales defectus quasi intolerabiles et humane vite necessilati' omnino contra— 
rios in tanta paciencia et mansuetudine tolerarent, quod non sicut tristes, sed 
quasi Semper gaudenles credebant se paradisi deliciis k interesse. 

n«it«i) De fratre Engeikone viro laudabilis vite de Cristburgk. 

Hoc tempore in- dicto castro Gristburgk fuit frater Engclko natus de West- 
falia, vir mire devocionis et abstinencie, totus deo cOnsecratus, qui preler alia 
virtulum opera hoc insigne habuit in se, quod circa nudam carnem suam lorica 
ferrea utebatur pro camisia, et ante mortem suam quatuor tales loricas attritas 
vetustale et rubigine sie consumpsit. 

ii7 (MD De hello civitatis Itisule sanete Marie, et destruetione ejus infra secundam 

Prutheni needum saciati sanguine cristiano iterum parant arma ad occi- 
dendum et flagellandum et crueifigendum cristifideles, ut sie veniret super eos 
omnis sanguis justus, qui cflusus est in terra Prussic pro defensione fidei cri- 
stiane. Congregati ergo cum multitudine copiosa bellatorum infra secundam 
apostasiara processerunt contra civitatem Insule sanete Marie et ordinatis insi- 
diis ad locum competentem, pauci comparucrunt. Quos fratres et cives cum 
armigeris suis sequentes in campo, qui est inter civitatem et molendinum, hosti- 
liter invaserunt, plures occidentes et letaliter vulnerantes, et cum jam sperarent 
eos delere usque ad intemecionem, Prutheni, qui ad insidias locati fuerant, eru- 
perunt, et orones fratres et cives interfecerunt, preter paueos, qui confugerant 
ad civitatem. Quos hostiliter sequebantur, et post modicam impugnacionem, 
civitatem expugnaverunt, et partim captis, aliis trucidalis, reliqui ad Castrum* 
fugerunt et salvati sunt. Destructa igitur civitate funditus incendio cum preda 
maxima recesserunt. 

ns (ms) De secunda dicte civitatis Insule sanete Marie destruetione. 

Recdificata civitate Insule sanete Marie 1 per fratres cum magnis laboribus 
et expensis, accidit, quod Prutheni cum immenso exercilu depopulata terra Col- 
mensi processerunt ad Castrum Belichow cujusdam nobilis de Pomesania, «licti 
Jonis filii Sargini, situm supra Ossam. De quo castro exiit frater Conradus Swe- 
vus* de Elbingo cum multis armigeris, et habuit contra ipsos hastiludium, in 

») neemariij B. D«**»iUtii K. neecuiUti T. b) delicti» K. 4«Ucüj T. gwdii» B. 

4) Voigts Annahme, Marienwerder sei unter dem Schutze Ottokar's und seine« Kreuz- 
heeres *i68 wieder aufgebaut, 3, 290, ist mit dem ausführlichen Bericht Ottokara (Beilage 6) 
nicht vereinbar. 

' 2) Er war später Hauskomthor zu Elbine, Kreuzfcld S. (5. Er wird noch im Jahre 4197 
erwähnt, Cod. Pruss. II, n. 34 (Conrad der Swab in Christhurger Urkunden von 4-330, 4322, 
Fol. X des Geh. Archivs, fol. 2t und 26, ist wohl ein anderer). 



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9 

CRONICA TBRRB PRDSSIE. PARS III. 



123 



quo plures ex utraque parte fuerant vulnerati. Quo faeto accesserunt ad civita- 
tem Insule sancte Marie, et post longam et duram impugnacionem iterum ipsam 
penitus destruxerunt ; quibusdam fugienlibus ad Castrum, alii in quodam pro- 
pugnaeulo civitatis se defendentes* salvati sunt, ceteri capti sunt vel occisi. In 
duabus hiis pugnis Pruthenorum magna facta 1 * fuit verecundia imaginibus sanc- 
lorum ab iis, vestibus sacris et aliis ad cultum dei dicatis et ecclesie sacramentis. 

De edificacione* castri Starkenbergk et morte plurium Crislianorum. n» tui) 

Hoc tempore frater Anno magister generalis ordinis domus Theutonice man- 
davit magistro et fratribus de Prussia, ut Castrum in terminis Colmensis et Po- 
mesaniensis diocesium super Ossam cdificarent, ipso enim 4 castrensibus vellet 
abundanter in necessariis providere. Ad cujus edificacionem magister multum 
populum convocavit, et dum quilibcl ibi in officio sibi injuncto laboraret, su- 
pervenit exercitus Pruthenorum improvise, et totam illam multitudinem inter- 
fecit. Sed longe postea iterum magister populum convocavit, et tunc edifica- 
cionem dicti castri per dei graciam consummavit, vocans ipsum Starkenbergk 
quod latine dicitur fortis mons, et multos fratrcs et armigeros ad ejus cuslodiam 
deputavit. 

De cxpugnacione castri Starkenbergk, et morte plurium fratrum et mohi 

Cristianorum. 

Prutheni audientes dicti castri edificacionem, indignati sunt, et cum valido 
exercitu obscderunt. Scd fralcr Gouradus de Blindenburgk* exiens ad eos in 
preiium, vulneratus fuit quinque vulneribus ad inodum quinque vulnerum* 
Cristi, et occisus, pro quo ipse domino scpius cum lacrimis supplicavit. Dcinde 
Prutheni vallantes undique Castrum ad impugnacionem hostilitcr processerunt. 
Fratres ex adverso se opponenles multos sagittis occiderunt, et letaiitcr vulne- 
rabant. Tandem Prutheni provocati in iraro, elcgerunt pocius omnes mori, 
quam infecto negocio ab obsidione recedere, et accedentes propius post multo- 
rum utriusque partis occisionem, dictum Castrum expugnaverunt, et occisis fra- 
tribus cum omnibus habitatoribus suis ipsum jn favillam redegerunt. Post mul- 
tos annos postea dictum Castrum translalum fuit supra Ossam in ihocesim Col- 
mensem, et ibi usque in diem permanet hodiernum. 

De desolacione castri Spittenbergk in secunda apostosia. ist (\m 

hi terra Pomesanie r fuit quoddam Castrum dictum Spittenbergk*, in quo 
fratres habitabant. Sed cum in secunda apostasia tociens a Pruthenis vexaren- 
tur, nec possent eis a modo resistere propter dcfeclum necessariorum, combusto 
Castro, cum suis armigeris recesserunt, et sie adhuc remanel« desolatum. 

De bello terre Colmensis in secunda apostasia, utoni 
etprimo de fratre Hedenrico h Colmensi episcopo. 
Frater Hedenricus ordinis Predicatorum fuit infra secundam apostasiam* 

Cap. 148. ») defendente« D. defcndentibui K. B. b) faeU fehlt B. Cap. 149. c) de«trurtionc B. 
d) enim fehlt B. Cap. 160. e) Blindenbrrg D. Cap. 161. f) eo B. D. Pomrtania K. g) manet B. 
Cap. 152, h) Hedenrica» und Heydenrieut wechseln. i) »p. »ee. B. 

<) Die gleichnamige Burg des deutschen Ordens im Orient war 4268 von den Türken 
erobert. Hugo Plagon. p. 744, Marin. Sanut. p. 224, Wilkcn, Kreuzzüge 7, 595. 
2) Vgl. III, 206. 8) Der Lage nach ganz unbekannt. 



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124 



PFTRI DE DUSBLRG 



episcopus Colmensis*. De quo refertur indubitanter, quod bcala virgo Maria 
cuidam pauperi viro apparuit, dans ei lileram dicto episcopo deferendam, quam 
literam dum episcopus legeret, iuvenil totara vitam suam in ea descriptam et 
additum, quod Gristiani in terra Prussie deberent a Pruthenis vexari adhuc mul- 
tis tribulacionibus et pressuris. 

t8S( i 48) De obsidione civitatis ColtnenseS 

Posthec venit exercitus Pruthenorum, et b civitatem Colmense* obsedit. De 
quo episcopus turbatus vocavit ad se nobiles et feodatarios, injungens eis pro 
peccatis, ut exircnt et diligencius explorarent numerum exercitus et valorem. 
Quibus euntibus occurrerunt quidam Prutheni, cum quibus convenerunt in bello, 
et unum ex eis virum longissimum, qui plus quam ab humero et sursum omnes 
alios in longitudine excedebat, vulneraverunt, secum ad civitatem semivivum 
deducentes. Pro cujus capcione capitaneus Pruthenorum turbatus ultra roodum, 
promisit recedere ab obsidione, et'nulli cristiano homini nocere, ut ei* dictus* 
vir sie vulneratus redderetur, et r hoc ex utraque parte factum fuit. 

(U9 , De morte plurium eivium de Colmense. 

, Tempore messium venit exercitus Pruthenorum, et xm diebus occultavit se 
in nemore circa locum, qui dicitur Vogelsanck, ita tarnen, quod singulis diebus 
pauci comparuerunt in carapo, et cives de messibus fugaverunt. Tandem cum 
segetes essent tnature, nec amplius sine damno possent stare, cives c reden tes 
exercitum recessisse, exierunt omnes ad messem. Quo viso Prutheni cum magno 
et horribili insultu irruentes in eos, occiderunt viros, et mulieres et parvulos in 
captivitatem perpetuam deduxerunt. 



im {im) De hello fratrum de Redino et destruetione civitatis 

Nullus posset ad plenum scribere vel dictare, quanta (rat res et burgienses 
de Redino infra secundam apostasiam passi sunt pro defensione fidei cristiane a 
Pruthenis, quia per illura locum quasi continue fuit introitus et exitus ipsorum 
ad terram Colmensem. Refenint quidam, quod civilas de Redino duabus viri- 
bus fuerit* expugnata, captique et occisi, quotquöt b reperti fuerant homines 



JR6 ( i M) De morte quorundam infidelium. 

De Redino quidam frater 1 et Martinus de Golin equitantes in solitudine ad 
videndum, si aliquid a casu occurreret eis, ineeperunt in via errare, et in illo 
errore de tribus viris Pruthenis occurrentibus eis duos occiderunt, tercium 1 , ut 
eos ad viam rectam duceret, conservantes, qui duxit eos in terram inimicorum. 
Cujus dolum dum viderent, occiderunt eum, et cum festinacione recedentes, a 
quinque Pruthenis equitibus ipsos sequentibus comprehensi sunt et ligati, com- 
missique custodie duonim. Sed tres Prutheni alii equum illius fratris, qui effu- 

Cap. 158. k) Coln«otoe K. b) »d K. t ) Colmefi»en> K. B. Culmen D. Colinente J. d) ei B. yn» J. 
eUK. eldieti.K. f) et fehlt K. Cap. 155. f) fuit B. h) quotquot B. qulcqd K. qulcuoque T. 
ilinftdtmK. Cap. 156. k) frater fehlt K. 1) et t. B. 



4) Heydenreich trat sein bischöfliches Amt an zwischen dem 9. Januar 4**6 (Act. 
4, 624) und 40. März 43*6 (Cod. Pruss. I, n. 66) und starb zwischen dem 17. Marz 4263 
(Cod. Pruss. I, n. 4*7) und 29. Januar 4264 (Preuss. Samml. 8, 34). 



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4 

CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 125 

gerat, sunt secuti. Quo facto, dum isti duo Martinum ligatum vcllent evaginato 
gladio decollare, ipse suasit eis, ut prius ei vestes exuerent, ne sanguine macu- 
larentur. Cui consencientes, dum brachia Martini solvissent, ipse erepto* gladio 
ambos interfecit, et soluto fratre ilio a vinculis, ambo processerunt contra tres 
alios et eos eciam peremerunt, et extunc ad Castrum de Redino sino deviacione 
aliqua sunt reversi. 

Item de Martino de Golm, et hello ipsius mirabili. i»7 (i52) 

Hoc eciam tempore xx Prutbeni Poloniam depredati sunt. De mandato fra- 
irum de Redino Martinus de Golin predictus cum b xvii sociis sequebatur. Qui 
Prutbeni reversi de Polonia invenerunl cuslodes Martini dormientes, et occiso 
uno alium, postquam numerum sociorum ejus et locum, ubi essent, indicasset, 
ad arborem ligaverunt. Quo facto irruerunt in eos c hostiliter; Martino et sociis 
suis viriliter se defendcntibus ex adverso, multi sunt ex utraque parte graviter 
vulnerati. Quod cum videret quidam socius Martini, qui nudus fluvium vicinum 
ad capiendum cancros transnatavit, reversus arripuit gladium et clipeum cujus— 
dam interfectt, nudus intravit pugnam. Qui horribiliter sectus et vulneralus 
mit ab eis, ita quod in plurtbus locis magna frusta camis-* de suo corpore de- 
pendebant. Adeo durum fuit inter eos bellum, quod, fatigati utraque' parte 
voluntarie consenciente tribus vicibus quieverunt, et tociens novam pugnam re- 
sumptis viribus sunt aggressi. Tandem cum jam omnes Cristiani et Prutbeni 
essent mortui, ille custos, qui ligatus fuit ad arborem, solutus a vinculis venit 
ad locum cerlaminis, et solum Martinum scmivivum invenit, quem positum su- 
per vehiculum, equos, arma, et res alias Pruthenorum secum duxil in Redinum. 

De hello fratrum in Castro Warlenhergk, et morte plurium Cristianorum. im <im) 

Fuit Castrum quoddam in terra Colmensi, in quodam monte dicto Warten- 
bergk 1 sito in medio stagni, trahens nomen suum ab eodem monte, in quo fra- 
tres cum multis armigeris habitabant. Et accidil quadam die dominica, quando 
populus de vicinis villis esset in solacio et cboreis ; supervenil quidam exercilus 
de Sudowia improvise et totum illum populum interfecit, mulieres et parvulos 
secum ducens r . 

De expugnacione castri Warlenhergk. i,->b(im) 

Quocienscunque et quantutncunque gentes iste de cristiano sanguine fun- 
derent, non tarnen a persecucione cessabant. Nitebantur cnim tolis viribus, ut 
eos usque ad internecionem delerent. Unde Sudowite congrcgato iterum exer- 
citu majori venerum ad Castrum Warlenhergk, et pöst mullas impugnaciones et 
duras, fro tribus eis pro sua possibilitatc resistentibus, tandem ipsum cremando 
funditus destruxerunt, duos fratres cum tota familia occidenles, et sie dictum 
Castrum usque in presens remanet desolatum. 

De deslruclione castri Birgelow. leooss) 
Trinola* ßlius regis Lelhowinorum* assumplis sibi pluribus aliis gentibus 

») rapto B. 0«p. 157. b) cum fehlt K. c) illoe U. d) «rni. fehlt K. e) « utraque B. 
C«p. 158. f) dusit B. C»p. 160. () TrinoU T. D. «gl. J. Der AofanpbucfceUbe irt undeutlich, T odrr 
C tu den Codd. K. B. 

4) Nicht mehr sicher nachzuweisen, Geogr. S. 1 78. 

i) Bald nach der Schlacht bei Durbeo (c. 8i) fiel auch König Mindowe (vgl. zu c. 83), 



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126 



PETRl DE DUSBURG 



usque ad xxx" milia virorum ad preliam congregavit, et dum appropinquaret 
terra Prussie, divisit exercitum suum in tres turmas, quarum unam misit con- 
tra Masoviaro, aliam contra Pomesaniam, et utramque terram rapina et incen— 
dio devastavit. Reliqui intraverunt terram Colmensem, et preter alia mala, que 
ibidem fecerunt, Castrum Birgelow expugnaverunt, pecora et omnem suppel- 
lectilcm fratrum et eorum, qui ad dictum Castrum confugerant, deducentea. Fra- 
tres et alii homines in quadam turri se defendentes sunt saivati. 

iei(i56) De hello tocius Colmensis lore in secunda apostasia. 1 

De morle plurium Crittianonm. 

Fraler Hedenricus episcopus Colmensis dum capellam hospitalis infirmorum 
de Thorun extra muros sitam consccrassct, Prutheni b qui hujus consecracionis 
preconizacionem intellexerant, congregato exercitu, populum post consecracio- 
nem recedentem hostiliter invaserunt, et interfectis viris, mulieres captivas et 
parvulos deduxerunt. 

i«a (i57) De combuslione hospitalis Thorttniemis et impugnadone civitatis Colmensis 

et' destruetione castri et civitatis Lubovie. 

Hoc eciam tempore Sudowile cum majori exercitu, quam' unquam visus 
fuit in Prussia, intraverunt terram Lubovie, et Castrum et civitatem ejusdem 
nominis funditus destruxerunt. Deinde circa Castrum Straisbergk intrantes ter- 
ram Colmensem diviso exercilu, preoccupaverunt plura castra, ut populum ad 

») XXX Codd. »uch 3. XXI II. C»p. 161. b) 6ed Prath. K. m4 tthlt B. D. Cap. 162. c) qui K. B. 
quam qui T. quam H. 

mitgerissen von der heidnischen Reaction, zum Heidcnlhum wieder ab. Baczko p. 73 setzt 
seinen Abfall ausdrücklich in das Jahr 1260, Altipecke S. 630 und die Schenkungsurkunde 
Mindowe's vom 7. August 1261 (deren Echtheit freilich nicht verbürgt ist) scheinen auf eine 
etwas spätere Zeit zu weisen. Er wurde hiezu vorzüglich gedrängt durch einen seiner Ver- 
wandten, welchen verschiedene russische und polnische Chroniken Strojnat, die Hyputijcw- 
sche Chronik Trenjata, Alnpccke Traninte, DusburgTrinota nennt, und welcher vonAlnpecke 
nur im Allgemeinen als mage (Verwandter), von Dlugos* als nepos, von spateren theils als 
Brudersohn, theils als Schwestersohn, von Dusburg als lilius bezeichnet wird. Sjögren über 
die Jadzwinger S. HS ff. Schon 4 260 hatten Litthauer und Prcussen in Preussen und Polen 
grosse Verheerungen angerichtet, Baczko p. 78. 4 263 streiften die Litthaucr und Russen 
einerseits gegen Dorpat, andrerseits gegen Masovicn, wo Herzog Semowil erschlagen wurde, 
Baczko p. 3t, Sjögren p. 44t f. Im Februar 1*63 verheerte Traniate Livland und siegte bei 
Dünamünde, Canon. Samb. ad a. und Alnpccke S. 639. Bald darauf unternahm Traniate den 
von Dusburg c. 460 erzählten Heereszug gegen Preussen. Denn da Dusburg ihn filius regia 
nennt, so war er noch nicht selbst Künig ; er wurde es aber schon im Jahre 4 263 nach der 
Ermordung Mindowe's, vgl. Sjögren S. 1 83 f. Aus der Reihenfolge der Begebenhelten bei 
Dusburg, namentlich aus der Erwähnung Heidenreichs c. 4 64 ist für die Chronologie hier 
nichts zu entnehmen ; aber ebenso wenig Gewicht hat auch die Anordnung bei Kojalowitz, 
nach welchem Voigt 3, 296, Ropell 4, 513 und Sjögren S. 4*2 diesen Zug ins Jahr 4*64 
setzen. — Auf Traniate folgte im Jahre 4*64 Woischelg, Mindowe's Sohn. Woischelg über- 
gab die litlhauische Herrschaft um 4 267 seinem Schwager Schwarno, dem jüngsten Sohn 
Daniel's von Halicz, der von seinem Vater die Fürstentümer Chelm, Drohicryn und Halicz 
geerbt hatte, und zog sich nach dem Kloster zurück, wurde aber bald darauf getödtet. Wie 
er war auch Schwarno ein Christ, aber wie die russischen Fürsten überhaupt, der griechi- 
schen Kirche angehürig. Mit Schwarno ging Mindowe's Haus und das Christenthum in Lit- 
thauen zu Ende. Sein Nachfolger war der Heide Trojdcn oder Traydcu, bei Alnpecke Tho- 
reiden, etwa seit 4 272, Karamsin russische Geschichte 4, 96 und 4 02. — Im Jahre 1264 er- 
schienen die Litthauer vor Welau, Dusburg c. 12*. Ein Einfall der Litthauer und Jadxwinger 
in Cujavien 4269 wird erst von Dlugoss 4, 786 erwähnt. 

4) Die Wiederholung dieser Ueberschrift (vgl. c. 4 52) ist auffallend. Ob etwa die Ab- 
schnitte c. 4 52 — 460 auf einen Einschub bei einer zweiten Redaction hindeuten, wie oben 
c. 44 fast auf den gleichen Gedanken leitet? Dann hatte Dusburg Beine Erzählung ursprüng- 
lich sehr angemessen mit Thorn c. 461, 46* und Culm c. 468, 464 angefangen. 



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CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 127 

ea confugientem occiderent et captivarent. Posthec venerunt Tfaorun, el hospi- 
tale et quicquid fuit extra muros, quod igne consumi potuit, cremaverunt. Tan- 
dem venientes ad oivitatem Golmensem ipsam per diem et noctera forlissime 
impugnaverunt, licet nihil proficerent, civibus se virilitor defendentibus ex od- 
verso. Sic dum dictam tcrram per dies quatuor devastassent, cum inestimabili 
spolio Dominum, equorum, pecorum et aHarum rerum recesserunt. De hoc ex- 
ercitu quidam vir fortis de Sudowia mulierem cristianam, que hoc tempore con- 
fugerat ad paludem, secutus fuit, et dum eam vellet occidere, illa fragilitale 
sexus sui oblita viriliter restitit. De quo ipsc indignatus pollicem ei cum denti- 
bus precidit, illa e contra provocala in iram cum luto os ejus et aures implens 
penitus suffocavit. 

De morie plurium Pruthenorum. it» (iss) 

Non longe postea exercitus Pruthenorum intrans terram Colmensem, ipsam 
incendio et rapina et multa strage bominum cristianorum vexavit. Tandem ve- 
nerunt ad civitatem Colmensem' 1 , ubi eis cives occurrerunt armata manu, el 
inito cerlamine capitanoum b ipsorum et multos alios interfecerunt, et sie re— 
detnptus fuit captus ab eis omnis populus cristianus. 

De vaslacione terre Colmensis et occisione quorundam frairum et nu »59) 

armigerorum. 

Post hec Scumandus cum Sudowitis 2 intrans terram Colmensem, divisit 
exercitum suum in duas partes, quarum una processk contra Thorun, alia con- 
tra Colmensem civitatem, occidenles, capientes et comburenles, quicquid in via 
occurrit eis. Sed circa horam vesperarum convencrunt apud r Castrum Birgelow, 
ibique castra metati sunt. In ipsa nocte fratres dicti castri cum suis armigeris 
exierunt, et exercitum dormientem inquietantes, occisis pluribus et letaliter 
vulneratis factus fuit clamor magnus, quo audito eustodes, qui vigilias noctis 
servabant super dictum exercitum, jam parati in armis supervenerunt, et duos 
fratres cum dimidio* et plures armigeros occiderunt. 

De impugnacione castri Schonense et morte Diwani capitanei Barthorum, les(ieo) 
Demum Diwanus capilaneus Uarthorum cum octingentis viris obsedit ca- 

C«p. 168. ») ColmeMwa K. B. Colmcn D. Climen« J.' b) capiUneo B. Cap. 164. e) ein» B. prope D. 

4) Wenn Jcroschin hier von Culmsee spricht, so scheint dies ein reines Vorsehen. Nach 
dem Zusammenhange c. 164 16* rnuss man hier Culm erwarte», (vgl. zu c. 161). Von 
Culmsee spricht der Chronist anderwärts c. 4 58, 154. 

3) Wir finden die Sudauer (Jadwingcr) schon 1255 vor Welau c. 73, ebenda um 126* 
c. 122, ferner in Barthcn vor Walewona um 1263 c. H6, bei Bartenstein 1273 c. 173, vor 
Beselde 427* c. 17*, ferner vor Elbing und Weclitz bald nach 4260 c. 169, endlich im Cul- 
merlandc zweimal vor Wartenberg c. 4 58, 439, bei Lübau, Strassburg, Thorn c. 162 — und 
unter Scumand's Führung vor Birgelau etc. c. 16* und bei Culmsee etc. c. 166. Von den 
Sudauern ins Besondere gingen auch wohl die Verheerungen aus, welche den Preussen im 
Allgemeinen zugeschrieben werden (vgl. zu c. 4 60) : Preussen verheerten mit den Litthauern 
zugleich Polen 4260, Baczko p. 73, siegten Uber die Masovier 4262 bei Dlugoszedle und ver- 
heerten im Januar die Castellanei Lowicz, Baczko p. 7*, zogen 4266 gegen Plock, Baczko p. 
76, Dlugoss I, 778 und zerstörten 1267 Ziechanow, Dlugossl, 782. Jadzwinger und Litthauer 
drangen 4269 bis Cujavien, Dlugoss (, 786. Eine schwere Niederlage erliUeu die Jadzwinger 
in dem eigenen Lande durch Bolcslaw von Krakau im Juni 4 26*, wo ihr Anführer Komat fiel, 
Annal. Craoov. Maj. ad a. Dlugoss 4, 770; im Jahre 1272 drangen russische Fürsten aus Ha- 
lief tief in dasselbe ein, eroberten Slina, und die Fürsteu Miutelae, Schjurpa, Uudejko und 
Pestilo baten um Frieden, Sjögren p. 45». 

8) Mit einem Halbbruder. Jeroschin. 



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128 PETRI DE DUSBURG 

strum Schonense 1 , et juravit per potenciaro deorum suorum, quod nisi cito tra- 
derent Castrum in manus suas, ipse tarn fratres quam armigeros suspenderet 
ante portam castri. In hoc castro non fuerunt nisi tres fratres et pauci armigeri, 
quibus armigeris induerunt- fratres pallia sua et parmas ad terrorem ^>bsiden- 
cium, ut fratres plures apparerent. Quo facto dum ordinatis ex utraque 
parte, que ad impugnacionera caslrorum sunt necessaria, ad impugnacionem 
accedercnt, vulneralis de hostibus pluribus et occisis, frater Arnoldus Crop* 
sagittans cum balista dictum Diwanum per collum transfixit. Quo mortuo, alii 
. infecto negocio recesserunt. Isti Diwano blaspherao accidit sicut Heliodoro, qui 
cum vellet in templo domini erarium depredari, occisus a deo concidit in ter- 
ram, et qui cum multis cursoribus et satellitibus ingressus fuit, nullo sibi auxi- 
lium ferente, in sella gestatoria portabatur. 

las (i6i) De expugnacione duorum caslrorum quorundam feodatariarum ierre 

Colmensis, scilicet Hemsot et alterius. 

- 

Poslremo Scumandus Sudowitarum capitancus cum maximo exercitu Su- 
dowitarum et Ruthenorum» terram Colmeiisem ix diebus rapina et incendio 
vexavit. Infra quos ix dies dum appropinquare cepit civitati Colmense b , quidam 
miles de Polonia, diclus Nineric, predictam civitatem intravit, quam ipse miles 
promisit se ad manus dicti Scumandi traditurum. Unde dum visis hostibus ci- 
ves menia ascenderent, ascendil et isle, et', sicut idem traditor dedit eis Sig- 
num, sie una et altera vice sufflavit cornu suura. Quo audito cives perterriti 
dictum militem ceperunt, et comperto, quod voluit eos tradere, ipsum et filium 
suum cum uno famulo ante portam civitatis suspenderunt. Scumandus videns 
se deeeptum, procossit ad Castrum Hemsot* et ipsum potenter expugnavit', et 
xl viros, qui ad custodiam ejus deputali fuerant, interfecit. Deindc Castrum al- 
terius feodatarii militis, dicti Cippel *, potenter et hostililer intravit, et occisis et 
captis omnibus inibi existentibus, utrumque Castrum in cineres est conversum. 

1« (i«2) De malicia Prulhenorum sciencium linguam Theutonicam. 

Hcnricus Monte capitaneus Natlangorum, et multi alii Prutheni, qui a pue~ 
ricia nulriti fuerant circa fratres, multa mala fecerunt tempore perseeuciouis 
hujus populo cristiano, quia sepissime hoc accidit, quod quando exercilus in- 
fidclium pertransiit terminos fratrum, populus cristianus, qui ad castra confu- 
gere non poterat, in silvis, rubetis et paludibus se occultavit. Quod senciens 
Hcnricus predictus, assumptis sibi pluribus armigeris, accessit ad ca loca, ubi 
talia presumebat, et haben s verba paeifica in dolo ait voce Theutonica : si quis 
latitat hic, exeat sine timore, quia exercitus infidelium jam recessit. Cujus ver- 

Cap. 166. ») Prnthenoru» H. b) Colmeue Codd. weh J. Cntocn D. Colmeiwi H. c) et fehlt K. 
d) Hem«Xfa K. •} e.pupi.v.rui.t B. 

4) Die Stadt wurde nach dem Annat. Thor, erst im Jabre 4275 gegründet. 

3) Sein Name wird sonst auch Cropb oder Kropf geschrieben. Er war Comthur iu Bir- 
gelau 1370 — 1278, später in Altbaus, Roggenhausen undNessau. Diese Notiz wie spater noch 
manche ähnliche entnehmen wir aus Voigt's Namenscodex, der jedoch, wie sich zeigen wird, 
nur mit Vorsicht benutzt werden kann. 

5) Der Name ist erhalten in dem des Dorfes Czieplinken bei Reden, nicht zu verwech- 
seln mit Szczuplienen im Löbauerlande, Geogr. S. 1 1 . Die von Heimsot oder Heimsode wer- 
den in zahlreichen Urkunden des 4 3., 4 4. Jahrhunderts und spater erwähnt. 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 



bis dum fidem adhibendo cxirent, ipso cum suis irruens in ipsos omnes ceperat 
vel occidil. 

De hello fralrum et civium* de Elbingo infra secundam apostasiam, et de mau) 

quibmdam ßdelibus Pogesanis, qui fratribus adheseruni. 1 

Dum surgcret secunde apostasie persecucio, quidam de Pogesania nobiles, 
licet pauci, non ingrati beneficiis sibi a magistro el fratribus exhibitis, relicta 
hereditate palerna cum omni domo et familia venientesEIbingum fratribus fide- 
liter adheseruni*. 

De destruciione castri Weclitze h et alterius propugnaculi. isbom) 

Pogesani cum Sudowitis et aliis gentibus de Prussia congregato exercitu 
valido circutniveruntPogcsaniam, etPomesaniam in principio secunde apostasie, 
et quotquol ibi Crislianos invenerunt, captis mulieribus et parvulis occiderunt. 
Deinde procedentes, Castrum Elbingcnse impugnaverunt, et adeo infesti fuerunl, 
quod utique suburbium expugnassent, si non quidam, dictus Wirtel*, capit»- 
neum ipsorum cum lancea transfixisset. Quo morluo turbali recesserunt usque 
ad propugnaculum quoddam 4 , situm inter flu vi um Rogow et Wesecam c flumen, 
in eo loco ubi Weseca intrat stagnum Drusine, et post modicam impugnacionem 
incendio destruxerunt , caplis omnibus et occisis preter eos, qui navigio per 
Drusinam evaserunl d . Posthec cum viderent sibi omnia ad votum succedere, 
accedentes ad Castrum Wcclitxe 5 , situm supra Rogow fluvium, ipsum post lon- 
gain el duram impugnacionem et obsessorum virilem defensionem tandem in 
cinerem redegerunt, captis omnibus et occisis. 

De expugnaäone molendini Liefardi et motte plurium civium de Elbingo, m (iw> 

Anno domini mcclxxiii cum jam Sarabite, Nattangi, Rarthi et Warmienses, 
fatigati Iaboribus et expensis, se fidei el fratribus subdidisscnt, Pogesani adhuc 
in pertinacia sua permanenles, congrcgatum exercitum suum circa Elbingum 
in quoddam nemus locaverunt, de quo pauci equites exeuntes ante civitatem 
Elbingensero se oslentaverunt, quos cives de Elbingo, qui conlinuc circa se'ha- 
bebant arma reposita, sequentes aliquos interfccerunt. Sed dum se cives sie 
sequendo nimis elongassent a civitate, Pogesani, qui in insidiis latitabant, ex- 
euntes, viam redeundi ad civitatem occupabant. Quo facto cives angustiati, non 
valentes tante multitudini in campo resistere, ascenderunl molondinum Liefardi, 
(|Uod ad modum castri aliqualiter firmatum fuit. Accurrenles itaque Pogesani 
dictum molendinum acriter impugnaverunt. Sed cum cives adhuc minus fatigati 
fortiter se defenderent, pluribus ex utraque parte lesis, Uli desistentes a pugna 

C*p. IM. ») civiumque B. Cap. 168. b) Wecritae oder WetriU« K. B. Wendi* und WecliU J. 
-Weericu D. c) Wnett B. d) ioTucrulit B. 

■ 

i ) Dusburg spricht von den Pogesaniern offenbar zuletzt, weil sie am längsten Wider- 
stand leisteten. 

S) Vgl. zu III, c. 100. 

3) Ein Preusso nach Jcroschin. 

4) »Vor ein ozzeck« Jcroschin. Es scheint, als wenn der in allen slavischen Gegenden 
häutige Name appellative Bedeutung hat, etwa gleich Castrum. Bei Jeroscbiu muss dieselbe 
wegen des Artikels vorausgesetzt werden. In ganz verwandter Bedeutung kommt das Wort 
im Altpreussischen vor: . . clausuram, que osseke in prutenico dicitur, Cod. Warm. 1. n. <64. 

5) Weklitz ist noch jetzt dort vorbanden. Wekelitz als Personenname kommt um ««94 
vor, Cod. Warm. I, n. 411. 

Script, r. r. I. g 



PETRI DE DUSBÜRG 



per terapas modicam quievorunt. Cum secundo vellent accedere ad pugnam 
Pogesani, hortabantur Cristianos, ut castnim et se traderent in manus suas, 
aiioquin oranes occidercnt et delerent. Tandem intervenerunt hcc pacta, ut ci- 
ves xxv inter se pociores ei« traderent, ut sie salvi alü pennanerent. Quoü cum 
factum esset, Pogesani rupto federe pacis ad impugnacionem itemm accesse- 
runt, et quia jara cives non habebant, quo se defenderent, Uli apposito igne 
Castrum cremaverunt, quo viso, quidam periculuni ignis dum vellent evadere, 
occisi sunt, alii saltantes de igne in plurcs lanceas erectas per Prulhenos. ceci- 
derunt, reliqui sunt cremati. Tantus ibi sanguis Cristianorum fusus fuit, quod 
fluvius vicinus 1 amisso colore naturali sanguineus apparebat. Refertur a pluri- 
bus ßde digni», et* indubitanter debel credi, quod dum bec agerentur, quidam 
in meniis civitatis Elbingensis stantes ad spectaculum viderunt celum apertum 
et ab angelis introduci animas occisorum. 

m (>M) De subjeclione Pogesanorum, et slrage maxima eorundetn, et de pace 

« reddiia Cristianis. 

Porturbati ergo magister et fratres de hujusmodi iamentabili eventu, ad 
ulciscendatn injuriam interfectorum, congregaverunt omnem potenciam exerci- 
tus sui, et inlranles terram Pogesanie, a ßne usque ad finem rapina et incendio 
vostantes, interfecerunt viros, et mulieres, et parvulos captos deduxerunt. In- 
super et Castrum Helsbergk, quod tunc fuit in manu Pogesanorum 3 , expugna- 
verunt, captis omnibus et occisis et extunc terra Prusaie quievit in pace. 

111 (167) De continuo insultu hoslium et variis tribulacionibus Cristianorum Prussie 

infra secundam apostasiatn. 

Quol incomrooda, quot pericula, quotque angustias fratres et alii cristifi- 
deles in hac perseeucione, que ultra xv annos* duravit, ab hostibus in singulis 
civitatibus, castris et aliis locis perpessi sunt, in sola dei cognicione ita sub- 
sistunt, quod nullt» hominum nunc vivencium posset ea plenius explicare. Vix 
fuit aliqua hora, in qua possent panem in saturitate comedere, nisi una vel dua- 
bus vel pluribus vieibus surgerent ad pugnam ab hostibus propulsati. El ut 
verum fatear, in eis fuit impletum, quod de Judeis, volentibus civilatem sanc- 
tam Jerusalem reedificarc, genlibus ex adverso renitentihus, dicitur, quod me- 
dia pars eorum faciebat opus, et altera tenebat lanceas ab aseensu anrore, donec 
egrederentur astra ; una manu faciebant opus, et altera tenebant gladium. Sed 
hü dei ministri, ut docet apostolus, in hiis omnibus tribulacionibus, necessita- 
tibus, angustiis, plagis, carceribus, sedicionibus, laboribus, vigiliis et jejuniis, 
in multa paciencia quasi morientes vixerunt; quasi tristes, semper autem gau- 
dentes fuemnt. Obsecro ergo eos, qui hunc librum lecturi sunt, ne'abhorres- 
cant propter diversos casus, sed repulent ea, que acciderunt, non ad interitum 
sed ad correctionem generis esse nostri. Etenim multo tempore non sinere 

Cap.170. •)* fehlt K. 

4) Das Mühlen flies« die Hommel, welche voo Osten her in den Elbing gebt. 

5) Vorübergehend; nachdem die Warmter »ich schon unterworfen hatten c. 470. 

3) Vgl. die Leberschrift von c. 89 (duravit XV anois). Das lelcte Jahr des Aufstandes 
ist alHO Ii74. Eine rriedensurkuade wie im Jahre 4*4», oder nach Wiederuntorwerfunp der 
Kureu 4267 und der Semnallea «173 (l'rklt. vom August 4i«7 und vom 4t. Juli 4x73 ia den 
Milth. aus der Li vi. etc. Geschichte Bd. 4, S. 40», 407) ist nicht vorbanden. 



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CRONICA TEURE PRU9S1E. PARS III. 



131 



pcccatoribus ex sentencia agere, sed statiro ulciones adhibere, magni beneficii 
est indicium. Non enim sicut in aliis nacionibus dominus pacienter expectat, 
ut eas, cum dies judicii advenerif, in plenitudine peccatorum puniat ; ita non b 
in nobis statuit, ut peccatis nostris in finem devolutis ita deinde vindicct, 
propter quod nunquam a nobis misericordiam suam amovet; corripiens Tero 
in adversis populum suum non derelinquit. 

De sccunda castri Barthensiem dettructione. »*» <»«> 

Sudowite audientes, quod Barthi, Wannienses et alii Prutheni se fidei et 
fratribus iterum subjecissent % indignati sunt, et convenientes cum magno exer- 
citu, improvise obsederunt Castrum Barthenslein, quod post recessum fralrum 
Barthi sibi ad usus suos reservaverant, destruxerunt, captis et occisis omnibus 
eciani in cinerem redegerunt. 

De obffidione cculri Beselede el morte duorum milium Sudomlarum. »'« (*•*) 

Sequenti anno Sudowite, Nadrowite et Scalowile cum maximo exercilu 
venientes, Castrum Boseledam 1 , situm in silva dicta Kerlone juxta Barthenslein, 
obsederunt, fortissime impugnantes. Quod cum videret NameaV mater Pos- 
draupoti de genere Monteminorum, ait ad filios suos : doleo, quod vos unquam 
genui, ex quo non vuitis vitam et gentem vestram ab hostibus dcfendere. De 
quibus verbis filii* ejus el alii castrenses provocati, exierunt ad bellum, et de 
exercitu infidelium ultra duo milia occidcrunt. Post hec fralres reedificaverunt 
Castrum Barthenstein, et habitobant ibi usque in presentcm diem. 

De hello Nadrowitarum »* <»«> 

el conversione plurium de dicta teira. 

Anno doraini accLxxiiu, reversis ad sancte matris ecclesie unitatem Poge- 1274 
sanis, Warmiensibus, Naltangis, Barthis et Sambitis, faclaque caucione debita 
per obsides, quod nequaquam de cetera tarn delestabilia allemptarenl f , std 
fi<iei et fralrum imperio humiliter obedirent, roagister et fratres soliciti ad di- 
latandum lerminos Cristianorum , contra gentem Nadrowitarum arnia bellica 
paraverunt. Postquam igitur Tirsko pater Maudelonis* caslellanus de Wilow, 
de quo superius k est premissum, se cum omnibus sibi adherenlibus fidei el fra- 
tribus subdidisset, plures deNadrowia viri potentes et nobiles venerum ad fra- 
lres successivis temporibus cum omni familia sua, et -renati fönte baptisraatis, 
relictis ydolis, servierunt deo vivo Jesu Cristo. 

D€ expugnacione duorum caslrorum lerre Nadrowie in ierritorio Hethowis.' ,7 «<"» 

Frater Conradus de Tirbergk magisler considcrans prudenciam et fidelita- 
tem istorum Nadrowilarum, et quod k per eorum recessum terra 1 Nadrowie mul- 
lum esset debililata, misil fralrem Theodoricum advocatum terre Sambiensis* 

C«p. 17$. •) advenit K. b) non B. ut K. Cüf. Iii. e) lubjacaruDt B. 0*p. 174. d) Nomcdm H. 
e) AUi B. D. Uitu K. Cftf. 175. 0 «cccpUrent B. () MMdolonli K. B. kUudalonU D. h) »piiu B. 
Cap. 176. i) Betfaowlt B. Uthowia K. k) quod faklt K. 1) terr» B. D. teer« X. (dion debiliute). 

4) Beisleiden bei Bartenstein, Geojir. S. 4 9. 

«) Es ist wohl schon Dietrich von Liedolau gemeint, welcher im Namenscodex als Vojft 
ron Samland zwischen 4i78 und 41*i urkundlich nachgewiesen ist, sein Amt aber schon 
früher angetreten haben wird. 

9* 



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132 PETRl DB DUSBIRG 

v 

• 

et exercitum cum eis ad dictam terrani Nadrowie 1 . Qui ingressi territorium 
Rrlhowi*' rapina et incendio vastaverunt, et procedentes ultra ad duo castra 
dieli lerrilorii posl longum bellum inter eos habitum tandem divino freti auxilio 
utrumque expugnavcrunt, et occisis el captis multis hoininibus, ipsa cum suis 
suhurbiis ignis incendio consumpserunl, tantaque preda in equis, peeudibus el 
atiis rebus reeepta fuit, quod vix eam deducere potuerunl\ 

m De expugnacione casiri Otholichie. 

Non longe postea idem frater Theodoricus advocatus de mandalo magislri c , 
assumptis sibi pluribus fratribus et cl equitibus cum multis peditibus navigio 
prncedenlibus, vonit ad territorium Nadrowie, dictum Catlhow a *, et ordinatis 
sngittariis ad loca debita, applicalisque scalis ad menia, aggressi sunt ad im- 
pugnandum Castrum Otholichiam V Sed quia castrenses audierant, quod fratres 
antea tarn potenter alia duo castra expugnaverant, desperati tamquara' meticu- 
losi non poteranl diu resistere, sed posl modicam impugitacionem pluribus de 
castro letaliter vulneralis, aliis cedentibus, fratres violenter intraverunt, el oc- 
cisis viris captisque mulieribus et parvulis ipsum funditus f combusserunt. 

h* <«73) De expugnacione casiri Cameni&wike. 1 

Deinde magister cum magno exercitu perlransiit terram Nadrowie cum in- 
cendio et rapina, el cum pervenisset ad Castrum Cameniswikam, situm supra 
fluvium Arse a , ordinatis modo debito, que ad impugnacionem sunt necessoria, 
aggressi sunt castrum 1 *, et vulneratis pluribus ex utraque parte, quia in Castro 
predicto erant cc viri in armis strenui, tandem post longum bellum cum magna 
diflicultate habitum inter eos, fratres violenter intraverunt, et occisis viris Omni- 
bus supradictis, captis mulieribus el parvulis cum inestimabili preda, ipsum 
Castrum penilus cremaverunt. 

i7» tu«) w De desolacione terre Nadrowie. 

Mulla bella contra hanc terram Nadrowie gesta sunt gloriose, que non sunt 
scripta in hoc libro, quia nimis tediosum esset singulariter omnia enarrare. 
Unde Nadrowite licet adhuc haberent magnam potenciain nrmalorum, et plures 
municiones ; tarnen deposita omni ferocitate se Odei et fralrihus subdiderunt, 
preter paueos, qui terram Lethowie intraverunt*, sieque terra Nadrowie predicla 
usque in presentem diem remanet desolata. 

») Betbowi K. B. D. Lethowi T. b) to B. D. potuerant K. Cap. 177. c) raif . mund. B. d) C»t- 
thow K. D. C»thow B. •) to B. D. Umqo. K. f) pcniU» B. Cap. 17t. f ) Auch Cuniniawik« und 
mit ci. h) »B. D. mi cutnim K. 

1) Jeroschin's Ausdruck : »der do hilt des meistirs stat zu Pruzin«, scheint Dicht not- 
wendig, wie Voigt, 3, 385 will, auf einen Stell Vertreter des Meisters zu weisen. 
3) Ist nicht mehr nachzuweisen, Gcogr. S. 24. 

3) Wahrscheinlich das heutige Dorf kattenau nordöstlich von Gumbinnen. 
*) Nicht mehr nachweisbar. 

5) Der Kamswirusbcrg, welcher diesen Namen noch tragt, liegt bei Insterburg, und 
wird von der Angerapp beinahe ringsum umflossen. Arse inusste nach unserer Stelle die 
Augerapp sein, welche aber Dusburg c. « «6 Wangrapia nennt. 

6) Auch anderwärts zog man Auswanderung der Unterwerfung vor: Pogesanier c. 494, 
Sudaucr c. 218 [Scumund c. 214, Srurdo c. 249), Barther c. 223, 225 [254) treffen wir in Lit- 
thauen. Der ürussfurst Trojden siedelte die zu ihm geflüchteten Preussen 4 276 in Grodno 
und Sloiiim an. Als die Tartaren und Russen im Jahre 4277 verheerend bis gegen Wilkowtsk 
und Grodiio vordrangen, machten »die Preussen und Barther« aus Grodno einen glücklichen 



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CR0N1CA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 133 

De hello Scalowitarum. im tm) 

De anticipacione belli. * 

Expugnatis per deigraciam Nadrowitis, fratres contra Scalowitas pugnandi 
acies direxerunt, estiraantes, so nihil egisse, cum adhuc aliquid superesset 
agendum; et nota, quod aliqua, que sequuntur, gesta fuerunt b infra bellum 
Nadrowitarum, quia navigio poterat haben aditus ad Scalowitas, quem Nadro- 
wite commorantes longe a fluvio Memele non poterant prohibere. 

De obsidione cujusdam castri diulurna et quodam facto" mirabili. < l7fl > 

Scalowite habobant unum Castrum circa Raganitam* in quodam monte, in 
cujus obsidione Rutheni cum maximo exercitu fuerunt ix annis' ante ingressum 
fratrum domus Theutonicc in terram Prussie. Tandem Rutheni fatigati Iabori- 
bus et expensis, quesiverunt ab obsessis, de quo eibo viverent. Qui responde- 
mint, de piseibus. Habebant enim in medio castri piscinnm, habentem in longi- 
ttidine xx passus et totidem fere in latitudinem, que tunc habundabat piseibus 
quj sufliciebant obsessis omnibus ad vescendum. Quo audito Rutheni ab obsi- 
dione recesserunt. Ecce mira res, tunc habundabat piseibus, cum essent Sca- 
lowite infideles ; nunc autem fovet ranas, cum sunt Cristiani ; nec habet dicta 
piscina tanlum de aqua, que sufficeret piseibus ad manendum. Cur hoc sit, 
nescio ; deus seit, cujus incomprehensibilia sunt judicia, et invesligabiles vie. 

De expugiiacione castri Raganile. >»* 

Frater Theodoricus' advocatus Sambiensis de mandato magistri ducens sc- 
cum plurcs fratres et mille viros, qui in impugnacionibus municionum fuerunt f 
plenius exercitati, venit navigio ad terram Scalowitarum, que sita est in utro- 
que littore Memele, et accedens« improvise ad Castrum, situm tunc in eo loco, 
ubi nunc est Castrum Raganita, ineepit ipsum impugnare. Quidam scalis positis 
ad raenia nitebanlur ascendere. Sed cum Scalowite ex adverso se opponere 
vcllent, sagittarii fratrum per crebra jacula ipsos rcpulerunt. Violenter igitur 
illis intrantibus per tiienia, aliis per portam caslri, totam illain multitudinem 
inGdclium, qui plures fuerunt in Castro, quam fratrum exercitus continebat, in 
ore gladii extinxerunt, muliercs et parvulos cum maxima preda rerum aliarum 
secum ducentes. Hoc facto Castrum et suburbium ejus et alia edificia, que in 
vicino fuerant, corabusserunt h . 

De expugnacione castri Ramige. 1 im um 

Ardua et quasi impossibilia humane na Iure homo confisus in domino audet 

Cap. 180. a) Uridp Vebencbriften hat B. und der Index K. ; eie fehlen im Test K. T., nur eine hat n. 
b) faerant K. Cap. 181. c) castrol H. d) Baganictam B. Cap. 183. e) Thomaa II. (die Codd. 
haben hier wie tonst Tb.). f) fuerant K. j) aicenden« B. h) Der SchltiM ron hoc facto an fehlt B. 
Cap. 188. i) Die TJebrrtchrift fehlt im Index K. 

Ausfall und vernichteten eine abgesonderte Abtheilong der Rassen. Nach der Hypatijew'- 
schen Chronik S. 406 f. vgl. Karamsin Gesch. von Russland 4, 402. Die Barther kehrten t48* 
nach Preusscn zurück, Dusb. c. 425. 

1) Das wäre 1441 ; allein nach den politischen Verhältnissen der russischen Reiche jener 
Zeit ist ein Angriff der Russen auf Schnlaucn in diesem Jahre nicht denkbar. Vielleicht ge- 
langte Roman der Grosse von llalicz (H 96 -1405) auf seinen Krobcrungsziigcn so weit (Ro- 
pcll i, 394 f.). Vielleicht aber ist hier an die Erobcrungszügc seines Sohnes Daniel zwischen 
♦ 451 und «45t (vgl. zu c. 67) zu denken. 



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134 



l'KTRI DK DUSBURG 



aggredi, quando ex certis indiciis et signis evidentibus sentit sibi deum propi- 
ciura. Unde frater Theodoricus predictus cum exercitu suo ad liltusMemele op- 
positum accedens, Castrum Ramige* 1 eodcm modo impugnavit, et licet in dicta 
impugnacione aliqui de suis vulncrati fuerant et occisi ; tarnen eodcm die ipsutn 
violenter obtinuit et destruxit, partim hominibus captis, aliis occisis. 

im (t79) De destructione castri Labegow. 

Cum autem hec ad aures Sealowitarum devcnirent conturbata sunt oronia 
ossa eorum, et convenientes seniores populi conciliura fecerunt in unum b , quo- 
modo se possent vindicare. Ordinaveruntque concorditer cr.cc viros preeleclos 
ad bellum, qui navigio vcnientcs ad Castrum fratrum Labegowe* improvise m 
ortu dici, quiescentibus adhuc hominibus in stratu suo, ipsum expupnaverunt, 
occidentes in eo quicquid masculini sexus' fuit, preter mulieres et parvulos, 
quos exuslo prius castro secum cum preda maxima deduxerunt. 

wo« De vtulacione teure Scaloune. 

Sed quia facilitas 4 venie incentivum tribuit delinquendi, necesse fuit, qaod 
Scalowite de delicto hujusraodi prcsumpcionis gravcm subirent penitenciam, ne 
talia de cetero altemptarent. Congregavit igitur magistcr et fratres validum 
exercitum in ulcionem premissorum, qui cum vcnirent in terram Scalowie, ip- 
sam per incendium et rapinam pertransierunt a fine usquc ad finem , in illa 
parte, que tangit terram Prussie, faclaque strage magna hominum*, mulieres 
et parvulos vinclos deduxerunl. Medio tempore, quo hec agerentur, Stinegota' 
capitaneus Sealowitarum cum magno exercitu sequutus est eos, quod conside- 
rantes magister et fratres, positis occulte insidiis, exercitum Sealowitarum pro- 
cedentem invaserunl et pluribus ex 1 eis occisis, alios in fugam converterunt. 

18« (181) De quadam tradicione facta contra fratres. 

Fuit quidam vir potens, cui nomen Sareeka h Sralowita, castellanus in 
castro Sarecka'* a nomine suo sie dicto, de illa parte Scajowie, quo tangit ter- 
ram Lethowie. Qui non habens virtutem armatorum, que posset fratres offen- 
dere, excogilata quadam fraude tradicionis, voluit sub simulata specie boni eos 

») Bamif* K. D. Ranlffe B. (iweim*l *o). Cap. 184. b) Ob in unum hinter conrenirates tu (teilen wäre? 
c) «ex. muc. B. Cap. IM. d) faculta* B. e) hom. mag-. U. f) StlnegoU K. 8tincgotB D. (Steoegote J.) 
undeutlich B. BlinefoU U. f) ex B. D. fehlt K, Cap. 186. b) Sareck» B. D. Sarreck* K. Sarecto U. 
i) Sareck» Codd. 

4) Jeroschm hat statt Ramige : Rannte, und Voigt 4, 50« und 3, 818 glaubt daher, bei 
Dusburg »ei Ragnite iu lesen. Wenn er aber zur Begründung anführt, das Berliner Manu- 
script lese Raganita, so ist dies lediglich ein Irrthum Der Epitontatnr stimmt naturlich mit 
Jeroschin überein. Wir glauben ein Versehen Jeroschin's annehmen zu müssen. 

2) Die Zürc. welche der Orden zu Schiffe gegen die Schalauer unternahm, gingen offen- 
bar von der Deimemündung nach derMemcl, und zur Deckung derselben diente dasSchloss. 
Der altpreussische Ort Labegowe wird zwar schon in einer Urkunde von 1258 erwähnt, Cod. 
Pruss. I, n. H6; auch ist es möglich, dass schon um jene Zeil — man denke an die Er- 
bauung von Georgenburg an der Mcmel — das Schloss gegründet wäre, aber Henneberger 
S. 2*8, den Voigt 8, 157 als Gewährsmann hiefür anführt, ist nicht besonders zuverlässig; 
er schreibt nur nach Grünau XIII, 6, g. 1, und da die Burg Labiau wahrend des Aufstände» 
von 1400—127* noch nicht erwähnt wird, so nimmt man wohl sicherer an, dass sie erst nach 
Wiederunterwerfung der Samen gegründet ist. 

1) Vielleicht Schcrnky an der Jura nördlich von Tauroggen, Geogr. S. 27. Ein Berg des 
Namens Scharka liegt bei Kallencn ebenfalls nahe der Jura noch auf ktinigl. preussischem 
Gebiet, Neue Preuss! Prov. Bl. 1839, Bd. 1, S. *2. 



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CRONICA TERRB PRUSSIB. PARS III. 



135 



decipere. Misit cnim nuncios suos ad commendatoreni de Memelburgk, petens 
ab co humililer et devote, ul cum armigeris suis veniret, et cum, qui cum tola 
domo et familia vcllet relicta ydololatria baplismi graciam percipere, deduceret 
violenter, quia notroisi in manu potenli evadere in6delium manus posset. Com- - 
mendator audita hac legacione gavisus est gaudio magno vaJde, et licet non pos- 
set habere plenam certitudinom liujus facti, voluit tarnen sub spe lucri tot ani- 
marum aggredi rem perioulosam et dubiam propler deum, Assumptis ergo sibi 
fralribus quibusdam et armigeris processit, et in via occurrit ei quidam vir, qui 
ipsum de tradicione hujusmodi premunivit, asserens, quod dictus Sarecka cum 
mullis armatis, ut eum el fratres occideret, in itinerc expectaret. Hoc audito 
commendalor non volens, quod Idom Sarecka de tanta iniquitate commodum re- 
portaret, circumveniens eum, improvise irruit in ipsum, et aliis pro timorc in 
fugam conversis, ipsum cum octo pocioribus de parte ipsius capiens deduxit. 
In prima vero nocte dum fratres quiescerent in tentoriis suis, idero Sarecka, 
quia fortis erat robore, solvit se a vineulis, quibus ligatus stetit ad arborem 
et arrcplo gladio unum fratrem et tres armigeros interfeeit, et alten braebium 
ampulavit, in qua pugna et ipse cciam est occisus. 

De expugnacione castri Sassowie. wi («d 

Frater Gonradus de Tirbergk magister, hoc intelleclo, eommotus est, et 
congregato exercilu mille quingentorum equitum, aliis cum xv navibus proce- 
dentibus, circa Castrum Scalowitarum Sassowiam* 2 convenerunt, el ad impug- 
nacionem k ejus viriliter accedentes, ipsum posl longam altercacionem potenter 
expugnaverunt, el partim captis bostibus, aliis gladio trucidatis, in cinerera re- 
degerunl. 

De denolacionc terre Scalowic. iss (is» 

Mulla bella alia sunl gcsla per fratres contra Scalowitas, que tediosum es- 
set scribere. Postquam ergo pociores terre hujus domini scilicet Surbancz*, 
Swisdcta ctSurdeta a viderunl sibi deum* terribiliter oflensum, et fralribus miro 
modo propicium, non audentes ultra divine polencic resislere, ad Cristianos, 
relicta paterna hereditate, successive cum omni domo et fsmilia sua secesserunt. 
Communis autera populus audiens, quod duces exercitus sui, per quos bellum 
gerebatur f , recessissent, subjecit eciam se fidei erisliane. Sieque terra illa fuit 
sine habitatorc inultis annis*. 

De apostasia m Pruthenorum ei capfivitate comtnendalomm de Cristburgk isa (isn 

et Elbingo cum familia eorum. 

Cum igilur sub innumeris expensis et laboribus, inflnitisque angusliis fe- 
rocem illam gentem et indomitam Pruthenorum non sine maxima st rage fide- 
lium, fratres jugo fidei vice altera subjecissent, et crederent, quod esset pax et 
securitas, repentinus 6upcrvcnit interitus. Nam inimicus hutnanj generis, ho- 
slis fidei, pacis emulus dyabolus, intrans in corda ipsorum, provoeavit eos, ut 

OftP. 187. ») SMtonUm B. k) vi impiifDacionentcrua B. Cap. III, e) nif et B, mit U K. D. Surba- 

nii II. d) Bürdet» B. D. (Bürdete 3.) Bürdet» K. e) dominum B. f) re««b»tnr B. 

t) Vgl. c. <57. i) Ob Sassnpönen an der Instar? 

3J Was Voi^t 3, 147 hier von deutschen Colonisten einschaltet, namentlich von den 3000 
Meissneru, entlehnte L. David *, 133 zum besten Theil aus Grünau VIII, H, §. S. 



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PETRI DE DUSHIRG 



ilerum rebellionis calcaneum erigcrenl, ac contra slimulum indurata nequicia 
calcitrarent. Cujus consilio acquiescentes omnes preter fideles Poroesanos', facta 
conspiraciöne, apostasie vicium committcre intendehant. Nullus tarnen publice 
* audebal se fratribus opponere, preter Pogesanos', qui commendalorcm de Ei- 
bingo et Helwicum de Goltbach cotnmcndatorem de Cristburgk *, et eorum so- 
cios annata manu invadcntes, caploß deduxerunt. Sed quidam dictus Powida 
statim ipsos liberavit. Capellanutn ipsorum sacerdotem per guiam ad arborem 
suspenderunt, et quendam famulum ipsorum interfecerunt, reiiqua pars familie 
in fugam conversa vix evasit. 

190 < l95 > De occisione multorum Pogesanorum. 

• 

Hoc tempore frater Theodoricus de Liddow advocatus Sambiensis de Ale- 
mania reversus, Sambitas, qui ipsum tenerrime dilexerunt, ab errore hujusmodi 
revocavit. Quod cum Nattangi et Warmienses perciperent, et ipsi a concepta 
malicia destiterunt, prominentes l>ona fide fratribus Gdeliter adherere. Con- 
gregato itaque magno exercitu frater Conrad 11 s de Tirbcrgk magister et fratres 
intraverunt lerram Pogesanic, et viris sine numero interfectis, vasta(aque terra 
incendio et rapina, mulieres et parvulos captos deduxerunt. Dum aulem hec 
agerenlur, tarn viri quam mulieres maledixerunl cuidam Sambite diclo Bonse fc , 
camerario de territorio Pubeten, asserentes, quod ipse hujus nefandi criminis 
auctor fuisset, motivum primum et origo. Hic Bonse voluit habere manifeste 
duas uxores, et quia fratres hoc prohibucrunt, provocalus in iram, omnes quasi 
Pruthenos ad apostasiam incitavit. Unde exigentibus ejus demeritis, morte, 
quam meruit, est damnatus. 

»•Mise) Adidem. 

Eodem anno, tempore autumni fratres iterum armata manu intraverunt 
predictam lerram Pogesanie, et vastala iterum iueendio et rapina, captis et oc- 
cisis omnibus, preter paueos, qui cum familia sua versus Lethowiam ad territo- 
rium castri Garthe seeesserunl, ipsam in solitudinem redegerunt. 

n»(i87)/> c vastacione terre Colmensis et terriloriorum castrorum Grtidencz, Jnstde 

sancle Marie, Santirii, Cristburgk' et destruetione castri Clemenlvt. 

Hoc tempore fuit in terra Colmensi quidam frater Bertoldus de Northusen' 
provincialis commendator, qui licet esset providus dispensator in eura domes- 
tica, tarnen ad bellum minus fuit valens (quia minor est ad singula sensus), 

Cap. 189. ») Poraeunio« B. C«p. 190. b) Boom iweimal bei K. and bei B. nndeuüich ob Bon»? o4«t 
Boom D. Boom U. vgl. J. Cap. 192. c) Cruceburg H. 

4) Ein Barther war ihr Anführer, vgl. zu c. 223. 

2) Helwig kommt urkundlich als Cumthur von Chrisiburg am I.Januar und 4 9. Februar 
4277 vor ; sein Vorgänger Hermann von Schonenberg wird zuletzt am 29. März 4 276 erwähnt 
(Naraenscodex S. 24j, also nach dieser Zeit erfolgte der Aufsland. Comthur von Elbing war 
von 4271 bis zum 4. Januar 4 277 Helmbold, am 19. Februar 4 277 schon ein gewisser Al- 
brecht {Namenscodex S. 28) ; es ist also nicht gewiss, weicher von diesen beiden den Poge- 
saniern in die Hände fiel. Der Aufstand erfolgte wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Einfall 
Scumands in das Cnlmerland, vgl. c. 492. 

3) Berthold erscheint urkundlich als Laiidcomthur des Culmerlandcs vom 5. September 
4274 bis zum 29» Marz 4276, sein Nachfolger Hermann von .Schönenberg vom 4. Januar 
1277 bis zum 5. Februar 1289 .Namenscodex S. 46). Die Charakteristik des erstoren ist bei 
Jcroschin bitterer als bei Dusburg. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 



137 



quare non* obstitit insultacioni infidelium, ut debebat. Unde Sudowite sepius 
inlravcrunt terram Golmensem, et facta magna strage in populo dei, vastataque 
terra incendio et rapina, recesserunt, et cum sentirent, quod nullus resisterel 
eis, ausi fuerunt cum modico exercitu dictam terram Golmensem hostilitcr sub- 
intrare. Tandem magister fratrom Hermannum de Sconenborgk virum in bellis 
exercitatum constituit in commendatorem provincialem diele terrc, qui eis viri- 
liter restitit, quia quocienscunque Sudowite cum parvo exercitu intrarent ter- 
ram Colroensem, ipse cum armigeris suis audacter occurrit eis, et aggrediens 
eos in bello vicit, et occisis plurimis, alios in fugam convertit, et hoc tociens 
reiteratum fuit ab eo, totque occisi fuerunt, quod Sudowite amplius venire sine 
magno exercitu non audebant. Provoeati ergo de tanta strage suorum, et tarn 
variis damnis, que ineurrerant in terra Colmensi, Scumandus capitaneus Sudo- 
witarum cum im milibus gentis sue et virtute exercilus Lethowinorum potenter 
i'ntraverunt terram Colmensem in die xi milium virginum, et mortem suorum 21. october 
multipliciter vindicabant 1 . In primo ingressu h Castrum cujusdam feodatarii*, 
dictum Plowist ^, , silum supra fluvium Osse, graviter impugnaverunt, et ulique 
deslmxissent , sed tandem hec pacta intervenerunt, ut costrenses duos viros 
expertos concederent, qui exercitum infidelium ducerent et reducerent per ter- 
minos Cristianorum , et sie salvi permanerent. Quo facto processerunt ante 
castra scilicet Rcdinum, Lipam', deinde ad Castrum Welsais', cujus suburbium 
funditus cremaverunt. Posthec castnim dictum Turnitz* cujusdam feodatarii 
durissime impugnaverunt, castrensibus e contra se opponenlibus, et licet illa 
die nihil« proficerent impugnando, manserunt tarnen illa noetc in obsidione 
ejus. Sed crastina die dum sentirent Castrum ßrinatum pluribus armigeris, 
quam ante, sine impugnacione altera recesserunt. Host hec venerunt ad Castrum 
dementia*, quod fuit cujusdam feodatarii et undique vallantes impugnaverunt; 
tandem igne apposito penitus combusserunt, et centum homines cristiani fue- 
runt in eo extineti, preter mulieres et parvulos, quos captos h deduxerunt. Ul- 
timo processerunt contra hec castra et civitates, scilicet Grudentz, Insulam 
sanete Marie et Santirium et Gristburgk, et quiequid occurrit eis in via, vel oc- 
ciderunl, aut ceperunt, vel in cinerem redegerunt. Deinde cum inestimabili 
preda hominum cristianorum et aliarum rerum recesserunt. Quanta mala et 
quam magnam st ra gern in populo dei, et quantam verecundiam fecerit 1 iste 
exercitus sacramentis ecclesie et ministris, nullus sane mentis posset sine la- 
crimis cogitare. 

De bello Sudowitarum, et de bello finali terre Prussie. iw os») 

Expugnatis favente domino Jesu Gristo cunclis gentibus terre Prussie, re-»* 
stabat adhuc una et ultima, scilicet Sudowitarum, et polencior inter k omnes*, 

% 

a) qui» non K. B. qnia konnte au« dem Yorherg ehenden qnia durch Wiederholung entstanden «ein ; quare Conj. 

b) congreaau K. e) fendatarii B. d) Pollowiat (ol getilgt) K. e) Lipanl K. B. D. Mpe J. f) WeU- 
cu* H. g) nihil B. D. non K. Ii) captiToa B. i) feett B. Cap. 10S. k) intni B. 

4) Dieses Einfalles der Heiden in das Culincrland gedenkt der Canon. Samt)., doch 
schreibt er ihn den I.itthaucrn zu. Die Annal. Thorun. geben die unverständliche Notiz 
Anno ti77 maximum bellum fuit in procarien. 

81 Plowenz nordöstlich von Reden. 

3) Westlich von Reden. 

4; Vielleicht das heutige Plcment zwischen Reden und Graudenz, Voigt, 3, 352. 

5, Der Stamm der Sudauer war einer der zahlreichsten, aber durch Kriege mit Russen, 



138 PETRI DB DÜSBURG 

quam fratrcs non in faumana virlute, nec in pugnatorum multitudine, sed in 
divine protcctionis auxiiio confisi, virililer sunt aggressi, attendentes, quod non 
solum caput et alia pars corporis, sed eciam cauda hostie secundum preceplum 
domini in sacrificio jubetur offerri. Ut ergo fratres bostie sue finem consutna- 
cionis apponerent, inceperunl bellum contra terram Sudowie in hunc modum. 

is«(tt>9) De vastacione (erritorii Kymenow* terre Sudowie. 

Frater Conrodus de Tirbcrgk magisler et plures fratres cum mille et quin- 
genlis equilibus intraverunl terram Sudowie, et territoriutu, quod dioitur Ky- 
mcnow, depopulati sunt, et preler occisos, quorura multi fuerunt, mille capli- 
vos homines, cum spolio aliarum remm fere innumerabili deduxerunt. Scquenti 
die dum excrcilus fratrum redeundo venisset ad silvam, que dicitur Winse, Su- 
dowite cum tribus milibus virorum electorum secuti sunt eos, quos fratres cum 
suis virililer invadentes, occisis multis et Ictaliter vulneratis, usque ad terre 
ipsorum introitum fugaverunl. In hac pugna de exercilu fratrum nisi sex viri 
ceciderunl interfecli, alii salvi sunt reversi 1 . 

»w (i«Q) De depredacione terre Polonie. 

Hoc tempore Lethowinorura exercitus validus k intravit Poloniam et vastalis 
Briscensi, Luncensi, et Dobrinensi confiniis per incendium et rapinam, tantam 
stragem fccit in populo cristiano occidendo et captivando, quod numerum eoruro 
nemo potuit veraciter estimare'. 

i»6 (!»i> Ad idem ; de morte ociingenlorum Lelhowmorum. 

Non longe postca octingenti viri equites de Lethowia destruxerunt in parte 
terre Polonie, que dicitur Kersow c x villas, et occisis multis Cristianis cum 
magno spolio recesserunt. Medio tempore, quo hec agerentur, vir deo devotus 
Lestekinus dux Cracoviensis*, congregatis multis milibus virorum, ascendit in 
montem quendam, et ait : quicunque fonnidolosus non est, ascendat ad me, ut 
hodie vindicemus injuriam crueifixi. Et ut breviler concludam, ipse sicut Gi- 

C*p. 194. ») Xjrmcnow B. D. Kim. K. C»p. 190. b) cx. rat. Lett. B. Cap. 196. e) Oer»» H. 

und Polen bereits sehr mitgenommen (vgl. zu c. 67, 78, 16*). Von den Territorien dessetben 
werden mehrere auch in russischen Quellen angeführt. Es begegnen den Russen nament- 
lich in einem Feldzuge gegen die Jadzwinger (Sudauer) 1254 die Slintzen, Krismeotzea und 
Pokäntzen, d. h. nach Sjögren'» wahrscheinlicher Deutung S. 29 die Bewohner von Silla, 
Krasime und Pokimen, Dusb. c. 212, 209, 202. Die Slintzen werden auch 1251, die Land- 
schaft Slina 4271 erwähnt Sjögren 8. 19, 1*3. 

1) Die Zahlen, welche Voigt 3, 364 für die Geschichte dieses Zuges aus Schütz fol. 40 
hinUbcrnlmmt, sind schlecht begründot. 

2) Dlujzoss 1, 814 spricht von einem Einfall der Litthauer in terram Lancitiensem in 
festo Lucae apostoli (18. October) 4 277, und dabei von 40,000 gefangenen Christen I Im Jahre 
4 278 verheerten die Sudauer nach seiner Angabe p. 816 Cujavien um Koval herum, die Lit- 
thauer Lencziz. Auch einen Einfall der Preussen (Sudauer) in Masovien 1281 erwähnt er 
p. 823. Die Hypatijew'schc Chronik p. 207, 208 berichtet beim Jahre 1278 von einem Ein- 
fall der Litthauer und Jadzwinger in Polen, wahrend dessen die letzteren die Gegend von 
Lublin verheerten, und beim Jahre 1279 von einer Hungcrsnoth In Russland, Polen, Lit— 
thaucn und dem Jadzwingcrlandc, welche den Fürsten Wladimir veranlasst«, von Briest 
aus auf Bug und Narew den Jadzwingern Getreide zu schicken, Sjögren S. 432, Noto Sil. 

3) Leszek Czarny von Sieradz erlangte die Herrschaft in Krakau und den übrigen Län- 
dern Bolcslaw Wstydliwy's nach dessen Tode (f 10. Dccember 1279), Röpell 1, 534 f. Er 
errang im Jahre 1282 zwei rühmliche Siege, einen jenseits des Njemen über die Jadzwinger 
(Sudaucr), den andern bei Rawnc über die Litthauer, Dlugoss I, 825 und 828, Röpell 4, 
537. Auf den letzteren Kampf scheint der Bericht Dushurg's bezogen werden zu müssen. 
Leszek starb im Jahre 4 288. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 139 

dcon de multis militibus non nisi ccc viros obtinuil, cum quibus certamini se 
dedit, et hosles de dei misericordia, qui neminem deserit sperantem in se, viri- 
liter est aggressus, et captivis Cristianis primo liberatis, inimicos fidei percussit 
plaga magna, sie quod de octingenlis viris vix decem fuge* presidio evaserunt. 

■ 

De destruetione territorii Sudowie Meruniske. i»t o«) 

Frater Conradus magister Semper sollicitus circa destruetionem infidel ium, 
congregata magna potencia , exercitus equitum et peditum , intravit Sudowic 
territorium dictum Meruniskam cum equitibus, aliis relictis ante introitum terre 
predHfte, et occidit dominos hujus territorii famosos xvm. De alio populo pro— 
miscui sexus interfecit sexcentos et captivavit, et dictum territorium vastavit 
per incendium et rapinam. 

De lalrunctdis. in» im» 

Mira et insolita gesta sunt per latrunculos 1 cristianos, scilicet per Marli- 
num de Golin, Conradum dictum Dywel bÄ , et quendam dictum Stovemel, et 
Kudare de Sudowia, et Nakam de Pogesania, et plures alios, que nullus posset 
ad plenum perorare. Iste Martinus cum im viris Theutonicis, et xi Pruthenis 
quandam villam in terra Sudowie expugnavit, caplis hominibus et occisis. Et 
cum longe in reditu pervenisset ad laiem locum, ubi omni timore postposito se- 
dens in mensa cum soeiis suis refectionqm sumeret posl laborem, irruerunt re- 
pente in eum hostes, et occisis im soeiis ejus Theutonicis, alii evaserunt, relictis 
ibi omnibus, que de armis et viclualibus habebant. Hoc facto Sudowite gavisi 
sunt valde: Martinus autem turbatus cireuivit in silva, quousque socios suos 
superstites convoeavit, et quia omnia anna fuerant eis ablata, ipse secrete, dor- 
mientibus hostibus, successive furatus fuit eis oiipeos, gladios et lanceas, qui- 
bus habitis accessit cum suis occulte, et omnes in stratu suo occidit, preter 
unum, quem Martinus preoccupans viam, qua effugere voluit, interfecit, sieque 
cum spolio primo et dictorum infidelium armis et rebüs aliis est reversus. 

Ad idem. ig»(iM) 
Idem Martinus et pauci alii iterum intraverunt terre Sudowie quandam vil- - 

•) tilg* fehlt K. Cap. IM. b) Duwl B. 

4) Freibeuterei war in den Kriegen jener Zeit eine wichtigere Sache als jetzt. Die Auf- 
gabe der Kriegführung, zumal in dem Kriege zwischen Christen und Heiden, war zunächst 
keine andere als möglichst viele waffenfähige Feinde zu erschlagen, möglichst viel Weiber 
und Kinder gefangen zu nehmen und möglichst viel Reute zu machen. Das zeigt bei Dusburg 
jedes Blatt. Die Unternehmungen der Ordensritter selbst sind, wenn nicht grössere Heere 
Aufgeboten wurden, nichts weiter als Raub- und Freibeuterzüge. Besonders aber bezeichnet 
Dusburg mit dem Namen latruneuli die preußischen (c. 456, 4 57, 198, 4 99, 228, 229, 353, 
35t) oder Kubanischen (c. 238, 284, 382, 286 etc.) Banden, welche theils zu Ross, theils zu 
Fuss, Je 5, 20, 50 bis einige hundert Mann stark, auf Abentheuer (si aliquid a casu occurreret 
eise 156, vgl. volens aliquas novitates experiri c. 239,i, oder auch mit einem bestimmten 
Plane (c. 228) auszogen, dem feinde Schaden zuzufügen, vgl. die latruneuli bei Boguphalus 
p. 65, 76. Einige der preussischen latruneuli, wie namentlich die oben c. 4 98 genannten ha- 
ben durch Schlauheit, Kühnheit und Geistesgegenwart sich einen Namen gemacht. Um ihrer 
willen pflegt man über diese Art der Kriegführung weniger ungünstig zu urtheilen. Wenn 
Voigt 3, 365 nach Du Cange annimmt, dass die latruneuli eine im Vortrab des Heeres oder 
auch in einzelnen Streifzügen agirende leichte Reiterei gewesen sei, so stellt er die Sn<-he 
nicht im Sinne Dusbnrgs dar. Dass auch die l.iUhauer diese latruneuli kannten, darf man 
nicht erst aus der Urkunde von 1 867 bei Dogicl V, n. 56 erweisen, und aus Jeroscbin lernt 
man Uber das Wesen derselben, von dem deutschen Namen Hindere, struterie abgesehen, 
kaum irgend etwas mehr als aus Dusbur^. 

2) Uebcr seine Familie vgl. Mülverstedt in den N. Preuss. Pr. Bl. 1855, Bd. 4. S. 17». 



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140 



PF.TRI DE DUSHUHC» 



lam, et in crepusculo cum aiiqui essen t in balnco, alii in cena, reliqui in diver- 
sis officüs, invascrunt eos, et occiderunt eos onines*. Martinus au lern x viros in 
balneo inlerfecit, sirque equos et peeudes et cetera cum raulieribus et parvulis 
deduxerunt. 

• 

aae(i9&) De fuga Sudowilarum. 

Ködern tempore Sudowite volentes vindictam sumere de premissis, cum 
modico exercitu intraverunt terram Natlangie, et depopulala quadanr parte ip- 
sius modica reecsserunt. Quos fratres cum suis armigeris violenter insequenles 
occisis pluriinis et letaliter vulncralis, alii cum verecundia effugerunt. «, 

301 (im) De fratre Conrado magistro ierre Prussie anno domini mcclxxix. 

m» Frater Conradus de Wugwangen magister Prussie x, prefuit i anno. Hic 
nmrluo fratre Conrado de Tirbergk magistro terre Prussie, et fratre Ornesto fc 
magistro terre Lyvonic ab infidetibus occiso 1 , nuneiis utriusque terre a magistro 
generali petenlibus, dalus fuit et Prussie et Lyvonic fratribus in magistrum anno 
domini mcclxxix Scd elapso uno anno cum sentiret, quod nou sufficeret ad utri- 
usque terre regimen, resignato oflicio suo in Prussia, magister solius terre Ly- 
vonie remansit*. 

209 (i97) De vaslacione territorii Pokime terre Sudowie. 

Hoc tempore de mandato magistri 4 frater Conradus de Tirbergk junior mar— 
scalcus terre Prussie, congregata omni potencia exercitus sui, intravit terre Su- 
dowie terrilorium dictum Pokimam e , et facta destruetione magna per incendium 
et rapinam, captis et occisis multis hominibus, dum rediret, transiit cum exer- 
citu suo post horam vesperarum glaciem illius stagni, quod dicitur Nogothin". 
Marie autem facto, dissoluta fuit glacies, sie quod conncclionis* ejus vestigium 
non patebat. 

208(19») De fratre Manegoldo magistro Prussie anno domini mcclxxx. 

mo Frater Manegoldus magister Prussie xi fuit u annis. Hic fuit prius conimen- 
dator in castro Kunigsbergk *, ubi multa bona gessit, et factus magister terre 
Prussie, cum jam fere duobus annis prrfuissel vocalus ad capitulura post elec- 
tionem celebratam de fratre Burgardo de Swanden in magistrum generalem or- 
dinis domus Theutonice in reditu mortuus est h in via**. 

tot (iw) De vaslacione terre Sambiensis. 

Tempore hujus magistri fratris Manegoldi Sudowite ex premissis et variis 
afflictionibus castigati per fratres ultra modum turbali sunt et coneepta contra 
ipsos indignacione nimia , concilium fecerunt, quomodo possont oppressionena 

Cap. 199. ») et fehlt, oranet eo« o«e. B. Cap. 901. b) Erncito D. c) LXXIX B. D. LXXX. K. II. 
Cap. 902. d) m> B. D. may. mand. K. e) Fokimtm B. J. Poklmlam K. FohlniMD D. f) Nejothin H. 
Newotin J. g) »o B. D. conveetioni. K. C*p. 903. h) e«t fehlt K. ») tU Codd. aim H. 

1) A«n 3. M«ri IS79, Canon. Samb. c. 7, vgl. Alnpccko S. 661 mit der Anmerk. S. 773. 
1) Die chronologischen Bestimmungen sind richtig, llistoriogr. S. 188. 

3) Jeroschins Ncwolhin scheint auf den Löwciitin-Sec zu rühren. 

4) Zwischen dem i9. Marz 1i76 und dem 1. Februar 1*78 nachgewiesen im Namens- 
codex S. 34. 

5) Historiogr. S. 288. 



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CR0X1CA TERRE PRUSSIE. PARS III. 



141 



hujusmodi vindicare, et quia per se non poterant adjunclo sibi auxilio Lothowi- 
norum intraverunl potenter terram Sambie. Fratres longo tempore de hoc fue- 
runt premuniti. Unde* nihil aliud facere poterant, nisi quod x diebus pertran- 
sierunt terminos dicte terre et habitaciones, et alia, que extra castra et muni- 
ciones sita fuerant, cremaverunt, et sie occisis de exercitu suo v viris recesserunt. 

De impugnacione lerreSudowie et caplivilale etmorte plurium Sudowilarum. %os am 

Medio tempore, quo isle exercitus infidelium fuit in terra Sambie, frater 
Ulricus Bauwarus* commendator deTapiow* cum xn fratribus et ccl viris equi- 
tibus intravit Sudowiam et preter alia damna quibus afflixil eam incendio et ra- 
pina cl homines cepit et occidit, uxores nobilium, ßüos et filias et familiam 
captivavit, sie quod Sudowite hic plus perdiderunt, quam in Sambia sunt lucrali. 

De bello fratris Ulrici contra Sudomlas. smimd 

Hic frater Ulricus tolus fuit niagnanimus. Audebat enim aggredi ardua 
facta, que meticulosus inspicere formidabat. Multa et infinifa damna intulil Su- 
dowitis. Tociens contra eos bellum movit, quod magistcr timens ex hoc sibi ali- 
quid nolabile periculum e venire, prohibuit eum, ne de cetero ipsos impugnaret 
sine sua licencia speciali. Et cum quereretur ab eo, quare sie infestus esset ip- 
sis, respondit : non curarem, quid agerem, ut possem vulnerari ab eis v vulne- 
ribus, sicut Cristus pro me fueral vulneratus. Et sie factum fuit ei, quia Sudo- 
wite tandem ipsum in bello vulnerantes v vulneribus occiderunt. 

De convermne cujtisdam Sudowite et mirabüi facto. 207(202) 

Hoc tempore quidam nobilis de Sudowia dictus Russigenus cum omni domo 
et familia venit ad commendatorem de Balga et cum vcllet interesse divinis, 
prohibitus fuit. Cujus prohibicionis causa cognita baptizatus fuit cum omni fa- 
milia sua, et slatim post baptisma incepil infirmari, positusque ad lectum misil 
pro quodam fratre sacerdote de Balga, qui ipsum baptizaverat, petens ab eo hu- 
militcr, ut ipsum in ßde Cristi infbrmaret. Quod ipse sacerdos cum omni dili- 
gencia adimplcvit, et cireumspiciens vidit de lignis faclum ad pedes ipsius Sig- 
num crucis, quod ipse c Sudowita sibi jusserat' preparari. De quo sacerdos ad- 
mirans, quod talis eodem die baptizatus tantam ad fidem Cristi graciam habe- 
re! *, cepit inquirere, ulrum ante suseeptam fidem aliquid boni egissel? Re- 
spondit, quod multos Cristianos interfecissel, de aliquo bono facto nihil sciret, 
preter hoc solum, quod dum ipse cum magno exercitu inlrasset Poloniam, qui- 
dam Sudowita imaginem beate virginis Marie cum filio in gremio gerentem de- 
portavit, et in reditu dum cum laneeis suis ad dictam imaginem sagittarent, 
ipse de hoc dolens, violenter rapuit, et cuidam Cristiano dedit dicens : aeeipe 
imaginem istam dei tui, et reporta ad locum, ubi in reverencia debtta habeatur; 
quo facto apparuit ei beata virgo in speeie et habilu pulcherrimo in somnis et 
dixit: hoc obsequium, quod mihi fecisti in imagine mca, tibi in regno filii mei 

C*p. 204. a) ut B. Oap. 808. b) Bauwanu K. B. Bawarut D. C«p. 207. e) idem B. J) junit 
B. «) jam hab. B. 

4) Seine Aintsverwaltung scheint im Namenscodex S. 403 nar nach Dusburg in die Jahre 
4i80, 4281 Resetzt zu sein, vgl. c. 306, 209. 



142 PETRI DB DÜSBURG _ 

refundelur. Quod cum ipse Sudowila sacerdoli retulisset, slalim quasi eodem 
die in domino feliciter obdormivit 

*•* < 2M > De edificacione cattri Mergenburgk. 

tm Anno xcclxxx Castrum Santirii mutato nomine et loco translalum fuit ad 
eum locum, ubi nunc situm est, et vocatum nomen ejus Mergenburgk i. e. Cas- 
trum sancte Marie, ad cujus laudem et gloriam hec translacio facta fuit*. 

i§9 (204) De desbruclione territorii Sudowie dicti Cramme. 

Frater Manegoldus magister, ul bellum Sudowitarum per predecessores . 
suos viriliter inceptum non tepesceret tempore suo, sed proficeret de die in 
dicm, congregavit omnem virtutem exercitus sui, et in die purificacionis beate 
2. t'ebr. vtrginis Marie intravit territoriura Sudowie dictum Crasimam, vastando per in- 
cendium et rapinam. Habitacioncm eciam illius potentis viri Scumandi, capi- 
tanei dicti territorii', redegit in favillam et captis et occisis cl bominibus cum 
preda maxima est reversus. Iste exercitus dum dictum territorium intrare vel- 
let, erravit, et in illo errore ex dei providencia facto, qui nihil solet agere sine 
causa, dispersus fuit, et sie intrans totum* territorium occupavit et destruxit. 
In hoc bello frater Ulricus Bauwarus commendator de Tapiow et im viri cecide- 
runt interfecti et frater Lodewicus de Libencele captus fuit. 

910 (205) De captivilate prima fratris Lödcwici de Libencele. 

Frater Lodewicus de Libencele, vir nobilis et in rebus bellicis ab adoles- 
cencia exercitatus k , mira gesla fecit in vita sua, que inferius apparebunt. Hic 
dum captus esset, presentatus fuit Scumando, qui, quia similis ei fuit in auda- 
cia, multum dilexit eum, unde accidit, quod ipsum adhuc in captivitate posi-' 
tum duxit secum ad locum, ubi pociores terre Sudowie convenerant ad potan- 
dum. In hac potacione quidam vir nobilis et potens fratrem Lodewicum contu- 
meliis et jurgiis' ad turbacionem animi provoeavit. Unde ait ad Scumandum : 
duxisti roe huc, ut iste cor meum injuriosis affligeret verbis suis? Cui respondit 
Scumandus : doleo de turbacione tua, et si audes, vindica injuriam tibi factam, 
ego te juvabo. Hoc audito frater 4 Lodewicus animatus fuit, et emulum suum 
gladio interfecit. Postea frater Lodewicus per quendam famulum dicti Scumandi 
liberatus fuit a captivitate et ad fratres reduetus*. 

Cap. 909. t) totam fehlt K. C*p. 910. b) «t. »im B. t) Injariu B. d) fntor K. fohlt B. D. 
t) redaetua B. D. deduetu» K. 

4) Aohnliches wird von Scumand erzilhlt c. 224. 

2) Merginburg edificatur 4 279 Canon. Samb. M. translalum fuit de Zanthir 1282 Annal. 
Thorun. Die Handfeste der Stadt Marienburg ist jedoch schon von 4 276, und in derselben 
wird bereits ein Comthur von Marienburg erwähnt. Bisher unbeachtet, aber vielleicht allor 
Beachtung werth ist die Zeugenangabe der Urkunde von 4 255, Cod. Pruss. I, n. 4 00 : Alberto 
in Morgcnburch, Johanne in Ladecop ecelesiarum rectoribus. Marienburg könnte damals 
sehr wohl schon bestanden haben, nur wäre dann freilich der Ausdruck bei Dusburg c. 443 
ad territorium dictum Algent, in quo nunc situm est Castrum Mergenburgk, ungenau. 

fl) Er erschien schon vor 4 274 zweimal als Anführer der Sudauer imCulmerlande c. 464, 
466, auch später wiederholt, besonders 4277 c. 4 92. Letzter Kampf und Bekehrung c. 209 
—24 4 . Scumand im Dienste des Ordens und sein Tod c. 223, 214. Ueber seine Nachkommen- 
schaft vgl. Mülverstedt in den N. Preuas. Prov. Bl. 4 836, Bd. i, 8. 448 f. — Die übrigen 
Häuptlinge der Sudauer: Wadole c. 242, Cantcgorde c. 242, 247, Gedete und Scurdo c. 249. 



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CRONICA TERRE PHÜSSIE. PARS III. 143 

De convermne Scumandi capilanci Sudouritarum. «n (»») 

Ute Scumandus potens fuit et dives in lerritorio Sudowie dicto Crasima, et 
cum impugnaciones continuas fratrum non possei suslinere, cessil de terra sua 
cum Iota famitia et aniicis ad terram Russie. In qua dum per tempus aliquod 
habitasset, fatigalus exilio* rediit ad terram nalivitalis sue. Quod cum b perci- 
perent tralres ipsum in bello iterum invaserunl, tot vieibus eum vexanles, quod 
tandem cum omni domo et familia sua fidei et fratribus se subjecit. 

De vastacione terrilorü Sudowie dicti Silie r et secunda captivitate fratris «u (2ot> 

Lodeivici. 

Eo tempore, quo frater Manegoldus magister vocalus' ad capitulum esset 
in itinere constilutus, frater Conradus de Tirbergk marscalcus cura.multis fra- 
tribus et maximo exercitu inlravil Sudowie territorium dictum Siliam. Tarn co— 
piosus fuit iste exercitus, quod multarum spacium leucarum occupavit. Ubi 
omnia edißeia dicti territorii redegerunt in favillam, occidentes quendam nobi- 
lem dictum Wadole capitaneum ibidem et plures alios, predam inestimabilem 
deduxerunt. In hoc exercitu frater Lodewicus de I.ibencele multis vulneribus 
letaliter vuineratus, seniivivus in nive fuit derelictus. Quem Sudowile postea 
invenientes super equum positum, sie quod capul et brachia ex una parte, et 
crura ex altera dependebant, tarn inepte deduxerunt, quod sanguis de vulneri- 
bus manans, jam in corpore coagulatus, coactus est violenter effundi, et sie sa- 
natus fuit, ut veraciler estimabat. Hic frater Lodewicus iterum captus presen- 
tatus fuit cuidara nobili, dicto Cantegerde, et ejus custodie deputatus. 

De desolacione castri Potterbergk et edificacione castri Gymewe. «i 8 (20s) 

Swantcpolcus quondam dux Pomeranie, de quo superius est premissum, 
quatuor habuit filios : Mcstowinum primogenitum, quem ut dictum est dedit in 
obsidem, Samborium, Warceslaum et quendam alium'. Iste Warcesiaus faclus 
fuit frater ordinis domus Theutonice, et partem ducatus predicti, que ipsum 
contingebal, dedit fratribus domus Theutonice in Prussia in elcmosinam. Sam- 
borius videns, quod de parle sua non posset honeste secundum Status sui digni- 
tatem vivere, tradidit eam predictis fratribus, ut ipsi et Familie sue in necessa- 
riis providerent. Idem fecit quarlus frater, et ut hec donacio firma esset, et in 
perpetuum valitura, hü tres renunciaverunt omni actioni juris vel facti, que ip- 
sis vel eorutn successoribus in dicto ducalu competebat, dantes super hoc lite- 
ras suas fratribus sigillorum suorum munimine roboratas. Mestowinus autem 
audiens hec, violenter has tres partes ducatus Pomeranie occupavit et invitis 

Cap. SIL *) ex. I»L B. b) com fehlt K. C«p. 819. c) 8«Um H. d) tocaIus doppelt K 

i) Swantepolks Söhne waren Mistwin und Wartislaw. Nur den ersteren nennt Dilsburg 
richtig; Wartislaw verwechselt er mit einem ftlciohnainigen Bruder Swantopolk's, Sambor 
and Ratibor (denn diesen nieint er) Kind ebenfalls Bruder nicht Söhne Swantopolks. Einen 
ähnlichen Fehler beging Dusburg schon c. 46. Von den Brüdern Swantopolks ist Ratibor in 
den deutschen Orden getreten nach der Urkunde von 4*82 bei bogiel IV, n. 89, p. 33, nicht, 
wie Dusburg sagt, Warcesiaus. Deshalb beanspruchte der Orden zunächst die Güter Rati- 
bors. Warcesiaus war von den Brüdern am frühsten gestorbeu, und seinem Wunsche ge- 
mäss verschrieb Sambor nach seinem Tode 4 230 sein Land Wanceke zwischen Verse und 
Weichsel zuerst den Mönchen von Oliva, spater, als er seinen Sinn geändert hatte, dein deut- 
schen Orden, vgl. Geogr. S. 55 ff. 



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144 PETR1 DE DÜSBURG 

fralribus detinuil multis annis. Tandem venit dominus Philippus episcopus Fir- 
manius* legatus a sedo aposlolica missus ad lerram Polonie, coram quo fraler 
Conradus dcTirbergk magister conquestus fuit de violencia, quam dictus Mesto- 
vvinus fecil fralribus de Prussia, in hiis Iribus partibns ducatus predicti, et ad 
probandum, se et fratres habere merom jus in il Iis, obtulit privilegia memorata. 
Audita ergo utriusquc partis allegacione, et resignatis privilegiis prediclis a fra- 
lribus et quicquid habebant juris in hiis honis, idem legatus ordinavit eomposi- 
cionnm inter eos hoc modo : quod fratres domus Theutonice haberent territorium 
dictum Wanceke b in dicto ducatu Pomeranie, ubi nunc situm est Castrum Gy- 
mewa, et sie cessarel omnis discordia inier eos 1 . Unde fratres anno domini 
1283 mcclxxxiii transtulerunt de terra Culmensi Castrum Potterbergk, et cum edificiis 
ejus Castrum Gymewara* edificaverunl in cum locum suj>er Wiselam, ubi nunc 
situm est ad laudem et gloriam Jesu Cristi. 

•m (20») De fratre Conrado de Tirbergk magistro Prussie. 

Frater Conradus de Tirbergk junior magister Prussie xu prefuit v annis cum 
dimidio*. Hic frater Conradus fuit gennanus fratris Conradi de Tirbergk ma- 
gislri supradicti, et erant ambo viri slrenui et in annis, et in factis oranibus 
gloriosi, prosperalumque fuit bellum contra infideles in manibus ipsorum ila, 
quod ad volum eis omnia successerunt. 

«iö (2io) De va8tacione ciijmdam parlis terre Sambie. 

u*i Anno Dn. mcclxxxiii octingenti viri de Lcthowia equites tempore hyemali 
per Neriam Curoniensem intraverunt Sambiensem terram et duo territoria ejus 
scilicet Abendam* et Pubctam per incendium et rapinam vexaverunt, occiden- 
tes cl homines cristianos, et nullo eis resistente omnes salvi redierunt. Hoc 
ideo accidisse creditur indubitanter, quia magister et fratres prescienles ipsos 
Lelhowinos venluros, expectabant eos cum exercilu per dies aliquot, tandem 
attediati de longa mora, quam in via ultra solitutn contraxerant r , dispersi re- 
dierunt ad propria. Sequenti autem die Lcthowini intraverunt Sambiern, et sine 
aliquo defensionis obstaculo fecerunt, quod superius est premissum. 

sie (2it) De edißcacione castri novi in terra Sambie supra Ulm maris salsi in Neria 

Curoniensi. 

Frater Conradus magister, ut vir sapiens et providus, considerans, quod 
per Neriam, viam utique occultam, possent fralribus et terre Sambie multa 
damna et pericula ab infidelibus suboriri, edißcare fecit in dicta Neria super li- 
tus maris salsi Castrum firmum, quod dicitur Nova domus 5 , ne Lelhowini ter- 
ram Sambie intrent a modo improvise. 

Cap. SU. •) Wnoaniu» K. nnatticu B. F5nn»nu* 6. b) «o B. D. Wuit*ke K. Cap. 816. e) eon- 
trwrat K. 

4) Die Urkunde hierüber ist vom 48. Mai 4 282 bei Dogicl IV, n. 39, Act. Bor. S, 274. — 
De« Namen Wanzka trifft man auch anderwärts. Im Jahre 4280 gründete Markgraf Albrecht 
von Brandenburg das Kloster Wancik oder Wonzkn im Lande Stargardt, Havelberger Diö- 
cese, Riedel cod. Brand. II, 6, p. 24. 

2) Die Annal. Pelpl. und Thorun. erwähnen die Erbauung Mcwc's schon beim Jahr 4282, 
der Canon. Samb. wohl irrthümlich schon 4 281. 

3) So auch nach den Urkunden, vgl. Historiopr. S. 288. 

*} Ahenda scheint Powunden zu sein, wiewohl c. 303 diese Form des Namens vor- 
kommt. Jeroschin hat Betin (vgl. c. 4 08). 

5) Vgl. Geogr. S. 24 3. 



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CROXICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 



145 



De expugnacione casiri Kymeiiovie, et conversione mille et sexcentorum m (in) 

Sudatvitarum. 

Hoc eciam tempore" idem frater Conradus magister circa officium sibi in- 
junctum sollicitus multas nocles insompnes deduxit, cogitans, quomodo inimicos 
fidei Sudowitas ad viam duccrel veritatis. Unde ad hoc perficiendum congre- 
gata multitudioe copiosa fratrum et aliorum pugnatorum, dum in via esset ver- 
sus Sudowiatn, occurrit ei frater Lodewicus de Libencele, ducens secum Caute- 
gerdam 1 , qui ipsum captivum delinuerat, et mille et sexcentos homines de Su- 
dowia promiscui scxus, quos in caplivitale positus ad Gdem Cristi convertit. 
Quibus visis magister gavisus est, et jussit cos procedere versus terram Sam- 
biensem 2 . Hoc facto sequenti die magister cum exercitu suo intravit territorium 
Sudowie dictum Kymenow b , et Castrum ejusderu nominis tarn acriler impugna- 
vit, quousque castrenses ipsum sub biis pactis, ut scilicel salvis rebus et per- 
sonis exirent, tradidcrunt, promiltentes se fidem Cristi accepturos. Unde dato 
ipsis ductore jussi sunt, ut ad partes Sambie procederent sine mora. Crastina 
vero die depopulato terrilorio Kymenovie prcdicto, dum redirent fratres cum 
exercitu suo, compertum fuit, quod dicti castrenses de Rymenovia interfecto 
ductore suo per viam aliam ad terram Lelhowie sunt profecti. Sed frater Lode- 
wicus cum sua comitiva processit ad terram Sambie, ubi omnes fonle baptis- 
matis sunt renati. 

De morte fratrw Friderici Holle et xxx virorum. *■• (in) 

Eodem anno frater Fridericus, dictus Holle, germanus fratris Marquardi de 
Revelinge 1 , cum c viris equilibus de castro Brandenburgs processit contra Su- 
dowiam, et dum accepto magno spolio in territorio Kirsuovie d rediret, hostes 
sequentes, ipsum cum xxx viris interfecerunt. Nec tarnen hoc tacendum estimo, 
quod idem. frater Fridericus, antequam occideretur, cuidam viro strenuo in ar- 
mis, qui occurrit ei in bello, tantam plagam cum gladio ad scapulam dedit, et 
tarn dure verberavit, quod ipse non habens virtutem subsistendi, cum equo de- 
cidit ad terram, licet tarnen ex tali plaga nullum vulnus baberet in corpore, nec 
eciam' vestigium vnJneris ftppareret, sicut idem sie plagatus et alii Sudowile, 
qui huic bello interfuerunt, et viderunt, postquam ad fidem Cristi conversi fue- 
rant, publice sunt confessi. 

De conversione cujmdam nobilis et mille quingentorttm de Sudowia et ai» (214) 

desolacione diele terre. 

Mulla et infinita sunt contra Sudowitas bella gesta, que causa brevitalis 
pertranseo. Postquam ergo Jedetus f8 quidam vir nobili» et genere et moribus 

Cap. 317. ») temp. eci»ra B. b) hie und da mit i statt j. Oap. 218. c) BcveliDfhe K. d) 10 K. 
B. D. e) et K. Cap. 819. 0 Jedctas K. (Qedete J.) Jedecu» B. D. 

4) Vcrschreibung für Cantogerde vom 4. August 1284 unter den Verschiebungen der 
Christburger Comthurei Fol. X, p. 78. XI, p. 4 09. 

3) Der Name des sudauischeti Winkels (die nordwestliche Ecke des San» lande») erin- 
nerte hier noch Jahrhunderte lang an die Einwanderung der Sudauer. In ähnlicher Weise 
wurden übrigens Barther in Masse nach Pogesanien versetzt (c. 225), wo das Dorf Barlkam 
(Bartendorf) bei Elbing von ihnen den Namen haben mag. — Ludwig von Liebenzell treffen 
wir am 26. Juli 4283 iu Schweiz, R. et. M. cod. dipl. Pol. II, n. «60. 

8) lieber Gedete's Nachkommen vgl. Mülverstedt in den Neuen Preuss. Prov. Bl. 4 855, 
Bd. 4, S. 488, 484, 489. 

Script. r.P.I. 10 



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146 PETRI DE DÜSBURG 

potens et dives, capitaneus Sudowitarum deKymenovia, non posset tarn crebras 
et duras fratrum impugnaciones a modo suslinere, cum omni domo et familia 
sua et mille et quingentis hominibus promiscui sexus cossit ad fratres et bapti- 
zatus est. Sed Scurdo capitaneus alterius partis Sudowie sprela religione fidei 
cum suis hominibus versus terram Lclhowie est profectus, et sie terra Sudowie 
usque in presentem diem remanet desolata. 

39* Pia) De gracia que confertur inßdelibus, qui ad fidem Crisli converluntur. 

Quicunquc rclicta ydololatria, se transfert ad fidem Cristi, fratres agunt 
cum eo misericorditer in hunc modum. Si est genorosus et* de.nobili sanguine 
ortus bona ei libera conferuntur et in lanta quanlitatc, quod secundum decen- 
tem possit vivere statum suum ; si vero est ignobilis, servil et ipse fratribus se- 
cundum terre Prussie consuetudinem hactenus observatam ; nisi meritis vel de- 
meritis eorum exigentibus aliter fiat, verbi gracia ignobiles, qui in apostasia seu 
aliis necessitatibus fidei fratribus fideliter adhescrunl, nunquam preclara ipso- 
rum merita hoc exigunt, quod ignnbilitas eorum in nobilitatem transeat genero- 
sam et servitus in debitam libertatem 1 ? Utique domine. Et sane hec k intelligas 
e converso. Unde multi sunt neophiti in terra Prussie, quonim progenitores 
fuerunt de nobili prosapia exorti, ipsi vero propter suam maliciam, quam contra 
fidein et cristifideles exercuerunt , ignobiles cstimali' s^nt; alii vero quorum. 
parentes erant ignobiles, donati sunt propter fidel ia servieia fidei et fratribus 
exhibila libertati. 

st i (2)0) Explicit bellum Prussie. 

Incipit bellum Lethotvinorum. 

U83 Anno domini mcclxxxiii co tempore, quo ab ineepto hello contra gentem 
Prulhenorum fluxerant jara liii* anni, et omnes naciones in dicla terra expug- 
uate essent, et exterminate, ita quod unus non superesset, qui snerosanete Ro- 
mane ecclesie non subiecret humililer collum suum^ fratres domus Tlieutonice 
predicti contra gentem illam potentem et durissime cervicis exerritatamque in 
bello, que fuit vicinior* terre Prussie, ultra flumen Mcnielc in terra Lcthowie 
habitans 2 , ineeperunt bellum in hunc modum. 

Ctp. 880. ») et fehlt K. b) hoc aane B. e) exütim&ti K. Cap. 221. d) LIII B. D. LXXX K. 
e) Ticioorum K. 

♦ 

4) Leber die Befolgung dieser Grundsätze vgl. Beilage 8. 

2) In Littbauen waltete zwischen 1272 (vgl. zu c. 155) und 128«, von allen Nachbarn 
umher gefürchtet, der Heide Trojden, der Uebcrwinder des Landmeisters Ernst von Livland 
(vgl. zu c. 196). In seiner Zeit machte Nameise, Oberhaupt auch König der Samaiten ge- 
nannt, einen Streifzug gegen Preussen, auf welchem er Birsburg (Kirsburg?) erreichte (Aln- 
pecke S. 687), der aber sieht iu das Jahr 1280, wie Voigt 4, 6 annimmt, sondern in das Jahr 
1281 gehört, Anmerk. zu Alnpecke S. 777. Auf Trojden folgte nach der zuverlässigsten 
Nachricht Budikid und dessen Bruder Butwid, nach einer andern Witon, sein Sohn. karam- 
sin, welcher t, 275 f. diese Miltheilung macht, fügt die Vermulhung hinzu, dass Witen und 
Buiwid wohl dieselbe Person sein könnte, und Voigt 4, 6 Anm. 3 sagt, ohne einen neuen 
Grund anzuführen, es sei daran kaum zu zweifeln. Mir füllt dabei auf, dass Pucuwer, der 
Vater Witen's (Dusb. c. 2*8), der doch zuverlässig in die Reibe der litthauischen Grossfür- 
sten gehört, von den besten Quellen übergangen sein sollte: denn mit Voigt 4, 86 einen Wi- 
ten vor und einen nach Pucuwer anzunehmen, ist keine Veranlassung. Ich vermnthe viel- 
mehr Pucuwer bei Dusburg und Budiwid in der wolhynischen Chronik, so wie endlich der 
rex Butegeydo in der L'rk. von 1290, Cod. Pruss. II, n. 22, welchen Voigt 4, 50 Anm. 1 für 
das Oberhaupt der Samaiten erklärt, bezeichnen dieselbe Person. — Die Angriffe der Or- 
densritter von Preussen her waren vor allen gegen Samaythen d. h. das Niederland von Lit- 
thauen gerichtet, welches von eigenen Häuptlingen (nobile», per quos Samethia tuoc rege- 
batur, c. 259, vgl. c. 2*0) beherrscht, ebenso wie Grodno oder Garthen nur io losem Zusam- 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 147 

De expugnacione castri Lethowie dicti Bisene. 

Frater Conradus de Tirhergk magisler tcrre Prussie predictus, et multi 
fratres cum magno exercitu tempore hyemali transierunl glaciem Memele, et 
inlrnntes terram Lethowie Castrum dictum Bisenam 1 a mane usque ad meridicm 
fortiter impugnaverunt, lamque infesti erant in dicta impugnacionc, quod occi- 
sis ruultis de Castro et letaliler vulncralis tandem potenter intraverunt, quibus- 
tlaro eaptis, aliis trucidatis, in cinerem redegerunt. Reliqua pars exercilus in- 
travit dicti castri territorium et post magnum incendium cum maximo spolio est 
reversa. In hac impugnacione* plures Crisliani sunt graviter vulnerali, et im 
fratres et unus famulus cum equis et armis in Memela submersi propter teneri- 
tudinem glaciei. 

De destrucUone castri Garthe. *** (««) 

Anno domini vcclxxxiiii idem magisler, needum hello infideliura saciatus, u<u 
congregavit validum exercitum , et cum Scumando duetore processit contra 
Castrum Gartham tempore estivo, et dum transivisset Memelam ofdinavil sagit- 
tarios ad loca debita, applicatisque scalis ad menia tarn grande bellum ortum 
fnit inter eos, quod formidolosi talia inspicere non auderent. Istis viriliter im- 
pugnantibus, obsessi fortiter resisterunt, cadebantque ex utraque parte b plu- 
rinri vulnerali. Tandem sieut deo placuit, fratres potenter intraverunt, et occi- 
sis omnibus et captis, per incendium destruxerunt. Hoc facto mille viri et oc- 
tingenti intraverunt territorium dicti castri, vastantes quam plurimum incendio 
et rapina, et captis multis hominibus et occisis cum preda maxima redierunt. 
In hoc territorio fuit occisus quidam Barthensis, qui fugerat de Pogesania, et in 
ultima apostasia commendatores de Cristburgk et Elbingo cum eorum familia 
caplivavit. Quem sie inlrrfectum canis ejus diris morsibus est aggressus, et 
aperiens latus ejus sinistrum, cor ejus, quod tot prodicionum et fraudum con- 
scium fuit, de corpore extraxit, et in presencia Cristianorum plurium devoravit. 

De morte Scumandi. »*« (219) 

Ecce mirabilis conversio et mutacio dextere excelsi, iste Scumandus, qui 
ultra modum ante persequebatur ecclesiam dei, modo zelator fidei factus est, 
dux glorios us populi crisliani. Hic dum morli appropinquaret, interrogatus a 
fratre Conrado sacerdote de Balga, quoraodo lantain graciam in fide Cristi a do- 
mino meruisset, ait: nunquam aliquid boni feci ante conversionem meam c , nisi 
hoc solum, quod dum infideles imaginem beate virginis Marie et filii sui spo- 
liassent in Polonia, et seeuissent per medium, ego de terra sustuli et mundavi 
vestibus meis, et ad locum decentem posui, quo diclo feliciter in domino ob- 
dormivit. 

De reditu Bartheimum et morte plurium Lethowinortim. »»spa» 

Antequam fratres impugnarent Castrum Gartham prediclum, quidam Bar- 
t 

Cap. 222. ») in hac igitur B. Cup. 223. b) parte fehlt B. Cap. 284. e) in eam B. 

menhange mit dem Konigthum in Oberlilthauen , Auxlote oder Austechia, stand, vgl. 
Geogr. S. 40. 

4) Bisenc lag an der Memel c. iäi, nahe einer Insel dieses Flusses c. 816, Grcnihurg 
unterhalb Calsheim c. 800 (welches westlich von Welun liegte. 334), oberhalb von Christ- 
memcl c. 8*8, verschieden von Pisten (östlich von Welun), welches Voigt 4, 4 3 für densel- 
ben Ort erklärt, um daran neue Romowe-Hypothesen zu knüpfen, zerstört 4 816 n. 329. 

10- 



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148 PETRI DE DUSBÜRG 

theoses, qui ultimo de Pogesania fugerant, cum Lethowinis congregalo exercitu 
processerunt contra Poloniam, ubi preter alia mala, que feccrunt, magnnm pre- 
dam in hominibus et pecudibus deduxerunt. Srd duo Barthenses scilicct Numo 
et Dersko post hujusmodi dcpredaeioncm factam in territorio Garthe secuti fue- 
runt excrcitum, et ad peticionem ipsorum omnes Barthenses fratrum graciam 
invenerunt et uxores ipsorum", et libcri sunt eis restituti, quod tarnen frntri 
Theodorico advocato Sanibie et multis aliis fratribus displicuit, dum ad ipsorum 11 
noticiam devenit, propter futura pericula, que per eos timebnnl incurrere, sicul 
rei eventus postea comprobavit. Dicti ergo Numo et Dersko habita gracia fra- 
trum occurrerunt exercitui Lethowinorum predicto, et postquam expediverunt 
compatriolas suos, quid c actum esset de castro et territorio Garthe, et quomodo 
essent fratrum gracic restituti, occiderunt Lethowinos et spolium secum duxe- 
runt in Pogesaniam et habilabant ibi, sicut prius. 

94« De tradicione, in qua centum Cristiani inlerfecti fuerunl. 

ms Anno domini iccclxxxv quidam Scalowita dictus Girdilo, qui magne reputa- 
cionis quondam ante conversionem suam fuerat inter suos, jactavit se, quod 
grandia* 1 posset facerc facta contra Lethowinos, si centum viros in armis habe- 
re!. Quos cum fratres ei ordinassent, exiit cum eis versus Castrum Otekaym' 1 , 
et sicul isle traditor preordinaverat, viri de dicto castro congregati irruerunl in 
eos improvise, et omnes preter paueos, qui effugerant r , occiderunt. 

«»7 (222) De aposlasia quarta et vindicta ejus. 

12S6 Anno domini xcclxxxvi* frater Theodoricus advocatus Samhiensis poterat 
cum Job dicere: quod verebar accidit; quia Barthenses, qui nuper gracie fra- 
trum fuerant' restituti, et Pogesani et ceteri de Prussia, volenles secundum so- 
lite malicie sue consueludinem herum fratribus rebellare, confederacionem fe- 
cerunl cum quibusdam de Prussia, quorum detestabile factum'' bene hec me- 
ruit, quod eorum nomina in publicam redigerentur formam ; sed propter Status 
ipsorum reverenciam est obmissum. Convenerunt ilaque sub hiis pactis, ul 
prineipem Ruyanorum* cum valido exercitu invitarent, et ejeclis fratribus de 
terra Prussie, ipsum regem et dominum suum constituerent. Quod factum de- 

C«p. 82t. m) eonim B. b) eorum B. c) quod K. Cap, 226. d) grandia U. D. grandiu* K. 

•) Utckaim K. D. Ouktjrm B. »gl. J. Ouktym Voigt 4, I«. Aum. 1. 0 q>»i cffugcr»nt B. Cap. 227. 
g) fUarmot fehlt B. h) delettecio fictt B. detMt.com bcU K. deterUbile factum T. H. 

4) Voigt 4, 4 9 ändert Oukaym, weil auch Jcroschin so schreibe. Ich lindo bei Jcroschin 
Otekaym. 

2) Anno MCCLXXXVI Culmeze, Scbonezc, Grudentz, Reden dercliete sunt ad prerep- 
tum dominomm, quia Tartari venire dicebantur. Et eodem anno Culmense creinata est in 
vigilia Petri et Pauli, Annnl. Thorun. Dusburg weiss hievnn nichts. 

9) Fürst von Rügen war zwischen 4260 und 4 303 Wizlaw II, Sohn Jarimar's II (4249 — 
4160) und einer Tochter Swantopolks. (Er nennt Swantopolk in einer Urkunde von 4 274 pa- 
ter venerabilis niatris nostre dominus Swuntopolkus . Eben dieser Verwandtschaft wegen 
mischte er sich seit Mestwins Lchnsvertrag mit den Markgrafen von Brnndenburgt 269 viel- 
fach in die Angelegenheiten Pommerellens, Barthold Gesch. von Pommern 2, 547 f., 553 f., 
3, 46 f. In den Jahren 4 284 und 4282 war er in Livland nach Alnpecke S. 685 vgl. 776 und 
den Urkunden vom 4 9. April und vom September 4 282 in den Mittheilungen aus der livlan- 
dischen Geschichte 9, 67 (Dreger Handschr. Samml. X. 659) und 4, 420. Im Jahre 4 283 gab 
er zu Lübeck dem Erzbisohof von Riga, seinem Kapitel und der Stadt die urkundliche Ver- 
sicherung, dass er sie bei ihren Gütern und Gerechtigkeiten handhaben wolle, Dreger, Haml- 
schr. Sammig. N. 678. Mit Rücksicht auf c. 242 meint man, dass die unzufriedene Partei in 
Preussen etwa seinen Bruder Jaromar sich zürn Haupte ersehen habe, der schon nach 4 282 
aus den rügischen Urkunden verschwindet, C. G. Fabriciua, RUgische Urkunden III, S. 24. 



• 



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CROMCA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 



149 



testabilc in edificacione castri Raganite detectum fuit, et quilibet de Barlha et 
Pogcsania hujus nefande conspiracionis reus* recepit mercedem debitam pro 
labore. 

De lalrunailis, qui lxx regulos terre Lelhowie occiderunt. hs cm) 

Hoc tempore quidam Lclhowinus dictus Peluse, offcnsus a domino suo, 
quodam regulo, qui quasi secundus fuit post regem Lelhowinorum in regno suo, 
cossil ad fratres in terram Sambie, et ad peticionem suam commendator de Ku- 
nigshcrgk dedit ei Marlinum de Golin, Conrad um dictum dyabolum, et quen- 
d»m dictum Stovemeie k et alios viros audaces xx, qui in latrociniis fuerunt ple- 
nius exercitati, ut cum eo in armis irenl ad vindicandam injuriam sibi factam. 
Qui cum venissent prope istius reguli habitacionem, invenerunt quasi omnes 
nobiles vicinos regni Lethowie ad nupeias ibidem invitatos, et dum secundum 
solitos mores omnes inebriaü quiescerent in slratu, irruerunt in eos, et preter 
alios, quorum multi fuerunt, lxx regulos cum hospite occiderunt. Sponsum et 
sponsam et uxores regulorum cum familia et' parvulis, et centum equos cum 
auro et argento et omni domus suppellectili deduxerunt. 

Ad idem. ms (»o 

Idem Martinus cum paucis soeiis exiil versus Lethowiam, et dum ter aqua- 
ruin inundanciam perlransisset, venit ad fluvium, qui dicitur Bucka, in quo 
vidit navem oncratam mereimoniis descendentem, quam secutus occulte, dum 
post coenam naute d quiescerent donnienlcs, irruit cum soeiis suis in eos, et 
omnes trucidavit, et cum gaudio int rantes navem pervenerunt ad civitatem Tho- 
run, ibique nave et mereimoniis venditis, cesserunt in divisionc cuilibetxx marce. 

De laudabili vita quorundam fratrum in castro Königsberg k. m© <m») 

A tempore fundacionis sui ' in castro Kunigsbergk viri virtuosi fratres, et in 
armis strenui milites habitabant. In virtute abstinencie, oracionum, vigiliarum 
et genuflexionum alios excedebant. Inter quos hoc tempore fuit frater Albertus 
de Misna commendator dicti castri vir deo devotus, et in omni vita sua lau— 
dabilis. Mira facta possent de Ulo f scribi. Refertur et indubilanter debet credi, 
quod ipse frater Albertus, dum esset in juventute constitutus, datus ei fuit Sti- 
mulus carnis, angelus Satane, qui ipsum colaphizavit. Propter quod dum non 
solum ter, sed pluribus vieibus, dominum rogasset, ut aufleretur ab eo, audivil 
vocem celitus missam dicentem sibi : Alberte, si vis evadere graves tentaciones, 
debes devote 1 singulis diebus dicere hanc oracionem: 0 summa Caritas, da 
mihi rectum et sincerum desiderium pro te, et pro puritate vite, et purifica 
conscienciam mcam, et libera me a pollucionibus. Quod dicitur in Tbeutonico : 
0 uberste übe, gib uns rechten jamir nach dir und nach einem reinen leben 
und reinige unsc consciencie und behüte uns vor bewöllunghe 11 . Quam ora- 
cionem dum per tempus aliquod conlinuasset, legendo cum devocione, quasi 

a) rei B. K. (conteiut D.) fehlt II. tcui Coqj. Cap. 829. b) So B. K. Storrinel D. e) et B. D. fehlt K. 
Cap. 229. d) So K. D. n»utc p<Mt <*. B. Cap. 230. e) tui K. B. «um II. f) ip*o B. g) devot» 
fehlt B. h) bewollynj K. hevi öllunghe B. Bcvrillung. Atnea. II. 

I) Comthur zwischen 1283 und 4288. Namenscodex S. 34. Als OrdenKbruder kommt or 
schon 1374 und noch 1301 vor. Samt. Handfesten der Freien fol. iii und 170. — Der Stimu- 
lus carnis erinnert an die Keuschheitsprobe c. 286. 



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150 PETRI DE DUSBURG 

extinclus fuil in eo fomes peccali, quod nulla vehemens temptacio momordit de 
celcro inenlem ejus. 

■ 

«3i (aas) Item de eodem. 

Idem frater Albertus incidit quodam tempore in egriludinetn, de qua crines 
capitis sui et supercilia funditus sunt evulsi. Hoc generavit in eo tantam defor- 
mitatem, quod nullus voluit cum eo conversari. Unde turbalus cum lacrymis 
petivit a domino, ut de vinculo hu jus imperii absolveret eum, aut certe desuper 
lerram eriperet. In ipsa nocte curatus fuit a deo, et restituti crines sie, quod 
pretcrite deformitalis nullum vestigium apparerel. 

»»* (225) Item de eodem. 

Accidit eciam postea, quod dum idem frater Albertus cum aliis fratribus 
esset in exercitu contra hostes fidei, eo die, quo fratres et alii reiigiosi commu- 
nionem sacram corporis doraini nostri Jesu Cristi sumere consueverunt, clonga— 
vit so ab aliis, et turbato corde cum lacrimis suspirans ait : o domine Jesu Oi- 
ste, si nunc essem domi, premissis multis oracionibus sumerem corpus tuum. 
Quo diclo statim apparuil corpus domini in forma oblate, slcut ministratur in 
altari, pendens in aöre non longe ab ore suo. Quod cum vidisset, expavit et 
dixit : domine Jesu Criste, si oblata hec est tuum verum corpus, transeal ad 
me, et aperiens os suum', intravit, et cum incstimabili gaudio sumpsit illud. 

«m (22«) De vita aUerius fratris ibidem. 

Eodem tempore in diclo castro fuit frater Wolveramus Saxo, qui dum pro- 
fessionem fecisset b in ordine domus Theutonice, el vellet proficere de virtute in 
virtutem, dyabolus invidens felicitati sue nitebatur modis, quibus poterat % im- 
pedire. Unde accidit, quod dum idem frater Wolveramus in prima nocte surge— 
ret ad orandum, dyabolus apparuil ei visibiliter, et hoc el iste et ille continua- 
verunt singulis noettbus per circulum uniue anni, sie quod dyabolus in diversis 
formis apparuit ei, et variis machinacionibus ipsum inquietavit, et ille viriliter 
restitit, immobilis in dei servicio perseverans. Revoluto itaque anno cum dya- 
bolus in illusione hac non proficeret, confusus destitit, et comparere amplius 
non audebat. 

*** (227) De fralre Menekone magislro lerre Prume. 

128« Frater Meneko de Querenvorde Saxo magister Prussie xm prefuit xt annis*. 
Quam gloriosus iste fuerit' 1 in officio suo, testantur facla magnifica*, que se- 

C»p. 232. aUuumcwB. Cap. 233. b) fee. prof. B. «) pohüt B. C»p. 234. d) fuit B. 

* 

4) Nämlich 4 288— 4 299. Historiogr.- S. 288. 

2) Dass hierin keine Hinweisung auf den Bau der Nognt- und Wcichseldifmme liege, 
wie Voigt 4, 33 andeutet, beweisen die unmittelbar folgenden Worte: que sequuntur. Dass 
Mainhard von Querfurt den Bau dieser Dämme in den Jahren 1289 — 129t ausgeführt habe, 
versicherte zuerst der unzuverlässige Erfinder von Thatsachcn, Simon Grünau VIII, 20, §. 2, 
und nur auf seine Gewahr diejenigen Schriftsteller, welchen noch Voigt 4, 33—35 nachfolgt. 
Bestimmte Nachrichten Uher das Vorhandensein der Diimmc haben wir erst aus dem Anfang 
des 4 4. Jahrhunderts. Uebrigens ist der Gedanke die Nogat einzudämmen wohl schon vor 
der Zeit des Landmeisters Mainhard, schon bei der Gründung von Marienburg gefasst wor- 
den ; um die Ausführung desselben mag sich Mainhard Verdienste erworben haben. Nähe- 
res hierüber giebt Toppen in der Abhandlung Uber den grossen Werder in den Neuen Preus*. 
Prov. Bl. 4 852, Bd. 1, S. 4 93 f. und in der Hist. comp. Geogr. S. 5. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 151 

quuntur. Totos fuit roagnanimus. Audebat cnim aggrcdi rem arduam, quam 
alius timuit cogitare. linde fonnidabant ipsura omnes adversarii ejus, sie quod 
nec municiones, nec locorum distancia ipsos a vindicta sua defendere poluerunt. 

De edificacione castrorum Raganite et Scalowitarum. **» ^ 

Anno domint mcclxxxix idem frater Meneko cupiens summo desiderio Cri— 1299 
stianorum fines et terre Prussie angustias dilatare, cum omni potencia pugna- 
lorum venit in die beati Georgii 1 marliris ad terram Scalowitarum, et ad lau-23. Apni 
dem dei et gloriam in quodam monte supra Memelam edifieavit Castrum Lan- 
deshuto b , quod sonat in Latino custodia terre, sed nunc dicitur communiter Ra- 
ganita 1 a fluvio vicino, relinquens ibi pro defensione ipsius fratrem Bertoldura 
de Auslria, dictum Bruhave, commendatorem 2 cum xl fratribus, et centum ar- 
migeris preelectis. Non longe post e edifieavit Castrum Scalowitarum d * in des- 
censu Memcle, ut Scalowile conversi ad lidem Crisli ibidem habitarent. 

De fratre Bertoldo diclo Bruhave' commendalore de Kunigsbergk et vita ejus, sw t»> 

Hic frater Bertoldus postquam diclo Castro Haganile prefuit modico tem- 
pore, fuit in commendatorem fratribus de Kunigsbergk ordinatus. De hujus viri 
vita, et virtulum refulgcncia inira facta referuntur. Ipse enim cum se domino 
inspirante vellet reddere religioni, considerans illa duo scilicet paupertatem et 
obedienciam, que ad regulärem observanciam requiruntur, esse communia in 
religionibus et extra, sed tercium scilicet castitatem esse unum r de arduis, quia 
nemo polest esse castus, nisi deus det, voluit examinare, utrum sufficerel 8 ad 
observanciam castitalis, aggressusque est rem inusilatam et plenam periculo. 
Assumpsit enim virginem juvenem, que propter eminenciam pulchritudinis sue 
parem non babuit in vicinis, jacensque cum ea quasi singulis noctibus in stratu 
suo nudus cum nuda per annum et amplius, ut ipsa per sacramentum suum 
postea afiirmabat, et integritatis sue Signa ostendebant, nunquam ipsam carna- 
liter cognovit. Ecce mira res et stupenda, Samson fortissimus, David sanetissi- 
mus , Satomon sapientissimus mulieris victi blandiciis ceciderunl : hic sponte 
consorcium ejus amplectens, vicit, et in virtulum culmine h est erectus. Num- 
quid ergo forcior Samsone, sanetior Davide, sapiencior Salomone? Si audeam 
dicere, salva pace ipsorum utique in hoc casu. 

De vastacione terre Sambiensis. 257 t»o) 

Eodem anno in autumno rex Lethowinorum cum octo milibus equitum in- 
travit terram Sambiensem , et omnia edificia et segetes cremavft, paueos Cri- 
stianos occidit, et modicam predam deduxit, quia fratres adventum suum longo 

Cap. 285. •) Oregoiii H. Tgl. e. 238. b) Landcahutto K. e) poctea B. po*t K. D. d) 80 B. D. 
8calov. ea*U. K. Cap. 2*6. e) Brubaae wicderbolentlkh bei H. hier auch bei B. f) quam una K. 
que e»t uoa B. e«»e unutn ConJ. T. g) So B. fuiwet K. h) eulm. Tirt. B. 

» 4) Die Gründung von Ragnit 4289 ist auch in den Annal. Pelpl. und Samb. erwähnt. 
1) Berthold war Comthur zu ßalga zwischen 1888 2. Februar und 4289 18. Januar und 
Comtbur zu Königsberg zwischen 4X89 4. Juni und 4303 80. Marz, Namenscodex S. 49 und 
34. Er kann also Conttliur von Ragnit in der Zwischenzeit nur wenige Monate gewesen »ein. 
Wenn er im Nainenscodex S. 46 als solcher zwischen 4 289 und 4 292 angeführt wird, so 
scheint dies mit Rücksicht auf L. David 5, 89 geschehen zu sein, der die Worte Dusburg's 
c. 236 so missverstcht, als ob Bertbold die Coiuthurcien Ragnit und Königsberg zugleich 
verwaltet hatte. 

3) Die Scbalauerburg ist nach den Annal. Pelpl. und Samb. 4 293 erbaut. 



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152 PETR1 DE DUSBÜRG 

tempore preseiverunt. Et cum sie pertransivisset dictam terram a fine usque 
ad finem fere per xmi dies, iter arripuit redeundi, non tarnen sine suorum gravi 
interitu, quia preter alios mullos occisos frater Henri cus de Dobia' ' cum qui- 
busdam armigeris lxxx Lcthowinos interfecit. 

*a» (23i) De impugnacione castri Colayne. 

u. a^i Anno domini mcclxxxx in die beati Georgii k martiris frater Meneko magister 
cum quingentis equitibus et duobus milibus peditum Castrum Colayne' acriter 
impugnavit. In hoc castro fuit Surminus' capitaneus, et erant cum eo atx viri 
bellicosi, qui viriliter fratribus restilerunt. Tandem omnes castrenses preter 
xii fuerunt letaliler vulnerati, sie quod sanguis de meniis fluxit, sicut aqua plu- 
vie inundantis. Et cum esset circa crepusculum, quingenti equites fratrum, qui 
inter terram Lethowie et dictum Castrum erant ad custodiam deputati, faligali 
ex longa exspectacione, reversi cum magno strepitu et fragore, terruerunt com- 
munem populum, quod 4 estimans, eos esse inimicos, fugit ad naves. Fratres 
autem, licet ad hoc sepius niterentur, non poterant ipsos aliqualiter revocare. 
Undo a dicta impugnacione cessaverunt. Surminus autem capitaneus non longe 
postea dictum Castrum desoiatum reliquit, jurans per deorum potenciam, quod 
nunquam impugnacionem fratrum in aliquo castro de cetero exspectaret. 

«sä (232) De morte fratris Emckonis commendaloris de Raganila. 

is. May Eodem anno circa aseensionem domini frater Erneko 3 commendalor de Ra- 
ganita, ad mandatum magistri, profectus est navigio versus Lelhowiam, volens 
aliquas novitates experiri, et erant cum eo frater Joannes de W'ienna et xxv ar- 
migeri. Hü cum transirent Castrum Colaynam predictum, Surminus castellanus 
ibidem vocatis ad se. castrensibus, tractavit cum eis, quomodo posset fratres 
deeipere, et propositis' multis deeepeionis modis, tandem omnium in hoc rese- 
dil consilium, ut unus cx eis, qui linguam seirel Polonicam, indutus vestibus 
niuliebribus f slarel ad lilus Memele, dum transirent, et rogaret, ul cum ad na- 
vem assumerent, et a captivitale infidelium liberarent. Unde quidam Lelhowi- 
nus, Nodam nomine, vir in armis strenuus, qui lamen* postea conversus ad fi- 
dem Cristi in ea feliciter obdormivil, assumptis sibi fcx viris ad dictum nego- 
cium peragendum, veniens ad locum aptuni, ordinavit, quod ille vestilus veste 
muliebri sedit in litore, alii latilabant in vicino. Non longe post commendator, 
peracto negocio suo, dum appropinquaret, ille miser traditor cepit voce flebili 
clamare et petere, ut eum ad navem sumerent 1 ', et animam suam Cristi san- 

Cap. 2S7. a) Dobjrn D. C»p. 2S8. b) Greyorii H. e) 8aroiinut II. d) qui D. Gap. 289. •) prr- 
po.itu K. f) mulien» B. inolieribu» K. muliebribuj T. g ) tum K. eum B. tarnen H. h) So K. D. 
aMumerent B. 

1 1 Heinrich von Dohin war am 5. Februar 44U9 noch Comthur zu Graudonz, Cod. Pruss. 
II, n. 19. Durnach wurde er Comthur zu Balga, aber nicht vom Januar 4 289 an, wie im Na- 
menscodex S. 49 steht, und nicht bloss bis zum 4. May 4194, sondern bis zum Jahre 4 292 
nach der Urkunde im Cod. Warm. I, n. 94. Als Conventsbruder in Königsberg erschcint>r 
noch in einer Urkunde Meinhards von 4 298, Saml. Hand f. der Freien. 

3) Kolayne an der Memel c. 239, unterhalb Junigcda (Wclun) c. 243, aber wohl ober- 
halb Bisene (zu c. 222), verbrannt 4 294 . Ob das jetzige Kalneny? Voigt 4, 4*. 

8) Ein Conventsbruder Ernko kommt 128", in Dalga vor, Voigt 4, 45, Anm. 2. Auf einen 
Irrthum I.. David s {vgl. zu c. 235) häufte Mennig zu L. David .», 94 den falschen Schluss, 
Erneko könne 1290 nicht Comthur in Kagnit gewesen sein. Voigt a. a. 0. macht ihn darauf 
hin zum Hauscomthur und so fehlt sein Name aurh im Namenscodex. 



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CRONICA TKRRE PRÜSSIE. PARS III. 153 

guine redemptam a Servitute dyaboli liberarent. Quo audito dum* fraterErncko 
misertus sui accessit ad lilus, statim ille rapiens navem firmiler tenuit, et vo- 
calis sociis suis irruerunt in eos, et omnes occiderunt. 

De occisione xxv Lethowinorum per fratres de Raganita. a *° ^ 

Ex hoc evcntu Lethowini magnam audaciam sumpserunt, sie quod in die 
nntivitatis beati Joannis Baptiste proximo sequenti de confinio castri Ouka\m b 25. Juni 
xxxvi viri egredientes ausi fuerunt contra fratres de Raganita sua latrocinia ex- 
erecre. Qui dura appropinquarent, miltenles sortem secundum ritum eorum, 
compertum fuit, quod eis prospere succedere non deberet. Unde statin) iter re- 
deundi sunt aggressi 1 . Fratres vero de Raganita turbati de interitu suorum, fu- 
turum periculum proeaventes, miscrunl nuncios, qui vias custodirent, quorum 
unus cum festinacione reversus, ait, se predictos latruneulos vidisse. Unde fra- 
ter Lodewicus de Libcncele et frater Marquardus de Revelinge cum duobus fra- 
tribus et xxvi armigeris sequuti, invaserunt eos in quodam campo et xxv ex eis 
occiderunt. 

De morte fere quingeniorum Lethowinorum. 

Eodem anno et tempore Jcsbuto* 1 Lethowinus cum quingentis viris pre- 
electis intravit Poloniam, et preter multa mala, que ibidem gessit, duxit secum 
tarn hominum quam aliarum rerum magnam predam. Iste Jesbuto licet esset 
cum infidelibus, occulte tarnen dilexit fratres. Antequam exiret cum isto exer- 
citu, premunivit eos. Unde magistcr fralrein Henricum Zutswert' 1 et xxix fra- 
tres cum mcc viris raisit eis in occursum. Qui venientes in solitudinem intcr 
duos fiuvios scilicet Lickam et Naram per octo dies ipsos cum magno tedio et 
defectu victualium exspectabant. Tandem dum revertentes essenl in vicino, 
primus Lethowinus in acie missa sorte clamavit: ve nobis male ibit negocium 
nostrum. Quem capitaneus increpavit, ut taceret. Ille autem non ccssavit id 
ipsum clamare, quousque fratres cum suis de insidiis erumpentes insilirent in 
eos, et cccl ex ipsis occiderent. Alii fugerunt, et in solitudinc quidain pro tri— 
sticia se suspenderunt, reliqüi siti et fame atlriti moriebantur, sie quod pauci 
sine mortis periculo evaserunt. 

• 

♦ 

De consolacione fralrum et cristifidelium. s« 
Hoc tempore antequam idem exercitus fratrum oprenta victoria rediret, 
frater Meneko magistercum quibusdam preeeptoribus sedit sollicitus de exer- 
citu predicto, quia longam moram conlraxerat ultra tempus f «lebitum redeundi, 
turbatusque de morte commendatoris de Raganita et suorum. Et cum sie tristes 
conferrent ad invicem, venit nuncius, qui dixil, quod fratres de Raganita xxv 
lalrunculos occidissent. Adhuc illo Ioquentc intravit secundus, qui cum victoria 

•) dorn K. fehlt B. diettu H. Cap. 840. b) 80 B. D. tuen Oukeim K. e) rant »ffr. red. B. 
Gap. 841. d) 80 K. B. D. Tgl. Jchbute J. 8«buto T. H. e) 80 K. B. D. Zuckiwcrt T. C»p. 848. 
f) tempore K. 

1) Heinrich Zutswert war Voi^t zu Nattanpcn schon am 11. Ortober 1S88, Namenscodex 
7i und noch im Jahre 1492, Cod. Warm. I, n. 91, dann Comthur in Baljia, wonach die An- 
gaben de» Namenscodex 19 und Ii zu verbessern sind. Die Zusammenstellung des Namens 
mit Sutwiert (Ort in Xattangciij, fleogr. S. 19, wird sich nicht halten lassen, da in einem üsl- 
reichischen Xecrolog bei Duell, excerpl. geneal. p. 123 sich ein JacutlaZuchswertinna lhidcl. 



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154 



PETRI DE blSBURG 



redire* fratrum exercituro affirmabat. Vix iste verba finierat, et supervenit ter- 
cius, qui qucndam principem, qui voluit, ut communiter referebatur, sibi Prus- 
sie terram ejectis fratribus subjugare, morluum nunciavit 1 . Gavisi sunt ergo 
magister et fratres gaudio magno, et immensas gracias deo, qui consolatur suos 
in omni tribulacione, de tot beneficiis referebant. Ecce quomodo justo dei ju- 
dicio mundus, qui ante gaudebat, lurbalur, et fratrum tristicia in gaudium est 
con versa. 

»«(23«) De combustione castri Colayne et depredaciohe h terrilorii Junigede. 

>. FW«! Anno douiini mccxci circa purificacionem beate Marie frater Bertoldus Bru- 
have commendator de Kunigsbergk et plures fratres cum mille et quingentis 
viris transeunles Castrum Colaynnm, et invenientos ipsum vacuum combusse- 
runt. Quo facto procedenles territorium Junigede 2 rapina et incendio molesla- 
banl, ita quod preter alia damna septingenti capti sunt homines iniidelium et 
occisi. 

344 (237) De ediftcacione castri Junigede et destructione castri Mederabe. 

22. Aprii Eodem anno in festo pasce Lethowini edificaverunt in eodem territorio Ju- 
nigede Castrum, vocantes ipsum eodem nomine. Quod frater Bertoldus predictus 
intelligens , cum mille viris de Sambia accedens , dictam edificacionem voluit 
impedire, sed non valuit pre multitudine iniidelium resistente, et ne omnino in 
vanum laborassent, fratres diverterunt iter suum versus Castrum Mederabani', 
de quo cristifideles multa incoiumoda passi fucrunt, et cxpugnantes illud po- 
lenter, captis et occisis omnibus, ignis incendio funditus cremaverunt. 

»«•<*») De mirabili conversionc cujusdam. 

Hoc tempore in Castro Mergenburgk fuit frater Gerardus, qui, cum adbuc 
esset secularis, erat de familia illustris prineipis marebionis de Brandenburgk 
et valde peritus in arte carpentariorum, quantum ad instrumenta bellica fa- 
cienda. Qui cum 1 talia instrumenta, quibus et castra et civitates destruete fue- 
runt, multa fecisset, accidil quadam nocte, dum adhuc in lecto jacens vigilaret, 
quod clausis januis venerunl quatuor viri portantes quatuor candelas ardentes, 
accusantes eum in multis criminibus, et dicebant, quod nisi infra* certura ter- 
minum vilam suam emendaret, sine dubio filius esset mortis, et in signum evi- 
dens hujus facti posuerunt super eum vestem albam, sicut solet poni super fu- 
nera mortuorum. De quo ille miro modo perterritus, venit ad terram Prussie, 
ducens secum vestem illam, et facta professione in online domus Theutonice, 
vitam sanetam inchoans feliciler consummavit. 

«46 (239) De depredacionc ierritoriorum Pastovie' et Gesovie. 

1202 Eodem tempore frater Meneko magister needum sacialus incommodo Le- 
thowinorum, cum centum fratribus et magna polencia equitum lerritoria Ge- 
rn) redire fehlt B. Cftp. 243. b) So B. und Index K. deeoluione Text R. Cap. 245. e) dum K. 
d) ir.tr» B. Cap. 246. <•) Px.to D ie (»weimal) B. 



<) Vsl. zu c. 247. 

*} Später Welun. Wiliona, vgl. Geopr. S. 41 und zu Dilsburg c. 323. 

3) Unbekannt. Mcdewagcn (vgl. zu c. 327) kann hier wohl nicht genieint sein. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 155 

sovie et Pastovie 1 hostiliter est ingressus, maximo incendio devastando ; paucos 
horaines cepit et interfecit et predam modicam rapuit. In recessu sequuti fue- 
runt Lethowini et sepius invaserunt fratres. In hac pugna Jesbülo, qui ante fuit 
aroicus nunc hostis, irruit in fratremHenricumZutswert et ejus dextrarhim vul- 
neravit, de quo frater Hcnricus commotus ipsum lancea perforavit. Sed Jesbuto 
senciens sibi mortis angustias imminere, non Valens se vertere, sed retro percu- 
ciens. cum gladio dicli fratris Henrici digitum amputavit. 

De vasiaciom terrilorii Oukaym.* in 

Circa festura beatorum Pctri et Pauli apostolorum ejusdem anni, frater 20. Juni 
Henricus Zutswert predictus commendator de Balga*, cum xx fratribus et mille 
'quingentis viris equitavit versus Castrum Junigedam k , et ordinatis insidiis, fra- 
tres de Raganita cum suis armigeris erecto vexillo processenint ad dictum Ca- 
strum, in quo tunc multi hospites fuerunt, qui ex hoc multum indignali, armata 
manu ipsos hostiliter sequebantur; sed fratres magnam stragem fecissent in eis, 
si nimis mature suas insidias non ru pissen t. Quo facto fratres cum suo exercitu 
recedentes in quodam loco per tempus aliquod quieverunt, et post multos 
tractatus habitos, placuit omnibus, quod utique manu vacua non redirent. Unde 
intrantes territorium castri Oukaym 8 , devastarunt illud incendio et rapina. 
Gaptis ergo et occisis pluribus hominibus" cum magno spolio redierunt. Sed 
quia equites hujus terrilorii pridie iverunt ad clamorem, quem fratres circa 
Castrum Junigedam excitaverant , solum pedites sequebantur eos, occupantes 
viam in qnadam silva, quam fratres celeriter pertranseuntes in quadam campi 
planicie ipsos invadentes xu occiderunt, alii in fugam conversi non audebant 
postea comparere. 

De depredacione terre Polonie. »« (™) 

Pucu\verus d rex Lcthowie eciam hoc anno filium suum Vithenum cum 
magno' exercitu misit versus Poloniam ad terram Bristensem et post multa 
damna ibidem facta in occisione et capeione hominum incendio et rapina, Casi- 
roirus et Lochoto duces Polonie* anxii de salute suorum, supplieaverunt fratri 
Menekoni magistro Prussie pro subsidio. Qui cum magno exercitu veniens, dum 

Oap. S47. ») Oykaim K. b) 80 B. D. Sampdum K. H. c) bom. pl. B. C»p. 848. d) 80 K. B. D. 
Lutuweru. H. •) 80 B. D. mutiDo K. 

* 

4) Auch c. «55 zusammen genannt ; jetzt Poczto und Jaswocze, südwärts von Jcragolja, 
vgl. Voigt 4, 8*, Anni. 3. 

8} Da Heinrich erst 4892 Comthur vonBalga wurde (vgl. zu 844), so gehört diese Kriegs- 
reisc nicht mehr in das Jahr 4 294, sondern 4292. Die Worte ejusdem anui im Anfange dieses 
Capilels machen es dann aber wahrscheinlich, das» die im c. 2*6 erzählte Begebenheit schon 
in das Jahr 4292 gehöre. Die Worte eodem tempore c. 246 lassen diese Deutung wegen ihres 
weiteren Sinnes zu. 

3) Vgl. c. 276, 280, 290, suppl. 8. Es ist wahrscheinlich das in den alten Wegeverzeich- 
nisson oft vorkommende, nicht fern von Rossiene gelegene, Auken, Awken, Aukon, jetzt 
Ugjany an der Dobese, vgl. Voigt 4, 4 9. 

4) Beide waren Söhne Casimir' s von Cujavien (f 4 267). Casimir nennt sich in jener Zeit 
dux I.ancicie, Wladislaw Lokictek (Lechoto) dux Siraclie et Cujavie. In Masovien waren auf 
Ziemowit (f 4 268} seine Söhne Boleslaw [Bonislaus) in Plock und Cnnrad in Czcrsk gefolgt, 
Röpell (, 490 -492. Bolcslaus war seit 4 279 mit Sophia der Tochter Trojdens in l.itthauen 
vermählt, Dlugoss 1, 84 9. Der Angriff der Litthauer, wolche ebendeshalb in Masovien keinen 
Widerstand fanden, wird mit Rücksicht auf c. 247 in das Jahr 4292 zu setzen sein. (Am 
4 3. October 4 292 war Boleslaus mit Wladislaw und dem Landmeistcr Mainhard zusammen 
in castro apud Syraz nach der Urkunde bei Röpell 4, 690). 



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156 



PETRl DE OLSBURG 



die tos infideles ineiperet impugnare, prefati duces, cum omnibus suis Polonis 
terga vertcrunt. Quo viso fralrcs perterrili, non hahentes potenciam resislendi 
tanle multiludim, recesserunt eciam, sed uon sine magno periculo suorum, quia 
mulli fratres et alii cristifideles fuerunt graviter vulnerati, antequam honeste 
possent a dicto certamine declinare. 

tw (74i) De mirabili liberacione frairum in quodam exercilu. 

1295 Anno domini hccxcii magister sollicitus circa injunetum sibi officium, et 
i n fidel i um destruetionem , eongregato magno exercilu fr.itrum et armalorum, 
venit ad lerminos Lclhowinorum. Ubi quidam Pmthenus accessit ad fralrem 
Henricum Zulswcrt, dicens : traditus es tu et fratres tui, si inlraveritis terram 
Lethowinorum ; ipsi congregali expectant vos, nec aliquis ex vobis poterit eva- 
dere mortem; si reversi fueritis, vestri in reditu vos occidenl. Respondit frater 
Henricus: si liec ita se liabenl, consule nobis, quid tucius sil agendum. Cui 
ille: redite ad partes vestras armati, si forte defensionem vestram timeant, et a 
coneepta malicia resipiscant. Hoc facto frater Henricus magistro hec omnia re— 
vclavit, <pii de consilio frairum misil exploratores ad terram Lcthowie, qui re- 
versi invenerunt premissa omnia vera esse. Unde magister jussit preconizari, 
ut omnes in reditu armati incederent, et misil occulte et successive pro hiis, qui 
auclores bujus tradicionis fuerant principales, et commisit singulos fratribus, 
qui ipsos, ne evaderent, custodirent. Sed dum videret communis populus, quod 
principales hujus sceleris essent continue cum fratribus in comitiva, mensa, et 
nliis solaciis, timuil valde, et estimans suam maliciam detectam nihil mali au- 
debat in fralrcs ullerius mnchjnari, sieque fratres salvi dei gracia sunt reversi. 
Ecce quornodo anguslie fratribus cranl undique, sed deus, qui in se speranles 
non derclinquit, ipsos de hujusmodi internecionibus misericorditer liberavit. 

«iso <2M) De yastacionc intolcrabili terrc Polonie et nece et captivitate multorum 

milium Ciistianorum. 

e.KI Ködern anno Vilhenus filius regis lcthowie cum octingentis viris intravil 
terram Polonie 1 , et in die pentecostes, dum in ecclesia Lunczensi* canonici et 
minislri altaris et alii clerici cum solempni ornatu essent in processione, irruit 
hostililer in eos, et in ecclesia cr.ee bomincs cristianos trucidavit, clericos et 
prclatos, quos voluit, captivos secum duxit, omnem ornatum, calices et alia 
vasa ecelesie ad illicitum usum pertrahebat in contemptum dei, ecclesiam cum 
sacramentis redegit in favillam, depopulalaque terra circum adjacentc b factaque 
maxima strage in populo dei, tanlam multiludinem deduxit raptivam, quodeui- 
libet Lelhowino in divisionc cesserunt xx homines cristiani. Quo facto dum re- 
cederent, Casimirus dux Polonie dolens de suorum interitu, cum mille et oclin- 
gentis viris sequutus est eos. Quod dum pereiperet Bonislaus dux Masovic 

C»p. MO. a) mit U K. Uncielemi D. Unikenti H. b) So K. eireumj»cent* B. Twente ohne dmun D. 

*) Dieser Einfall kann nicht vor dem Jahre 1 293 erfolgt sein, da Herzog Casimir von 
l.enczicz, welcher wahrend desselben ersehlagen sein soll, im Januar 1493 noch lebte. Nach 
den Amtnl. Crnco\. Maj. uiul ilcn späteren polnischen Chronisten, deren Bericht hier also 
dem Dilsburg'* \orzuxiehen ist, gehört derselbe in das Jahr 4 294, Ropell I, 551. Das an 
den l'rovinciulcoinlhur Johann Sachse gerichtete Schreiben, Cod. Pniss. II, n. 2t würde 
ebensowohl in das Juhr IS'Jt als tiüi passen, und konnte ebensowohl mit dem iloerzuge 
der l.illhnuer c. it» als mit dem in c. «50 erzählten in Verbindung gebracht werden, zu 
Voigt *, H9 ff. 



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CRONICA TERRE PRUSS1E. PARS III. 



157 



nescio quo ductus spiritu, treugas inter Cristianos et infideles ad cerlum ler- 
minum ordinavit, infra qtias dum Poloni nihil timentes diversis ofllciis vacarent, 
Lethowini rupto treugarum federe, irruerunt in eos, et Casimirum ducem et to- 
lum populum peremerunt, preter unum militem, qui evasit solus, ut hec aliis 
nunciaret. 

De mirabili evasione cristißdelium de manibus infidelium. ssi &u) 

Hoc anno circa fest um bcati Jacobi apostoli frater Conradus Stango com-.j^j a)i 
mendator de Raganita cum paucis fratribus et arraigeris ivit versus Castrum Ju- 
nigedam, premittens nuncium, ut investigaret statum castrensium, qui cum fe- 
stinacione reversus ait, totum campum et Castrum cum suburbio pugnatorutn 
polencia plenum esse. Hoc audito, fratres et alii consternati mente dixerunt: 
ergo evadere ipsos non possumus; quid ergo faciemus? Respondit commendator, 
confortans eos verbis Jude Machabei. üixit: facile est concludere multos in 
manu paueorum, et non est diflerencia in conspectu dei celi liberare in multis 
aut in paucis, quia non in mullitudine exercitus victoria, sed de celo fortiludo 
est ; pertranseamus ergo eos viriliter et dominus liberabil nos. Quod consilium 
placuil omnibus. Unde stgnantes se signo sanete crucis, transeuntes dictum 
exercitum Lethowinorum, plures inlerfecerunt, aliquos letaliler vulneraverunt. 
Cetcris in fugam conversis, fratres cum suis sani et incolumes redierunt. Ecce 
quomodo unus persequebatur mille et duo fugabant decem milia. Nonne ideo, 
quia deus suus* vendidit eos, et dominus conclusit eos? Utique tu es ergodeus, 
qui facis mirabilia magna solus, Jesu Crislc, qui es benediclus b in secula se- 
culorum e . 

De ecuslione preurbiorum caslri Junigede. *«» (2«) 

Anno domini Mccxcin tempore hyemali, magister nec sibi nec suis parcens, 1293 
nee laboribus, nec expensis; sed semper intentus ad exallacionem fidei et fide- 
lium, congregata omni potencia exercitus sui, venit ad Castrum Junigedam, et 
bosliliter impugnavit. Occisis pluribus duo suburbia dicti caslri, unum in 
monte, aliud in valle, redegit in favillam. 

De impugnacione castri Scalomtarum . »«* cm) 

De hoc exercitu fugil occulte quidam armiger de Raganita, natus de terra «os 
Rarthensi, filius perdicionis, qui veniens ad regem Lethowinorum obligavit sc 
sub pena capitis sui tradere ipsi Castrum Scalowitarum. Cujus verbis rex au- 
rem credulam a adhibens, dedit ei exercitum eadem hyeme. Qui venientes prope 
dictum Castrum, fratrem Lodewicum dictum üsse inlerfecerunt*, deinde cum 
occulte venirent usque ad portam, frater Conradus el fraler Albertus de Inda- 
gine? cum suis armigeris licet paucis, audientes slrepitum exercitus, opposue- 
runt se viriliter, et habito longo altercacionis hello, tandem vix Castrum ab im- 
pugnacione infidelium defenderunt, non (amen sine lesione plurium utriusque 
partis. Lethowini autem videules, quod amplius agere non possent, combusto 
preurbio recesserunt. 

Cap.2Sl. a)ino.K. b) bcn. fehlt B. c) Amen fDgeii T. H. biniu. Cap. 25S. d) er. »Urem B. 

i) Beim Fisrtien; der Angrin" erfolg to morgens, Joroschin. 

8) Albert führte einen Zug gegen Garthen 1306 c. «02, verbrannte die Burg Sudarge's 
13t 7 c. 83i. 



158 



PETRl DK DISBURG 



«m (14?) De preurbiorum combustione castrorum Junigede et Piste. 

tt.jÜü Eodetn anno in die beati Jacobi apostoli frater Meneko magisler nec labore 
victus, nec morle vincendus, qui nec mori" tirauit, nec vivere recusavit, con- 
gregala magna potencia cquitum, ambo caslra Lethowinorum, scilicet Junige- 
dam et Pislam 1 fortiter impugnavit, et occisis et vulncratis aliquibus utriusque 
parlis, cum amplius agere non posset, suburbia ulriusque castri funditus con- 
cremavit. 

««»(«s») De vastacione terriloriorum Pastovie et Gesovie.* 

mt Anno domini mccxciiii tempore hycmali magister de salute fidelium sollici- 
tus, cum potencia exercitus sui volens invadere territorium Erogel *, disuasum 
fuit oi. Unde divisil exercitum in duas partes, sie quod fratres de Raganita cum 
Sambitis intraverunt territorium Pastovie, alia pars processit contra territorium 
Gesovie, ulrumque molestantes graviler per incendium, sie quod occisis et cap- 
tis c hominibus, cum preda maxima sunt reversi. 

%neam De eventu mirabili in hoc bello. 

i2w Nota nd um, quod quando movelur bellum, exercitus dividitur in diversas 
vias, ut possit ordinale et sine pressura proeedere. Tarnen sepe contingil' ex 
vario eventu, quod prelermissa debita ordinacione conveniunt in glacie centum 
equites, vel cc vel mille, ad unutn locum. Qualiter autem glaeies tarn grave 
onus possit sustinere sine frartura, nescio, deus seit. Unde in mullis bellishye- 
mabbus et maximc in isto, de quo jam dictum est, posset mira res et ammira- 
cione digna considerari, si quis \ eilet diligencius intueri, quia exercitus isle in 
fine hyemis, quando glaeies solis calore superveniente supra, et aque fluxu infra 
consumitur, in media nocte armalus transivit glaciem Memele, et dum transiis- 
set sine omni periculo, dissoluta fuit et confracla, sie quod mane facto non ap- 
parebanl vestigia glaciei. Quis hec facere poterat, nisi ille solus, qui imperavit 
mari, ut tanquam murus slarct a dextris et a sinistris, et sicco pede Israeli ticus 
populus perlransiret 1 

ui <i50) De depredadone castrensium de IHsta. 

UM Hoc eciam* tempore frater Theodoricus de Esbech'', frater Otto de Bergo r , 
et frater Otto de Cedclicze* cum cec viris missi ad custodiaro castri Raganile, 
assumptis sibi fratribus et armigeris ibidem, profeeli sunt ante Castrum Pistam, 
et totum gregem pecorum reeeperunt ; occisis multis inüdelibus, lxx homines 
caplos deduxerunt. 

(ist) De subversione castri ducU Masovie, quod dicilur Wisna. 

i*j4 Eodem anno Bonislaus dux Masovie* dei timorc postposito, in conlemptum 

Cap. 254. ») iooiü K. Cap. 255. b) auch O.ywri« B. Cap. 256. c) eontifH K. Cap. 237. 
d) et K. r) Eltbwk («pttcr Etbeefa) B. f) Brigo B. f) mit U. K. 



1) Oft mit Junigcda (Welun) zusammcnerwahiit c. 254, 271 , 835, 336. Wigand p. t4i. 
Beide liegen an der Memel, Pisten östlich von Weluu, vgl. Geogr. S. 41. 

2) Vgl. c. 294. 340. Jetzt Jeragolja. 

31 Dietrieh von Esbeck kommt in der zu Marienwerder am 30. Juni 1*90 ausgestellten 
Urkunde Cod. Pruss. II, n. 30 vor. Er sowohl, wie Otto von Bergo und Otto von Cedlitz wa- 
Convontübriider zu Königsberg, Voigt 4, 94 Arno. 1. 
4j Ueber sein bisheriges zweideutiges Benehmen vgl. zu c. 148 und 230. 



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CRONICA TERRE PRÜSS1E. PARS III 159 

dei et crislifidelium prejudicium non modicum el gravamcn hostes fidei Lethe— 
winos in Castro suo Wisna sepius hospilavit, admiltcns, quod terram Prussic et 
Polonie depredarent. Nec de hoc desistcre voluit, licet piurics salubriler mone- 
retur. Unde frater Meneko magister aniraadvertens, quod error, cui non resis- 
titur, approbatur, et quod non caret occulte socielatis scrupulo, qui manifesto 
facinori desinit obviare, congregata multitudine pugnatorum, dictum Castrum 
cxpugnans/funditus extirpavit. 

De fratre Lodewico de Libencele, et hello iptnu contra Lcthowinos. *s» 

Eodem tempore frater Lodewicus de Libencele 1 fuit commendator de Raga- 12*4—1300 
nita, qui cum suis fratribus et armigeris multa bella gloriose gessil contra Le- 
thowinos. Navale bellum multiplex habuil, unum versus Auslechiam** terram 
regis Lelhowie, in qua villam dictam Romene 8 , que secundum ritus eorum sacra 
fuit, combussit, ( captis omnibus et occisis. Ubi frater Conradus dictus Tusche- 
veit occisus fuit. Alia bella habuit contra territorium Samethie k dictum Pograu- 
dam'*, ubi positis insidiis, et paucis depredantibus ipsum, omnes equites se— 
quentes preter sex interfecit. Et in hoc bello hü de Pograuda adeo debilitali 
fuerunt, quod multis annis non poterant in equitibus resumere vires primas. 
Idem processit contra territorium dictum Wayken Ä , ubi eciam d per insidias 
mullos nobiles interfecit. Non posset ad plenum scribi, quanla bella gesserif 
contra eos. Sed ut breviter concludam, adeo infestus fuit eis, quod infra sex 
annos, quibus diclo Castro prefuit, coügit omnes Lethowinos, qui supra litus 
Memele habitabant, a fluvio Nare rs usque ad terram Lamotinam 17 , ut pacem 
cum Cristianis haberent sub hiis pactis, ut certum censum annis singulis darent 
ei. Ecce mira res, quanlacunque mala fecit eis, tarnen h diligebant eum in tan- 
tum, ut eciam nobiles per quos Samelhia tunc regebatur, populum communem 
contra regem Lethowinorum provocarent, sie quod pluribus vieibus convene- 
runl contra regem ad bellum, ubi aliquando in uno conflictu centum vel cc vel 
plures ex utraque parte caderent interfecti. Nec unquam temporibus suis rex 
Lelhowie cum Samelhis polerat concordare, ut simul in bello procederent con- 
tra fratres. 

C»p. 250. a) to B. D. (Oiuteten J.J Anitechiam K. b) bitweilcn Samechia. c) PogTaudam B. B. J. 
Graadam K. H. d) et K. c) geuit B. 0 Nare. Codd. (Nerge J.) Na*e II. g) Lamoticam B. 
h) »o B. D. tum K. 

1) Bekannt aus der Geschichte des sudauischen Krieges c. 209, 210, 212, 217. Er hatte 
auch schon von Ragnit aus einen glücklichen Schlag gegen die Litthauer geführt c. 240, vgl. 
noch c. 265. 

2) Ucber Austechia und Samaytia, Ober- und Unterlitthauen vgl. Geogr. S. 40. 

8) Voigt« Angaben Uber das litthauische Romowe sind widersprechend, wie in der Geogr. 
S. 40 nachgewiesen ist. Der Landeggriwe daselbst steht wie die sonst von Voigt angenom- 
menen Landesgriwcn auf sehr schwachen Füssen. Ganz unzulässig aber ist es, wie Voigt den 
Zug Ludwigs von Licbcnzelle nach Kojalowitz p. 203, 20« ausschmückt. Ein Zug gegen Pis- 
ten, welchen Voigt vorher schon nach Dusburg c. SS7 erzahlt hat, und welchen auch Kojalo- 
witz 1. c. in zusammenfassender und nachlässiger Darstellung berührt, taucht hier als eine 
zweite Unternehmung gegen Pastov auf. 

4) Pograuden wird oft erwähnt, zweimal in Verbindung mit dem Castrum Gedimini, 
c. 289, 307, Sil, 882. Die Lage Insul sichwiicht sicher bestimmen, vgl. Voigt 4, 96 Anm. 2. 

5) Auf dem Wege von Ragnit nach Rossiene c. 340, vgl. noch c. 881 und Suppl. c. 14. 

6) Nare, bei Jcroschin Ncrge, ist die Wilia, Nebenfluss der Mouiel, Voigt 3, 152 Aani. 4. 

7) Sonst La mala, zwischen Sobalauea und Kurland, Geogr. S. 88. 



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160 



PLTRI DE DUSBÜRG 



s«o (253, De morte fratris Theodorici de Esbeck et trium fratrum et plurium 

Cristianontm et infidelium. 

2o. , m£ Anno domini »ccxcv foria vi ante diem pentecostes v fratres et centum quin- 
quaginta viri de Sambia el Nattangia equitaverunt versus Castrum Gartham, et 
dum appropinquarent, placuit eis, ut roinissis equis navigio Meroelam descen- 
derent, ubi in litore quadam villa Lethowinonim, occisis et caplis pluribus ho- 
minibus, depredata, iterum processerunt. Sed infideles hoc videntes, annata 
manu occurrerunt eis. et inito navali bello frater Theodoricus de Esbech el qui- 
dam frater diclus de Voringe mortui ceciderunt. De Lelhowinis autem lxx viri 
in armis strenui sunt occisi. Hoc facto fratrcs itorum processerunt usque circa 
Castrum Junigedam, ubi dum naves propter defcclum aquarum stantcs in arena 
procedcre non valerent, infideles superveniontes, fratrem Henemannum* dictum 
Kint, et fratrem dictum List, et xxv viros interfecerunt. A Iii cooperante domino 
evaserunt. Iste frater Theodoricus de Esbech h mortem suara predixit fratri 
Conrado Rufo 1 , qui ei voluit dexlrarium sttuni accommodare, dum recederet, di- 
cens : sufficit mihi in equo meo, quia vivum me a modo non videbis. 

«61 (2U) De perdiciane equorutn fratrum de Raganita, et exustione preurbiorum 

dicti castri el Scalowitarum. 

is.JS Ködern anno dominica ante nativitatem Joannis baptiste, Lelhowini occulte 
et improvise venienles ad insulam, sub Castro Raganita sitam, ooincs equos fra- 
trum et pecora receperunt. Et post in autumno proximo utriusque caslri, sci- 
licet Raganite et Scalowitarum suburbia dcslruxerunt. 

na (255) De apostasia quinta el vindicta ejus. 

«95 Hoc anno Bonislaus dux Masowie, de quo dictum est, dolens de subver- 
sione caslri sui Wisne, assumpto sibi Lethowinorum adjutorio, reedificavit illud. 
Quod cum pereiperet mapisler, turbatus ultra modum (timuit enim sibi et suis, 
fidci et fidelibus iterum nova pcricula suboriri) , demandavit omnibus sibi sub- 
jectis, a majore usque ad minimum, ul ad bellum' sc prepararent, si quomodo 
possei edificacionem hujusmodi r impedire. Sed antequam fratrum exercitus 
conveniret et dispersus esset a in diversis locis, Nattangi, dyabolico spiritu in- 
sligante, consuetam maliciara innovantcs, in ohprobium Jesu Cristi apostasie 
vicium iterum commiscrunt *, quendam dictum Sabine in ducem exercitus eli- 
gentes. Principales et capilanei hujus sceleris fuerunt Gauwina, Slanto, Trinla', 
Missino, et plurcs alii, quorum memoria transeat in oblivionem pcrpeluam, qui 
ad perpclrandam hujusmodi maliciam sie se ordinaverunt, quod Slanto predic- 
tus cum quibusdam suis complieibus, occulte el fraudulenter intravil Castrum 
Barthenstein, et fratrem Rudolphum dictum Bodemer 3 , et fratrem Fridericum 

0»p. SM. ») m K. B. Uennannum D. b) de Etbech f«hU B. Cap. 262. c) huj. «d. B. d) «Met 
B. D. e«t K. e) TrinU K. M«Ur J. Trine» B, Ü. 

1) Ein Conrad rufus kommt in der Urkunde von 1315 Cod. Pruss. II, n. 73 vor. 

2) Seit der Unterdrückung des grossen Aufstanries von 1160—1174 drohte noch viermal 
Empörung 1277 c. 189, 190 ; 1186 e. 117 ; 1291 c. 1.49 und 1195 c. 161. 

3] Voigt 4, 108 nennt ihn Coiuttiur — eine »n sich nicht unwahrscheinliche Annahme. 
Hartenstein scheint wahrend des ganzen 13. Juhrhumlerts die Haupthurg in Barten gewesen, 
sputer der Sitz der Comthurei nach Gerdauen verlegt zu sein, vgl. Geogr. S. 161, 162. Auch 
der Marschall Theodorich c. 120 dürfte zu ihren Comthuren zu rechnen sein. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 161 

de Libencele 1 cum eorum fainilia captivavit. Sed Missino cum viris de tcrritorio 
Sclunien'* equos fratrum de Kunigsbergk depredavit. Ccteri discurrentes per 
terram, viros Theutonicos occidentes, mulieres et parvulos corum ceperunt, ec- 
clcsiis, et ecclesie sacramentis et ministris magnam verecundiam facientes. Scd 
deus, qui in se credentcs b populos nullis sinit concuti terroribus, sed sua pie- 
late concessa pace Cristianorum fines ab omni hoste facil securos, quorundam 
in hac apostasia corda divinitus illustravil, qui omnia secreta liujus malicie de- 
texerunt. Quo facto commendator de Kunigsbergk cum exercitu rediit festinus 
de territorio Wohenstorph, volens rebellionem Nattangie casligare. Quod cum 
pereiperent viri de territorio Sclunien', penitencia dueti, retulerunt equos fra- 
trum de Kunigsbergk, obligantes sc, quod vcllcnt fidei et fratribus fideliter ad- 
herere. Alii captivos reddiderunt, et sie terra Nattangie in pace quievit. Sed 
dum commendator de Kunigsbergk cum suo exercitu redirel, ul dictum est, 
Sambite et maxime rustici d conspiracionem feecrunt, ut oiunes nobiles suos c 
occiderent, et postea fratres et cristifideles invaderent manu forti, eligenles sibi 
quendam juvenem dictum Xaudiolam r , filium Jodule* 3 , in ducem belli, qui i II o 
vice non audens contradicere invilus consensit. Scd post dies xim in presencia 
niagistri et fratrum in Castro Kunigsbergk omnia secreta hujus apostasic et prin- 
cipales auetores nominatim detexit. Unde magister et alii altendentes, quod im- 
punitas scelerum inlencionem äuget dclinquendi, omnes illos, quos bujus de- 
testabilis criminis reos invenit, fecit justo dei judicio diversis suppliciis truci- 
dari, et sie iterum pax reddita est Crislianis. 

De quodam fralre. ses (2M) 

Hoc tempore quidam fiater in Castro Welsais in infirmitate agonizans rccli-»2M 
natus in sinum fratris Theodorici sacerdotis jacens, raptus fuit per longum lem- 
pus, et vidit mirabilia multa. Tandem reversus ad seait : dominc Theodorice 

k) m K. D. (81uni«D, mit brnnlen gereimt J.) Sclunien B. b) cred. in »e B. c) m B. D. 8clumen K. 

d) Hnwlci I H. e) 10 B. D. iuos nob. K. f) so K. Kaudlote J. Ntudiocam B. D. g) Jodute K. J. 
Joducc ß. V. 



4) Ausser dem bekannten Ludwig von Liebenzell wird in diosen Zeiten häufiger ein 
Ernst von Lieboozelle erwühnt, z. B. in der Urkunde von 4 291 bei Voigt, Eidcchscngesell- 
schaft S. 226 und in der Urkunde von 4 294 im Cod. Pruss. II, n. 30. Friedrich von Lieben- 
zelle war um 4 807 Hauscomthur zu Ragnit c. 300, um 4 346 Hauscomthur zu Christmemel 
c. 326, dann Comthur zu Ragnit 4 317, 1318, Namenscodex 45, Dusburg c. 332, dann Voigt 
im Ermelande 4 825, 4 328, Dusb. c. 360, Cod. Warm. 1, 4 83, ferner Comthur zu Golup 1333, 
Namenscodex 80. Auch wird er bei Grenzregulirungcn erwähnt, fieogr. 141, zuletzt in meh- 
reren samlandischen Urkunden von 1336. Samhtndischc Handfesten der Freien fol. 185, 
498, 447. 

2) Sclunien oder Kaigen hei Königsberg c. 98, Voigt 4, 4 08 Anm. 2 liest Sclumen und 
deutet auf Glomen bei Bartenstein. Aber diese Leseart ist nicht zu halten, und Missino's 
Auftrag selbst spricht für den Königsberg naher gelegenen Ort. Aus dem Zeitwort zuzarren 
(zerzerren) bei Jeroschin hat der Epitomator usque Czartin und Voigt 4, 4 09 Anm. 4 Sardie- 
nen gemacht. 

3) Jodute gehört zu den bekanntesten Wilhingen, und wird nicht nur in den Wilhings- 
urkunden von 4296 und 4299, sondern auch in den Vcrschrcibungen für Luprecht von 4 34 6 
und 4 328 erwähnt. Sein Sohn Naudiote war nach einer Vcrschrcibung von 1307 bei Voigt 4, 
142 Besitzer des Dorfes Moleyne (Mollehnen), und vertauschte drei Haken daselbst gegen 
ebensoviele in Norien (Norgehnen). Beide Orte Hegen südöstlich von Rodau. — Einiges Ei- 
gentümliche Uber diesen Aufstand bietet Jeroschin. — Dass die vier c. 4 98 genannten Ge- 
führten Golin's in der Zeit dieses Aufstandes getödtet und ihnen zu Ehren die sogenannte 
Vierbrüdersaule von Golin -- nunmehr Burgherrn von Conowedit ! errichtet sei, was 
Voigt 4, 4 42 als Sage in seine Erzühlung einllicht, ist nicht Sage, sondern Aftergclehrsamkeit 
und künftiger Wiederholung nicht werlh. 

Script, r. P. I. ' \\ 



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162 



PETRI DK DUSBl'RG 



predicite mihi : Jesu Criste fili dei. Quo facto diem et horam mortis sue vera- 
citer predixil. 

M«<257) De aJvcntu fratris Conradi magistri generalis. 

1295 Eo tempore, quo ndhuc apostasia Prulhenorum necdum habercl finem, fra- 
ter Conradus de Wucgwangcn magister generalis domus Theulonice, venit ad 
lerram l'russie 1 , vidensque ipsam innumeris opprcssam tribulacionibus, fralres 
verbis et cxhortacionibus salutiferis confortaus per dona magnifica consolatur. 

so« (25s) De desiructionc caxtri Kymel. 

1205 ^ on longe posi frater Lodewicus de Libencele cum quibusdam fralribus et 
ir. viris i vit ad impugnandum quoddam Castrum, seil dux exercitus errans in 
via pertransiit, et dum in rcditu ad reetam viam rediret, intrantcs ipsum, ne- 
minem in eo invenerunt, quia populi, qui in eo habitabanl, videntes fratrum 
exercitvim, secesserunt ad Silvas, non valentes nec volenles ipsorum impugna- 
ciones sustinere. Combusto igitur* eastro, fralres turbali recesserunt. Sed deus 
nolens omnino frustrnri labores eorum, imo ferventi ipsorum desiderio compla- 
cere, ordinavil, quod non longe vidercnt Castrum firmum dictum Kymel 1 , pro 
cujus destructione fratres et sumptus et labores per se et per suos sepius itera- 
banl, licet non proficerent. Quod intrantcs viriliter, occisis habitatoribus, ip- 
sum apposilo igne funditus cremaverunl. 

, e6 ( 25 i() De vastacione lerriiorii et preurbii castri Gartlie. 

,296 Anno domini mccxcvi tempore hyemali, frater Syfridus b de Reibergk* com- 
mon dal or de Balga cum multis fratribus et equilibus de Naltangia profectus est 
versus Lelhowiam, et cum venisset circa Castrum Gartham, invcnit vestigia ho— 
minum recencia, quos scquens frater Wallherus dictus Goldin r * cum paucis* 1 
armigeris omncs occidit, prcler unutn, qui fugiens venit ad fratrem Henricum 
de Wederc, et ipsum graviler vulneravit, non tarnen sine defensione, quia frater 
Hcnricus ipsum lelaliler plagavit. Acceplo ergo equo fratris Henrici idem Ru- 
Ihenus* rercssit : sed frater Wallherus sequens rruoris, qui de vulneribus ejus 
manavit, vestigia, invcnit cum et occidit. Sequenli die fralres transiverunt gla— 
ciem Memele et inlraverunt lerritoriura et preurbium dicli castri Garthe, incen— 
dio vexarunt et rapina, et preter' occisos captivos cc hominos deduxerunt. 

C&p. 265. ») to B. D. crfo K. C»p. 966. b) Byffridu» B. c) Ooloni K. B. OolJin D. dem joldioro J. 
vgl. c. 275. d) so K. O. inulti* B. e) so B. D. poit K. 

4) Am 7. April 1494 befand er sich in Mühlhnusen, am 4 7. April 4496 in ElbinR, am 4 3. 
Mai 4 496 in Thorn nach den Urkunden bei Gebser Geschichte der Domkirche zu Königsberg, 
Bd. 4, S. 48, 59, 60. Seinen Tod und sein Grab in Dragowitz erwähnt Jeroschio, eine auf ihn 
bezügliche Inschrift Voigt 4, 4 47. 

4) Kymel lag nach Jeroschin (oh um des Reimes wegen ?) an der Meine!. 

3) Siegfried von Rechberg erscheint in Urkunden als Cotuthur vou Balga am 4 4. April 
4496 und noch am 47. Februar 4300, Namcnscodex 49. Ein Ordensbruder Hildebrand von 
Reiberp kommt um 4 307 vor c. 497. 

4) Wallherus aureus kommt noch 4840 vor, Samlandischc Handfesten der Freien fol. 4*0, 
vgl. den Namen Heinrich Goldechin Cod. Pruss. II, n. 54 und sonst. 

5) Die Bewohner der Genend von Garten bezeichnet Dilsburg wiederholentlich als Rü- 
then!. Scumand führt Sudauer und Ruthonen c. 466. Im Heere des litthauischen Königs lin- 
den sich HuUienen c. 491, 494. Godimin heisst res Letbowinorum et Ruthenorura c. 436, 
Cod. Pruss. II, n. 410 etc. 



CRONICA TEURE PRÜSS1E. PARS III. 163 

Item de eodem. M-c-m 
Eodem anno et tempore, quo reges solcnt procedere ad bella 1 , rex Yithe- 
nus a cum multitudine copiosii Letbowinorum pugnalurus contra fratres, inlra- 
vit terram Lyvonie. Unde frater Bertoldus comniendator de Kunigsbcrgk, qui 
hujusmodi evenluni a multo* retroacto tempore siimiuo desiderio optavit, siili- 
cet cum ipso rex terram suam sie exiret, fratnim exercitus subinlraret, congre- 
gato magno b exercitu eapilaneum fecit fratrem Henricum Zulswert commenda- 
torem de Balga*, ut cum diclo exercitu procederet versus Lcthowiam, dieli le- 
gis terram vastaturus. Qui cum venisset jam non longe a terra regis*, neseio 
quo duetus spiritu retrocessit, impugnansque Castrum Gartham tantain eastren- 
sium per crebra jacula invenit resistenciam, quod, multis Ciistianis c graviter 
vulneratis, infecto negocio est reversus. 

De depredacione quinque villarum. aea (2cd 

Posthec intravit exercitus Lethowinorum terram Colinensem, et cirea Cas- 
trum Golubam, quinque villas despoliavit, captis et occisis ibi pluribus Gris- 
tianis. 

De discordia civittm de Riga contra fratres domus Theutonice in Lyvonia. «69(262) 

Anno domini mccxcvii" 1 orta est immorlalis discordia inter cives Bigenses imt 
ex una parte et fratres domus Theutonice ex altera, que lantum invaluit, quod 
infra annum et dimidium fratres necessilatc inevilabili eogente novem vieibus 
cum ipsis conflixerunt. Et qnamvis in uno eonflictu succumberent, in aliis tarnen 
sunt divine virtutis auxiüo prosperali. Anno domini mccxcviii Yilhenus rex Le-nos 
thowinorum ad vocacionem civiurn Bigensium Castrum in Canhusen 5 cap- 
tis im fralribus et eorum familia expugnavil, et finibus dicti castri per incen- 
dia et rapinas devastatis, dum ad terram suam redire disponerel, frater Bruno 
magister terre Lyvonie cum exercitu modico sequens ipsum, kalmdis Junii in lilorc i. Juni 
maris juxta fluvium Treyderam"' invasit, et liberatis de manihus hostium fere 
tribus railibus Cristianorum, et occisis de parte infideliura oclingentis, rex tan— 
dem prevaluit et magistrum cum xxu fratribus et md crislifidelibus interfecit. 
Eodem anno frater Godefridus f Hoi'loch magister generalis domus Theutonice fuit 
in terra Prussie, qui fratrem Bertoldum Bruhave" commendatorem de Kunigs- 
bergk cum multis fratribus etarmigeris misitad terram Lyvonie fratribus ibidem 

Cftp. 207. ») tv K. D. multii B. b} magno K. D. fehlt B. c) to B. D. de Crirt. K. Cap. 269. 
d) MCCXV1I H. e) to K. D. juxU H. Tr. in lit. in. B. f) ao K. D. Godcffrydu» B. g) Uruh. foblt B. 

i) Doch wohl im Frühjahr, vgl. c. 303, 306, 3t 0 etc. 

S) Withen war der Sohn Pueuwer's (vgl. zu c. Sil), zu dessen Zeit er 1292 und t294 
glückliche Einfülle in Polen gemacht hatte, c. 248, 260. Jetzt um 1 296 erscheint er zuerst 
als König c. 267. üeber seine Kriegszüge vgl. c. 267, 269, 291, 306, 34 0, 324. Er wurde 
1315 vonGedimin getüdtet, welcher vorher wahrscheinlich sein Stallmeister gewesen war, 
und ihm dann folgte, Karamsin Russ. Gesch. 4, 4 73 und 286. 

3) Heinrich war Comthur von Balga vor Siegfried von Reherg, vgl. zu c. 247 und 266. 
Es ist also hier entweder der ehemalige Comthur von Balga zu denken (um so mehr, da 
Heinrich als Comthur nicht wohl von einem andern Comthur zum Anführer ernannt werden 
konnte) oder Heinrichs Zug gegen Garten gehört vor den c. 267 erzählten. 

4) Land des Königs im engeren Sinne, Oberlitthaucn. 

5) Auch der Canonicus Samb. schreibt Kartbus; im Chrou. ÜUnamünd. steht Karkhus. 
Das Schloss Karkhus (nordöstlich vou Riga) ist jedenfalls gemeint. 

6) Die Treydera mündet nordöstlich von der Düna. Karkhus liegt in der Nahe der- 
selben. * 



164 



PETRI DE DUSBURG 



2«. Juni in auxilium. Hü cum cxercilu fratrum de Lyvonia convenientes in die beatorum 
Petri et Pauli apostolorum, de civihus Rigensihus et Lelhowinis, qui erant in 
ohsidione castri Molendini novi 1 ultra im tu il in occidcrunt 1 . In hoc confliclu 
2 Reg. 23, a ff. quidam Pruthenus de Sambia, sicut legitur in libro reguni de Achoy 4 , stetil et 
percussit inimicos, quuusque deßcerenl manus ejus, et obrigcsccret fc gladius in 
manibus ejus. Et ul breviler concludam, nullus possel plene scribere, quanta 
mala de hac dissensione' fidei et fidel ibus sunt e.vorta. 

»70(2«3> De destructione oppidi Straisbergk* 

1298 Hoc anno scilicet domini mccxcviii de Lcthowia cxl viri tarn improvise* 
29. Sept. irruerunt in die beali Michaelis in oppidum Straisbergk, quod totum populum 
et unum sacerdolem occidcrunt, mulieribus et parvulis captis et preter vere- 
cundiam, quam aliis sacramcntis fccerunt, unus purgando alvum baptisterium 
defedavit. Quos frater Conradus Saccus provincialis terre Colmensis* cum mul- 
tis fratribus et armigeris sequutus usque ad intcriora deserti, comprehendit, et 
liberatis Crislianis captis, omncs interfecit, sie quod unus non evasit, qui lalem 
eventum posset posteris nunciare. 

«7i(2«4) De suburbiorum combustionc castrorum Junigede et Pisle. 

1296 Eo tempore, quo exercitus fratrum de Prussia adhuc esset in partibus Ly- 
vonie, frater Cuno comnu ndator de Brandenburgk 4 cum magno exercitu aggres- 
sus castra Junigedam et Pistam, corum suburbia igne runditus destruxit, et dum 
recederetj supervenit quidam frater de Raganita navigio cum quibusdam armi- 
geris, qui exiens ad pugnam contra caslrenses coi'git totum exercitum fratrum 
redirc ad prelium, initoque r certamine unus Lethowinus virilis homo occisus 
est, et plures ulriusque partis graviter vulnerati. 

f 

a) Aeboy K. B. Abobitet Vul*. b) obrurtterrrt K. B. obrifeweret Vulf . c) diwordia B. Cap. 270. 
d) adtencr Strub. e) improride B. Cap. 971. f) Initoque K. D. inito Itaqw B. 

4) Neuermühlcn nahe bei Riga, auf dem Wege nach Karkhus. 

2) Die beiden Hauptschlachten des Jahres i 298 führt der Canon. Samb. mit denselben 
Tagesdaten an. Es giebt aber Uber den Krieg des Ordens gegen Riga noch ausführlichere 
Quellen, aufweiche hier nur im Allgemeinen verwiesen werden kann: 4) Den Bericht des 
Zeitgenossen Albrecht von Bardewick, welcher unter den lühischen Chroniken von Grauloff 
I, Hl — 428 abgedruckt ist und die Hauptereignisse des Jahres 4298 mit gelegentlichem 
Rückblick auf das Jahr 4 297 schildert; 2j das Schreiben der Rigaer an Lübeck bei Sartorius- 
Lappcuberg Urkundliche Geschichte der Hansa 2, 4 96 und im Cod.dipl. Lubec. I n. 747 ebne 
Datum, im Sommer 4 297 abgefasst; 3) die Klageschriften des Erzbischofs von Riga, der Stadt 
Riga und des Erzbischofs von Oesel im Cod. dipl. Polon. von Dogiel V, n. 36. p. 25 — 33, ohne 
Datum, von Dogiel wahrscheinlich mit Rücksicht auf die Dullen des Papstes Clemens V 
von (309 in das Jahr 4 308 gesetzt, in der That aber, wie schon der Name des Erzbischofs 
Johann zeigt, in das Jahr 4299, spätestens 4300 gehörig. Hiezu kommen noch einige unge- 
d ruckte Documente: 4) die Verteidigungsschrift des Ordensproeurators von 4 306 im Geh. 
Archiv Schiebl. VI, No. 4 . ; 2) das rigaische Zcugenverhör von 4 34 2 im Goh. Archiv Schiebt. 
XXI und 8j ein Aufsatz in dem Buche des Geh. Archivs: Rigaische Handlung. — Für Dusburg 
ist es bezeichnend, dass er in der Geschichte dieses Krieges nur die Stadt Riga und die Heiden 
als Feinde der Ritter nennt, dagegen nicht den Erzbischof von Riga. 

3) Conrad Sack ist als Pmvincialcomthur im Namenscodet S. 4 6 zwar nur bis zum 49. 
Mai 4298 aus Urkunden nachgewiesen, doch kommt sein nächster Nachfolger urkundlich erst 
im Jahre 1302 vor. Seine Verwaltung kann also sehr wohl bis zum 29. September 4 298 und 
länger gedauert haben. 

4) Der Comthur Kuno von Brandenburg 4 296 — 4302 wir«! in den Urkunden meistens, 
und so auch im Namenscodex S. 22, nur mit seinem Vornamen bezeichnet. In der Urkunde 
vom 4 7. April 1296 bei Gebser Domkirche S. 60 ist sein Name vollständig genannt: Cuno 
von Hatzigenstein. Es ist wahrscheinlich derselbe Ordensritter, der vorher 4288-1290 Land- 
meister von Livland gewesen war, Alnpecke S. 707. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 



165 



De fratre Lodewico de Scippe* magislro terre Prussie. «7«(2«) 

Frater Lodewicus de Scippe magistcr (erre Prussie xim prefuit uno anno, mi> 
et mortuus est sepultusque Colmense in ecclesia cathedrali 1 . 

De vastacione terre Nattangie et morte CCL Crislianorttm. «73(20«) 

Ilujus magistri tempore sexcenti viri de Lcthowia profecti sunt versus Nat- 129» 
langiam, de quo exercitu fraler Cuno commendator de Brandenburgk premuni- 
tus, congregalis subditis suis, dum cos per dies aliquot expeclassel, fatigalus 
tedio dimisit populum suum. Sequenti die dictus exercitus infidvliiim intravit 
Nattangiam, et magnam partem ejusdevastans per incendiutn et rapiuam, occi- 
dit et cepit ccl homines crislianos*. 

De fratre Heltcico magislro terre Prussie. «« (267) 

Frater Helwicus de Goltbach Thuringus magister terre Prussie xv* prefuit noo 
uno anno et resignato oflicio reversus fuit in b Alemaniam, ibique mortuus et 
sepultus*. 

De Lxxn Lethowinis occisis in Nattangia. «75 w») 

Hujus magistri tempore, anno scilieet domini mccc lxxv Lethowini in au- noo 
tumno territorium Glottovie Warmiensis diocesis improvise intrantes, unam \il- 
lam incendio destruxerunt, oecidentes et rapientes, quiequid in ca Yivum repe- 
rerunt. Quo intellccto, frater Wallhcrus Goldin' 5 , socius comnicndatoris de 
Brandenburgk cum quibusdam armigeris secutus, occupavit viam, quam Irans- 
ire debebant, preter quam via alia propler aquarum inundanciam non restabat, 
et consurgens adversus d eos, preter tres omnes trucidavit. 

De vastacione territorii castri Oukaym. 276 (269) 

Eodem anno frater Henricus de Dobin et quidam fratres cum c.c viris intra- isoo 
verunt territorium castri Oukaym ' et combuslis sex villis, captis et occisis ho— 
minibus, recesserunt. Lethowini insequentes ipsos sepius hostiliter invaserunl, 
ita quod utriusque partis plures fuerunt graviter r vulnerali. 

De depredacione terre Dobrinensis ei occisione lxx Lethowinorum. 477 (270) 
Hoc anno Wenceslaus rex Bohemie fuit in regnum Polonie coronatus 6 . Et 1300 

Cap. 272. •) »o B. D. Seipe K. Cap. 274. b) in B. D. fehlt K. Cap. 270. e) Goldool K. Goleni B. 
GoMin D. d) «o B. D. adTenum K. Cap. 276. e) #o K. B. OuUim D. OttkMin H. f) gr»T. fu. B. 

4) Dusburg übergeht die kurze Verwaltung des Landmeisters Conrad von Babenberg, 
Historiogr. S. 288. — Ueber die Grabdenkmäler in der Kirche zu Culmsee siehe Quast in den 
Neuen Preuss. Prov. Bl. 4 850, Bd. 1, S. 23. 

2) Voigt 4, 156 verwirft mit Recht die Erfindung Grünau s X, 11, g. 2, dass Ludwig von 
Schippen in einem Kriege gegen die Samaitcn, welche den aufrührerischen Schalauern zu 
Hülfe gezogen seien (!), tüdtlich verwundet worden sei — reitet aber von dieser Erdichtung 
so viel, dass Ludwig in einem Kampfe verwundet und an den Folgen der Wunden gestor- 
ben sei 1 1 

3) Seit 1300, Jcroschin. 

4) Helwich war im Jahre 1300 schon Landmeister, und stellte als solcher, was in der 
Gesch. der Historiogr. S. 288 übersehen ist, noch im Milrz 1302 mehrere Urkunden aus, Cod. 
Pruss. II, n. 40 42. Dusburg irrt also, indem er ihm nur ein Jahr der Amtsverwaltung beilegt. 

5) Schon^erwähnt c. 266. 

6) Vgl. Chron. Aulae regiae p. 131, Palacky Geschichte Böhmens" 2, 301, Röpell Gesch. 
Polens 1, S61. 



166 PETRI DE DUSBURG 

sex milia Lethowinorum ducatum Dobrincnsein depopulavcrunt, oecidendo, ca- 
piendo, et quod igni nptum fuit, comburendo, et otmiia equiria et alia, que Po- 
loni propler metum regis predieti ad dictum ducatum duxerant , deferebant. 
De hoc exercitu centum viri preelecti et presumptuosi fuerunt ausi transire flu- 
vium Driwance et in terra Colmcnsi duas villas depredare. quos ffatres cum 
exercitu suo sequentos comprehcnderunt, et lxx ex eis occidentes, multos Cri- 
slianos captos redemerunt. Alii Lethowini xxx, qui evascrunt, dum fugiendo 
venirent ad exercittun suum et nuneiarent, que facta fuerant eis* a fratribus, 
adeo niotirulosi facti sunt, et territi, quod nullus alium expoctavit, sed cursi-, 
tando per diem et noctem multi homincs et equi pericrunt, plures eciatn ex eis 
in lluvio Nare k propler pressuram nimiam -sunt submersi. 

s78<2Ti) De miralrili facto. 

Hoc tempore in castro Mergenburgk fuerunt frater Henemannus el frater 
Fridcrictis, qui tantam inter sc charitatem habuerunt quod unus sine alio vivere 
non voluit, neque mori. Tandem frater Henemannus lepra percussus fuit, et 
frater Friderieus non longe post cadens de equo expiravil. Cujus mors dum in 
eraslino fratri Henemanno nunciaretur, ait : sie non erant pacta nostra, quod 
ipse prius et ego postea, sed simul deberemus ad eterna gaudia introduci. Et 
cum esset sine omni infinnitnle, preter eam, quam predixi, advocans sacerdo- 
lem pereeptis eeclesie sacramentis, eodem die in domino feliciter obdormivit. 

379 (272) De fratre Conrado magisfro I*rti#sie. 

im— 13W Frater Conradus Saccus magister Prussie xvi prefuit vi annis Hic rnul- 
tum fuit homo affabilis el in omni um oculis graciosus, ut vere posset de ipso 
dici, quod dilectus fuit deo el hominibus. Qui tandem fatigatus laboribus et 
debilitalus inürmitatibus ollieium suum resignavit, habilansque in Castro Goluba, 
cpiod ipse comparavit, moi tuus est, el sepultus fuit in ecelesia cathedrali Col- 
meuse c . 

j 8 o<27:») De destruetione castri Oukaym 4 prima. 

1302 Hujus magistri tempore anno domini mccxi quidam Lelbowinus diclusDrayko 
castrensis de Oukaym dolens, se tamdiu fraude dial>olica deeeptum, volensque 
vdolorum eultura postposila dei veri et vivi servicio maneipari, secretc fdium 
suum Pinnonem misil fratri Volrado commendatori de Raganita 9 , supplicans hu- 
militer et devote, ut ipsum a genlilitatis errore et infidelium manibus liberaret. 
Qui eommendator de consilio magistri cum exercitu proecssil contra Castrum 
Oukaym, el ecce mirabilis deus in omnibus operibus suis, cujus providencia hoc 

Cap. 277. ») el* K. D. fohlt B. b) N«re K. B. Sarcf D. Cap. 879. c) So B. D. Cohn, in *ccl. eath. K. 
Cap. 280. d) Vgl. cap. 27«!). 

4) Nicht ganz so lange ; die erste Urkunde, in welcher Conrad Sack als Landmeistcr vor- 
kommt, ist vom 3«. October I30ä, angeführt von Voigt *, »73, die letzte vom 46. Marz 4306. 
Cod. Pniss. II, ii. r,4. Kurz vorher und kurz nachher werden andere I.andmeister genannt. 

i) Volrad heissl noch in einer I rkundc vom 18. November 1301 Voigt des Bischofs von 
Samlatid, Nameiiscodex S. 77 , es ist also sehr die Krage, oh er noch in diesem Jahre Coni- 
Ihur zu Hagolt geworden ist (wie im Nanienscodcv S. 55 angenommen wird), und die von 
Diishui-g erzählte Unternehmung ausführte. Da Conrad Sack, unter dessen Verwaltung Dus- 
hurg das Ereignis* setzt, erst 1302 I.andmeister wurde, so ist es gerathener, auch diese Un- 
ternehmung in das Jahr 4 302 zu setzen. Volrad verwaltete die Comthurei Ragnit mit geringer 
Unterbrechung bis 4 34 3. 



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CRONICA TERRE WUJSSIE. PARS III. . 167 

summe nccessarium oidinavit, quod dum fralres ad impugnandum diel um Cas- 
trum accederent, ipsa nocle vigilia el custodia cuslri diclo Draykoni compelc- 
hnt 1 . Unde appropinqunnlc exercilu fralrum, portam castri secrete aperuit, et 
fratres intranles omnes preler unum, scilicet filium Sudargi, graviter tarnen 
vulneratum, oeciderunt. Caplis mulicribus et parvulis Castrum* cum suhurbio 
funditus cremaverunt, dictusque Drayko deduclus usque Raganitam cum Iota 
fnmilia est haptizatus. 

De morte fralris Gundrami et plurium Leihomnorum. a»i <2-o 

Eodem anno fraler C.undramus, liomo stalura pusillus, lotus tnmen animo-n«2 
sus el virilis cum ix arniigeris sequebalur latruneulos Lethowie, qui decem ho- 
mincs et totidem equos spoliaverunt in districlu castri Cristburgk, el dum eos 
in deserto invaderet, in primo congressu quidam Lethowinus ipsum cum lancea 
vulneravit, sie quod viscera ipsius eflusa fucrunt, nee tarnen destitit ab ineepto 
bello, quousque Lcthowini omnes essent interfeeli, et tunc cecidit et expiravit. 
Quem dum mortuurn armigeri sui ad Castrum Cristburgk deducerent, mulieres, 
que per eum de manibus infidelium redempte fuerant, asserebant sc vidisse 
duas columbas albas volantes supra corpus ejus in ai're, quo ipso stante sta- 
bant, et procedento volabant. 

De depredacione terre Lubowie el lxv Lelhowinorum morte. w an) 

Posthcc quidam alii latruneuli de Lethowia v villas in terra Lubowie hosti-i'mJ 
liier invascrunt, et cc Cristianos aliis captis partim b occiderunt. Quos fratres 
de Cristburgk sequentes, dum venissent in solitudinem, consideraverunt in ves- 
ligiis eorum, quod divisissent sc in duas turmas. Unde et ipsi se et suos in duas 
partes diviserunt, quarum una comprehendit turmam unam infidelium, et occidit 
ex ea lxv viros el lxx cristianos homines liberavit. Alia pars fratrum non in- 
venit nisi quinque pueros cristianos, quos secum duxit. Postea fratres intel- 
lexerunt relacione veridica, quod pauci de istis Lethowinis sani redierunt. Qui- 
busdam enim submersis in via, reliquis consumptis inedia, ecleri se pre Irislicia 
suspenderunt. 

De adventu fratris Godefridi magistri generalis, et resignacione officii sui, etw^n) 
electionc fralris Syfridi de Wucgwangen. 

Anno domini mccch fratcr Godefridus magister generalis cum l fratribus 1302 
transiens Prussiam, venit ad lerram Ljvonie*, el relictis ibi fratribus in subsi- 

a) et CMtro K. B. Castrum D. Cap. 288. b) 80 K. partim capto« allo* B. D. 

1) Ucher den Wechsel der Grenzwachen bei den Litthauern vgl. c. 300, c. 328, c. 389. 

2) Am 15. Mure 1302 befanden sich nuucii majiistri generalis bei dem Landmcislcr in 
Kreuzbur^ nach der Urkunde im Cod. I'russ. II, n. 40. woraus Voi^-t 4, 4 68 wohl mit Hecht 
schlieft, dass er seihfit damals noch nicht in Preussen gewesen sein könne. Kr muss über 
in der Thal im Laufe dieses Jahres (1302) nach Preussen und Livland gekommen sein, da er 
nach der Verteidigungsschrift des Ordens von 4 306 mit dem Erzbischof Isarn von Riga un- 
terhandelte, welcher noch 4 302 nach Lund versetzt wurde, Gadehusch Livl. Jahrbücher 4,1, 
3.-18 nach dänischen Que llen. Nach einer ;'?) Nachricht waren der Hochmeister und derLnnd- 
meister von Livland, Gottfried, am Ta^e vor Himmelfahrt 4302 in Uünamnnde zusammen. 
Zuerst in einer Versammlung zu Memel liess er unzweideutige Aeusserunijen fallen, dass er 
sein Amt niederzulegen bereit sei; auf einem Cap tel zu Klbin^ wiederholte er diese Erkla- 
r\ifi£, wie zwei preussische Bischöfe in der Urkunde vom 4 8. October 4 303 bei Luc. David 5, 
146 (welche doch wohl während des Cnpitels selbst ausgestellt sein dürfte) bezeugten. Dass 
er dann doch wieder als Hochmeister anerkannt sein wollte, beweist der Brief des neuge- 



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168 PETRI DE DÜSBÜRG 

1303 dium diclo lerre, dum anno sequenti rediret Pnissiam, in capitulo Elbingens! 
suum officium resignavit, licet sibi, dum in Theutoniam re versus esset, denuo 
lemerarie usurparct. Qua* rcsignacione facta, electus fuit fc statim ibidem frater 
Syfridus de Wucgwangen in magistrum generalem, qui ivit versus Venecias' ad 
domum c principalem. 

3M (277) De fratre llenrko de Cunce. 

Hoc tempore in Prussia frater Henricus de Cunce natus de Thuringia mor- 
tuus fuit. Qui cum adhuc esset secularis miram tyrannidem excrcuit, raptor 
magnus et homo malcficus a . Vidit quadam die in crepusculo venicntem ad so 
qiiendnm virum equo nigerrimo* insidentem, qui dixit ei: llenrice vcni mecum 
solus, ego te ducam ad locum, ubi ditaberis per predam magnam. Henricus ac- 
quievit, et ascendens equuin suum, sequutus est eum per multa viarum discri- 
mina. Tandem venit ad locum, ubi cquus suus ultra ire non voluit, licet calca- 
ribus sepius perurgeret. Vidit enim equus periculum, quod ipso propter noctis 
tenebras videre non potuit. Ultimo dixil d Henricus ad equura suum, Stimulans 
eum fortiter calcaribus: procede in nomine domini*. Tunc socius ejus scili- 
eet dyabolus, stans ex adverso ait : bene tibi, quia r nominasti nomen dei tui; 
quia si hoc non fecisses, jam precipitatus jaceres mortuus in hac valle. Henri- 
cus perterritus mansit in eodem loco non audens procedere aut relrocedere us- 
que in diem sequentem, et cum» väderet rupera altissimam, de qua debebat ca- 
dere h in vallem profuntlissimam, si equus modicum proccssisset \ signavit se 
signo sancte crucis, et laudavit nomen domini, per quod fuerat a tanto periculo 
liberatus. Unde areidit, quod quadam die in crepusculo vidit quendam judicem 
sedentem pro tribunali, et multitudinem populi circumstanlem, qui ipsum om- 
nes de diversis maliciis accusabant, et adduclus ad k Judicium, dum judex que- 
rerei, quid ad objccla responderet, perterritus tacuit. Tandem post multas mi- 
nas assessores rogabant judicem, ut ei parceret, ipse enim vitam suam deberet 
breviler 1 emendare. Et cum idem frater Henricus promisisset, se ordinem do- 
nius Tlieutonicc intraturum, onmis Uta congregacio disparuit, et amplius nihil 
vidit. Kcversus ilaque pallidus et stupcfactus ad Castrum suum, uxori sue, mu- 
lieri nobili, juveni et delicate*, cuncta, que viderat, enarravit, que ei petenti" 
divorcium denegavit. Et sie dum quasi dubius in voto complcndo per tempus 
aliquod existeret, dyabolus humani generis inimicus, qui mille modos nocendi 
habet, volens ipsum a saneto suo proposito retardare, apparuit ei in somnis in 
habitu regio multa stipatus milicia et" ait: Henrice talem civilatem et talc' 

Cap. 283. a) qu* K. T). qui* B. b) cleetu* fult it*ht hinter Wufw. B. e) dominum B. Cap. 2M. 
d) dixit B. dictu« K. f) domini n. deo K. t) 8o K. bene ut, quod B. g ) dum B. h) tft&dem 1 K. 
i) prarcinitnri ZumU ron T. It. k) in B. 1) deb. br. rft. t. B. m) 8o B. petütenU K. o) et B 
fehlt K. o) Ule K. fehlt B. 

wühlten Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen an den Landmeistcr Conrad Sack, dalirt 
in der Pfingstwoche, ohne Jahr, Cod. Pruss. II, n. 46 (welcher in das Jahr 1304 oder «305 
gehört, im Cod. Pruss. «her in das Jahr 1303 gesetzt ist). Voigt 4, 4 72 benutzt bei der Dar- 
stellung dieser Ereignisse wieder sehr mit Unrecht Grunau's Chronik X, S, §. 2. Gruuau's 
Berichte können dadurch nicht an Glaubwürdigkeit gewinnen, dass er einmal der wahren 
l'cbcrliefernng einige Züge mehr entlehnt hat, als sonst. 

1) In Venedig erboute der Doge Rainer Zeno die Kirche der heiligen Trinitiil für den Or- 
den, nachdem dieser ihn im Kriege gegen Genua 1 455 125» unterstützt hatte, Andr. Dan- 
duli Chron. Venct. up. Muratori T. XII. p. 363—367 — wahrscheinlich der Anfang des Or- 
denshauses zu Venedig, welches nach der Zerstörung von Accon »291 des Ordens Hauplhaus 
wurde, Dusburg III, c. 304. 

2j Aehnlichc Bekehrungsgesfchichtc c. 350. 3J Vgl. c. 290. 



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* 



CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 160 

Castrum habeas tibi", et sis miles strenuus, et k servias mihi et amplius tibi 
dabo. Cum autem ipse cogitarel intra se, quod merito deberel servire tali do- 
mino largo, apparuit Jesus Cristus cum quinque vulneribus et ail : Henri co ego 
sura largior illo, et tacto vulnere lateris dixit : hanc civitalem dabo tibi, si ser- 
vieris mihi, que multo melior est illa, quam tibi seductor ille rex promisit. Et 
cum hoc iterum uxori sue revelaret, adhuc quasi obstinata ipsi intrandi c reli- 
gionem licenciam denegavit. Unde factum est, quod singuiis noctibus audivit 
horribilem sonum, tanquain mallei percucicntis ad parietem et vocem dicen- 
tem a : Henrice surge ad orandum, quia jam fratres tui surrexerunt. Tot igitur' 
et tantis mulier terribilibus vexala sonis et mirabilibus territa voeibus, non ha- 
bebal ultra saneto viri sui proposito spirituro resislendi, sed rejecta omni perti- 
nacia, dedit ei quameunque vellet assumendi religionem liberam facultatem. 
Obtenta sie licencia, secessit ad partes Prussie et facta professione in ordine do- 
mus Theutonice, sicut antea in seculo existens coetaneos suos malicia precedc- 
bat, ila nunc in religione fratres ceteros virtulibus excedebat. Hic quodam tem- 
pore dum in infirmilate gravi laboraret, vidi! unum Judeum et alium Cristia- 
num in habitu bacchardorum \ unum a dextris suis, alium a sinistris, stantes 
et disputantes de articulis fidei, et dum Judeus ipsum vicisset, ait : Henrice au- 
disti nunc, quia fides tua te salvum facere non potest, crede ergo fidem Judeo- 
rum. Respondit frater Henricus : Ego credo in deum patrem omnipotentem, et 
cetera, que in symbolo apostolico continentur, et statim disparuerunt. 

De vastacione terre Carsovie. ismi;*)' 

Hoc anno in hyeme frater Conradus magister cum maximo exercitu intra- 130^ 
vit lerram Carsovie*, et quia duetores erravcrunt r in via, infideles premuniti 
fugerunt ad tuta loca. Undc preter incendium magnum, quod fecit in edifieiis, 
paueos homines cepit et occidit, et fixis tentoriis ibi pernoctavit. Tandem cum 
transiret cum exercitu glaciem per stagnum Curoniense, miranda res ibi appa- 
ruit*. Tante teneritudinis fuit glacies, quod elcvabatur et deprimebalur, sicut 
aqua in tempestate vento valido* agitata vadit in alium et in bassum. Unde po- 
pulus nunc ascendit glaciem, quasi montem, postea descendit, ut in vallem, ita 
tarnen quod nullus homo ibi submersus fuit domino protegente. 

De vastacione terre Lubowie et morte xv Lclhowinorum. aso »wo 

« Eodem anno quinquaginta viri de Lethowia latruneuli inlraverunt terram not 
Lubowie, qui premiserunt virum unum scientem linguam Polonicam, ut statum 

•) ter ! K. b) et fehlt B. e) intruiti B. d) die. toc. B. e) ergo K. Cap. 886. f) erwennt K. 
g) rtlida K. fehlt B. valido CooJ. 

4) Concilium Trevirense anno 4310 ap. Martonc T. IV, Anecd. col. 950: Item cum qui- 
dam «int laici in civitate, diocest et provincia Trevirensi, qui sub practextu cujusdam roli- 
gionis fictae Begordos se appellant, cum tabardis et tunicis longis et longis capueiis cum «cio 
intendentes (f. incedentes] ac labores manuum detestantes, convcnticulu inter so aliquihus 
temporihus faciunt et conservant, aequo fingunt coram perHonis simplieibus oxpo.sitores sa- 
crarum scripturarum, nos vitam eorum, qui extra religionem approbatam validam mendi- 
cantes discurmnt Die Stelle ist angerührt bei Du Gange. Die den Begharden vor- 
wandten Beghioen finden wir unter andern in Thorn um 4 308 nach der Urk. bei Voigt *, 
186, vgl. Canon. Samb. cap. 8 a. 4318. 

8) Vgl. zu c. 83. Es lag in dor Nahe des kurischen Haffs, etwa gleich weit von Rognit 
und Memel c. 197, 302, vgl. Voigt 4, 4 81 A. *. 

3; Achnliche Phänomene c. J04, 856. 



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170 PETRI DE DÜSBORG 

terre diligencius exploraret, et dum reversus diceret, quod nullus de advpntu 
ipsorum aliquid 1 scirct, depredaverunt mullas villas, captis et occisis pluribus 
Cristianis. Dum autcm recederenl, diviserunt sc in duas turmas", ad quarum 
unam fratres de Crislburgk vcnientes, interfcccrunt xv Lethowinos, et l honii- 
nes cristianos de ipsorum manibus eruerunt. Reliqua turba iofidclium evasit. 



(2S0> De terre motu in terra Prume 

f. Augutt 



Hoc eciam anno vi Idus Augusti hora quasi tercia fuit terre motus per to- 
tam lerram Prussiam. Tribus vicibus quaciebatur terra cum cdificiis, quod vix 
aliquis a casu se poterat continere. Quid autem iste terre motus c innaturalis 
significaverit', in sequentibus apparebit. 

De adventu peregrinorum. 

1301 Anno domini mcociiii peregrini de Alemania inspiranto domino inceperunt 
terram Prussie ilerum visitare 2 . Et venerunt nobiles viri, dominus Wernerus 
comes de Hoinbergk Adolphus de Winthimel r cum fratre suo, et Theodoricus 
de Einer milites* cum fratre suo Arnoldo, et plures alii nobiles de Beno. 

*»» < aM > De vastacione territorii Pogratuk et Garthe. 

13«4 Anno eodem tempore hycmali frater Ebcrardus de Virnenburgk commen- 
dalor de Kunigsbergk *, cum duobus milibus equitum versus Lelhowiam est 
profectus. Scd hoc non est sub silencio prcloreundum, quod frater Conradus de 
Lichtenhagen, commendator de Brandenburgk 4 , cum exercitu magno precessc- 
rat ipsum, eundo versus castri h Garthe territorium, quod vastavit incendio et 
rapina, licet autem non multum proficeret ibi, cum equites terre Lethowie ad 
dictum territorium convenerunl. Tercio aulein die post hec idem frater Eberar- 
dus cum suo exercitu, sicut preordinatum fuit a magistro, improvise intravit 
territorium Lethowie dictum Pograudam et majorem partem ejus deslruxil per 
incendium et rapinam. Sed vexillum fratrum cum sibi adjunetis stetit a mane 
usque ad meridiem in montc ex opposito castri Jedemine *, übt dictus comes de 

Cap. 266. a) nihil B. b) tuTbaj K. B. turmM D. Cap. 287. e) not tere. B. 4) iif niflearit B. 
•IgnlncaTenint K. Cap. 288. e) Holmb. K. R. D. Hocmberk J. Homberg H. f) Winthimel B. I). i. 
Wintmcl K. g) Einer militci c. B. K. D. mlUtcs «cheint hinter Arnoldo gerockt werden tu m 
Cap. 289. h) 8o B. D. caitrum K. 

- 

1) Das gleiche Mittel wurdo angewandt c. 283. 

2) Seit 12J2 c. 133 sind keine Kreuzfahrer erwähnt. 

3) Am 12. Februar 1304 erscheint noch Johann Sachse als Comthur von Königsberg, 
Eberhard von Virneburg ist noch am 18. December 1304 Comtbur von Marienburg, Namens- 
codex S. 34, 35. Dass der letztere noeb in diesem Juhro das Conithuramt in Königsborg an- 
getreten habe, wie im Namenscodex S. 34 offenbar nur nacb unserer Stelle angenommen 
wird, ist an sich möglich. Allein jedenfalls unrichtig ist 1; Dusburn's Angabe c. 890, dass er 
am Sooutag IJuadragcsima 1304 eine Kriegsreisc unternommen habe; und 2) da seine erste 
Kriegsreise c. 289 mit der zweiten in dasselbe Jahr gehört, wird man auch die erste besser 
in den Anfang des Jahres 1805 rücken, und aus eodem anno tempore hycmali c. 289 nur 
den Begriff eadem hyeme festhalten. 

4) Konrad von Lichtenhagen ist im Namenscodex S. 22 nur für das Jahr 1804 als Com- 
thur von Brandenburg aufgeführt, obwohl vorher und nachher beträchtliche Lücken statt- 
linden. Er scheint also als solcher bis dahin nur aus unserer Stelle bekannt zu sein. Als 
Comthur von Elbiiig kommt er 1300 bis 4 203 vor, und ungefähr gleichzeitig bekleidete ein 
Dietrich von Lichtenhain nach einander mehrere der höheren Ordensamtcr. 

5) Ob der Name mit dem des spateren (irossfürsten Gedimin in Verbindung steht, ist 
zweifelhaft. Er kommt auch vor c. 332, 351 und suppl. c. 15, und soll Wilna bedeuten Ka- 
ramsin 4, 292. Voigt 4, 451. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 171 

Hoinbergk* et plures alii nobile» dignitatem railicie susceperunt. Hoc facto dum 
fratruni exercitus recedcret, positis insidiis, plures quam 1 ' xx Lelhowiui, qui 
sequuti fueranl, sunt occisi. In hoc bello preter incendium interfeoti fuerunt 
mille infidelcs et capti. 

De secunda deslruclione Oukaym, et vastacione lerritorii ejus. *«• 

Eodera anno in Quadragcsima 1 idem frater Eberardus commendator dcKu-nw 
nigsbergk cum majori exercitu quam prius ivil versus Castrum Oukaym, quod 
quidam castrensis dictus Swirtil, fidei el c fidelium amicus tradidit fratribus, 
qui intranlcs omne, quod fuit sexus masculini, interfecerunt , mulieres et parvu- 
los captos deduxerunt, Castrum funditus iteruin 3 destruentes. Ipse aulem Swir- 
til et Iota familia sequentes fratres bapti.smi graciam perceperunt. Reliqua pars 
exercitus intravit territorium dicti caslri, et capUs uiultis hominibus et occisis, 
rapuit quicquid in eo reperil et incendit. In hoc exercitu xxx Cristiani gladio 
ceciderunt, et frater Henricus de Wolpherslorph - 3 infra indagines 4 cecidit, et 
totus exercitus transivil eum. Adeo arta fuit via, quod nullus poterat vitare, 
nisi transiret eum. Clipeus', quem super se posuil, dum se erigere non posset, 
conlrilus fuit in minuta frusla f . Tandem, deo juvantc, post transitum eorum 
surrexit, et dum non habere! equum, vidit a longe famulum sedenlem in equo, 
et ducentem alium equum nigri coloris in manu sua, quem cum precibus aggre- 
deretur, ut ei unum equum accoturaodaret, ille indignatus cursitans super eum 
dejecil ad terram ilerum et iterum percalcavit. Inter hec frater Henricus fro- 
num dicti nigri equi rapuit, et optinuit, et asccndens declinavit ad exercitum 
fratrum, transicnsque x vicibus, querens, cujus esset equus iste niger, nemi- 
nem invenit, qui eum cognosceret, et dimisso equo, sicut primo perdidit famu- 
lum, ita et equum. Evanuerunt enim ambo, quod nunquam potuit aliquis* per- 
cipere, quo devenissent. 

De victoria fratrum contra regem Lethowinorum. aai 12s u 

Anno domini «cccv circa assumpcionem beate virginis, fraler Philippus de }j° \ ugut 
Bolandia, advocatus episcopi Sambiensis 5 , et xi h fratres cum oc viris, trcs vil- 

a) Hoiab. X. B. D. b) plan* quam B. D. plure* fehlt K. Cap. 290. e) fldei et K. fehlt B. D. 

A) So B. D. Wolfetdorph K. e) clipcu* D. rlipeum B. K. Q fru»U D. fruitra B. K. f) So K. ali- 
qui» poterat B. Cap. 891. b) XI K. D. XII B. (IX J.). 

1) Der Sonntag Quadragesima fällt »304 auf den 16. Februar, 1805 auf den 7. Man. 

8) Vgl. c. «80. 

3) Er war 4 310 Cumpan des bischöflichen Vogts in Samland Cod. Pruss. II, n. 6t, spater 
um 1326 und 4317 selbst bischöflicher Vogt in Samland, Namenscodex S. 77. 

4) Indagines oder Verhaue zur Jagd c. 313, zur Befestigung eines Heerlagers c. 123, 310. 
Mit den indagines c. 290 dürften die terre defensiones und fossata, welche in Versehrei- 
bungen begegnen, zusammenzustellen sein. Solche indagines umschlossen die firenzen ein- 
zelner Territorien und ganzer Länder, wie die indagines Samaytarum in der Urkunde von 
1420 Dogiel IV, p. 106 indagines regni bei .Schuttes Archiv für Siebenbürgen 1, 167, Anm. 9, 
und wurden auch in der Zeil der Ordenshcirschaft an ausgesetzten Steilen beibehalten, Cod. 
Warm. I, n. 186 mit Anm. 2, S. 821. 

5) Er bekleidete dieses Amt schon («302? Voigt 4, 206, Anm. 1) am t O.Januar 1303 und 
noch am 8. März 1309; dagegen findet sich am 26. Marz 1309 schon Remboto als Bischofs- 
vogt. Im Folgenden erwähnt Dusburg, das» auf diesem Zuge zwoi Ordensbrüder von Boland 
fielen. Jeroschin übersetzt so, dass man sieht, er meinte, der Vogt Bolund und sein Neffe 
seien gefallen, was man allerdings nach dem Zusammenhange bei Dusburg auch für das 
Richtigehalten sollte. Wenn dies seine Meinung war, so kann der Zug nach dem Obigen 
nicht vor 1309 unternommen sein. Allein möglich bleibt auch die Annahme, dass ausser dem 
Vogt noch zwei andere Brüder des Namens Boland mitgezogen, und diese beiden letzteren 



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172 



PETR1 DE DCSBIRG 



Ins rogis Lethowinorum inccndcrunt, captis hominibus et occisis. Medio tem- 
pore, quo hec agcrentur, rex quasi omnes pociores regni sui habuit circa se* 
congregatos in quodam tractatu, seu parlamcnto, et dum hec perciperet, cum 
mille et quingentis viris sequebatur. Fratres autcm jam ad talem locum vene- 
rant, ubi se sine omni periculo putabant b , et depositis armis, dum cc viri cum 
uno fratre precederent, ipsi cum paucis a longe sunt sccuti. Extunc improvise 
irruit in eos rex cum suis, et in primo congressu frater Rolandus junior', ncpos 
dicti advocati, lancea cujusdam Ruthen« est transfixus, quod vidcns advocatus, 
commota fuerunt visccra sua, et projecto clypeo suo ad dorsum, arreptoque gla- 
dio, arababus manibus occisori nepotis sui caput uno ictu amputavit. In hac 
pugna quatuor fratres scilicet duo de Dolandia, frater Bcrnardus de Hocnsten*, 
et frater Joannes Monachus, et vi viri ceciderunt interfecti. Iloc facto, cc viri, 
qui precesserant, reversi cum magno slrepitu et fragore venerunt ad locum cer- 
taminis, et tantum hoslibus terrorem* indideninl, quod rex et omnes sui statim 
visis eis arma reicerent et in fugam converterentur. Extunc fratres percusse- 
runl pcccatores" 1 in ira sua, et occidcrunt xvii' pociores de regno Lethowie et 
de populo communi multiludincm copiosam. 

»w (M») De destructione suburbii castri Garthe. 

i3os Anno domini »cccvi frater Conradus magister inlelligens relacione veridica, 
quod de Lethowia et castro Gartha magnus exercitus versus Poloniam proces- 
sisset, raisit fratrem Aibertum de Indagine, et quosdam alios fratres cum cccc 
viris de Nattangia ad expugnandum Castrum predictum. Qui dum approptn- 
quarent castro, tanta intemperies aOris orta est, quod unus alium vix audire 
potuit, vel videre, et durante adhuc tempestate hac, intraverunt preurbium ip- 
sius castri, quod lunc roagnum fuit et populosum ad modum civitatis, et captis 
omnibus et occisis hominibus, et combusto preurbio cum preda tanta, quantam 
deducere poterant, sunt reversi. 

*m (286) Jiem de eodem. 

no6 post reditum hujus exercitus, frater Eberardus commendator de Kunigs- 
bergk, inteileclo, quid egerit, sperans, quod destrueto suburbio Castrum faci- 
lius expugnaret, cum centum fratribus et sex roilibus cquitum dictum Castrum 
Gartham est aggressus. Sed rex Lethowie audita destruetione suburbii hujus 
castri, misit preelectos viros et in armis expeditos plurimos ad defensionem. 
Unde factum est, quod dum fratres Castrum impugnarent, castrenses, ex ad- 
verso se viriliter opponentes, exierunt ad prelium, quod diu inter eos duravit. 
Tandem fratres fugaverunt eos. Reversi igitur ad Castrum, post modicam horaw 

t) *e fehlt K. b) puUbut K. D. fehlt B. e) So K. D. tut. bort. B. d) pecc*U»r«s fehlt B. 
e) XVU hinter Lethowie B. 

erschlagen seien, wofür sich noch geltend machen iKsst, dass der Vogt als solcher nach den 
Angaben im Namenscodex nur zwischen dem 8. und 26. Marz, nicht um assumtionis Marie 
erschlagen sein kann. 

4) Er war eine Zeit lang Cumpen des alteren Philipp von Boland, Voigt 4, 906, Anm. 1. 

2) Sehr zahlreiche Mitglieder dieser Familie sind in den deutschen Orden getreten : ein 
Heinrich schon um 1246, Cod. Wann. I, n. 13; in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts 
ausser Bernard noch vier oder fünf andere. S. Toeppen, Geschichte des Amtes und der Stadl 
Hubenstein 1859, S. 9. — Bcrnardus de Hoeustein wird noch in einer Urkunde vom 4. Juni 
1306 als socius des Bischofsvogts Philipp von Boland erwähnt, weshalb Voigt 4, 205 diesen 
Zug mit Hecht in das Jahr 1306 schiebt. 



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CRONICA TERRB PRÜSSIE. PARS III. 173 

resumptis viribus et audacia iterum exierunt ad pugnam, et hoc factum fuil 
pluribus vicibus ab ortu solis usque ad meridiem. Quandoque isti iilos, all— 
qnnndo illi istos represserunt In isto certaniine multi de inßdelibus letaliter 
sunt vulnerati, et plures mortui ceciderunt. De nostris vero fratres xu et xxx 
viri fuerunt vulnerati, et frater llartinannus de Elsterbergk b , lelo per Collum 
sagiltatus, postea cxpiravit. 

De quodam miraculo. 

Hoc tempore quidam Letbowinus de Erogcl caplus a rege suo, dum ad sug- 
gestionem cujusdam Rutheni, qui cum eo in carcere fuit c , vovisset a deo certum 
pondus cere pro liberacione sua, stalim catene, quibus ligatus fuil, sunt con- 
fracte et janua carceris aperta et cvasit. 

De fratre Henrico de Plocz magistro terre Prussie. aas im 

Frater Hcnricus de Ploczke* Saxo, magister Prussie xtii prefuit n r annis 1 1307— 1309 
usque ad adventum magistrt generalis, qui ipsum tunc * inslituit raagnum com- 
mendatorem. 

De adventu peregrinorum. *»« im 

Hujus magistri anno primo, anno videlicet domini hcccvii nobiles viri, do-u»' 
minus Joannes de Spanheim h , comes Adolphus de Winthimel*, Theodoricus de 
Einer junior et senior cum fratribus suis Arnoldo et Rutgero, et Arnoldus eV 
Jacobus de Pomerio milites de Reno et multi alii nobiles de Reno venerunt ad 
terram Prussie, et fuit tempore hyemali ordinatus maximus exercitus ad vindi- 
candam inj u Harn crucifixi contra gentem Lethowinorum, tarnen propter teneri- 
tudinem glaciei procedere non valebat. 

De vastacione terre Carsovie. *vt im 

Frater Volx vel Volradus commendator de Raganita, audiens quod Carso-iso7 
wite cum exercitu profeeti essent contra fratres de Memela, jussit fratrem Hil- 
debrandum de Rebergk procedere ad bellum contra ipsos, qui assumplis sibi 
quibusdam fratribus et lxxx viris intravit dictam terram Carsovie, et prelcr in- 
cendium et rapinam deduxit secum lxx homines captivos. 

De subversione suburbii de Castro Putenicka. *»» (201) 

Nota quod hec, que sequuntur de fratre Volz commendatore predicto, in 1307-1315 
diversis annis facta sunt, licet hie simul ponantur. Ipse enim congregato exer- 
citu cum hiis, qui sub dicione sua fuerunt constituti, navigio ascendit fluvium 

Cap. 29«. ») So B. Ut». •llqiiMldo Uti illo* K. b) So K. D. CrUtburgh B. Cap. 294. c) fult tot 
Id B. d) So K. roloiMct B. Cap. 293. •) So B. D. mit U K. f) 11 B. D. XII K. () tunc B. D. 
fohlt K. Cap. 296. b) So K. D. Sptnhaym B. l)*t B. D. fehlt K. 

4) Den Landmeister Sieghard von Schwarzburg, welcher als solcher am 28. Juli und 
SS. September 4 306 vorkommt, Ubergebt Dusburg. Deu Anfang der l.andmeisterschaft Hein- 
rich 's von Plock setzt Dusburg selbst c. 896 in das Jahr 4307. Das Ende derselben liegt zwi- 
schen dem 4 3. und 94. September 4 809, Historiogr. S. 289. Am 24. September 4309 war er 
schon Grosscomthur, Cod. Pruss. II, n. 60. Dieses Amt legte er vor dem 8. October 4 34S 
nieder, da es an diesem Tage schon Heinrich von Gera bekleidete. Schubert, Beitrage zur 
Geschichte des deutschen Ordens 4834, S. SO. Seine Kriegslisten c. 34 0, 84 2, 84 8, 346. 

t) Er und zwei Brüder Einer waren schon 4804 in Preussen c. 288. Arnold von Einer 
kam zum dritten Mal 4 846 c. 827. 



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174 PETRI DE D OSBURG 

Juram, et procedens ultra ad Castrum Putenickam 1 1 in ortu diei occulte dor- 
mientibus castrensibus intravit suburbiura, et captis et occisis preter eos, qui 
ad caslrum confugerant, redegit in favillam. 

9w> De eo dem. 

Ködern anno in autumno reedificalo jain prourbio predicto cum omnia blada 
et segetes recondite cssent in eo, ideni comincndator cum suis fratribus et equi- 
tibus vcnit, et dictum preurbium iterum concremavit, captis et occisis Omni- 
bus, qui ibidem sunt reperli. 

«•• < M3 > De morle lxxxii Lethowmorum. 

Consuetudo isla apud Letbowinos in custodia castrorum, que sunt in terrainis 
constituta, quasi communilcr observalur. Rex eorum ordinal aliquos armigeros 
ad custodiam alicujus castri ad lerminuin unius mensis vel amplius, quo com- 
pleto recedunt, et alii superveniunt ad custodiam supradictam. Unde factum 
est, quod lxxxv viri Lcthowini completa bebdomada vicis sue, dum de custodia 
castri Bisene deberent recedere, frater Fridericus de I.ibencele* vicecommenda- 
tor de Raganita, fraler Albertus de Ora', et frater Theodoricus de Aldenburgk 4 
cum xix fratribus et lx viris ipsos in campo Calsheim 5 viriliter sunl aggressi, 
et omnes interfecerunt, preter tres, qui tarnen graviter vulnerati evaserunt. 

3«i n«) De desiruclione castri Putenicke. 

Posthec aliquot annis intermediis, quidam Lclhowinus, dictus Spudo, po- 
tens in Castro Putenicka, zelator fidei et fidelium, demandavit fratri Volz com- 
mendatori predicto, ut cum exercitu suo adveniret, ipse enim veliet ei tradere 
Castrum predictum. Quo pereepto, idem commendator cum omnibus sibi sub- 
jectis venit, et illo secrete portas castri aperiente, fralres cum suis intraverunl, 
et occisis et captis omnibus, ipsum cum suburbio igne apposito funditus de- 
slruxerunt, et dictus Spudo cum patre et fratribus suis tolaque familia baptismi 
graciam est adeptus. 

«w(J» : ») De combustione castrorum ßcroneyte* et Biverwate. c 

Eodem anno in autumno Carsowile videntes, quod amplius fratribus resi- 
stere non possent, relictis duobus suis caslris, scilicet Scroneyte et Bivenvate, 
recesserunt, que duo castra fralres postea corobusserunt, et sie bec Iria caslra 
usque in presenlem diem remanent desolata. 

sos De vastacione terre Sambiensis. 

« l M 2 Anno domini ncccriii* in die beati Goorcii' 1 Mansto et Sudareus el alii no- 
biles de Saraetbia cum v tnilibus cquitum circa Castrum novum in Neria Curo- 

Cap. 298. ») Auch mit t* mit ek». Cup. 803. b) Auch SchrooeyU. «) 8« K. D. Binerwate B. 
Cap. 303. d)Or«gorilH. 

4) Vgl. zu c. 301. 9) Vgl. zu c. 9«2. 

3) Albertus de Ora war Comthur zu Balga 4899, zu Ragnit 4 888, 4397, zu Danzig 4399 
Iiis 4 331 . Namonscodcx. 

t) Dietrich von Allenburg war Comthur zu Ragnit 4893, 4394, zu Balga 4396—4334, 
dann Oberster .Marschall, endlich Hochmeister, vgl. c. 399. 

5) Vgl. C. 334. 

6) Bei Jeroschin 4 309, wahrscheinlich mit Rücksicht auf c. 998. 



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CRONICA TEURE PRISSIE. PARS III. 



17f> 



niensi intraverunt terra m Sambie et territoria Powundie et Rudowie ineeodio 
vastaverunt. Sed cum pereiperent, quod fratres cum maximo exercitu eos diu 
expeclassent in noctis medio recesserunt. 

De fratre Syfrido magistro generali terre Prussie. *•« 

Anno domini mcccix frater Syfridus de Wucgwangen magister generalis xi" sauber 
et terre Prussie magister xviu h venit ad lerram Prussie 1 et domum principalem, 
que a tempore destruetionis civitatis Achonensis fueral apud Venecias transtulit 
ad Castrum Mergenburgk in Prussiam. 

De ave Maria. c »©« im 

Hoc tempore fratres oppressi fuerunt multis tribuiacionibus. ünde slaluit »a» 
idem frater Syfridus magister, quod post singulas horas fratres clerici anlipho- 
niam: Salve regina, cum versiculo: In omni tribulacione, et collecta: Protege 
domine, ei iayci fratres unum Ave Maria dicerent ob reverenciam beate virginis, 
ut per ejus intercessionem dicta turbacio posset aliqualiter mitigari. 

De vastacione Sambiemis et Nattangie teirarum. aoeMJsx» 

Anno domini «cccxi in carnlsprivio Vilhenus rex Letbowie cum ma *' mo £J n Frlirttlir 
exercitu Sambiam et Nattangiam incendio et rapina vexavit, multos homines 
occidil et fere quingenlos cum magno spolio secum duxit, non tarnen sine strage 
suorum, quja multi de populo suo, qui ab exercitu se elongaveranl, sunt occisi*. 

De populacione territorii Pograude. so 7 (soo> 

Stalim post recessum regis et exercitus sui frater Fr idericus de Wilden- ist 1 
bergk commendator de Kunigsbergk 3 cum magno exercitu incedens per eandem 
viam, per quam dictus rex precesserat, venit illo tempore, quo homines dieli 
exercitus fuerunt ad propria reversi, et post fatigacionem itineris quiescerenl, 
gracias diis suis referentes de benefieiis sibi exhibitis in hoc hello, et intravit 
terrilorium Pograude et magnam stragem fecit in populo, occidendo et rapiendo. 
Adeo destruxil hoc terrilorium, quod infra multos annos non potuil resumere 
vires primas. 

De vaslacione lerrilorii castri Garthe. 3o 8 <:ion 

Eodcm tempore frater Otto de Bcrgo" 1 * efv fratres cum cccc equitibus detsit 
Nattangia iverunt versus Castrum Gartham et cum venissent ad paludem, cujus 
fluvius dicitur Biber, duclores exercitus sui duobus diebus erraverunl in via, 
quod factum fuit ex providencia dei, quia hominis de exercitu regis supradicto 

Cap. 804. ») XII H. b) XVII H. Cap. 805. c) Die Ucberwhrirt fehlt H. Cap. 808. d) Bergo n. 

4) Zwischen dem 13. und it. September 1309,, Historiogr. S. 189. Eine Verheerung 
Samlands im Jahre 1309 erwähnt der Canon. Samb. Die hier sichtbnrc Lücke in den Unter- 
nehmungen gegen die Heiden ist leicht zu begreifen, wenu man an die Anstrengungen des 
Orden« zur Eroberung Pomereilens denkt. 

1) Vgl. Canon. Samb. c. 6 a. 1311, Wigand c. 1, und Chron. Oliv. Jeroschin lasst dio 
Litthauer 9, das Chron. Oliv. 18, Wigand durch leicht begreifliches Versehen 80 Tage 
plündern. 

8) Friedrich von Wildenberg, Comthur zu Königsberg vom 9. Mai 1811 bis 81. August 
1814. Namenscodex. 

4) Er hatte 1 194 einen glücklichen Streifzug gegen Pisten ausgeführt c. 187. 



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176 PETRI DB D18BUHG 

adhuc non crant ad propria reversi. linde transactis büs diebus et reversis Le- 
thowinis fratres intraverunt territorium Garthe, occidentes et capientcs multos 
homines, et dum cum magno spolio redirent, occurrerunt eis quidam Letbowini, 
qui lassi substiterant de sepedicto exercitu regis, quorum duos eciam occiderunt. 

sä» (so» De morie fralru Syfridi magistri generalis ei lerre Pnmie. 

s. Inn H° c anno 111 nonas Marcii * f raier Syfridus de Wucgwangen magistcr gene- 
ralis onlinis domus Theutonice mortuus est in domo principali Mergenburgk, 
et sepultus Colmense in ecclesia catbedrali. 



«• (M3> De vicloria fratrum contra regem 

3. April Eodem anno in vigilia palmarum Vitbenus rex Lethowie putans, quod omnia 
sibi deberent ad votum' succcdcre sicut prius, cum im milibus virorum pre- 
clectorum intravit terram Prussie, et Episcopatum Warmiensem depopula\it 
adeo, quod nihil extra castra et municiones remansit, quod non esset exustutn, 
captum, aut occisum. In hoc et priori hello ecelesiis, veslibus sacris et vasis, 
ministris et ecclesie sacramcnlis verecundiam magnam fecit et preter aliud spo- 
lium, quod fuit mullum nimis, ultra mille et ducentos* captos cristianos homi- 
nes secum duxit. Et ecce rex iste blasphcmus nominis Jesu b Cristi, dum ve- 
ntret in solitudinem ad terram Barthensem in campum dictum Woyploc 4 , mente 
eflrenatus gloriabatur, quasi polcns in potencia exercitus sui, nunquam reco- 
gitans potestatom dei, et ail ad Cristianos captos, qui ligati astilcrunt ibi: ubi 
est deus vester ? quare non adjuvat vos, sicut dii nostri auxiliati sunt nobis nunc 

7. April et altera vice? Cristiani ingemiscentes tacuerunt. Sequenti die i. e. tiii idus 
Aprilis 8 frater Henricus' de Ploczkc magnus commendalor et <:l fratres' cum 
multo populo advenerunt et invenenint regem et suum exercitum undique in- 
daginibus vallatum, et in primo congressu Lcthowini lx viros cristianos inter- 
fecerunt ; sed dum viderent fratres cum suo vexillo ot multitudinem copiosam 
armatorum sequentem, irruit super cos pavor et adeo emareuit coreomm, quod 
non habebant ultra virtutem resistendi ; unde quasi in ictu oculi rejectis annis 
omnes terga verterunt. Extunc fratres cum suis insequentes, percusserunt eos 
plaga magna, sie quod rex cum paucis vix evasit, alii gladio trucidati sunt, qui- 
dam submersi, ceteri 4 in solitudine consumpti inedia vel pre dolore se suspen- 
dentes perierunt*. Mulicres eciam cristiane, que capte ibi fuerant, dum vidis- 

C&p. S10. ») Totom B. Dotum K. nutam H. b) Jera B. fehlt K. c) Henr. K. D. Kartinui B. 
d) cetcri K. D. quidani B. •) perieruDt B. fehlt K. D. 

t) Dieses Datum ist gegen Voigt *, 373 Anna, gerechtfertigt, Historiogr. S. 369. 

3) Manche eigentümliche Nachricht über diese wichtige Begebenheit bietet Jeroschin, 
andere Originalberichte der Canon. Samb. c. 6 und 8, das Chron. Oliv., die Annal. Thorun. 
(mit der unrichtigen Jahrzahl 4 34 0) und Wigand I. c. Aus der Urk. im Cod. Warm. I, o. <6t 
scheint hervorzugehen, dass die Litthauer damals auch die Gegend von Coniainen bei Mehl- 
sack verheerten. 

3) Ebenso der Canon. Samb. Dagegen «300 bei Joroschin. 

*) Waplauken : Jeroschin. Lopelauken und circa Bardenburg : Canon. Samb. Papiiou- 
ken : Wigand. Es ist Woplauken bei Rnstenburg im Barteriande. 

5) Die Schlacht fiel Mittwoch in der Osterwiehe vor, nach Jeroschin, Canon. Samb. und 
Annal. Thorun. Wenn Jeroschin trotzdem mit Dushurg Ubereinstimmend auch VIII idus 
Aprilis (6. April) angiebt, so ist dies ein Fehler. Mittwoch in der Osterwocbe 1114 fiel auf 
den 7. April. 

6) Jeroschin sagt etwa 80, der Canon. Samb. sagt 84. Die übrige lleeresmacht des Or- 
dens setzt der Letztere auf 500 Mann, den Verlust der Feinde auf 3000. Jeroschin erwähnt 
deu Antbeii Günther' s von Arnstein an der Schlacht. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 



177 



sent sibi de celo victoriam* venisse, immeroores fragilitatis sexus sui irruenles 
repente in Lethowinos, qui eas custodiebant modo, quo poterant, occiderunt. 
In memoriam hujus gloriose victorie et ad laudem el gloriam Jesu Cristi fratres 
claustrum sanctimonialium in civitate Thorun fundantes donis magnificis dota- 
verunt. 

De vastacione terrilorii Pograude. su (3W) 

Hoc anno in estate Gcvehardus de Mansfclt commendator de Brandenburgk 1 isu 
et multi fratres cum mille et quingenlis viris equitaverunt ad territorium Po- 
graude, et licet scirenl Lethowinos prcmunitos et paratos in armis ad defensio— 
nem, tarnen 11 commiserunt se deo, qui non deserit speranles in se, et audacter 
intrantes dictum territorium, interfecerunt multos homines et ceperunt, incen- 
dio et rapina multipliciter devastantes. Et dum exirent terram, videntes infi- 
deles paratos ad bellum, omnes captivos homines, et quicquid de spolio vilam 
habuit, extinxerunt. Mansto autcm Masio et Sudargus * et alii nobiles, videntes 
eomm presumptuosam c audaciam, ammirati sunt ultra modum*, et dum vellent* 
eos in bello aggredi, Mansto prediclus vir sapiens el experiencia doclus dissuasit, 
asserens sine dubio fratres insidias posuisse, et sie a persceucione fratrum ces- 
saverunt. Postea Lethowini quesiverunt, quis fuerit capitaneus dicti exercitus. 
Quibus responsum fuit, quod commendator de Brandenburgk homo juvenis et 
virilis. At Uli : dicatis ergo ei, quod nunquam veniet ad elatcm debitam, si sie 
presumptuose nobis presentibus cum tarn paucis pugnatoribus nostras terras 
voluerit depredare. 

De quadam iradicione. *' snews) 

Hoc tempore quidam Lethowinus, qui camerarius fucral regis Lethowino-isii 
nun, captus detinebatur in Castro Balga, qui sub pena capitis sui obligavit se 
Castrum Gartham tradere in manus fratrum, si a vineulis solveretur. Cui fra- 
tres credentes, statuto modo et tempore, quo hec fieri possent, ipsum abire 
libere permiserunt f . Sed dum veniret ad regem, de Iiis omnibus premunivit 
eum. Frater Henricus de Ploczke commendator magnus hujus occulte tradicio- 
nis nescius cum multis fratribus et v milibus pugnatorum profectus est, et dum 
appropinquaret castro Garthe, de exploratoribus regis virum unum senem ce- 
perunt, qui ut mortem evaderet, premunivit fratres in hunc modum asserens, 
quod rex cum magna potencia exercitus sui castra metatus esset circa Gartham, 
et sie ordinasset, quod dum fratres cum media parte exercitus sui transivissent 
fluvium Memele, ipse cum suis deberet irruere in ipsos, et« trucidare, et postea 
partem aliam sequi. Quo audito, fratres deo, qui eos sie misericorditer a tarn 
gravi periculo liberavit, gracias referenlcs incolumes ad propria sunt reversi. 

») flct. de e. B. Cap. Sil. b) Urnen fl. D. cum K. c) coruumptuonm K. d) ultrt m. «uot B. 
e) reUet K. Cap. 812. f) protnlt. K. g) et B. fehlt K. 

4) Er verwaltete das Amt schon am 23. April 1809. Sein Nachfolger wird zuerst in einer 
Urkunde vom «1. Januar 4 34 5 Cod. Pruss. II, n. 73 erwähnt, in welcher jener mit dem Zu- 
«ati ollm commendator de Brandenburg noch als Zeuge auftritt. Namenscodex S. 23. Vgl. 
Dusburg rV, c. 4*2. 

2) Mansto und Sudargus kamen schon c. 303, Sudargus ausserdem c. 280, 332 vor. An 
Masio erinnert Ma9ini germanus c. 321 . Andere Anführer der Samaytcn : Draykc c. 280, 
Swirtil c. 290, Spudo c. 804, Surmine 318. 

Script, r. p. i. 



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178 



PETRI DE DUSBURG 



»i* <«>«> De vasiacione territorii Sakenicke. 

Eodem anno idom frater Hcnricus commendator magnus* et cl fralrcs cum 
valido exercitu et duobus milibus pedituni direxerunt viam suam versus Le- 
thowiam ad territoriuni dictum b SalsenickanT 1 , ubi nunquam visus fuit d exer- 
citus Cristianorum, et dum appropinquarent Castro Garthe, ceperunt un viros 
exploralores regis, et occisis tribus quartus interrogatus, dixit : quod de ad- 
ventu fratrum nullus in terra Lelhowie quidquam' sciret et ad majorem securi- 
tatem addidil, quod eodem die quJnquaginla viri essent venturi, qui pro vena- 
cione debebant facere indagines regi suo. Quos cum fratres inlerfccissent, trans- 
iverunt Memelam, et relictis circa naves et sarcinas xu fratribus et duobus mi- 
rjuulibus peditum, intraverunt dictum territorium in die Processi f et Martiniani, 
vastantes undique per incendium et rapinam, et exuslis eciam tribus castris 
ibidem' pernoctabant, sequenti die h preter occisos quorum nuroerum novit deus 
solus, fratres cum preda maxima' et septiogentis hominibus recesserunt. 

»i«(307) De fratre Karolo magislro generali et terre Prussie anno domini mcccxil* 

Frater Karolus de Treveri magister generalis xiu, terre autem Prussie ma- 
gistcr xix, prefuit fere annis xiu. Hic vocatus a sanetissimo patre ac domino 
Joanne xxu papa, stetit cum mullis fratribus in curia Romana per annuiu, et 
multa ordinis negocia K ardua expedivit". Linguam Gallicam 1 novit sicut pro- 
priam ; sine interprete loquebatur coram papa et cardinnlibus ; adeo affabilis et 
facundus fuit, quod eciam" iniinici ejus delectabantur eum audire. lnfirmatus 
fuit in curia Romana et adeo debilitatus, quod licet adhuc juvenis esset, rever- 
sus ad Alemaniam post paueos annos in civilate Treverensi apud fratres suos 
mortuus est et sepultus. 

* 

«is (so« De edificacione Cristmemel. 0 

*— « A^rii Anno domini mcccxiii in festo pasche* frater Karolus magister ad laudem et 
gloriam dei et matris sue cl dilalacionem finium Cristianorum, congregala omni 
virtute exercitus sui edificavit Castrum Cristmemclam in litore Memele supra 
Raganitam ultra sex leucas 8 . Tanta fuit ibidem multitudo navium, quod factus 
fuit pons super Memelam de ipsis, quem quilibet sine periculo poterat pertran- 
sire usque ad litus infidelium, de quo ponte Lethowini plus ammirabantur, 
quam de omnibus factis Cristianorum, que videraut in vita sua. Consummato 
edificio clerici sequente populo cum solempni processione reliquias ad ecclesiam 
portaverunt, missam ibi solempniter celebrantes. Nec hoc pretereundum est, 

Cap. 313, *) tn&f n. com. B. b) dictum K. fehlt B. D. c) Auch ohne c. d) mt B. e) quidq. B. 
fehlt K. D. f) So B. D. Poot«ni K. f) So B. D. lbl K. h) die B. D. fehlt K. 1) Bo B. O. mmz. 
pr. K. Cap. S14. k) ncff. B. D. fehlt K. 1) ItaJiom H. m) et B. Cap. SU. n) CrUtmcflicle B. 



4) SUdwttrts von Wilna, jetzt Soleschniky. § 

2) Nicht 434S, sondern 43H. Historiogr. S. 169. 

3) Die Auflehnungen der Ordensritter gegen den Hochmeister erwähnt Dusburg wieder 
nicht. Der Canon. Samb. c. 8 erwähnt, das» derselbe 4 84 7 Preussen verlassen und 4 34 8 ein 
Capitel nach Erfurt berufen habe, und noch ein Capitel in Franken 4 384 . Von der Zwietracht 
selbst haben wir nur durch das Chron. Oliv, und Wigand c. t, so wie durch die Urkunde, 
Cod. Pruss. II, n. 79, welche mit Wahrscheinlichkeit iu das Jahr 4 34 7 gesellt -wird, einige 
Nachricht. 

t} Der Bau dauerte vom 8— M. April. Canon. 

5) Vgl. Geogr. S. SSO. 



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CR0N1CA TEURE PRUSSIE. PARS III. 179 

quod ex permissione dei plures naves fratrum, que cum victualibus et aliis, que 
ad edificacionetu castrorum sunt necessaria, fuerant onerate, in mari naufragio 
perierunt, et fratres im et viri quadringenti* sunt submersi'. Hanc temptacio- 
nem, sicut dicitur de Job, pcrmisit dominus ideo fieri, ut darctur postcris ex- 
emplum constancie, quia licet hoc grave damnum fratribus occurrerit k , nequa- 
quam tarnen inceptum opus domini relardavit. Hoc tempore quidam de Bavaria 
sagittarius in caslro Raganita fuit, qui dum 'facto crucis signo jacerel in stratu 
suo noctis tempore, et vellet dormire, venit dyabolus et momordit eum maxime 
in pedicam suam. Iste autem de nimia lesione dolens clamavit alta voce di- 
cens c : quis est, qui me momordit? At ille inquit : ego sum dyabolus. Et quare 
fecisti? Respondit dyabolus: quia cum rcponis te ad dormiendum, facis cruces d 
nimis* breves. Sequenti autem die cum hujusmodi factum coram fratribus et 
aliis publicaret, quesiverunt ab eo, utrum sie fuisset de brevitate crucis. Re- 
spondit: vere ita erat; sed de cetero cavebo; faciam enim cruces, que proten- 
dent se f a planta pedis usque ad verticem et ultra. . 

De impugnacione castri Buene. «i« (3m> 

Eodem anno in estate frater Henricus de Plocz* marscalcus terre Prussie «i» 
totum robur exercitus sui congregavit, et dum appropinquaret castro Bisene, 
equites sui in ortu diei ipsum Castrum obsederunt, hü autem, qui navigio vene- 
rant, facto ponte cum navibus suis ab insula vicina per Memelam, applicatis 
instrumenlis bellicis per longum tempus fortissime impugnaverunt, licet non h 
proficerent. Unde aliquibus de parte fratrum et quibusdam de castrensibus vul- 
neratis ab obsidione recesserunt. 

De quadam nave bellica facta per fratres. 1 »" <»•> 

Posthec* frater Wernerus commendator de Raganita* fecit sibi edificari 
navem bellicam cum meniis et plures naves alias. Cum quibus dum venisset ad 
impugnandum Castrum Junigedam, ventus validus irruens in navem, violenler 
dejecit eam ad litus. Quo viso castrenses armata manu invaserunt navem ; fra- 
tribus et armigeris in ea existentibus ex adverso viriliter se def enden tibus. In 
qua pugna Lethowini plures interfecti fuerunt et Ictalitor vulnerati. Et sie fra- 
tres evaserunt. 

De dettruetione navis hujm. au<Jii> 
Rex Lethowinorum audita fama navis hujus, turbatus est, et omnis Letho-««» 
wia cum eo, et post multa consilia variosque traclatus habitos pro destruetione 
ipsius, tandera misit nobilem virum et bellicosum Surminum cum centum na- 
vibus, in quibus erant sexcenti viri et amplius, et centum equites, qui dum 
navem impugnarent, im sagittarii de intus, qui ad defensipnem ejus deputali 
fuerant^ viriliter defenderunt. Tandem preciso fune, quo ligata fuit, descendit 

t) So B. D. J. qoinqoatinU K. bi tk> B. oceurrtt K. e) dioen* K. fehlt B. d) er. fce. B. •) Hi- 
nte B. doppelt K. QhB. fehlt K. C*p. 81«. g) So B. K. Ploetke D.- h) non B. O. nll X. 
Cap, 817. 1) per fratre« B. und Indes K. fehlt Text K. h) So K. D. poethoc B. 

4) Unter andern der Fischmeister Rcynico von Scharfau mit den Mannschaften aus dem 
Werder nach dem Chron. Oliv. 

1) Er kommt als solcher am 28. April 1 84 2 vor (Namcnscodex) und mag es, wie aus 
Dusburg folgt, auch noch 4 34 8 gewesen sein. 

42« 



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180 PETRI DE DÜSBURG 

navis Memelam, et dcscendendo fortiter impugnaverunt, sie quod multis Letbo- 
winis vulneratis et Scoldone», germano dicti Surmini, occiso, navem ceperunt, 
et interfectis im sagittariis in cinerem redegerunt*. 

* 

st» (in) De combustione preurbiorum castri Bisene. 

1313 Hoc anno in autumno fraler Henricus marscalcus cum fratribus et viris de 
Sambia et Nattangia impugnavil Castrum Bisenam, et post iongam impugna- 
diversis utriusque partis vulneratis , ambo ipsius suburbia ignis in- 
cendio devastavit. 

»io (3i3) De depredacione territorii Medenicke. 

i j ! u» Anno domini mcccxiiii post circumeisionem ejus idem frater Henricus mar- 
scalcus cum fratribus et viris de Sambia et Nattangia, dum veniret circa terrilo- 
rium Medenickam*, quidam Lethowini noctis tempore tentoria ejus intrantes, 
• im viros occiderunt, duos equos secum deducentes b , de quo exercitus Cristia- 
norum per totam noctem fuit inquietatus. Sed hoc fratres non lerruit in tan tum, 
ut opus domini ineeptum aliqualiter retardarel. Unde quod ad laudem domini 
nostri Jesu Cristi ineeperant, zelo fidei succensi, virilitcr conflsi in domino per- 
fecerunt. Sequenti igitur* die dictum territorium potenter intraverunt, et quic- 
quid in eo infra tres leucas constitutum fuit, vastaverunt incendio et rapina, et 
occisis et captis septingentis hominibus cum preda maxima redierunt. 



(314) Ad 

™ Eodem anno circa purificacionem beate virginis idem frater Henricus mar- 
scalcus cum omni potencia exercitus sui venil ad territorium Medenickam ite— 
rum, et Castrum ibidem dictum Sisditen impugnavil, castrensibus ex adverso 
viriliter se defendentibus, et in hac pugna, que diu duravit, de parte Lethowi- 
norum germanus Masini* et xrtu alii ceciderunt interfecli, sed de parte fratrum 
tres fratres, scilicet frater Henricus Ruthenus*, frater Ulricus de Tetinge, et 
frater Rebodo de Ysenburgk et im viri in armts strenui, scilicet Spagerot, Que- 
ram de Waldow, Michael, et Mindota. Hoc facto cum non proficerent in impu- 
gnacione castri, profecti sunt ad territorium ejus, et Herum depopulaverunt per 
incendium et rapinam. 

(31») De vastacione terre Criwicie et expugnacione civitatis parve Nogardie. 

iiU r Hoc anno in mense Septembri idem frater Henricus marscalcus cum omni 
virtute exercitus sui venit ad terram Criwicie, et civitalem illam, que parva 
Nogardia • dicitur, cepit, et funditus destruxit ; et terram circumjacentem rapina 



Oap. 81». *) Scoldonc D. »jl. 3. ScoUorc K. B. Cap. 880. b) So B. D. ducentn K. c) ecyo K. 

4) Dusburg spricht seltsamer Weise nur von 4 Vertbeidigern. Jeroschia lasst in diesem 
Kampfe SSO Menschen umkommen. 

3) Miednicki oder Worny etwa 45 Meilen ostwärts von Memcl, vgl. c. 888, 834, 337. 
345. Auch Voigt 4, 301, Aura. 4. ' 

3) Der Name erinnert an Masio c. 34 4 . 

4) Er kommt als Conventsbruder in Elbing 4 310 Cod. Warm. I, n. 15», als Cumpan des 
samlandischcn Ordensvogts 4 322 und des Hochmeisters 4 386 vor, Cod. Pruss. II, n. fOt, 4 47. 

5) Novogrodeck ; nordwärts davon am Njemen liegt ein Ort Kriwitschi, in dessen Namen 
der der terra Criwicie erhalten iu sein scheint, vgl. Voigt 4, 30t, Anm. 3. — Diesen Zug er- 
wähnt der Canon. Samb. zweimal c. 6 und 8. Eigentümliches bietet Jeroschin. 



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CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 181 

et incendio multiplicitcr molestavit, fixisque ihi tentoriis ante Castrum dicte ci- 
vitatis pcmoctans, scquenti die ipse et totus exercilus accesserunt ad Castrum, 
et ipsum fortiter impugnaverunt, sie quod ex utraque parte aliqui occisi et plu- 
res fuerunt letaliter vulnerati. Sed cum in hac impugnacione non proficerent, 
recesserunl, et dum venirent ad locum, ubi custodes ad sarcinas reliquerunt, 
invenerunt xxx viros per David casteilanum deGartha 1 occisos, et mille et quin- 
gentos equos, panes, et quiequid de eibo et rebus aliis ibi deposuerant, de- 
duetos. Turbati ergo fratres dum venirent ad secundam mansionem, et ibi 
eciara' de pane et aliis relictis nihil penitus invenirent, processerunt et pluri- 
bus diebus fuerunt sine pane, quidam fame invalescente comederunt equos suos, 
alii herbas et radices earum, aliqui mortui fuerunt farae, multi inedia consumpti 
post reditum defecerunt, reliqui circa finem sexte bebdomade a die, qua exie- 
rant, sunt reversi. 

De impugnacione castri Raganite. *™ 01«) 

Anno domini mcccxv circa assumpeionem beate virginis k Letbowini de Sa— au»«*» 
methia cum omni potencia exercitus sui venerunt occulte et improvise ad Ca- 
strum Raganitam et impugnaverunt illud. Quibus fratres dum occurrerent in 
bello, non valenles tante multitudini resistere, coacti sunt retrocedere ; non ta- 
rnen sine prejudicio suorum, quia frater Joannes dictus Poppo ibi occisus fuilab 
infidelibus et plures alii vulnerati. Tandem cum Lelbowini in hac impugnacione 
non proficerent, calcalis et deslructis in agro utriusque castri, scilicet Scalo- 
witarum et Raganite, segetibus, recesserunl*. 

De obsidione castri Crislmemele. 3«« 017) 

Eodem anno mense Septombri Vithenus rex Lethowinorum , congregatis JJ 1 * 
omnibus de regno suo, qui ad bellum apti fuerunt, obsedit Cristmemelam, el~ ,K 
per xvii dies cum* duabus machinis et multis sagittariis ex omni parte' forlissime 
impugnavit. Fratres aulem hoc videntes, ut preeaverent futurum periculum, 
castri sui preurbium cremaverunt. Medio tempore, quo hec agerentur, venerunt 
de Sambia x fratres et 4 cl viri navigio in subsidiura dicti castri, sed Lethowini 
ita prudenter occupaverant vias et aditus ipsius castri, quod licet sepius al- 
temptaretur, nullus tarnen poterat habere accessum ad ipsum. Unde coacti sunt 
fratres manere in navibus, ubi eos Lethowini singulis diebus impugnaverunt, in 
qua pugna de infidelibus plures occisi sunt, et letaliter vulnerati, et de parte 
fralruiu xviii viri vulnerati. Dum igitur* sie non r proficerent, landem die xvu 
cum vellent recedere, intellecto, quod magister cum magno exercitu appropin- 
quarel, accedentes ad fossam castri, apportaverunt ligna, fenum, stipulas, et 
stramina, volcntes ipsum utique concremare. In qua comportacione et impugna- 

Cap. 329. ») et K. Cap. 828. b) b. M«ri« t. B. Cap. 824. c) ram B. D. fehlt K. d) et B. D. 
fehlt K. c) ergo K. 0 non K. D. fehlt B. 



1) Einer der gefährlichsten Feinde des Ordens seit 4 314, bis 1326, in welchem Jahre er 
fiel, c. 361. Dusburg nennt ihn regelmässig castellanus, in dcrUrkunde der masoviseben Her- 
zoge von 1325, Cod. Pruss. II, c. Wh heissl er prineeps inlhlelis nomine David, regi sive 
duci I.itwnnic subjertus. 

i) Slatt dieses Angriffs der Samayten berichtet der Canon. Samb. von zweien Kriegswe- 
sen der Ritler gegen ßisene und Junigedc. Man sieht hieraus, dass Dusburg, so ausführlich 
er ist, doch noch keinesweges alle Internehruuqgea der Ordensritter registrirt hat. 



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182 PETRI DE DÜSBÜRG 

cione* tot de infidelibus occisi sunt, et letaliter vulnerali, quod eorum numerum 
non k audivi, sieque combustis maebinis infecto negocio recesserunt 1 . 

san öl») De combuslionc mburbii castri Junigede. 

lLOrtoblt Interea frater Karolus magister generalis de salute suorum sollicitus, tur- 
batusque de obsidione dicti castri, congregavil magnum exercitum, ut ipsuru 
liberarct. Sed dum in via pereiperet, quod esset solutum ab obsidione, dimisit 
exercitum, preter sex milia hominum, cum quibus navigio venit noctis tempore 
ad Castrum Junigcdam, et intrantes suburbium ejus, occisis multis hominibus 
et lxxyiii captis, funditus per incendium destruxerunt. Deinde processerunt 
Cristmemelam, et quiequid Lethowini ibidem destruxerant, refecerunt". 

i 

sie 019) De va8tacione territorii Pastovie. 

1316 Anno domini mcccxvi tempore hycmali frater Henricus marscalcus cum 
magna potencia equitum intravit territorium Pastovie improvisc, et ipsum totum 
vastavit incendio et rapina, captis quingentis hominibus et occisis*. 

st? o») De depredacione territorii Medenicke. 

131« Dum autem idem frater Henricus reversus esset Kunigsbergk, invenit mul- 
tos poregrinos de partibus Reni, videlicct nobiles viros de Monte et Nuwennare* 
comites, Arnoldum de Einer milites, et multos alios nobiles", cum quibus con- 
gregato iterum magno exercitu venit ad territorium Medenickam, et ipsum de- 
populavit, occisis et captis* ducentis hominibus. De parte fratrum eciam quin- 
quaginla viri ceciderunl interfecti. Medio tempore, quo hec agerenlur, comes 
de Monte sub vexillo fratrum ante Castrum Medewagam f * milites multos fecil. 

sb» (wv f^none lxxx Lethourinorum. 

i3i« Hoc tempore frater Fridericus uV» Ubencele vicecommendator de Cristme- 
mela cum xx fratribus et i.x viris, vorsus Lelhowiam est profectus eo tempore, 
quo lxxx Lethowini* deputati ad custodiam c^slri Bisene debebant recedere et 
alii supervenire, quos ipse et sui complices omr» e s occiderunt, preter quinque, 
qui rejectis armis fuge presidio evaserunt 5 . \ 

3M) De combuslione castri Disenex. 

i. Apr!' Eodem anno in die beati Ambrosii frater Theodorr cus t j e Aidenburgk, et 
frater Fridericus Quitt, et quidam alius frater, cum tribus \armigeris de Raganita 

m) et imjmrnadoQ« K. D. fehlt B. b) doii fehlt K. C»p. 326. e) et LXXVi^j a|l(il dorcb Abling ln 
du Toripi Cipitel K. Cap. 827. d) So B. D. tjI. J. Nuwenwe K. •> B. D. c*pt. et occ. R. 
f) Mefrt>»dam 8. K. D. MeJewnfiln i. »fl. iuppl. c. 9. Cap. 828. r> Worts, „ t b )j Lethow. B. D. 



4) Einige nähere Data über diese Belagerung giebt der Canon. Samb. A^ we i c hepd führt 
er an, dass die Litthaucr 3 Kriegsmaschinen gehabt und S zurückgelassen ha>ten. 

2) Auch für diese Unternehmung ist der Canon. Samb. zu vergleichen, welcher hier 
statt Junigeda Wclun bat. Beide Namen bezeichnen wahrscheinlich die, se j b <, Burg . 
Geogr. S. *t. 

3) Nach dem Canon. Samb. waren diese Fremden, der Graf von Limburg u 0( j andere, 
erst im Jahre 1317 in Preussen. Seine Angaben sind aber für diese Jahre dürftig > uim > man 
folgt also in der Jahrszahl hier Dusburg sicherer. 

*) Nicht ntther nachweisbar, vgl. suppl. c. 9 und zu c. 2t 4. 

5) Hienach sollte die Ueberschrifl genau genommen heissen de occisione LXX-y Letho- 
winorum, allein auch der weniger genaue Ausdruck ist zu ertragen. 



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CRONICA TKRRE PRÜSSIE. PARS III. 183 

iverunt versus Castrum Bisenam, illo eciam tempore, quo quidam Lelhowini 
completa hebdomada vicis sue de custodia dicti caslri debebant recedere, et ex 
eis sex occiderunt. Alii sex, dum viderent duos armigeros, quos ad vie custo- 
diam deputaverant, rejectis armis effugerunt. Post hec fratres cum armigeris 
suis, invcnienles dictum Castrum vacuum, funditus combusserunt, et sie reman- 
sit hoc Castrum desolalum usque in presenlem diem 1 . 

De combustione duarum villarum m lerritorio Medenicke. ' wo <s») 

Eodem anno in estate frater Hugo advocatus Sambiensis* de mandato Mar-m« 
scalei cum octingentis viris equitavit versus terrilorium Medenickam, et ordinatis 
insidiis in loco competenti, fratres de Raganita cum suis intraverunt illud, et 
combustis duabus villis, occisisque viris et captis mulieribus et parvulis, cele- 
riter recesserunt, quos cc Lethowini hostiliter sequebantur. Sed dum viderent 
exercitum Cristianomm, ruptis nimis mature insidiis fugientes evaserunt. 

- 

Quomodo dem fratres cum magno exercitu mirabiliter a mortis periculis* ssi psq 

liberavit. 

Anno domini mcccxvii tempore hyemali frater Hcnricus marscalcus et fra- m» 
tres et pugnatores de Sambia et Nattangia dum venissent ante terrilorium Way- 
kinam', in primo somno noctis tempore, audita fuit horrenda d intemperies aCris 
et insolita, quia venti in modum tonitrui tarn horribiliter mugiebant, quod pre- 
ter timorem, qui per hoc hominibus fuit ineussus, equi plures quam quingenti 
fractis frenis et canistris fugiendo discurrerunt per.silvam. linde factum est, 
quod equis omnibus preter paueos cum magno laboro et tedio recollectis fratrum 
exercitus est reversus. Postea compertum fuit in veritate, quod magna multi- 
tudo infidelium parata in armis fratres et eorum exercitum per tres dies expec- 
tavit, et si Gristiani intrassent ad depredandam terram ipsorum, nunquam ali— 
quis ipsorum sano capite rediisset. 

De combustione suburbii caslri Gedemini et ceteris. 332 au) 

Eodem anno in estate circa festum nativitatis beati Joannis Baptiste idem ^' 7 Jval 
marscalcus cum fratribus et viris de Sambia dum vonisset circa territorium Po- 
graudam, divisit exercitum suum in im turmas, sie quod frater Hartmannus et 
frater Fridericus Quitz cum lx viris quasdam villas hujus territorii debebant in- 
vadere, sed erraverunt in via nihilque egerunt. Secunda pars exercitus, scilicet 
frater Fridericus de Libencele commendator de Raganita cum cl viris debebab 
latenter subintrare Castrum Gedemini et expugnare, sed nescio quo casu cas- 
trenses premuniti Castrum defenderunt, suburbio penitus a fratribus concre- 
raato. Tercia pars, scilicet frater Albertus de mdagine et lx viri intraverunt 
habitacionem cujusdam nohilis et potentis viri dicti Sudargi, et eam cum villis 
circumjacentibus in cinerem redegerunt", uxorem ipsius et liberos et familiam 
cum multis aliis mulieribus et parvulis eeperunt, viris pluribus interfectis. 
Quarta pars exercitus fuit sub vexillo fratrum, cujus duetores dum errarent in 
via, eciam nihil egit. Tandem exercitus tolus rccollectus ad propria est reversus. 



») In Utt. Med. B. und Index K. fehlt T«xt K. C»p. 381. b) m. p. B. und I»d«x K. p. m. 

Test K. c) 80 K. D. mit ek B. d) So K. D. horrid» B. C»p. S8S. •) Kf«nint B. 

4) Vgl. c. 333, 337, 345. 

8) In den Jahren 1341 —4326 Namenscodex. 



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184 



PETRI DE DUSBURO 



3M(326) De quodam facto. 

tan In hoc exercitu accidit quoddam factum dignum memoria, quia dum* frater 
Albertus de Indagine insultum faceret cursitando ad locum sibi deputatum, qui- 
dam armiger de equo suo b cespitante cecidil. Et dum sie gra viter lesus, post 
longam moram resumptis viribus surgens, cquum suum et fratrum exercitum 
undique circumspiciens, non videret, turbatus ultra modum suspirans, elevatis 
oculis in celum, bcatam virginem* devotissime pro auxilio invocabat, et faclo 
signo crucis deo se et bcate virgini commendabat, et eadem via, qua venerat, 
rediit Raganitam. Contigit autem ipsum transireper quandam villam infidelium, 
qui ei viam rectam versus Raganitam, dum pro ipsa quereret, ostenderunt. Sed 
dum non longe processisset a dicta villa , infidcles videntes ipsum armatum, 
dixerunt ad invicem : utique iste est de exercitu fratrum, sequamur et occida- 
mus eum. Accurrunt ergo omnes cum tota familia et canibus ipsum querentes. 
Ille audito clamore canum et bominum abscondit sc in silva vicina, sed infideles 
advenientes sepius ipsum circuibanl et quasi a deo percussi acrisia, ipsum non 
viderunt. Tandem fatigati ab inquisicione destiterunt, quo facto ille Cristianus 
adhuc indutus armis suis venit Raganitam, et intrans ecclesiam, procidit ad ge- 
nua sua, et deo et bcate virgini de tanto beneficio sibi exhibito gracias referebat. 

Mi (327) De combustione suburbii Junigede. 

ii s«ptemb 7 ^ 0C ec ' am<! » nno ' n die beali Mathei apostoli idem marscalcus cum magno 
exercitu venit ad campum Calsen', et mille et quingenti equites relictis equis 
sub vexillo fratrum pedestres transiverunt silvam, dictam Wint, et in ortu diei 
dum vellent occulte accedere ad Castrum Junigedam, et expugnarc, castrenses 
premuniti, accenso igne per indicium fumi vicinis gentibus fratrum exercitum 
prodiderunt. Procedentes itaque fratres dictum Castrum forliter impugnaverunt, 
tandem post longam altercacionem habitam inter eos, dura amplius agere non 
possent, suburbium dicti castri in cincrem redegerunl. Hoc facto dum fratres 
recederent, omnes vicine gentes viso fumo ignis predicti convenerant, et ipsos 
sepius hostiliter invaserunt, sie quod multi ulriusque partis gravilcr vulnerati 
fuerunt, et frater Theodoricus Pirremont occisus et plures de infidelibus interfecti. 

3*5 0») De suburbiorum destruetione castrorum Junigede et Piste. 

ms Anno domini mcccxviii in autumno frater Henricus marscalcus cum magno 
exercitu venit ad castra Junigedam et Pistam, et utriusque suburbia, que tunc 
frumento de novo introdueto superhabundabant, funditus concremavit. 

De emstione suburbii castri Junigede. 
(3M) Anno domini mcccxix post festum pasce idem marscalcus cum mullis fra- 
b ipeu ^^us el pugnatoribus navigio veniens, voluil castra Junigedam et Pistam ex- 
pugnare. Sed cum ordinacio ab ipso statuta, que ad hujusmodi impugnacionero 
fuit necessaria, debito modo non servaretur, inilignatus, omisso castro Pista, 
quingenti viri occulte accesserunt ad Castrum Junigedam et invenientes ipsura 
premunitum, solum ejus suburbium subverterunt. 



Cap. 833. ») dura fehlt K. b) «uo fehlt B. c) b. v. fcUriun B. Cap. 834. d) So B. D. et K. 
e) Calten K. Kaltym J. T»l*en B. D. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 185 

De occisione lv Lethowinorum. ss? (.•»;») 

Hoc anno cum esset aquarum inundancia in solitudinc, David castellanus ui9 
de Gartha cum octingentis viris exicns ad bellum, ordinato cxercitu suo in in- 
sidiis 1 , cum lxxx viris intravit lerritorium Prussie, dictum Wohenslorph, et 
combustis paucis domibus magnam predam in bominibus et rebus aliis secum 
duxit. Quos frater Ulricus de Drilebe coromendator de Tapiow 1 , et frater Fri- 
dericus Quitz socius ejus cum paucis hominibus sequutus, fracto prius ponte, 
quem Lethowini transire debebant, lv viros de ipsis occidiTunt, et totam pre- 
dam, quam tulerant, de ipsorum manibus eruerunt. Reliqui fugiendo venerunt 
ad insidias suas, et omnes perterriti simul recesserunt, tolque pericula susti- 
nuerunt in via, quod pauci ex ipsis incolumcs sunt reversi. 

De morte marscalci et xxix fratrum et mullorum de populo Sambiensi. sag 

1 'PI) 

Anno domini mccoxx vi. Kalendas Augusti i. e. tercia die post feslum beaÜ27. Juu 
Jacobi apostoli, fraler llenricus marscalcus cum xl fratribus et equitibus de 
Sambia et de Memela venit ad territoriura Medenickam, et dum primi precurso- 
res s secundum consuetos mores belli ipsum transirent per rapinam et incen- 
dium devastando, gentes hujus territorii, jam parate in armis, eos, qui sub 
vexillo erant constituti, hoslilitcr invaserunt in bello, et cadentibus ex ulraque 
parte* pluribus interfectis, tandem ipsum fratrem Henricum marsealcum cum 
xxix fratribus et multis de populo occiderunt*. Alii in solitudine errantes per 
plures dies et noctes consumpti inedia sunt reversi. Fratrem etiam (ierardum 
dictum Rüde advocatum Sambiensem 8 indutum armis et depositum super dex- 
trarium cremantes diis suis pro victima obtulerunt. 

De fratre Thammone de Balga et viia ejus. 

Anno domini mcccxxi frater Thammo, natus de Misna, qui stctit in Balga et 1321 
in ordine domus Theutonice per lvi annos infra xxx annos ante mortem suain 
nunquam exivit terminos 1 " dicti castri. Vinum mcllicratum 1 " seu medonem, et 
orane, quod inebriare potest, non bibit ; usus fuit cilicio ; in pane et aqua sin- 
gulis sanctorum vigiliis jejunavit. Tandem dum infirmaretur post perceptionem 
sacramentorum fuit sine cibo* xxxix diebus et noctibus, et tunc in domino feli- 
citer obdormivit. 

C»p. SS*. ») parte nifwetit von T. H. C»p. S39. b) termlaam B. e) mcllitum B. 

I) David verfuhr also ganz so wio die Ordensritter in ähnlichem Falle, vgl. c. 31 3, 32i, 
3*7. Jerosehin sagt, er liess das Heer vor dem Lande luyzen (lauschen, warten) ; hieraus 
macht der Epitomator prope Luzcn, Voigt in der Gegend von Lozen 1 ! 

i) Er wird im Namenscodex unter den Pflegern von Tapiau, unter denen jedoch meh- 
rere Comthurc vorkommen, aufgeführt vom 10. Januar 1317 (offenbar nach einer Urkunde) 
bis 13(9 (nach Dusburg). 

3) Diese Pracursores sind zwar nur hier ausdrücklich genannt, doch wird an mehreren 
Stellen einTheil des Heeres, welcher bei der ürdensfahnc bleibt, den zur Plünderung ausge- 
sandten Heoresabtheilungcn entgegengesetzt c. 289, 332, 334. 

4) Vgl. Canon. Samb. c. 8, n«ch welcbom Si Brüder und 200 andere fielen, und der 
Schlachttag ein Sonntag war. 

5) Gerbard Rüde ist als Vogt von Samland in Urkunden nicht anzutreffen (Namenscodex 
S. 76). Als Ordensritter wird er 1311 und 1315 Cod. Warm. I. n. 158, Cod. Pruss. II, n. 73 
erwähnt. Ein Johannes de Rüden advocatus doinini Osiliensis oder advocatus maritime 
kommt in einer Urkunde vom 15. Juni 1319 vor. Mitth. aus der livl. Gesch. 5, 331, Napiersky 
Index Liv. n. 288. 

6) Aehnlicho Wunder III, c. 351, IV, c. 7 und 75. 



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186 PETRI DE DUSBIRG 

mo (333) De advenlu peregrinorum et vastacione territoriorum Waykine, Rumgene' 

et Erogele. 

um Anno domini mcccxxh illustres viri et domini Bernardus dux Wratislaviensis * 
de Polonia, com es de Gcrodishecke b , primogenili 61ii com i tum de Juliaco et de 
Wildcnbergk de Reno, dominus de Lichtenbergk c et Phligt' cum fratre suo de 
Bohemia cum multis militibus et armigeris venerunt ad terra m Prussie. Cum 
hiis omnibus et tota potencia exercitus fratrum a terra Colmensi et infra frater 
Fridericus de Wildenbergk, gerens vicem magistri generalis, et fratres cl tem- 
pore hyemali intraverunt territorium Waykinam ; rapina et incendio tarn Cas- 
trum quam alia edißeia destruentes, tantam stragem fecerunt in populo illo, 
quod nec ibi mingens ad parietem superesset. Sequenti die intraverunt* terri- 
torium Bussigenam, et tercia die terrilorium Erogelain, et utrumque incendio 
molestabant. In vespere hu jus tercie f diei obsederunt Castrum Pistam ipsum 
fortissime impugnantes: sed peregrini adeo bene fuerunt* armati, quod dum 
scanderent ad menia, castrenses nec laneeis, nec glndiis, nec aliquo genere ar- 
morum polerant ipsos ab ascensu prohibere. Tandem duo vel tres aut plures 
acwpta hasta posuerunt eam ad pectus vel dorsum ascendencium, et sie pre- 
mendo eos a meniis dejecerunt. Supcrvenienlibus ergo tenebris noctis, cessa- 
verunt fratres ab impugnacione. Sequenti die dum iterum vellent ad pugnam h 
accedere, castrenses dederunt obsides, promittentes se fratrum imperio subja- 
cere. Sed artante ipsos rego Lethowinorum, fidem prestitam' postea non ser- 
vabant 

*«i im De vastacione episcopalus Tharbatensu terre Lyvonie. 

1322 Medio tempore, quo exercitus iste fratrum esset in dictis terriloriis, Letho- 
wini cum magna populi mulliludinc intraverunt terram Lyvonie, et preter alia 
damna, que in episcopalu Tharbalensi fecerunt incendio et rapina, quinque mi- 
lia hominum cristianorum et amplius interfecerunt, et in captivitatem perpe- 
tuam deduxerunt*. 

»« 035) De advenlu peregrinorum, et intenso frigore. 

1323 Anno domini mcccxxiii dominus de Cinnenbergk k et dominus de Egerbergk 
cum multis nobilibus de Bohemia et Reno fuerunt in terra Prussie. In hac 
hyeme intensissimum fuit gelu, sie quod quasi omnes arbores fruetifere in par- 

Cap. 340. ») Auch Ro«irn« Ruaehigtne und Ruwifine. b) 8o alle Cod«L c) So die Codd. Laehtoo- 
burjf J. d) Phligt K. Philijt 0. Phlic* D. e) Intratit K. f) So B. D. torcü K. c) So K. D. fu. 
bene B. h) So K. D. ad pug. vel. B. i) So K. (datam D.) priaCinatn B. Cap. 342. a) So B. K. D. 
Cuncenberg T. Cimeberj U. 

4) Einen ausführlichen Bericht Uber diese Kriegsreise giebt der Canon. Samb. c. 8, eine 
Notiz der Annal. Thorun. Dushurgs Bernardus dux Wratislaviensis ist nach Jeroschin Herzog 
Bernhard von Schweidnitz ; der Canon. Samb. erwähnt zwei duces de Polonia Bernhard und 
Bolco. Bolco von Münsterbcrg, Bernhards Bruder, ist dcrselhe, auf dessen Veranlassung das 
Kunstepos von des Landgrafen Ludwigs des Frommen Kreuzfahrt gedichtet ist. Von allen 
genannten Berichterstattern wird auch der Graf von Jülich erwähnt, an dessen Vater (oder 
an ihn selbst?) der Pabst eine besondere Aufforderung (bei Voigt 4, 858) erlassen hatte. Den 
Grafen von Wildenberg mag zugleich persönliches Interesse mit zu der Kreuzfahrt bewogen 
haben, da ein Friedrich von Wildenberg als Landmeister ((317—4114} damals den Hochmei- 
ster daselbst vertrat. Die Starke des Heeres giebt der Canon. Samb. auf 10000 an; nach 
demselben kehrte das Kreuzheer aus Samaytcn schon am S8. Februar zurück. 

i) Der Orden klagte den Krzbischof Friedrich an, doss er die Litthauer ins Land gerufen 
und in jeder Weise gefördert habe, Voigt 3, 364. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 187 

ttbus Lyvonie et Prussie, aut omnino aruerunt, vel infra multos annos vires 
pristinas resumere non valebant. Unde licet exercitus magnus a fratribus con- 
gregatus venisset fere ad medium vie inter Lethowiam et Prussiam, tarnen ultra 
procedere non valebat, quia pre nimio frigore communis populus periisset. 

De depopukcione Revalie terre regis Dacie. un t*») 

Eodem tempore David castellanus de Gartha cum exercitu Lelhowinorura »23 
intravit Revaliam terram regis Dacie, et preter alia infinita damna, quibus op- 
pressit dictam terram incendio et rapina, ultra quinquc milia hominum cristia- 
norum nobilium, matronarum, virginum et aliorum promiscui sexus ccpil et in- 
terfecit. Saccrdotes eciam plures scculares, et religiosos occidit. Sacramenta, 
ccclesias, vestes sacras et vasa altaris, et quiequid ad divinum cultum specta- 
bat, inhumaniter polluit et conlrectaviV. 



De destrticUone civitatis Memele et plurium castrorum. »«« (33-) 

3 

Mfcn 



Hoc eciam anno tercia 1 die post festum beali Gregorii pape 2 , Lethowini de"* 3 



Samethia cum exercitu suo expugnaverunt civitatem Memelam, et unum saecr- 
dolem fratrem ordinis domus Theutonice occiderunt. lxx quoque bomines in ea 
ceperunt, quorum quidam interfeeli sunt, alii in capti vitalem perpetuam de- 
dueti. Ipsam civitatem et tria circumjacencia castra neophitorum*, cogas et na- 

C*J>. 844 ») 80 D. tttdo X. B. 

4) Der Einfall erfolgte zn Fastnacht (8. Februar) <4 323 nach der Urk. Im Cod. Pruss. II, 
n. 407, p. 4 40, wo der Verlust an Todten und Gefangenen auf 4000 Menschen angesetzt ist. 

2) Dasselbe Datum giebt die eben angeführte Urkunde. 

3) Jeroschin braucht hier und sonst wicderholentlich den Ausdruck Fliehhäuser (vli- 
huyserj. Es war ganz gewöhnlich und charaktcrisirt die Kriegführung jener Zeiten in Preus- 
sen ganz eigentlich, dass subald ein feindlicher Einfall erfolgte, die Bewohner des platten 
Landes mit ihrer kostbarsten Habe sieb nach den festen Platzen hin zu flüchten suchten ; 
waffenfähige, welche der Feind ausserhalb traf, wurden getüdtet, Weiber und Kinder fort- 
geschleppt, die Habe verbrannt ; erst wenn der Strom der Feinde vorübergerauscht war, 
kehrten die Flüchtigen nach ihren Wohnsitzen zurück, vgl. Dusburg III, c. 167, 204, 310 
(ebenso in Litthauen c. 285). Bisweilen wurde von den Ordensbeamtea selbst das Signal zu 
dieser allgemeinen Flucht gegeben, Cod. Pruss. II, n. 2t. Darum war die Sorge für die Er- 
richtung und Unterhaltung von Fliehhäusern in Preussen eine so wichtige, und fast alle Be- 
wohner des Landes verpflichtet, beim Bau derselben zu helfuu. So beisst es «. B. in der 
Handfeste, welche Johann von Wegclewe für Preiboto, Slanoto u. a. 1263 ausstellte (Elb. 
Handf. fol. 138) : »Auch da in der Zeit des Unfriede« in Häusern und Bergfrieden die Leute 
und ihr Habe vielfach und oft befriedet und behalten werden, und allermeist in diesem 
Lande, dürfen (bedürfen) wir ein solches; und darum sollen auch ihre Leute mit den un- 
sere Häuser zu bauen und Warnhäuser zu bauen mit sein.« Bisweilen wutvle den Lnter- 
tbanen selbst ausdrücklich das Recht verliehen, sich einen befestigten Zufluchtsort zu er- 
bauen, wie in der Urk. von 4810 Cod. Warm, 1, 494. Auch son6l wird in Verschrei bungen 
dieser allgemeinen Flucht oft in eigentümlicher Weise gedacht. Bei der Verleihung der 
Burg Bichau an Thomas Weiss behielt der Orden sich die Gerichtsbarkeit über diejenigen 
Personen vor, die zur Zeit des Krieges sich io dieselbe retten, und Hab und Gut daselbst in 
Sicherheit bringen würden (Verschr. von 1287 im Preuss. Archiv Bd. 7 S. 661 f.). Bischof 
Heinrich von Ermeland verlieh das Feld Fehlau 4296 einem gewissen Heinrich Mustatus mit 
der Bedingung, quod dictus Heinricus et sui successores legitimi et heredes, qui diclo jam 
campo prefuerint, tempore necessilatis et gwerre, ad nos in civitatem nostram Brunsberg 
fugere debeant, nobis et nostris successoribus astando, Cod. Warm. 1, n. 9.1, vgl. die ähn- 
liche Verschreibung für die Bauern von Pilnik bei lleilsbcrg von 1311, Cod. Warm. I, n. t62. 
Einem Krüger neben dem Schloss Powundcn verlieh Bischof Johann von Saniland 1327 aus- 
drücklich das Recht, quod tempore fuge hominum nostrorum juxta castrum Powunden pre- 
dictum eidem Hcnrico et suis heredibus liceat propinarc, Matric. Fischus. fol. 2t (56). Im 
Anfange scheinen für Preussen und Deutsche theilweise besondere FlichliUuscr eingerichtet 
zu sein, wie das Castrum Pogesanorum c. 4 43, die domus Scalowitarum c. 235 und die cnstra 
ncopbitorum bei Memel c. 344 zeigen. Dass auch feste Häuser von Privatleuten uls Flieh- 
häuser benutzt wurden, ist an sich wahrscheinlich; man denke an Heinsoth und Cippel 
c. 166, Turnitz und Plement c. 4 93 im Culmerlande, Belichow c. 4 48 in Pomesanien elc. In 



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ISS 



PETRI DE DU9BUB.G 



ves alias, et quicquid igne consumi potuil* preter solura Castrum, in quo fratres 
habitahant, in cinercm redegerunt. 

De morte fratris Friderici Quito et vastacione territorü Wüow. 

2. Aug<tt m vigilia beati Pelri ad vincula anno prediclo Lethowini intravcrunt terram 
Sambic et in territorio Wilow sex villas combusserunt, et fratrem Fridericum 
dictum Quitz virum audacem et in armis strenuum et xxxvi viros interficicnles, 
mulieres et parvulos cum preda alia deduxerunt'. 

Vi« 039) De destruetione ducatm et civitatis Dobrinemis, et occisione et capeione ix 

milium Cristianortmi. 

u.l™. In (i ' e exaltacionis sanete crucis ejusdem anni Lethowini videntes, quod 
omnia succedcrenl eis ad votum, congregato Herum exercitu valido venerum ad 
ducatum nobilis matrone ducisse de Dobrin, ot sex milia hominum utriusque 
sexus, alios trucidando, quosdam vero ad perpetuam sue gentilitatis Servituten» 
roiserabiliter deduccndo b interemerunt. Prelerea Septem sacerdotes plebanos 
et duos fratres ordinis saneti Bcnedicti, et cum hiis omnibus sexaginta clericos, 
tarn ordinalos quam inordinatos, extra et intra schole loca repertos occiderunt. 
Item x parochiales ecclesias ac c capitalem dicti ducatus civitatem, dictam Do- 
brin, captis et occisis in illa duobus milibus Cristianorum, et cunetas ducatus 
villas per incendium vastaverunt 2 . lnsuper et cum damnis prefalis tot et tanta 
di versa rum rerum spolia abduxerunt, quod cristifidelibus in perpetua gentilita- 
tis Servitute permansuris, dicti ducatus terra damna memorala (lugubri memo- 
ria bene digna) vix aut nunquam poterit recuperare ; et indubitanter formidan- 
dum est et dolendum , quod per dicti ducatus annihilacionem patebit facilior 
adilus infidelibus ad Cristianorum terminos contiguos et vicinos. Ecce quanla 
mala d fidei cristiane et fidel ibus infra* spacium unius anni et dimidii sunt exorta, 
quia fere xx ntilia hominum cristianorum ab infidelibus occisa et in Servituten» 
perpetuam sunt dedueta, et multe civitates et castra penitus sunt destruete. 

») potuit K. poterit B. Ctap. 346. b) ded. mU. B. e) m. B. D. «d K. d) nwffii« B. 

welchem Maassc aber die Landesregierung für feste Zufluchlsörter zu sorgen bemüht war, 
zeigt die überraschende Menge der uns noch jetzt bekannten Orte, die ehemals Befestigun- 
gen hatten, vfM. Geogr. S. 166— *36. Im Allgemeinen kann man annehmen, dass ausser den 
bekannten grossen Landeshurgen auch die Hauptorte sammtlicher Kammerämter befestigt 
waren Dies beweisen z. B. für Samland auf dos deutlichste ebensowohl die Urkunden als 
die baulichen Uoberrcste. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhange folgende 
Notiz aus dem Folianten des Geh. Archivs zu Königsberg, Allerlei Missive 1417 — 144 9 fol. 84i : 
■Anno domini 84 ! 1 384], als der Marschall die Wildniss umritt, da liess er diese nachge- 
schriebenen Armbrüste und Pfeile auf den Häusern : 'folgt das Verzeichniss mit den Ueber- 
achriften* Insterburg, Tammow, Swaygurbe [Tapiau', Nerwekitten, Nordenburg, Goye, Mal- 
teinen, Auckelitten, Allcnburg.« Mehrere dieser Burgen waren früher als solche noch nicht 
bekannt. 

1) Dies Ereignis« wird in der Urkunde Cod. Pruss. II, n. 1 07, p. 140 entsprechend dar- 
gestellt, doch werden hier nur 5 zerstörte Dörfer angegeben. 

2) Ueber dieses Ercipniss liegt in der Chronik des Canon. Samb. c. 6 und wiederum in 
der Urkunde Cod. Pruss. II, n. «07 ein im Ganzen übereinstimmender Bericht vor; nur wer- 
den in der letzteren 40 statt 60 getödtete Clcriker berechnet und ausserdem erwähnt, dass 
die Litthnucr auch bei Strassburg 60 Menschen gelüdtet und einen Schaden von 4 000 Mark 
angerichtet halten. Ueber den letzten Punkt vgl. die Urk. Cod. Pruss. II, n. 4 05. In andern 
Urkunden wird die Zahl der im Dobriner Lande getodteten überhaupt auf 8000 und 4 0000 
veranschlagt, Cod. Pruss. II, n. 108, 414. 



CRONICA TÜRKE PRÜSSIE. PARS III. 



1S9 



De morte quorundam Lethowinorum. m (m 

Hoc eciam anno tempore messium frater Henricus commendator de Tapiow 1 1323 
cum octo fratribus et cec viris equitavil ad campum Semegallie, qui ex opposito 
castri Pastovie situs est, et messores Lethowinorum, quos quesivit, non invenit 
laborantes propter tempus pluviale. Reccptis ergo xxxiiu equis, rediit. Sed Le- 
thowini sequentes dum venirent ad locum, ubi fratres posuerant insidias, unus 
missa sorte secundum ritum genlilitatis clamavit alta voce : cito revertamur, in- 
sidie Theutonicorum sunt hic. Quo audito dum Lethowini recederent, fratres 
de insidiis exilientes sequebantur, et ex eis xii occiderunt. 

De adventu peregrinorum. s«g tut) 

Anno domini hcccxxiiii* dominus Joannes et Philippus comites de Span- 1334 
heim, et de Bohemia dominus Petrus de Rosenbergk, et Hermannus avunculus 
ejus cum mullis mililibus et armigeris, et mulli alii nobiles de Reno et Alsacia 
venerunt Prussiam ; nihil tarnen poterat agi contra inimicos fldei propter leneri- 
tudinem glaciei 2 . 

De de8truclione allodii, seu predii David de Garlha. 8 «» [ud 

Eodem anno in quadragesima tres fratres et sexcenti viri de Nattangia allo- J 32 ^ trl 
dium seu predium David castellani de Gartha hostiliter sunt ingressi, et fun- 
ditus comburentes preter occisos xxxvm b bomines et c equos cum multo pecore 
alio deduxerunt. 

De conversione cujusdam viri mirabili. mm im» 

Hoc anno in castro Kunigsbergk frater Joannes* de Gilberstete Saxo mor- 
tuus fuit, qui dum adhuc esset secutaris, vitam duxil indccenlem. Unde domi- 
nus plagavit eum gravi infirniitate, in qua dum sacram communionem et alta 
ecclesie sacramenta pereepisset, quandam juveneulam, que ministrabat ei, vi 
opprimens carnaliter cognovit. Unde ex permissione dei volentis ulcisci hanc 
maliciam demoncs ipsum cum lecto rapuerunt et per aüra ducentes in quandam 
paludem dislantem per dimidiam leucam projecerunt, et dixerunt : 0 miser, quo- 
modo in hoc statu tuo ausus fuisti fuecre tan tarn irreverenciam dco tuo et eccle- 
sie sacramentis. Sed cum sie in aüre duceretur, invoeavit beatam virginem Ma- 
riam matrem misericordie pro auxilio, vovens, quod velict assumere ordinis do- 
nius Thcutonice habitum regulärem. Quo facto dimissus a dyabolis cecidil in 
paludem. De qua exiit et reversus ad civitatem Hallensern, que gesla fuerant, 
enarravit- et per lecturo et vestes ipsius, que postea in palude invente fuerant, 
comprobavit. 

De combmtione suburbii de castro Gedemini. ati 
Posthec xi Kalcndas Junii frater Theodoricus d de Aldenburgk commendator.^ 2 »!^ 

C«p. MS. «) MCCCIV H. C*p. 840. b) XXXVIII fehlt H. Cap. 850. c) 8o B. vgi. J. Johel K. 
Gap. 851. d) TbomM H. 

<) E* ist wohl schon Heinrich Tusemcr gemeint, welcher im Namonscodex S. f 04 als 
Pfleger vonTapiau nur für die Jahre < 386 — 4 318 angezeigt ist. Dilsburgs Angabe ist daselbst 
unberücksichtigt geblieben, wohl nur, weil sie auch in Voigts Preuss. Geschichte nicht auf- 
genommen ist. 

i) Vgl. Canon. Samb. c. 6. Ein Johann von Spanheim, vielleicht derselbe, war schon 
U07 in Prenssen. Dusburg III, c. ia6. 



190 



PETRI DE DUSBIRG 



de Raganita et xliiii fratres cum cccc viris de Sambia et Nattangia improvise 
intraverunt in ortu diei suburbium caslri Gedemini, et incendio destruxerunt, 
et occiderunt quicquid in eo repertum fuit, preter eos a qui ad Castrum confu- 
gere poterant. De parte fratrum tres viri de Nattangia interfeeti sunt et duo 
capti. Frater Otter b eciam captus fuit, sed breviter postea mirabiliter evasit. 
Decem enim diebus fuit in via sine cibo. 

«5» (ms) De tnorte xlv Lelhowinorttm. 

1324 Gödern anno et tempore quidam de episcopatu Warmiensi dictus Mucko 
cum xix latrunculis vadens versus Lethowiam, invenit xlv equites Lethowinos 
in solitudine, et subliliter circumveniens eos omnes tnterfecit. 



sss (34«> De 

Idem Mucko tempore alio cum paucis latrunculis exiit contra infideles, et 
dum venisset in solitudincm, vidit plures equites de Lethowia, et expavescens 
eorum multitudinem et potenciam, rejecit de humeris suis cibum et potum, et 
quicquid eum poterat gravare, et cum sociis suis fugit et evasit. Quo facto idem 
Mucko turbatus post multa consilia dixit ad socios suos : Oportet nos mori fame, 
quia cibum non habemus.. Consulo ergo, ut moriamur honestc. Sequamur hos- 
tes noslros, et videamus, si possumus c aliquid proficere circa ipsos. Quod cum 
placuisset omnibus, accesserunt secrelc noctis tempore, et omnes occiderunt, 
eorum arma, equos et quecunque alia secum dcducentes. 



1.124 
C. Juli 



(ut) De fratre Wernero magistro generali et terre Prussie. 

Frater Wörnerns de Orsele mag ister generalis xini terre Prussie xx hoc 
anno scilicel mcccxxiv sexta die mensis Julii in domo principali Mergenburgk est 
electus et prefuit annis ! . 

i (34») De impugnacione castri Cristmemele. 



132 t 
Juli 



Hujus tempore eodem mense Julii cccc Lelhowini, occulte venientes, vole- 
bant Castrum Cristmemelam expugnare. Sed fratres prctnuniti per quendam 
piscatorem, parati in armis, dum ad pugnam accederent in ortu diei, plures 
vulneraverunt ictibus et sagittis, et quendam virum nobilem occiderunt, quem 
cum Lelhowini deportare vellent, fratrds per crebra jacula defenderunt. Tan- 
dem provocati in iram omnes convenerunt, quidam ipsum mortuum cum brachiis, 
alii cum pedibus, reliqui cum capite rapientes, violenter deportaverunt. Sed 
antequam hoc perficerent" 1 , tot ex eis vulnerati fuerunt, quod eorum numerum 
non audivi. 

aae (3«) De legatis scdis apostolice, et pace facta inier infideles et Cristianos. 

1324 Hoc anno eciam dominus Joannes papa xxu ad suggeslionem fralris Fride— 
rici ordinis fratrum minorum archiepiscopi de Riga et civium ibidem misit ad 

») eoi B. O. fehlt K. b) So K. B. D. Other H. Cap. 353. e) pos»imui B. Cftp. SM. d) profietrtnt K. 

4) Werner wurde nach Pfingsten [14. Juni] gewählt, sagt der Canon. Samb. Jeroscbio 
wiederholt genau Dilsburgs Angabe ; denn »an Pctri Paul's achten Tage« ist nicht, wie Voigt 
4, 885 meint, der *9. Juni, sondern die Octave darnach d. h. der 6. Juli. — Dusburg hat das 
Capitcl offenbar nicht beendigt, weil er noch bei Lebzeiten Werner'» (f 4 980) schrieb. 



CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 191 

partes* Lyvonie duos legatos Bartholomeum scilicet episcopum Electenscm" et 
Bernardum ' abhatem monastcrii sancti Theofredi, Aniciensis diocesis d ordinis 
6ancti Benedicti, ut regem Lelhowinorum et Rulhenorum baptizarent 1 . Qui cum 
in crastino beati Mathei apostoli et evangeliste venirent ad civitatera Rigensem, m. 8.pt.,nb. 
feceruDt pacem inter dictos reges et eorum subditos ex una parte, et crislifideles 
ex altera*, et preceperunt eam autoritate apostolica ßrmiter observari, adden- 20. octob. 
tes% quod quicunque hujus pacis fierel temerarius violalor, aut aliquid ageret 
verbo vel facto, consilio aut opere, per quod eorum salubre negotium impediri 
posset, aut aliqualiter retardari, in sentenciam excommunicacionis incideret ipso 
facto, a qua non posset nisi f per sedem apostolicam absolvi *, cui scdi ipse eciam 
infra tres menses deberet se presenlare, subiturus ibi corrcctionem debitam pro 
exccssu. Hoc facto legati solempnes nuncios miserunt ad Gedeminum regem 
Lelhowinorum, ut negocium sibi commissum a sedc apostolica illi proponerent, 
et diligenter investigarent, si ipse cum populo regni sui vellet baptismi graciam 
suscipere, et relicta ydololatria nomen domini nostri Jesu Cristi hunüliter 
adorare 4 . 

De destruciione terre Masovie. ss7 oso) 

Firmata igitur « pace, dum fratres et alii cristifidelcs terre Lyvonie et Prus- 1324 
sie et aliarum parcium vicinarum indubitanter crederent, quod non deberent a 
modo prelia excrceri, et jam disponerent gladios suos conflare in vomeres, et 
lanceas in falces, idem prophanus fidei hostis et fidelium, tanquam aspis surda, 
obluravit au res suas ad salutaria monita domini pape, per dictos nuncios 
eidem cum 4>mni diligentia proposita, quia dum de salule sua et suorum cogi- 
tare debuerat, quomodo scilicet posset digne et cum reverencia debila suscipere 
baptismatis sacramentum, ipse sequens vestigia predecessorum suorum, totum 
conatura suum in destructionem ßdei et fidelium convertit. Ordinavit enim, 
quod David castellanus suus de Garlha cum valido exercitu intravit terram Ma- 
.sovie xi Kalendas* Decenibris", et civitatem episcopi Ploczensis, que dicitur 21. Non-mb 
Poltus, et cxxx villas dicti episcopi et ducis Masovie, religiosorumque et nobi- 
lium plura predia, ecclesias parochiales xxx et capellas cum multis oratoriis, ad 
laudem dei dedicatas, rapina et incendio devastavit. Sacramenta ccclesie, vestes 
sacras, et vasa irreverenter tractando, sacerdotes, et religiosos et seculares, et 

Cap. 856. «) frmtre» B. b) 80 K. D. Bdecteniein B. e) Beratrdum B. D. fehlt K. d) Anldendt d. 
K. D. Amicienw d. B. c) «ddens B. f) niri B. nee K. C»p. 857. et «t 0 K. h) Bit Weber 
reicht die Hmd.cbrift B. 

1) Das Cred einschreiben des Pabstes ist vom 1. Juni 132« bei Voigt 4, 887. In einem 
gleichzeitigen Breve an den Hochmeister Cod. Pruss. II, n. 4 09 bemerkt der Pabst, er sende 
die Legaten auf Bitten des Königs. Dusburg sagt dagegen im Sinn des Ordens, er habe sie 
auf Bitten des Erzbischofs Friedrich und der Rigaer gesandt. — Episcopus Electensis ist der 
Bischof von Electa (Alelh), welches Bisthum Johann XXII. ganz kürzlich im crzbischöflichen 
Sprengel von Narbonne errichtet hatte. Die Aniciensis diocesis hat ihren Namen von Ani- 
cium oder Podium (Puy) an der obero Loire. 

2) Schon am Sonntag nach Michaelis 1325 war zu Wilna der Frieden zwischen Gedimin 
einerseits, dem Erzbischof von Riga, der Stadt Riga und ihrer ganzen Partei andrerseits ge- 
schlossen. Er war vom Pabst bereits am 3t. August 1324 nach der Urkunde bei Voigt 4, 369 
und 388 bestätigt, und die Legaten hatten also nur für die Anerkennung desselben durch den 
Orden zu sorgen. Dusburgs Ausdruck fecerunt pacem etc. ist also nicht ganz bezeichnend. 

8) Dies ist der Inhalt der Urkunde vom 20. October 1324, Cod. Pruss. II, n. 14 0. 

4) Sie erhielten auch ein weitläufiges Breve des Pabstes an üedimin mit, Raynald An- 
nal. eccles. 1324 n. 48—50. 

5) Am Elisabethtage (1 9. November) nach Jcroschin. Aber mit Dusburgs Angabe stimmt 
genau die Urkunde Cod. Pruss. II, n. 414, nach welcher der Einfall vigilia s. Cecilie erfolgte. 



192 PETRI DK DUSBURG 

alios promiscui scxus ultra im milia peremit 1 , aliquos trucidando, alios in cap- 
tivitatem pcrpeluam deducendo 1 . 

(:»5i) De vaeladone lerritorii Rositen in terra Lyvonie. 

n. No»«mb! Eodem tempore idem rex misit alium exercitum pregrandem versus Lyvo- 
niam, qui x Kalendas Üecembris intravit territorium dictum Rositen, et illud 
depopulavit per incendium et rapinam. Hos duos exercitus misit ipse rex ad 
destruclioncm fidclium, dum adbuc nuncii legatorum sedis apostolice in perse— 
cucionc dicti negocii fucrant circa ipsum. Ecce qualem devocionem seductor 
iste habuit ad suscipiendum baptismatis sacramentum. 



MB De reditu nunciorum legatorum. 

2S.Not^b 4 . Hoc anno v " Ka'endas Decembris nuncii legatorum Rigam sunt reversi, et 
cum eis quidam Lethowinus nobilis et quasi secundus post regem : qui ex ore 
ipsius regis in presencia legatorum et multitudinc prelatorum et aliorum fide- 
lium circumstante alta voce dixit : quod nunquam alique Iitere de consciencia 
regis super negocio baptismatis sui vcl suorum cmanaverint, aut domino pape 
fuerint presentate, nec mandavcril talia in civitatibus maritimis et provinciis 
aliis in sermonibus publicari 1 ; addcns, quod ipse rex per deorum potenciam 
juraverit, quod nunquam aliam legem vellet assumere, preter eam, in qua pro- 
genitores sui decesserunl. Hoc idem cciam nuncii predicti ita esse coram omni 
mullitudine veracitcr aflirmabant. Quo audito Icgati cum dicla responsione ad 
scdem apostolicani sunt reversi*. 

3«o tau) De edificacione civitatum planum et castrorum. 

1325 Anno domini mcccxxv frater Henricus de Ysenbergk commendator de Ku— 
nigsbergk 4 de licencia et mandato reverendi viri fratris Werneri magislri gene- 
ralis, viri utique solliciti et intenti circa injunctum sibi oflicium, ad dilatandum 
». Juni terminos Cristianorum edificavit et perfeeit in die beatorum Pctri et Pauli apos- 
tolorum in terra Rarthenst caslrum Girdawinm. Eodem anno et tempore Ebcrar- 
dus episcopus Warmiensis 5 per fratrem Fridericum de Libencele advocalum 



t) perrenit K. 

4) Ucbcr diese .Verheerungen beklagen sieb Semovitus Ravcnsis und Trojdcnus Cirnen- 
sis dueos Masovic in der Urkunde vom 25. August 4325, Cod. Pruss. II, n. 41*. Nach dieser 
Urkunde wurden 80 herzogliche Dörfer vcrwüstel, 37 bischöfliche (des Bischofs Florian von 
Plock) und viele solche, welche Klöstern angehörten. Auf die Zerstörung einer Stadt wird 
hingedeutet, aber ohne Nennung des Namens. — Die masovischen Fürsten, gegen Ende des 
4 8. Jahrhunderts mit dem Orden verfeindet (c. 248, 250, 258), hatten sich im Anfange des 
4 4. Jahrhunderts bereits genähert, wie schon der Vertrag des Herzogs Wenceslaus von Plock 
mit dem Orden von 4 324 Cod. Pruss. II, n. 96, deutlicher die Urkunde Semowits und Troj- 
dens von 4 825 zeigt. Im Jahre 4 326 schloss Semowitus dux Masowie, dominus Wyzncnsis, 
nach dem Rathe seiner Brüder Trojden und Wenceslaus ein Bündnis» mit Werner von Or- 
geln, Cod. Pruss. II, n. 4 4 8. Vgl. die Urkunden von 4 329 ibid. n. 4 28, 4 30. 

2) Dergleichen Briefe waren in Umlauf gesetzt und sind noch erhalten, bei Kotzebue 
Sltcre Preuss. fiesch. 2, 358 f. und Voigt 4, 626 f. gedruckt. Die Ucbcrzeugung des Ordens, 
dass diese Briefe von dem Erzbischof Friedrich untergeschoben seien , spricht Jcroschin 
c. 856 rückhaltslos aus, und Voigt a. a. 0. hat ihre Uniichtheit möglichst erhärtet. 

8) In einem Schreiben vom 21. Mai 4 325 forderten sie von dem Orden in Prcussen und 
Livland und den Bischöfen in Preussen und Kurland 380 Goldgulden pro navali conduetu et 
nostrif» stipendiis innerhalb drei Wochen, scheinen also im Juni 4 825 abgegangen zu sein, 
Voigt 4, 397. 

4) Zwischen 4 34 5 und 4 326, Namenscodex. 

5) Eberhard war Bischof von Ermeland zwischen 4 804 und 4 326, Zeitschrift für Erme- 



CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 193 

suum in terra Galindie in litore fluminis Pisse edißcavit Castrum Wartenbergk, 
quod Castrum dum esset perfectum, et de sancto spiritu missa solempniter can- 
taretur, apparuit infra evangclium una columba albissima domestica. Sed in 
priori caslro scilicet Gerdavia, dum eciam missa celebrarelur, et post missam 
apparuerunt due columbc volantes infra Castrum et supra menia. Prutheni au- 
tem, qui huic edificacioni interfuerunt, asserebant veraciter, quod in hac vasta 
solitudine nunquam columbas domesticas vidissent. Preterea idem frater Fride— 
ricus in territorio Glottovie in medio fluminis Alle civitatem dictam Gutstal, et 
Jordanus prepositus Warmiensis Castrum dictum Plut circa civitatem Melsac, et 
Rudoiphus episcopus Pomesaniensis 1 civitatem dictam Bischophwerder supra 
lilus Osse, et frater Lutherus' provincialis Golmensis* terre, super litus Dri- 
wance civitatem, que Novum forum dicitur, construxerunt \ 

De vastacione terre marchionis de Brandenburg!* et morte et captivilate sextet^u 

tnilium Cristianorum. 

Anno domini mcccxxvi Loteko rex Polonie rogavit Gedeminum regem Letho- 1326 
winorum, cujus filiam filius ejus noviter duxcrat in uxorcm*, ut ei aliquos ar- 
migeros de gcnte sua mitteret. Qui precibus ejus acquiesccns, mcc equites de- 
slinavit ei. Hü de mandato dicti Lolekonis c adjuncli populo suo armata manu 
hoslililer intraverunt terra m marchionis de Brandenburgk circa civitatem Fran- 
kcnvurdam', et totam iilam contractam*, que conlincbal ultra centum et xl 
villas, ecclesias parochiales totidem, cenobia monachorum ordinis f Gisterciensis 
tria* et claustra sanctimonialium duo, et plura religiosorum et secularium mo- 
nasteria, spoliis et incendio destruxerunt, inhumanitcr religiosos et sacras deo 
dicatas virgines de claustris extrahcnles, ministros ecclesie et sacerdotes, vasa 
sacra, vestes et sacramenta alia pertractantes. Occiderunt viros, sed mulieres 
et nobiles matronas multas cum virginibus et parvulis capttvas deduxerunt. 
Inter has virgines una fuit nobilis, que propter eminenciam pulchriludinis sue 
parem non habuit, pro qua habenda fuit dissensio magna inter Lcthowinos, sed 
ne altercacio invalesceret inter eos, accessit quidam et gladio per medium se- 

Cap. 360. •) Lathcnu K. D. b) 8o K. O. Cap. S61. e) 8o D. LoUtoeonU K. d) So K. Fnuiken- 
wttderD. e) So K. eoatntUtt D. f) ordinii D. fehlt JC ») tria K. D. tum JU. 

Und 4, 104, mit der Berichtigung Cod. Warm. I, n. 4 37, p. 238 (In der ermelUndischen Ge- 
schichte sind Grünau'« falsche Angaben besonders durch Treter und Leo fixirt. Auch Eich- 
horn in seiner verdienstvollen Geschichte der cruielimdischen Bischofswahlen a. a. 0. hat 
diese Grünau' sehen Dichtungen noch nicht völlig ausgeschieden). 

4) Rudolph erscheint als Bischof von Pomesanieu in Urkunden von 1323 bis 4 331, Cod. 
Pruss. II, n. 403, 4 05, 424, 4 38. 

2) Ein Versehen Dushurg's, von Jeroschin berichtigt. Zwischen 4 820 und 4381 war Otto 
von Lutterberg culmischcr Landcomthur. — Ueber alle diese und viele von Dusburg nicht 
erwähnte SWdtegründungen ist in der Hist. comp. Gcogr. von Preussen ausführlich ge- 
sprochen. 

3) Nach Jahrhunderte langer verderblicher Zersplitterung war Polen zuerst unter böh- 
mischen Fürsten 1800 — 1306, dann unter Wladislaw Lokictek (~ 1388) wieder vereinigt. Die 
letzten Theilfürsten in Cujavicn (aber nicht die in Masovien) erkannten ihn als Oberherrn an. 
Auch begründete er durch Vermählung seines Sohnes Casimir (König 4 838—4 370) mit Gedi- 
mins Tochter Anna (vor der Taufe Aldona nach Kojalovitz p. 27t) im Jahre 4825 (Dlugoss I, 
988) die Verbindung zwischen Polen und Litthauen, welche spttter erneuert und befestigt 
den Orden zu Falle brachte. Der Orden suchte sich dagegen zu sichern durch Vertrüge und 
Bündnisse mit den Herzögen Wartislaw von Pommern (29. September 4 825 Cod. Pruss. II, 
n. 4 4 5), mit dem Herzog Georg von Russland (4 325 ibid. n. 416), mit dem Herzog Semowit 
von Masovien (2. Januar 4 3z6 ibid. n. 418), mit dem Herzog Heinrich von Breslau (Mai 1326 
Dogiel IV, n. 54). 

Script, r. P. I. 4 3 



194 



PETR1 DE DUSBURG 



cuit eam, dicens: divisa est in duas partes, quilihet de ipsa sibi contingentem 
accipial porcionem. Sicque vastala terra illa, et occisis et captis pluribus quam 
sex milibus hominum recesserunl. Ilunc exercitura quidam Polonus, dolens de 
tanla strage CristiaDorum secutus fuit, simulans se amicum infidelium, et dum 
locus et tempus advencral opportunum, David castellanum de Gartba et capi- 
taneum hujus l>elli, qui infinila mala, ut premissum est, intulit fidei et fidel t- 
bus, in conspectu plurium* iuterfecit 1 . 

3ä*2 o») De eäißcacione castri Lunenburgk, et duarum civitatum. 

Hoc tempore f rater Theodoricus de Aldenburg* commendator de Balga, 
petita et optenta generalis magistri licencia, in terra Barthensi circa confluen- 
ciam duorum fluminum scilicet Gobrionis et Says* edifieavit Castrum Lunen- 
burgk, trahens nomen suum a nomine campi, in quo est situm. Item idem com- 
mendator. civitatem circa Castrum Dartenstein, et frater Lulherus filius illustris 
ducis de Brunswich , commendator de Gristburgk *, civitatem circa Castrum 
Ylienburgk locaverunt. 

INCIPIT QUARTA PARS LIBRI. 
DE INCIDENTIBUS. 

1 De Celestino papa et Henrico imperatore vi. 

1190 Hoc tempore, quo orluin et originem habuil ord» Jomus Theutonice scilicet anno doniiai 

Mexe Celestinus papa III et Hearicos vi Imperator regnaveruat. (Du*i>. I. c. 2.) 

« De Innocencio papa m et Ottone im et Friderico n imperaloribus. 

Postea Innocencin* papa III et Otto HU et Fridericus II imperatore» saeeeuive reguave- 
roat. (Ptd. 21, 1 u. 2. Mart. p. 385.) 

» De capeione Corutantinopotitane urbis. 

12M Aano doaiioi MCC civil«« CnnstanÜnopoliUna, que ia propheüa saa babvit, qood aoa cape- 
retar aiai per aagelun, cnpta est a c Francis et VewÜs, qvi per mnnim '', ubi aagehis depietas 
fuit, intraveront. Decepti fueroot cives per equivoeaciooem aogelL Et (actus fail ibi Bnldewiaus* 
cones Flaodreosis inperator, et iroperaveruut ibi LatinI lvii aauis. (Pu>1.2l, i. Mut. p. 387.) 

») So K. D. omniuni H. Para quartA. Cap. 1. b) IUI K. Cap. 8. e) fehlt K. lOfoctit voa T. B. 

d) mirum K. murum T. II. r) Ilaldccoinai U. 

4) Lokietek unternahm den Einfall in die Mark, wo ein Sohn des vom Pabst gebannten 
Königs Ludwig IV. von Baiern seit 4 323 Cburfürst war, um die Gunst des Pahstes zu gewin- 
nen, die ihm bei seinen Ansprüchen auf Pommerellen förderlich werden konnte. Chron. 
Aulae regiae p. 53 Henric. de Rehdorf p. 613 und Henric. de Herford, p. 111. Etwa den 9. Fe- 
bruar 1346 kehrten die Polen und Litthaucr von ihrem Streifzuge zurück, Canon. Samb. c. 8. 
Der Pole, welcher David ermordete, hiess Andreas Gost Zamehl. Chron. (Andecka? Annal. 
Thurun.). Von dem Tode einer frommen Nonne wahrend dieses Zuges erzahlt Jeroschin. 
Was Hcnricus de Hervordin und nach ihm Hermann Corner p. 987 Uber den Tod des Prob- 
ates zu Bernau erzählen, beruht auf einem Irrthum, wiewohl auch das Chron. Stles. bei 
Stenzel 1, 86 die Notiz giebt : divinaciones suas e&ercuerunt. Klöden hat in seiner Geschichte 
Waldemar' s Bd. S, aus einer nicht -viel spateren pabsUichen Bulle nachgewiesen, dass der 
Probst von Bernau nicht von den Litthauern (deren Einfall er aus nicht zureichenden 
Gründen in das Jahr 4325 setzt), sondern vom Pöbel in Berlin erschlagen wurde, vgl. Bei- 
lage 8, 5 und 7. 

i: Zain, Nebenfluss des Guber. 

3) Zwischen 184 4 und 4334. Schubert, Beitrage zur Gesch. des deutschen Ordens S. 87. 



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CR0N1CA TERRB PRUSSIE. PARS IV. 195 

De publica penitencia Cristianorum. 4 

Hujus Innocencii pape tempore quasi oranes Cristiani fuerunt in publica 
penitencia, et quia flagellis se flagellabant, vocali fuerunt llleutoniceGeyseler ,, . 

De inicio dotninii Tartarorum. 5 

Anno domiiii Mccu iuiciun aabuit dominium TtrUrorum. (Ptol. l. c. Mart. l. c.) I2W 

De mulacione vini in sanguinem et panis in carnem in sacrificio allaris. « 

Hoc tempore «pud Rosetim in Bria k vinum in sanguinem, panis in carnem in sacrificio al- 
taris vuibiliter sunt mutata. (Ptol. 2t, 4. Mut p. 395.) 

De resusciiacionc mililis mortui. i 

In Veraeadeaio* quid am miles mortaas revixit et multa fotura tnultis predixit et line cibo 
et pom multo tempore vixit, (Ptol. 1. 1. Mart. 1. e.) 

De rore mellito, qui segetes infecit. * 

la Gallia circa * festam beati Johannis baptistc ros de celo cadens mellitus spicas se- 24. Juni 
getum infecit % ita ut mnlti eas in ore ponentes odorem mellis aentirent aperte. (Ptol. l. e. 

Marl. 1. c.) 

De magnis lapidibus grandinis. » 

Apud Atrebatum mense Julii tempestas valida exorta est, taoteque magnitudinis lapides de Juli 
celo f occiderant, qnod segetes, viaea» et neaora peaitus destruxerunt. (Ptol. J. e. Mart. 1. e.) 

De occisione multonm Tartarontm in Hispania. 10 

Hoc eciam ' tempore Almimolinus k imperator Sarracenorum venit cum infinit« moltitudine 
in Hispaaiam, et iadlxit bellum omnibns adoranlibos crucifixum. Quem reges Hispauie aggredien- 
tes in bello viceruut, et facta fuit tanta strages, ut rivi sanguinis de occisis flncrent Sarracenis 
Almimolinus cum paucis cenfusus evasit. (Ptol. 21, 9. Mart. P . 392). 

De conversione terre Livonie. " 

Anno domini Hccilil Livonia terra provincie RigeasU per sollicitudinem Innocencii pape ad 120t 
fidem Crisü k eat eonversa*. (PtoL 21, 10. Mart. L c) 

Cap. 4. a) dl« (. T. H. Cap. 6. b) Boaetura io Dria Vine. llellov. 29, 00. Mart. Pol. p. 395. Botcum in 
UnbrU Ptol. Laeana. 21, 4. Kci.um in Brixia Cod. K. Reaeo in Brixia T. Boaetum in ßugla nenn. Com. 
p. 718. Cap. 7. c) Vermende*lo Vine. Hrllov. Marl. PoL und Cod. K. T. Ermandeaio Ptol. Lueen». 
Herrn. Com. Cap. 8. d) circa Vine. B*Uot. Ptol. LneeiM. T. H. tertiäre cod. K. e) mellitus t. ■. in- 
fecit Vine. Bell. Cod. K. melliUi fecit Ptol. Lucetu. mcllicui T. Cap. 9. 0 d« crlo Vine. Bell. Ptol. Lue. 
fehlt Cod. K. T. Cap. 10. f) et K. eUam T. II. h) Almiinolinu» Ptol. Lue. 21, 8. Meinitina* Vine. 
Bi'llor. 32, 2. Mlramolinu* Mart. p. 392. Almirolu* Cod. K. T. U. 1) tarraoenU K. T. Sarracenua II. 
Cap. U. k) • K. Chriati H. Jciu T. 



4) Diese Notiz, welche Dusburg aus einer unbekannten Quelle hinzusetzt, ist nicht ganz 
richtig. Die Chronisten erwühnen der Flagellanten sonst bei den Jahren 1360, 4264 z. D. 
Horm. Altahens. bei Bochmer fontes 2, 54 6, die Script, rerum Auslriac. bei Pertz SS. IX, Bo- 
guph. bei Sommersberj? 2, 74, Siffrid. Presb. bei Pistor. Script, rer. Germ. 1, 697 und beim 
Jahre 4 849 Bochmer fontes 4, 476 etc. 

2) Die Jahrzahl 4204 für diese Begebenheit befremdet. Moitin. Pol. erwtthnt die Bekeh- 
rung Livlands ohne weitere Zeitbestimmung als die, dass sie zur Zeit des Pabstcs Inno- 
cenz III. erfolgt sei. Ihm folgte Ptolomcus llist. ecel. XXI, 4 0, bei welchem die Notiz jedoch 
zufallig hinter einer Begebenheit des Jahres 4 204 zu stehen kam. In seinen Annales setzt 
derselbe Schriftsteller, wie es scheint, durch eben diesen Zufull verleitet, das Ereignis» zu- 
erst geradezu in das Jahr 4 204. Die Bulle Innozenz III. für Livland von diesem Jahre bei 
Raynald n. 56 konnte dieses auffallende chronologische Datum nicht rechtfertigen. 

13* 



196 



PETKI DE DLSBIRG 



is De nativitale beaie Elizabeth . 

»207 Anno domini mccvii* beata Elizabeth nata fuil *. 

w De üonorio m et Friderico u imperatore. 

Honorius papa in et Fridericus Ii imperator regnavit. 

14 De ortu et origine religionum. 

500 Ordo sancti Beaedicti incepit proficere b anno domini D tempore Felicia pape Hl c . 
(Plol. S, 13?) 

900 Ordo Cluniaccnsis anno domini dcccc tempore Adrian! pape III. (Pw>l. IC, 33 f.) 

low Ordo Cartusiensis anno domini MLXXXII tempore Victoria pape III d . (Ptol. p. 1078.) 

1097 Ordo Cisterciensis anno domini uxcvil'. 

Ordo hospitalia saocti Johannis anno domini neun tempore Urbani pape II. 

1112 Ordo Templa Horum anno domini WCXll tempore PasabaUs pape 11, qui deslructns foit a 
demente papa v in roocilio Vienneaai anno domini mcccxii XI kalendas Apriüs, pontifioatus 
vero r dicti pape anno vn, non per aentenciam definitivam *, iod per provisionem k sedia apostolice 
tempore Henrici imperatoris vu. 

1190 Ordo domus Thcutonice anno domini mcxc tempore Celestini pape III et Henrici imperato- 
ris vi. (Du»b. i, 2.) 

Ordo fratrum Predicatorum anno domini Mccxvi snb Hooorio papa III. (Ptol. 51, 20 ». 2$. 
Marl, p. 3W r.) 

1223 Ordo fratrum Minorem anno domini Mccxxill snb Honorio papa III. 

Ordo Heremitarum montis Carmeli et ordo fratrum vallis scolariam per 
Honorium papam snnt confirmati * . 



»* Qitoto anno beata Elizabeth duxit maritum. 

* 

122t Anno domini mccxxi Elizabeth duxit lantgravium Thuringie in maritum. 
io De transitu montis vir tute terre molw in Burgundia. 

Anno domini mccxxv** in Burgundia in montibus Salinarum ex virtute terre motss in»ns 
qoidam se divisit ab aliis montibus et transüt ad montes oppositos, totamque vallem cooperuit et 



milia homioum sufloeavit. (Ptoi. 21, 2«. Man. p. 100.) 

w De morte mariti beate Elizabeth. 

n September Anno domini mccxxvii ih idus Seplembris lantgravius maritus beale Eliza- 
beth cruce signatus in itinere peregrinacionis morluus est in Sicilie k civitate, 
que dicitur Ortrant. 

i» De Gregorio ix papa et Friderico u imperatore. 

Gregorio* papa IX et Fridericus imperator II regnanL 



Cap. 18. •) MCCVI K. T. n. 1207 J. Cap. 14. b) proSciacere K. ila we*in merellch aaeri J. prot- 
eere T. H. e) pape IUI K. T. H. der dritU felis J. d) ordo datricienaia a. d. MLXXXII K. T. Ort» 
CUtercienaU a. d. MLXXXIJ H. carto»ien»u und der Zusatz tempore rlctarit pape III Conjectur naehJ. 
•) Die (anie Zeile conjicirt nach J. f) i K. auteni T. U. g) diffiultivam K. T. deAnltivam II. cod*- 
halt J. h) promUaiooem K. H. permiaaionem T. Torbenen tikeit J. Cap. 16. i) MCCXXV K. II. 

MCCXVI T. Cap. 17. k) 8icUU K. H. Sicilia« T. 

* 

4) Die Notizen Uber die heilige Elisabeth entnahm Dusburg sicher der eignen Tradition 
des Ordens, etwa den Calendnrien, vgl. c. Ii, 15, 17, 41, »5. 

i) Aus welcher Quelle der Zeitpunkt der Gründung der alteren Orden (vor dem deut- 
schen Ritterorden) entnommen sei, ist nicht genau zu ermitteln. 

3) Die Zahl 1225 steht in den am Rande atigerührten Quellen nicht. Bei Plolemaeus gebt 
eine Begebenheit des Jahres 1226, bei Martin eine des Jahres 1239 vorher. Vielleicht ist 
darnach MCCXXVI zu lesen, was um so mehr vertnuthet werden kann, da aur Y in der 
Handschrift eiu i (d. b. in) folgt, welches zu der Lesart des Thonier Codex Anlas» gege- 
ben hat. 



CRONICA TERRK PRUSSIE. PARS IV. 



197 



De Gebelinis et Gclphis. i» 

Anno donioi atCCXXVin inceperunt esse parte« io ItaUa Gebelini et Gelphi, qne sunt 1228 
noaina duorum fratrum, qui ae diviserunt. GebeUnua partem imperii, Gelpbaa partem eedesie 
fovit 1 . (Ptol. 21, 27.) 

■ 

De capcione insularum Majorice ei Minorice. »o 

Anno domini mccxxx rex Arra^oonm" in Hispania cepit insulat, qne Majoriee et k Minorice 123« 
appelUntnr, obsessas a Sarraeenia c . (PtoL 81, 53.) 

De motte beate Elizabeth. " 
Anno domini hccxxxi 4 xiii kalendas Decembris beata Elizabeth mortua est. j^Norcmber 

De vastacione Ungarie et Polonie. ** 

Eodem anno Tartan Ungariam et Poloniam devastant*. (Ptol. 21, 31.) 

Quomodo Ferrandus rex Caslelle regem Granate vicit in bello. »a 

Eodem tempore Ferrandus rex Castelle regem Granate Sarracenornm vicit, ut cciam multis 
temporibaa ei eensum daret singuli* diebus u Marrobortinoa * auri. (Ptol. 21, 33.) 

De invencione cujusdam libri in medio lapidis in Toleio. «* 

Anno domiui mccxxxu in Toleto Hispanie ioveotus est qnidam Über a Jndeo in medio la-U32 
pidis integri in eoneaviute, qai qaasi lignea folia habuit, scriptas bebratee, grece et Utiae. Tan- 
tum babnit de litera, quantum psaiterium, et loqvebatur de triplici mundo ab Adam usque ad 
Antecristmn proprielates bominom exprimendo. De tercio mundo sie loquebator: in tercio 
inuodo filius dei naacetnr de virgine Maria et pro salute homiuum pacietur. Jodeaa hoc legens 
cum Iota tna familia baptizatus eat. Erat autem ibi scriptum, quod tempore Ferraadi deberet 
inveniri. (Hart. p. 400. Pud. 21, $4.) 

De canonizacione beate Elizabeth. «s 

Anno domini mccxxxy canonizata fuit beata Elizabeth a Gregorio papa ix Pc-izs» 
rusii in conventu fratrum Predicalorum, ubi ideni pontifex altare in honorem 
ipsius dedieavit. 

De translacione corone spinee domini. «e 

Anno domiui MCCXXXIX Corona spinea domini per Lodowicum regem Francie de Constanti- 1239 
nopoli Parisina r est tranalata. (Ptol. 21, 36.) 

De vastacione Ungarie et Polonie et morte Colmani fratris regis Ungarie 27 

et Henrici ducis Wratislavie.* 

Eodem anno * gens Tartarorum orientis plage Ungariam et Poloniam intraverunt, ibiqoe 
in bello Colmanum fratrem regis Ungarie et Henrienm ducem Polonie et reliqunm vulgus, quod 
invenire poterant, oeciderunt, et terras iüas redegenint in solitudinem, ita ut multi pulvere cujua- 
dam monlis pro farina uterentur. (Mart. p. 391).) 

Cap. 80. a) Arrogwram K. Arrafoiram T. H. b) et ragesetit roa H. e) m mciIi eenla«. a Sarracr- 
T. H. Cap. 81. d) MCCXXI II. Cap. 89. «) Marrobortinai K. T. H. Marabotloo. Ptol. Lue. 2t, 33. 
Cap. 86. 0 parietal K. paritiot T. H. Cap. 87. g) 1239 D. eodem anno 1239. (Di« Zahl ist hier wegen 
«Inet nachträglich berichtigten Veraehen« in der Reihenfolge auadrOcklieh hiniaguctzl) T. 

4) Martin hat die Notiz nicht, Ptolcmacus ohne das Jahr 4938, aber zwischen Begeben- 
heiten der Jahre 4 226 und 4228. 

2) Die Notiz ist schon bei Ptolemaeus vom Jahre 4 241 zu 4234 verschoben. 
8) Wratislavie ist Zusatz von Dasburg. 



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198 



PK TRI DE OLSBURG 



«8 De eclipsi solis maxima. 

Hoc eodem anno tercia die Juaii in meridie fuit eclipsu soti» maxima ut eciam stelle pos- 
scnt videri, sicut in creposculo. (Ptol. 2t, 37.) 

39 De Celeslino papa im ei Friderico n imperatore et Innocencio im papa et 

Friderico u imperatore. 

1210 Anno domimi mccxl Celestinas papa im et Fridericas Ii imperator regnareroot k . 
Anoo domini mccxliii Innocencias tili papa et Friderirns u regnavernat. 

s* De institucione octove nativitati* beate Marie. 

1215 Anno mccxlv idetn papa eonciliam babuit Lugduni, nbi iostitnit oetavaa aativilati* beate 
virginis Marie celebrari c . (Ptol. 22, 3.) 

si De canonizacione sanetorum Emundi, Stanislai et Petri. 

Item sanetum Emaodum Cantuarienscm archiepbeopnm, so actum Stanislaum* Cracovien- 
sera ab iniqoo principe interfeclnm et sanetum Petrnm martirem ordinis Predicatornm canoni- 
zavit. (Ptol. 22,4. Man. P . 409.) 

sa De electione lantgravii Thuringie in regem Romanorum. 

1216 Anno mccxlvi «lectus fuit laatgravini Thnriogie in regen Romanoram. (Ptol. «, 5. 

Mart. p. 303, 309.) 

33 De fratre Conradp quondam lantgramo Thuringie magistro generali v ordinis 

dämm Theutonice.** 

j 24 u Frator Conradus, lantgravius quondam Thuringie, mag ist er v generalis or- 
dinis domus Theutonicorura f obiit ix kalendas Augusti * et sepultus est Marc- 

'^burgk*. Hie dum adhuc esset secularis civitalem Yritslariam* 1 potenter expugna- 
vit, pro quo, dum rcligionem vcllet ingredi, doluit et huroiliavil se pro hujus- 
modi delicti satisfaclione sie, quod nudis pedibus et capite ante processionem 
in dicta civitate irel, et posuil se ante fores ecclesie, exhibens virgam, quam 
manu gestabat, populo, ut quilibet cum ad placitum verberaret. Nullus tarnen 
eum letigit preter unam vetulam, quo plures piagas dedil ei. Iste frater Conra- 
dus per hunc modum conversus fuit ad ordinem domus Theutonieorum. Qua- 
dam' die fugiens frequenciam populi et strepitum* causarum cum Hartmanno 
do llelderunge 1 et Theodorico de Gruninge™ et paucis de familia sua secessit ad 
Castrum suum Deneburgk"*, tibi dum consederent, supervenil quedam tncre- 

Cap. 28. a) maximo« K. maxima T. 11. Cap. 29. b) Dioac Notit K. T. D. fehlt bei H. Cap. 80. 
e) celebrari K. T. fehlt bei H. Cap. 81. d) Stanialanum K. SUni.Uura T. D. 11. Cap. 88. e) So 
•tebt die Debencbrift im Index, im Text fehlen die Worte q. U U and ordini» K. f) Teatoake H. 
g) mareburgk später Marchburgk K. mareburg J. D. T. Marobburgk II. h) tMttlaviam H. i) quo- 
üam H. k) populi icbiebt H. ohne Grund ein. 1) IMdcrunge K. J. 11. • m) Th. de graninghe K. II. T. 
de Orawingen T.*ditrich toii gruningin J. n) deneburgk K. T. II. drneburg J. 

1) Nachdem Ousburg die ersten * Hochmeister im ersten Theilc genannt hat, erwähnt 
er die folgenden hier im vierten Theile. Er lasst jedoch gleich hinter Conrad von Thüringen 
dessen drei nächste Nachfolger aus, und weiterhin Conrad von Feuchtwangen, welcher je- 
doch gelegentlich im dritten Theile vorkommt. 

2) Ebenso das Calendarium bei Ra< liem p. VIII ; dagegen giebt das Chron. Sampetr. VII 
Kai. Aug., das zeitgenössische Chron. Erford. VI Kai. Aug. als Todestag. Oas Todesjahr 1249 
steht nach dem letzteren fest, Historiogr. S. 265. Man beachte, dass Dusburg die Geschichte 
Conrad's erst nach einer Notiz zum Jahre 1246 erzählt, also Uber dasselbe nicht genau un- 
terrichtet war. Die ziemlich ausführliche)) Nachrichten der thüringischen Quelleu über Con- 
rad folgen im Anhange Nr. 4. 

3) Tenneburg, südwestlich von Gotha, nahe Reinhardsbrunn. 



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CROMCA TEURE PRUSSIE. PARS IV. 



199 



trix, quam alloquens lantgravius afl : undevenis? Que respondit: sedi in ru- 
beto madida et frigida per diein. Ad quam ille : tu misera plus pateris pro pe- 
nis inferni, quam alius pro gaudio eterno. At illa respondit : domine reverende', 
nescio alium modum, per quem possim acquirere victum'meum. Cui lantgra- 
vius : velles vivere caste, si haberes necessaria vite? Quo audito illa suspirans 
ingemuit et cum lacrimis ait: ita vero b , domine. Unde lantgravius miscrans 
miseriam anime ipsius constituit ei certos reditus, quibus debercl, quamdiu vi- 
veret, sustentari. Quo facto ipse omnia verba hec r increpacionis, quibus ipsam d 
corripuit, conservabat, conferens ea in corde suo, cogitans, quod magis sibi ipsi 
fuissent necessaria quam illi. Illa cnim neccssitatc paupcrtatis urgente peccavit, 
ipse ex rerum afiluencia delectatus deum peccatis suis contra se temere provoca- 
vit, et sie occupatus totam noctem duxit insompnem. Mane facto dum Hartman- 
nura etTheodoricum predictos didicisset cogilacione simili occupatos, ivit cum eis 
nudis pedibus et sine lineis ad capellam beati Nicolai in Gladbach' requirens ibi 
dei consilium in hoc casu. Ubi ei divinitus fuit inspiratum, quod ipse cum paucis 
de familia sua accessit ad dominum papam 1 , et confessus fuit ei omnia peccata 
sua. Qui papa« injunxit ei, ut suseiperet ordinis domus Theutonice habitum h 
regulärem. Quo facto in reditu filiam ducis Austrie sibi in conjugio oblalam 
respuit, et saneto proposito inherens secretariis suis, quod gestum fuerat, enar- 
ravit, postulans ut' ob reverenciam dei et sui dictum ordinem assumerent. Qui 
omnes consenserunt ejus preeibus inclinati. Intcrea dum hec agerentur, quidam 
miles cum raultis armigeris terram dicti lantgravii hostililer depredavit, et dum 
esset in reditu, occurrit ei famulus de Castro suo, nuncians ei, quod uxor ipsius 
eadem hora fuisset periclitata in partu et cum puero mortuo expirasset. Quo 
audito miles perturbalus consideravit, quod deus ipsum sie plagassct pro eo, 
quod per bujusmodi depredacionem k saneturo propositum domini sui lantgravii 
voluit retardare. Bcddito igitur spolio his, quibus abstulerat, accessit ad domi- 
num suum petens veniam de commisso. Cui lantgravius: quomodo, inquit, 
ausus es 1 in conspectu meo comparere"? At ille, confisus, inquit, de solila 
benignitate gracie vestre ad vos veni, quia coneepi firmiter in corde meo intrare 
ordinem domus Theutonice sicut et vos. De quibus verbis lantgravius tantum 
exultavit, quod cum gaudio irruens in amplexus ejus omne delictum remisit. 
Hoc facto cum dicto milite et Hermanno et Theoderico prenominatis et cum 
mullis aliis militibus et nobilibus venit ad fratres domus Theutonice Marcburgk, 
ubi dum deberent vesliri et more consueto prostrati jacerent ante altare et sa- 
cerdos post alias oraciones alta voce cantando ineiperet: alleluja veni sanete 
spiritus, descendit Spiritus sanetus corporali specie sicut flamma ignis super 
ipsos et quanto magis quilibel ipsorum" accensus fuit in dilectione dei tanto 
major flamma predicta in conspectu omnium astancium apparebat". llic fratcr 
Gonradus lantgravius magister adeo illuminatus fuit a gracia spiritus saneti, 
quod facta hominum secrela novit, unde nullum vicio fornicacionis reum circa 

a) rvrerrad« fehlt b«i H. b) Ten. K. T. H. e) fehlt bei H. d) eam H. e) Olandbach T. f) P»- 
priem H. g) praeter«* H. h) hTnum K. habitum T. H. 1) poituUm ot eingeeehoben Ton T. ma- 
nende fetrawelich 3. k) dertrrc«tioi>em K. II. deprvdacionem T. 1) audee H. m) comp» ran- K. 
eomparere T. U. n) Ipeo K. U. ipeorum T. o) apparebit II. 

^) Gladbach oderGladbeck, auch München-Gladbach, ein Städtchen mit einer Benedicti- 
nerabtei, welche um das Jahr 974 gestiftet Wörden, der Hauptort des gleichnamigen Amtes 
im Herzogthum Jülich. Büsching, Neue Erdbeschreibung, Bd. 8, S. 715. 



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200 



PETRI DE DUSBURO 



se potuit suslinere. Quod quidam abbas intelligens voluit examinare, si ita res 
sc habcret, et adducens secum duos juvenes fornicatorcs accessit* ad magj- 
strura, qui statim visis famulis jussit eos recedere. Sed dum famuli premissa 
vera contricione et confessionc redirent, magister intuens eos ait: o bone Jesu, 
quam misericors et bonus tu es, isti duo famuii prius fuerunt filii diaboli, modo 
sunt filii dei. 

»• De elcctionc Wilhclmi comitis Hollandie in regem ^Romanorum. 

1249 Anno domiui HccxLIX -mortuo lantgravio Wilheunus com es Holland!« clectua fait ia regein 
Romanorum, sed post modicam tempas est a Frisooibtis ioterfectos, et sie oterque eaniit eorooa 

imperial!. (Ptol. 22, 9.) 

sä De morte Hemrici regit Dacie. 

12W Anno uccl Henricus rex Dacie a fralre soo joniore Abel oeetdilur, ut pro eo regnaret, sed 
jasto dei jodicio, ne pro maliria commodum reporlaret, seeundo anno eat a Frisonibas oed- 
sus. (M>rt. P . 404.). Hoc factum predixit regi sanetus Wenceslaus dux Bohemoruro, 
qui ante cec annos eodem modo a fratre suo fuerat interemptus, et rogavit 
dictum regem Henricum, ut in honorem sui nominis ecclesiam faceret fahricari, 
sicut fecit, scilicet monasterium ordinis Cislerciensis b in Revalia, que est sita in 
terra Livonie. 

m De destnictione civitatis Ncapolis et morte Conradi filii Fridcrici n 

imperatoris. 

1251 Anno domini MCCLI Conradna fiüna Friderici imperatoris II de Uli« regia JeroaolimiUai 
intravit regnom Apalie et Neapolim r . Muros funditos destrnx.it, aed anno seqoenti mortuus e*t 
veneno. (ftUrt. p. 404.) 

87 De Alexandro papa im et vacacionc imperii. 

1253 Anno domini mcclui Alexander papa ml quondam legatus Wilhelmus terre Polonic 
6t Pruzie vacante imperio sedit. Hic fiiit beneficua, graciosus et pias in pauperes et (rtoi. 22, 13.) 
mulla bona fecit pro statu terre Pruzie, quia d angustias, quas ibi fratres domus 
Theutonice et alii cristifideles paciuntur, fide videral oculata 1 . 

M De fratre Poppone magistro generali vi ordinis domus Theutonice. ' 

Frater Poppo de Osterna magister generalis vi ordinis domus Theutonice 
fuit hoc tempore. Hic post multa bella, que ante assuroptum officium et post 
gloriose gessit in terra Pruzie et Livonie, gravatus senio et labore officium suum 
humiliter resignavit, et successit ei frater Anno in officio supra diclo*. 

3» De electione Alfonsi regis Castelle et Richardi comitis Comubie fratris 
regis Anglie in regem Romanorum in discordia. 

1256 Anno domini mcclvi principe* Alimanie doos scilicet Alfbnstim regem Castelle et Richardnm 
comitem Cornubie fratrem regis Anglie in discordta clcgerant in regem liumaaorum, que diseonlia 
multo tempore daravit. (Ptol. 22, 15.) 

•) daeemit H. Cap. SS. b) cutrici*n»U K. T. eittmleuU H. Cap. S6. e) Nupolim K. D. Ke»poU 
°*f>U Mad. Pol. Nespolit m. T. Cap. «7. d) qui H. Gap. 81. e) So im Iod», im Teil de m. o. d. t. VI. 

t) Vgl. zu III, c. 33. 

S) Nach der .Stellung, welche Dusbure dieser Notiz giebt, scheint er die Wohl Poppo's 
nach 4*53 zu setzen. Poppo verwaltete das hocbmeisterliche Amt nur bis 41156 oder 4 857, 
Historiogr. S. »66. 



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CRONICA TBRRE PRÜSSIE. PARS i\. 



201 



De canonizacione sancte Cläre. «o 

Aua« domini mcclvii papa Alexander saoctam Ciaram de ordine saacti Damiaai", qoe «»7 
postea facte fueruat b ordiau fratrnm Minorum, canouiiavit. (Ptol. 22, 18.) 

De Alberto magno et Thoma de Aquino. «> 

Hoc tempore fait Albertus magnus elericus* de Alimania ordinia Predicatorum, qui 
in aciencüs parem dod babuit. Hie* episcopatum Raüsponeusem resigaans ia.civiUte Colooiensi 
will anois acta fuit legeaa, et etatu tue aaao LXXX et domini anno MccLXXX moritur' 1 , et 
Coloaie eat defuactus. Florait et eodem tempore frater* Thomas de Aqaioo diacipulus Al- 
bert! ordioia Pradieatornm (Ptoi. 22, is — 20.) , qui postea canonizatus fuit, a papa Jo- 
hanne XXII. 

De recuperacione civitatis Constantinopolitane. « 

Aaao domioi tfCCLix Constaolinopolis, quo per Gallicos et Venelos capta foerat, per Paleo- «259 
logum imperatorem Grecorum recuperatur. (Mart, p. 405.) 

De morte sex milium de Florentius et Lucanis. « 

Eodem aaao et Florentinia et Lucaais pugaantibus contra Senenies ultra sex milia capti et 
mortui eecidernnt. (Mart. P . 405, 406.) 

De hello regum Bohemie et Ungarie. ** 

Aaao domini mcclx rez Ungarie regem Bobemie in bello aggreditar babens diversarvm '2so 
ootiooom XL milia r equitum. Cui rex Bobemie com centum milibns equitom et septem mi- 
Iibns dextrariorum'* occurrit, cumque b iosultam simul facerent, tantus pulvis surrexit, 
ut ia media die homo bominem vix agnoscere posseL Tandem rege Ungarie graviter vulneratn, 
ipse cum suis fugit et ia quodam fluvio preter oocisos xilll milia hominum de Ungaiia suat sub- 
meraau (Man. P . 4oe, 407.) 

De institucione festi corporis Cristi. «» 

Aono domini mcclx l* Urbanus papa litt institnit Teatum corporis Cristi, quod po-1261 

stea Vienae a demente papa v ia concilio generali aaao licecx confirmatum fuit. (Ptol. 22, 
23-25.) 

De donacione regni 1 Cecilie Carolo. •« 

Am» domini mcclxiii idem Urbanus papa reguum Cecilie, quod Maofredus violenter occu- 

paverat, dedit Carolo comiti provincie fratri regia Prancie, ut eriperet illud ab eo. (Man. i>. 407. 
Ptol. 22, 26.) 

De fratre Annone magistro generali vu ordmis domus Theutonice. k *• 
Frater Anno generalis ordinis domus Theutonice vu fuit hoc tempore, vir 

Cap. 40. a) Damian! Ptol. Lueeni. 22, 10 und Cod. K. Dominiri Marl. Fol. p.41t. b) quae poitea taneU 
furrunt K. H. qui pottea «aneti fueruot T. und lint franciacine wordn J. quo pottca iacto »unt miiiorUaa« 
Ptol. Luc. 22, 10. Cap. 41. c) hie ip»e II. d) mortuu« H. e) frater fehlt bei H. Cap. 44. f) hii« 
d. n. XL milia K. haben« d. n. XL m. T. cum d. n. XL millibus IC. j) dexteriorem K. dextrariorum 11. 
dexterariorum T. h) cum qua K. com hi «11. cum qua multitudiue dum T. Cap. 46. i) regine K. 
Cap. 47. h) 8o Im Index, im Text de m. f. d. U 



4) Clericus ist wahrscheinlich verschrieben statt lector, vgl. Joh. Victoriensis bei Boeh- 
mer fontes *, 291 und Annal. Colmar, ibid. ä, 4 4 und 4 5. Die Worte linden sich bei Ptolcm. 
nicht. 

5) Fehlerhaft wegen ungenauen Ausdrucks. Martin hat inter quo« statt et. 

I) Dieses Jahr wird von Ptolem. ia, 83 nur als Urban s Anlrittsjahr, nicht als der Zeit- 
punkt der Institution angegeben. 



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202 



PETKI DE DLSBIRG 



g.joiiutique deo devotus, qui multa bona fecit pro statu ordinis et terre sancte. 
Obiil tiii idus* Julii 

18 De cometa et significacione ejus. 

12«4 Anno domini mcclxiiii oometes Um nobitis apparoit, qoalem tote nullus vivens vtdit. 
Ab orieote cum magno fulgore surgens 1 ' usque ad medium emisperii vertat oceidentem c com am 
perlocidam protrahebat , et licet in divrrsis mundi partibas multa' signifeaverit , boe tarnen 
uoam comperlum est et verum, at com plus quam per trea menses doraverit, ipso primo ap- 
parente papa l'rbanos cepit infirmari, et io eadem nocte, qua papa moriebator, et cometes dis- 
paruit *. (Mwt. p. 407. Ptol. 22, 29.) 

io De coronacione Caroli in regnum Cecilie et morte Manfred* filii naturalis' 

Friderici 1 Ii imperatoris. 

12«S Anno domini mcclxv Clemens papa im Carolom predictom corooavit* in regnuni Ce- 
cilie, qood ei papa (Jrbanus dedit. Hic Carolas Manfredura Gliom oaturalem Priderici imperato- 
ris II viU et regno privavlt. (Mut. p. 408. Ptol. 22, 30.) 

m De vastacione Hispanie per Sarracenos. 

12M Aoao domini llccLXM molli Sarraceni ex Afriea venieates Rispaoiam eeeopaot, sed landem 
CrUÜoni non sine multa snugoiais sat eftösioae de ipsis triumphabaat. (Mut. P . 408.) 

si De destrueiione Artnenie et Anliochie per soldanum Babihnie. 

1287 Anno domini mcclxvii soldanos Babilooie Armenia destrueta Anüocbiam naam de Famo- 
sioribas civiUtibus orbis cepit, et occists et capüs omnibos ipsam in solitudinem redegit. 

(M»rt. p. 40*. Ptol. 22, M.) 

«i De morte Conradini nepotis Friderici u imperatoris. 

1268 Anno domini mcclxviii Conradinus nepos olim Friderici imperatoris u in bello a Carolo 
rege Cecilie w predicto capitur, et cum moltis nobiliboa de Alemania decapiutar. (aun. p. 4<*. 

• Ptol. 22, 34— 3*. ) 

a* De morte Lodotvici regis Fronde et filii sui et de multis cruce signatis pro 

recuperacione terre sancte. 

, n10 . Anno domini mcclxx vnt kalendasSeptembria* Lodewicos rex Fronde cum duo- 
bns filiis suis et moltis prineipibos' iter assumpsit pro recuperacione terre snnetc, sedwpse com 
uoo filio et multis aliis io via moriebatur. Hic rristianissimna rex post moltas oreciones hanc 
intalit: introibo in domnm tuam, adorabo ad tcmplum saactom toom et conEtebor nomen tuuro, 
domine \ « boc diclo io domino obdonnivit. Alia pars exercitua processit, et com ad eos Carolus 
rex Cecilie com suis veoiret, gavisi sunt, et in Uatom angastiaveront soldauum et scos, qood 

s) VIII idut K. T. H. du uunde idnt J. Bei Dusburf k&nn nicht wohl Villi Idas (ttndert ward«) ; dafür 
mOute »chon Noaii «Uhn. Cap. 4«. b) »argen« Mart. Pol. p. 407. Ptol. Luc. 22, 2«. fulferu K. T. H. 
c) vertu« oce. Mart. Ptol. Teno» fehlt K. T. H. d) protrahebat Mut. Ptol. pertr. K. T. II. e) forte 
roulu Mut. Ptol. forte fehlt K. T. II. Cap. 48. f) numeralU K. «) Priderici fehlt K. Cap. 52 . 
h) Ccllüe K. CeUlUe H. Slelliac T. ceclüen J. Cap. AS. i) tu. p. K. T. m. aliii p. D. k) ad t. ». t. 
et <«B. n. t. do. K. ad templutn unetum tuum et eonatebor nomlni tuo, domine T. ad tcmplum «asetnm tuum 
et conßtebor nomen tuuro. Du do tit übersehen n. 

4) Nicht 4*63, sondern schon U57 war Anno gewählt. Er blieb Hochmeister bis 1S73 
oder Historiogr. S. 267. 

5) Leber den Zusatz, welchen Jeroschin hier ntocht, und über einige andere Schilde- 
rungen dieses Comctcn vgl. die Einleitung. 

3) Ungenau, statt per qunsdam cardinnies coronari mandavlt. 

4) Ludwig s ToilesUig, Vlll Knl. Sept., ist von Uusburg genauer augegeben, als von Plo- 
lein., welcher Kai. Sept. hat. 



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CRONICA TERRE PRCSSIE. PARS IV. 203 

oportoit eos inire pacem sub bis paotis, qaod ipse suldanns omnes Cristianos captivos redderet, 
et qaod eecleaiis dei coostrnctis in omnibnx civitatiboa regni sui admitteret, ut fidea Cristi pre- 
dicaretur in toto regao suo, et q«i vellent baptizari, baptizarentar, et quod ipse fleret tribalarius 
Cristiaois. Hoc facto venit Edaardas rex Aagbe cum maltitadine Frisoaom et peregrinorom, et 
compnlnbantar in toto exercita cc milia pngnatorum, et spcrnbant Cristiani, quod non aolam ter- 
ram sanctam sed eciam teiram Sarraccnoram sibi deberent sabjagare. Sed oxigentibas peceatis 
totas exercitas Cristianoram est dispersa«, ita qaod de illo nulla alia atititas est secata, qnia 
p.ipa, patriarcha, legatos, rex Navare sunt defaacti. (Mut. P . 414. Ptol. 22, 41, 42.) 

De Gregorio x papa et canonizacione sanete Hedwiyis ducisse Polonie. 

Anno domini liccLXXll Gregorius papa ix* fait. Hie sanctam Hedwigim dncis-1272 
sam Polonie eanonixavit (Mut. p. 413,414. Ptol. 03,1.) 

De eleclione Rudolphi in regem Romanorum. « 

Anno domini MCCLXXllI Radolphna de A*tbargi b in regem Romanorum est eleetaa. <273 
{Mut. p. 420. Ptol. 23, 3.) 



51 



De fratre Hartmanno de Heiderunge magistro generali vm ordinis 

Theulonice. c 

Frater Hartraannus de Heiderunge magister generalis ordinis domus Theu- 
tonice vm hoc tempore fuit, qui obiit xim kalendas Septembris*. «»• 

De concilio Lugdunensi et morle Beneventure cardinalu et Thome de •» 

Aquino. 

Anno domini mcclxxiiii Gregorin* papa x babait concilinm d Lngdoni pro snbsidio terre 117< 
saoete, in qno Greci ad nnitatem* sanete ecelesie redicront, nuncii qnoqoe Tnrtaroniui baptixatl 
soat. Dominas fieaeventara eardinalia de ordioe fratrnm minoram mor- 
laas est * (Mut. P . 415. PtoL 23, 2.) 

De Jnnocencio papa v et Rudolpho rege Romanorum. *» 

Anno domini MCCLXXV Innoceocins papa v, qai pries dicebatnr frater Petraa de 1276 

Thareathasia', ordinis Prcdicaiornm et Radolpbaa rex Romanorum regaaverunt*. (Mut. p. 416. 
Ptol. 23, 17cf. 2.) 

De morte primogeniti Rudolphi regis. s* 

Hoc tempore primogenitas Rudolphi regis rediens victoriose de comite Sabaudic in Reoo 
sabmersus est. (Ptol. 23, 18.) 

De Adriano v papa et rege Rudolpho. «• 

Anno domini MCCLXXM Adrionas papa v« et Radolpbaa rcx Romanoram regnavernnt. '2' 8 
(Mut. P . «17. Ptol. 23, 20.) 

0«p. 84. ») IX K. T. H. Aach J. C*p. 55. b) utburg-k K. Mtburg J. H. Habibury D. T. C&p. 56. 
e) So im lndm, im Twrt fehlt da Heldcmoge und VIII steht am Endr. Cftp. 57. d) conslHum II. 

e) unlonem H. C»p. 08. t) TbuenthuU K. ThurentbetU T. T»r«»U»i» D. C»p. 60. f) V K.T. VI D. 



4) Gregor IX. blosser Schreibfehler statt Gregor X. Die Canon isation der heiligen Hed- 
wig gehört io die Zeit des Pabstes Clemens, Martin p. 4 IS. 

1) Er war Hochmeister von 4i7*-4282, Historiogr. S. 267. 

8) Von Bonaventura ist zwar Ptolem. 28, 2 die Rede, aber nicht von seinem Tode. Tho- 
mas von Aquino starb auf der Reise zum Concil, Ptolem. 23, 8. 

t) Die Zahl 4 275 und den Vornamen Petrus fand Dusburg in den angeführten Quellen 
nicht; statt der ersteren steht daselbst 4 276, der letztere fehlt. 



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204 



PETRI DE DUSBIRG 



«i De edificacione caslri et opidi Risenburgk. 

Hoc anno Albertus episcopus Pomesaniensis edificavit Castrum et opidum 
Risenburgk* in terra Pruzie. 

es De Johanne xxi papa et rege Rudolphe* rege Romanorum. 

Eodem anno Jobonnea popa xxi nacione Hispanus marnnn in arte phiaiea librnm 
composoit, qui snmma vel llicsaurus pauperum dicitur (Ptol. 23, 21. Matt. p. 418.) 

«3 De victoria Rudolphi regis Romanorum contra Ottackarum regem Bohmte. 

Hoc tempore Ruilolplius rex Roinanorum Ottackarum " regem Bobemie in bello occidit, et 
ducatum Austrie filio suo Alberto dedit, qoi postea faetus fuit rex Romanorom, et 6liam sau 
dedit filio c regis Bobemie occisi. (Ptol. 23, 25.) 

m De Nicoiao m papa et rege Rudolpho et inundacione Tyberis. 

1277 Anno domiui MCCLXXVII iNirolaus papa Iii et Rudolphus rr^naverunt. Hoc tempore Roioe 
Tyberis in tantum inundavit et erevit, nt per IUI pedes et ampliaa ascenderet super altare beste 
Marie rotvade. (PtoL 23, 26. tun. ». 420.) 

es De relevacione corporis beate Marie Magdalene. 

1280 Anno domini atcciAXX Karolas rex Saleroitaoas et postea rex Cecilie corpus Marie Magd»- 
teoe relevavit*. (Ptol. 23, 35.) 

m De morte Alber Ii magni. 

Eodem anno Albertut magous Colonie moritur. (ptol. 22, 19.) 

«7 De miraculis saneti Jodoci in Pomesania Pruzie. 

Hoc eciam anno sanetus Jodocus in diocesi Pomesaniensi in Pruxia ineepit 
facerc miracula. 

a» De Martino papa im et rege Rudolpho et monstro piscis marini et morte 

multorum Gallicorum in Cecilia. 

Anno domini MCCLXXXl Martinus papa im et Rudolphus rex Romanorom regnaverunL Hoc 
tempore mense Febraarii piscis marinas in efllpe leonis captas fuit in illa plaga maritime r , qoe 
sita est versns Montem altum, el portatos apud Urbem veterem, quo mnltitado eurialium ve&it ad 
videodun) moostram hoc, quin pellis ejns pilosa fuit, pedes breves, eauda leoniua, caput leoninma, 
aores, os, deates et lingaam haboit quasi ieo. Rererebatar, qaod in ejns capeione planctas b»r- 
ribiles emiserat, sie qaod malti prenostieabant futora ex hoc. Et ecce non trage post ia regioae 
Cecilie* Paoormitani sneeeosi rabie Gallicos, qui morabaatur ibi, nmoe.t tarn mares quam femiois 
iu predicti regis contcmplnm occiderant, et qood detestabilius fuit mnlierom Latinarnm pregoan- 
cinm latera aperientej, qae dicebantnr de Gallicis h coneepisse, partns occidebaat, aatequam nas- 
CCrcotur'. (Ptol. 21, 1. Hart. p. 422. Hart- p. 424.) 

es De morle milium L Sarracenorum et xxx milium Tartarorum. 

Eodem tempore Tartari orientales ultra quinquafrinta milia Sarracenorum occiderant, sed 
soldanus resumptis viribus et animo Tartaros invasit et in fagam eonversos xxx milia inter- 
fecit 1 . (Hart. p. 426.) 

Cap. 61. a) Äieaenburjk and Riwnburjk K. Rytinbarj J. Riaenburt/k T. Cap. 63. b) Otaekarum aad 
OtUckarun» K. T. Ottackere J. e) Alk> «uo H. Cap. 64. d) ateenderent H. Cap. 66. *) rereluri* H. 
Cap. 66. f) marlttma Martin p. 424. f.) Seeilie K. Bedlia« H. Sieilia« T. b) OaUla H. Gallieb »>ni° 
p. 424. 1) naaoeretur H. 

4) Stall XXX milia steht bei Martin CCXXX milia. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS IY. 205 

De fratre Burgardo magistro generali ix ordinis domus Theutonice.' 70 

Frater Burgardus b do Swanden magister generalis ix ordinis domus Theu- 
tonice prefuit hoc tempore. Hic nescio quo ductus spiritu dum ad terrc sancte 
defensionem, debuit transire*, petita licencia et obtenta habilum ordinis Theuto- 
nice deposuit et ordinem Hospita)arioruni a assumpsit, in quo postea est de- 
functus 1 . 

De Honorio papa im et rege Rudolpho et de conßrmacione ordinis Carme* 11 
litarum et promocione ordinis sancli Augustini, quanlum ad magistros. 

Anno domini HCCLXXXIIII* Honorius papa Mit et Rodolphns rtx Romanornm regnave- l** 5 
rnnt. Hic papa ordinem Carmelitarum, qoi in coocilio Lngdnnensi uiansit suspenso«, conflrmavit 
et Carmelite matellos scarratos mutaveranl in cappas atbai. Hoc eriom tempore promotos est 
ordo Augustioensis, quairtum ad magistros, Parisius. (Ptol. 24, 13. um. P . 432. Ptol. 24, »4.) 

De fratre Egidio doctore magno ordinis saneti Augustini et tnortc ipsius. 1% 

Kodein tempore floruit magister Egidina ordinis Augustinensls * doetor magnus, qui postea a 
Bonifacio papa vm facta* archiepiscopus Bitnriceosis (Ptol. 24, 14.) morlUUS fuit Avinionis, 
Romana curia ibidem residente sub Johanne papa xxu anno domini mcccxvi r ka- 
lendis Januariis, et Parisius apud fratres sui ordinis sepultus. j 3 « 8 

De morle Conradi sacerdotis de Alimania, qui ad converlendum genles i* 

transüt Lethowiam. 

Anno domini mcclxxxv» Conradus sacerdos de Alcmania transüt ad terramu« 
Lethowie ad convertondum gentes ibidem. Qui cum moram fecisset per duos 
annos ibi, Lethowini ipsum interfecerunt. In Ioco autem, tibi interfectus fuit, 
postea candele ardentes sepius sunt vise. 

De Nicoiao papa im et rege Rudolpho et destruetione civitatis Tripolis. 

Anno domini MCCLXXXvni Nicolaus papa IUI de ordine fratrum Minornm et Rudolphus rex 
Romanornm regnavervnt. Hajos pape anno secuuJo h Tripolis est destracU captis Crisüanis inibi 
existentibns et oecisis 1 . (Ptol. 24, 20. M»rt. P . 432. Mut. P . 421.) 

De quadam virgine in diocesi Leodiensi, que ultra xxx annos* vixit sine i» 

eibo et potu. 

Hoc tempore in Alemania in diocesi Leodiensi 1 in villa, que dicitur Erkel 
quedam puella incepil vivere sine eibo et potu, et sie ultra xxx annos vixit. 
Plebanus diele villc optulil ei oblatam non consecratam die, quo consuevit cor- 

Ca.p. 70. ») 80 im Index, im Text fohlt IX. b) Burksrdue, Burtvdu* K. Burjmrdo. T. Burkhard J. 
e) tmiem K. tnulit T. U. d) hexpiuliorum K. T. H. Cnp. 78. e) Aupiitinl K. T. II. f) MCCLXXX VI, 
verfehlt« Conjectur von H. Cap. 78. f) MCC LXXXVI, wie Torber H. 0»p. 74. h) Kodein prope 
anno, Conjectur von H., der bl*r die AbkQnuti|rrn der Haiidechrift nicht verstand. 1) die Stell* bnjus bis 
oectais fehlt T. C*p. 75. k) nnnos hinter vixit K. 1) Leodiensi K. T. In Indig J. Lcovienoi H. 

1) Burcbard von Schwanden trat sein Amt nach Dusburg zwischen 4 881 and 1284 an, 
nach anderen Ueberlieferungcn ziemlich sicher 4282. Er kommt noch in einer Urkunde vom 
23. December 1289 Cod. Dipl. Lubec. 1 n. 539 vor. Da Dusburg das Anlrittsjalir seines 
Nachfolgers (1290) nicht erwähnt, so muss es aus den spateren llochineistervcrzeichnissen 
ergänzt werden, Historiogr. S. 267. Näheres über seinen Zug nach Accon giebt Jeroschin. 
Nach einer von Voigt 4, 58, Anm. 8 hervorgezogenen Notiz soll Burcbard spüter die hoch- 
meisterliche WUrde noch einmal wieder verlangt haben. 

2) Nach den Quellen nicht 4284, sondern 1285. 



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206 



I'ETRI DE DUSBURti 



pus domini sumere, quam* non potuil dcglulire, sed resumpla illa fc dedit ei 
hostiam consecratam, quam stalim deglulivit, perpendens in hoc, quod cibum 
mnterialem non posset sumere nullo modo. 

De confliclu circa Coloniam m villa Wurinc. 
Hoc tempore fuit conflictus apud Coloniam Agrippinam circa villam* Wu- 
rinc 4 , in quo Joannes duxBrabancie optiuuit victoriam contra Syfridum de Run- 
kel archiepiscopum Coloniensem , et preter communem popuium ex ulraque 
parte mille et ccc nobiles ceciderunt inlcrfecli 1 . 

De deslructione civitatis Achonensis. 

Anno domini uccxc in die Polencianc virginis scilicet xihi kalendas Junii d- 
vitas Achonensis a soldauo destructa est captis et occisls Cristiani« infinitis. (H«rt. p. 421. 
PtoJ. 24, 2J, 24.) 

Nota, quod circa annum domini dc eo tempore, quo Machometus morieba- 
tur, Eraclius impcrator in bcllo procedens contra Cosdroem regem Persarum dc- 
vicit, et partem ligni dominici, quam de templo domini tulerat, reportavit, ec- 
clesias dei et terram sanctam, quam destruxerat, reparavit. 

De statu terre sancte. 

Non longe post recessum Eraclii imperatoris de terra sancta, quidam no- 
mine Homar princeps Arabum, qui tercius successor fuit regni Machomeli terram 
sanctam ingressus hostiliter occupavit, et.sic Cristiani in civitale sancta' Jeru- 
salem et in partibus adjacentibus commorantcs per ccccxc annos perpessi sunt 
jugum durissiraum infidelium et crudelium dominorum. Tandem dominus cum 
diu iratus fuisset, rccordatus misericordie sue, videns afllictionem populi sui, 
cuidam pauperi et religioso homini de regno Francie, in Ambiensi episcopalu 
vitam heremilicam agenli, qui dicebatur Petrus heremita, inspiravil, ul sepul- 
crum domini et loca terre sancte visitaret. Qui cum venisset ad sanctam civi- 
tatem, videns loca sancta ab iropiis irreverenter traclari, virum eciara venera- 
bilem Symeonem civitatis patriarcham una cum subditis suis tanquam vile man- 
cipium cum omni abjeclione innumeris obpressionibus afiligi , sicut erat vir 
sanctus et valde compaciens et super aflliclos pia geslans viscera, cepit dolere 
vehementer et conlristari et variis modis secum anxius cogilare, si quo modo 
posset afllictis sub venire. Cum aulem quadam nocle in ccclesia dominice re- 
surrectionis in oracionibus domino supplicans pernoctaret, et f longo vigiliarum 
labore fatigatus supra pavimcntum ecclesie inciperet paululum obdormirc, do- 
minus noster Jesus Cristus apparuit ei in somnis, injungcns ei legacionem ad 
dominum papam et ad principes occidentales pro liberacione terre sancte. Ipse 
vero divina revelacione confortatus et zelo caritatis* succensus cum literis pre- 
dicli patriarche Symconis et aliorum fidelium Jerosolime commorancium primo 
dominum papäm Urbanum u petiit, a quo benigne susceptus Ytaliam transcur- 
rens et Alpes transiens, tarn principes orientalcs quam occidentales, quam » in- 
feriorem popuium sollicile admonendo, et' variis exhortacionibus (sicut erat vir 
prudens et potens in opere et sermone) multorum animos ad susciptendum pe- 

») quod H. b) es U. Oap. 76. c) tUIm K. TitUm D. d) wnrtnee X. wtwu|«n J. WurmiM U. 
Oap. 78. c) in eirttste uneUn K. in cititat« «ancU T. in ciriutcra iMctam H. f) et ron T. «üigrschot^n. 
g) carilatU K. T. civitatii H. h) qnamque T. i) et fehlt T. 

4) Vgl. Anna). Mogunt. bei Bochmer fontcs 2, 154. 



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CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS IV. 207 

regrinacionis Jerosolimitane' laborem inclinavit, domino cooperante et legati sui 
sermonibus copiosam graciam largiente. Non multo tempore post dominus papa 
Urbanus predictum Petrum in Gallias secutus, convocato concilio generali cala- 
mitates et oppressiones fidelium in terra saneta comtnorancium et tarn domini- 
cutn scpulcrum quam alia saneta loca ab itnraundis* canibus conculcata et pro- 
phanata ditigenter exposuit, omnibus, quos spiritus sanetus ad ulcionem inju- 
ria rum crueifixi et ad lerre sanete liberacionem incitaret, in remissionem omnium 
. peccatorum tarn sanetam et placilam peregrinacionem injungens. Semen autem 
verbi dei cecidil in terram bonam et fertilem et fecit fruetum muitum, sie quod 
multi episcopi, prelati ecclesiarum, prineipes, duces, comites, barones et nobiles 
et alii signo salutifere crucis humeris suis aüixo sese volo peregrinacionis domino 
obligarunt. Anno ergo domini «evi predictus Petrus cum cruce signatis et mul- 
titdtline copiosa Theutonicorum mare transiens Hellespontum civitatem, que € 
hodie brachium saneti Georgii dicilur, urbem etiam Anthiocenam et civitatem 
sanetam Jerusalem, et procedente tempore per alios peregrinos advenientes in- 
Gnitas et quasi inexpugnabiles civitates et castra ce|>erunt, de manibus mfide- 
lium liberantes, sie quod in civitate saneta Jerusalem patriarcha fuerat institu- 
tus, qui sub se habuit qualuor archiepiscopos scilicet Tyrensem cum quatuor 
suffraganeis, Cesariensem cum uno, Nazarenum cum uno, et Petracensem cum 
uno suffraganeo. Ecclesie collegiate, monasteria regularium, cenobia monacho- 
rum, oratoria heremitarum, claustra sanetimonialium fucrant multa nimis. Rex 
fuit et Jerusalem, qui sub se habuit multos prineipes, comites et dotninos. Ecce 
quis enumerare sufficeret mira et magna opera domini, exquisita in omnes vo- 
hintales ejus, que in materiam laudis sue et in usum necessitalis nostre creavit. 
Vidit deus cuneta, que fecerat, et erant valde bona, et nihil odit eorum, que 
fecit. Solum pecedturo, quod nihil est, odit, persequitur, et dcslruit. Unde cum 
sex diebus solo verbo cuneta creavit, annis plus quam xxxm ad destruendum 
peccalum in mundo laboravit. Hoc solum est, quod ei displicet, quod oculos 
majestatis sue a offendit, quod ipsum mitem et suavem nobis asperura reddit, 
hoc est, quod de angelo diabolum fecit ; de libero servum, de incorrupto morta- 
Icm et corruptum, de bcato miserum et de cive exulera et ejeclum, de filiis dei 
filios diaboli ; hoc est, quod nunquam impunitum relinquit. Unde peccatis im- 
piorum hominum exigentibus, qui terram sanetam* mullis modis sceleribus sor- 
didabant, et ipsum provocantibus f , conversus est in crudelem, qui natura be- 
nignus est et suavis. Unde facti sunt in derisum vicinis suis, et inimici coram 
subsannaverunt eos. Cythara eorum versa est in luclum, et fortitudo eorum re- 
dacta est in favillam. Facta est quasi vidua domina genciuin, prineeps provin- Thmn i, i. 
ciarum facta est sub tributo. Adeo enim conclusit deus in gladio populum suum 
et hereditatem sprevit. Adeo facti sunt inimici eorum in caput«, et k ipsi in cau-Thren t, 5. 
dam, quod non solum terram promissionis, sed omnes fere regiones, civitates et 
municiones ab introilu terre Egipti usque Mesopotamiam itinere plus quam vi- 
ginti dierum inimici eorum violenter abstulemnt preter alias multas civitates et 
municiones maritimas. Postea multi reges et prineipes cum innumera multitu- 
dine armatorum venientes terram sanetam recuperarunt et recuperatam iterum 
perdiderunt, sie quod anno domini mccl ineepit sensibiliter deficere, quousque 

k) JnwoUiM K. T. HtarMolymieu H. b) immundb K. T. nmnd» U. e) Q K. T. qw U. abminitim- 
mend mit J. d) lue K. ejus T. H. e) «ive H. f) tpium provocsoUbut (ohne et) K. rt iptnin proton- 
bMt T. H. f) in c«pit« K. H. In caß. T. b) ut et U. 

1 



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208 



- 

PETKI DE DUSBL'RG 



anno ejusdem domini mccxc civitas Achonensis, que sola supereral, a paganis fun- 
ditus est destrucla. Causa dcslruclionis hujus civitatis fuit duplex, prima di- 
versitas dominorum, qui in defensione ipsius discordabant, secunda, quod cruce 
signati, quos dominus papa misit in subsidium, erant sine capite et rebelles et 
treugas continue infringebant. 

n Querimonia desolacionis terre sancte. 

Sic ergo tu o sancta terra promissionis deo amabilis et angelis sanclis ve- . 
nerabilis et universo mundo admirabilis a deo 1 electa et preelecta, ut k te pre- 
sencia c sua visibiliter illustrnret, et in te libcracionis noslre sacramenla roinis- 
trando genus humanum redinieret, posila es d desolata et merore consumpla. 

Tbren. 2, .'». Partus est dominus inimicus, precipilavit omnia menia lua, dissipavit municio- 
nes luas, dissipavit quasi ort um tenlorium tuum, demolitus est tabernacuhim 
tuum, oblivioni tradidit festivitates et sabbalum r , abjecil r in opprobrium in in- 
dignacione furoris regem et sacerdotem. Omnes perseculores tui apprehende- 

Thr*o.i,2.runt te inter anguslias, plorans ergo plorasti in nocte, et lachrime in maxillis 
tuis, nec est, qui consoletur te ex omnibus caris tuis. 

so Exhortacio terre sancle ad Cristianos pro liberacione sua. 

Audite obsccro universi populi Cristiani et videte dolorem desolacionis mee, 
recordamini, quid acciderit mihi, inlucmini et respicite opprobrium meum, ap- 
prehendite arma et scutum et exurgite in adjutorium mihi, eßundite frameam et 
concludite adversus eos, qui me persequuntur, eripite me pauperem et desola- 
tam* et de peccatorum manibus liberale. 

*» De Celeslino v papa et rege Adolpho de Nassow. 

12W Aono domini mccxciiii Cetesunas v papa et Adolpatu de Nmow re* Romanorum reg- 
nant h . (PtoL 24, 27, 29. Bfart. p. 4M.) 

•« De Bonifacio vm papa et rege Adolpho. 

Anno domini MCCXCV Bonifatius vm papa et Adolpau» rex Romanoruro regnaut ' (PtoL 

»pp. p. 1217. M«rt.p. 435.) 

8» De canonizacione sancti Lodowici regis Francie. 

1397 Anno domini mccxcvi Bonifatius papa canonizavit Lodowicnm regem Francie*. 
(Ptol. t P p. P . 1217. Mirt. p.436.) 

»* De fratre Godefrido de Hoeloch magistro generali ordinis domus Theutonice. 

vm Anno domini mccxcvu frater Godefridus de Hoeloch electus fuit in roagis- 
trum generalem ordinis domus Theutonice, et prefuit xiii annis. Nec tarnen in- 
ter alios magistros computatur, quia in xm anno resignavit oflicium suum, et 
Herum temerarie resumpsit*. 

Cap. 79. ») »dto K. H. % deo T. b) nec K. H. nt T. e) petootto H. i) f K. est H. et T % «)ialta» 
(I uod b durchitricheti) K. nbbaUinoi T. II. f) Conjactur, oach J. et eoojicirt T. Cap. 80. g) «Uso- 
Utum U. Cap. 81. b) Dieser Ab«U fehlt bei II. Cap. 68. i) Dieter Ab»»U fehlt bei U. 

4) Die Zahl 4 296 bei Martin ist wohl nur Druckfehler. 

2) Statt 1296 ist wohl 4 297 zu lesen, wie Ptolem. und Mart. haben. 

3) Leber Gottfried von Hohenlohe vgl. zu III, c. 288 und Historiogr. S. 268. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS IV. 209 

De morte Adolphi regis Romanorum. »» 

Anno domini MCCXCVIU Albertus dux Austric Adolphum regem Romanonim occidil in bellu, 
ei in regno. (ptol. a PP . P . 121«. Mvt. P . i:u, 431 ff.) 



De Alberto rege Romanorum. ** 

Anno domini mccxcix Bonifacius papa vm et Albertus rex Roinanonun regnant 1 . ,29!i 

(Ptol. app. P . 1220. Marl. P . 43J.) 

De morte cc milia Sarracenorum. 87 

Anno domini mccc Tartari excuntes a sedibus suis iovaserunt Sarracenos et primo t300 

in Capadocia, deindo in parlibns Selcucie sive Antiocbic, inde in Armcuia majori et 

minori, obinde in tota terra* promissionis et in Damascn et in Gaza usquc ad confinia 

Kgipti, in quibus omnibus regionibua plus quam cc milia Sarracenorum occiderunt. (PtoL 
app. P . 1220.) 

De induhjencia annijubilei. *s 

Enden anno fnit an aus jubileus et dominus Bonifacius papa dedit omnibus visiüintibus 
limina beatorum Petri et Pauli apostolorum plenissimam iudulgenciom pcccatorum. (Ptoi. a PP . 

p. 1220. Mart. P . 437.) 

De cometa. 8» 

Auno domini MCCCI cometa apparuit in Septembri .in uccidente in signn scorpionis, quod est J^J^ 
domus Marlis, qui aliquando emittebat comam ad orientem, aliquando ad meridiem et apparuit 
ia sero. (Ptol. app. P . 1221. Man.p. 437.) 

De morte regis Ungaric et Carolo successore ipsius. 90 

Hoc tempore Andreas rex Ungaric inoritur et post multns altercaciones iuter 

regem h Bohemie et duccm Auslrie babitas Karolas Martellus reguum L'ngarie optinuit. 
(Ptol. app. p. 1221.) 

De hello Alberti regis Romanorum contra ducem Havarie et Maguntinum eist 

Coloniensem archiejiiscopos. 

Eodem anno Albertus rex Romanoram prevaluit iu bello contra ducem Bavarie et Magunti- 
num et Coloniensem e arcbiepiscopos. (Ptol. a PP . P . 1221.) 

De quodam miraculo bcate virginis. m 

Anno domini in.cc.11 quidam latro, dcvotus tarnen virgini Marie, Perusii ini302 
Ilalia dccollatus fuit, cujus caput jani preeisuni de corpore* clamavit alla voce: 
afferte mihi sacerdotem, quia beata Maria, prout eam in oracionibus meis sin— 
gutis diebus fusis roga>i, non sinit me mori, antcquam confitear omnia peccala 
mea, et sie factum fuit. 

De discordia Boni facti pape et Philippi regis Francie. 9» 

Eodem anno inoepit discordia inter Bonifacinm papam ex una parte et Pbilippuin rcgeiu 
Francie ex altera. Dixit enim papa, regnum Francie in temporalibus et spiritualibus iiume- 
diate subesse sedi apostolice, et misit papa rescriptum subjectionis cum bulla regi Francie, 
uasereas diceatem contrarium hereticum esse. Quod rescriptum lectum fuit et combustum Pari- 
sins in palacio c regis coram innnmera multitudine clericorum et laycorum. 
Et rex contra papam posuit XV articulos criniinosos et appellavit ad futurum cnuciliuiu 

Cap. t7. a) totam temm K. U. toU terra T. Gap. 90. b) ducem H. Cap. 91. c) Coltnenwm, im 
lud«* ealneMcm K. colonlcntem H. Cap. 98. d) fehlt bei H. Oap. 93. •) Palatino H. 

4) Die angeführten Quellen geben die Zahl 4 398 statt 1299. 
Script, r. F. 1. 44 



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210 



PETRI DE DlSBURC 



sive papam. Papa tarnen de hujusmodi criminibus Rome in concilio se pur- 
g a v i t. (Ptol. p. 1221 ff. Wart, p. 438.) 

m De morte plurium Galitc ururn et Flandrensium. 

Juli Rüdem anno in mens« Julii Flandrens«» rebellaverunt contra regen Froucie , et 

cnnvenientes in bcllo tria milia Gallieorum Winkum , baronum et nobilium ceciderunt. 

(Ptol. p. 1222.) 

1303 Anno dotoiiii Mccciu Bonifacrus papa Albertum regem Romauorum in imperatorem confirmat 

et eidem regnum Francie subjecit, quod tarnen Clemens papa v postea revoeavit. <pu>i. p. 1222, 1227. 
Hart. p. 43», 442.) 

Eodem anno inter Gallicos et Fiandrenses magoa strages facta fuit, et ex utraque parte 
plnrimi cecidernnt. (Ptol. P . 1233.) 

^ De capeione Bonifacü pape et dispersione thesauri. 



in prineipio mensis Septembris apad Aoagiiiam in loco scilicet 
papa Bonifaciog capitur, totusquef tbesanrus ecclesie dispergitur. Sed tandem per cives dietc civi- 
tatis liberatus Romam ducitar et in sedu sancü Petri locotas post modicum spacium tcinporia ex- 
piravit. (Hart, p. 43«. Ptol. p. 1223.) 

»e De Benedicto papa xi et rege Alberto. 

1303 Anno domini mccciu Benedictas papa xi de ordine fratrum Predicatorum et Albertus rex 
Romanorum regnaverunt. (Man. p. 440. Ptol. p. 1224.) 



»7 De inundacione aquarum. 

2&. Decembcr Anno domini Mccciui circa nativitatem ejus tanta fuit aquarum inundancia, 
quod homines pulabant, sc diluvio pcriluros. Ambo ponles Parisius corruerunt, 
sie quod nulluui ipsoruni vestigiuni remaneret, et plura in aliis provineiis damna 
fecit. 

äs De demente papa v et rege Alberto. 

i:m Anno domini ncccv Clemens papa v et Albertus re.\ Romanorum iaperanL (Marc p. 441. 

Ptol. p. 1228.) 

»o De casu pape et corone sue et oppressione multorum. 



18. Noramb. Hie papa Clemens in octava saueti Martini dum post curouackmem saam desrcnderet 
de ecclesia sancü Justi in monte apud Lugdunum , cecidit mnrus et mal tos oppressit , et 
dux ßritanie, qui equnm pape duxit, mortuns est. Karolas fratar regia Francie lesus fuit 
valde, et ipse papa passus est. Equus eniin ejus cecidit et lapidibus obrutus est, et Corona 
cecidit de capite ipsius, et in casu perditus fuit lapis preciosus rubinus, qui stetit in capite 

corone inestimabiUs precii , que omnia eront indicaliva stalns sui fnteri. (Hut. p. 441. 

Ptol. p. 1226.) 

100 De empeione caslri Dunemunde. 

1305 Anno domini mcccv fratres domus Theulonice de Lyvonia Castrum Dune- 
26. Juu munde' in crastino beali Jacobi apostoli justo empeionis titulo sunt adepli 1 . 

101 De miraculis saneti Ruperti in Kunigsbergk. 

i3oc Anno domini mcccvi in Prussia in Castro Kunigsbergk ineepit dominus fa- 
cere miracula propter reliquias saneti Ruperti b , et multi homines et canes et 
alia jumenta a diversis languoribus sunt curati. 

Cap. 100. a) Danemunde U. Cap. 101. b) Huperti K. T. Buprecht J. 

1) Vgl. Canon. Samb. c. 7. Die Verkaufsurkunde ist jedoch in vigilia ascensionis domini 
[86. Mai) 1305, Mittb. aus der IM. Gesch. 6, 867. Ein Entwurf darüber (von 4 305) steht 
ebenda 8, 116. 



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CROXICA TERRE PRÜSSIE. PARS IV. 



211 



De morle Wenceslai regis Bohemie et translacione regni ipsius. iot 

Anno domini mcccvii" Wenceslaus rex Bobeinie moritur, et filius ejus in BudalM* 
coronatar, et eodera anno est a quudam suo milite interfectus, (PtoL p. 1227.) et SIC regnuni 

Bohcmie, quia heredem non habuit, translatum est ad alienos, quia rex Roma- 
noruin Albertus filium suum instituit in dictum regnum. 

De capcione insule Rodi per Hospitalarios. ios 

mno Hospitalarii ceperant iusnlam Rodi, in qua hnbitabant Turchi, et v alias in- 



(Mart.p.442.) 

De occisione Alberti regis Romanorum. 10» 

Anno domini stcocvm in die beatorum Philippi et Jacobi Albertus rex Ro-!^*miü 
manorum a Joanne duce diclo Anlanl nepote suo öcciditur, quia partcm ducatus 
Auslrie abstulit ei, licet esset verus hercs. 

De electione Henrid comitis de Lucellenburgk in regem Romanorum. ios 

Eodcm anno in die beate Kathen ne principe* Alcmauie electores Henricum conti- 25. November 

tem de Lucellenburgk b in regem Knmanorum concorditer elegeruot. (M*rt. p. 414. Ptol. 
p. 1230.) 

De coronacione ipsius Aquisgrani. ioe 



Anno domini MCCCIX idem electus in epiphania Aquisgrani coronatur. (Mart. P . 444. J™;^ 
Lc) 



De coronacione ejwdem apud Mediolanum. 107 

1311 

Anno domini mcccxi in epiphania ejus Henriens rex Homanorom apnd Mcdiulnnam Corona 0 ' j K 
ferrea coronatur. (Ptol. p. 1234. Mart. p. 446.) 

De morle x milium equitum Sarracenorum per Tartaros. im 



Hoc et anno Tartan cum Annenis el Gorgiania venerunt in Siriam et Palestinam, et fugato 
Si>ldano ultra x milia equitum oeciderunt. (Ptol. p. 1235.) 



De deslructione ordinis Templariorum. 109 

Anno domini mcccxii e XI kalendü Aprilis tempore Heorici vn i imperatoris ordo Templa- y]! Man 
riorum a demente v papa non per sentenciam definilam sed per proviaionem sedis apostolice 
condempnatur in concilio Viennenai, qui fundatus fuit anno domini MCXtl sub Pascali papa u et 
V imperatore. (Mart. p. 445. PtoU p. 123«.) 



De coronacione regis Henrici in imperatorem. 

Hoc anno Henricus vn rex Romanoruin in eeclcsia Lateraoensi Rome in r imperatorem coro- 
natur a deposicione Friderici imperatoris II anno iah*. (MarUp. 417. Ptol. p. 1234.) 

De canonizaäone saneti Petri quondam Celestim pape v. m 

Anno domini mcccxiii v die 1 * mensis Maji papa Clemens v cauonizavit sanetum Pc-^m^ 
truin confessorem, qui Fuit papa Celejtiuus v, et preeepit festum suum Xllll die men- 
sis Junii observari. (Hart. p. 446. Ptol. p. 1240.) 



Cap. 103. a) MCCCVII K. T. MCCCVI II. 1307 J. Cap. 105. b) Luoellenburg-k K. T. LuUrlbuif D. 

«Jap. 109. c) MCCCXI K. T. H. 1312 J. &) »exti K. T. VII II. 8« auch J. «) dJBlnitam K. deflnitam 
T. H. Cap. 110. 0 i» trftntt Ton H. g) Cap. HO fehlt T. 0»p. 111. h) die V II. 

4) Die Zahl 4307 ist ein Versahen statt «306, welche Plolem. richtig darbietet. 
2) Nach Jeroschin am Veitstage (4 5. Juni). 



212 



PKTRI DK DUSBURG 



u« De cometa. 

23. Aprii Eodem anno circa fcslura beati Georgii* aparuit cometa in sero x diebus 
vertens comani ad Ualiam. 

11$ De morte Heiirici imperatoris. 

24. August Eodem anno in die ßartolomei lienricas Imperator in comitatu Seoeosi mortuus est et 
scpulius Pisis. x dies, quibus comcla aparuU, signabanl x dics b , quibus itnpcrator 
inürmabulur anlc mortem suam. (Ptoi. P . mo. m«*. p. U9.) 



,,, De defectu caplure allecum in 

Hoc anno captura* allecum defecit in terra Prussie, que a tempore, cujus 
memoria non extitit, ibidem habundabat. 

Ii* De tribus radiut so Iis cl scismra collcgii. 

j. Mir! ^ nno «1°™'"' mcccxiv kalcudis Marcii apud Carpentrasium d , obi tunc curia Romana fiiit, 
nparueruut treu soles circa octavam koram', unus in Oriente in naturalis', duo in 
meridie unus naturalis , alter ' contra cursum nature , et diu duraverunt , et quilibet suos k 
radios emittchat. Hoc fuit quoddam iudicium et prodigium signißcaos mortem pape et post mor- 
tem ejus nd inudicuui scissurara collcgii. Duravil tarnen isla scissura per duos an dos et Uli 
cardiuales eoncordarent in electione futuri pape. Hoc idein signum simili ~ ' 



aparuit tempore mortis Julii Uesaris, ut seribit Comeator, et post mortem facta est scissura se- 

nntus. (inol. p. 1241.) 

116 De morte pape. 

20. April Eodem aono x 1 1 1 1 k kalendas Maji moritur papa Clemens eo die, revoluto anno, quo 
cometa iueepit aparere. (Ptol. P . 1242.) 

117 De electione discordi Lodetvici de ßavaria et Friderici ducis Austrie in 

regem Romanorum. 

21. October Hoc eciam anno xu kalendas Novembris Lodewicus de Bavaria et Fridericus 
dux Austrie in discordia sunt electi in regem Romanorum tempore, quo sedes 
aposlolica vaeavit xxviu mensibus, et dtiravit intcr eos hec discordia usque ad 
29. »tp? annum < ' omm ' mcccxxn , tibi in vigilia Michaelis Lodewicus dux Bavarie post 
multa bella inier sc habila Fridericum ducem Auslrie cepit in bcllo et captuin 
delinuit u annis. Extunc facta fuit concordia inter ipsos. 

iig De papa Joanne xxn et electis. 

ist» Anno domini mcccxvi 1 Joannes xxu papa cum hiis eleclis in discordia regnavit. 
Iis De canonizacionc saneti Lodetvici fratris regis Roberti de Sicilia. 

I3U Aono domini Mcccxvit Joannes papa beatum Lodewicum germaoum Roberti regia 
Sicilie ordiuis fratrum Minorum canoniaavit, et preeepit diem na Ulis aoi v die post assumpeio- 
bealc Virginia celebrari. (M»rt. p. 449.) 



i2o De combustione leprosorum in Francia. 

1320 Anno domini mcccxx leprosi in Francia combusli fuerunt. Referebatur enim, 
quod ipsi veneno aquas infecissent, de quo plures homines et pecora perierunt. 

Cap. 112. ») trrcgnrii H. Gap. 118. b) Die Zelle qulbu«-dir* fehlt bei H. Cap. 114. c) captura fehlt 
bei U. Oap. IIS. d) Carpentoratum Ptol. Luc. p. 1241. •) o. o. b. K. T. H. in otiaoto steht an Stello 
dewvn, wohl falacb, bei Ptol. I. c. f) naturalis, wohl falsch, bei Ptol. t c. kwaturalia fehlt T. |) altert T. 
h) du«. iuu euoe bei Ptol. 1. e. i) simlli A K. T. »imiUter H. Oap. 116. k) XIII M. XII Ptoi. 
Cap. 118. I) 8o K. D. und H., 132« i. 



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CRONICA TERRE PRCSSIE. PARS IV. 213 

De quodam miraculo. »1 

Anno domini hcccxxi in partibus Sclavie tres viri accusati de propinacione 1321 
veneni, missi fuerunt in fcrventem aquam, quorum duo statim suflbcati sunt, 
tercius propter innocenciam illesus exivit. 

De resuscitacione cujusdam pueri mortui in terra Prussie in castro in 

Brandenburgk. 

Anno domini xcccxxii in terra Prussie in castro Brandenburgk Thomas filiusmi 
Hertwigi de Pokarwis* vixit, qui, cum esset im annorum, mortuus fuit, et revixit 
virtute ligni dominici, quod antea frater de Vleckenstein* de Reno illuc tnlerat 
et frater Gevehardus doMansvclt semel projeeit in ignem et de igne resiliit plu- 
ribus videntibus ad probandum, quod esset verum lignum crucis, in qua b Cri- 
stus e pependit. 

De guttis sanguinis, que stillabant de pane in terra Prussie in castro 1« 

Cristburgk. 

Anno domini mc<:cxxiiii Andreas carpentarius in castro Cristburgk terrei32i 
Prussie dum in cena esset, de pane, quem tinxerat in cervisiam, gutto sanguinis 
stillabant, quod commensales sui dum de aliquo vulnere crederent emanare, cir- 
cumspicientes diligenter et os et faciem et manus ejus, non invencrunt alieujus 
vestigium lesionis, unde de hoc facto plures fuerunt admirati. 

De occisione multorum milium de parte Gelphorum in Ytalia. m 

Anno domini mcccxxy in Ytalia de^ parte Gelphorum multa d milia per Ge-1325 
bellinos sunt occisa. 

De vaslacione terre Ungarie et xxx milium Tarlarortim interfectione. m 

Anno domini mcccxxvi rex Ungarie de exercitu Tartarorum, qui rcgnumnM 
suum depopulaverant, xxx milia interfecit. 

[Anno domini mccclxxxii obiit fraler Winnens'.] ,. i0 
FLMS PR1ME CRON1CE PETRI DE DISBURG f . 

SUPPLEMENTUM. 8 

De evangelio: in prineipio erat verbum. 1 

Eodem anno frater Wernerus magisler generalis in capitulo generali insli- 
tuit, ut in reverenciam et honorem incarnacionis domini nostri Jesu Crisli sin- 
gulis diebus finita summa missa, clerici evangelium: in prineipio erat verbum, 

Cap. 122. a) Ulekenstein U. b) quo durch Conj. tugesctit T. Detter wohl qua. e) rmlrii H. 

Cap. 124. d) T. »etat aliquot, n. multa hlntu. Cap. 126. e) Die»e Zeile fehlt bei H., i»t bei T. in da. 
8uppl. geschoben. Jeden fall« ist es ein spaterer Zurati und deshalb von un» eingeklammert, f) Liese 
Worte sUrhn nur im Cod. T., im Stuttgarter Codex de* Jeroschin steht an Stelle de«scn: Hie hat ein end die 
Cronieke von Pretutenland, aber Suppl. c 3 „in der e'rrtcn cronken part." Die grk-tbischen Worte 7\5 #i<p 
M<fry $ 3<£u ili 10 o/witov Im Cod. T. dagrjtn sind wohl nur ZusaU des Abschreiber». g) Nach Uartkuocb» 



1) Wie nahe die Familie sich den Deutschen anschloss, und welches Ansehen sie bc- 
s, icigt namentlich ihre VerschwUgorung mit der reich begüterten Familie Flcmming im 
Ermelande, Cod. Warm. 1, n. 4 71, vgl. Cod. Warm. I, S. 4*1, Anm. i. 



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214 PETRI DE DUSBIHG 

cum versiculo: ostende nobis domine misoricordiam tuam, et collecta : omnipo- 
tens sempitcrnc dcus dirige actus nostros in beneplacito tuo, legerent, et dum 
dicerent: et verbum caro factum est,fratres flectercnt genun sua usquc ad finem 
collecte. 

a De edificacione castri Morungen. 

im Anno domini mcccxxvii frater Hcrmannus commendator de Elbingo et hospi- 
talarius domus principalis civitatem dictam Morungen circa civitatem Salfelt, 
nomen suum trahens a stägno, in cujus sita est litlore, instauravil 

3 De dcslructione castri Cristmemele. 

im Anno Mcccxxvin t Castrum Memelburgk, quod fralres de Lyvonia edificave— 
runl anno domini mcclii 2 et sub dicione fuit eorum usque ad presens tempus, 
Iranslatum fuit ad fratrcs de Prussia 1 . Unde Castrum Cristmeraela, quod frater 
i. Anyiut Carolus magistcr edificavit, est in die bcati Petri ad vineula desolatum 4 . 

4 De preno8ticacione hujus destruetionis. 

Hujus castri destruetionem prenosticacio aliqua precessit. Anno domini 
mcccxxvii eodem tempore anni, quo sequenti anno destruetio facta fuit, tres fra- 
trcs in cenaculo dicti castri circa crepusculum sletcrunt, cum adbuc pauce stelle 
apparerent, et viderunt unam stellam in plaga aquilonis, que pretermisso na- 
turali cursu, rclrogrado b celeriter cueunit ultra c passus, et stelit ibi, nec fuit 
reversa, licet dicti fralres reversionem ejus diueius expectarent. 

s Iletn de eodem. 

Anno domini mcccxxviii fuit terre motus in dicto castro, et non alibi, et qua- 
eiebatur terra tarn 4 horribiliter, quod edificia alla niinabantur ruinam, ita quod 
hü, qui in edifieiis fueranl, volebant jam saltare ad terram*, ul evaderent mortem. 

e De vastacione territorii castri Garthe. 

Eodem tempore lx fratres et familia virorum de Prussia exicrunt versus 
Castrum Garlham, et dum intdligerent, cos premonitos esse, miserunt cccc vi- 
ros, qui inlraverunt territorium dicti castri, et depredaverunt id. et reversi sunt 
ad exercitum fratrum. Altera' die dum Lethowini crederent fratres r rediisse 
ad terram suam, et irent ad agros suos, extunc fratres cum toto exercilu suo 
inlraverunt potenter dictam terram, et usquc ad sex leucas eam depopulali sunt 
incendio et rapina. Plures eciam nobiles de dicto castro cum omni domo et fa- 
milia sua usque xcun* animas adjuneti sunt fralribus, et venientes in Prussiam 
baptismi graciam pereeperunt. 

n De dcslructione preurbii. 

Per id tempus fratres de Raganita cum i_xxx h viris inlraverunt preurbium, 

Snpplam. Cap. 3. ») XXXVIII II. Cap. 4. b) retrogradu T. Cap. 6. c) Um fehlt H. d) t. iium H. 
Cap. 6. e) Punctum vor alter» T. hinter die H. f) fntte* mos T. II. g) 94 T. 81 J. IX H. Cap. 7. 
b) LXXX II. 

1) Vgl. Canon. Samb. und Gcogr. S. 4 93. 

2) Vgl. Alnpocke S. 585, Canon. Samb. c. 3, Geogr. S. 222. 
8) Laut Urkunde vom 25. Mai «328, Cod. Pruss. II, n. 123. 

4) Um Pllngstcn (22. Mai), sagt der Canon. Samb., wahrscheinlich aur mit Bezug auf die 
eben erwähnte Urkunde. Den Grund, warum Cristnicmel aufgegeben wurde, giebt Jeroschin 
ausführlich an. 



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CRONICA TEURE PRÜSSIE. SUPPLEM. 



et moverunt bellum contra castrenscs de Puthenica, ad quod vencranl pridie 
cc viri hospiles', et fratres nesciebant. fct intrantes mane in ortu diei, cum ad- 
huc quiescerent in Strato suo, irruerunt improvise in eos, et viros et mulieres, 
et parvulos, qui effugere non poterant, occiderunt, et deinde k preurbium cre- 
ma verunt. 

De combustione preurbii castri Oukaym. ■ 

Non longo autem post iidem fraires de Raganita cum suis subdilis preur- 
bium castri Oukaym dormientibus castrensibus intraverunt et totaliter creroa- 
verunt, et preter im viros, qui in castro fucrant et preter" paucos, qui efluge- 
rant, omnes alii cum uxoribus, liberis, pecoribus et pecudibus aut igne aut gla- 
dio sunt consumpti. 

De castrensibus Medewage. » 

Anno domini mcccxxix Joannes de Luccelburgk rex Bohcmie cum nobilibust3M 
regni sui et duce Siesie de Valkenbergk, et comilibus de Liningc d , de Olinge', 
de Niuenar, de Wilnow f , Hanaw, de Wirtenbergk «, de Scowcnbergk h , et de 
Yalkensteyn, et dominis' de Kerpin, de Gera, de Berga, de Rotenstein, de Da- 
mis k , de Kotebus, de Misna et burgravio de Dono 1 , et cum multis nobilibus 
regni Alemannie et Anglic, intravit in terram Prussie 1 . Cum biis omnibus frater 
Wernerus et fratres cc m et xvm milia 2 pugnatorum preter pedites ivit versus 
Lethowiam, et in vigilia purificacionis beale Marie obsedit Castrum Medewage", i. Febr. 
et post multas impugnaciones subdiderunt se fidei cristiano et vi milia bomi- 
nutn dieli castri sunt in nomine domini baplizali*, sed non longe post aposta- 
taverunt. 

De de8truclione terre Colmensis. 10 

Medio tempore, quo hec agerentur, et eodem die Lotheco rex Polonie mali-i. Febr. 
ciam, quam diu coneeperat, adimplevit, et cum vi milibus pugnatorum dolose 
non obstantibus treugis, quas cum rege Bobemie et magistro feceral, intravit 
terram Colmensem et v diebus et v noctibus vastavil incendio et rapina. Ecce 
slupendum et exsecrabile nefas. Isle rex antea fuit dux, et noviter a sede 
apostolica in regem institulus, ut esset sanete erclesie, fidei et fidelium eo dili- 
gencior et fidelior et magis strenuus propugnator. Nunc autem non solum non 

a) t. qood b. H. b) deindc fehlt H. Cap. 8. c) Die Worte IUI bi< preter fehlen H. Cap. 9. 
d) Lange T. Liningen J. Tgl. die Crk. bei Voigt 4, 42«. e) AeÜnge T. Olingen J. fj Wallrode T. Wil- 
dow J. »gl. Voigt 4, 42$. g) Wirtcnbetg T. Wirceburg J. h) 8« T. »gl. Voigt 4, 427, Htowenborg H. 
i) domini II. k) Damu I). Dameaca J. 1) Dona T. Donin 1. m) CC T. 250 i. n) Mcdcrage T. Mc- 
devragen J. Medewage Can. 8amb. e. ö. Medwagten Wig. Marb. rg\. tu III e. 327. 

1) Nähere Nachrichten Uber diesen Hecrcszug gehen der Canon. Sotnb. c. 6 und 8, der 
Annat. Thorun., das Chron. Aulae regiue p. 62, 65, der Anonym, in dem Chrnn. Bohcm. »p. 
Mencken 3, 1762 und 4 765. Die Theilnehiuer desselben werden in grosser Zahl (.'mannt in 
dem Schenkungsbrief des Königs Johann von Böhmen über Pommern, gegeben zu Thorn am 
Sonntag lnvocavit (H. Mörz) 1329, Dogiel IV, n. 52, Dlugoss I, 996 f. Stull des Herrn von 
Berga wird daselbst ein Otto von Bcrgnu genannt. Herzog Bolko von Oppeln und Herr von 
Falkenbcrg hatte sich der Oberhoheit des Königs von Böhmen am 18. Februar 1327 unter- 
worfen, Pulkawa bei Dobner 3, 284. Jeroschin, welcher einige der von Dilsburg genannten 
Kreuzfahrer wcglussl, fügt noch einen Grafen von Hoouloch hinzu und erwähnt der FürbiUe 
des Königs Johann für die Heiden. 

2) 10000 Wigand. 

3) Die Taufe erfolgte am Tage purificacionis Mario (2. Februar) nach Wigand p. 16, wo- 
nach die Borg also nur I oder 2 Tage Widerstand geleistet hatto. 



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216 PETRI DE DÜSBURG 

dcfcndit cetum fidelium, sed eos, qui defendunt, crudeliler impugnat. Et quod 
deterius est, cum rex Bohemie, et magister et exercitus corum essent in actu 
impugnandi infldeles et vindicandi injuriam domini crucifixi, ipse maliciam, 
quam supra diximus, perpetravit*. 

11 De preno8ticacione belli. 

isro Anno domini mcccxxix ullima die mensis Janunrii in ipsa nocle, que preces- 
sit vigiliam purificaeionis honte Marie, quidam Pruthenus vigil in Castro Girdavie 
vtgilans, audivit tonilrua et coruscociones, et posthec vidit in a(?re innumeros 
viros enses evaginatos vibrare; deinde vidit lucem maximam in quatuor pla- 
gis terre, et in medio lucis crucem fulgidam, cujus summum brachium quod 
se extendil ad oricntem , primum cepit oriri , deinde paulatim proximum 
brachium* ad occidentem, post hoc brachium dextrum ad meridiem; et sinis- 
trum brachium b ad aquilonem. Tandem venil (urbo magnus, qui involvens hec 
omnia secum duxit versus orientem in Lethowiam. Et tum disparuerunt omnia etc. 1 

i» De destruetione caslri Wischerat.* 

Licet dominus in deuteronomio dicat : Mea est ulcio, et ego retribuam, ite- 
».M«ce.2,52. rum tarnen Matlathias cum appropinquaret tempus moriendi, dixit filiis suis: 
Mementote operum palrum veslrorum, que fecerunt in generacionibus suis, et 
aeeipictis gloriam magnam et nomen eternum. Et interpositis quibusdam, ad- 
i.Mace.2,ft7f.dit: Vindieate vindictam populi vestri, et retribuite retribucionem hostibus 
vestris. Et alibi, interfectis hiis, qui non resistentes hostibus in simplicitate sua 
i.mmc.2, 40. mortui sunt, dixit vir proximo suo: si feecrimus omnes sicut fratres nostri, et 
non pugnaverimus adversus husles pro animabus nostris, et justificacionibus 
nostris, cicius disperdent nos a terra. Hiis et aliis sacre scripture monitis salu- 
briter eruditi magister et fratres, lerram Prussic sub innumeris expensis et an- 
gustiis de manibus infidelium ereptam et fidem inibi multorum nobilium san- 
guine complantatam contra dieli regis impugnacionem defendere decreverunt, 
propter hoc res et corpora exponentes. Magister igitur congregato magno exer- 
i32»citu misit cum in Poloniam anno supradicto in estale, et obsedit Castrum W i- 
scherat regis Polonie, in quo habilabant viri scelcrali, famosi in malicia sua, qui 
prelereuntes homines facto navigio in Wiscla spoliabant rebus suis, eosque cap- 
tivaverunt aut occiderunl, et nullus poteral eos evadere sine damno, et hoc 
continuaverunt multis annis in grave prejudieimn fralrum et suorum, et post 
25. juii niultas impugnacioncs (andern intraverunl potenter, et percusserunt peccatores 
in ira sua et viros iniquos cum indignacione sua, et caplis omnibus et occisis 
Castrum cum indignacione penitus cremaverunt 2 . 

Cap. 11. ») Die Wort« quod bi« bncUun fehlen H. b) bncMum fehlt H. c) etc. fehlt H.' Cap. 18. 
d; WueiM, »patcr WUcherat T. ' 

1) Schon vor dem Jahre 1329 h«itte <1«t polnische Krieg angefangen (vgl. z. B. Canon. 
Samb. c. 8 zum Jahre 13271, aber erst, wo Dilsburg dein polnischen Könige geradezu Gott- 
losigkeit vorwerfen zu können glaubt, erwähnt er desselben, und hier sogar noch werden 
die Kriegsthaten Johanns von Böhmen im Dohrinerlande und Masovien (Canon. Samb. und 
Wigand, Archidiac. Gnesn. p. 96 und Dlugoss 1, 995) verschwiegen. Die Erwiederung der 
Feindseligkeiten durch die Riller wird c. 12 eigens durcli mehrere flihelslellen motivirt. 

2) Auf diesem Zuge wurden Mosberg J'rzcdcze; und Wissegmd, dieses am Tage Jacobi 
(23. Juli), erobert, nach Wigand p. 18, 20. Jeroschin schildert die Eroberung der Burg aus- 
führlicher, erwähnt den Tod Heinrichs von Bondorf und giebt das Dalum: »inanlng, als man 
di Krüzen tragen sacb« {Crucis invent. ist der 3. Mai, crucis exaltat. ist der 14. September). 



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CR0N1CA TERRE PRÜSSIE. SÜPPLEM. 217 

De de8lrucüone castrorum Nakel et plurium. is 

Eedem anno et estatc vcnit alius exercitus fratrum et terram circumjacen- 13» 
tero civitateru Brist vastavcrunt incendio et rapina. Et hoc facto processit exer- 
citus et obsedit quo<ldani Castrum ubi obsessi tradiderunt id sub hiis pactis, 
ut salvis rebua recederent. Deinde processit exercitus predictus ad duo castra 
alia 2 , et ad Castrum Nakel 8 , que tria castra expugnaverunt violentcr successive, 
et captis omnibus et occisis, castra in cinerem converterunt. In hoc Castro fuit 
capitaneus quidam, Henricus nomine*, miles, qui indifferenter clericoset laicos, 
religiosos et scculares, et quoscunque preterountes spoliavit, et crudeliter mo- 
lestavit. Hic captus fuit a fratribus, et cum quererent ab eo, cur tot et tanta 
mala perpelrasset, respondit : Quia mihi nullus prohibuit, aut defendit. Ecce 
quomodo impunitas seeierum intencionem tribuit delinqucndi. 

De vastacione terrilorii Wayken. u 

Anno domini mcccxxx comes de Marcha et de Manda et germanus comitis 
de Juliaco cum mullis militibus et nobilibus de Alemannia venerunt ad terram 
Prussie et tempore hyemali magister venit ad terram, et misit cum eis c fratres 
et tria milia equitum, qui intrantes terram Lethowie, lerritorium, quod dicitur 
Wayken, incendio vastaverunt, et quia homines Ionge ante premoniti fuerunt, 21. juuir 
predam modicam reeeperunt*. 

De exustione caslri Je demini et mburbii. i« 

Eodem tempore fratres de Raganita cum suis subditis occulte in ortu dtei 1330 
dormientibus Lethowinis intraverunt suburbiura castri Jedemini et lotum illud 
cum hominibus, mulieribus et parvuiis et omni supellectiii penilus combusse- 
runt, preter xu viros, qui ad Castrum fugientes mortis judicium evaserunt. 

De destruetione civitatis Rigensis. ie 

Anno predicto, scilicet mcccxxx tempore paschali cum jam civitas Rigensis Jjw Apr 
fere per annum obsessa fuisset, immortalis (ut quondam estimabatur) b8 discor-3"- Mkrt 

0»p. 14. ») Mind» mit der Rand bemerk unr : forU«ii lefendum de Mudencheit T. Viani J. Cap. 16. 
b) qui «Um aettimtbint II. 

Nach dein Annal. Thorun. ist Wissegrod am Tage Nerci et Achillei (48. Mai), des Jahres 1830, 
erobert. Auch Dlugoss 4, 999 rückt die Begebenheit in diese» Jahr (1380), auf den 4i. Juni. 
Wie dieser Widerspruch zu heben sei, bleibt noch zu ermitteln. Wissegrod liegt nicht an 
der Bzura mitten in Polen, wie Voigt *, *39 sagt, sondern im Brahegebiet in der Gegend des 
heutigen Fordon, Geogr. S. 49. 

4) Dusburg scheint Radzanz zu meinen, und die Nennung des Namens zu umgeben, weil 
es ein bischöfliches Schloss war, dessen Eroberung er nicht wohl zu den wunderbaren The- 
ten Gottes durch die Ordensritter rechnen konnte. Radznnz ist erobert in octava Pctri et 
Pauli (6. Juli) 4 330 nach dem Annal. Thorun. und nach Wigand, dessen Ucbcrselzcr aus dem 
eben bezeichneten Datum die Worte post 8 (Herum impugnacionem in die Petri et Pauli ge- 
macht, den Namen Radzanz in Carleus verdorben, und die Begebenheit der Eroberung von 
Nakel vorausgestcllt hat. Nur wenig weicht der Archidiac. Gnesn. p. 80 ab, welcher als Da- 
lum den S.Juli angiebt. Wenn Hermann Corner die Burg in die Alexii erobern lässt, so ver- 
wechselt er Radzanz und Nakel. 

i) Nach dem Archidiac. Gnesn. p. 80 wurde auf diesem Wege die Stadt Altlesslou und 
das Castrum Padzowiense bei Plowze erobert [ff Dlugoss 4, 995 spricht von einer Eroberung 
Altlesslau s schon in der Zeit der Anwesenheit Johann s von Böhmen, den 23. April 4 3*9). 

3) Am Tage Alexii (4 7. Juli) nach dein Annal. Thorun. und Wigand, 3 Tage früher nach 
dem Archidiac. Gnesn. p. 80 und Dlugoss I, 999. 

4) Heinrich wird auch von den Annal. Thorun., Wigand und Dlugoss erwähnt. 

5) An Agneten Tage (f 4 . Januar naeh Jcroschin. 

6) Vgl. III, c. 1G9. 



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218 PETRI DB DUSBÜRG 

dia inter cives Rigenses ex una parte et fralres domus Theutonice de Lyvonia ex 
altera mortem subiit temporalem, quod invalescenle fame et sedicione, que ti- 
mebatur inter* rcctores civitatis et communem popuIum b , coacti sunt cives se 
et sua et civitatem et liberlales et omnia jura et privilegia sua tradere in manus 
fratris Eberhardi de Monheim magistri terre Lyvonie et fratrum, ut de hiis Omni- 
bus ordinarent et disponerent secundum sue beneplacitum voluntatis. Et non 
intravit civitatem magister, priusquam fossata essenl implela cum muro in lon- 
gitudine xxx eubitorum. Et dixit quedam giulier: Uti<juc isto magister valde 
grossus est in corpore, qni requirit tanlum spacium, et non intrat per alias 
portas sicut ceteri homines cristiani 1 . 

17 De vasiacione terre Coimcnsis. 

imo Eodem anno in autumno Lolheco rex Polonie cum omnibus equitibus regni 
sui, et mullis stipendiariis, et vui milibus, quos ei misit rex Ungarie de populo 
suo in subsidium, intravit potenter lerram Colmensem et obsedil civitatem et 
Castrum Schönese, et posl hoc venit ante Castrum Lypam, nec tarnen horum 
aliquod impugnavit, sed x diebus* terram predictam rapina et incendio mole- 
stavit. Tandem deficientibus vicliialibus et pactis d quibusdam intervenienlibus 
reecssil*. 

is De quodam miraculo. 

In hoc exercilu fuit quidam comes magister* Wilhclmus capitaneus Unga- 
rorum, cui beala virgo apparuit in visione, noctis tempore, cum jaceret in strato 
suo, et duris vorbis cum increpans ait: Qunrc destruis terram meam multomni 
Cristianomm sanguine plantatam. Si non recesseris, scilo, quod mala morte 
brevi raorieris. 

is De vindicta domini. 

Medio tempore, quo Ungari terram Colmensem destruerent, rex Ungarie 
cum maximo exercitu processit contra regem quendam subditum suum. Dum 
regnum illius invaderet, rustiei illius regtonis arbores sylve, per quam oporte- 
bat Ungaros redeundo transire, serris' precidenint per medium, ut dum una 
caderet, langendo aliam deprimeret, et sie deineeps. Unde factum est, ut dura 
in reditu inlrassent Ungari dictam sylvam, et rustiei predicti moverent arbores, 

■) timebant J»w H. b) rommuni* popalus U. C*p. 17. c) So T. 9 Tag» und 9 Nichte J. d) pu- 
ci» II. Cap. 10. e) «nru H. 

4) Der Krieg war von den Rigaern mit Zerstörung DUnamünde's wiederbegonnen 4 338. 
Die Litthauer hatten sie wieder nach Kräften unterstützt, Canon. Samb. c. 7. Die Suhne- 
briefo sind vom Freitag vor Judica (23. Marz), Index Liv. I, n. 824, 322, vgl. 884. Arndt 
Livl. Chronik i, 87-8'J. Voigt 4, 468. (Der Landmeisler Eberhard von Monheim bestätigte 
dann die Privilegien der Rigaer mit gewissen Vorbehalten am 4 5. August, Index n. 825). 
Dilsburg s Zeitangabe tempore paschali ist also jedenfalls nur ganz allgemein. Der Canon. 
Samb. setzt den Vertrag in profesto s. Benedict! [20. Marz}, Wigand p. 82 in die s. Benedicti 
(21. Murz). Den Grundstein zu dem neuen Ordensschloss legte Eberhard von Monheim foria 
quarta ante festuin hentoruin Viti et Modesli (Mittwoch vor dem 45. Juni, einem Freitag, also 
am 13. Juni) Canon. Samb., wonach das falsche Datum bei Wigand feria quarta in die saneto- 
ruiu Viti et Modcsti zu verbessern ist. 

2) Der Einfall der Polen in das Culmerland ist hier wieder sehr kurz abgemacht. Wir 
kennen ihn sonst aus dem Annal. Yhorun. und aus Wigand p. 20 f. Der letztere vereinigt 
zwei Berichte, zuerst den kürzeren des Annnl Thonin., dann einen vielfach ausführlicheren, 
die nur so neben einandcrgcstellt siml, als wenn sie verschiedene Dinge behandelten. Mit 
dem Anual. Thurun. ist Dctlmnr und Corner, mit Wigand dagegen Schütz und Dlugoss zu- 
sammenzustellen. 

3) Wilhelm heisst bei Wigand p. 20 abwechselnd prineeps, comes und dux, bei Dlugoss 
p. 4 000 gar dux Austriae. 



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CRONICA TERRE PRtSSIE. SÜPPLEM. 219 

cecidit una super aliam, et sie cadentes omnes ex utraque parte oppresserunt 
magna m multitudinem Ungarorum *. Ecce licet deus natura sit bonus, placidus 
et misericors, paciens et multe misericordie, tarnen secundum prophetum Naum, 
est eciam ulciscens dominus, et babens furorem, ulciscens dominus in hostes N aum 
suos et irasecns ipse inimicis suis. Quomodo ergo poterat dominus in paciencia 
et* misericordia tolorare, quod iste rex Ungarie gentem suam miserat ad de- 
struendam terram Cristi et matris sue et fratrum inibi babitancium, qui quoti- 
die parati sunt exponero res et corpus, ut vindicent injuriam domini crueifixi. 
Utique sine uicione non poterat dominus pertransire. 

De morte magutri generalis. so 
Anno predicto, scilicet mcixxxx in oclava saneli Martini 2 hyemali frater Joan- »so^ ^ 
nes de Endorph b, , Saxo nacione, ordinis domus Theutonice, instigante dyabolo 
et propria iniquitate fratrem Wernemm magistrum generalem, dum cantatis 
vesperis exiret de ecclesia 4 , interfecit, quod ipsum pro suis execssibus inerc- 
pabat 5 . O Joannes fratricida quid fecisli? En sanguis fratris tui clamat ad 
deum de terra. Quis unquam audivit talia borribilia? perpolrasti enim malum, 
quod a prineipio fundacionis ordinis non est factum. Tu non es secutus inter- 
pretacionem nominis tui; Joannes dicilur, in quo est gracia. Sed, beu! inte 
nulla mit gracia, quod cum magistcr te corriperet pro delictis tuis, tu cum, si 
sapiens fuisses, debueras diligere ceu patrem tuurn. Nunc autem, ut stultus, 
eum odio babuisti. Cur tanta benignitate usus nun fuisti? Cur Jude demencia 
eodem die eibum et potum ejus osculatus fuisti, et tum' ipsius corpus cullcllo 
perforando sanguinem efludisti? Ipse te corripiendo de morte anime ad vitam re- 
vocare studuit. Ibi tu eum feriendo d vitam auferens mortem cmdeliter intulisti. 
Quis igitur dabit capiti mco aquam et oculis meis fontem lacrymarum ! et plo- 
rabo die et nocte prineipem populi mei sie miscrabilitcr interfectum. 

») Die Worte inucen» et fehlen II. C»p. 20. b) Endor T. H. doch wohl Terachricben. c) tu T. H. 
tum CorJ. d) Die Worte de morte bU feriendof eblen U. 

1 ) Vgl.Catona historia rogum Hungariae VIII, «87 nach der ausführlichen Stelle bei Thwröcz. 

2) d. h. am 4 8. November. Hiermit übereinstimmend gehen Jeroschin, das Canon. 
Samh , das Chron. Oliv., der Annal. Thorun. das Dalum in vigilia s. Elisabeth (d. h. 18. No- 
vember). Diese Angabe scheint auch durch die Urkunden bestätigt zu werden, llistoriogr. 
S. 269. In dem Kalendar bei De Wal. 2, 248 und Bachem S. 30 (vgl. auch Wigand, der noch 
eine zweite auch von Dlugoss aufgenommene Angahe XIII Ka). Decemh. bietet) ist der To- 
destag auf den folgenden Tag (19. November) gesetzt. Eine ähnliche Schwankung bemerkteo 
wir bei dem Todeslage Hermann s von Salza. 

3) Jobann von Kindorf bei Jaroschin, Johannes de Endorph in der Urkunde vom Mitt- 
woch nach Elisabeth 1330 in den Beitragen zur Kunde Preusscns 4, 235, Johannes de Neen- 
dorph in einer aus jener Zeit stammenden Urkunde bei Voigt Neue Preuss. Prov.-Bl. 1850, 
Bd. 1, S. 103, Johannes de Gindorr bei Wigand p. 20 (vgl. das Hochmcisterverzeiehniss bei 
Lindenblatl S. 361 und Dlugoss 4, 1007.), Johannes Stille im Chron. Oliv. 

4) Als die Oertlichkeit, wo die That erfolgte, bezeichnet Voigt die Vorhalle der Hoch- 
meistorcapelle im Mitlelschlosse zu Marieuhurg, Gesch. Preusscns 4, 47H. Neue Preuss. Prov. 
Bl. 1850, Bd. 1, S. 4 04 f., yuast dagegen den Kieuzgang vor dem Portalu der Kirche des 
llochschlosscs, Neue Preuss. Prov. Bl. 1854, Bd. 1, S. 24 7 f. Die Dcduction des letztem hat 
zugleich den Vorzug grosserer kritischer Scharfe in Benutzung der schriftlichen l'eherlicfc- 
rung und der Begründung durch technische Beleuchtung der Baugcschichle des Schlosses. 
Dass ambitus bei Dusburg durch Kreuzgang zu übersetzen sei, zeigt Jeroschin ; nur wenn 
die That hier geschah, kommt auch der Ausdruck vorher in octava . . hyemali (an einem 
stürmischen Tage/ zu rechter Bedeutung. 

5j Leber di« Veranlassung des Mordes giebt die Hochmeislerchroiiik eine Notiz, auf 
welche Grünau XI, 14, £. 2 eiue weitschichlige Erzählung gründet, vgl. Historiogr. S. 174. 
Diese Erzählung ist durch Luc. David G, 441 und Schütz fol. 64 in Voigt s Gesch. Preußens 
4, 471 noch übergegangen. 



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220 



PETRI DE DISBLRG 




1. 



De primordiis ordinis Theutonici narratio nebst der Bulle 
Cölestin 's in. und einigen chronologischen Daten über die 
Gründung des deutschen Ordens. 



Der folgende Bericht über die Anfänge des deutschen Ordens ist erst kürzlich 
von Prof. Dr. B. Dudik entdeckt und in dem Werke: »Des hohen deutschen Ritterordens 
Münz-Sammlung in Wien«, Wien 1858. fol. S. 38 — 40 herausgegeben. Der Perga- 
mentcodex, aus welchem derselbe entnommen ist, befindet sich in der biblioth. Reg. 
zu Rom Sig. Nr. 163 bei Montf. N. 1344. Er enthalt auf 159 Blattern in Duodez die 
Regeln, Statuten und Gewohnheiten des deutschen Ordens in deutscher und lateini- 
scher Sprache. In einem > orangehenden Kalender werden die heilige Elisabeth von 
Thüringen, so wie die Hochmeister Hermann von .Salza und Konrad von Thüringen 
als Verstorbene aufgeführt ; darnach müsste der Codex nach »241 geschrieben sein. 
Und wirklich trügt die Schrift, nach Dudik's Versicherung eine kleine scharfkantige 
golhische Minuskel, bis auf einige Nachträge durchgängig den Charakter des ausge- 
benden dreizehnten Jahrhunderts. Der lateinische Bericht über die Gründung des Or- 
dens (den wir der Kürze wegen de primordiis ord. Theut. überschreiben) steht un- 
mittelbar vor der kürzeren deutschen Darstellung desselben Ereignisses, die aus den 
gedruckten Ordensstatuten bekannt ist. Er ist im Folgenden nach Dudik's Ausgabe 
wiederabgedruckt, mit wenigen genau bezeichneten Aenderungen. 

Der Bericht berührt, wie schon in der Anmerkung zu Dusburg I, t angeführt ist, 
den Zusammenhang des deutschen Ordens mit dem älteren Hospital zu Jerusalem 
wahrscheinlich geflissentlich nicht. Er ist von nicht geringer Bedeutung, da er ohne 
Zweifel nicht nur dem kürzeren deutschen in den Ordensstatuten, sondern auch dem 
des" Orderischronisten Dusburg, und dem des Hermann Corncrus (f ura 1438) bei 
Eccard Script, rerum Germ. 8, 792 f., so wie denen der Chronica Slavica { — 1 480) 
bei Lindenberg Script, rerum septentrionalium fol. 205 f. und der Wendischen Chro- 
nik bei Grautoff Lübische Chroniken I, 438 zu Grunde liegt. Am treusten wieder- 
gegeben findet er sich in deutscher Sprache als Einleitung einer Handschrift der so- 
genannten Zamehl' sehen Chronik (vgl. Dudik S. 55). 



Incipit ,. qualiter domus hospitalis sanete Marie Theutonicorum 
Je ro so I im i t an i primo fuerit inchoata, qualiter ei -ordines tarn in 
milicia quam infirmis sunt collali. Anno ab incarnacione mc no- 
nagesimo. 

Tempore, quo Accon obsessa est ab exercitu christiano et auxilio divino de infi- 
delium manibus liberata, quidam viri de civitatibus Brema et Lubecke 1 zelum doroini 
habentes in niisericordie operibus exercendis, hospitale quoddam ex velo navis, que 
cocca 2 vocatur, in exercitu felici omine condiderunt retro in eimiterio saneti Nicolai 
intra montem, super quem sedit exercitus, et fluviura 8 , in quo plures diversosque in 

t) Nach späteren Schriftstellern, z. B. Hermann Corner p. 798 und dem Verfasser der 
Chron. Slavica p. 205 kamen die Bürger von Bremen und Lübeck mit dem Grafen Adolph 
von Holstein zusammen nach Palästina, und zogen mit demselben auch wieder zurück, wo- 
durch es den Anschein gewinnt, als habe Adolph an der Stiftung des Ordens irgend wel- 
chen Anlheil gehabt. Allein der Zeitgenosse Arnold von Lübeck erwähnt IV, 7 von der pe- 
meinschafllicheii Fahrt nir-hts, und bemerkt ausdrücklich, dass Adolph um gewisser Nach- 
richten willen schon in Tyrus die Pilgerfahrt aufgegeben und die Rückfahrt angetreten habe. 

2) Cocca, Kogge ist überhaupt Seeschiff. Hirsch Handelsgeschichte S. 263. 

3) Einen Plan von Ptolcmais und der Umgegend bietet Bongarsius Gesta dei perFrancos 



1 . De primordiis ordinis Theutonici narratio. 



In nomine sanete et individue trinitatis. 



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CRONICA TERRK PRUSSIE. BEILAGE <. 



221 



firmos colligentes singulis humanitatis oflicia plena impendebant animi purilato idcm 
hospilale raagne devotionis diligentia procurantes donec ad b adventum 1 Friderici illu- 
stris ducis Swevio filii Friderici Romanorum inperaloris, 

aspirans celi patriam qui raente fideli* 

dum* omnia pro Crislo relinquere fervet, in isto 

proposito terre sancle ' cilo ferre 

fortem succursum 1 , celere properans ita cursum' 

pervenit Armeniam cum lurbis Theulonicorum, 

quos deus armorum polit et virtus animorum. 

Prob, dolor hic subiit fata b impcrü dominator, 

in cebs cujus animam fovet ipse creator. 

Cesar serviciis qui veri .se dedit agni 

profocalus' aquis dat luctus semina magni. 
Tandem cum predicti civcs Bremelises et Lubecenses patriam suato revisere inten- 

derent, ad instantiam ducis memorati et aliorum nobilium exercitus Cunrado L et 

camerario nomine Burchardo dictum bospitale cum Omnibus eleemosinis, que sufli- 
cientes erant, et attinentiis presentarunt . Nulluni quidem hospilale infirmoruin in ex- 
ercitu tunc temporis exstitit pretcr illud. Nomiuati vero tapellanus et camerarius se- 
culi pompam renunciantes viam vite felicitcr sunt ingressi, et suavi jugo domini sua 
colla spontanee submittentes professionem * huraililcr suseeperunt hospilale prescriptum 
in honore sauete dei genitricis virginis Marie inchoantes , quod principali nomine 
bospitale sancle Marie Theulonicorum in Jerusalem nuneuparunt ea spe et fiducia, ut 
terra saneta christiano cultui restituta in civitate saneta Jerusalem domus fieret ejus- 
dem ordinis principalis, maier caput pariler et magislra. Nullas enim tunc temporis 
possessioncs seu terras in mundo habebant'. Locus ctiam. in quo tunc nianebant, ad 
eos non spectabat. Sepe dictus itaque dux Fridericus istius exigue inchoationis pro- 
mocioni divino intuitu diligenter intendens nuncios cum literis misit ad fralrem suum 
Henricum illustrem regem Romanonun, qui factus est poslea inperator, supplicans, ut 
apud aposlolicum Celestinum, qui tunc ecclesie Romane lenuil principaliim, conlirma- 
tionem hospitalis memorati promoverel, quod ab ecclesia Romana est privilegiis con- 

a) D. tetit hier ein Punctum itatt de* Komm»'«. b) ac D. c) D. beteichnet die Veraform nicht. d) dam 
•Übt bei D. hinter relinquere, itt hier de* Vene« wegen vormageetellu e) Hier i«t effmbir etwas auigefal- 
l»o. In der deoUchen Uebertraj unf (bei Dudlk j». 65) steht hier: „dem heyligenn Unnddt und der rorberurten 
umblefung". Obeeeee wurde in die Lacke pueen. f) Da. Komma etcht bei D. hinter eureu. g) cunu D. 

foc.tu* ? k) Hier »eheint^elUno oder eapeUaoo duci* iu fehlen, rgl. die Cebertraffung p.'os. 

Nr. V und Spruner Hist. geogr. Handatlas Nr. 45. Den Berg Turon im Nordosten der Stadt 
und den Fluss Bellus südwärts von derselben erwähnt der Anonym, bei Bongarsius 2, 4 463 : 
rex cum exercitu reliquo montem protimum, quem vulgo Turoneni dicunt, tontoriis tigendis 
elegit, ferner p. 4 4 64 : Accon igitur venientes in loco, qui urbem et Turonem interjacet, ca- 
stra metantur, und p. 4 4 66 : Collis autem, quem Mahumcria dicunt, Turoni propinquus con- 

surgit porro lluvium, qui urbi allabitur, Bellum nominant, vgl. Dudik. S. 42. Der 

Nicolaus-Kirchhof zwischen dem Berge Turon und dem Flusse Bellus kann dem nach Osten 
führenden Nicolaus-Thore gerade gegenüber gelegen haben. 

4) Friedrich von Schwaben erreichte Accon am 8. üctober 4190 [Wilkon Gesch. der 
Kreuzzüge 4, 387 f. Voigt Gesch. Proussetis, 2, 640 f.) und starb am 20. Januar 1494 (Witken 
4, 34 4). Das das deutsche Hospital vor Accon wirklich schon vor seiner Ankunft gegründet 
sei, beweist eine Schenkungsurkunde König Guido's und seiner Gemahlin Sybille, datirl 
medio Septembr. 4 490 indict. 8, welche aus dem Codex ord. Theut. mscr. des Berliner Geh. 
Staatsarchivs n. 44, p. 23 von Toeppen in dem Aufsatze über des deutschen Ordens Anfange, 
Neue Preuss. Prov. Bl. 4849, Bd. 4, S. 240 mitgetheilt ist: Concedimus . . . deo et hospitali 
Alamannorum, quod est edificatum in honoro Marie, domum meam in Accon ad faciendum 
bospitale, illam videlicet, in qua Armeni et patrones solebant hospitari. Si vero diclam do- 
mum dare non possutnus, donamus eis plateam juxta dictam domum, uhi posstnt faecre bos- 

Eitalc ad voluntatem suam. Hoc autem donamus et concedimus per manum magistri Si- 
randi, qui hoc bospitale ineepit et edifieavit in obsidinne Accon. Donamus eciam et conce- 
dimus prescripto hospitali quatuor carrucatas terre in territorio Accon. Es scheint hienach, 
dass der Hauptmann der Bürger, welchen das Hospital seinen Ursprung verdankt, Sie- 
brand hiess. 

i) Nämlich nach der Regel der Johanniter, wie aus dem Folgenden hervorgebt. 
8) Die eben angeführte Schenkung konnte natürlich erst nach der Eroberung von Accon 
vollzogen werden. 



PETRI DB DUSBl'RG 



Ormalum*. Interim quidam viri dominum timentes objecto abitu seculnri ejusdem do- 
mus religionem professi suseeperunt. Capta autem civitate Accon fratres diele domus 
infra muros ejusdem civitatis * ante portam saneti Nicolai ortum emerunt quadam ejus 
parle ipsis a quibusdam fidelihus in pleemosinam clargita', in quo ecclesiam hosp'rtale 
aliasque mansiones eorum usibus necessarias exstruxerunt, ubi regi regum devote fa- 
muhmtes infinnis et pauperibus continua caritalis solacta plena cortlis dulcedine mi- 
nistrabant, clerico tunc temporis ejusdem domus uiagisterium et regimen obtinentc*. 
In eadem erclcsia etiam dux Fridericus prephatus, ut rogaverat, est sepultus 4 . Pro- 
cedente ilaque tempore quum Romanus inperator Heoricus ante diclus regnum Sy- 
cilio suo dominio subjugavit, exercitus validus tarn prineipum quam magnatum de b 
Alemania egressus in subsidium terrc sanete transfretavil*, verum dum aliquanto tem- 

») ciTiUte* D. b) d' D. 

4) Schon Pabst Clemens III (-]• «7. Marz 4191) nahm die fratres Theutonici eeclesie 
sanete Marie Jerosolimitone d. h. wie Üudik S. 45 erwähnt, die deutschen Brüder des Or- 
dens der h. Maria von Jerusalem in seinen Schutz, nach der Bulle bei Luc. David Bd. 4, 
p. IV und bei Heunes cod. dipl. ord. Theut. p. III. Die Bestatigungsbulle des I'abstes Cöle- 
stin III (gewählt am 30. Marz 1194, -J- 8. Januar 1198), welche der deutsche Orden selbst um 
4 639 in seinen Archiven vergeblich suchte, an deren Auffindung auch Dudlk (S. 45) verzwei- 
felt, ist aus dem Berliner Codex p. 59 a. von Toppen am a. a. 0. S. 884 schon lange mitge- 
theilt (hier unter Nr. 2 vollständig abgedruckt). Sie trügt das Datum vom 22. December 4 496 
und stimmt mit den Bullen Innoccnz III. von 4 209 und 1 21 5 bei Wal recherches 4 , 369 und Luc. 
David 2, 204 bis auf zwei .Stellen uberein. Der Pabst nimmt in derselben die fratres bospi- 
talis s. Marie Alemannorum nicht bloss in seinen Schutz, sondern verleiht ihnen auch eine 
Reihe der wichtigsten Rechte. Oer Inhalt dieser beiden Bnllcn macht es sehr bogreiflich, 
warum unser Berichterstatter vorzüglich der Verhandlungen Konig Heinrich s VI. (gewählt 
den 15. August 4 4 69, Kaiser den 4 5. April 4 4 91, den 28. September 4197) mit Colostin ge- 
denkt, aber ungenau ist der Ausdruck doch, wenn er sagt Friedrich habe seinen Bruder ge- 
beten, mit Cölestin zu verbandeln ; er konnte ihn nur bitten, mit dem Pahstc (ohne Nennung 
des Namens) oder mit Pabst Clemens III. zu verhandeln, da er lange vor Cölcstin's Wahl 
gestorben war. 

3) Schon vor der Eroberung von Accon (4 2. Juli 1191) hatte das deutsche Hospital in 
der Stadt Besitz erworben. Im September 1190 hatte König Guido demselben das Haus der 
Armenier oder einen Raum neben demselben zugesichert ; am 2. Februar 11 91 überwies ihm 
der Meister der Johanniter das Land und Erbe des Ualopinus nach dessen Bestimmung ; am 
10. Fobruar versehrieb ihm König Guido den Besitz eines Raumes neben dem Hospital der 
Armenier und am Nicolausthor für 500 Byzantiner und 1 Ross, wogegen er einen gewissen 
Femianus, welcher Ansprüche darauf erhob, entschädigte, l'rkk. vom 2. und 10. Februar 
4 491 bei Toppen a. a. O. S. 245, 246, vollständig gedruckt bei Dudik S. 49, 50. Wenn dieser 
Raum mildem hortus ante portam s. Nicolai unseres Berichtes einerlei ist, so ist der Aus- 
druck desselben nicht genau. Es hatte dann heissen müssen : nach der Eroberung von Ac- 
con traten die Brüder den Besitz des schon vorher theils erkauften, theils geschenkten Gar- 
tens an etc. 

3) Die ersten Vorsteher des deutschen Hospitals werden in folgenden Urkunden er- 
wähnt: fratri Gerard o magistro bospitalis Alamannorum in der Urkunde vom 2. Februar 4494 ; 
fratri Curaudo hospitalis Alamannorum preeeptori in der Urkunde vom 10. Februar 1494 ; 
Henrico hospitalis Alemannorum in Accon priori in der Urkunde vom Februar 4 493 ; Henrico 
eeclesie Alamannorum, que est in Accon priori in der Urkunde vom Octoher 4 4 94 ; Henrico 
domus hospitnlis Alamanorum in Accon preeeptori in der Urkunde vom Marz 4 496, vgl. Töp- 
pen S. 277 f. Dudik S. 51, 52. Ob Gerhard und Curaudus in den Urkunden vom 2. und 10. 
Februar 1191 richtig geschrieben sind (ein Hugo Geniudi kommt bei Boehmer fontes 4, 8t 
vor), ob nicht vielleicht in beiden des Herzogs Friedrich Caplan Couradus gemeint ist, wird 
sich schwer entscheiden lassen. Der Titel prior kann wohl, wie proeeptor, auch nur das 
Haupt des Ordens bezeichnen, da dem prior beide Mal die Schenkungen des Königs für den 
Orden ubergeben werden, wie denn auch das Haupt der Johanniter ebensowohl prior als ma- 
gister genannt wird, z. B. in der Urkunde bei Hennes cod. dipl. p. V. 

4} Eodera anno Fridericus dux Alemanniac, frater imperatoris, in obsidione Acharon obiit, 
et in domo Teutonicorum sepultus est. Anual. Argent. ap. Boehmer fontes 2, 4 00 und 3, W. 

5) Imporatore Honrico in Sicilia constituto gecunda expeditio transmarina fuit ordinalu. 
Oliveri bist. reg. terr. sanet. bei Eccard Script, aevi med. 2, 4 394. Es ist aber falsch, wenn 
neuere Geschichtsforscher wie Raumer 3, 67, Voigt 2, 52 und noch Dudik S. 48 annehmen, 
das Kreuzheer sei im September 4 4 96 in Accon an gelaugt. Aus den folgenden Nachweison- 
gen wird vielmehr hervorgehn, dass die Fahrten im Anfange des Jahres 1197 unter Anfüh- 
rung des Erzbischofs von Mainz begannen, dass der Kanzler Konrad mit dem Hauptheere im 
September 4 497 nachfolgte, und dass die meisten Kreuzfahrer im Marz des Jahres 4 498 zu- 
rückkehrten. Besonders gut unterrichtet ist über die Chronologie dieser Begebenheiten das 
Chron. Sampetr. bei Menckon Script. Sax. 3, 282 f., mit dem sich jedoch Arnold Lubec. V, 
c. 2 f. leicht in Cebereinstimmung bringen lasst, vgl. Wilken 5, 4 7 f. 



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CRONICA TERRE PRISSIE. BEILAGE 4. 



223 



pore moraretur, audtenles inperatorem Henricum mortis debitum exsolvisse rcdirc sin- 
guli ad patriam dLsponebant 1 . Pluribus autem principibus et magualibus Alamanie, 
qui aderant, utile et honestum visum est, ul hospitali prelibato ordo milicie templi do- 
naretur, super quo ordinato prelati principes et maguates Tlteutonicorum, qui ibi ade- 
rant, in domo templi convvnerunt, invitaules ad tan» salubre cousilium prelatos et ba- 
rones terre sancte, qui tunc haberi poterant , qui omnes unauiini consilio consti- 
tucrunt, ut domus sepe dicta ordinem hospilalis saucli Johannis Jerosolimitani in* 
infirmis et pauperibus haberet, sicut antea habuerat , ordincm vero milicie templi 
in clerJcts, mililibus et alüs fratribus de celero habere! b . Quod factum est anno do- 
mini mclxxxx quinto roense Marcio 2 . Nomina prelalorum principum magnatum ac 
nobilium in consilio residentium 3 venerabiiis palriarcha Jerosolünitanus , Henricus 
illustris rex Jerusalem 4 , Nazarenus, Tyrensis et Cesariensis archiepiscopi , Belhle- 
emitanus et Acconeusis episcopi', magislri hospilalis et templi* et ptures fratres 
ambarum domortun. Nomina barouum terre : Rudolfus dominus Tyberiadis, Hugo 
freier suus, Rainaldus dominus Sydonis, Eymarus dominus Cesaree, Johannes de 
llybellino et multi alii de regno Jerusalem 7 . De'Alamania: Cunradus arehiepis- 
copus Maguntincnsis 8 , Cimradus Erbipolensis episcoims inperialis aulc cancella- 

m) ia ergtait tob D. b) haborstur nach der H&miachri/t D. c) Ü' D. 

1) Vgl. Arnold. Lubec. V, c. 3 und 5. 

2) Die Jahreszahl Überrascht, da Hie weder zu dem Vorigen noch zu dem Folgenden 
stimmt. Im vorhergehenden ist schon der Tod Heinrich'* VI. (~ 28. September 14 97) ange- 
führt, dem die Berathung im I lause der Tempelherrn nach dem logischen Zusammenhange 
der Erzählung doch nachfolgte ; die Hauptrolle in der Versammlung spielten offenbar die 
deutschen Fürsten, welche erst iu den Jahren 1197 und 1 198 in Palästina anwesend waren ; 
und unmittelbar nach der Versammlung wird eine Gesandtschaft an den Pabst Innoccnz III. 
(gewählt den 8. Januar 4198) abgefertigt. Es seheint also, zumal da die Bulle Cölestin's vom 
22. Dccember 1196 ihrem Inhalte nach doch jedenfalls schon erlassen sein musste, als die 
Fürsten ihre Beschlüsse fasslen, kaum zweifelhaft, dass die Versammlung im Marz des Jah- 
res 1198, in welchem, wie erwähnt, die Heimkehr erfolgte, gehalten sei. Der Darlegung Du- 
dik's a. a.ü. S. 48 f., welcher die Zahl 1195 zu halten sucht, kann ich in den wesentlichsten 
Punkten nicht beistimmen. Vielleicht ist die Zahl MCLXXXXV mense Marcio entstanden aus 
MCLXXXXVI1I Marcio, indem III für m angeschen und als Abkürzung von mense genom- 
men ist. 

3) Von den im Folgenden genannnten Personen können König Ueinrich von Jerusalem 
und Graf Dietrich von Meissen an einer Versammlung im Marz 1198 nicht Theil genommen 
haben, Konig Heinrich, weil er schon vor der Ankunft der meisten Kreuzfahrer gestorben, 
Graf Dietrich, weil er schon vor jenem Termin zurückgekehrt war. Ihre Namen scheinen also 
mit Unrecht hier mit, aufgeführt zu sein — wio ja dergleichen t'ngenauigkeiten in dem Be- 
richte noch einige vorkommen. 

4) Heinrich starb nach Arnold von Lübeck wenige Tage vor der Ankunft des Canzlers 
Konrad in Accon, also wie man meint im September 1197. Allein sein Tod muss früher ge- 
setzt werden. Schon am 8. Februar 1197 nennt sich Amalrich rex Jerusalem et rex Gypri in 
einerjjrkunde, die er von den Grossen des Reiches Jerusalem umgeben, zu Aceon ausstellte 
(Lrk. datirt Accon VI idus Febr. 4197 im Berl. Codex p. 24, n. 45), ebeus» in einer Urkunde 
vom August 4 498 (ebenda p. 24, n. 46). 

5) Leber die Geistlichkeit in Palastina vgl. Dusburg IV, c. 78. 

6) Meister der Templer war Gilbert Horal zwischen 4196 und 1201, Dudik S. 58. Der 
Meister der Johanniter lasst sich für jene Zeit nicht mehr bestimmt nachweisen. 

7) Radulphus Tyberiadis, regni scnescalcus, kommt vor in Urkunden von 1194, vom Fe- 
bruar 1197, vom August 1498, Hugo von Tiberias mit ihm zugleich iu Urkunden von 1194, 
allein in Urkunden von 4 491 —1196, Raynald von Sidon in Urkundeu von 4 I93 4 4 98, Eyuiar 
(oder Ade mar) von Cesarea in der Irkundc vom October 4 4 94 (wo irrthümlich Azmarus 
steht) und anderen von 4 4 97 und 4 207, Johann von Vbelin in den Urkunden vom Februar 
4 4 97 und vom August 4198 (vorher Balian von Vbelin 1186 und 1193), vgl. dio Urkunden bei 
Dudik und bei Paoli codice dipl. del s. milit. ord. Gerosol. oggi di Malta, Lucca 4 733. Vol. I. 

8) Konrad von Mainz fuhr zu Weihnachteu 4 4 97 (Annal. Spirens. bei Boohmer fontes 
2, 455, Chron. Claustroneob. bei Pertz SS. IX, 620, 634) oder im Januar 1497 (Chron. Sam- 
petr. p. 232, 233), oder im Frühjahr 1197 [Chrou. Garstens. bei Portz SS. IX, 594, Chron. 
Cremifanens. bei Pertz IX, 549) nach Palästina ab. Der Termin Weihnachten 1197 (d.h. nach 
unserer Rechnung 4196) war auf dem Hoftage zu Gelnhausen 1195 festgesetzt (Chron. Sam- 
petr.), im Januar 4 4 97 wird also der Erzbischof noch in Deutschland gewesen, im Frühjahr 
4 4 97 von Italien abgefahren sein (vgl. noch die ostreichischen Chroniken bei Pertz SS. IX, 
506, 556, 588). Mit ibm zogen die Kreuzfahrer aus Franken und vom Rhein {Chron. Garsten.). 
Er blieb fast drei Jahre lang fort, kehrte im October 4 4 99 nach Italien zurück, und starb 1200 
(Christ. Mogunt. bei Boehtner 2, 267, Chron. Sampetr. p. 233). 



221 



PETRI DE DISBURG 



rius', Wolplierius Pataviensis episcopus, cjui poslea' faclus est Aquilegensis pa- 
triarcha*, Gardolphus Halverstadensis et Cirensis episcopi 8 , Henricus comes palalinus 
Reni b et dux de Brunswech *, Fridericus dux Austrie 5 , Henricus dux Brabancie, qui 
tunc capitaneus erat exercitus*, Hermannus palalinus comes Saxonic' lantgravius 
Thuringie 7 , Cunradus marchio de Landesberch 8 , Theodcricus marchio Missnensis', 
Albertus marchio Brandemburch 19 , Henricus de 4 Clialedin mareschalcus inperii". 
Comites vero et magnates aderant quam plures 11 . 

a) po«Mft D. b) Hinter reni irtit D. «in Komma, c) Detfleichen hinter nxonie. d) d 1 D. 

4) Conrad erscheint am 17. September 14 95 zuerst als Reichscanzlcr, am 20. November 
4195 zuerst als eleclus Hildeshcimensis. Seit dem Juni 1198 nennt er sieb Bischof von 
Würzburg. Er wurde 1202 erschlagen, vgl. Böhmer Rcgcslen p. XIV und Abel Konig Philipp 
S. 158 f. 356 f. Er war am 20. M;irz und 22. Juni 1197 sicher noch in Italien nach den Ur- 
kunden bei Putignano Vindicine vilae et gestorum s. thaumaturgi Nicolai archiep. Myrensis, 
Neapoli 1737. 4 I# . T. II, p. 357 und 358 not., desgleichen noch arn 20. Mai und 48. Juli nach 
den Urkunden bei Hennes cod. dipl. onl. Thcut. n. 4, 2. Er brach nach Arnold Lubec. V, 
c. 2, amTage Aegidii (1 . September! von . Messana auf und erreichte am Tage Mauritii [«.Sep- 
tember), offenbar nicht des Jahres 1196, sondern 1197, Accon und kehrte im Marz des fol- 
genden Jahres zurück. Mit ihm zogen die sächsischen Bischöfe und Herrn. 

2j Wolphcrius oder Wolfker, Bischof von Passou seit 1 1 91 , Patriarch von Aquileja seit 
1*0*, starb 1218, Herrn. Allah, bei Boehmer font. 2, 492, 495, 497. Er und Herzog Friedrich 
von Oestreich zogen im Sommer 4 4 97 nestivali tempore nach Palastina, Chron. Garstens. 
und die übrigen östr. Chronisten, und waren im Juli in Sicilicn nach den Urkk. bei Riedel 
Cod. dipl. Brand III, 4, p. 5 und 7. 

3) Gardolph, Bischof von Haiherstadt {•}• 1201) und Berthnld, Bischof von Zeitz-Naum- 
burg (■}• 1206), hatten mit den meisten andern Kreuzfahrern schon zu Gelnhausen 4493 das 
Kreuz genommen, zogen wahrscheinlich erst mit dem Canzlcr 1197, und befanden sich mit 
diesem um Jacob! (25. Juli) 4198 wieder in Deutschland, Chron. Sampetr. 232—235. 

4) Er schloss noch am 27. Mai 1197 einen Pfandvertiag in Deutschland zum Behufe sei- 
ner Ausrüstung für die Kreuzfahrt, Scheidii Origg. Guelph. 8, 192. Vgl. Annal. Stadens bei 
Portz SS. XVI, p. 353. 

5) Er befand sich am 9. Juli 1197 noch zu Linora in Sicilicn, Riedel Cod. dipl. Brand III, 
1, p. 5 und starb im heiligen Lande am 16. April 1198 nach den Denkmälern bei Wilken, 5, 
55, vgl. Meiller östr. Regestcn S. 79, 80. 

6) Heinrich von Brahant wird als Anführer des Heeres hervorgehoben von Oliver, scho- 
bst, bei Eccard. 2, 1895, Godofr. Colon, bei Böhmer 8, 475, Herrn. Allah, bei Böhmer 2,494, 
Annal. S. Rudberti Salisb. bei Pertz SS. IX, 778. 

7) Er kehrte etwa gleichzeitig mit den stichs. Bischöfen zurück, Chron. Sampetr. 233. 

8) Er befand sich im Juli 1197 in Sicilien nach der Urk. bei Riedel Cod. dipl Brandenb. III, 
4, p. 7. Ein Markgraf Konrad, wahrscheinlich derselhe, wird im Chron. Ursperg p. 282 unter 
den Kreuzfahrern erwähnt. Konrad war seit 11 90 Markgraf von der Niederlausitz, aber von 
der ihm ebenfalls zustehenden Burg Landsberg hatten schon seine Vorgänger, sein Oheim 
Dietrich und sein Vater Dedo den Titel Markgrafen von Landsherg erhalten, Annal. Vetcro- 
cellens. p. 398 f. und Wegclc zu den Annal. Rcinhardsbr. in den Thüringischen Geschichts- 
qucllen 1, 80. 

9) Theodorich war zur Zeit der Kreuzfahrt Graf von Weisscnfels ; erst später Markgraf 
von Meissen. Der spätere Titel ist also antieipirt, wie bei Bischof Wolpher. Die Zoit seines 
Aufbruchs nach Palästina wird genau angegeben in der Urkunde bei Menckcn 2, 449, welche 
so schiiessl: Acta sunt hec anno dorn. inc. MCXCVII ind. XV. Non. Januarii, qua die cum 
signo crucis deo militaturus Theodericus comes Jherosolimamque profecturus exivit. Er 
scheint nach einer Urkunde Erzhischof Adolph s von Cöln vorn 22. Januar 4197 (Kremer Jü- 
lich-Bergsche Geschichte Bd. 3, Beil. 63; über Cöln gegangen, aus Palästina aber auf die 
Kunde von Kaiser Heinrich s VI. Tode (f 28. September 1197), unter den ersten zurückgeeilt 
zu sein. Jedenfalls kam er noch im Jahre 1197, Chron. Mont. Seren. 1197 und Annal. Rcin- 
hardshrunn. 1197. Eine entgegenstehende Angahe des Chron. Mont. Seren, zum Jahre 1196, 
nach welcher er schon im Jahre 14 95 nach Palästina gezogen sein müsste, ist von Abel König 
Philipp S. 826, Anm. 7, und Otto Ossel zum Chron. Mont Sereni S. 24 beseitigt. 

40) In Gelnhausen hatte Markgraf Otto von Brandenburg und sein Bruder Albert das 
Kreuz genommen, Raumer regest, histor. Brandenb. Nr. 1618. Böhmer Heinrich VI. Nr. 2S62. 
Otto wurde seines Gelübdes entbunden, Chron. Sampetr. und Arnold Lubec. und pilgerte 
erst 1200 nach Palästina, Pulkawa hei Dobner 3, 204. Albert war nach Urkunden vom 7. De- 
cember 4195, vom November 4196, vom 28. Mai 1197 in Deutschland, Raumer a. a. O. 
Nr. 1620, 4623, 1632, kann also erst im Sommer 1497 nach Palästina gekommen sein. 

41) Ueber den Marschall Heinrich von Kaientin, welcher im Chron. Sampetr. trium enu- 
tritor regum beisst, vgl. Böhmer Regesten p. XIV. Seine Theilnahme am Kreuzzuge bezeugt 
Chron. Ursp. p. 23*. Am 20. Mai und 18. Juli 1197 befand er sieb noch in Italien, Hennes 
cod. dipl. n. 1 und 2. 



42) Ganz unbrauchbar sind die Nachrichten Hermann Corner 1 » über diese Versammlung, 




CRONICA TEURE PROSSIE. BEILAGE 4. 225 

> 



Postquara aatem flrmatura erat consilium, et ordo milicie templi donatus, quen- 
dam fratrem Hermanum nomine, qui cognominabatur Wolpoto et fraler erat ejusdem 
domus, in eodem loco magistrum feccrunl eui magister templi dedit rcgulam ordinis 
milicie templi scriptam deinceps in eadem domo servandam. Idem frater miles erat. 
Quidam etiam nobilis miles nomine Hermanus de Kirchheim coram Omnibus in eodem 
ioco conslitutis secuta renunciavit doraino üi ipsa dicla domo diebus vite sue militatu- 
rus, cui magister templi continuo dedit album pallium in testimonium, ut universi fra- 
tres mUites memorate domus deinceps albis palliis utantur secundum regule templi in- 
stituta. Prelati itaque et principes Alamanie universique, qui aderant, eundem magi- 
strum H. una cum domino Wolphero Patavicusi episcopo ad presentiam domini Inno- 
cencii pape cum literis omnium transmiserunt, supplicantes attentius, ut domui pre- 
libate ordinem hospitalis Jerosolimitani in infirmis et pauperihus, ordinem vero mi- 
licie • templi in clericis, mililibus et aliis fratribus dignaretur conrirmare. Dominus igitur 
apostolicus, auditis et intellectis eorum literis et peticionibus, quo rationabiliter petere 
videbantur , ipsorum preces clementer admisit , ordines dictarum domorum domui 
hospitalis sancte Marie Theutonicorum Jerosolimitani auctoritatc apostolica conflrmando 
eidem magistro committcns potestatem*. 

2. Bulle des Pabstes Cölestm m für den deutschen Orden vom 22. December 

1196. 

Aus dem Codex dipl. ord. Theut. des Geheimen Staatearchivs zu Berlin Manuscr. 
Fol. II. p. 59 a von Dr. Strehlcke abgeschrieben, nach verwandten späteren päbst- 
lichen Bullen hie und da verbessert. 

Cc lest in us episcopus servus servorum dei dilectis filiis fratribus hospitalis 
sancte Marie Alemanorum b Jerosolimitani tarn presentibus quam futuris regulariter sub- 
stituendis c in perpetuum d cffectum iusta* poslulantibus indulgere et vigor equitatis et 
ordo exigit rationis, prescrlim quando pctcncium voluntatem et pictas adiuvat et ve» 

») milice D. b) Elemaooruin Cod. c) fubtiluendii Cod. d) ptrpctum Cod. e) Jtute Cod. 

wie dieser Schriftsteller überhaupt in schlechtem Rufe steht. Er schiebt die Begebenheiten 
so zusammen, dass auch diese Versammlung noch während dos Kreuzzuges von 4190 gehal- 
ten wird. Er nennt nicht nur den Herzog von Schwaben, sondern auch Konig Philipp von 
Frankreich und Heinrich (sie} von England und andere als Theilnehmer an derselben, ver- 
ändert zum Theil die Personennamen, wie Guido statt Heinrich König von Jerusalem, Lud- 
wig statt Hermann Landgraf von Thüringen, fügt die Personennamen der Geistlichen des 
heiligen Landes hinzu, lässt einige der in unserem Berichte genannten Theilnehmer fort, 
wie den Patriarchen von Aquileja, die Bischöfe von Halberstadt und Zeitz, don Herzog von 
Oestreich etc. und schafft sich so eine Namenreihe, die gar keine historische Bedeutung hat. 

1) Ob Hermannum in Henricunf zu ändern sei (wie Dudik S. St thut) ist nicht ausge- 
macht, wiewohl durch Dusburg und seine Nachfolger der Name Henricus Walpot zur Herr- 
schaft gekommen ist. In den Calendarien wird der Name in der Regel nur mit H. angedeutet 
gewesen sein. Ist Heinrich Walpot der rechte Name, so ist es ferner zweifelhaft, ob er die- 
selbe Person bezeichnet, die wir oben als prior t f 93 und 119*. als preeeptor 4196 angeführt 
fanden. Auch dies angenommen, kann nach der Umwandlung des Ordens für Krankenpflege 
in einen eigentlichen Ritterorden schon von einer Meisterwahl die Rede sein, wenn der Prä- 
ceptor der früheren Krankenpfleger nur als das Haupt des neuen Ritterordens bestätigt und 
ihm die neue Regel übergeben wird. 

I) Diese Bulle Innocenz III. ist erhalten und gedruckt hei Hennes cod. dipl. n. 4 nach 
Batuze. Das Datum ist unvollständig XI Kai. Mart. (19. Februar). Wenn in Accon die Wahl 
Innocenz III. (8. Februar H98) schon bekannt war, als man die Gesandtschaft an den i'abst 
verabredete, was unser Bericht voraussetzt, so konnte die Bulle, in welcher das Erbetene 
gewährt wurde, nicht am 4 9. Februar des Jahres 14 98 erlassen sein; sie würde frühstens 
vom 4 9. Februar 4 4 99 sein. Dies ist aber um so wahrscheinlicher, da die Gesandtschaft erst 
in Folge der Versammlung im Marz 4 4 98 abging. Der Inhalt der Bulle Innocenz III. wurde 
mit dem der Bestätigungsbulle Cölcstin's III. vereinigt in der Bulle Innocenz III. von ii09 
bei Wal recherches 4, 369, erneuert 4 24 3 Luc. David 2, 204, und mit einigen Zusätzen von 
Bedeutung für die innere Verfassung des Ordens und sein Verhältniss zu geistlichen und 
weltlichen Ständen von Honorius III. im Jahre 4246, Hennes cod. n. 25. Völlig gleichgestellt 
mit den beiden andern Ritterorden wurde der deutsche erst auf Bitten Friedrich' s II. bei 
seiner Kaiserkrönung (Urk. vom December 4221 bei Böhmer Regesten S. 44 9 N. 468, vgl. 
Hennes n. 60 und 64) durch die Bullen Honorius III. vom 48. December 4220 Hennes n. 49 
und vom 9. Januar 4221 Hennes n. 50. 

Script, r. P. I. H 5 



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226 



PETH1 DE DUSBURÜ 



ritas non relinquit. Ea propter, dilecli in domino filii, vestris iustis postulationibus 
dementer annuimus et prefatum hospitale sancte Marie Alemanorum Jero«ohinitanum, 
in quo divino 1 mancipati estis obsequio, sub beati Petri et ne8tri b prolectione suscipi- 
mus, et presentis scripti privilegio cummuniinus, statuenies, ut quascuuque possessio- 
nes, quecunque bona idem hospitale in presenciarum iuste et canonice possidet, aut in 
futurum concessione pontiPicuin, largiciune reguin vel principum, oblatione ßdelium 
seu aliis iustis modis prestante domiuo potent adipisci, tirma vobis vestrisque* suc- 
cessoribus et illibata permaneant. In quibus liec d propriis duximus exprimenda vo- 
cabulis : locuni ipsum, in quo prefatum hospitale situm est, cum Omnibus pertinenttis 
suis, domum, quam babetis Scalone, cum vineis et Omnibus pertinenciis suis, Zamzi ' 
cum Omnibus pertinenciis suis et domos, quas babetis apud Hamas cum Omnibus per- 
tinenciis suis , domum r et vineas et possessiones, quas babetis apud Jaffaz* cum Om- 
nibus pertinenciis suis et h domum, quam habetis apud Accon civitatem cum omnibus 
pertinenciis suis et casale de Capbareim' et vullam* prope portam sancti Nicholay 
cum omnibus pertinenciis suis et 1 domum, quam habetis in Tyro cum omnibus per- 
tinenciis suis™. Sane novalium vestrorum, que propriis manibus aut sumptibus Colitis 
sive de nutrimentis animalium vestrorum nullus a vobis decimas exigere aut extor- 
quere presumat. Crisma vero, oleum sanctum, consecrationes altarium seu basilicarum 
veslrarum, ordinaciones clericorum vestrorum, qui ad sacros ordines fueriut promovendl, 
et alia ecclcsiastica sacramenla a dioccsano episcopo, siquidcm calbolicus fuerit et gra- 
tiam atque communionem apostolice scdis babucrit, vobis gratis et sine pravitate aü- 
qua preeipimus exhiberi. Sepulturam preterea eiusdem" loci liberam esse omnino de- 
cemimus, ut eorum devotionis" extreme voluntati, qui so illic seppeliri deliberaverint, 
nisi forte excommunicati vel interdicti sint, nullus obsistat; salva tarnen iusticia Uta- 
rum ecclesiaruoi, a quibus mortuorum corpora assumuntur p . Paci quoque et tranquil- 
litati vestre paterna in posterum sollicitudine pro\iderc volcntes, auctoritate apostolica 
dislrictius inhibemus, ne infra clausuras domus vdstre ullus"« rapinam seu furtum fa- 
cere, ignero apponere, sanguinem fundere, homincm temere capere vel interticere seu 
molcstiam' audcat cxercere. Preterea libertates et immunilates eidem' bospitali vestro 
concessas" nccuon racionabiles consuctudines actcnus observatas ratas habemus et 
eas futuris temporibus illibatas manere sancimus. Auctoritate insuper apostolica vobis 
concedimus, ut eligendi magistrum, qui vobis et domui vestre presit, habealis plenam " 
potestatem, et obeunte illo, qui pro tempore vobis et ipsi domui vestre preerit, nullus 
ibi qualibet surreptionis v aslucia seu violencia preponatur, nisi quem fratres eiusdem 
loci vel fratrum maior et sanior pars secundum de um providerit cligcndum. Decemi- 
mus ergo, ut nulli omnino homümm liceat prefatum hospitale temere perturbare aut 
eins possessiones auferre vel ablatas retinere, minuere seu quibuslibet vexationibus 
fatigare , sei omnia inlegra conserventur eorum, pro quorum gubernacione ac susten- 
tacione concessa sunt, usibus omnimodis profutura», salva sedis apostolice auctoritate 
et diocesani episcopi canonica iusticia. Si qua igitur in futurum ecclesiastica secularisve 
persona hanc nostre constitutionis paginam sciens contra eam temere venire presumpse- 
rit w , secundo terciove commonita, uisi rcatum suum congrua satisfactione correxerit, 
potestatis honorisque sui carcat dignitate reamque se divino iudicio existere de perpe- 
trata iniquitate cognoscat, et a sacratissimo corpore et sanguine dei et domini redemplo- 
ris nostri Jhesu Christi aliena fiat, atque in extremo examine divine ulcioni subiaceat. 
Cunctis autem eidem loco sua iura servantibus fiat* pax domini nostri Jhesu Christi, 
quatinus et bic fruetum bone accionLs pereipiant, et apud districlum iudicem premium' 
eterne pacis inveniant*. Amen. Amen. 

a) dir. ettii m. Cod. b) noetra in den Erneuerungen der Bolle von 1200, 1215, 1210. e) 8o In den Er- 
neuerungen, nobi* noatriaque Cod. d) boe. Cod. e) et Zanii 1209, 1115. et Canci 1216. fj So in dcD 
Erneuerungen, domo* Cod. g) Japhai 1209, 1215. Japhac 1216. Jaffam Cod. b) fehlt In den ipatcren 
Bullen, i) Caflnin 1209. 1215. Carolin 121 G. k) cUtt rolUm. 1) feblt in den epateren B. ») Bier 
werden in den folgenden BuUen die neu erworbenen Bedtxungen eingeschoben, n) Ipaiu» 120« ff. o) de- 
Tutionl et 1209 ff. p) Hier werden in den folgenden Bullen die Anordnungen, welche nach dem Vorgänge 
der Johanniter und Tempelherrn getroffen lind, beteiligt, q) So die Erneuerungen, nullus Cod. r) rio- 
lentiam 1209 ff. t) eid«m fehlt 1209 ff. t) Bier folgen in der Bulle von 1210 erhebliche ZuUtM. 
u) pUoariam 1209, 1215. t) turreptianla 1209, 1210. •ublectlonl« Cod. w) UopUrarit 1209 ff. 
«} all 1 209 ff. y) pnmia 1209 ff. ■) Infeolut 1209 ff. Urania* Cod. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE i. 



227 



Datum Laterani per manus Cencii sancte Liicie in Orchea diacboni cardinalis do- 
mlni pape camerarii xii Kai. januarii indictione xv incarnacionis dominice anno m 0 c°xc 0 vi 0 
pontificatas vero domini Celestini pape in°" f anno sexto. 

3. Einige chronologische Daten über die Gründung des deutschen Ordens. 

Das Chronicon Montts Seren* ( — 4185) erwähnt die Gründang des Ordens beim 
Jahre H90: Forro Fridericum filiura ejus, ducem Sueviae, exercitus oranis pro ipso 
principem sibi constiluit, a quibus et tnUitia, quae de Theutonica domo appellatur eo- 
dem tempore instituta est. Das Jahr 1 190 wird als Gründungsjahr auch von allen den- 
jenigen Chronisten angegeben, welche dem Bericht De primordiis oder der Chronik 
von Dusburg folgen, namentlich von allen preussischen, von Hermann Corner, der 
Chronica Slavica etc. Vgl. auch das Chron. episcoporum Verdensium ( — 1473) bei 
Leibnitz Script, reruui Brunswic. II, p. S18. 

Eine handschriftliche Chronik der Päbste und Kaiser von einem Thüringer Domi- 
nikaner ( — 1261) bezeichnet zuerst das Jahr tSOO als Gründungsjahr des deutschen 
Ordens: 

Anno domini mcc sub hoc papa Innocentio tertio et tempore Henri ci imperatoris 
hujus cepit in Acon ordo fratrum Theulonice domus. 

Diese Notiz ist mit der ganzen Chronik unverändert übergegangen in das Chroni- 
con saneti Aegidü ( — 1474) bei Leibnitz III, p. 586 (als Conipilatio ebronologica bei 
Pistorius Script, rer. Genn. I, 738), und wiederholt von dem Minoriten Martin in den 
flores temporum ( — 1290) bei Eccard Script, aevi medii I, p. 1551 : mcc ordo militum 
Teutonicorum in Acharon sumsil initium ; so wie in dem Chronicon des Johannes Vi- 
toduranus ( — 13 48) bei Eccard II, p. 1734 : Sub eo [Innocentio III] cepit ordo Teu- 
tonicae domus oriri in Achoron . Vgl . auch De ordinibus ecclesii hinter Engelhusü 
chronicon (aus dorn Anfange des 15. Jahrhunderts) bei Leibnitz III, p. 87 und Anual. 
Mellicenses bei Pertz Honumenta SS. IX, p. 537. 

Eine dritte überraschende Angabe bieten die Annales Colmarienses ( — 1305) bei 
Boehmer fontes rcrum German. Stuttgart 1843 ff. T. II, p. I : 

Anno mccxij Passagium extitit puerorum. Ordines Teutonicorum, Minorum et 
Praedicatorum oriuntur. 

So findet sich auch in Siffridi presbyteri epitome ( — i 307) bei Pistorius T. I, 
p. 694 die Notiz : mccxii In Accarone coepit ordo fratrum domus Teutonicae. 



Beilage 2. 

De passione saneti Adalberti narrationes m. 

\ . Aus der Vila s. Adalberli episcopi von Johannes Canaparius. 

Die altere Vita s. Adalberti, zuletzt in Pertz Monuinenta Germ. bist. SS. IV, 
p. 574 ff. abgedruckt, ist von einem Zeitgenossen, einem Mönche des Klosters des 
heiligen Bonifaz und Alexius auf dem Aventin, in welchem sich auch Adalbert eine Zeit 
lang aufgehalten hatte, geschrieben, und zwar nach Voigt Gesch. Preussens Bd. I, 
S. 653 von Gaudentius, Adalberts Bruder und Leidensgefährten auf seiner Reise nach 
Preussen, nach Pertz* wahrscheinlicherer Annahme von dem Abte dieses Klosters Jo- 
hannes Canaparius um das Jahr 999. Pertz meint ferner, die Nachrichten über Adal- 
berts Märtyrertod habe er durch Gaudentius erhalten. Dagegen stellt W. Giesebrecht 
in den Neuen Preuss. Prov. Blättern Jahrg. 1860 Bd. \ S. 65 die Ansicht auf, er habe 
die Lebensbeschreibung schon vor Gaudentius Ankunft in Rom abgefasst, seine Nach- 
richten über Adalberts Missionsreise seien vermittelt und durch Vermittelung entstellt, 
Gaudentius Mittheilungen über dieselbe lägen vielmehr der in wesentlichen Dingen 
sehr abweichenden Biographie des heiligen Adalbert vom Erzbischof Bruno zum Grunde, 
der sich auf das unmittelbare Zeugnis» der Leidensgefährten Adalberts beruft. In der 

48* 



228 PETRI DB DUSBURG 

Thal dürften sich die Differenzen zwischen den Berichten der beiden Vitae kaum an- 
ders begreiflich machen lassen, und des Erzbischofs Bruno. Bericht dem Siteren des 
Johannes Canaparius vorzuziehen sein. 

■ 

p*rü" P M3 ^ D< ^ e ' a< ^ versus diram barbariem prophanosque idolitras gladium praedicationis 
r P< acuens et aptans, cum quibus primum, ciun quibus postmodum dimicare oporteret, 
animo deliberare coepit ; utrum Liuticenses. quo« christianorum praeda miserommque 
Phu. 3, i9hoininum darapna pascunl, an Pruzzorum 1 (Ines adiret, quorum deus venter est et 
avaricia juncla cum morte. Tandem alternanti pocior senlencia successit animo, ut 
quia hec regio proxima et nota fuerat duci praedicto, Pruzziae deos et idola irel debel- 
laturus. Dux vero, cognita volunlale ejus, dat ei navem, et ipsam pro pace itineris 
terdeno milite armat. Ipse vero adiit primo urbem Gyddanyzc*, quam ducis lattssima 
regna dirimentem maris confinia tangunt. Ibi, divina misericordia adventum ejus pro- 
speratite, baptizabantur hominum multae catervae. Ibi, missarum sollempnia cele- 
brans, Patri immoiat Christum, cui non post multos illos dies se ipsum pro hostia fue- 
rat oblaturus. Quicquid vero supermit de eo, quod ipse et novi baplizati communica- 
rutit, colligere jubet, et mundissimo panno involutum sibi servabal pro viatico depor- 
tandum. 

•is Postera autem die satutalis Omnibus inponitur carinae et pelago, et tollitur ab 
corum oculis, numquam postea videndus. Hinc nauticum iter velocissimo cursu pera- 
gens, post paueos marinum lilus egreditnr, et reversa est navis cum armato custode. 
Ipse autem pro praestitis benefieiis gratiam vectoribus et vectomm domtho agens, re- 
mansit ibi cum geminis fratribus; quomm alter presbiter Benedictus, alter dilectus et 
a puero sibi comes frater Gaudentius crant. Tunc magna tiducia Christum praedican- 
tes, intrant parvam insulam. quae curvo amne circumvecta *, formam circuli adeunti- 
p. 694 bus monstrat. Venienles vero loci possessores, cum pugnis expulerunt eos. Et qui- 
dam, arrepto naviculae remo, astitit episcopo propius, et ut forte psalmos in libro de- 
cantaverat, ingentem ictum inter scapulas dedit. Excussus manibus volat in diversa 
codex, et ipse extenso capile et membris jacel humo prostratus ; sed exterius afllicto 
corpore quid pia mens intus ageret, risus cordis per vocis Organum mox patefecit. 
Gratias tibi, inquid, Domine, quia etsi amplius non erit, saltim vel unum ictum pro 
Crucifixo meo aeeipere merui. Transiens vero in aliam partem fluminis*, stetit ibi sab- 
17. April bato. Vespere autem facto, dominus viüae divinum heroa Adalbertum transduxit in 
villam. Congregat se undique inhers vulgus, et quid de illo foret acturui, furibunda 

1) Nämlich, als er sich bei Herzog Boleslaw von Polen aufhielt. 

2) Seit Adalberts Zeit ist der Name der Preussen oft genannt. Aus früherer Zeit ist bis 
dahin nur eine Urkunde und zwei geographische Namensverzeichnisse bekannt geworden, 
in welchen er genannt wird. Die erstere gehört der Zeit Hebst Johann'« XV. (985 — 996) an, 
und ist excerpirt in dem Güterverzeichnisse der römischen Kirche bei Muratori Antiqq. Ita- 
licae T. V, p. 831. In derselben erscheint Pruzze und unmittelbar darauf Ruzze als Grenz- 
land von Polen. Von den beiden geographischen Namensverzeichnissen ist das eine : Nomina 
diversarum provinciarum et urbium in einem Münchener Codex des neunten Jahrhunderts 
(demselben, der auch das bekannte Wessobrunner Gebet enthüll) überliefert, gedruckt bei 
Petz Anccd. tbesaur. T. 1, P. I, p. 407. An der achten Stelle nach Britannien (Domnoniaro, 
Prettonolant) folgt Bruteri, Prezzun, wofür zu lesen ist Bruteni, Pruzzun, vgl. W. Giesebrecht 
über Erzbischof Brun-Bonifacius in den Neuen Preuss. Prov. Blattern 4859. Bd. 4, S. 46 und 
Bender über den Namen Preussen in der Zeitschrift für Ermcland Bd. i, S. 384, 385. Das 
andere geographische Namensverzeichniss, auf welches mich Herr Dr. Strehlcke aufmerk- 
sam machte, bietet der St. Emmcraner Codex der Münchener Bibliothek aus dem 10. Jahr- 
hundert : Dcscriptio civitatum et regionum ad septentrionalem plagam Danubii. Es ist oft 
gedruckt z. B. bei Zeuss die Deutschen und ihre Nach barst ämme S. 600, 640. In demselben 
kommen die Bruzi vor, ohne dass man jedoch aus dem Zusammenhange etwas näheres über 
dieselben entnehmen kann. 

3) Danzig. 

» 4) Voigt Bd. 4, S. «66 deutet auf den Pregel, dessen Mündung früher ganz anders be- 

schaffen gewesen sei und westlicher gelegen habe als jetzt, und meint, Adalbert sei auf einer 
der Inseln gelandet, die der Pregel damals etwa Brandenburg gegenüber gebildet habe. Aber 
seine Voraussetzungen über die Beschaffenheit des nördlichen Theiles des frischen Haffs sind 
nicht haltbar, wie in der Abhandlung Uber die Theilung der Dföcese Samland in den Neuen 
Preuss. Prov. Blättern 1850, Bd. 2. S. 177 ff. gezeigt ist. Die Localität bleibt unklar. 
6) Voigt S. 268, 269 meint nach Samland und zwar nach dessen südöstlichem Theile. 



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CRONICA TERRE PRCSSIE. BEILAGE «. 



220 



voce et canino rictu exspeclant. Tone sanetus 1 Adalbertus, quis et undc esset, vel ob 
quam causam illuc veniret, interrogativ, talia econtra miti voce respondit : Sum nati- 
vltate Sclavus, nomine Adalbertus, professione monachus, ordine quondam episcopus, 
oflleio nunc vester apostolus. Causa nostri itineris est vestra salus, ut relinquentes 
simulacra surda et rauta, agnoscatis Crcatorem vestruin, qui solus et extra quem alter 
deus non est ; et ut credentes in nomine ejus vitam habeatis, et in atriis inmarcesci- 
bilibus coelestium gaudiorum praemia pereipere mereamini. Haec sanetus Adalbertus. 
Uli autem jam dudum indignantes et cum clamoro blasphemiae verba adversus eum 
proclamantcs, mortem sibi minantur. Et extimplo terram baculis pereutientes, fustes 
capiti ejus apponunt et infrendunt dire dentibus in eum : Magnum sit tibi, inquiunt, 
quod hueusque inpune venisti ; et sicut celer reditus spem vitae, ita tibi parvae morae 
necis dampna creabunt. Nobis et toto huic regno, cujus nos fauecs sumus, communis 
lex imperat et unus ordo vivendi ; vos vero, qui eslis alterius et ignotae legis, nisi hac 
nocte discedatis, in crastinum decapitabiraini. Ipsa vero nocte in naviculam impone- 
bantur, et retro dueü* manserunt quinquo dies in quodam vico 1 . 

Haec dum in illa parte geruntur, ecce in monasterio 2 , ubi ille talis nutritus fuerat,*» 
cuidam converso Johanni Canapario talia Dominus per visura ostendit. E summo coelo 
velut volancia deorsum veniunt usque ad terram duo linteamina, alba sicut nix et 
munda absque omni sorde et macula. Ambo sua honera, singulos quidem viros, de 
terra levant ; ambo felicissimo cursu nubes et aurea sydera transnalant. Unius nomen 
extra ipsum, qui baec vidit, admodura paucissimi sciunt ; alter vero erat, ut adhuc ho- 
die ipse meminit, domnus Adalbertus, etil angelicus minister jam coelestis mensae 
convivia praeparavit. At pater Nilus* ignotum est, quid do eo videret; sed dulcibus 
scriplis eundem virum ita alloquitur: Scias, dulcissime tili, quia amicus noster Adal- 
bertus ambulat cum Spiritu saneto, et beatissirao fine praesentem vitam erit termina- 
turus. Item fratri Gaudentio, quae opere futura erant, nocturna quies textis ambagi- 
bus dixit. Expergefactus ergo, si vellet audire somnium suum, interrogat dilectum 
patrem. Respondit autem ipse : Die, si quid babes. Vidi, inquit, in medio altaris ca- 
licem aureum, et hunc vino seraiplenum ; custos vero ejus nemo erat. Me itaque vo- 
lente bibere merum, opposuit se mihi minister altaris, et audaeibus meis coeptis velut 
quadam imperiosa auetoritate contradixit, quia nec mihi nec alicui hominum hanc li- 
centiaro dare vellet, pro eo quod tibi in crastinum pro mistica refectione foret serva- ♦ 
tum. Haec eo loquente, fugit somnus ab oculis, et occupat tremencia membra torpor 
ingens: Deus, inquit, tili, prosperet hunc visum! Fallaci somnio neminem credere 
oportet. 

Jam exsurgente purpureo die, coeptum iter agunt, et Davitico carmine viam sibi** AprU 
abbreviant, et dulcis vitae gaudium continuo appellant Christum. Inde nemora et fe- 
ralia lustra linquentes, sole ascendente ad meridiem, campestria 4 loca adierunt. Ibi 
fratre Gaudentio missam celebrante, sanetus ille monachus communieavit, et post sa- 
cram communionem pro alleviando labore itineris pauxillum obsonii aeeepit. Et dictop. m 
versu et sequenti psalmo, surgit de gramineo cespite, et quantum jactus est lapidis 
vel missus sagittae progressus, loco resedit. Hic cepit cum somnus, et quia diutini 
itineris fessus erat, pleno cornu profudit eum soporifera quies. Ad ultimum pausanti- 
bus cunetis, affuit paganicus furor, et irruerunl super eos impetu magno, et injecerunt 
omnes in vineula. Sanetus vero Adalbertus, slans contra Gaudcntium et alium fralrem 

4) Nach Voigt S. 869 in der Gegend von Pillau, wogegen jedoch bemerkt werden muss, 
da*« Adalbert von hier aus zu Fusse nicht wohl nach der Umgegend von Lochstet oder 
Fischausen gelangen konnte : denn zwischen dem heutigen Pillau und Lochstet war damals 
das Tier, welches das Haff mit der See verbindet, vgl. die Abhandlung üher die frische Neh- 
rung in den Neuen Preuss. Prov. Blattern 485i. Bd. 4. S. 84 ff. 

9) Das Kloster auf dem Aventin. 

3) Der hochberühmte Abt des Michaclisklosters zu Valleluce nicht fern von Monte Cas- 
sino. Er hielt sich spater in Gaeta aur, Giesebrecht Geschichte der deutschen Kaiserzeit 
Bd. 4, S. 6*7. 

*) Campestria loca deutet Voigt Bd. 4, S. «70 ff., S. 660 ff. auf das heilige Feld bei Ten- 
kitten. Allein das in spateren Urkunden oft erwähnte heilige Feld ist weit entfernt von 
Fischausen in der Gegend des Kirchdorfs Heiligcnkreuz zu suchen, vgl. Mist. comp. Geogr. 
S. 4*0, 4*3. Heilige Wälder aber sind in allen Theilen Samlands zahlreich nachzuweisen, 
Ebenda S. 15, Anm. 4 30. 



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230 



PFTRI DE DISBURG 



ligatum: F rat res, inquit, nolite oontristari. Scilis, quia baec patimur pro nomine Do- 
mini, cujus virtus ultra omnes virtutes, pulchritudo supra omnes decores, potencia 
inenarrabilis, pietas singularis. Quid enim fortius, quid eo pulchrius, quam dulcetn 
pro dukissimo Jesu rundere vitam. Prosilit e furibundo agmine igneus Sicco, et totis 
viribus ingens jaculum movens, transfixit ejus penetralia cordis. Ipse enim sacerdos 
idolorum et dux conjuratae cohortis, vclul c\ debito prima vulnera facit 1 . Deinde con- 
currerunt omnes, et vulnera mLscentes, iram exsaturant. Profluit purpureus sanguis 
per foramina utriusque lateris; ille oculis ac manibus stal orans in coelum. Exiil ru- 
beus amnis divite veua, et extractae hastac Septem ingencia vulnera pandunt. Ule viu- 
clis solutis extendit manus in modum crucis, et suppheiter fusis preeibus pro sua et 
persecutorum salute ad Dominum clamat. Sic illa sancla anima carcore suo evolat; sie 
nobile corpus protenta cruce lerram occupal ; sie quoque mullo sanguine vitam fun- 
dens, beatis sedibus et semper carissimo tandem perfruitur Christo. 0 sauet um et bea- 
tissimum virum, cujus in vultu angelicus splendor, jn corde semper Christus erat! O 
pium et omni honorc dignissimum, qui crucem, quam voluutate semper et aoimo por- 
tavit, tunc etiam manibus et toto corpore complexus est. Accurrunt undique armis 
dira barbaries, et nondum eiplelo furore, aurerunt corpori nobile caput, et separant 
exsauguia membra. Corpus vero loco diinittenles, caput palo fixerunt, et laelo cla- 
more sua scelera laudanles, reversi sunt unusquisque ad proprias sedes. Passus est* 
^utern sanetus et gloriosissimus martyr Christi Adalbert us 9 kalendas Mai, imperanle 
rerum domino Otlonum tercio pio et clarissimo cacsare, feria 6 ; scilieet ut qua die do- 
minus Jesus Christus pro homine, eadem die homo ille pro Deo suo pateretur. Cui est 
misericordia in seculum, honor laus et imperium in secula seculorum. Amen 3 . 



Brun beruft sich, wie erwähnt, auf das unmittelbare Zcugniss der Leidensgefähr- 
ten Adalberts (c. 38), Adalberts Bruder Gaudenlius und Benedict. »Als Gaudentius im 
Deccmber 999 in Horn verweilte, und Benedict wahrscheinlich in seinem Gefolge war, 
bewohnte Brun noch das Kloster auf dem Avenlin, dem auch Gaudentius angehörte. 
Sie konnten, sie mussten sich sprechen.« Aber freilich schrieb Brun seine Erzählung 
erst gegen Ende des Jahres 1004, also erst fünf Jahre nach der Zusammenkunft mit 
Gaudentius nieder — »und fünf Jahre verwirren viel in einem so phantastischen Kopfe! 

1) Dass Adalbert erschlagen sei, weil er durch seinen Eintritt in den heiligen Wald oder 
auf das heilige Feld den heiligen Boden entweiht habe, ist nur Annahme Voigts Bd. I, 
S. *73, 660. 

2) Erst nach Otto's III. Kaiserkrönung (St . Mai 996) trat Adalbert seine Missionsreise 
an, cap. St, Thietmar IV, c. 19 etc. Das Todesjahr Adalberts kann demnach kein früheres 

- sein als 997, trotzdem dass in vielen Chroniken, auch in den Annal. Quedlinb. und in dem 
Chron. Bohcmiac von Cosmas das Jahr 996 als solches angesehen' wird. — Die Erinnerung 
an Adalberts Märtyrertod wurde gleich nach der Ankunft des deutschen Ordens in Preussen 
erneuert. Schon in dem Friedensvertrage von ti*9 finden wir ein Chomor S. Adalbert) 
(wahrscheinlich «wischen Christburg und Lichtfelde, Geogr. S. it) erwähnt; und einige Zeit 
darauf wurde die Domkirche des samlaudischen Bisthuius dem heiligen Adalbert geweiht. 
Seitdem befestigte sich die Ansicht, dass Adalbert in Suinlund erschlagen sei. Zwischen den 
Jahren 4422 — 4494 gründete der Ordensinurschall Ludwig von Lanse zu seinem Andenken 
eine Kapelle bei Tenkitten, welche bis zum Jahre 1669 gestanden bat, Voigt Bd. 1, S. 663 ff. 
In noch neuerer Zeil hat eine fromme Polin in eben jener Gegend zu demselben Zwecke ein 
hohes eisernes Kreuz errichten lassen. 

3) Gegen den Schluss des Capilcls weicht die Handschrift des Klosters Monte Cassino 
aus dem 1t. Jahrhundert von den übrigen mehrfach ab. Eigentümlich sind denselben be- 

595. sonders folgende Stellen : Sanetus vero Adalbcrtus in so senem irruentem conspiciens miti 
voce dixit, quid vis pater? aut cur manus innocenti sanguine polluis, alque crucntalas sponte 
diabolo tradis. Und etwas weiter: Sed ut ostenderet omuipotens deus, cujus meriti esset 
tantus martyr, per triginta dies jussa a Domino, ab aquila corpus ejus custoditur, ubi nulla 
fera, nulla avis accedere potuit. Eam divino judicio aquilara eustodem diseipuli aspexerual. 
Post vero infidelis turba needum humano sanguine saciata, tollentes corpus ejus miserrime 
dilaecratum, in mare dinnserunt. Inde vero iudicio fulgidae columnao, super corpus ejus in 
coelum usque porrectae, maoifestatum est corpus ejus diseipulis ; et venientes cum multis 
christianis, abstulerunt corpus ejus, et conjungentes caput corpori, honoriflee sepelierunt, 
et dignam ecclesiam nomine ejus construxerunt, ubi merita et virtutes ejus exuberant usquo 
ad hodiernum diem. 



2. Aus der Vita S. Adalbert des Erzhischofs Brun. 




• 



CRONICA TEURE PRÜSSIE. BEILAGE t. 



231 



Ueberdies lag ihm das Buch des Johannes Canaparius seines Abts vor Augen, und die 
Achtung vor demselben und der pSbstlicheu Autorität mithigte ihn seine Erinnerungen 
von Gaudentius Erzählungen in Harmonie mit dem aufgezeichneten und bereits kirch- 
lich anerkannten Berichte zu setzen. So hat sich, wie ich glaube, auch in seiner Dar- 
stellung Wahres und Falsches gemischt.« W. Giesebrecht a. a. 0. S. 65, 66. Auch 
Brun s Vita S. Adalbert! ist zuletzt abgedruckt bei Pertz T. IV. 

Igitur soluto fune liber 1 episcopus apprehendit circumflucntibus ulnis earum de-^^** 
siderium, quod Semper in corde suo arsit, martyrium pulcrum, apostolica ad hoc usus p * 
licencia. Duos fratres, quos cogitat forciorcs sacro bello et aptiores porlare cuange- 
liura, ilineris comites assumpsit. Prius tarnen, ut mater regula docet et viva verba 
patrum lingua monent, oracione fratrum voluntatem Dei exquisivit, et consilio fratrum 
quasi ferrea clamide munitus, ad agonem currere cepit. — Dux itaquc Bolezlavus dili- 
gebat eum. Quem monet, ut se adjuvet ; videns videat, quoniodo se in tcrram Pruz- 
zorum navigio raaris exponat, propter quaerere animas et scindere vomere Dei incultas 
gentes. Complet dux jussa spirilalis patris ; quamvis, ut secum staret, divitem volun- 
tatem haberet, occurrere sancto proposito non ausus erat. Est in parte regni civitas 
magna Gnezan*, ubi nunc sacro corpori requiescere placuit, ubi inille miraculis fulgct, 
et si corde veniunt, recta petentibus salules currunt. Ibi ergo, quia in via sua erat, 
cujus longo tempore silencium exercuit, missam celebrat , sacras hoslias oblaturus, p. «os 
viva hostia et ipse mox futurus. Babtizat populuin grandem nimis, inde nullas moras 
nectit, navcm ascendit, quam ne prophanus quis längere audeat, dux sollicitus multo 
milite armaverat. Post non multos dies carina secante terga maris, Deum nescientibus 
illabuntur Pruzzorum terris. Fcstinantes vero nautae sanclum onus deponunt ; et noc- 
turno auxilio remeantes, securam fugam capiunt. Rapit homo Deo pleous iter, jactu- 
rus recia sua super horrisonum mare, si forte inveniat, quod in mensa Dei comeden- 
dum reponat ; aut si nullum piscem capiat, saltim in nomine filii Dei oblatum calicem 
bibat. Fervet in eo spes ardua pro Christo moriendi, et in viridi corde vivus ignis vim 
habet ardendi, tanquam in aureo altari acccnsa aromata flagrant et fumancia scandunt. 
Ergo miles Dei cum duobus sociis intraverat parvum locum, qui circumlabente unda 
fluminis imitatur insulae vultum. Ibi aliquos dies stctcrunt ; et fama volans pagano- 
rum auribus adduxit, habere se hospites ex alio orbe, ignoto habilu et inaudito cultu. 

Primum ex improviso homines numero non plures parva nave veniunt ; dant sal- *s 
tum ad terras, barbarum nescio quid frendunt ; magna ira fumant, et hospites quae- 
runt. Ros regis*, ros mellis tum episcopo in orc fuerat: librum psalmorum ante se 
sedens tenuit, in quo omnia verba oris Dei, in quo vita hominis et summa salutis clausa 
consistunt. Ad quem unus ex istis pcjor pessimus accessit ; dirum infremuit, nodosa 
brachia alte extollit, et cum conto, quo navem minavit, coelestia ruminanlem episco- 
pum inter scapulas fortissime percussit : Si non abitis, inquit, cicius capite plectemini, 
rexati diris poenis et mortibus multis. Evolat ex manibus excussum volumcn ; alia ex 
parte ipse humi stratus dat oscula luridae terrae, mente extentus et corpore toto. Ex- 
terior corrumpitur homo, inlerior ad vitam novatur ; per penetral cordis prorupit vox 
laeticiae et salutis. Benedictus, inquit, Dcus, bencdicla misericordia Dei! Si plus non 
aeeipiam pro Cruciflxo meo, saltim unum preciosum ictum habeo! — Homo Dei, pu- 
lasne siraplex plaga splcndeat in dorso tuo? Aut precium habeat super terram, talia li- 
benter pati in memoriam filii Dei vivi? Ulique non sie margarituin in sterquilinio, non 
purpura regis in populo, nec facies rosae in gremio terrae, adhuc nec aureus sol in 
coelo, ut est in corde pulcro percussio una, quam habos laetus gloriae pro Christo tuo ! 
— Quid tum? Foris projecti veniunt in mercatum*, ubi confluxerat unda populorum. 

4} Die Böhmen hatten ihm, ihrem Bischöfe, den Gehorsam aufgekündigt. 

S) Bei Johannes Canaparius : Gyddaoizc — eine der auffallendsten und unbegreiflich- 
sten Abweichungen zwischen beiden Biographen, Voigt Bd. i, S. 658 uud W. Giesebrecht 
Brun-Bonifacius S. *5 sind geneigt, ein Versehen Brun s anzunehmen. Diese Annahme wird 
nicht zu umgehen sein, so lange man an dem Berichte festhalt, das« Adalbert Uber die See . 
nach Preussen gefahren sei. Aber in der Passio S. Adalbcrti ist auch von der Seefahrt nicht 
die Rede. 



4) L. Giesebrecht in seinen Wendischen Geschichten Bd. t glaubte diesen Markt für den 
schon von Wulfstan erwähnten Handelsplatz Truso am Illing halten zu dürfen. 



3) Davids. 




232 



PETRI DE DlSBURr» 



Circumstanl subito coelicolam virum longo agmine capita canum; pandunt cruentos 
rictus, interrogant, uodo? quis esset? quid quaereret? quare venissel, quem nemo 
vocavit? Lupi siciunt sanguinem, minantur mortem, quia ad eos portal vi tarn. Douec 
loquatur, vix exspectant ; borrent et derident ; melius enim non sciunl ; loqui jubent, 
capita movent. Accinxit vir lumbos, os aperit, et quia multa audire nequeunt, brevi 
alloquitur : De terra Polanorum, quam Bolezlawus, princeps christianissimus, Domino 
procurat, ad vos pro vestra salute venio ; servus illius, qui fecit coclum et terram, 
maro et animancia cuncta. Ycnio vos tollere a manu diaboli et faucibus inmilis averni, 
ut cognoscatis crcatorem vcstrum, ut dcponatis sacrilegos ritus, abrenunciantes morti- 
fcras vias cum inniundiciis cunctis, et ut loti halneo salulis, efliciamini chrisliani in 
Christo, et habeatis üi ipso remissionem peccatorura et rcgnum immortalium seculo- 
rum. Haec sanctus; illi autein contra jam dudum iudignanles, coelestia verba irridenl, 
terram baculis pcrcutiunt, aeretn mugitibus implcnt, mauus tarnen nun iniciuut, set 
furorcm dictant, et districtae sevcritatis nunciuni ad aures hospitum aiittuiit : Propier 
tales, inquiunt, bomines terra nostra non dabit fructuin, arbores non parluriunt, nova 
non nascuntur animalia, vetcra moriuutur. Excunlc* exite proeul de finibus nostris ; 
si cicius non retropouitis pedes, crudclibus poenis afllicti, mala morte peribitis. Uli 
vero, qui in ingressu regni positus bonos bospites eo loci dimissit, mortem minantur; 
doraum incenderc, divisis rebus uxores et filios vendere, spumante ira pollicenlur. 

Videns adleta Christi, nullum fruetum animarum sequi et desideralae mortis ßpeni 
auferri, dojecit animum ; tristicia magna aflectus, varios curaruin aestus in casto pec- 
tore versat; dixitque fratribus : Prcssi magnis advcrsLs, quid ronsilii capiemus? Quo 
vertaraur, nescio. Habitus corporum et horror vestium, ut video, paganis animis non 
parum nocet ; unde, si placct, vestimenta mulemus clericalia, pendentibus capillis sur- 
gere sinamus, lonsae barbae truncas comas prodirc pertuittamus ; forsan non agniti, 
melius habemus salutein operari ; siiuiles corum etTecti, familiarius eo habitamus allo- 
quimur et convivimus ; laborando quoque nianibus proi)riis, victum quacremus ad in- 
star apostolorum ; absconsa mente re\ohimus censuui psatmorum. Intcrea, prospe- 
rante misericordiaSalvatoris, tit aliquid hac arte ac fraude, ut opinio se fallat; euangcli- 
zandi occasio certa venit. Quid? quia pius et fidelis Deus, animarum inventarum the- 
saurum magnum lucrabimur, aut dulcem vilam pro dulcissimo Christo fundentes, de- 
siderata morte morimur. Ergo [viso consilio] meliora sperans, coneeptum moerorem 
gaudii gladio occidit, egressurus regionem malam, accensis aniiuis movet gressus. — 
Ad ferocium quidem Liutizorum ydola surda praedicacionis equos flectere placuil, quo- 
rum linguam cognovit, et quos needum visus, mutata vesto et habitu fallere potuit. 
Haec tum hoc ingenio bono dolo cogitavit, aut imperatoris filio reperire novum popu- 
lum, aut longis desideriis ponere finem. Set, o venerabile caput, quid tc fatigas im- 
plexis cogilacionibus? Prope est quod quacris. Nun necesse est iniciare longam viam; 
dabit tibi breviore via Deus, quod tauto tempore quaesisti, jecore fidcli, amorc humili, 
recto ore, mundo corde et animo toto. Ecce juxta te pulcritudo lua, ecce in foribus 
cujus nescit homo precium felix, et incomparabile martyrium, ut nostro eliam aevo 
angelis habeal similera bonus Virginis illc tilius , quia insperato le faciet marlyrem 
suum! 0 quam pulcre ridet coclum, quando cum corona iutrantem videl Sclavum! 
«7 Romae interea in monasterio, quo sanctus iste phylosophya Benedicti patris 1 nu- 
tritus erat, revelacio divina haec dicta dedit: Fnter plures visiones, quas rapta mente 
saepe levatus vidit et ita crueifixus mundo, Johannes monachus et abba, venerum* a 
coelo usque ad terram desecnsu deleciabili, aspectu pulcro, duo linteamina ut nix 
Candida, absquo ruga et macula. Unum ex eis aeeepit quem quaerere venit; pos- 
sedit carum pignus , et aeeepit linteum dulce onus ; fruens fruitur suo Adalberto, 
intrat aureum coelum tramitc reetö. Quem aliud linteum suo amplexu aeeiperet et ad 
Deum portaret, ab ejus ore, fateor, numquam exculere potuimus, et ideo, ipsum 2 pro 
secreto amore coelestis patriae alterum pondus esse, cogitatione cogitamus. Sive au- 
tem bic sive alter sit, certa mente nescinius ; nec nos hoc Tätiget, qui nostrum inter- 
cessorem in manibus habemus! Adalbertum, Domiuc, tuum saneta sanetorum intrasse, 

1) In dem Kloster auf dem Aventin wurde die Regel des heiligen Benedict befolgt. 
8) Johannes Canaparius ist gemeint. 



CRONICA TERRE PRUSSIE. BEILAGE 8. 233 

cognovimus, veneramur ei amantes. Cum numquam sanguinem Rinderet, quae est 
prima beatitudo et passi Christi quaedam similitudo, tarnen alta morum humilitate et 
puro Dei amoris intuitu vere esset filius caelorum, et, qui numquam peocaverunt, (ra- 
ter angeiorum. 

Hac hora pater Nilus ad monasterii illios spiritales fratres verba miserat, dicens : 9* 
Notum Sit vestrae diiectioni, qoia amicus noster viam bonam habet ; vere Adalbertus 
com Spiritu sancto ambulavit. Haec in christiana; at in terra pagana tres homines 
carpunt Her secus littora maris, et fit repente conlisio undarum, quasi quid moveat 
aliqua ingens beslia maris, et ad aures gradientium fragor ille validus venit. Comites 
securi audiunt ; medius senior atrocissime obstupuit, et velud pavida mulier, conster- 
natus exhorruit. Cui Gaudencius, ex parte patris caro et frater suus, subridens ait : 
Pavit fortiludo tua, audacissime miles. Si saliret super nos armata et ad bellum 
prompta manus, quid tunc ageres, qui nunc inania times? Respondit : Nos sumus fra- 
giles, tu fortis ; nos imbecilles, tu potens ; dos certe et minima timemus ; set eo me- 
lius Deus noster refugium et virtus, quo est major inopia timentis et viriura parva su- 
pellex. Eo felicius, eo gloriosius diligam te, Domine virtus mea, quo senciens infirmi- p . «10 
tatem meam, cognosco te esse meam virtutem ! 

Vidit sequenti nocte somnium, quod ludentibus vcrbis irrisit pavescentem episco-aa 
pum : Ingressus delectabile Oratorium, cognovjt paratum pontificem celebrasse missam. 
Commesto autem sacrificio, cum vestimcnta plicarent, propius acccssit ad cornu altaris, 
cujus in medio stat aureus calix; adclinat Collum, os ponit, hauriro de aureo calice 
parat. Volat cursu custos sacri altaris, et unde talia praesumat, insolentem Gauden- 
tium severioribus dictis increpat. Non licet, dcdignans ait, fauces tuas de aureo calice 
sumere pocula vitae. Solus totum bibere debet, qui Christo immolato missam oracione 
legavit, ubi sacro palato nec gutta rcmanebit. Mane facto, Gaudcntius infit auribus : 
Audi, senior meus, noctis somnium quod vidi. Expleta missa quam celebrasti in tem- 
plo Dei, accessi potum sumere de aureo calice, qui stetit in medio allari. Prohibuit 
me minister altaris dicens : »Alii nequaquam licet ; pontifex tolum sumere debet.« Re- 
spondit filius mulieris passioni propinquus : Mi frater , jubente Deo somnium tuum 
prospere vadat ; peccans caro peccati donura Dei non impediat ; misericordia Creatoris 
victoriam tollat. 

Igitur sexta feria Gaudencius, sancto viro duplex germanus, cum jam scandenss« 
sol tres horas prope complcssct, missarum sollemnia in Iaeto gramine celebrat. Post M - Ap 
partera obsonü recumbentes aeeipiunt , ut in fortitudine eibi positum vigorem fessa 
membra resumerent, et viam longam sine labore reparati pedes cicius minarent. Pulsa 
fame recreati surgunt, iterare ineipiunt, et non longe ab eo loco ubi eibum sumunt, 
invalescente lassitudine, Caput ponunt, et fessa corpora somno indulgent. Dormitave- 
runt omnes et dormierunt : adest sonitus armorum, fulgurans hasta, sonans clyppeus 
et gladius acutus. Cui frater a Polanis occisus erat, zelo duetus barbarus venit ; cum 
quo, qui exultant in rebus pessirais, conspiravere poenitencia dueti, quia dimiserunt ; 
impetu magno ydolatrae appropinquarunt. Nec mora, equos dimittunt, volatili pedum 
fuga accurrunt, requiem hospitum turbant, vineula iniciunt, tamquam lalrones debe- 
rent, manus et brachia stringunt. Stupent fratres, et non suaviter expergefacti, inspe- 
rato animo vineula et hostes agnoscunt. Nec minus qui semper hoc spectaculum Om- 
nibus votis desiderhsque quesivit accensus , nunc magnus Adalbertus tiraet ; quasi 
homo amarac mortis gustum exhorrW, ultra quam solet consternata mens ignavia labo- 
rat; moritura caro colorem mutat, pavor in mente tremula liebet. Nec miretur vel 
fractum defecisse sanetum cogitet, qui tot annos in temptacionum ventos inconvulsa 
arbor stetit ; maxime nunc quando propinquante termino palmam aeeipere debet. Nonne 
major dominus redempeione nostra Christus propinquante sanguinem sudat ; et qui 
potestatem habet ponendi animam et sumendi, sequentibus diseipulis tristem se esse 
asserit usque ad mortem? Si Deus trepidat, turpe est ut homo paveat, cum carnis 
mors prope accedit? Purgantur tremore mortis olecti, sine quibus non sunt, a levibus 
peccatis, et, si qua vestigia manserunt, criminum raris maculis. Vir bone, quid times? 
Cur inerti pavore tabescis? Deo tuum sanguinem fundis, quo fuso, securum coromea- 
tum et liberum iter habes ad coelum, sine occursu insultancium demonum, sine ob- 
jectione vel minima peccalorum. Martyribus certe non sperans, non occurrit accusans 



234 



PETRI DE OLSBURG 



satan, nec verbam opponit, procul rogiens, eo quod SsJvatoris timbram imttantur, et 
sicut Dominus sine peccato propter nos mortuus est, ita et inartyres, quamvis crimi- 
num rei, quamvis pagani, sine quibus non fuerunl, fuso sanguine propter Deum, onv- 
nino cunctis peccatis carebunt. 
si Geteri sancti quamvis candidam et odoriferam vitam ante oculos Dei habuerint, 
sine scrupulo de vase peccatorum non recedunt, et circa extremam horanx infinita an- 

. eil gustia laborant, nescientes, utrum et munda vita ab eo judicetur digna, cujus compa- 
racione inmunda sunt omnia. Martyrio autem stat sua racio rcslituta, singularis glo- 
ria, quam accipere dono Dei promeruit felix martyr infelicium Adalbertus nostrorum 
temporum. Licet tibi interrogare : Quid Domino retribuam ? licet respondere : Calicem 
salutaris accipiam. Non est quod timeas, quia disrupisti, Domine, vincula mea. Est 
quod dcsideres, quia preciosa in conspectu Domini mors sanctoruro ejus, cum nemo 
natus eflugiat manum mortis. 0 quam beatura, o quam gloriosum, ita mori, ut non 
appareant peccata, quae lavantur in babtismo, extinguuntur in martyrio I Jam quanta 
dignitas, quanta securitas laeticiae, claudcre in momento oculos, quibus homines vi- 
debantur et mundus, et aperire statim eosdem, ut Deus videatur ac Christus, pulcri 
operts pulcherrimus ipsc ! Ne timeas periculum eo quod est mors amara, mors axixia. 
Nam si esset nulla mortis molestia, canentc mellifluo Gregorio, non esset tanta marty- 
rum gloria. Tarn feliciter migrandi o quanta velocitas 1 Terris repente subtraheris, ut 
in regnis coeleslibus reponaris. Indica nobis, sub coelo non esse pulcrius, non qutc- 
quam dulcius, quam pro dulcissimo Christo dulcem dare vitam. Harum sentenciarum 
habemus te nunc testem darum, qui hoc mundo positus, morum virtutibus viruisti, et 
in bis sen ata bumilitale miraculis claruisti ; nunc pro Christo mortuus coelesti beneficio 
et, miraculorum dulcedine clarior, iinmo clarissimus innolescis ! Palam loqueris, moo- 
strans nimirum, quam bene vivas, ad cujus mortua ossa tot salutes exeunt, tot pia 
digna prodigia corruscancia currunt. 
M Ajunt qui in illo agone fuerunt, nec unum verbum fecisset pallidus episcopus, 
nisi, quando ligatum ad montis supercilium ducunt, ubi Septem lanceis pulcra viscera 
forant, ad illum, cujus tunc lancea debuit primum ictiun et torvo aspectu occidendum 
martyrero loco statuit. hoc unum verbum: Quid vis pater? exili voce interrogans fa- 
tur. Habes quod Semper volebas, morcre passus pro dcsiderato Christo, hac die felix 
vicfima functus, qua die Salvator pro te et pro mundo cruciGxus, ipse tunc sanans 
mundum languidum, nunc vero magnum te faciens martyrem suum. Septem donis dt- 
tavit te Christus virtute mUlta, fluxit tibi ' gratia sancti Spiritus; nunc in ejus honore 
Septem lanceis confossus, amplectere desiderabilem Christum. 

. «** Dux et magister nefariae cohortis primum igneus Sikko forül penelralia cordis, 
post saliente malicia et currente manu ceteri scelus peragunU Ut autem ostenderet 
Clemens divinitas, quia soluta erant servo suo carcer seculi, compedcs magnae et pec- 
catorum vincula cuncta, postquam sanctum corpus secarunt, nemine solvente ligaturae 
manuum se solverunt ; ipsara vero amicam mortem amplexus, quam Semper sequens 
dilexit, in modum crucis manus expandit. Cadens cadaver matrem [ terra m] occupat ; 
anima saneta ad vitam feliciter intrat ; ad mir ans risum Dei et gaudia canentis cooli. 
Reliquisti sub pedibus pulcrum hoc quod apparet; experire nunc, quod intrinsecus 
latet ; post fletus hominum transi in beatum numerum angelorum, ubi te vident laeti 
omnes sancti, maxime martyres Christi! Adhuc ultra angelum, martyr, ad martyrum 
regem ascende cum gloria, ad vivum Salvatorem,»ad ipsum a cujus conspectu fugit 
terra et coeJum ; loquere facie ad faciem, quasi homo ad amicum suum 1 Effugisti quod 
amaritudinis habes, quod non dulcedinis, ubi sunt altae contemplaciones internae re~ 
fectionis, ubi est eibus et potus laus perpetua Creatoris ! 
a« Ipsa die dicunt, cum quidam presbyter missas faceret, revelans spiritus ad aurem 
dixit, ut beati martyris Adalberti suffragia laboranti mundo imploret. Linens paret ille 
monitis divinis et intra memoriam sanetorum martyrum Adnlhertum vocat, ut pro uos- 
tris erroribus divinae misericordiae mactata hostia intercedat. Igitur impii viri duos 
fratres immisericorditer ligatos secum portant, et sancti viri nobile caput a saneto cor- 
pore dividunt, et sub fida custodia utramque partem custodiunt. Ne cogites, religio- 
nem faciant, qui prophanare tantum sapiunt ; a duce ßnitimo Bolezlavo grandem pecu- 
niam aeeepturos se putant, ut res erat, quando reverentissimum corpus et caput, dest- 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE 1 



derabilcm thesaurum vendunt. Mariyrizatus est autem predosus martyr Adalbertus, 
qua die pius Georiug est gladio percussus. Bene autem uno die, quia se petentibus 
ambo boni fulgent crebris miraculis et praeslo sunt miseris mortalibus. Ecce iterum 
ambo boni et estis michi saepe vocandi. Loquimini cerle: sorgat Stella maris! jungat 
se aequus Petrus 1 sequatur ad omnes sanctos ! Propter Deum loquimini de vivis mi- 
seris bonum in conspectu principis, praestante domino Deo propter dilectum filium 
suum in Spiritu sancto, cui est gloria, salus, honor, regnum et imperium, sana civitas 
angelorum, cui fuere sunt et veniant pulcra facie inunortalia secuta seculorum, Amen. 

3. Passio sancti Adalperti martiris. 

Die folgende Passio ist aus einer Handschrift der Münchener Bibliothek (Cod. lat. 
No. 18,897, oliiu Tegemseensis No. 897) zuerst von W. Giesebrecht in den Neuen 
Preuss. Prov. Blättern Jahrg. 1860, Bd. 1, S. 55—74 mit einer kritischen Einleitung 
herausgegeben. Die Handschrift der betreffenden Blätter des Codex • — wohl nicht das 
Autographon — gehört dem 1 1 . Jahrhuudert an ; an einigen Stellen finden sich nach- 
trägliche, aber wohl von derselben Hand ausgeführte Correcluren (wir bczciclinen 
unter dem Text das ursprüngliche mit I, das spätere mit 2); die Ueberschrift Pas- 
sio etc. ist erst im (5. Jahrhundert hinzugefügt. Der Herausgeber hat es durch eine 
scharfsinnige Untersuchung wahrcheinlich gemacht, dass der Verfasser dieser Auf- 
zeichnung zu den Mönchen des Klosters zu Meseritz in Grosspolen gehört habe, und 
dass die Abfassungszeit auf das Jahr 999 oder auf den Anfang des Jahres 1000 zu 
fixiren sei. Dieses hohe Alter giebt dem Berichte einen nicht geringen Werth, zumal 
da er — neben einigen Irrlhümero — mehrere nachweislich wohl begründete Spe- 
cialien enthält, und in einigen Punkten mit der alten Handschrift der Biographie Adal- 
berts von Canaparius zu Monte Cassino merkwürdig zusammenstimmt. Im Allgemeinen 
weicht er aber von dieser so wie von Brun's Vita S. Adalbcrti auffallend ab, und wenn 
es bis dahin auch noch nicht gelungen ist diese Widersprüche zu lösen, so bleibt es 
doch mindestens sehr zweifelhaft, ob jene beiden schon früher bekannten Berichte die 
zuverlässigeren seien. [Erst nachträglich wird mir mitgetheilt, dass diese Passio s. A. 
schon 1856 in den Monumenta Poloniae abgedruckt sei]. 

1. Sanctus Adalpertus, primis Sclavomm natalibus, Slawinihc patre et Adilburc 
matre editus, praheticae virtuti inherens Ihcoricaeque desudans, ascendendo succrcs- p " 
cit, donec pubeda vixdum cpiscopalc in Pragia* conscendit culmen. Scdis quoque 
suam aecclesiam pastorali regiminc, ut dignum erat, quinque annorum per curricula 
regens, intra semetipsum tarn glorianter sese in populo haberi deteslando ac de hac 
gloria exui ambiens, Romam pedeteroptim aggressus est, ultra mare coneupiscens ex- 
ulari. Sed ab apostolico retardatus est'. Incolarum autem suoram p. b ciulatio, spem 
suam abesse condolens , Willigisum Magontiensem archiepiscopum pro reditu patris 
sui interpellahanl', uti auetoritate sua eum revocaret. Susccpta enimvero hac cpistola p . n 
vir, domino plenus, voluntati suorum remeando satLsfecit. Paulisper in adventu suo 
eos demuleens, itemque d eodem anno paucis secum sumptis Romam regrediens, Jo- 
hanne papa consentiente in monasterio sancti Bonifacii* monachico induitur habitu 2 , 
Iribus tantummodo annis cum bis moratus fratribus. Ottone igitur terlio imperatorc 
urbis Romanae excaclsa menia ingrediente, inibi sanetmn virum üivenicns, ut ad Sa- 
xoniam exirel, mutipliciter et humiliter exoratus est. Cesaris peticionem haud renuens, 
voluntatem suam implevit. Saxonica tellure in brevi recedens, in Polaniam regionem 
cursum direxit, et ad Mestris r locura divertens coenobium ibi construxit, monachosque 

m) PrBfr» 1. PragU 2. b) lUOrum p. Ut ObergMchrUbmi ; p. Ut Abkürzung wegen muigelnden Raum« ent- 
weder für Pr»$en«i um o<ler proTincUUua O. e) lntarp«lUb*t Ut wohl tu einciiuitmi G. d) item 1. item- 
qu.2. •) Bonauwi 1. BeulwcU 2, t) Met try» 1 . Mutrii 2. 

1) Nicht vom Pabste, sondern von dem Abte des Klosters zu Monte Cassino nach Johann. 
Canap. c. 1* und Bruno c. 13, deren Autorität in den Abschnitten Uber die frühere Geschichte 
Adalberts schwerlich zu Gunsten der Passio anzufechten sein dürfte, Giesebrecht S. 6t. 

3) Dies geschah schon bei seiner ersten Anwesenheit in Rom, Jobann. Canap. c. 16. 
Bruno c. 1 4. 



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PETRI DB DUSBURG 



quam plures congrogans Aschricumque * abbatem eos ad regendum constftuit, qui 
postea archiepiscopus ad Sobottin consecratus ost. In quo loco aliquantisper mora- 
tus est. 

S. Post hec videlicet sumpto baculo, paucis so comitantibus, latenter, quasi fu- 
gam moliens b , Pruzae se intulit regioni. Urbi quoque Cholinun 1 appropinquans, ve- 
nerat in quoddam nemus civitati propinquura, satis venustum, in quo erat planities 

22. April ioeunda, eodemque* die vigilia erat sancti Georgi martiris. Cespile hoc aprili consi- 

dens, congressoribus suis Radim et Bugussae : »Conveniens mihi«, inquid, »videtur, 
quatcnus hoc gramiue pulchro pernocteuius, et J vespertinales nocturnalesque laudes 
rerum crealori suoque miiiti pereolvamus, ac eo propitiante orto sole ofDciis missarum 
peractis ci vitalem, proul ve*nimus, ingrediamurt r . Frater autem eius Radim, mutato 
nomine Gaudentius dictus, qui postea archiepiscopus eflectus : »Quid nobis agendum 
est«, aiebat, »quoniam esuriendi inopia lassi sumus?« »Obtice, frater«, presui infit, 
»noli contristari. Deus providebit suos ; voluntas tua mox saturabitur domini Provi- 
dentia.« Ipse ab eis paululum recedens, silvaticos per campos vagando tan tarn attulit 
eis fungorum herbarumque copiam atque dulcedinem, uti variorum eiborum superha- 

23. April bundantia se vesci, qui aderant, congauderent. Lucifero excussa nocte assurgente 

astro, qui tunc erat canendus, insegnis insistebat imno. Prius enim, quam quintam 
oroscopos tangeret umbram, sacrum celebrabat officium, eoque finito, abstracta tan- 
tum casueula, reliquo episcopalis vestimenti ornamento indutus comitatu cum parvo 
urbem, quae Cholinun vocatur, inpavidus adiit. Erat enim ante introitum portae illius 
profundura specus longitudinis non parvae, ita tenebrosura, quod is, qui foria et intus 
p. 7»erat, non videri, sed audiri ab altero potuit. Presui vero venerandus, audacter acce- 
dens ferulaque sua postes portae, ut episcoporum mos est, pulsans : »Aperi«, infit, 
»ianitor: Angelus regis gloriac intraturus est ; ipse rex dinoscitur virtutum omnium, 
cuius freno et potcslatc regitur machina caeli et terrae.« Urbanus custos: »Quemqnam 
intromitli noster mos non est«, respondere fertur, »sed regrediens in eminenti, qui 
urbi preminet, te ostende cumulo, ut, quis sis, previdearis f : tunc demum primate 
iubentc intrandi licentia haud tibi denegabitur.« Haec dicenti athleta dei oboediens in 
praemonstrata se videndum presentavit altitudine. Viso sancti dei vultu, custodum 
unus terribiliter mirum alto clamore voeiveravit, atque mox more irascibilium apum 
quasi tumultuantis populi, quiequid virorum ac mulierum inerat, coneurrere. Improbi 
quoque facto agmine unanimitcr circumvallantes sanetum dei, quis sive unde esset, 
ammirati sunt. Unus videlicet ex iis, cui antea cognitus erat, eum esse, qui populum 
aquaria submersione pessumdaret, loquebatur : »nosque simili modo perdere venerat«. 
Quid est verbis morandum? Non densior grando sata conterendo furril *, quamarmata 
lapidibus manus capul suum penitus conterendo h saevivit', nec furori nimio ante pe- 
perc'it, quam mitram villosam, qua pro pilleo usus est, dilacerabat k . Circumfusus 
proprio undique cruore immobilis docendo perstitit 1 , donec limphata gens lapidandi 
viribus defecerat et martirem sanetum ultimum claudere sperabat diem. Wcihtahc al- 
mus, maioris triutnphi gloriam sibi esse paratam agnoscens, regrediebatur. Memoriam 
defunetorum vigiiias canendo caclebrans, orationcs usque ad dicendas pervenit ; inter- 
dum elevatis ad Collum digitis stolam humeris applieavit. Bugussa vero, subdiaconus 
suus, retro respiciens octo viros post se properautes conlemplavit ; quod mox pio pre- 
suli palam fecit. Ute molliler ridens ab ineeptis non obtieuit oralionibus, subitoque in 
illum irruens ex Ulis " unus extensa dolatura n capitali eum martirizavit sententia. Cor- 
pus vero" truncatum corruit in terram, spiritus autem polorum intravit gloriam. Asse- 
clae videlicet eius, in fugain comersi, proximae latibulLs se servandi causa dedere silvae. 

a) Aacricumque 1. Aichrieumque 2. b) moUlettf 1 . moUetu 2. e) eodem 1. eodemque 2. d) et 2. 
fehlt I. e) tafredimar I. ingredlumir 2. f) TidcarU I. prevIdearU 2. () Offenbar i*t furit ru Terbee* 
•eraO. h) faerit hii contfrpndo zu^eeetst 2. 1) eaerit 1. Mertrit 2. k) dilacerftbltur I . dilacenbat 2- 
1) peretetit I . perrtittt 2. m) ex llli» nifwtit 2. n) Wohl dolHori», weniptent irt die. die rebrtuch- 
liche Form O. o) eero infwetat 2. 

<) »Vielleicht gelingt es Andern Cholinun in Samland zu entdecken; trügt mich aber 
nicht alle«, so wird man es näher der polnischen Grenze ausfindig machen,« Gi esc brecht 
S. 70. An das schon erwähnte Comor sancti Adalbert! erinnert nur die erste Sylbe, und an 
Culm zu denken hindert die, wie es scheint, unzweifelhafte Schreibart. 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE 3. 



3. Trueidatores nefandi, elevato capite, fixere Ülud in altum* sudem, rehquum 
corpus amni prope fluenti immersere, invidentes coruscantem populo luoere lucer- p. 74 
nain. Interea quoque, dum hec agcbantur, caput de sude oracula aeternae eructabal 
vilae. Ast ubi homines nefandi velle suum in sanctum dei perfecere, notae urbis clau- 
stro sese intulere. Viatoris cuiusdam, ut fertur, grcssus iuxta semitam fluentis amnis b , 
quo hec contingebant, situs* erat. Qui, caput tixum cernens, de sude depositutn sua 
abdidit in pera, Pulslaique ad civitatein, Chnazina vocitatain, concitato cucurrit tramite, 
stansque coram principe rem sancti martiris omnem, sicut noverat, ordinaliter expo- 
suit, abstractoque de pera capite in medio manifestavit. Quidam, procul dubio super 
impositi sceleris reatu ferreo compede per crura inrctilus, qui sequenti mane decol- 
landus erat, contemplato sancti martiris capite calenam de cruribus dissilire gaudebat, 
qui per merita testis dei a proscripta liberatus est paena. Hoc primum perhibetur esse 
suum Signum. Hanc insoliti virtutem signi animirantes, in quorum presentia beali 
martiris passio peracta est, advencre, vcroque leslitnonio, que viator rclulit, confir- 
mavere. PuJslavvo quoque, tonte sanclilatis cupidus, pecunia sua viatori data ipsum 
emit caput sanctum, ac misso magni thesauri pondere nuntios suos cum discipulis 
sancti Adalberti ad raedüncndum rcliquum corpus direxit. Mira res et inaudibilis, sex 
dies corpus almum in flumine, cui immerserant, requievit, septimo autem die piscino 
more defluit ad ripam, ubi inveniebatur ; tribus videlicet diebus caput in sude fixum 
ab aquila, ne ab ullo volucrum tangoretur*, cnstoditum r . PuJslavvo f prefalus, dum a 
preeuntibus sanctum cadaver venire cognosccret, cum inlinita se couiilantum frequen- 
tia obviam iens, cum digno bonore suara deportari fecit in urbem, ac in basilica, quam 
Misico, bone vir memoriae, domino fabricaverat, reverenter collocavit, ubi deo pre- 
staute assiduis virtutum in dies Höret signis. 



Beüage 8.' 

Aus niederdeutschen Chroniken. 

■ 

\ . Aus den Annalen von Quedlinburg. 

Die Annales Quedlinburgenses ( — < OS 5} bei Pertz Monum. SS. III haben hervor- 
ragende Bedeutung, ihr Verfasser redet schon um 993 als Augenzeuge. 

996. Adalbertus episcopus de Praga civitate a Prucis glorioso martyrio 9 Calend. p'« 
Maii coronatur. 

1009. Sanctus Bruno, qui cognominatur Bonifacius, archiepiscopus et mouachus* 60 
lt suae conversionls anno in conlinio Rusciae et Lituae a paganis capite plexus cum 
suis 18, 7 Id. Martii petiit coelos. 

2. Aus dem Chronicon des Thietmat von Merseburg. 

Thietmar, in Quedlinburg gebildet, seit 1002 Probst des Klosters Walbeck, seit 
1009 Bischof von Merseburg, f um 1018. Sein Chronicon, gedruckt bei Pertz Mo- 
num. SS. III gehört zu den wichtigsten Quellen der Geschichte seiner Zeit. Die Anga- 
ben der späteren sächsischen Quellen über Adalbert und Bruno, des Anualisla Saxo 
bei Pertz SS. VI, p. 668, der Annalcs Palidenses bei Pertz SS. XVI, p. 66, der An- 
nales Magdeburgenses (sonst Chronographus Saxo) bei Pertz SS. XVI, p. 159, 164 etc. 
können hier, da sie in der Hauptsache auf den Annales Quedlinburgcnses und auf 

4) Im Folgenden sind die wichtigsten Stellen der älteren deutschen Chroniken zusam- 
mengestellt, welche Originalnachrichten üher Preussen darbieten. Der Herausgeber ist bei 
diesem Theile seiner Arbeit von Herrn Dr. Strehlcke vielfach unterstützt. 

•)*ltemG. b) aruui. iuf«*«Ut2. c) pcritoi O. A) tanptur 1. toBfWrtoi 3. •) cmUxljtur 1 . eni- 
todltum 2. 0 Pul»rro 1 . PabUTTO I. 



PETRl DE DUSBURG 



Thietmar beruhen, und im Besondern nichts für die Preussiscbe Geschichte Beach- 
tenswertes bieten, übergangen werden. 

p p " 7 r 7 6 Lib. IV, cap. 19. In prima estatc Adelbertus, Bocmiorum episeopus, qui nomen, 
quod Woytech sonat, in baptismate, aliud in conßrmacione percepit ab archiepiscopo 
Partbenopolitano, in eadcm urbc ab Ohtrico superius memorato * litteris instructus, cum 
sibi coinmissos ab antiquae pravitatis errore monitis divini precepti amovere nequivis- 
set, omnes excommunicans, Romain ad excusandum se apud apostolicuui venit, eius- 
que licentia sub districta Bonifacii abbatis regula humiliter multo tempore conversatus 
bono deguit exemplo. Postque cum permis.su eiusdera patris Procorum mentes a 
Christo alienas freno sanctae predicationis edomarc teraptaret, cuspide perfossus, nono 
Kalendas Mai. capitis abscisione optatum semper martirium soius ex suis percepit, abs- 
que omni gemitu, ut in ipsa nocte in sompnis ipse vidit, cunctisque fratribus predixil : 
Putabam, inquiens, me missam celebrarc, solumque communicare. Sed nefandi scele- 
ris auctores eum iam expirasse cernentes, ad augmentum sui sceleris divinaeque ul- 
cionis corpus pelago mersere beatum, caput sude conviciando figontes ac exultando 
redeuntes. Quod Bolizlavus, Hiseconis fllius, comperiens. data mox pecunia, martiris 
mercatur incliti cum capite mo rubra. Imperator autem Romae certus de hac re effec- 
tus, condignas Deo supplex retulil odas, quod suis temporibus talem sibi per palmam 
martirii assumpsit famulum. 

p . hu Lib. VI, c. 58. Puit quidam Brun nomine, con temporal is et conscolasticus meus, 
ex genere clarissimo editus, sed divina miseratione pre caeteris parentibus inter filios 
Dei electus. Hic ab Ida, venerabili matre sua, untee dilectus, magislerio Geddonis 
philosophi traditur, et omne quod habere debuit, cum habundancia suggeritur. Huius 
pater erat Brun, senior egregius et per cuneta laudabilis. amicus mihi consanguinitatc 
et omnibus erat proximus familiaritate. Filius autem eius et equivocus cum mane ad 
scolam ire debuisset, antequam ab hospicio exiret, veniam petiit, et ludentibus nobis 
in oratione is fuit. Ocio negocium preposuit, et sie fruetificans ad maluritatem pene- 
M7nit. A tercio desideratur Ottone et suseipitur, quem non longe post deserens, solita- 
riam quesivit vi tarn et de opere suo vixit. Is vero post mortem gtoriosissimi imperato- 

p. 834 ris, regnante tunc secundo Dei gratia Heinrico, ad Mersburg veniens, benediccionem 
cum licencia domni papae episcopalcm ab eo peeiit et eius iussione ab archiepiscopo 
Taginone consecracionem, et quod ipse detulit huc pallium ibidem suseepit. Oehinc 
ob lucrum animae laborem subüt diversae ac grandis viae, castigans corpus inedia et 
crucians vigilia. Multa a Bolizlavo caelerisque divilibus bona suseepit, quae mox aee- 
clesiis ac familiaribus suis et pauperibus, nil sibi retinendo, divisit. In duodeeimo con- 
versionis ac inclitae conversationis suae anno ad Pruciam pergens, steriles hos agros 
semine divino studuit fecundare; sed spinis pululantibus, horrida non potuit facile 
molliri. Tunc in continio predicte regionis et Rusciae cum predicaret, primo ab inco- 
lis prohibetur, et plus euvangelizans capitur, deindcque amore Christi, qui aeclesiae 
i oo 9 caput est, 16. Kai. Martii* mitis ut aguus ducollatur cum soeijs suimet 18. Corpora 
tot martirum insepulta iacuerunt, quoad Bolizlavus id comperiens eadem mercatur ac 
domui suae futurum acquisivit solatium. Facta sunt autem haec in tempore Serenissimi 
regis Heinrici, quem Deus omnipotens triumpho tanti presulis honorifieavit, et ut mul- 
tum spero, salvavit. Pater autem predicti antistitis longe post infirmalus et, ut ipse 
mihi narravit, preeepto tibi, monachicum suseepit habitum, et 1 4 Kalendas Novembris 
in pace quievit 8 . 

4) Othrich war Vorsteher der Domschule zu Magdeburg. Tbietmar III, c. 8. 

2) 7 Id. Mart. Ann. Quedlinb. Wichtige Aufschlüsse über Brun'« Missionslhütigkeit 
siebt ein noch erhaltener, bei Giesebrecht Gesch. der deutschen Kaiserzeit Bd. 4, S. 600 ff. 
und sonst gedruckter, Brief desselben an Kaiser Heinrich II., in welchem er diesen mit 
Herzog Boleslaw auszusöhnen und den Bund der Deutschen mit den heidnischen Liutizcn zu 
trennen sucht. Darin heisst es unter andern : Senior Bolezlavus, qui viribus animi et cor- 
poris consolari me ad converteodos Pruzos libentissime voluit et nulli pecuniae ad hoc par- 
cere decrevil, cece impeditur bcllo, quod sapienti&simus rex pro necessitale dedit, juvare 
me in evangelio nec vacat, noc valet ; und gegen den Scbiuss : Vos vero, quiequid in Liuticis 
et Prucis convertendis consilium et auxilium potestis dare, ut piura regem et spem orbis de- 
cet, nolite cessare. Vgl. den Vortrag von W. Giesebrecht über Brun in d. Neuen Preuss. 
Prov. BlUttero Jahrg. 4 85», Bd. 4, S. »ff. 

8j Calcndarium Merseburg. : Octob. 49. Brun conversos obiit. 



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CRONICA TERRE FRUSSIE. BEILAGE 3. 



3. Aus der Kirchengeschichte des Adam von Bremen. 

Adam von Bremen war ein Zeitgenosse des Erzbischofs Adalbert von Bremen 
(1045 — 1078), kam «068 nach Bremen und wurde bald darauf Domscholastcr. Seine 
Gesla Hammaburgensis ecclesiac pontificum, deren viertes Buch auch den Titel De- 
scripeio insularum aquilonis führt, ist die Hauptqualle der Nordlandskunde jener Zeit ; 
gedruckt bei Pertz SS. VII. Aus Adam schöpfte Helmold (vgl. u.). 

Lib. II, cap. 19. Ab illa civitale* brevi remigio trajicitur, hinc ad Dyminem ur-p^j 
bem, qua sita est in bostio Peauis fluvii, ubi et Runi habitant' ; inde ad Semland pro- 
vinciam, quam possident Pruzi. Her ejusmodi est, ut ab Hammaburc vel ab Albta flu- 
mioe septimo die pervenias ad Jumne civitatem per terram ; nam per mare navim in- 
grederis ab Sliaswig vel Aldinburc, ut pervenias ad Jumne. Ab ipsa urbe vela tendens 
quarto deeimo die ascendes ad Ostrogard Ruzziae. 

Lib. IV, cap. 18. Illae autem insulae, qua« Sclavis adjaceut, insigniores aeeepi-p. 374 
mus esse tres. Quarum prima Fetnbre* vocatur. Haec opposita est Wagris, ita ut vi- 
deri possit ab Aldinburg, sicut illa quae Laland dicitur. Altera est contra Wilzos po- 
sita*, quam Rani [vel Runi] possident, gens fortissima Sclavorum, extra quorum sen- 
tenciam de publicis rebus nichil agi lex est, ita metuuntur propter farailiaritatem deo- 
rum vel potius daemonum, quos majori cultu venerantur quam ceteri. Ambae igitur 
bae insulae pyratis et cruentissimis latronibus plenae sunt, et qui nemini parcant ex 
transeuntibus. Omnes enim, quos alii vendere solent, tili occidunt. Tertia est illa, 
que Semland dicitur, centigua Ruzzis et Polanis ; haue inhabitant Seinbi vel Pruzzi, 
homines bumanissimi , qui obviam tendunt bis ad auxiliandum, qui periclitantur in 
man, vel qui a pyratis infestanlur. Aurum et argentum pro min Uno dueunt, pellibus 
habundant peregrinis, quarum odor letiferum nostro orbi propinavit superbiae vene- 
num. Et Uli quidein ut slercora haec habent ad nostram credo dauipnationem, qui per 
fas et nefas ad veslem anhelamus marturinam, quasi ad summam beatitudinem. Itaque 
pro laneis indumentis, quae nos dieimus faldones 5 , Uli oflerunt tarn preciosos martu- 
res. Multa possent dioi ex Ulis popiUis laudabilia in moribus, si haberent solam fidemp. 376 
Christi, cujus praedicatores immaniter persecuntur. Apud ülos martyrio coronalus est 
illustris Boemiorum episcopus Adaiber tus. Usque hodie profecto inter ülos, cum ce- 
tera omnia sint communia noslris, solus prohibelur accessus lucorum et fontium, quos 
autumant pollui ebristianorum accessu. Carnes jumenlorum pro eibo sumunt, quorum 
lacte vel cruore utuntur in potu, ita ut inebriari dicantur. Homines cerulei, facie ru- 
bea, et criniti. Praeterea inaccessi paludibus, nullum inter se dominum pati volunt. 
Vgl. Helmold Chron. Slav. Ub. I, c. 1. 

Lib. I, cap. 62. Birca est oppidum Gothorum, in medio Suevoniae positum nonp-*>* 
longe ab eo templo quod ecleberrimum Sueones habent in cultu deorum, Ubsola diclo : p. sos 
in quo loco sinus quidam ejus freli, quod Balticum vel barbaruin dicitur, ad borcam 

vergens , portura facit Ad quam stalionem, quia lutissitna est in maritimis 

Suevoniae regionibus, solent omnes Danorum vel Nortmannonun, itemque Sclavorum 
ac Semborum naves, aliique Scithiae populi pro diversis commerciorum necessitatibus 
sollempniter convenire. Vgl. Helmold Lib. I, c. 8. 

Schol. 15. Trans Oddoram fluvium primi habitant Poraerani, deinde Polani, qui ap. 31t 
latere habent hinc Pruzzos, inde Bohemgs, ab Oriente Ruzzos. Vgl. Helmold Lib. I, c. 1 . 

Schol. *5. Hericus rex Sueonum, cum potentissimo rege Polanorum Boltzlao'p. 318 
foedus iniit. Bolizlaus flliam vel sororem Herico dedit 7 . Cujus gratia societatis Dani a 
Sclavis et Sueonibus juxta impugnati sunt. Bolizlaus, rex christianissimus, cum Ot- 
tone tercio confoederatus, omnem vi Sclavaniam subjeett et Ruziam et Pruzzos, a qui- 
bus passus est sanetus Adalbertus, cujus reliquias tunc Bolizlaus transtuUt in Poioniam. 
Vgl. Helmold Lib. I, c. 15. 

i) Von der hocbberUhmten Handelsstadt Jumne an der Mündung der Oder. 

5) Die Bewohner von Rügen. 
3) Femern. 4) Rügen. 

fi) Valde, Valte. Vgl. Zieman Mittelhochdeutsches Worterbuch. 

6) Boleslaw, Micsko s Sohn, regierte von 9M-4035. 

7) Sigrid Storrlda die Tochter Mlesko's, Schwester Boleslaws. Vgl. Thietmar VII, c. *8. 



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240 PETRI DE DÜ8BÜRG 

p.377 Schol. 1t9. Golbi a Romanis voeantur Getae, de qiribus Virgilius diccre videtur 

^'Vei'ff acorque Gelonus 

Cum fugit in Rhodopen, atque in deserta Getarum, 
Et lac concretum cum sanguine polat equino. 

Hoc usque hodie Gothi et Sembi facere dicuntur, quos ex lade jumentorum inebriari 
certum est. 1 

4. Aus der Chronik der Slaven von Helmold. 

Helmold, ein Zeitgenosse Heinrichs des Löwen, schrieb sein Cbronicon Slavorum 
um das Jabr 1173. Was er über Preussen bietet, ist fast ganz aus Adains Kirchenge- 
schicbte entlehnt, wie ein Vergleich der oben schon angeführten Stelleu zeigen kann. 
Die folgende Stelle hat Helmold wenigstens theilweisc selbst zu vertreten. Wir ent- 
lehnen sie aus dem Abdruck bei Leubnitz Script, rerum firunsw. T. II. 

**£*tm ^ nttus astrale* Slavorum incolunt naoiones, quorum ab Oriente primi sunt 
Ruzi, deinde Poloni, habentes a septentrione Pruzos, ab austro Bojcmos et eos, qui 

dicuntur Morahi sive Carinthi atque Sorabi Omnes hae nationes praeter Pruzos 

christianitatis titulo decorantur. Diu enim est, ex quo Rucia credidit. 

5. Aus den Magdeburger Annalen. 

Die Annalt s Magdeburgenses, sonst unter dem Namen des Chronographos Saxo 
bekannt, bei Pertz SS. XVI gedruckt, reichen bis zum Jahre H 88. 

Pcrti (Zum Jahre 1117.) Eodem anno circa festum saneti Petri divina inspiratione et 
p * 188 apostolice auctoritalis exortatione et multorum religiosorum ammonitionc magna Chris- 
tiane militie multitudo contra paganos versus aquilonem habitantes assumpto signo vivi- 
fice crucis exiverat, ut eos aut Christiane religioni subderet, aut Den auxiliante omnino 
delcret. Ubi in una societate convencrant Fridericus archiepiscopus Magadaburgeusis, 
Rotholfus Hahcrstadensis episcopus, Wernherus Monastcncnsis, Roinhaldus Mersbur- 
gensis, Wickerus Brandeburgcnsis, Anshelmus Havelbergensis, Heinricus Moraviensis* 
episcopi, et Wibott Corbegeosis abbas, Conradus marchio, Ada Iber tus marchio, Fride- 
ricus palalinus comes, Hermannus palatinus comes cum niultis comilibus et armatis 
bellatoribus sexaginta milibus. Interim in alia societate se in unum collegerant Albero 
Bremensis archiepiscopus, Thielmarus Fardensis episcopus, Heinricus dux Saxonic, 
Conradus dux Burgundie, Harlwigus prineeps prenobilis cum multis comitibus et no- 
bilibus et ceteris armatis numero quadraginta milibus pugnalorum. Rex eciam Dacie 
cum episcopis terre illius et cum universo robore gentis sue, maxima multiludine clas- 
sium collecla circiter centum milibus exercitum paraverat. Item frater ducis Poloniae 
cum vinginti milibus armatorum exiverat. Cujus etiam frater major cum infinito exer- 
citu ad versus Pruscos crudclissimos barbaros venit, et diutius ibi moratus est. Contra 
quos etiam Rutbeni, licet minus catholicf tarnen cristiani nominis karakterem habentes, 
ineslimabili Dei nutu cum maximis armatorum copiis exiverunt. Hi equidem omoes 
cum maximo apparatu et commeatu et rairabili devotionc in diversis partibus terram 
paganorum ingressi sunt, et tola terra a facie eorum contremuit, et fere per tres men- 
ses peragrando omnia vastaverunt, civitates et oppida igni succenderunt, fanum eciam 
cum idolis, quod erat ante civitatem Malchon*, cum ipsa civilate coucremaverunt. 

6. Aus dem Oliverus Scholaslicus. 

Die Historia regum terrae sanetae { — 131 6) des Kölner Scholasticus Oliverus, 
später Bischof von Paderborn (| 1325), ist gedruckt in Eccard Corp. bist, medii aevi. 
T. II, p. 1355 ff. 

4) Uebcr Adam s Nordlandskunde vgl. Giesebrecht in den Abhandlungen der Kgl. deut- 
schen Gesellschaft zu Königsberg. Dritte Sammlung 1834. S. Ut— 491. 

2) Nämlich des baltischen Meeres. 

3) Ueber ihn vgl. unten die böhmischen Schriftsteller. 

4) Malchim. 



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CR0N1CA TERRE PRCSSIE. BEILAGE 8. 



241 



Temporibus ejusdera pontificis [Innoceulii in] populus aquilonaris, qui ambulabat * p'j^jj 
in tenebris, vidit luccm magnam calholicac fidei. Nam gens Livonum, Estonum, Pruto- 
num variis erroribus delusa, ignoraiis dei filium et incarnali verbi mysterium, nutnina 
gcntilium colebat, Dryades, Amadryades, Oreades, Napeas, Humides [Naides?], Salyros 
el Kaunos. Sperabat cnim super lucos, quos nulla securis violare praesumsit, ubi fontes 
et arbores, montes et colles, rupes et valles venerabantur, quasi aliquid virtutis et 
auspicii reperiri possit in eis 1 ; nunc autera sanam doclrinam secuta, ad episcopum el 
pastorem animarum suarum conversa Jesum Christum, ponüficibus suis obediens cc- 
clesias ae<lificat et frcqucntat, legibus Christiauis pro magna parte subjccta. 

7. Am« dem Chronicon des Alberkus. ' 

Albcricus, Mönch zu, Neuf Montier bei Huy an der Maass, compilirte eine grosse 
Weltchronik ( — 1241), in deren letzten Theilen aueb manche eigcnlhümliche Nach- 
richten vorkommen. Sie ist gedruckt in Leibnitz Access, bistor. T. II. 

Zum Jahre 1J07. De prineipio Christianitaiis in Prutia. Abbas Godefridus de**^" - 
Lukina in Polonia cum monacho suo Philippo Wiselam fluviuni, paganos dividentem el 
Christianos, transivit, et Prutcnsibus paulalim praedicarc ineipiens ducem Phalel ad 
fidcm convertit, et postmodum fratrem ejus regem Sodrech. Monachus Philippus ibi p- 445 
martyrizatus csl, et post cum mit quidam episcopus nomine Christianus. 

Zum Jahre 1221. (Von König David, dor bis Cumanicn vorgedrungen ist, und p- 
viele Tauseude von Russen getödtet hat.) De Prutenis quoque paganü) absque numero 
interfecit. 

Zum Jabre 1228. In Prulia vero, quae est ultra Poloniam et ultra Pomeraniam, p. m 
episcopus Mutineusis GuillelmiLs, missus a papa legatus, ingenio et sapientia sua, non 
fortiludine, multos paganos ad fidem altraxit, et linguaiu coruin ex maxima parte didi- 
cit, insuper prineipem artis grammaticae scilicet Donatum in Ulam barbaram linguam 
cum maximo labore translulit. Erant autem hoc anno in illis partibus quinque tanlum- 
modo provinciae paganorum acquirendac, isla videlicel, de qua agitur, Prulia, Curlan- 
dia, Lethovia b , Wilhlandia et Sambia". 

8. Aus dem Chronicon Moni* Sereni. 

Die Chronik des Klosters auf dem Lauterberg oder Pelersberg bei Malle (1124 — 
12 25) ist besonders herausgegeben von J. Mader, Helmstedt 1665, und von Eckstein, 
Halle 1 856, und findet sich auch bei Mencken Script, rerum. Saxon. T. II, p. 1 65 — 312. 

1209. Primi praedicatores genti Prutenorum missi sunt. p.^j 1 
1215. Christianus primus post beatura Adelbertum genti Prutenorum episcopus p. iw 
consecratus est. 

1220. Ecclesia major Halverstadensis consecratur consequente die assumptionis p. IM 
dei genitricis a Friderico Halverstadensi, Sifrido Hildenesheimensi, Conrado Mindensi, 16. Auguit 
Havelbefgensi et Christiano Pruciae episcopis, anno, postquam a duce Heinrico exusta 
est, xli. 

1222. Poppo Novioperis et Otto saneti Mauricii Hallenses praepositi xvn Kal.p. iw 
Junit a Sereno monte Pruciam profecti sunt. ie. mm 

1222. Praepositus [Montis sereni Tidericus] paucis post festum purificalionisp. ist 
diebus [Roma] domum reversus est, absoluliono profectionis suae in Pruciam sub tes-i. Febr. 
timonio literarum poenitentiarii impetrata, quia ad subsidium terrae illius cruce signa- 
tus erat. Modus autem absolutionis erat, ul tres marcas annis singulis terrae illi sol- 
veret, donec xx marcarum numerus cxpleretur. 

9. Aus dem Eike von Repgow. 
Das Zeitbuch des Eike von Repgow, aus dem 13. Jahrhundert, ist neuerdings 

3) amuUbat Eee. b) Lttitonla Leibn. e) Bambria Leibi). 

1) Id der Bulle Innocenz III. Epist. II, n. 4 91, Gruber orig«. Liv. p. 303 wird hingedeutet 
auf die populi barbari in Livland, qui honorem dco dehitnm animalihus brutis, arburibus 
frondosis, aquis limpidis, vireotibus berbifl et spiritibus immundis impendunt. 
Script, r. r. I. ,J(J 



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p. 441 



242 PETRI DE OLSBURG 

bearbeitet von Massmann, Stuttgart 1857, mit Interpolationen gedruckt als Chron. 
Lüneburgicum bei Eccard Corp. bist. med. aevi T. I. 

p . 4,7' Bi dos sihen keiscr Friderikes tiden erhof sie de kerslenheil to Pruzcn : bi siues 
vader keiner Heiurikes tiden wart Liflande kerstcu unde bedwungen van den Sassen. 

\ 0. Aus der niederaächtischcn Reimchronik. 

Sie reicht bis zum Jahre 1179 und ist noch in demselben Jahrhundert verfassl. 
Sie ist gedruckt bei Lcibnitz Script, rerum. Brmiswic. T. I, besonders herausgegeben 
von Scheller 1826. 

(Zum Jahre 1265) Darnach in dem andern Jar 

Fuhr er [Herzog Albert] mit herlicher Schar 
Zu Preussen, Gott zu Ehren; 
Also kundt ihn seine tilgend lehren. 
Er kam wieder woll gesundt. 

1 1 . Aus den Annalen von Lübeck. 

Die Annales Lubecenscs, abgedruckt bei Pertz SS. XVI umfassen den Zeitraum 
von 1 264 bis (324 und sind von einem Zeitgenossen geschrieben. 

p ? 424 ^ ^' * 3 ' 5 magna fuit fames in mundo, maxima tarnen in episcopatibus. scilicet 
Higensi, Osiliensi, Darbatcnsi et Revalicnsi et in eorum confinibus. Et pro cerlo dici- 
lur, quod quidam in hiis terminis propter famem nimiam devoraverunt proprio« suos 
pueros. Et quidam famelici vivi intraverunt sepulcra in quibusdam locis multitudini 
fame decedentium facta, ut in hiis morcrentur et darent fmem poenis suis. Fratres 
vero domus Teotonicorum mullos suos homines salvarunt per aroministrationem anno- 
nae habundanlis reservatae in loculis castrorum suorum. 

12. Aus Henricus von Hervord. 

Heinrichs Chronik ist unter dem Titel Liber de rebus memorabilioribus von Pott- 
hast Gottingen 1859 herausgegeben. Sie reicht bis zum Jahre 1355, der Verfasser 
starb 1370. Die folgende Nachricht scheint, wiewohl Heinrich auch eine cronica 
prineipum de Brandenborch benutzte {Potlliast p.XXII), doch sehr entstellt überliefert 
zu sein. Sie ist übergegangen in die Chronik des Hermann Corner bei Eccard, die Chro- 
nica Slavica bei Lindenbrog und die Wendische Chronik bei Grautoff zum Jahre 1886. 

Pot „ l !V Ouartodecimo anno Rodulfi regnum Polonorum per marchiones de Brandenborch 

p. 211 * 1 

destruilur et desolalur. Sane marchiones Brandenburgenses cum Poionis vicinis suis 
bella pervicacia viribus magnis et frequenter agentes, tandemque regnum Polonorum 
potenter ingredientes, invalescebant. Regem eorum in regno suo, in domo sua, quin - 
et in leclo suo preoccupantes, interimebant. Regnum totum igne ferroque vastantes et 
ubique desolantes, destruebant. Civitates, opida, castra, villas et terras sibi propin- 
quiores abrapiebant et pro sc perpeluo jure belli possidenda lenebant. Una terrarum 
iliarum fuit Prucia, ubere glcba, opibus et urbibus insignibus plurimis dives et popu- 
losa, habens in longitudine quasi 60 miliaria Theutonica, que faciunt miliaria Lombar- 
dica quasi 300. Hanc crueiferi de domo Thoulouica, quasi metis suis conterminam, 
per tempora multa desiderantes et quercnlcs amicabiliter obtinere et possidere, ipsain 
tandem a marchionibus dictis, jam dudum ejus possessoribus, emunt pecunia magna 
valde. Quam pecuniam pro terris aliis, civitalibus, urbibus, villis, fluviis, paseuis et 
hujusmodi ceteris cum juribus suis, que marchiones emerant, melius pro Harchia si- 
tuata, dieli crueiferi persolventes, Pruciam pleno jure possidere videntur, quamquam 
Poloni numquam adhuc ab ejus impetitione quiescant. Injuriam hanc antiquam rex 
Polonorum. temporibus nostris corde revolvens, Letwinis paganis, consilio et placito 
pape Johannis, ut dicebatur, qui marchionem Lodwicum propter palrem suum Lodo- 
wicum imperatorem odivil, amicitia, fide, federibusque socialur, sperans, per eos de 
Marcorounnis se posse vindicare. Quod viribus propriis propter marchionis potentiam, 



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CRONICA TERRE PRUSSIB. BEILAGE «. 243 

quia filias esset imperatoris, attcrnplare non presuraebat. Ducit igitur paganos per 
Poloniam et terminos quosdam alios cristianorutn ad vaslandum cristianos. Qui stra- 
gem raaximam in metis Marchie et Polonie facientes, exercitum ad inleriora terre du- 
cunt. Prepositum de Bernow hominem corpore grossum et pinguem, vinciunt, caput 
inter crura detorquentcs, dorsum ejus gladiis aperiunt, profluvium sanguinis attendunt, 
de exitu belli per ipsum divinare cupientes. Interea de partibus omiiihus Marchie vi- 
cinis, quasi ad pestein vcl ignein rommunom extinguenduro concurrentibus, pagani 
cum Polonis fugam ineditantur. Sed occupantur, sternuntur, capiuntur, paucis per 
paludes et terras alias invias elapsis 1 . 



Beilage 4. 

Aus thüringischen Chroniken. 

1 . Am den Annalen von Erfurt. 

Das Chronicon Erpbordiense (<220 — 1254) ist gedruckt in Boehmer's Fontes rc- 
rum Germanicarum Bd. 2, S. 388 — 415 und unter dem Titel Annales Erphordienses 
in Pcrtz Monumenta SS. T. XVI, p. 26 — 40. Bedeutende Abschnitte desselben sind 
übergegangen in das Chronicon Sampctrinum, bei Mencken Script, rerum Saxon. 
T. III, p. 201 ff. 

1232. Hoc anno dtscordantibus nrchiepiscopo Maguntino et Cunrado fratre lant-^J? 
gravii pro monte Jieiligenberc in llassia sito, et bella moventibus, idem Cunradus 17 
kal. Octobris civitatem Yritslar contra multorum opinionem incondio cepit, captivos is. sc P t. 
secura abducens episcopum VVormatiensera ac Gumbertuni ejusdem loci prepositum, 
lleinricum Heilegensladensem prepositum * et quosdam canonicos cum aliis fere ducen- 
tis mililibus. Fridericus itaque de Drivorte ac sui complices, ruptis violenter armarii 
ostiis, magnam inde pecuniam a civibus ibidem depositam manu sacrilega auferentes, p- M 
libros calices ac ecclesie ornatum cum sanetorum reliquiis distraxerunt. Fertur etiam 
a quibusdara, quod dictu est horrendum, ipsum sacrosanclum corpus dominicum a 
maleficis ibidem in terram ignominiose dejeclum. Quot autem ibidem occisi vel quo! 
igne consuropti, novit deus arbiter evi, qoi eidem loco per suam modicam presentis ire 
sciutillam eternam tonitru sui comminatus est corruscationem. Vgl. Chron. Samp. 
1. c. p. 254 f. 

1234. Hoc etiam anno 14 kal. Decembris Cunradus Saxonie comes palatinusp. W 
cum duobus clericis et novem militibus conlulit se ordini domus Tbeutonice in Marburc 18. No»«mb. 
cum anouis redditibus mibe et centum maldrorum anuone et ... . argenti. 

1238. Hoc anno frater Cunradus domus Teutonice, germanus scilicet Heinricip. 32 
lantgravii, reminiscens malorum, que in oppido Frizlariensi perpetrata sunt, et maxime 
corporis Oomini ul dicitur in pavimentum dispersi, nec non etiam ecelesiarum incendii, 
taclus dolore intrinsecus, ac super bis dominum placare cogitavit. Quapropler magna 
bominum multitudine in festo apostolorum Petri et Pauli in predicla civitate congre- 29. Juni 
gata, dictus Conrad us cum aliis duobus sui ordinis confratribus in loco predicationis 
se exuens, ac vilissimos saecos circa femoralia sibi circumdans, ex ore predicatoris ab 
omnibus in hoc loco per eum lesis veniam potivil. Post hec autem prefati tres viri no- 
biles, nudi in processione incedeutes, trihua sacerdotibus cum scopis ipsos sequenti- 
bus et discipliualiter corrigenlibus, monasterium usque pervenerunt, ibique misericor- 
diam divinam humiliter cum lacrymis exorantes, frater Cunradus pro pogse munera 
devotus obtulit, alias' ecclesias incensas eodem modo visilaus honcslis muneribus ho- 
noravit, sieque revcrlentes ad Stationen), in ipsius fratris Cunradi corpore non signa 

«) H. H. p. fehlt »•»(**. 

1) Ueber den Einfall der Litthauer vgl. Dusb. III, c. S6< mit der Aoincrk. und die Bei- 
lage 5 n. 8, *, 5 und Beilage 7 n. 4. 



244 



PETRI DE Dl'SniRO 



verberum sacerdotum , scd carnificura comparucrunt. Quantum autem laerymarum 
ipso die ibidem a populo fusum sit, solus ülc novit, qui corda contritoriim ponderat. 
p. 33 1240. Anno domini xccxxxx perniciosa adhuc ecclesie inter papam et iniperato- 
rem discordia cunctis fidelibus non modicum ineussit tiniorein. maxime cum fraler 
Conradus magister domus Teutonice, principum Aleinannie consilio ad ipsos concor- 
27. Juli dandos missus, occulto dci judicio Rome 6 kal. Augusli diem clauscrit extrem um. Vgl. 
Chron. Samp. I. c. p. 258. 
p. 40 1253. Hoc anno 3 non. Octobris dedicata est basüica beate Virginis Erphordie 
5. Octotwrab cpisropo Theodorico, tribus aliis episcopis coopcrantibus, qupruiu unus erat de 
ordinc Cisterciensiura, alter de ordine Minorum, tertius de ordine domus Teutonice. 
Vgl. Chron. Samp. 1. c. p. 264 IT. 

2. Am« Siffridus Presbyter. 

Seine Kpitome ( — 1307) steht bei Pistorius T. I. 

(iut'j) (1238). Eodem anno Landgravius Conradus frater Ludovici Fritslarensibus hu- 
militer salisfeeit, el inIrans ordinem fratrum domus Teutonicae vitam in bonis operi- 
bus consumavil. Et lue sepulius est apud Martburg in ecclesia beatac Eli/.abetbae, ubi 
domus Teutonicae fratres magnum habenl conventum inilitum et clcricorum et alioruui 
fralrum ordinis, ibique pauperibus et advenis caritative necessaria victus ministrantur. 

• 

3. Am den Annales Reinhardsbrunnenses. 

Sic sind auf 'altern Aurzeichnungen beruhend zwischen 1335 und 13(9 überar- 
beitet. Sie sind von Wegele herausgegeben im ersten Bande der Thüringischen Ge- 
schichtsquellon, Jena 1 8 5 4 ff. 

p. Iis (4 232). Hoc etiam anno magna discordia inter episcopum Moguntinum et Con- 
radum lantgravium Thuringic, fratrem pü Ludewici, pro monte Hey Hilgenberg in Has- 
sia orta est. Fuit enlm talis causa contentionis corumV Nam Sifridus archiepiscopus 
ab Eckehardo, Reynersborncnsi abbate octavo, viro religiosissimo, quandam pecunie 
summam extorquebat. Quam sibi erogare rennucns, prefato archiepiscopo Erffordiam 
veniente moramque in monte saneti Pelri trahenle, dictus ahbas est vocatus. Qui cum 
se conspcclibus ipsius obtulisset k et postulanti ab eo pecuniam morc pristino dare re- 
eusasset, graviori culpe c per ipsum ibidem subicitur. Et triduana peracta penitencia, 
domino Moguntino ibidem celebrante capitulum d , a loco penitencioso surgens nulla 
vestc velatus, capitolium* virgam manu bajulans vcnialiter pcliit. Visusque a milili- 
bus magniftei prineipis Conradi lantgravii, casu deambulantis in ambitu, sibique domi- 
num abbatem miscre capitulum frequentare rimantibus, prineeps furore sulTusus. ca- 
pilulum extracto cultro citissime adiit, archiepisropum coma immanitcr deprehensum 
transflgere laboravit, sed a presentibus prepeditus est 1 . Moxque archiepiscopo ob 
hanc (injuriam?) diftiso, prineeps memoratus oppidum Fritzlar, archiepiscopatus Mo- 

p. 2Mguntini succumbens ditioni, terre Hassie insitum', hostiliter circumvallans, minimeqae 
ejtlsdem civitatis expugnatione proficiens, suburbiis incensis ad terram, ex qua exie- 
rat, remeavit. Eo itaque recedente sexus feminous dicte civitatis menia murorum scan- 
dens pudibundas partes h corporis sue caterve (ostendit). dicens, ut matemis occulta- 
rentur mntrieibus, ac verbo et tono infamissime imaginem stramineam ad instar* luto 
fedarunt irridendo. Post her, hüjusmodi gestis in auribus prenarrati prineipis clan- 
gentibus, ab ipso manu valida et robusta secundario ipsa civitas obsidetur, (et) xvn 
15. septrub. kalendas Octobris contra multorum opinionem dictus prineeps ipsam civitatem incendio 
cepit, captivos secum abducens episcopum Wormaciensem et Gnntherum k prepositum 1 
ejusdem loci, prepositum Hinricum in Hilgenstadt et quosdam canonicos cum aliis fere 
ducentis militibus. Fridericus itaque de Drivort ac sui complices, ruptis violenter ar- 

a) UUt e. c. (aou), Wegele mit der Bemerkung, da» Unter Uli« im Original ein tarn (lebe. b) obtuli«- 
•ent Cod. c) culpa Weg. d) capitulo Cod. o) So Cod. Capitulum Weg. Capitolium dieitur .. de loeo, 
in quo eoogregantur canonici Du Cange. t) deprebentum eed preeentibu« prrpedltu* Iranerigere labomit 
Cod. f ) t. H. 1. tuoe. dlt. Cod. b) pwUbunda parte Cod. I) Conradi lantgrarii T k) OomUrtom 
Cbr. Erph. 1) propoeiluw. We f • 



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CRONICA TERRK PRÜSSIE. BEILAGE 4. 



245 



marii hostiis, magnam inde pecuniam a civibus ibidem depositam sacrüoga* manu 
auferentes, libros calices ac ecclesie ornatum cum sanctorum reliquiis distraxerunt, de 
quibus ornatibus una casula serica in Ellende et unum subtile Reynersborn venerunt. 
Quam plurimi eciam ibidem inhabitantes ferro et igne perierunt, civitatisque edificia et 
precipue bujus loci summum (templum) cum celeris ecclesiis vel edificiis ferro et igne 
sunt exusta. Fertur eciam, quod dictu est horrenduin, ipsum sacrosanctum b corpus 
dominicum a maleficis ibidem in terram ignominiose esse dejectum. Quot e autem ibi- 
dem occisi, vel quol igne consurapli, novit deus arbiler evi, qiii eidem loco per modi- 
cara presentis iro scintillam* eternam tonitrus sui comminatus est choruscationem. 
Post hec dictus princeps penitencia duclus, cooperante spiritu sancto, Omnibus in 
dicta civitate Fritzlar veniam queren s humiliter so prost ravit, et decimam, quam in p. ais 
terra Hassie habucrat, canonicis memorate urbis proprietatis tytulo tribuit in eraen- 
dam. Demum religioso indutus habitu domus Theutonice divinis inherendo cultibus, 
carnem jejuniis maccravit. Donavit itaque, justo donationis tytulo curia m in Grifstede 
liospitali sancte Elizabeth in Martpurg ecclesieque dedicate ad dei gcnitricisque sue 
revcrentiam et honorem. Auszug in der Historia de Landgraviis Thuiingie bei Pisto- 
rius T. I. p. 924 ff. (1355 ff.). 

Anno domini hccxxxvi Kai. Maji Martpurg translatio sancte Elizabeth solempnis r . m 
facta est, procurante fratre Conrad Thcutonici ordinis, olim lantgravio 1 , presente Fre-i. w„ 
derico imperatore et tribus archiepiscopis, scilicet Moguutino, Coloniensi et Bromensi 
cum aliis innumeris nobilibus. Vgl. die Historia sccunda bei Pistorius T. I. p. 9 60 
(1372).' 

4. Aus dem Chronicon Sampetrinum. 

Die Chronik des St. Petersstiftes zu Erfurt (bis 4 355) steht bei Mencken Srrip- 
tores rerum Saxonicarum T. III, p. 201 — 344. Die Additiones ad Lambertum Schaf- 
naburgensem bei Pistorius Veteres scriptores T. I, p. 253 (426) ff. sind Excerpte 
daraus. 

1 265. Eodem anno Albertus landgravius Thuringiae et Otto marchio de Brande-**^' 
bürg cum filio suo Albertus etiam dux de Brunschwig atque multi alii in Prussiam pe- 
regrinando contra paganos cum signo crucis profecti sunt. Et quia hyems lenis erat, 
eodem tempore nihil proficientes ad propria reversi sunt. Vgl. Add. ad Lambertum 
1. c. p. 259 (43.1) und Annal. Rcinhardsbrunn. in den Thüringischen Geschichtsquel- 
len Bd. I, S. 237. Unvollständiger giebt die Notiz wieder die Compilatio chronol. 
(— U74) bei Pistorius T. I, p. 745 (1t 05), nicht verschieden von der Chronica S. 
Aegidii ( — 1474) bei Leibnitz scr. rer. Brunswic. T. III, p. 592. 

1271. Eodem anno inimici crucis Christi pagani cum quatuor turmis irruerunt inp. 
Prussiam', ccclesias et altaria dcvastantes. Unam civitatem Cbristisburgk cepcrunt et 
occiderunt r xm fratres domus Theutonicae et de populo proraiscui sexus alias 1 cl ; t 
nec non et duo milia et innumerabilem populum Christianorum utriusque sexus cap- 
tivantcs cum pecoribus et spoliis secum b dcduxcrunt, villas succcndcrunt et plurimos 
nomine* cremavcnint. Vgl. Add. ad. Lambertum I. c. p. 259 (433). 

1281. Gravis gwerra orta est inier seniorem landgravium Albertum et filiump. wi 

ejus Theodericum In qua etiam gwerra dominus Cbristanus 'episcopus domus 

Theutonicae captus est a juniore landgra\io et aliquamdiu detentus in castro Schlat- 
beirn 1 , qui tandcm coactus rcdemit se cum treconlis marcis. Vgl. Add. ad Lambertum 
I. c. p. 260 (434). 

1291. Anno domini mccxci propter frequentiam hospitum et eorum insolentias, p. 2W 
ut limebamus, ad majorem cautelara et certitudinem reconciliatum est monasterium 

») Mcrtlego Weg. b) wcopbtffum Cod. e) Quod Cod. d) «tillam Cod. e) Prumim Piftor. 
RoMiun Menck. f) nnun bU oocideront fthlt bei Pistor. g) atic* Pi»t. b) eum Meock. i) Schme- 
heim Pbt. 



t) Das Chron. Erphord. p. 896 und Chron. Sampetr. p. S56 orwbhnen die Translation, 
ohne Conrad's dabei zu gedenken. 



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246 PETRI DE DÜSBI RG 

nostrutn Dominica exurge a domino Christiano episcopo Sambtensi' de ordine dotnus 
Theutouicae. 

Beilage 5. 

Aus böhmischen und schlesischen Chroniken. 



1 . Aus der Chronik von Cosmas und ihren Fortsetzungen. 

Cosmas starb als Decan der Prager Kirche 11 25, und führte sein Chronicon Bohe- 
miae bis zu seinem Todesjahre. Von seinen Fortseizern reicht der Canonicus Wisse- 
gradensis bis zum Jahre IUI, der Monachus Sazavensis bis 1162. Hauptwerk und 
Fortsetzungen sind gedruckt bei Pertz. SS. IX. 

J^J Lib. I. Cap. 31. Anno dorn. inc. 996 1 postquam insignis signifer Christi, prae- 
sul Adalbcrtus, retibus tidei cepit Pannoniam siinul et Poloniani, ad ultimum, dum in 
23. April Pruzia senünat verbum Dei, haue pracsentem vitam pro Christo feliciter termiuavit 
marlirio 9 kalendas Maii, feria 6. Eo anno fuit pascha 7 kalcndas Maii*. 

p.in Canon. Wissegrad, continuat. (Zum Jahre II 4 1 .) Ilic praesul Zdico Olomucensis 
ecclesiae aeeipiens crucem de saneto altari saneti Pctri lacrymans prae gaudio et can- 
M»tih. ie, 21 tans hanc antiphonara : Qui vull venire post me, abneget semet ipsura et tollat crucem 
suam etc. ascendit equum cum suis contra paganos, qui vocantur Pruzi, ut fidem sanc- 
tae Trinitatis eis insinuaret et baptizaret eos 3 ; quod tarnen melius est silere de eius 
itinere, quoniam in vnnutn laboravit, et de eius reditu gauderc. 

p. 159 Monach. Sazavens. contin. (Zum Jahre II 47.) Badem tempestate verbiger Sdico 
episcopus Moraviensis adiit Pruzos* cum Heinrico decano Pragensis ecclesiae ad prae- 
dicationem, et eodem anno est re versus. 

2. Aus den Prager Annalen. 

Der erste Thcil der Annales Pragenses umfasst die Jalire 1 196 — 1278. Ausgabe 
von Köpke bei Pertz SS. IX. 

ISI8. Episcopus Wratislaviensis Laurentius cum Theobaldo duce Bohemiae in 
P * Prussiam profecti sunt. 

4 220. Poloin a Pruzis occisi sunt, et a Buthenis furore gladii interfecti, et a fos- 
soribus auri mactati miserabiliter iuterierunt. 
p. 175 Anno domini 1255 prineeps Bohemiae et marchio Branburiensis int ran tes Prus- 
siam, vaslaverunt eam spoliis incendiis et rapinis, et multimodis mortibus plurimos 
occiderunt, nulli sexui vel aetati parcentes. Ver hujus anni fere totum frigidum, veu- 
tosum et humid um. 

p. 1T8 (1261) In die nativitatis domini prineeps Bohemorum, dictus Prziemysl conse- 
cralus est in regem cum eadein Cuncguude in ecclesia Prapensi a venerabili patre Ma- 
guntino, Vernhero nomine, presentibus sex episcopis, Pragcnsi Johanne, Moraviensi, 
Pataviensi, et duobus de Prussia, praesente etiam marchionc Branburiensi etc.. 

3. Aus den Annales Otakariani. 

Das Werk eines Zeitgenossen, die Jahre 1254 bis 1278 umfassend, herausgege- 
ben von Köpke bei Pertz SS. IX. 

t 

4) Vgl. oben Seite «30 Aumerk. 2 und Palacky Würdigung et«, p. 28. 

2) Das Osterfest des Jahres 996 fällt auf den 12. {nicht 85.) April. 

3) Vgl. die Bulle Pabst Innocenz II. an Bischof Heinrich von 1141 bei Boczek Cod. dipl. 
I, 212. 

4) Vgl. oben die Annal. Magdeb. a. 1147 und die Bulle Pabst Eugenius III. an Bischof 
Heinrich von 1148 bei Boczek Cod. dipl. I, p. *51, n. 271. 



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CRONICA TERRE PRUSSIE. BEILAGE 5. 



247 



It54. 19 Kaiend. Januarii Prziemysl, filius regis Wenceslai, profcctus est in Pc ^*, 
Pruziam, signo crucis accinctus 1 , pugnaturus contra Prulenos, quem multa lurba no- P * 
bilium Bohemiae, Moraviae et Austriae secuta est et alioruin niililum generis inferioris. i •• Deeemb. 
Yenieos ergo Wratislaviam uativitatem Domini celebravit, et cum magno honoro a du- 25. Deccmb. 
cibus Polonie * et nobilibus ac episcopo Wralislaviensi 3 deccnter susccptus, et per ali- 
quot dies cum omni exercitu suo decentissime procuratus est. Eo igitur in Wratislavia 
commorante, accessit ad eum marcliio Branburieusis* cum exercitu suo, et ambo pa- 
riter profecti sunt in Prussiam, ducentes secum mullitudincm copiosam. 

IS 55. Interea potentes et majores terrae Prussiao divino, ut credimus, timore 
perterriti , ac nomine principis Bobemiae audito , cum omni humilitate venerunt ad 
eundem principcm, se cum suis Omnibus ejus ditioni ac tidci cbristianae dedentes. 
Quos püssimus princeps benigne suscipiens, ad baptismi gratiam invitavit, et unum p. i« 
potentiorem ex illis ipse princeps de sacro fönte levavit, et cum suo nomine voeavit, 
appellans eum Otakarum ; alium marebio Branburiensis de fönte levavit, et eum suo 
nomine nominavit. Inde plures nobile« de utero matris ecclesiac levaverunt, et eos- 
dem nominibus suis nuneupaverunt, ac cisdem vestimenta sua, quamvis preliosa, do- 
naverunt. Inde ad quendam montem venientes, quem Montem Begalem appellaveruut, 
fecerunt munitiouem ad majorem fidei cbristianae corroborationem. Inde plurimis Prus- 
sorum populis a domino episcopo Olomucensi et ab aliis episcopis baptizalis, princeps 
terrae Bobemiae et marchio Branburiensis, confortatis in fide Christi Jesu neotitis, et 
obsidibus ab eisdem reeeptis, commissa terra et populo in manus crueiferorura de 
domo Teutonica redierunt ad propria cum omni prosperitale et laetitia. Princeps ergo 
Bohemiae venit Opaviam 5 8 Idus Februarii, inde properavit in Austriam, ubi totam8 F.br. 
manendo transegil quadragesimam. Postca in octava paschae venit Bobcmiam*. 21-». Min 

4. Aus Przibico, genannt Pulkava. 

Seine Chronik De gestis incliti Regni Boeraiae reicht bis zum Jahre 1330, und ist 
1374 verfasst. Sie steht bei Dobner Monumcnta historica Boemiae T.III. Pragae 1774. 

Dohner 

Anno domini mccliiii xix Kaiend. Januarii Princeps Boemie Przemysl, filius quon- p . rix 
dam Wenceslai, Regis Boemie, signo crucis assumpto contra Prutenos cum nobilium h. Dwemb. 
Boemie , Moravie et Austrie multitudine copiosa , cum infidelibus pugnaturus , post- 
quam inter eum et Regem Ungarie pacis esset tranquillitas reformata, Prussiam pro- 
cessit, et in Wratislavia Domini natalicium solempnisans, ad eum eciam venit ibidem 25. Decemb. 
Brandemburgensis Marchio cum exercitu suo, ambo paritcr in Prussiam transeunt. 

(Zum Jahre 1155) Eodem anno Princeps Boemie Preernysl cum Brumone Olo- 
mucensi Episcopo, nec non Brandenburgcnsis Marchio, dirti Regis sororius Prussiam 
potenter ingressi, hostiliter vastaverunt eandem incendiis et rapinis, multis occisis, 
non parcentes sexui, nec etati. Potentes autera et majores Prussie Divino, ut credimus 
timore coneussi, nomen Principis Bormio audientes, cum omni humilitate venerunt ad • 
eum, se dantes sibi cum rebus Omnibus, colla sua quoque catholice fidersubmittentes. 
Quos gloriosus Princeps benigne suseipiens, ad baptismi graciam benignis suasionibus 
invitavit. Unde duo Duccs Prussie per Brunonem Olomucensem Episcopum flumine 
sacri baptismatis sunt mundati ; polenciorem ex illis dictus Princeps Boemie de sacro 
fönte levavit, sibi nomen suum Ottakarus videlicct imponendo ; alium vero Brandenbur- 
gensis Marchio suseepit de fönte, et eum suo nomine appellavit. Inde plures nobilesp.2» 
alios multos Ievantes de baptismate, suis baplisatos nominibus appellavermit, induen- 

1) Pabst Alexander IV beauftragte den Mioorilen Bartholomaeus in Polen, Böhmen, 
Mahren und Ocstrcich das Kreuz gegen die Litthauer zu predigen. Boczck cod. dipl. Morav. 
3, i9i. 

i) Nämlich von Heinrich III. und Conrad II., den Herzogen von Breslau und Liegnitz, 
Söhnen der Anna, der Tochter Ottocar's I. 

3) Thomas. 

4) Otto III., welcher Beatrix die Tochter Wcnceslaus I. im Jahre 424* geheirathet 
hatte. Pulkawa. 

5) Ti oppau. 

6) Ottokars zweite Kreuzfahrt nach Preussen (368 wird in den böhmischen Chroniken 
nicht erwähnt. 



24S 



PETRI DE Dl'SBl'RG 



(es vestibus preciosis. Procedens indc Princcps Boemie magnificus ultra ripam* flu- 
minis Pregor ad montem quendam devenit, in quo Rex Princeps Castrum et civitatem 
fundavit, iraponens in sui memoriam eis hoc nomen a sua Regia dignitate videlicet vo- 
cans montem regalem, alias Kunigsperg in vulgari, construens nichilomraus ibidem 
Ecclesiam cathedralem in honore Sancli Adalberti Marlins Patroni Boemie, secundi 
quondam Pragensis Episcopi, qui roronam Martyrii dudum a Prutenis suscepit, no- 
minans illius Ecclcsie diocccsim Sambicnsem. Ex quo PrzemysI Rex Boemie potenter 
hec fecerat , prefata civitas Kunispcrg cum tota Provincia Sambiensi, quociens adver- 
sus paganos procedunt, una cum marescallo Prussie Regale Boemie Sandorum' defe- 
rentes, sub eo primam lenent aeiem contra hostes in testimonium premissorum. Simi- 
liter aliam civitatem per duas dietas a Kunigsperg Bnimo Olomucensis Episcopus Regis 
suffultus auxilio de novo constnre.it a suo nomine sibi nomen iraponens Brumsperg, vi- 
delicet quod mons Bnimonis dicitur, instituens in eadem provincia pro roboracione fide- 
lium et dilatacione (idei Christiane Cathedralem Ecclesiam Warmiensem. Predicte due 
Erclesie Cathedrales Rigensi Metropoli sunt suhjeetc. Instauravit eoiara dictus Rex 
Boemie municiones alias plurimas fidelium in tutelara. Quibus connrmatis in Ilde, nec 
non ab eis reeeptis obsidibus, ne redirent ad voraitum, commissa nichilominus terra 
et populo in manus crueiferorum de domo Theuloniea, anno in partibus Ulis peracto 
salubriter, ut prefertur, ad propia predicti omnes cum gaudio feliciter sunt reversi. 
Einen Auszug aus dieser Stelle bietet das Cbronicon Bohcmicum ( — I3t9), welches 
von einem unbekannten Verfasser wahrscheinlich erst im Jahre 1467 verfasst ist, bei 
Mencken Script, rerum Saxon. T. III. p. 1717 ff. und bei Ludewig Manuscriptorum 
reliquiae T. XI. p. 196 ff. ; einen noch kürzeren das Chron. Veterocellense minus 
( — 1484) bei Mencken T. II. p. 44t, vgl. auch die Chronica Boemorum anonvmi 
(—1438) bei Dobner T. in. p. 51 . 

p. 233 Anno mcclxvi Johannes Marchio Brandeuburgensis . . morilur .... Item eodem 
anno Otto frater dicti Johannis estrro tempore Prussiam contra Saracenos procedens, 
cum non fuisset permissus bellare cum eis, strenuum Castrum Brandemburg notnina- 
tum in terra condidit Prutcnorum. 

p. Mi Anno vero domini mcccxxvi Wladislaus alias Lokctko, rex Craeovic, mullos infi- 
deles Lituanos, Ruthenos, paganos ad partes Marchie Brandenburgonsis destinavit, et 
pluribus innumera dampna fecit. 

p. Mi (Zum Jabre 1 328, von König Johann). Post hec sex die Deee^ris cum maxima 
e. Dwcmb. multitudine bellatorum Prussiam ingreditur, et inleriores Lithuanorum lerras infideliura 
intrans, plura corum castra acquirit violenler et diruit, inuunieros infidcles interfeeit 
et ex eis citra tria raillia captivitatc conslrinxit, Prussiam secum adducil, et procurat 
singulos baptisari. Ac post muitos actus magnificos, quibus cura deus omnipotens 
spccialiter pre cetcris honoravit, revertitur ad propria. Prcterca dum in ci vitale sua 
YVratislaviensi moram faceret, subscriptos duces et corum ducalus sibi, regno et corone 
, Boemie in vasallos et vasallagia in pcrpeluum applieavit, prout in subscriplis privilcgiis 
continetur, que facta sunt anno domini mcccxix\ Es folgt eine solche Urkunde mit 
28. Aprti dem Datum: Wratislavie anno domini mcccxxix tut Kalendas Maji. 

5. Aus dem Chromeon Aulae regiae. 

Der Verfasser derselben, Toter, war Abt des Klosters Aula regia und schrieb den 
grössten Theil seiner von 1260 — 1338 reichenden, sehr ausführlichen Chronik als 
Zeitgenosse. Gedruckt ist sie bei Dobner T. V. 

I p °. b m (^ um Jahre < 349) . Eodem anno in die beati Urbani Johannes rex Bohcmic et 
Polonie de partibus Prussie et Liltovie feliciter reversus in Pragcnsi suseipitur civitale. 

2ä. m»i Strenua valde et magnilica contra Litwanos et paganos in bellicis actibus exercuil 
opera, ut communis omnium hominum preconizat fama. Ipse namque, ut dicitur, re- 
motiores paganorum transivit terminos, quam aliquis ante ipstim prineipum fecerit, 

a) rippam Dobn. b) Dobner naeh der Handtehr. mit der Verbenening MCCCXXIX.. e) «it Dobner. 

i) Unverständlich. Ueber das Wappen der Stadl Königsberg vgl. Vossberg Banderia 
Prutcnorum, Berlin 184», S. 46, 47. 



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CRONICA TEURE PRÜSS1E. BEILAGE 6. 



cujus memoria apuri modernos fit'. Sunt per ipsom iuibi mulla millia trucidata et cir- 
citer tria millia gentilium baptizata. Ad hec omnia fratres cruriferi de domo Teuthonica 
sua auxilia prebuerunt (ideliter et consilia, procurando vehiculorum lovium xlv millia 
portanlium pro exercitu nccessaria et pro rege. Uuus proccrum gcnlilis occiditur, qui 
habuisse xu pedes in longitudine perhibelur. Mansit autem post suura reditum idem 
rex in regno tant undem quindecim diebus. 

6. Aus dem breve chronicon Silesiac. 

Das breve chronicon Silesiae umfasst die Jahre 970— 1 410. Es ist gedruckt bei 
Slcnzel Script, rerum Siles. T. Y. 

Anno domini xcccxxvi Litwanorum exercitus, de terra sua egressus, cum con- 
duetu regis Cracovie, Vlodezlai, cognomento Locket, inlraverunt dyocesim Lubueen- 
sem, et ibt et alias magnam multitudinem honiinum chrislianorum, virorum ac mulie- 
nim, captivam duxerunt, et miserabiliter traciaverunt ; nam midieres et virgines stu- 
praverunt, pregnantes cum suis fetibus Iransfixcrunl , quibusdam guttura preciderunt 
et divinaciones suas excrcuerunl, quam 'plures eciam diversis modis occiderunt, re- 
liquos vero, vinetis nianibus et deeem vcl pluribus pariter copulatis et caldaribus et 
aliis diversis rebus ad colla ipsorum suspensis, ad lerram suam miserabiliter abduxerunt. 



Beilage 6. 

Aus östreichischen Annalen. 



Die zunSchst folgenden östreichischen Annalen sind bearbeitet von Watlenbach 
in Pertz Monumenta Germaniae hislorica Scriptorum T. IX 1 . 

1. Aus den Annales Lambacenses ( — 1283). 

IJ55. Otacharus rex Boemorum et dux Austrie terram Brutenorum manu valida£^,, 
intravil, et eam fidei Christiane subjiciens ad propria repedavit. 

2. Aus den Annales Sancrucienses. Conlin. u (— 1266). 

tzi-i. Duci Austrie erant duo adolesccntes, quos a juventule nutrierat in curia p.<ti 
sua satis, delicate, quos etiam lenero amorc amavit. Contigit autem, ut in quodam 
confhetu ambo vulnerarentur usque ad mortem, l'nde ipse dux nimis conturbalus, 
compatiens miseric eorum et dolori, quia jam desperali erant a niedicis et ab Omnibus, 
etiam in supremo spiritu constituli, valde humilitcr et cum lacrimis supplieahat fere 
omnibus viris spiritalibus in suo dticatu constitutis, ut Dciun exorarent, quia omnia 
polest, ut restitueretur adolescentibus sanitas corporis. Promisit etiam carnarium m 
saneta Cruce perfleere, et in dticentis talcnlis et in manu polenli ire contra Prute- 
nos , et juslitiam facero omnibus , maxime viris spiritalibus , et omnia , que injusle 
possederat a morte patris sui, restitucre dominis suis. Quem deus omnipotens propler 
bonilatcm suam et devolionem ducis exaudire dignatus csl, rcslitutique sunt statim 
adolesccntes sanitati. Quod ipse pro magno miraculo habuit ; deindc valde largam ele- 
mosinam multis largitus est. 

1154. Otakoms rex Boemic et dux Austrie cum magno comitalu profectus est p- e ^ 
versus Prusciam circa nalivitalcm Domini, qui superatis omnibus et fidem Christi spon- 2s. Dwcmb. 
deutibus, reversus est in terram suam. 

1) Kaum auf Preussen zu beziehen ist folgende Stelle aus den Annales Garstenses ( — 
1857) bei Pertz p. 690 2um Jahre 1*54 : llcnj r«x Hungaric Bcla cum Premizlao diclo Otakaro 
treugas componit, et consilio faetum est, ut Anstria ipso Otakaro, marrhia voro, que Styria 
dicitur, sicut est montibus clausa, ipsi rcgi Hungaric permaneret. Sed Gerdrudis reiieta mgin 
Bmttcnorum quodam cmolumenta in ipsa mon-hia tantummodo in partem singulain reeepit. 



pktiu de dusbi'hc, 



p. 6u 115*. Eodem anno in serunda vespera Äffte in nocte exusta est magna pars 
7. Antut civitatis Wienne, ila quod ecclesia parrochialis cum campanis, et domus Teutonico- 
rum, et domus sancti Johannis in hospilali, et Predicatorum, ab igne consumarentur 
omnia. 

♦ 260. Hoc anno Tartan mulla mala feccmnt in Pruzia. Contra quo« congregati 
n. Juli sunt fratres de domo Tculonicoruni, et in die sancto Margarete simul pugnantibus oc- 
• cisi sunt fratres de domo Teutonicorum plures quam centum et de familia eorum plu- 
res ; sed tarnen laudabiliter occisi, quia Tartari ipsis cesserunt. 
P . 644 1S6J. Fratres de domo Teutonicorum et aJii christiani congregati sunt contra 
Prutenos et adjulorio Dei victoriam obtinucrunt. 

3. Aus den Annales Zwetlenses. Contin. ui ( — 1329). 

i». 646 IS67. Rex Otokarus nobilibus Bohemic, Moraxie, Austrie et Stirie in unum con- 
vocatis expcditionein movit versus Pruzziam, ubi tarnen nichil dignum cgit, aura nimis 
temperatc se babente. 

4. Am den Annales Vindobonenses ( — 1283). 

p. 7» 1555. Otakarus dux Austrie et dominus Boliemie versus Pruzziam profectus est 
et prosperalus; multi ibi per victoriam baptizati fucrunt. 

1268. Rex Otakarus .... secundario versus Pruzziam profectus est. 

5. Aus Ottocar's Reimchronik. * 

Ottocar s Reimchronik (1 150 — 1309) füllt den dritten Band von H. Petz Scrip- 
tores rerum Austriacarum. Ratisbonae 1745. 



P fo2 Dez felben jars, fait 

Die Talrcr üncz Polan 
Mit grofzer menig choincn. 
Do daz wart vernomen, 
Do befampt fich mit fchall 
Die polanifchen herren all. 
Sunft widerfafzen fy die Grows 
Und die prueder vom Tcwczf-haws 
Zu dem lantvolkch fwuni, 
An dy Tatrer fy furn 
Und machten mit in auf got.s troll 
Ainen veltAreit, der few erloft. 
Sy geligten an der undiet. 
Aifus few got von fangen fchied. 



. 91 
a. 



(1168) Daz der kunig vonPehaim erdacht 
In einer newn andacht, 
Daz er von got wurd gepreift. 
Dez habent in geweilt 
Die prueder von dem Dewczfchen-haus. 
Den haiden wolt er ze graws 
Gegen Prewfzen varn 
Mit grofzen chreftigen fcharn, 
Die vart er auf die haiden fwur. 
Nu hört, wie er für. 
Do der kunig gen Prewfzen wolt reiten, 
Daz geschach zu den Zeiten, 
Do der pabst het erlaubt, 
Daz man fand Hedweigen haubt, 



Daz heylig und daz rain. 
Mit andern irm gepain 
p-^Scholde phlanczen und erheben. 
' Den gevvalt der pabt bei geben 
Von Olmuncz bifchof Brawnen. 
Die felbing heyligen frawen 
Wolt der kunig auch geniefzeu. 
Er lie lieh nicht verdriefzen, 
Er für dar mit andacht 
Und doch mit fo getaner macht, 
Daz in' auf allen Itrafzcn 
Die Polan widerfafzen. 
Wo man fand Gerwigen 
Erhub, daz wirt euch nich 
Ain kloner in Polanlandt 
Lett, daz ist Trebnitz 1 genant, 
Do dew genad geschach. 
Maniger weifer man jach, 
Dew weit, die da ze famme chom, 
Der geleich wer unvernom 
An zal und an gefchicht. 
Man wolt auch dez nicht, 
Da mau den tum ze Ach 
Weicht, da und hernach, 
Daz das yemant vernem, 
Daz folich menig dar chera, 
Wie groz wer doch der gedrankch. 
Do der pifchof gefanch, 
Und die mefle ward voldönt, 



t) Der Xame Trebnitz, welcher bei Petz fehlt, ist leicht zu ergänzen. Die heilige Hed- 
wig, gestorben VII idus Üctob. t263, canonisirt 1266, ist begraben in Trebnitz. Chron. prin- 
cip. Polon. p. *3. Vgl. Vila s. lledwigis bei Stcnzel acript. rerum Siles. T. II, p. 97. 



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j 



CRONICA TERRE PRUSSIB. BEILAGE 6. 



251 



Do cbom der kunig gechront 
Und v Odert daz chrewcz. 
Ob fich der bifchof des »cht fprewcz* 
Nain zwar er entet, 
Waz der mau gefundet het ; 
Dafür der pifcbof gab 
Den hymlifchen laitAab, 
An für unrecht gut alain, 
Wer. dez groz oder cbiain 
Mit gewifzen biet in der gewalt, 
Die wurden aufgeczali 
Und behert der genadcn. 
Die der kunig het dar geladen, 
Waz der da durch in chomen, 
Daz chrewcz auf die haiden namen. 
Und do daz alfo ward genomen, 
Nu warn auch die herren chomen 
Von Steyr und von Oeflerreich, 
Die heten fich alfo preysleich 
Zu der vert berait 
Daz fein der kunig waz gemait. 
Von Steyr den Rotten 
Von LiechlenAain herrn Ottcn 
Er veftichleich enphalich, 
Daz er wer ir marschalich, 
So daz erz auf den wogen 
Hict in huet und iu phlegen. 
Ainen degeu mer 
Dem alten Perigawer, 
An dem man manhait fpurt, 
Der kunig zu marfchalich anlwurt 
Von ocAerreich den herren. 
Hin fach man den kunig ehern 
Und fein gefelfchaft. 
Er für mit der herfchaft 
p- w Durch Prefzla und durch Polau, 
*" Durch Daleis 1 und durch Pomeran, 
Unczt an der Weizzel phlawm. 
Durch gemach hiez nu rawm 
Der kunig und fein Pehaim lazzen 
Die Steyrer auf der Aräfzcn. 
Nu ift ez alfo gewant 
Umb die vart gen Prewfen-Iand, 
Daz man alle aribait verleuft, 
Wer dar nicht chumpt, wancz gcfrewA. 
Auch mus man lieh dez warn, 
Wer in daz land chumpt gevarn, 
Daz er daran hab ein mafze, 
E Och daz eiz zerlafze, 
Und e die moz enphriefen ; 
Wil er nicht fchaden chiefen 
So muez er aus dem land Areichen. 
Ob daz der kunig wolt alfo erweichen, 
Dez waiz ich nicht die warhait. 
Mit dem Pehaim er \or rait 



So verre den von Oefterreich, 
Daz er von yn gemachleich 
Chom über die Weichfei hincz Turown. 
Do wolt er dannoch nicht getrawn, 
Daz icht darunder chera, 
Daz ym die raiz benem. 
Er für den gerichten Arich 
Unczt hincz dem Cliulem für (ich. 
Da legt er fich nyder, 
Und enpot hincz Turown hinwider 
Dem her, daz für hin nach, 
Daz fy heten irn gemach, 
Unczt er in feinen poten fant, 
Und waz in der tet bcchanl, 
Darnach folden fy fich richten. 
Nu begunden fy lieh p hl ich teil 
Zu gemach durch ruen ; 
Waz mud lewt folden tun, 
Dem gclcich fy geparlen. 
Dez kunigs potfehaft fy warten, 
Unczt daz der tag ein ende het. 
Do chom auch an der Ael 
Von dem kunig ain pot,*der gepot, 
Daz fy in dhain flachte not 
Liezzen daz enphurn, 
So daz fcw uberfurn 
Von Turown bey der nacht. 
Und do man in die potfehaft pracht, 
Daz man few ubervarn hioz, 
Und few nicht peyten liez 
Mit ir gevert zu dem tag ; 
Daz waz ir not und ir chlag, 
Und chom in doch ze gut. 
Der chunig ward ungemut, 
Wan ym die mer chomen Tier enkegen, 
Er wolt fich denue dez pc wegen, 
Und durch got leiden den chumer, 
Daz er den kumftigen fumer 
Wolt beleiben in dem lant, 
Daz er der raiz denn erwant, 
Wann er wer zu fpat chomen. 
Do daz der kunig het vernomen, 
Hcrczenleich in daz pefwert, 
Und pegan der widervert, 
p-^Daz er and fein Pehaim weifz 
" Uber den Weissei eyz 
Chomen geruebleich. 
Darumb gebot er vcAichleich 
Den Ofierherren und den Stcyrern, 
Daz fy vor mitternacht wern 
Enhalb der Weiffei an dem Aat, 
Dez nachtes mit liechtcn fuehen. 
Ob die fchiltchnecht icht fluehen, 
Die da nicht hieten der latern? 
Ja wie mochten fy dez enpern, 



<} Caleis (Calisch)? 



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PKTR1 DK DUSBLKO 



Wan daz eiz het fo man ig lug, 
Daz ir ertrunkenen genug. 
Sunft chom maniger vil nalTcr 
Dez nachts über walTer. 
Dez morigens waz dem kunig gach, 
Daz er lieh fueder hin nach. 
Und waz daz geftad eifes ler 
Von den vpdern wegen fwer, 
Da die Pehaim über fcholden. 
Davon fy grofzen chumer dolden. 
Ez geraw den kunig vil hart, 
Daz die Steyrer an der vart 
Den furt mucflen choAen ; 
Daz ynn daz eiz waz zeprofteu, 
Harte ubel in gelangch, 
Lewt und roc vil ertrankch, 



Daz man noch von dem herczenlaid 
In Pchaimland mere fait. 
Sunst für der kunig von Pehaim 
Mit feinem her her wider haim, 
Dez daez Prag er ßch erliez, 
Die gcfl er haim varn hiez 
Von danno ycgleicher chomen waz. 
Der zeit leng man laz, 
Do dew raiz ward angefangen, 
Do ward feind Cbrift. gepurd ergangen 
Zwair myncr sybenezkeh und zwelif hun- 
dert jar. 
Er chom zu weinachten dar ; 
Do er pegundc widerchern, 
Mit gemach und mit eren 
Den kunig man dahaim fach. 



Beilage 7. 

Aus einigen anderen oberdeutschen Chroniken. 

\ . Aus dem Johannes Vicloriensis. 

Johann von Viclring in Kämmen (+ vor 4 348) ist einer der bedeutendsten Ge- 
schichtschreiber seiner Zeit, trotz manches Verschens in der Geschichte der alleren 
Zeiten. Sein Chronicon ( — 1343) ist gedruckt bei Boehmer fontes Bd. I, excerpirt in 
der Contin. Mart. Polon. bei Eccard Corp. bist. T. I. 

^ Anno domini mcclxviii Ottakarus Pruzyam pergit, sed propter stagna, que iUo 
P * anno non congclaverant rediit. Castrum tarnen fortissimum, quod Möns Regia dicitur, 
contra ineursus paganorum exstruxit, et Teutonias fratribus commendavit. Vgl. Cont. 
Mart. Polon. p. 141*. 

2. Aus den Annales s. Rudberti Salisburgenses. 



Diese Annalen (— 1286) stehen bei Pertz Monum. SS. T. IX. Die Conlinuatio 
canonicorum s. Rudberti (1307—1317) ebenda. 

12 46. Rex Ungaric collecta magna multitudine pugnatorum simulque Bruscie et 
P * Ruscic regibus, continia Auslrie mvasit. 

p. 7% 1260. Duoes Polonie et fratres domus Teutonicorum cum auxilio aliorum, quo- 
rum Deus corda tetigerat, congressi cum Tartaris in Polonia, ipsos vicerunt. 

P . m 1 1 67. Rex Bohemie movit expeditionem contra Bruthenos. 
1168. Rex Bohemie iufecto negotio a Pruscia revertjtur. 

P . 8M (1310) Item dominus Hainricus rex Romanorum circa festum omnium sanetorum 
Lombardiam intravit, ducens secum Leupoldum ducem Austrie, qui a Mediolanensibus 
honorifico est reeeptus ; et co ibidem moram faciente, quidara dictus de Turri, qui an- 
tea ibidem capitaneus fucrat, dolens de sui honoris privacione, cum amicis suis ipsi 
regi insidiatus voluil ipsum interficerc. Quod presentiens dux Leupoldus cum exercitu 
suo, adjunetis sibi etiam quibusdam fratribus de domo Theutonica, occurrit, et hello 
cum eo in civitate commLsso, ipsum in fugam convertit. 

3. Aus Hermannus Altahensis. 

Hermann, Abt von Nicderallaich zwischen Passau und Straubing ("gestorben 1 175) 
schrieb eine Chronik der Jahre 1 151 — 1273, gedrückt bei Boehmer fontes Bd. 1, auch 



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CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE 7. 253 

bei Oefele Script, remm Boic. T. I. Sie ist übergegangen in die Annal. Augustenses 
bei Kreher Script, rerurn German. T. I. und in das Chron. Osterhoviense hei Rauch 
Script, rerura Austr. T. 1. 

(Zum Jahre 1 S5^) . Ipse autem Otakerus dux in tribus suis principatibus videli- Bo Jj ,w 
cet Boemia, Moravia et Austria, tanquam princeps omni probitale praeriarus, inopina- 
tain et optimam pacem facit, vadens in hyeme subsequenli in Prusciain crucc signatus 
et magnam partcm ipsius terre cullui subdidit chrisliano. Vgl. Chron. Augusleu. 
p. 530. Chron. Osterhov. p. 506. 

4. Am* Heinrich von Rebdorf. 

Die Annales Hcnrici monachi in Rebdorf (gelegen an der Altmühl im Bisthum 
Eichstädt) reichen von 1295 — 1 363 . Sie sind gedruckt bei Freher Berum Germ. 
Script. T. I. 

Rex Livoniae [statt Lithuaniae] cum nmltitudine paganorom Marchionatum Bran-p. ois 
dcnburgcnsem crudeliter depopulatur. Hic Marchionatus modico tempore absque na- 

lurali herede vacavit per obitum Waidemari Unde praefatus Ludwicus filiuin 

suum primogenitum nomine Ludwiouni ibi Marchionem fecit, qui in adipisrendo eodem 
Marchionatu resistcntiam passus est, in cujus odium praedicti pagani Marchionatum 
dcpopulantur, permittentc Johanne Papa praedicto. 

5. Aus den Annales Wormalienses. 

Die An aalen von Worms ( — 1 278) sind gedruckt in Boehmer's fontes Bd. i, 

ilGi. (Nach einer Fehde zwischen dem Pfalzgrafen am Rhein und dem Bischof J^™" 
Eberhard von Worms werden Schiedsrichter ernannt :) Qui omnes prestito juramento 
in crastino assumptionis Marie virginis [16. Aug.] predicto anno accesscrunt Gunt- 
heim. Cbi instinetu fratris Mastingi et fratris Waltheri dicti de Sultz ordinis fratrum 
domus Theutonice episcopus Worraatiensis et dux palatinus pure et de piano sunt 
reconciliati. 

6. Aus den Annales Colmarienses. 

Die Annalen von Colmar (—1305) stehen in Boehmer's fontes Bd. t'. 

mcclxvii. Conradus Wornherus de Hadstat ordinem Teutonicorum ingressus ; b*^™«» 
cujus reeeptioni multi nobiles ex Aisatia interfuerunt üi Castro Bucheim. Ex Alsatia 1 '' 



plus quam quingenti peregrinati sunt in quadragesiraa ad partes transmarinas. 

kcclxxxiii. Pridie nonas Junü interfeclus fuit Friburgi venerabilis persona com-p. in 
mendator Teutonie ordinis, Guntrannus dictus de Bisecho ab apostata ordinis sui, 
sculteti Friburgensis filio. 

7. Aus Albertus Argenlinensis. 

Sein Chronicon,. die Zeit von Rudolph von Habsburg bis zu Karl s IV. Tode 1378 
unifassend, steht bei Urstisius Germaniac historicorum T, II, p. 97 IT. 

(Zum Jahre i 3t4). Convenerant autem Francus et Lupoldus in Bare, ubi multap. l» 
et pracsertim contra Ludovicum tractaverunt, papa eis annuente. Convcnerunt et 
prineipes ecclesiastici, nuncii papae et Franci ac Lupoldus in Rens prope Conilucntiam 
ac soli dueti super Rhenum in navi diu tractaverunt de Franco in imperatorem pro- 
roovendo. Sed per fratrem Berchtoldum de Bucheck commendatorem domus Teuto- 
nicorum in Coufluentia, fratrem domini Matthiae Moguntinensis archiepiscopi princi- 
paliter extitit impeditum : de quo cum sccrclariis Papae Joan. decanus Moguntinensis 
delulit, quod ipsum post mortem Matthiae Maguntini ab ipsius fratris Berchtoldi provi- 
sione retraxit. 



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I'ETRI DE DÜSBURG 



Beilage 8. 

Excurs über die Verschreibungcn des Ordens für Stamm- 
preussen im 13. Jahrhundert. 

Ueber die Verhältnisse der unterworfenen Preussen im 13. Jahrhundert hat Voigt 
im dritten Bande seiner Geschichte Preussens ausführliche Untersuchungen angestellt. 
Dies« Untersuchungen gehören jedenfalls zu den verdienstvollsten Abschnitten des 
ganzen Werkes, und sind bis dahin fast überall mit unhedingtem Vertrauen entgegen 
genommen. Allein seine Auffassung dürfte nicht überall die richtige und der weiteren 
Erforschung der ständischen Verhältnisse nicht überall förderlich sein. Er unterschei- 
det folgende Hauptklassen der begünstigten Preussen unter der Herrschaft des Ordens : 
4) Witlpnge, 2) Frcilchnsleutc, 3j Kühuer, 4j Leute, welche ihre Güter auf ununter- 
brochenes Erbrecht besitzen. Allein auf ununterbrochenes Erbrecht besassen ihre 
Güter auch die Withinge und die Frcilehnsleule ; die Einteilung beruht also auf einein 
unrichtigen Eintheilungsgrundc. Da Voigt ferner über das Verhältniss zwischen Zehn- 
ten und Bisehofsseheflel nicht im Klaren ist, so \ erkennt er das Wesen der Verschrei- 
bungcn auf Pllugkom ; die Verschreibungcn seiner zweiten und vierten Klasse gehen 
ihm durch einander. Endlich sind die Withinge von ihm über Gebühr hervorgehoben 
worden (vgl. die Note zu Dusburg III, c. 100). Eine Revision dessen, was sich aus 
den ländlichen Versehreibungen fies Ordens für Stammpreussen im dreizehnten Jahr- 
hundert ergiebt, dürfte demnach nicht überflüssig sein. Wir legen dabei im Allgemei- 
nen dieselben Verschreibungcn, welche Voigt benutzt hat, und noch einige mehr, zu 
Grunde. 

Was Dusburg III, c. 2 20 über die Behandlung der unterworfenen Preussen sagt, 
bestätigt unter andern eine Urkunde Johnnn's von Wegcleben vom Jahre 1263 aus- 
drücklich, in welcher gesagt wird, dass diejenigen, welche den Christenglauben ab- 
warfen und die Kirch« Gottes peinigten und wider die Kitter und andere Gottgläubige 
grimmig zünden, billig ihre Freiheit \erloren, diejenigen aber, welche ihnen getreu- 
lich beistanden, durch sonderliche Befestigung ihrer Freiheit zu belohnen seien'. Der 
Grundsatz des Ordens war also seil dem zweiten Abfall der Preussen — anders als 
noch im Frieden von 12 49 — der, die Besiegten vielmehr nach ihrem Verhalten und 
Verdienste, als nach ihrer Herkunft und Geburt zu behandeln. So kam es denn, dass 
viele, welche vorher dem Stando der Edelu ««gehörten, in den Stand der Unfreien 
hinabsanken, Unfreie aber in den Stand der Freien und Edeln erhoben wurden. 

In welche Lago die grosse Menge der alten Landesbewohner in den ungefähr 
gleichzeitig unterworfenen Landschaften Kurland und Serogallen durch die deutschen 
Siegor versetzt wurden, zeigen die Friedensschlüsse von 4 267 und 4 272 (Mitth. aus 
d. Gesch. Livlands etc. Bd. 4, S. 403, 407). Dergleichen förmliche Frie